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Full text of "Botanische Jahrbucher fur Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie."

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Mit 1 lithographischen Tafel. 


















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Verlag 












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Leipzig, 

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von Willi elm Ln gel maun. 






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Ausgegeben den 6. April 1882. 

MISSOURI - , 

BOTAN.ICAt, 



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GARDEN. 






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Inhalt 



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Seite 






Dr. Fernando H'ock , Beitrage zur Morphologie , Gruppirung und geographi- 
schen Verbreitung der Valerianaceen. (Mit Tafel l. ] 

Franz Krasan, Uber den combinirten Einfluss der Warme und des Lichtes auf die 
Dauer der jahrlichen Periode der Pflanzen, ein Beitrag zur Nachweisung 
der urzprunglichen Heimatzone der Arten. . , . . 



1 






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74 




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Bemerkung, 






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r 



Honorar von Ji 30 pro Bogen . sowie auf besondern Wunsch eine An- 



zahl (bis zu 20) Separatabzttge. Abhandlungen, die als Dissertation 
bzw. Habilitationsschriften erscheinen, werden nicht honorirt. 



Alle 



•Botanischen Jahrbliclier« werden an den 









- * 



Herra Prof. E 

Uber Zweck, Inhalt, Erscheinungsweise etc. der Jahrbttclier ver 
breitet sich ein Prospect, der durch alle Buchhandlungen bezogen 
werden kann 









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J 






























Einige Autoren haben sich erboten , dem Herausgeber kurze Inhaltsangaben 
ihrer Schriften zukommea zu lassen. Dieselben sind sehr erwiinscht, namentlicb 
dapri, wo der pecuniare Werth des Werkes dem Vert die Einsendung desselben 
chwert. Es ist jedoch nothwendig, dass derartige Selbstanzeigen nichl spater, 
tin Jahr nach der Publicirung des Werkes beim Herausgeber einlaufen. 
Kleinere \ fiir die botanischen Jahrbucher geeignete Beitrage finden immer 



er, 



baldige Aufnahme ; beziiglich umfangreicherer Abhandlungen ist vorherige An- 
meldung beim Herausgeber nothwendig, da ein Theil des in den nachsten Heften 
zur VerfiiRung stehenden Raumes bereits vergeben ist. 






' 









Kiel, den 15. Mara 1881. 










































A. Engler 






. 







Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig. 



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Botanischen Institute in Wiirzburg 

Herausgcgeben von 









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Herausgcgeben von 

Prof. Dr. Julius Sachs 

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Zweiter Band. 









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\ 















Enthaltend Abhandlungen ans den Jahren 1878 bis 1882. 

Mit 31 Holzschnitten und 13 Tafeln- gr. 8. 1882. 18 Ji. 






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Nach Reisen und Studien 





































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Auftr 



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Preussischen 






Restierung 



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der Koniglich 






























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von 



dargestellt 









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J. J. Eein 


















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Professor der Geographie in Marburg. 





















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Erster Band: Natur und Volk des Mikadoreiches. 









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Mit 5 Lichtdruekbildertu 1*2 Ht 






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gr. 8. 



1881. <?eh. 20 Ji. 






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Botanische Jahrbucher 




fur 










Systematic Pflanzeiigescliichte 



imd 



Pflanzengeographie 



herausgegeben 












von 




Eng'ler, 





















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Dritter Band. 



Mit 9 lithographirten Tafeln und 1 Zinkographie 






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jrt 

BOTANICAu 
GARDEN. 



Leipzig, 



' 



Verlag von Wilhelm Engelmann. 






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♦ 



I. Originalabhandlungen.. 

Fernando Hock, Beilrage zur Morphologie, Gruppirung unci geographischen 



Seite 



Verbreitung tier Valerianaceen 



I- 73 



Franz Krasan, liber den combinirten Einfluss der Warme und des Lichtes 
auf dieDauer der jahrlichen Periode der Pllanzen, ein Beitrag zur Naeliwei- 
sung der ursprtinglichen Heiiuatzone der Arten 74-128 

Aemilius Koehne, Lythraceae monographice describuntur . . . 129-155, 319-352 



Schen k, Uber Medullosa elegans 156-161 

J. F elix, Beitrlige zur Kenntniss fossiler Coniferen-Holzer 260-280 

M. Staub , Priihistorische Pflanzen aus Ungarn 281-287 

Fran z Bene eke , Beitrag zur Kenntniss der Begoniaceen . . 



288-318 



Schenk 



' 



Die von den Gebriidern Schlagintweit in Indien gesammelten fossilen 



Holzer 853-358 

0. G. Petersen, Ueber das Auftreten bicollateraler GefalSbtindel in vcrschie- 

denen Pflanzenfamilien und liber den Werth derselben fiir die Systematik . 359-40 2 

K. PrantI, Die Farngattungen C ry ptogramme und Peliaea 403-430 

r 

M. Staub, Beitrag zur Lehre von den eonstanten Warmcsummen . . . ♦ 



431-447 

N. St. Ivanitzky, Uber die Flora des Gouvernements Wologda 448-482 

Schenk, Die Perfossus-Artcn Cotta's 483-486 

A. de Candoll e, Die Culturptlanzen und allgemeine Bemerkungen Liber dieselben 487-506 
I. Verzeichniss der Arten mit Angabe ihrer Heimat und der Zeit, zu der 



sie in Cultur genommen wurden 



487- 



495 



II. Allgemeine Beobachtungen und Folgerungen 495-506 

* ■ 

■1. Uber die Gebiete, aus welchen die Culturptlanzen stammen 495. — 
2. Anzahl und Beschaffenheit der seit verschiedenen Zeitraumen culti- 
virten Arten 497. — 3. Culturptlanzen, welch e uns wildwachsend be- 
kannt sind oder nicht 501. — 4. Culturptlanzen, welche im Aussterben ' 
begritfen sind oder ausserhalb der Cullur auseestorben sind 504. 
5. Allgemeine Betrachtungen 505. 



II. Ubersicht der wichtigeren und umfassenderen, im Jahre 1881 
liber Systematik, Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte 
erschienenen Arbeiten. 

a. Systematik (incl. Phylogenie) 




Allgemeine systematische Werke und A b li a n d 1 u n g e n 
Thai lop by ten (G 1 oeo p hy ten) . . 



Algae 



162 
162-164 

164 
165 









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IV 



luhalt. 



Seite 



A r c h e e o n i a 1 a e 



Musci . . . 

Pilicinae 

Lycopodinae 



16 



5 



G y m nosper m a e ( A r c h i s p e r m a e) 
Angiospermae 



166 
170 

172-177 
177-216 



Anordnung tier Famiiien in alphabetischer Reihenfolge. 



B. Artbegriff, Variation, Hybridisation, Blumentheorie etc. 
c. AUgemeine Pflanzcngeographie und Pflanzengeschichte 
D. Specielle Pflanzengeographie und Pflanzengeschicbte . 



216 
217 
220 















Nordliches extrat ropisches Florenreich. 



A. Arctischcs Gebicl 



220 



B. Subarctisches Gebiet 220-224 

o. Nordeuropdische Provinz 223-224 



b. Nordsibirische Provinz 



c. Nordamerikanische Seeenprovinz 



C. Mitteleuropaisches und aralo-caspisches Gebiet 



Ca. Allan tische Provinz 



23 4 

"2-24-237 
224 
214 



England . 

Frankreicli 225-227 

Cb. Subatlantisehe Provinz 227-228 

227 

227 

228 

228 



Niederlande 



Niedersachsen 



• • * 



Ddnemark 



Siidliches Schiveden 



Cc. Sarmatische Provinz. . . . 22S-229 



Baltischer Bezirk. . . . 
Polen und Mittelrussland 



Cd. Provinz der europaischen Mittelgebirge 



228 

229 

229-234 



Franzosisches Berg I and . 



229 



Obersdchsischer Bezirk 



Niederrheinisches Bergland ... 229-230 

Hercynischer Bezirk 230 

23 

Bohmisvh-mdhrischer Bezirk , . 231-232 

Flora von Deutschland 232-234 

Ce. Danubische Provinz 234-235 



Of. Russische Steppenprovinz 
Cg. Provinz der Pyrenden . 



2 3 5 

235 



Ch. Provinz der Alpenldnder ♦ . . . 235-237 

Ci. Provinz der Karpathen . . ♦ . 23 7 

237 



Ck. Provinz des Kankasus 



D. Centralasiaiisches Gebiet 237-240 



E. Makar on esisches Obergangsgebiet 

F. Mi t telme ergeb i et 

Fa. Iberische Provin 



- 



241 
241-244 

241 



Fb. Ligurisrh-tyrrhenische Pravinz 



2 42 



Fc, Marokkanisch-alyerisch-tunesische Provinz 242-244 

. Fd.. Qstliche Medilerran-Provinz 24 4 



G. Mandschurisch-j apa nischea Gebiet 245-248 















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hilialt. V 

* 

Seite 

< 

H. G.ebiet dcs pacifischen Nordamerika 248 

I. Gebiel des atlantischen Nordamerika 248 

■ 

Schriften, die sich auf ganz Nordamerika beziehen. . 248-249 

Das palaotropische Florenreich oder das tropis die Flore n- 

reich der alten Welt 250-253 

A. Westafrikanisches Waldgebiet 250 

B. Afrikanisch-arabisches Steppengcb iet 250 

C. Malagassisches Gebiet. . . 250-251 

D. Vorderindisches Gebiet 252 

F. Ostasiatisches Tropengebiet. 252 

G. Malayisches Gebiet 252-253 

Ga. Westliche Proving 252-253 

Sudamcrikanisches Florenreich . 253-255 

A. G ebiet des me\ ika ni s chen Hoc h Ian des • . 253 

B. Gebiet des tropischen Amerika 253 

Be. NordbrasiUanisch-guyanensische Provinz 253-254 

Dd. Sudbrasilianische Provinz 25 4 

Arbeiten, welche sich auf ganz Brasilien beziehen 254 

G. Gebiet des andinen Amerika 254-255 

A 1 tocea n is c lies F lor enreich • • 255-257 

B. Neuseelan disc lies Geb iet 255 

C. Australisches Gebiet •* ' ' 255-257 

F. Gap land 287 

Geograp hie der Meerespf lanzen 257 

■ 

Ges chic lite der Cul turpi" Ian zen. 258-259 









III. Verzeichniss der besprochenen Schriften. 



Arbaumont, J. d : La tige des Ampelidees 225. 



A sc her son, P.: Die aus dem 



mittleren Nordafrika, dem Gebiete der Rohlfs'schen Expedition nach Kufra bekannt 

■ 

gewordenen Pllanzen 242. 



Baillon, H.: Sur le Houna-houna de Madagascar 207. 



La svmmetrie des lleurs 



doubles du Platvcodon 485. —Baker , G.: A synopsis of the genus Pitcairnia 183. 



On the natural History of Madagascar 250. 



Bat ali n, A.: Aper$u des travau\ 



russes sur la geographie des plantes de 1875—80 220. 



Ben I ham , G.: Notes 



on Gramineae 188. — Berggren , S.: Om Azollas prothallium och embryo 166. 
Rescherelle, E.. Note sur les mousses des colonies fran^aises 207. 
Schneider, E.: Early european researches into the Flora of China 252. 



Bret- 



Caflisch, F.: Excursions-Flora fur das sudwestliche Deutschland 235. — Caruel, T,: 
Pensieri Bulla tassinomia botanica 162. — Gaspary , R.: Fossile Pllanzen der blauen 
Erde (des Bernsteins, Schwarz- und Braunharzes.) 228. — Celakowsky, L.: 
fiber einige Bupleurum-Arten 215.— Cosson, E.: Compendium florae atlanticae 
expositio meth. plantarum omnium in Algeria nee non in regno Tunelano et imperio 

maroccano hucusq. nolarum 244. 



Debey : Sur les feuilles querciformes des sables d ? Aix-la-Chapelle 229. 
Cyclanthaceae et Palmae p. I. Flora brasiliensis Fasc. 85. 205. — 



Drude, O.: 
Dusen, K. F.: 



Astragalus pendulillorus Lain, neu fur die Flora des nordlichen Europa 223. 















. 


















VI 



Illllillt. 






Eichler, A. W.: Uber die weiblichen Bluthen tier Coniferen * 73. — Uber die Schlauch- 
blalter vonCephalotus follicularis Labill. 213. — Zum Verstandlliss der Weinrebe 216. 

1 

Fa I k enberg , P.: Die Algen im weitesten Sinne 165. — Fcistma ntel, K.: Uber einen 
neuen buhmischen Carpolithcn 231. — Ficalho, Count and P. Hiern; On Cen- 
tral-African plants collected by Major Serpa Pinto 250. 

Garke,A.: Uber die Galtung Pavonia 198. — Gobi, Ch.: Grundziige einer syslema- 

— Goebel , K.: 



lischen Eintheilung der Gloenhyten (Thallophyten Endl.) 164. — 

Beltriige zur vergleichenden Entwickelungsgeschichte der Sporangien 17 f. 

Goze, E.: Pflanzengeographie fiir Gartner und Freunde des Gartenbaues 2 1 7. — 

Greene, L.: New species of plants, chiefly new-mexican 248. — Grimus, K.. Ritter 

— Groen- 



von Grimburg: Yegetationsverhaltnisse im Thalbecken von Dozen 236. — 
I und, C; Islands Flora 223. — Guignard, L.: Note sur Fembryogenie du genre 
Lupinus 195. — Sur l'origine du sac embryonaire et le role des antipodes 195. 
Sur la polyembryonie chez quelques Mimos6es 196. 

Habcrlan dt, G.: Uber collaterale Gefassbiindel im Laube der Fame 166. — Hance, F.: 
On the natural order Taccaceae, with description of a new genus 181. — Hay n aid L.: 
Caslanea vulgaris Lam. 1. Solum, in quo in Hungaria crescit. II. Incolatus ejus in 



Heer, 0.; Uber das geologische Alter der Conifercn 



4 i o. 



lluimaria 234. — 

Heinrichcr, E.: Beitrage zur Pllanzenteratologie 1 77. — Herder, F. v.: Fontes 
florae Rossicae 223. — Hildebrandt, F.; Die Samenverbreitung von Aponogeton 
distachyum 182. — Das Bliihen von Eremurus spectabillis 197. • — Uber die Bliiten- 



einrichtung von Rhodora canadensis. 212. 
den Arillus von Ravenala 198. 

.lack, J. B.: Die europaischen Radula-Arten 165. 



Md h n e 1 , F. v.: Bemerkungen liber 



Kerner, A.: Schedae ad florani exsiccatam austro-hungarieam a museo botanico uni- 
versalis Vindobonensis edilam 236. — Kien i tz-Ger loff, F.: tiber Wachsthum 
und Zelltheilung und die Entwicklung des Embrvos von Isoetes lacustris 170. — 



- - 

Kny, L.: Uber einigc Abweichungen im Bau des Leitbiindels der Monocotyle- 
donen 179. — Kohl , G. F.: Vergleichende Untersuchung tiber den Bau des Holzes 
der Oleaceen 199. — Kri loff (Krylow), P.; Material zur Flora des Gouvernements 
Perm. Th. II 223. — Kuhn, M.: Ubersicht Liber die Arten der Gattung Adiantum 167. 
— Kuntze, 0.: Urn die Erde, Reisebericht eines Naturforschers 218. 

Leresche, L. et E. Levier: Deux excursions botaniques dans le nord de l'Espagne 
et le Portugal en 1878 et 1879, 241. — Lojacono, M.: Sui generi Jonopsidium e 
Pastorea, e sul nuovo genere Minaea della famiglia di Crucifere 187. — Lotar, 
Henri-Aime; Essai sur lanatomie comparee des organes vegetatifs et des teguments 
seininaux des Cucurbitacees IS7. 



Mac far la no, J. M.: On Lepidophloios, a genus of carboniferous plants 170. 

* ■ 



M a g - 



nus, P.: Uber Gynodioeeismus von Succisa pratcnsisM. et K. und einige denselben 



begleitende Erscheinungen I 87. 



Maximowicz, C. J.: De Coriaria I8f>. 



Adnotationes dellice 194. 
et Cvmbaria 214. — 



— De Monochasmate hujusque generibus affinibus Bungea 
Diagnoses plantarum novaijjrfm asiaticarum 247. 

Mer, E.: Du dgveloppement des sporanges et des spores dans flsoetes lacustris 171. — 
M'Nabj W. R.: Report on the arctic drift woods collected by Capt. Feilden 220. 
Mii Her, Baron F. v.; Record on some Orchideae from the Samoa-Islands 252. — 
Census of the genera of plants hitherto known as indigenous in Australia 256. — 
A catalogue of plants collected during Mr. Alexander Forests geographical ex- 
ploration of North-West Australia in 1879 256. — M tiller II.: Polymorphisme of 









. 



/ 




































Illil.lll. 



VII 






the flower-heads of Centaurea Jacea 186. — Mill 1 er. J.: Rubiaceae I, Tribus Re- 
tiniphylleae, Guettardeae, Chiococceae, Ixoreae, Coussareae, Psychotrieae 212. 

Nat hoist, A. C: Berattelse afgifven till kongl. Yetenskaps Academien, om en med un- 
derstOd af allmanna medel utfird vetenskaplig resa till Schweiz och Tyskland -2 is. 
Om spar af nagra evertebrade djur^xi. m. och deras paleontologiska betydelse 219. 
Forudtskickadt meddelande om tertiiir-iloran viel Nangasaki pa Japan 24 5. — New- 
berry. J. 8.; American Cretaceous Flora 248. 

Pfitzer, E.: Grundziige der vergleichenden Morphologie der Orchideen 199. — Phi- 
lippi, F.; Catalogus planlarum vascularium chilensium adhuc descriptarum 255. 



Planchon, J. E.: Les vignes du Soudan de feu Tli. L£card, 216. 



P o t o a i £ , 



H.: Die Beziehung zwischen dem Spaltoffnungssystem und dem Stereom bei den 
Blattstielen der Filicinen 169. — Aufzahlung von Gelehrten, die in der Zeit yon La- 
mark bis Darwin sich im Sinne der Descendenz-Theorie geiiussert haben, mit Be- 



vorzummi* der Botaniker 216, — Prantl, K.:; Beobachtuneen iiber die Ernahrung 
der Farnprothallien und die Vertheilung der Sexualorgane 170* 

■ 

Rabenhorst, L.: Kryptogamenflora von Deutschland, Osterreich und der Schweiz. 



Bd. L: Pilze, bearbeitet von G. Winter. 232. 



Kegel, A., Juncacearum, Cy- 



peracearum, Graminearum, Balanophorearum et Acotylcdonarum vascularum cen- 



troasialiearum adhuc coijnitarum enumeratio 237. 



Regel, E.: Allgemeine Be- 






merkungen iiber die Flora Centralasiens und iiber die Verbreitung der Juncaceen, 
Cyperaceen und Gramineen Turkestans im Besonderen 238. — [Reichenbach, 
H. G. til.: Otia botantca Hamburgensia II. 1. Orchideae Uildebrandtianae. Novitiae 
Orchidac. Warmingianae. Novit. africanae 204, — Xenia orchidacea 204. 

Sagot, P.: Catalogue des plantes phan6rogames et cryptogames vasculaires de la 
Guyane franyaise 253. — Sa porta, G.deet A, F. Marion: Sur les genres William- 
sonia Carruth. et Goniolia d'Orb. 207. — Saport a, G. de : Tableau de la classifica- 
tion des stages tertiaires et quaternaires 225. — Scheel, J.: Materialien zur Ptlan- 
zengeographie des Gouvernements Ufa und Orenburg Thl. I. 224. — Scheffer, 11. 
C. C: Sur quelques planles nouvelles ou peu connues de FArchipcl indicn 181. 



Sminii) w, S.: Yerzeichniss der Pflanzen des Kaukasus 237. 



Sol tw edel, F.: 



Freie Zellbildung im Embryosack der Angiospermen 180. — Staub, M.: Pflanzen 

— Stein, B.: 



aus den Mediterransehichten des Krasso-Szorenyer Komitates 234. — 

Ubersichl der gegenwarlig in den europaischen Garten cultivirten Primeln 207. — 

Sterzel, T. : Palaontologischer Character der oberen Steinkohlenformation und 



des Kothlieizenden im crzuebirsuschen Becken. 



Leber die Flora der unleren Schieh- 



ten des Plauenschen Grundes. 



Palaontologischer Character des Lusau-Olsnitzer 



Carbons und des Kolhlieizenden auf Section Slollberu-Lusau. Eriauleruimen zur izeo- 
logischen Specialkarte des Konigreichs Sachsen, Section Stollberg-Lugau. — Palaon- 
tologischer Character des Carbons von Floha. Erlaul. zui 



» Cf 



eol. Specialkarte d. Konig- 



reichs Sachsen. Section Schellenberg-Floha 23 0. 






Ta te, R.: A census of the indigenous flora of extratropical South-Australia 256. — Thorn - 



son, G. M.: The flowering plants of New-Zealand 255. 



Traut vet t er, E. R. a: 



Elenclius stirpium anno 1 8 s in Isthmo caucasico lectarum 237. 



T r e 1 e a s e , 



W.; Fertilization of Scrophularia 214. — ■ Treub: Observations sur les Loranthac6es 



197. 



Recherches sur les Cycad6es 172. 



Trimen, H.: Cinchona Ledgeriana 



a distinct species 2 13. 



Urban, J.: Uber die Lage <\ev Radicula in den Samen einiger Trigonella und Melilotus- 
Arten 196, 
























VIII 



Iilhult. 






Velenovsky, J.: Die Flora der bdhmischen Kreideformation. Thl. I. Credneriaceae 
und Araliaceae 231. — Visiani, R. de; Florae dalmaticae supplcmentum alteram, 
adjectis plantis in Bosnia et Montenegro crescentibus 244, 

Weiss, E.: Cher Lomatophloios macrolepidotus Goldbg. 171. — Wentzel, J.: Die 
Flora des tertitiren Diatomaceenschicfers von Sulloditz im bdhmischen Mittelgebirge 
•23*2. — Weste rmaier, M.: Beitrage znr vergleichenden Anatomie der Pllanzen II, 
ein »abnormer« Dicotylentypus 185, — Beitrage zur vergleichenden Anatomie der 
Pflanzen 211. — Wille, N.: Oni Hvilecelles hos Conferva 165. — Witt mack, L.; 
Antike S&mereien aus der alten und neuen Welt in ihren Beziehunuen zur Geeen- 



wart. 



tlber Bolmen aus altperuanischen Grabern 258. 



Wools: Eucalypts 



of the county of Cumberland, their classification 109. 






Zeiller, R.: Note stir des stomates en eioile observes chez une plante fossile (Frene- 
lopsis Hoheneggeri) 177* 






























<■ 









I 













































. 

































Beitrage zur Morphologie , Gruppirung und geograpliischen 

Verbreitung der Valerianaceen 



von 



Dr. Fernando Hock 



(Mit Tafel I. 



(Arbeit aus dem botanischen Institut der Universitat Kiel.) 


















Einleitung. 

I. Vergleichende Darstellung der morphoiogischen Verhaltnisse bei deu Valeriana- 

2. Form und Consistenz der Laubblatter. 



i. Ausdauer und Vegetationsweise. 



ceen.— 

3. Entwicklung der Sprosse. 



A. Sterile Sprosse und Stellung der Laubblatter. — 
4. Vorblatter der Bliiten. — 5. Bliiten und Frtichte. 



1 . Umgren- 



breitung derselben. 



B. Fertile Sprosse (Inflorescenzen). 

II. Gruppirung und geographische Verbreitung der Valerianaceen. 
zung der Gattungen und Gruppen. — 2. Ubersicht der Arten und geographische Ver- 

A. Patrinia Juss. — B, Nardosiachys DC. — C. Plectritis DC. 
D. Fedia Moench. — E. Astrephia Dufr. — F. Valeriana L. — G. Centranthus DC. 
3. Beziehungen zwischen morphoiogischen Eigenthiimlichkeiten und geographischer Ver- 
breitung. 

III. Versuch die phylogenetischen Beziehungen der Valerianaceen zu ermitteln. 
i. Morphologische Beziehungen zwischen den verschiedenen Gattungen der Valeriana- 
ceen. — 2. Schltisse aus der geograpliischen Verbreitung der Valerianaceen (besonders 
der Gattung Valeriana) auf die Phylogenie. — 3. Beziehungen der Valerianaceen zu un- 
deren Famtlien, 









Auf meinen Wunsch , eine Arbeit zu unternehmen . durch welche ich 
in das Studium der Pflanzengeographie eingefilhrt werden konnte, ward 
mir von meinem hochverehrten Lehrer Herrn Professor Engler eine Bear- 
beitung der Gattung Valeriana hinsichtlich ihrer morphoiogischen und 
geographischen Verhaltnisse vorgesehlagen. Doch zeigte sich bald bei der 
Prtifung der Verwandtschaftsverhaltnisse, dass die Abgrenzung dieser Gat- 
tung gegen die vervvandten stidamerikanischen Gattungen Phyllactis 
und Astrephia nicht aufrecht zu erhalten sei, indeni die erstere Gattung 
sich als eine nur ktlnstlich von Valeriana getrennte ergab, die letztere 
aber auf eine falsche Ansicht Uber den Bau der Frtichte begrtindet war. 
Auch bei der Untersuchung der anderen Valerianaceen, namentlich der 
Gattung Patrinia, ergaben sich einige interessante Resultate, weshalb 
ich mich entschloss, den Plan meiner Arbeit zu andern und alle Gattungen 
der Valerianaceen ziemlich gleichmaBig zu bearbeiten, uni mir zunachst 






Botanische Jahrbiiclier. III. Bd. 



1 





















* 













1 

































* 






















































2 



Fernando Hook. 



iiber die ganze Famiiie einen Uberbliek zu verschaffen. Nur die Gattung 
Vale ri an ell a babe ich nicht weiter untersueht als es zum Verstandniss 
ihrer Beziehungen zu den verwandlen Gattungen nothig war, da eine 
Monographic l ) derselben bereits vorlag, „ , 

Lebend habe ich nur einige Arlen der Gattungen Valeriana, Vale- 
rianella und Gentranthus, sowie Fedia Gornucopiae Dufr/ unler- 
suchen konnen, welche sich im hiesigen botanischen Garten fanden. Da- 
gegen habe ich ein recht reichhaltiges Herbarmaterial benutzen konnen. 
Aufier den Valerianaceen des hiesigen Universitatsherbars und denen 
aus dem Privatherbarium des Herrn Prof* Engler erhielt ich noch durch 
die freundliohe Vermittlung desselben Herrn alle Valerianaceen des 
Berliner Universitatsherbars niit Ausnahme der Arten von Valerianella 
und Fedia, sowie eine Reihe von selteneren Arlen der Gattung Vale- 
ri ana und Nardostachvs aus dem Herbar der Universitiit Mtlnchen. 

Wenn auch trotz dieser HUlfsmiltel mir noch bei weitem nicht alle Arten 
zu Gesicht gekommen sind, namenllich ich viele der selteneren Arten von 
Valeriana und Phyllactis aus Mittel- und Sttdainerika nicht gesehen 
habe , so hofle ich doch , dass durch diesen Mangel die in der vorliegenden 
Arbeit gebotenen Resultate meiner Untersuchungen nicht zu sehr beein- 
triichtigt sind, da sich diese fast nur auf die allgemeinen Beziehungen der 
Arten erstrecken. 

Im erslen Theile dieser Arbeit habe ich die allgemeinen morphologi- 
schen Beziehungen der Vale r i a n a c e e n behandelt , das bisher Bekannte 
indcssen nur so weit erorlert, als es zum Verstandniss des anderen unbe- 
dingt nothig war und sich nicht in der allgemein zugiinglichen Litteratur 
fand. Der zweite Theil behandelt die Gruppirung und geographische Ver- 

* 

breitung der Arten, wahrend im letzlen Theile der Versuch gemacht wird, 
die vorliegenden niorphologischen und geographischen Thatsachen im Zu- 
sammenhans: zu erkliiren. 









I. Vergleichende Darstellung der morphologischen Verhiiltnisse bei 

den Valerianaceen. 






1. Ausdauer und Vegetationsweise. 

In der Famiiie der Valerianaceen finden sich alle durch die Aus- 
dauer allein bedingten llauptvegelationsformen niit Ausnahme der Baum- 
form vertreten. Es kommen Straucher, Hall)straucher, Stauden und ein- 
jahrige Pflanzen vor. In vielen Gattungen isl jedoch nur eine dieser 



1) Krdk, Anteckningar til] en Monografi oefver Vaextfamilien Va 1 eriancae, in 

T 

Kongliga Svenska Vetenskaps-Akademiens Uandlingar. Stockholm 1866.) 



T 



























. 












- 






. 



Beitrage zur Morphologie, Gruppirung und geographischen Verbreitung der Valerianaccen. 



3 






* 



Vegetationsformen Vertreten. So enlhalten die Galtungen J ) Valeria- 
n e 1 1 a , P I e c t r i t i s und F e d i a nur einjahrige Arten ; von N a r d o - 
Btachys und Patrinia sind dagegen nur perennirende Arten mit aus- 
dauernden unterirdischen Organen, also Stauden (im weiteren Sinne 

gehoren nur Stauden und 



bekannt. Zu der 



Gattung C entrant h us 






angehorigen 



Arten unter einander 






einjahrige Pflanzen; Phyllactis enthalt Straucher, Halbstraucher und 
Stauden; in der Gattung Valeriana schlieBlich sind alle in dieser Fa- 
milie ilberhaupt vorkommenden Vegetationsformen vertreten. 

Doeh auch innerhalb der Galtungen, deren Arten sich in ihrer Vege- 
tationsweise verschieden verhalten, herrscht insofern eine RegelmaBigkeit, 
dass stets die einer Vegetationsform 
nahe verwandt sind. 

Fiir Centranthus war dies schon langer bekannt. Schon Lange 
theilt in dem »Prodrotnus Florae Hispaniae« diese Gattung in 2 Sectionen, 
von den en die eine alle einjahrigen Arten, die andere die ausdauernden 
Arten der spanischen Flora umfasst. Diese Eintheilung, die von jenem 
Forscher fur die spanischen Arten verwendet wird, erweist sich auch als 
die naturlichste fUr sammtliehe Arten dieser Gattung und ist jedenfalls der 
von De Gandolle im )>Prodroinus(( gegebenen, auf die Beschaffenheit des 
Spornes begrilndeten vorzuziehen. 

Von Astrephia ist nur eine einjahrige Art, namlichA. chaerophyl- 
lo ides DC, bekannt. Diese weicht indessen sowohl im Bau der Frucht 
als auch der vegetativen Organe so sehr von den anderen von Bentham und 
Hooker mit ihr in eine Gattung gerechneten Arten ab, dass, wie spater 
gezeigt werden soil, die generische Zusammengehorigkeit derselben zwei- 
felhaft wird. 



Auch bei Valeriana sind alle einjahrigen Arten unter einande 



r ver- 



wandt. Auch ihre geographische Verbreitung ist eine relativ beschrankte. 
Verfolgt man diese Gattung von der alten Welt, in welcher sich keine 
einjahrigen Arten finden , durch Nordamerika nach SUden , so trifft man 
auf dem Hochland von Mexiko zum ersten Male einjahrige Arten. Diese 
sind zum groBten Theil durch eine rttbenformige Gestalt ihrer Wurzel 






ausgezeichnet. 



Nur wenige der hierher gehorigen Arten gehen ttber 









Centralamerika hinaus nach Stiden. Dagegen finden sich gerade im nord- 
westlichen Theile von SUdamerika (zum Theil freilich auch schon in 
Centralamerika), andere diesen zwar nahestehende , aber doch durch 
eine Faserwurzel leicht von ihnen zu unterscheidende Arten. Wah- 
rend diese jedoch ziemlich sparlich an Zahl sind, findet sich in Chile 
wieder eine groBere Menge annueller Valerian en, die nicht nur 
durch ihre riibenformige Wurzel, sondern auch durch die Form ihrer 



4) In dem morphologischen Theil meiner Arbeit werde ich mich betreffs der Uni- 
grenzung der Gattungen an »Bentham et Hooker, Genera Plantarum« anschliefien. 

1 












. 






■ 



























t 









' - 



























\ 









4 






* 



Fernando Hock, 















Blatter und den ganzen Wuchs der Pflanze eine nahe Verwandtschaft mit 
den zuerst erwahnten mexikanischen Arten bekunden. dennoch aber 
durch den Bau ihrer Frucht sich so sehr von diesen und von fast alien 
anderen Valerianen unterscheiden , dass die Bildung einer eigenen 
Section aus ihnen mir berechtigt scheint. 

Wahrend eine constante Trennung der einjahrigen und perennirenden 
Arten einer Gattung sich in alien Fallen als natUrlich envies, lieB sich eine 
Trennung der durch den verschiedenen Grad der Yerholzung bedingten 
Vegetationsformen unter den ausdauernden Arten bei weitem nicht immer 
durchftihren, wie es ja (iberhaupt keineu strengen Unterschied zwischen 
Stauden und Halbstrauchern einerseits, sowie zwischen letzteren und 
Strauchern andererseits giebt. Doch gilt dies nur im Allgemeinen; in 
manchen Fallen ist eine Trennung der verschieden perennirenden Arten 
vollkommen natUrlich. 



giebt es 



Von eigentlichen Strauchern , die wegen ihrer mit einein Pappus ver- 
sehenen Frucht der Gattung Valeriana zuzurechnen sind, 
meines Wissens nur 2 Arten. namlich V. a 1 ypi folia H.B.K. und V. Bon- 
pl andean a Wedd. Diese vverden auch beide von Weddell ! ), dem Be- 
gr tin der der Gattung Phyllactis in dem jetzigen Sinne, als Arten von 
Valeriana aufgeftlhrt. Untereinander sind sie sehr nahe verwandt, 
zeigen auch wohl Beziehungen zu einigen Halbstrauchern der Gattung Va- 
leriana, schlieBen sich indessen weit naher an zwei Valerian a ceen 
an, deren Frucht keinen Pappus besitzt, und die nach Bentham und 
Hooker's Fassung der Section Porteria in der Gattung Phyllactis zu- 
zurechnen sind, welcher gerade sie den Namen verliehen haben, namlich 
Porteria bractescens Hook, und P. pa rvi flora Trevir. 

Unter den Halbstrauchern der Gattung Valeriana finden sich einige 
durch ihren Habitus recht auffallige und durch die verschiedenartige 
Streckung der oberen und unteren Internodien eines Sprosses charakteri- 
sirte, wie V. foiiosa Ph. und ihre nachsten Verwandten. Diese bilden 
mit mehreren ihnen im Verhalten ihrer Internodien iihnlichen, zwar nicht 
durch jenen Habitus charakterisirten Arten eine recht naturliche Gruppe, 
auf die ich noch einmal im morphologischen Theile dieser Arbeit zu spre- 
chen komme. Wie diese bilden auch die Arten aus der Verwandtschaft 
der V. microphylla H.B.K. und V. lutescens Ph. eine nur Halb- 
straucher enthaltende Reihe. Dagegen finde ich keinen Grund, die klet- 
ternden halbstraucharti^en Valerianaceen von den anderen kletlern- 



den Arten dieser Gattung zu trennen. 



Viel unnatttrlicher wUrden indess in der Gattung Phyllactis die 
Gruppen, we Ich e man durch consequente Trennung der verschieden 



1} Weddell, Ghloris Andina II, p. 18, 19. 



Der Mangel eines Pappus ist der ein- 



zige durchgreifende Unterschied der Gattung Phyllactis von Valeriana. 




































Beitrage zur Morphologic, Gruppining und geographischeu Verbreitung der Valeriaimceen. 



•5 






N 



perennirenden Pflanzen erhalten wtirde, eine Trennung wie sie wenig- 
stens theilweise in der Bilduim der Section Porte ria aus den Strauchern 
und Halbstrauchern von Weddells Section Valerianopsis durch Bentham 
und Hooker vorgenommen ist- 

Von den Strauchern der Gattung Phyllactis sind Ph. aretioides 
Wedd. und Ph. sedi folia Wedd. schon von De Candolle, der sie wie 
a lie Arten von Phy llac tis zu Valeriana rechnete, innerhalb dieser 
Gattung als Section Aretiastrum abgesondert und diese Section ist 
auch spater nach Abtrennung der Gattung Phyllactis beibehalten wor- 
den. Wenn auch die Verbreitung der beiden Arten dieser Section mir 
gegen die Nattlrlichkeit dieser Gruppe zu sprechen scheint, und auch die 
Ubereinstimmung im Habitus keineswegs so groB ist, dass sich nicht recht 
wohl annehmen lieBe, diese beiden Formen seien unabhangig von einan- 
der in zwei verschiedenen Gruppen der Gattung entstanden und ver- 
dankten ihr ahnliches Aussehn nur einer 
klimatischen oder Standortsbedingungen , unter welchen sie sich gebildet 
hatten , so habe ich doch aus spater anzugebenden Griinden einstweilen 
diese Gruppe beibehalten. 

Ganz unnatilrlich ist dagegen entschieden die Section Porte ria, in 
welche Bentham und Hooker alle anderen Straucher und Halbstraucher der 
Gattung Phyllactis vereinen. Wahrend namlich die beiden Arlen, von 

denen der Name dieser Section entlehnt ist, Porte ria bractescens 
Hook, und P. parvi flora Trevir. sich ziemlich nahe an Ph. aretioides 
Wedd. anschlieBen, namentlich aber mit den schon erwahnten strauch- 
artigen Formen der Gattung Valeriana nahe verwandt sind, schlieBen 
sich dagegen die anderen von Bentham und Hooker mit diesen vereinten 
Arten so nahe an die slaudenartigen Gewachse der Section Valeria- 
nopsis an, dass ihre Trennung von denselben mir vollkommen ktlnstlich 

scheint. 



ewissen Gleichartigkeit der 



, 



2. Form und Consistenz der Laubblatter. 












. j ' 



Ehe ich auf die Besprechung der Sprosse Ubergehe, mochte ich einiges 
ttber Form und Consistenz der Blatter vorausschicken, da diese fur manche 
Artencomplexe charakteristiseh ist und namentlich bei der Gattung Va- 
lerian a weuen der Einformiekeit im Bau der Bliiten und Frilchle haufie 
zur Charakteristik der Untergruppen verwendet werden muss. Doch 
werde ich mich hierbei ganz auf die Beschreibung der Falle beschriinken, 
wo entweder Form oder Consistenz fur eine Beihe von Arlen gleich ist, 
da eine besonders auffallende Ausbildung in dieser Hinsicht bei den Va- 
lerianaceen mir Uberhaupt nicht bekannt ist. 

Der interessanteste Fall in Bezus auf die Form der Blatter in dieser 
Familie findet sich in der Gattung Centranthus, bei welcher sich die 
einjahrigen Arten eben durch ihre Blattform auf den ersten Blick von den 









■ 










































6 






Fernando Hock, 



ausdauernden unlerscheiden. Schon Lange 1 ) charakterisirt seine Section 
Calcitrapa, welche die einjahrigen Arten dieser Galtung umfasst dureh 
)>foliis (caulinis saltern) pinnalifidisa und stellt ihnen die Section Mae ro- 
centron, welche nur perennirende Arten umfasst, als charakterisirt dureh 
»foliis integerrimis« gegentlber. Doch ist dies nicht der einzige Unter- 
schied in der Blattfonn zwischen den Arten dieser beiden Sectionen. Audi 
die ungetheilten Grundblatter der einjahrigen Arten zeichnen sich dureh 
ihre fast rundliche Form, bei welcher der Langendurchmesser den Breiten- 
durchmesser kaum an Lange Ubertrifft, und bei welchen fast nie eine 
deutliche Zuspitzung nach dem Ende hin zu bemerken ist, sowie (lurch 
den deutlichen Stiel sehr stark vor den sitzenden, meist deutlich zuge- 
tpilzten Blaltern der perennirenden Arten aus, deren Liingsdurchinesser 
vvohl stets fast zweimal, oft vielmal so lang ist wie derBreitendurchinesser. 

Bei Valeriana sind namentlich Complexe von Arten der alten Welt 
dureh Gleichartigkeit in Form und Consistenz der Blatter ausgezeichnet. 

Zunachst ist bei einer Heihe von Arten, deren Blatter sich dureh etwas 
ileischige Consistenz auszeichnen , die Spreite allmahlich in den Stiel ver- 
schmalert, Es gehoren hierher V. supina L. Y V. saliunca AIL. V, sa- 
xatilis L. und einige ihnen sonst auch nahe stehende Arten. Ganz ahn- 
liche Blatter in Form und Consistenz haben die Arten aus der Verwandt- 
schaft der V. Phu L. und V. dioica L. Nur sind bei diesen meist einisze 
Blatter fiederig getheilt, wiihrend das bei den zuerst genannten fast nie 

* 

der Fall ist. Die Blatter fast aller Pflanzen aus diesen beiden Verwandt- 
schaftskreisen zeichnen sich dureh stark gekrtimmte Nerven aus, ihr Band 
ist fast nie getheilt, nur selten findet man bei ihnen stark gegen das obere 
Ende verschmalerte, nie wirklich zugespitzte Blatter. 

Ganz anders verhalt sich eine andere Reihe von Arten, die dureh 
V. tripterisL., V. montana L. und einige ihnen nahe verwandle Arten 
in der alten Welt vertreten ist, und in welche auBer der die ostliche und 
westliche Ilalbkugel zugleich bevvohnenden V. cap i tat a Willd., noch die 
ausschlieBlich in Nordamerika heimischen V. sitchens is Bong., V. sil- 
vatica Banks und V. pauciflora Michx. gehtiren. Die Consistenz ihrer 
Blatter ist viel weniger dick, vollkommen kraulartig. Die unteren Blatter 
sind meist deutlich gestielt, ohne dass die Spreite allmahlich in den Stiel 
tlbergeht. hn Gegensatz duzu sind die oberen Blatter gewohnlich voll- 
kommen sitzend, doch auch dann ohne erhebliche Verschmalerung nach 
dem Grunde zu. Einige von ihnen, die niichsten Venvandten der V. tri- 
ple ris L. zeichnen sich dureh gczahnte Blatter aus, wiihrend andere, die 
sich meist nahe an V. ca p ita la Willd. anschlieBen, einen ungetheilten 
Blattrand besilzen. Bei den Bliittern aller dieser Arten sind die Nerven 

1 

weit gerader verlaufend, als bei denen der vorher senannten Arten. Sehr 









1) Willkomm et Lange, Prodromus Florae Hispaniae II, p. 4, 5 















. 






• 









f 



Beitriige zur Morphologic Gruppirung und geographischen Verbreiluog der Valerianaceen. 



7 






haufig trifft man bei ihnen dreilheilige Blatter, wahrend fast nie die Zahl 






3 bei der Theilbarkeit iiberschritten wird. Hierdurch, sowie durch den 
Umstand, dass bei ihnen fast nie alle Blatter getheilt sind , unterscheiden 
sie sich hinsichtlich der Blatter allein von V. officinalis L., V. sisym- 
bri folia Desf., V. Dioscoridis Sibth. und einer Reihe dieser nahe 
stehenden Arten, denen sich noch V. javanica Bl. und deren indische 
Verwandle anschlieBen, die sich hinsichtlich der Blatter von den Arten 
aus der Verwandlschaft der V. officinalis L. nur durch die ausgeran- 
deten Fiederblattchen unterscheiden, indem die Ausrandung bei ihnen nie 
in Sagung besteht, wie bei jenen. 

I 

Bei alien kletternden Arten von Valeriana (indet man ungetheilte 
oder dreitheilige Blatter, die sich in Form und Gonsistenz denen aus der 
Verwandlschaft der V. tripteris L. ziemlich ahnlich verhalten. 

Die einjahrigen Arten dieser Gattung sind hinsichtlich ihrer Blatter 
sehr verschieden, ohne dass es mir gelungen ist, hierin eine tjbereinstiin- 
uning zwischen sonst nahe stehenden zu erkennen, vielleicht aber nur 
aus dem Grunde, weil diese in den mir zu Gebote stehenden Sammlungen 
ziemlich sparlich vertreten waren, denn bei einzelnen Arten wie V. de- 
nudata Bth. und V. napus Lindl. einerseits, sowie bei V. Toluceana 
DC. und V. mexicana DC. andererseits, spricht sich eine nahe Verwandl- 
schaft in der Form der Blatter soforl aus. 

1 

Unter den staudenartigen Valerian en von Siidamerika sind V. 
cor data Gris. und V. lap at hi folia Vahl. durch ganzrandige, unge- 
theilte Blatter mit krautiger Gonsistenz ausgezeichnet. Die Arten aus der 
Verwandlschaft der V. carnosa Smith sind ihnen in der Form der Blatter 
ahnlich, aber die Gonsistenz derselben ist vollkommen lederartig. Andere 
Arten mit ausdauernden unterirdischen Organen 
Blatter mit krautiger Gonsistenz, doch ist mir die Verwandtschaft dersel- 

ben etwas zweifelhaft. 



besitzen fiedertheilige 



Auch unter den Halbstrauchern finden sich wenigstens einige nahe 



Verwandle , 



d 












Es sind dies V. microphylla H.B.K., V. lutescens Ph., V. graeili- 
cens Clos und V. quad ra ngularis II.B.K. Sie zeichnen sich aus durch 
kleine, etwas lederarttee Blatter, die einen kurzen, allniahlich in die 
Snreite ubersehenden Stiel haben oder vollkommen sitzend sind. Gerade 
solche Blatter besitzen auch die strauchartigen Formen dieser Gattung. 

An diese schlieBen sich auch hierin Porteria bractescens Hook, 
und Porteria pa rvi flora Turcz. an. und an diese wiederum die bei- 

■ * 

den in der Section Aretia strum vereinigten Arten von Phyllaclis, 
bei denen indessen diese Blatter immer sitzend sind. 

Von anderen Gruppen der Gattung Phyllaclis sind durch ziemlicl 
glei^artige Blatter noch die Arten 



i 



der Section Euphallactis charak- 





















l' 





















8 



Fernando Hock. 



terisirt. Diese besitzen namlich alle lange , meist lineale, ganzrandige 
Blatter, dercn Consistenz indessen verschieden ist. 

Von anderen Gattungen zeigt eine Constanz in der Ausbildung der 
Blatter sich nur noch in der kleinen Gnttunc Nardostach vs. deren 
Blatter in der Consistenz etwa zwischen V. dioica L. und V. tripteris L. 
stehen, aber lanzettlich oder lineal gestaltet und vollkommen ganzrandig 
sind. Sie gleichen fast ganz den Grundblattern von V. leucophaea DC. 
und V. tuberosa L., zweien Valerianen der alien Well, die sich 
in der Form ihrer Stengelblatter etwa an V. dioica L. anschlieBen, von 
dieser aber durch meist ungetheilte Blatter verschieden sind. 



3. Entwickelung der Sprosse. 
A. Sterile Sprosse und Stellung*der Laubblatler. 

Meine Bemerkungen Uber Sprossbildung miissen sich ganz auf das- 
jonige beschriinken, was man an ausgewachsenen Exemplaren sehen 
kann. Entwickelung vom Keimsladium an habe ich bis jetzt nicht ver- 
folgen konnen. Dennoch konnte ich die Schilderung des Baues der Sprosse 
nicht unlerlassen, da hierin wohl mehr als in irgend einem anderen Merk- 
male die Verwandtschaft der verschiedenen Formen einer Gattung bei den 
Valerian ace en sich ausdrtlckt. Wenigstens gilt dies ftir die im Bau 
der Fortpflanzungsorgane so einformige Gattung Valeriana. Zunachst 
kommen hier natUrlich die Arten mit oberhalb des Bodens ausdauernden 
Organen in Belracht, bei denen sich dasselbe am deutlichsten auspragt. 

Die auffalligsten Formen unter diesen gehoren der Gattung Vale- 
riana an und zwar einer schon auf Seite 4f. erwahnten Gruppe, als 
deren hervorragendster Vertreter dort V. folios a Ph. jjenannl wurde. 
Sie erlangen einen etwas auffalligen Wuchs dadurch, dass bei ihnen die 



folgenden Internodien nicht in directe 



Fortsetzung der vorhergehenden 



treten, sondern mit ihnen einen schiefen Winkel bilden. Gleichzeitiu ist 
damit eine immer groBere Streckung der Internodien nach der Spitze zu 
verbunden, so dass die letzten Glieder schon eine betrachtliche Liinge be- 
sitzen, wahrend die untersten vollkommen gestaucht sind. Diese letzlere 
Eigenthtlmlichkeit theilen sie mit einer Reihe von Arten, wie V. vire- 
scens CIos u. a., deren Habitus minder auffallig ist, da schon die erst en 
Internodien fast senkrecht eerichtet sind, 

Alle Ubrigen mir bekannten Halbstraucher haben an ihren oberirdi- 
schen Sprossen, soweit sie nicht dem BlUtenstande angehoren, nur ge- 
streckte Internodien, Am 

unter den Stauden dieser Gattung bei den kletternden Arten. Die von mir 
gesehenen Halbstraucher der Gattung Valeriana mit Ausnahme der klet- 

i 

ternden Arten sind sammtlich einander nahe verwandt (denn auch die mit 



starksten ist die Streckung hier ebenso 



wie 































































t 












Beitritge zur Morphologic, (iruppirung und geographischeu Verbreitung der Valerianaceen. 



9 



* 

theilvveise gestauchten Internodien schlieBen sich hier am nSchsten an); 
dennoch ware ein Schluss auf die Verwandtschaft aller nicht kletternden 
Halbstraucher der Galtung Valeriana entschieden verfrtiht, da ieh mehr- 
mals in der Litteratur bei Arten, welche nach den Beschreibungen ihnen 
ferner zu stehen schienen, das Zeichen "tj (haufig freilieh mit einem 
Fragezeiehen versehen) angegeben gefunden habe. 

Die beiden Straucher der Gattung Valeriana schlieBen sich, wie 
schon erwahnl, am niichsten an die nicht kletternden Halbstraucher mit 
lauter gestreckten Internodien an. Doch sind ihre Internodien weit ktlrzer 
als bei jenen. Wenn wir von diesen ausgehend die, wie schon erwahnt. 
ihnen nahe verwandten Porteria bractescens Hook, und P. parvi- 
flora Trevir. und schlieBlich die beiden Arten der Section Aretiastrum 
betracbten, so bemerken wir eine noch immer starker werdende Verkllr- 
zune der Internodien, welche bei Ph. aretioides Wedd., deren Glieder 
voilkommen gestaucht sind, ihren Hohepunkt erreicht. 

Auch unter den tibrigen holzigen Formen der Gattung Phyllactis, 
die sammtlich Bentham und Hooker's Section Porteria zuzurechnen sind. 
finden sich Arten mit wenigstens theilweise gestauchten Internodien. Es 
sind dies Ph. chain a ed ry folia Benth. et Hook, und einige andere dieser 



nahe verwandte und auch in der geographischen Verbreitung mit ihr 



ubereinstimmende Arten, deren Bestimmung aus der mir zu Gebote 
stehenden Litteratur nicht moglich war, und die daher vielleicht uber- 
haupt noch nicht beschrieben sind 1 ). Diese schlieBen sich indess so nahe 
an andere Arten der Section Porteria an, dass meiner Meinung nach hier 
die Stauchung einzelner Internodien kein Grund zur Abtrennung dieser 

Arten ist. 



. 



Bei den staudenartigen Valerianaceen sind die oberirdischen 
Theile, soweit sie nicht dem Bltttenstande angehoren, durchweg aus lauter 
gestreckten Internodien gebildet; nur am Grunde finden sich sehr haufig 
einise eestauchte Internodien, welche die Bildung einer Rosette von 






Grundhlattern bedingen. 

Wiihrend diese indessen sehr verschiedenen Formenkreisen ange- 

■ 

hbren, ja vielleicht in alien Gattungen dieser Familie vorkommen, finden 
sich Arten mit voilkommen geslauchlem Stamme nur in den Gattungen 
P h \ 1 1 a c t i s und Valeriana. In ersterer Gattung gehbren zunachst alle 
Arten der Section E up hy 11 act is hierher. An diese schlieBen sich 
hierin. wie auch imBau ihrer Bliiten die von Weddf.ll zur Section Valeria- 
nopsis gerechneten Ph. densa Wedd. und Ph. in consp icua Wedd. 



i) Da ich in dieser Arbeit die Aufstellung neuer Arten i<anz vcrmieden habe, um 
nicht bei meiner jetzt doch noch etwas beschr&nkten Kenntniss eines Theiles der bereits 
beschriebenen Arten die Synonymie unniitz zu vermehren , muss ich diese Arten oinst- 
weilen unberticksichtigt lassen. 






1 



























1 





















■I ft 






Fernando Flock. 






Andere gleichfalls zur Section Valeria nop sis gehorende Arten ? wie 
Ph. macrorrhiza Wedd. und Ph. dinorrhiza Gris. besitzen hochstens 
ein Paar Stengelblatter, also einen wenigstens sehr stark gestauchten 
Slamm, unterscheiden sich aber von den eben genannlen Arten fast in 
alien Organen , zeigen dagegen nahe Beziehungen zu einigen in der Aus- 
bildung ihrer Sprosse ihnen gleichen Arten der Gattung Valeriana, wie 
V. coarctata Ruiz. Pa v.: V. serrala Ruiz. Pav. und V, rumicoides 
Wedd-i wie bei der Schilderung der lnilorescenzen noch naher sezeiyt 

7 o or? 

werden soil. 



Ahnlich verhalten sich in der Ausbildung dei 



vegetaliven 



Sprosse die ihnen sonst ferner stehenden Arten aus der Verwandlschaft 
der V. radical is Clos, deren Stengelblatter, wenn solche Uberhaupt 
vorhanden sind, schon fast die Form von Hochblallern besitzen, also als 
Hoehblatter, in deren Achseln nur kein Inflorescenzzweig entwickelt ist, 
betrachtet werden konnen. 

Rei alien Ubrigen ausdauernden Valerianaceen besteht ein wesent- 
licher Unterschied in der Ausbildung der Internodien der sterilen Sprosse 

ft 

nur an den unlerirdischen Organen. Doch auch diese ist in der Renel fur 
ganze Artencomplexe sehr charakteristisch und daher zur Unterscheidung 
kleiner Gruppen oft verwendbar. 

tJber den Bau des Rhizoms unserer deutschen (im Sinne von Koch's 
Flora) Arten von Valeriana, wie ilber den Rau ihrer vegetaliven Organe 
itberhaupt, besitzen wir eingehende Unlersuchungen von IrmischI). An 
diese werde ich rnich anschliefien, um nicht zu viel Rekanntes wieder- 
holen zu mtissen. Dabei werde ich es ganz vermeiden auf Einzelheilen 
einzugehen und nur das angeben, w 7 as fllr die Gruppirung von Werth ist, 
well sonst eine genaue Reschreibung des Rhizoms einer jeden Art erfor- 
derlich ware, und ich dabei leicht an Arten, vvelche ich nur aus Herbar- 
exemplaren kenne, Eigenschaften als wesentlich auffassen wiirde, welche 
rein individuell sind. 

Mit V. officinalis L. slimmen in Bezug auf die sehr slarke Stauchung 
der Internodien und die verticale Richtung des Rhizoms (ja auch noch in 
anderen weniger charakleristischen Eigenschaften) auBer der vielleicht nur 
als Varietal derselben zu betrachtenden V. sa mbuci fo lia Mikan noch 
V. f i car iae folia Boiss. ? V, heterophylla Turcz. und einige andere 
ihr auch sonst nahe slehende Arten vollkommen iiberein. Die Grundaxe 
von V. Di os cor id is Sibth. erhalt ein auf den ersten Blick eUvas anderes 
Aussehen durch die stark verdickten, fast knolligen Nebenwurzcln, welche 



. 



■ 



\) Beitrage zur Naturgeschichte der einheimischen Valeriana- Arten , insbeson- 
dere V. officinalis L. und V. dioica L. in Ahhaiuli. der naturf. Gesellschaft zu 
Halle Bd. 1, 1853, B. QuarlaL — Auch diese Unlersuchungen sind meist an Herbarien- 

pflanzen angestellt, nur die in der Uberschrift genaunten Arten wurden lebend unter- 
suelil. 















I 






- 







































Beitruge zur Morphologic*, Gruppirung- utid geographiachen Verbrcitung der Valerianaceen. 



11 






sie fast vollis bedecken, ist aber sonst hochstens noch dureli ih're aeringere 
Lange von der der eben ijenannten Arten verschieden. Die sonst in alien 
Theilen der V. officinalis L. nahe stehende V. capensisVahl besitzt 
ein nicht vertical, sondern schriig, ja fast horizontal verlaufendes Rhi- 
zom 1 ), zeigt jedoch dieselben kurzen Internodien, wie ihre europaiseh- 

asiatischen Verwandten. 

Auf die groBe Ahnlichkeit der vegetativen Organe von V. dioica L. 
und V. Phu L, ist schon von Imuscii hingewiesen. Audi den von jenem 
Forscher angegebenen Unterschied in der Richtung der Grundaxe kann ich 
nicht einmal bestatigen. Nach meinen Untersuchungen ist der einzige 
constante Unterschied im Bau des Rhizonis in der eroBeren Streckun^ der 
Internodien desselben bei V. Phu L. zu finden. Die groBere Dicke des- 
selben bei dieser Art, welche Ikmisch noch als Unterschied anflihrl. scheint 
mir einerseits uar zu sehr vom Standorl der betreflenden Pflanze abhansiiz, 
andererseits durch die groBere Dicke auch der oberirdischen Glieder bei 
dieser Art bedingt zu sein. Ein wesentlicher Unterschied im Bau des Rhi- 

zoms beider Arten von dem der V. officinal is L. und ihrer Verwandten 
besteht in der Slreckung wenigstens einzelner Internodien und in der 
Verzweigung desselben. Hierin stinnnen aber auch alle diesen sonst nahe 
stehenden Arten ttberein. Nur bei V* Leschenaul tii DC. zei^t das Rhi- 
zom durch die ziemlich starke Stauchunu alter Internodien einise Ahnlich- 
keit mit V. officinalis L. Andere groBere Abweiehuniren zeisen gerade 
die auf denAIpen vorkommenden Arten V. supina L.. Y, saliunca All., 
V. saxat i lis L., V. elongata L. und Y. colli ca L., sowie die auf die 
mittleren Pyrenaen besehriinkte Y. longiflora Willk. Da diese indessen 
fur die ersteren von Ikmisch beschrieben sind, letztere Art sich hierin der 
V. supina L. nahe anschliefit, gehe ich hierauf nicht niiher ein. Die an- 
deren ihnen auch sonst nahe stehenden Arten V, daghestanica Rupr., 
V. olenaea Boiss. Ileldr., V. oligantha Boiss. lleldr., sowie namentlich 
V. g 1 o b u I a r i a e f o 1 i a Ram. zeigen 

Unterschiede im Bau des Rhizonis von V. dioica L. 



kaum irgendwelche wesentliche 



■ ■ 
I 









Die im Bau der Blatter, wie schon erwahnt, der Y. of li cinal is L. und 
ihren Verwandten sich zuniichst anschliefienden ostindischen und javani- 
schen Arten unterscheiden sich auch: im Rhizom nicht wesentlich von 
diesen. Nur ist das Rhizom hier noch weit starker verktirzl als bei jenen 
und besteht nur aus sehr wenieen Internodien , so dass es fast aussieht, 
als ob die Nebenwurzeln unmittelbar aus dem unlerslen Stammende ent- 









sprangen 



Meist ist auch die Zahl der Nebenwurzeln uerinser als bei 



., 



- 






4) Wenigstens war das an den drei mir zu Gebote stehenden Exemplaren der Fall, 
Doch ware leicht moglich, dass diese Richtung des Rhizonis nur stationell bedingt sei. 
In diesem Falle wiisste ich keinen einzigen conslanten Unterschied zwisehen dieser Art 
und V. officinalis L. anzimeben. 















w 

















































































12 



Fernando Hock, 



jenen Art en. Am meisten schliefit sich jenen, namenllich in letzterer Be- 
ziehung V. Hookeriana \V. et A. an. Von einer anderen entschieden 
hierher gehorigen Art V. Hardwickii Wall, fand icta im Berliner Herbar 
ein Originalexemplar des Autors l ) mit einem sehr langen Rhizom, von dem 

■ 

nur die untersten Internodien gestaucht, die oberen aber mit zunehmender 
Hohe immer mehr gestreckt sind. 

FOr V. tuberosa L. beschreibt Ihmisch eine Art zu perenniren, die 
fast ganz mit der bei den Ophrydeen bekannten tibereinslimmt. Soweit 
man nach Herbarienexemplaren urtheilen darf , kann ich dies nichl nur 
bestatigen, sondern auch ein gleiches fur die ihr in jeder Beziehung nahe 
verwandte V, leucophaea DC. angeben. Doch habe ich ebenso wenig 
vvie Irmisch lebende Exemplare dieser Art darauf bin priifen konnen. 

Fttr V- Tripteris L. und V. montana L., welch e im wesenllichen 
iibereinstimmen , ftihrt Irmisch schon als hervorragendstes Merkmal die 
mehrfache Abwechslung von gestreckten und gestauehten Internodien an. 
Diese Eigenthilmlichkeit findet sich bei einer Reihe ihr nahe stehender 
Arten wieder, Meist ist das Rhizom der V. montana L. weniger ver- 
zweigt als das von V. Tripteris L. Die starke Yerzweigung des Rhizoms 
theilt erstere Art mit V. pyrenaica L., V. a lliari aefolia Vahl. und 
V. Wallichii DC, wahrend die im Bau ihrer Blatter diesen ahnliche 
V. a sari folia Dufr. durch ein viel kdrzeres, fast horizontal verlaufendes 
und unverzweigtes Rhizom sich wiederum derV. officinalis L. und ihren 
Verwandten nahert. An V. montana L. schlieBt sich hierin, wie in jeder 
Beziehung V. alpestris Stev. sehr nahe an, bei welcher das Rhizom schon 
kaum mehr verzweigt ist und an diese reihen sich wiederum V. ca pi tat a 
Willd. sowie V, sitchensis Bong., V. silvatica Banks und V. pauci- 
flora Michx. mit vollig verzweigtem Rhizom. Fiir die letzleren 4 Arten 



sind namentlich die zahlreichen vom Rhizom ausuehenden fadenftirmigen 
Nebenwurzeln charakteristisch. 

Von den sildamerikanischen Arten schliefien sich an die Valerian a- 
ceen der alien Welt und Nordamerikas, speciell an die zuletzt ervvahnten, 
am niichsten 2 ) einige gerade im auBerslen Sliden dieses Erdtheils, in Chile 



1) Bei anderen von verschicdcnen Sammlern stammenden als V. Hardwickii 
bezeichneten Pflanzen, die sich nach der im »Prodromus« gegebenen, das Rhizom nicht 
berucksichtigenden Diagnose auch nicht von dieser Art trennen lieften , fand ich ein 
ahnliches Rhizom wie bei den anderen Arten dieser Reihe. Ob diese Exemplare nun 
verschiedenen Arten angehciren, oder ob der Unterschted nur individual ist, wage ich 
bis jelzt nicht zu entscheiden. Im letzleren Falle herrschte hier freilich eine merkwiir- 
dige Unbestandigkeit im Bau des Rhizoms, wie sie mir sonst bei keiner Art dieser Fa- 
milie bekannt ist. Einstweilen betrachte ich das Originalexemplar allein als V. Hard- 
w ickii Wall. 

2) Von den diesen sonst recht nahe verwandten kletternden Arten habe ich leider 
bei keiner einzigen Art ein Rhizom gesehen. 





































































■ 

Beitrage zur Morphologie, Gruppirung and geographischen Verbreitung der Valerianaceen. 



13 












und Patagonien vorkommende wie V- cordi folia Gris. und V. lapathi- 
folia Vahl an. Zwar besitzen sie nicht wie jene Arten, theils gestreckte, 
theils gestauchte Internodien, sonde rn alle Internodien sind ziemlich gleieh 
lang und zwar als »kurz gestreckte zu bezeichnen. Dagegen ist ihre Grund- 
axe wie die jener Arten mehrfacb gekriimmt und mit zahlreichen Faser- 
wurzeln versehen. 

Fast vollkommen eestaucht sind die Internodien des Rhizoms bei 
V. earn os a Sm. und einigen nahe verwandten Arten, die sich sammtlich 
nahe an die Halbstraucher, deren unterste Internodien gestaueht sind, an- 
schliefien und so einen Anhaltspunkt zur Erklarung des Verhaltens der 
Sprosse bei jenen Arten geben. Wir konnen uns denken, dass, nachdem 
eine Verholzung eingetreten war, also die oberirdischen Sprosse in der 
Festigkeit und Ausdauer den unterirdisehen gleieh geworden waren, auch 
die Stauchung der Internodien, die ursprlinglich nur den unterirdisehen 
Theilen eigen war, sich auf einen Theil der oberirdischen fortsetzte und 
dass die Streckung, welche bei den Stauden fast plotzlich nach dem Aus- 
tritt der Sprosse aus dem Boden sich zeigte, jetzt allmahlich eingeleitet 
wurde. In der That sind namlich auch bei diesen Pflanzen die nicht ver- 
holzten Internodien am meisten sestreckt. 

Weniger charakteristisch ist der Bau des Rhizoms bei den tibrigen 
Arten von Valeriana. Auch fttr die Gruppen der Gattung Phyllactis 
konnte ich keine Gonstanz in der Bildung dieses Organes ausfindig machen, 
doch mag dies zum Theil in der Unvollstandigkeit der mir zuGebote stehen- 
den Exemplare bedingt sein. Der Section Astrephiopsis dieser Gattung 
steht Valeriana ceratophylla HBK. in dieser Beziehung sehr nahe. Die 
perennirenden Arten von Cent ran thus schlieBen sich, wie (iberhaupt 
im Bau der vegetativen Organe, so auch in dem des Rhizoms sehr nahe an 
Valeriana montana L. und V. Tripteris L. an. Es zeigen sich an 
ihrer Grundaxe gerade so, wie bei der jener Arten gestauchte und ge- 
streckte Internodien mehrmals mit einander abw r echselnd, und zwar sieht 
man bier noch deutlicher als bei jenen Arten von Valeriana . dass nach 
einer jeden Verzweigung die zunachst folgenden Internodien wieder ge- 
staueht sind. Wegen der starken Verzweigung des Rhizoms schlieBen sie 
sich mehr an V. Tripteris L, als an V. montana L., der sie sonst, na- 
mentlich im Bau der Blatter, am nachsten stehen, an. Bei den perenni- 
renden Arten von Astrephia sind die ersten Internodien des Rhizoms 
kurz, die folgenden etwas langer. 

Bei Nardostachys ist die Grundaxe aus lauter gestauchten Interno- 
dien zusammeniiesetzt. Auf den ersten Blick sdeicht sie sehr dem knollen- 
formigen Gebilde bei Valeriana tuberosa L. und V. leucophaea DG. 7 
ist aber doch durch die zahlreichen schuppigen Xiederblatter, von denen 
sie bedeckt ist, deutlich als Rhizom gekennzeichnet. 

Sehr ahnlich ist die Ausbilduim des Grundstocks bei den Arten von 









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14 



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Fernando Hock, 









von V a 1 e r i a n e 1 1 a , Plectritis und F e d i a , sowie einige der 



Patrinia, nur gehen dort hauiig recht dicke Nebenwurzeln von dem- 
selben ab. Bei P. sibirica Juss- ist auBer deni Bhizom kaum ein deul- 
licbes Slamnmebilde vorhanden, indem der oberirdische Stamin fast vol I- 
kommen gestaueht ist. 

Viel weniger mannigfaltig als bei den mehrjahrigen Arten ist die Ent- 
wicklung der Sprosse bei alien annuellen Valerian ace en. Vollkoinmen 
geslauchle Cauloine sind mir unter diesen nicht bekannt, aber die meisten 
Arten 

chilenischen einjahrigen Arten von Valeriana haben am Grunde einige 
gestauehte Internodien, wodurch die Bildung einer Bosette von Grund- 
blattern bedingt ist. Dagegen sind bei den tibrigen einjahrigen Arten von 
Valeriana, bei den annuellen Cent ran thus -Arten und bei A st re- 
phia chaeroph^lloides DC. alle Internodien gestreckt, wobei freilich 
auch noch i miner eine Zunahme der Streckung nach der Spitze hin be- 
merkbar ist. 

Die Verzweigung der Sprosse lasst sich in alien Fallen auf eine dicha- 

siale zurUckfUhren. llaufig ist freilich der Mitteltrieb verkiimmert, so dass 

falsche Dichotomie auftritt. Doch scheint mir in dem Verhalten der Sprosse 

in dieser Hinsicht weder innerhalb der Gattung noch bei den kleineren 

Gruppen irgend welche groBere Constanz zu herrschen 1 ). Oft zeigen von 

nahe verwandten Arten die einen Entwicklung, die andern Verkilmmerung 

des Mitteltriebes 2 ), Wahrend die meisten ausdauernden Valeria naceen 

auch in den vegetativen Sprossen schon verzweigt sind , und dies auch bei 

Valerian el la und Fedia Begel ist, tritt bei den einjahrigen Arten von 

V a 1 e r i a n a und Centranlhus eine Verzweigung nur ira Bliitenslande 

auf. BeiAstrephia chaerophylloi des DC. sind die Tragblatter der 

Bltitenzweige den Laubblattern so ahnlich, dass kaum eine deutliche 

Grenze zwischen sterilen und ferlilen Sprossen besleht. Auch hier tritt 

eine Verzweigung, vvenn sie Uberhaupt vorhanden ist, meist nur in den 
oberen Sprossregionen auf. 

Die Stellung der Laubbliitter an den oberirdischen Sprossen der Va- 
leria naceen ist bekanntlich in dei 
ersten Blatter sowohl der Keimpflanzen als auch der Auslaufer von Vale- 
riana officinal is L. spiralig gestellt 3 ), wie schon von Irmisch beschrie- 
ben ist. Nach den Angaben dieses Forschers soil eine solche Blattstollung 



Regel decussirt. Dagegen sind die 



1) Nur in der Gattung Vale ri a n el I a scheint Verkiimmerung des Mittellriebes 
wenigstens einigermaGen constant zu sein. 

2) So ist V a le r i a n a qua d ra n g u 1 a r i s H.B.K. durch Verkiimmerung des Mittel- 
triebes ausgezeichnet, wahrend beFden ihr nahe stehenden V. lutescens Ph. und V. 

graciliceps Clos. ein solcher ausgehildct ist. 

3) Ob diese Stellung der Blatter auf V. officinalis L. beschrankt ist oder auch 
bei anderen Arten dieser Gattung vorkommt, habe ich bis jetzt nicht feststellen konnen. 
Nach Irmisch's Angabc soil sie bei V. dioica L. sich nicht finden. 












• 







































Beitrage ziir Morphologic, Gruppirung und geographischeii Verbreitung der Valerianaceeii. 



15 






sich ausnahmsweise auch auf die hdheren Sprossregionen erstrecken. Es 
ist daher wo hi wahrscheinlich, dass die der V. officinalis L. sehr nahc 
stehende von Ledeboi r als Art beschriebene V. a 1 1 e r n i f o I i a Led* 1 ) nichts 
weiter als eine solche monstrdse Form ist; indessen kenne ich dieselbe 
nicht aus Autopsie, sondern schlieBe dies nur aus den Angaben der Litte- 
ratur. 

Eine scheinbare Ausnahme von der in dieser Familie gewohnlichen 
Blattstellung bieten noch in der Gattung Phyllaetis die Arten der Sec- 
tion Aretiastrum sowie Porteria p arvi flora Trevir. durch sehr ge- 
naherte dachziegelig sich deckende Blatter. Doch ist diese Blattstellung, 
wie sich nach genauerer Untersuchung ergab, durch Drehung der Inter- 
nodien nur aus der gewohnlichen decussirten enlstanden. 






B, Fertile S p r o s s e (I n f 1 o r e s c e n z e n) . 

Die gewohnlichen Verhaltnisse des BlUtenstandes sind bekannl 2 ). 
Auch hier geht, wie bei den sterilen Sprossen ? die Verzweigung haufig 
durch Verkiimmerung des Milteltriebes an den ursprUnglichen Dichasien 
in eine scheinbar dichotome Uber. Doch lieC sich hiertlber ebenso wenig 
wie Uber den Ubergang der Dichasien in Doppelwickeln eine Regel finden, 
Vielmehr ist dies haufig an denselben Individuen bei Sprossen verschie- 



denei 



Ordnung verschieden, so dass ein am Grunde rein dichasial 



ver- 






zweigter Blutenstand dann in hdheren Sprossordnungen falsche Dichotomic 
zeigt und umgekehrt. Wahrend die meisten Unterschiede im BlUtenstande 
innerhalb dieser Familie nur im allgemeinen Aussehen desselben beruhen, 
finden sich wesentlichere Abweichungen von dem typischen Bau desselben 
nur bei wenigen Arten von Valeriana und bei einer etwas groBeren 
Anzahl Species der Gattung Phyllactis. 

Bei der Gattung Valeriana betreffen diese Abweichungen, soweit 
mir bekannt ist, nur i Arten, namlich V. coarctata Ruiz. Pav., V. ser- 






rata Ruiz. Pav., V. rum icoides Wedd. und V. connata Ruiz. Pav. Boi 









diesen ist der Blutenstand fast ahrenartig. An der unverzweigten Haupt- 
axe sitzen in groBeren oder geringeren Abstanden die Blilten in Schein- 
quirlen. Doch lasst sich sehr leicht erkennen, dass ein jeder dieser Schein- 
quirle aus zwei einander gegenuberstehenden buschelformigeo Partial- 
inflorescenzen zusammengesetzt ist, in ahnlicher Weise wie bei den ihnen 
tlberhaupt in mancher Weise gleichenden BlUtenstanden der Labi a ten. 
Die Zahl der zu einer jeden solchen Partialinflorescenz gehdrenden BlUten 
ist meist 3 oder 5 (selten mehr und mit Ausnahme der beiden obersten 



1) Ledebour, Flora Altaica I, p. 52. 

2) Eine zusammenfassonde Beschrcibung derselben findet sich in Eiuiler's Bltlten- 
diagrammen (I, p. 274), woselbst auch die speciellere Litteratur liber dieselben ange- 
geben ist. 



* 


















» 









1 









^ 






















































16 



Fernando Hock, 



wohl nie weniger als 3), in alien Fallen aber eine solehe, dass jede Partial- 
infloreseenz als ein Dichasium mit verkUmmerten Axen betrachtet wer- 
den kann, wozu uns auBer der Verwandtschaft mit den anderen Valeria- 
naceen der meist noch deutliche Zusammenhang derselben unter ein- 

ander berechtigt. 

Einen eben solchen BlUtenstand wie diese Valerian ace en besitzen 
verschiedene Arten der Gattung Phyllactis, welche nach Bentham und 
Hooker's Eintheilung dieser Gattung theils der Section Valeria nop sis, 
theils Porteria zuzurechnen sind. Zu den ersteren gehdren Ph. macro r- 
rhiza Wedd. und Ph. dinorrhiza Gris., welche durch den fast vollig 
gestauchten Stamm auch im Bau der vegetativen Organe mit den 3 ersten 
der im vorigen Absatz erwahnten Valerian a ceen tibereinstimmen 1 ). 
Dagegen scheinen die hierher gehorigen Arten der Section Porteria, von 
denen ich leider keine zur Verfiigung hatte, sich, abgesehen vom Mangel 
eines Pappus nur im Bau der Blatter vonV. connata Buiz. Pav. zu unter- 
scheiden. Da sich also hier in beiden Fallen eine groBe Ahnlichkeit zwi- 
schen Arlen der Gattung Phyllactis und solchen von Valeriana zeigt, 

■ 

und da ferner die Arten von Valeriana, welche den eben beschriebenen 
Bltltenstand besitzen, innerhalb ihrer Gattung ziemlich isolirt stehen, so 
glaube ich, dass in diesem Falle auf das Vorhandensein oder Fehlen eines 
Pappus ein zu groBer Werth gelegt ist und dass die Stellung dieser Arten 
in verschiedene Genera geradezu als ktlnstlich bezeichnet werden muss. 



Der Bltltenstand anderer Arten 



der Gattung Phyllactis, 



welche 



Seitenzweige abgehen. 



wiederum theilweise der Section Valerianopsis, theilweise Porteria 
zugerechnet werden miissten 2 ), wenn wir uns Bentham und Hookek in der 
Gruppirung anschlieBen wollten, ist rispenartig, indem scheinbar von einer 
einheitlichen Hauptaxe nach der Spitze zu allmahlich an GroBe abnehmende 

Die einzelnen Zweige (oft schon zweiter, oft aber 
auch erst hoherer Ordnung) und ebenso das oberste Ende der Hauptaxe 
sind genau so zusammengesetzt wie die Scheinahren bei den eben er- 
wahnten Arlen , indem auch hier die Bluten in scheinbaren Quirlen urn 
die Axe herumstehen. Die Erklarung fttr die Stellung der BlUlen an den- 
selben ist daher hier nattirlich die gleiche wie bei der vorigen Gruppe. 
Doch auch die Hauptverzweigung dieser Blutenstande lasst sich leicht auf 
eine dichasiaie zurUckfUhren; sie unterscheidet sich von der der Ubriuen 

7 o 



Valerianaceen nur dadurch, dass der Mitteltrieb sehr stark geforderl 
ist, die Seitentriebe dagegen relativ schwach entwickelt erscheinen, 






1) VgL S. 10, 

2) So ist z. B. Valeriana chamaedr yfolia Chain. Schlecht., welche ihrer 
pappuslosen Friichte wegen jetzt zu Phyllactis zu reehnen ist, eine Vertreterin der 
Section Porteria mit solchem Btiitenstande, w&hrend die mit ahnlichen Intlorescenzen 
versehenePh. po ly st achy a Bth, Hook- zur Section Valerianopsis gehOrt. 















■ 

- 



• 




































• 









Beitriige zur Morphologic, Gruppiruiig uud geographischeu Verbreitung tier Valerianaceen. 



17 



wodurch sie das Aussehen von Seitenzweigen an den ais Hauptaxe erschei- 
nenden Mitteltrieben erhaltea. W\i T^anm diher diesen BlUtensj&nd in 



- 



gewisser Weise al% Iwischenglied zwischen dem der meisten Yvi'ieriana- 
ceen und d/^mjenigen, welcher in den vorhergehenden Absatzen be- 
sprochon is*, ansehen. Bei Ph. aretioides Wedd. 1 ) stehen die Blliten 
in dcu Achseln der oberen Blatter, doch war es mir bisher nicht moglich 
mit Swherheit lestzustelien, ob sie dort einzeln oder zu mehreren bei- 
samiaften stehen, Hochst wahrscheinlich wird indessen auch diese Stellung 
der BItiten sich als eine durch VerkUmmerung aus dem gewohnlichen 
Biltitenstande hervorgegangene auffassen lassen, Dass die Braeteen hier 
von den Laubblattern nicht verschieden sind, ist durch die tiberaus ein- 
fache Ausbildung der letzteren zu erklaren. 









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Scheinbar ahnliche BlUtenstellung besitzen 



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Euphyllactis wie Ph. rigida Pers. Bei anderen Arten aber, wig 
Ph. bract eat a Wedd. ist ein deutlich gestielter, kopfformiger Blttten- 
stand vorhanden, der sich von dem gewtihnlichen BlUtenstande der Vale- 
rianaceen nur durch gedrangte Stellung der Blttten unterscheidet. Da 
nun einerseits diese beiden Arten des BlUtenstandes durch Ubergange ver- 
bunden, andererseits alle Arten der Section Euphyllactis sehr nahe 
mit einander verwandt sind und da^ferner slets auch, wenn die BlUten in 
Blattachseln verborgen stehen, soweit ich es habe untersuchen konnen 
mehrere zusammen zu ganz kleinen Inflorescenzen vereint vorkommen, so 
konnen wir hier wohl sicher auch diese letzteren BlUtenstande als ver- 



* 



kUmmerte Dichasien betrachten. i ^ • 



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Alle Ubrigen Yerschiedenheiten im BlUtenstande der Valerianaceen 
betreffen nicht den eigentlichen Aufbau, sondern nur die auBere Form 
desselben und sind theils durch seine starkere oder schwachere Verzwei- 

theils durch die dichtere oder lockere. von der Verzweigung freilich 






wieder stark beeinflusste Stellung der BlUten bedingt. So erscheint die 
Inflorescenz bald rispenahnlieh, bald kopfchenformig cder trugdoidenartig, 
zuweilen pyramidal oder wiederum fast ahrenformig. Doch wttrde eine 

r ■ 

gjenauere Beschreibung dieserVerhaltnisse zu weit ftthren, besonders da sie 
selten zur Charakteristik von Gruppen, sondern meist nur zur Unterschei- 
**4ung von Arten innerhalb der Gruppen verwendbar ist. Auch ist die auBere 
FoWfi der Inflorescenz bei einzelnen Arten. wo sie irgendwie von der ge- 
wohnlichen abweicht, in der systematischen Ubersicht dieser Arbeit ange- 
geben. Ich will desshalb nur 2 Falle derselben hier erwahnen, welche 
besonders bemerkenswerth sind. 

Auch in der auBeren Form des BlUtenstandes stimmen die beiden 
strauchartigen Formen der Galtung Valeriana mit Porteria bractes- 
cens Hook, und P. parviflora Trevir. Uberein. Wir haben hier also eine 



4) Ph> sedifolia Wedd. habe ich, wie sthon crwiihnt, nicht mit BlUten gesehen. 



Botanische Jahrbiicher. III. Bd, 



2 



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* 









. 
























18 



Fernando Hock, 









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- 












■ 





















\ 



Vervy andtschaft, die sich in fast alien Theilen der Pflanzen ausspricht, 



zw 




&q Valerianaceen derea 




cinm Pappus besitzen und sol- 



chen mit jjcfppuslosen Frflchten. Es scheint mir dies nur-wiederum meine 



nicht von der gewohnlichen Ausbildung (wie sie etwa bei 



schon ausgesprocfrene Ansicht von der Ubersehatzung des Pappus als syste- 
matise^ verwerthbarem Merkmal zu bestatigen. 

Der andere Fall in der Ausbildung der Inflorescenzen, welch en ich 
noch erwahnen wollte, ist ganz entgegengesetzter Art. Haufig e*\halten 
namlich die Inflorescenzen bei Arten, wo sie zur Zeit der Blttte fasl gar 

Valeriana 

i 

officinalis L. vorkommt) abweichen, im Fruchtzustande durch nachtrag-. 
liches starkes Wachsthum ihrer Zvveige ein SuBerst lockeres Aussehen. 
Besonders haufig findet sich dies bei amerikanischen Arten der Gattung 
Valeriana. Dagegen tritt es unter den Valerianen der alien Welt nur bei 
einigen einander nahe verwandten Arten des Monsungebietes auf. Hier ist 
aber dieses Verhalten der Inflorescenzen das alleinige durchgreifende 
(wenn auch keineswegs einzige) Merkmal zur Unterscheidung von den 
niichsten Verwandten der V. officinalis L. und also systematisch sehr 
wohl verwendbar. 



Ehe ich die Bespreehung der Bltilenstande verlasse, mochle ich noch 
eine Eigenthtimlichkeit, welche zwar tficht auf der Verzweigung derselben 
beruht, aber dennoch rein auBerer Nalur ist, erwahnen. Diese findet sich 
bei mehreren einjahrigen Valerianaceen, die verschiedenen Gattungen 
angehoren und besteht in einer Verbreiterung der Bltitenaxe uninittelbar 
unterhalb der BlUte , so dass der Fruchtknoten fast ganz in dieselbe einge- 
senktist 1 ). Am starksten tritt dies wohl bei Astrephia chaerophyl- 
loides DC. auf, zeigt sich aber auch bei den einjahrigen Arten von Cen- 
tranthus, bei Fedia Cornucopiae DC. und bei 



einigen 



Arten der 

Gattung Valerian el la und verleiht alien diesen Arten einen eigenlhilni- 
lichen, sie von den perennirenden Arten sowohl, als auch von den tlbrigen 
einjahrigen Arten stark unterscheidenden Habitus. Dass dies Verhaltniss 
an ortlich weit getrennten Pflanzen wie Astrephia und Fedia, die nicht 
durch Ubergangsglieder verbunden sind, auftritt, beweist, dass es nicht 
unbedingt auf systematische Verwandtschaft dieser Formen hindeutet und 
zeigt also, dass man nicht etwa aus diesem Grunde allein auf Verwandt- 
schaft zwischen Valerianella und den einjahrigen Arten von Ceji^ 



t r a nth us sehlieBen dttrfe. . 









. 



I 






i - 












i 



1) Vgl. den Durchschnitt der Frucht von Astrephia (Fig. 8 der Tafel). 















- 



' 


















• 



. 


















■ 



■ 






- 






' 






























Beitritge zur Morphologic, Gmppirung und geographischen Verbreitung der Valerianaceen, 



19 



- * 









■ 






4. Vorblatter der Bliiten. 






/ 



Der Besprechung der Bltiten vorblatter widme ich nur desshalb ein 
eigenes Kapitel, weil dieselben theoretisch von grofier Bedeutung sind ftlr 
die Erklarung des AuBenkelchs der Dips ace en. Bei alien Valeriana- 
ceen sehen mindestens zwei Vorblatter der Bllite voraus und mehr als 
zwei Bracteen besitzen nur einige Arten vonPatrinia. In der Begel 
sind die Vorblatter frei, d. h. gar nicht unter einander verwachsen. Nur 
Valeriana saliunca All. der europaisehen Alpen, einige Arten der siid- 
amerikanischen Gattung Phyllactis, sowie Plectritis maior Bth. 
Hook, und PL samolifolia Bth. Hook, haben am Grunde verwachsene 
Bracteen. Ein ganz geringer Grad der Verwachsung findet auch bisweilen 
bei den Vorblattern von Nardostachys Jatamansi DC. statt, wiihrend 
die Vorblatter anderer Bliiten desselben Exemplars hier zuweilen nicht 
verwachsen sind. 

Eichler 1 ) benutzt, und vor ihm schon Bichenau 2 ), die Verwachsung 



der Vorblatter 



AuBenkelchs 



Dipsaceen und gelangt zu der Ansicht, dass letzteres Gebilde durch 
Verwachsung von zwei, den gewohnlichen Vorblattern der Valeriana- 
ceen enlsprechenden Bracteen entstanden sei. Er lasst dagegen die ober- 
halb der scwohnlicben bei Patrinia auftretenden sterilen Vorblatter bei 






\ 



dieser Deutung ganz unberilcksichtigt. Doch glaube ich , dass diese min- 
destens dazu dienen konnen, uns den Bau der die Bliiten umgebenden 
Gebilde bei der inonotypischen Di psaceen-Gattung Tripiostegia zu 
erklaren. Es unterscheiden sich diese oberen Vorblatter bei den betref- 
fenden Arten vonPatrinia von den unteren, ganz den Vorblattern der 
Ubrigen Val erianaceen entsprechenden und nur einen Hauplnerven 
besitzenden, namentlich durch den Besitz dreier fast gleich stark, ent- 

7 

wickelter Hauptnerven. Diesen entspricht hiiufig auch die dreilappige 
Form derselben, wie sie bei P. sibirica .Juss. Uegel ist 3 ). Haufig isl nur 
cines derselben, ausnahmsweise sind auch wohl drei entwickelt. Diese 
umschlieBen dicht den Fruchtknoten und spater die Frucht und sind durch 

_ 



nachtragiiches Wachsthum an Fruchtexemplaren vergroBert. AuBerdem 
sind sie, wenn zwei vorhanden, stets etwas verwachsen, wahrend dies bei 
den unteren hier nie der Fall ist. Denken wir uns nun zwei den oberen 












Vorblattern der P. sibirica Juss. entsprechende Bracteen der ganzen 
Lance nach verwachsen und an ieder Verwachsungsstelle einen Nerven 






1) Eichlkb, Bliitendiagramme I, p. 274, 279 ff* 

2) Buchenau, ijber die Bliitenentwicklung einiger D ipsaceen , Valeria naceen 
und Compositen, in Abhandl. der Senckenbergischen Gesellschaft zu Frankfurt, 
vol. I, p. 106ff. tab. 5, 6. Derselbe in der botan. Zeitung, Jahrgang 1 872, Nr. I 8—20. 



3 



Vgl, Fig. 3. 



O * 





















' 







































20 



Fernando Hock, 



<■ 



ausgebildet, so erhalten wir ein ahnliches. den Fruchtknoten eng um- 
schlieBendes Gebilde, wie es als innerer AuBenkelch bei Triplostegia 
wirklich existirt 1 ). Giebl uns dies elne Erklarung, wie wir uns den 



> 



inneren AuBenkelch dieser Gattung entstanden denken konnen, so wird 



es freilich nicht mo 



h 



sein, den sogenannten auB 



1 . 



P 



1 in 






iihnlicher Weise entstanden zu denken. wenn man den Thatsachen Redl- 
ining tragon will. Dieser charakterisirt sieh namlieh auf den ersten Blick 
als entstanden durch nur sehwache Verwachsung von vier Vorblattern , die 
in ihrer Form ganz den unteren Vorblattern von Pat rinia sibirica Juss. 
entsprechen. Wir mtlssen daher annehmen ? dass ai 
Vorblattern, welche bei Pat rinia reaelmaBia auftret 



fi 



gauftreten, bei Triplostegia 
noch zwei genau so gebaute in derselben Hohe gebildet sind. und dass 
diese vier alle unter einander schwach verwachsen sind. Das Auftrelen 
noch zweier Vorblatter mit den gewbhnliehen in gleicher Hohe erklart sich 
leicht durch die schon bei Patrinia starke Anhaufung der Vorbliitter in 
der Blutenregion, und auch das Auftreten von noch zwei vollkommen 
freien Vorblattern unterhalb derselben scheint mir nicht gegen diese Er- 
klarung zu sprechen. Die Annahme, dass nun auch der innere 



\\ 



der innere Aufien- 
ier Vorblattern gebildet sei , ist keinesweas 



ganzlich ausgeschlossen. Doeh scheint mir das Verhalten, welches wir bei 



• 



Patrinia finden , mehr fur die oben geauRerte Ausicht, dass namlieh 

ebildet sei ? zu sprechen. da wir 



dieser aus zwei dreinervigen Bracteen 




sonst aufier der Bildung neuer Vorblatter im unteren Theile der Bltiten- 
region auch noch die anderer unmittelbar unterhalb der Blttte annehmen 
mtlssten. 



• 






r ■ 



Vielleicht kbnnte dies auch zur Erklarunc des AuBenkelchs bei den 



* 






Ubrigen Dipsaceen beitragen. Es ware weniastens denkbar, dass ein 

U 1 



k 






auBere aber sich nur bei Triplostegia erhalten habe. Doch wage ich 
nicht hiertlber zu entscheiden. 



— 

Wenigstens scheint mir die Beachtung der 
oberen Vorblatter von Patrini.a fUr die Erklarung des AuBenkelches der 
Dipsaceen ebenso werthvoll, wie die Verwachsune der Bracteen bei 

n V a 1 e r i a n a c e e n . die wohl 



F 



r J '| 



Das 1 



nur zu 

XT 

eine Yerw 



etztere Verhalten , namentlich das von Nardostachvs, 
:u erklaren, wie leicht in diesem Verwandtschaftskreis 



scheint mir 









ise tiberhaupt 
g von Vorblattern eintreten kann ? ist aber, meiner Mei- 



nung nach nicht als eine Art Atavismus aufzufassen. 



\) Da die VerhaltnLsse von Triplostegia nicht allgemein bekannt sind und auch 
\f\ den systematisohen Werken nur andeutungsweise besohrieben sind, habe ich auf der 
Tafel zu dieser Arbeit einen Aufriss sowohl als auch ein Diagramm der Bluten dieser 

(iattung beigefiigl. 










































I 



. 















Beitrage zur Morphologie, Gruppirung urid geographiscben Vcrbreituiig der Valerianaceen. 21 



Dass die Form der Vorblatter bei der Gattung Valeria ne J la syste- 
matise^ verwerthbar sei, ist schon von Krok in seiner Monographie dieser 
Gattung gezeigt. Er grttndet vvenigstens zum Theil mit auf dieses Merk- 
mal hin seine Eintheilung derselben in zwei Sectionen, von denen die eine 
(Brachy siphon) Bracteen mit meist ungetheiltem Rande, die andere 
(Siphonella) solche mit stets gesagtem, drlisigeni Rande besitzt. Ganz 
ahnliche Vorblatter, wie jener Forscher fiir die Arten seiner Section Si- 
phonella abbildet, finden sich auch in der uberhaupt jener Section nahe 
stehenden Gattung P 1 e c t r i t i s. 



■ 



5. Bluten und Friichte. 



Ein Kelch fehlt den Blilten der Valerianaceen nur sellen voll- 
kommen, namlich bei einigen Arten von Phyllactis. Nie aber ist er als 
deutliches Blattgebilde entwickelt. Am regelmiiBigsten ist er in der Gat- 



lung Nardostachys. Hier sind deutlich ftinf zvvar am Grunde ver- 
wachsene , aber oben freie, hautige, dicht mit Haaren besetzte Phyllome 
erkennbar, welche mit den Krontheilen alterniren. Wahrend der Ausbil- 
dung der Frucht scheint der Kelch sich nur wenig zu vergroBern. 

■ 

Bei alien anderen Valerianaceen , welche einen Kelch besitzen, 

- 

ist dieser zur Bltltezeit nur in Form eines, den Fruchtknoten an seinem 
oberen Ende umgebenden, oft deutlich in ftinf Hcicker gesonderten Wulsles 
vorhanden. In den meisten Fallen entwickelt sich der Kelch nach der 



.. 



Bltltezeit noch weiter. Dabei behalt er bisvveilen dieselbe Form , oft in- 
dessen witch st er zu einem unregelmliBigen , hautigen , blatt-, zahn- oder 



flUgelartigen Gebilde aus; in anderen Fallen bildet er den bekannten, aus 
einer sehr verschiedenen Zahl von Haaren zusammengesetzlen dein Kelch 
der meisten Compositen ahnlichen Pappus. Wahrend ein unregel- 

- 

muBiser hautiger Kelch die Frttchte einer Anzahl Arten der Gattune; Va- 
leriane 11a kront, findet sich ein Pappus bei alien Arten von Centran- 
thus und sollte, wie schon frtther gesagt, der ganzen Gattung Valeriana 
im Gegensatz zu Phyllactis eigen sein. Doch vermisse ich einen solchen 
bei einigen chilenischen Arten, welche als Valeriana beschrieben wur- 






den, und die sich, meiner Meinung nach, auch nur kUnstlich von dieser 
Gattung trennen lassen. Sie gehoren der auf Chile fast beschrankten 
Gruppe von einjahrigen Arten an, auf deren nahe Verwandtschaft mit den 
mexikanischen Arten mit rtibenformiger Wurzel schon l ) hingewiesen 



..i -% » i 



wurde. Auch bei vielen anderen sUdamerikanischen Arten von Vale- 
riana ist ein nur schwach entwickelter Pappus vorhanden, so dass es oft 
zweifelhaft ist, ob man das betreffende Gebilde als Pappus bezeichnen 






kann oder nieht. Da nun, wie schon gezeigt, mehrfache Beziehungen 
zwischen Arten mit pappuslosen Frtichten und solchen, deren Frucht von 

1 ) Seite 4 f. 






























■ 


















1 






22 



Fernando Hock. 












einem Haarkelch gekront 1st , bestehen . seheint inir der Werlh ties Pappus 
ftlr die Gruppirung bisher weit iiberschatzt zu sein. 

Auch unter den von Bent ham und Hooker zu A slreph ia gerechneten 
Arten fand ieh bei einer, namlich A. crispa Dufr. einen deutliehen Pap- 
pus, und angedeutet schien mir ein solcher noch an nicht ganz reifen 
Frilchten von A. laxa Hook,, wahrend frtther der Mangel eines Pappus als 
ein Hauptmerkmal der Gatlung A strep hi a belrachtet wurde. 

Die Biumenkrone ist bei fast alien Valerianaceen, dem Typus der 
Familie entsprechend, fUnftheilig. Nur einige Arten der Gattung Phyl- 
lactis hal>cn eine drei- oder viertheilige Biumenkrone. Es gilt dies von 
den meisten Arten der Section Euphy I lactis , von der diesen auch sonsl 
nahe stehenden 1 ) Ph. densa Wedd., sovvie von Ph. aretioides Wedd., 
doch kommen bei letzteren beiden Arten, sowie bei einzelnen Arten der 
Section Euphy 11 actis gleichzeitig auch ftlnftheilige BlUten vor, und bei 
Ph. bract eat a Wedd. fand ich wirklich alle rnoelichen Uben^anse zwi- 
schen regelmaBig fUnftheiligen und dreitheiligen BlUten. Wahrend bei 

ft . 

sammtlichen ausdauernden Valerianaceen und ebenso bei Valerianella 
und den einjiihrigen Arten von Valeriana und Astrephia hochstens ganz 
seriniie Neisuns zur unre^elmaBi^en Ausbildung des Saumes der Blumen- 
krone sich zeigt, herrscht bei einer Beihe annueller Arten dieser Familie, 

# 

welche verschiedenen Gattungen angehoren, eineNeigung zur lippenfornri- 
gen Ausbildung der Krone. Bei den einjahrigen Arten von Cent ran thus 
ist diese auch hnmer nur andeutungsweise vorhanden. Dagegen zeigt sie 
sich schon deutlich bei einigen californischen Arten der Gattung Plectri- 
tis, PL brachystemon Fisch. Mey. und PL congestata DC, und 
am starksten tritt sie bei Fedia Cornucopiae DC. auf. 

Weit wichtiger und zugleich auch weit verbreiteter ist die unregel- 
mafiige Ausbildung am Grunde der Biumenkrone. Die allnuihliche phylo- 



genetische Entwicklung dieser oft 



Imafi 



des 



d 



i 



Patrinia verfoleen. Bei dieser Gattung besitzen die allermeisten Arten 
nur geringe Andeutungen zu einer unregelmaBigen Ausbildung der Krone, 
aber bei zwei japanischen Arten ist dieselbe wirklich vorhanden. Von 
diesen besitzt P. gibbosa Maxim, nur einen Hocker, P. pal mat a Maxim. 
aber einen deutliehen Sporn am Grunde der Biumenkrone. 

» 



Diesen letzten Grad 



A 



erreichen nur noch die Arten 



von Centranthus und Plectritis. Dagegen ist das Auftreten eines 
Hockers an der Basis der Biumenkrone weit verbreitet. Einen solchen be- 

: : 

sitzen alle europaisch-asiatischen Arten von Valeriana. Am wenigslen 

* 

ausgebildet ist er unter diesen wohl bei V. leucophaea Boiss. Dagegen 

m __ - ■ 

fehlt derselbe vollkommen einigen amerikiinischen Arten dieser Gattung, 



\\ Viil. S. 9. 

























































Beitrage zur Morpliologie, Gruppirung uud geographisclien Verbreitung der Valeriai laceen. 



23 









ohne class etwa ganze Gruppen derselben durch den MangeJ eines solchen 
charakterisirt seien *}. 






Bei Phyllactis ist nur selten ein wirklicher Hocker ausgebildet, 
haufiger jedoch eine kleine Neigung zur InregelmaBigkeit an der Basis der 
Krone vorhanden. Doch kommen auch Bliiten mit vollkommen regel- 
mafiigem Grunde vor, charakterisiren z, B. alle Arten der Sectionen Eu- 
ph yllactis und Aretiastrum. 

Die Lange des BlUtenspornes unterliegt natiirlich vielen Schwankungen 
und ist auch ftir die Gruppirung verwertbbar. Bei alien einjahrigen Arten 
von Gentranthus ist namlich der Sporn kiirzer als der Fruchtknoten, 
wahrend die meisten ausdauernden Arten dieser Gattung einen Sporn be- 
sitzen, der mehr als 1 1 / 2 ma ' ? J a °ft niehr als 2mal so lang ist als das Ova- 
rium. Nur der perennirende C. nervosus Moris besitzt einen recht 
kurzen Sporn. Aber gerade dieser nimmt auch in anderer Hinsicht eine 
gewisse Mittelstellung zwischen den im allgemeinen recht verschiedenen 
einjcihrigen und ausdauernden Arten dieser Gattung ein, wenn er auch 
letzteren entschieden naher steht als ersteren. Es scheint mir aber eben 
wegen dieser Mittelstellung, welche jene Art einnimnit, vollkommen be- 
rechtigt sie als eigenen Vertreter einer Series den anderen perennirenden 
Arten gegentlberzustellen ; obwohl diese Series sich fast nur durch das 

- 

Langenverhaltniss von Sporn und Fruchtknoten von der alle Ubrigen aus- 
dauernden Arten dieser Gattung umfassenden unterscheiden lasst. 

BeiPatrinia ist aus den beiden Arten, derenBlumonkrone am Grunde 
eine Aussackung besitzt, von Maximowicz 2 ) eine eigene Section gegrtlndet 
worden. Auch hier scheint mir die so erhaltene Gruppirung vollkommen 
natiirlich. Von alien anderen Arten dieser Familie besitzt nur eine Ver- 
treterin der Section Si phone 1 1 a aus der Gattung Vaierianella eine 
mit einer Ausbuchtung am Grunde versehene Blumenkrone. 

Wahrend dies Verhaltniss nicht zur Abtrennung dieser Art berechtigt, 
ist ein anderes auf die Beschaffenheit der Bliiten begriindetes Verhaltniss 
neben der schon erwahnten Verschiedenheit im Bau der Bracteen von 
Krok zur Charakteristik seiner beiden Sectionen dieser Gattung benutzt 
worden, namlich die Lange der Kronenrohre. Alle Arten der Section 
Brachysiphon haben eine kurze Kronenrohre, wahrend die Bohre der 
Blumenkrone bei den Arten von Siphon ell a stets lang ist. 

Dagegen scheint mir nicht moglich auch nur irgend ein von der Be- 
schaffenheit der Blumenkrone entlehntes Verhaltniss bei der Gruppirung 
von Valeriana anzuwenden, ohne durchaus unnatilrliche Gruppen zu er- 
halten. 






4) So besitzen z. B. die Bliiten von V. virgata Ruiz und V. glauca Poepp. einen 
Sporn, wahrend der ihnen sehr nahe verwandten V. elegan s Clos. ein solcher fehll. 

2) Maximowicz: Courtes diagnoses de nouvelles plantes du Japon et de la Mandjourie. 
Quatrieme et cinquieme decades. Bulletin de Tacademie de St. Petersbourg XII, p, 66. 




































■ 






• 



24 



* 



Fernando Hock* 












' 



d 



Die Form der Staubblatter zeigt niehts auffallendes. Die Antheren 



ceen intrors. Dagegen ist die Zahl der Staubblatter weit variabler als 
bei jenen Familien, und gerade diese ist von groBem Werth fUr die Grup- 
pining der Arten in Gattungen, da nur innerhalb einer Galtung (Patrinia) 
Arten mit normal verschiedener Slaubblattzahl vorkommen. Die dem 
Typus der Familie entsprechende Fiinfzahl der StaubgefiiBe habe ich nir- 



Durch 



tren hinteren erhal- 
nd beide Arten 



von 









ten die BlUten der meisten Arten von Patrinia ui 
Nardostachys ein viertheiliges Androeceum. • Bei Valeriana, Vale- 
rianella, Plectritis, Astrephia und Phyllactis fehlt auBerdem 
noch das auf Seite des a-Vorblattes gelegene vordere Staubblatt. Durch 
Ausfallen auch des anderen vorderen Gliedes erhiilt Fedia nur zwei Sta- 



mina 



? 



von denen bekanntlich das nach Vorblatt (3 gelegene langer ist* 



Dieses letztere allein kommt normal in den Blaten von Cefitran- 
thus vor. 



i 



■ 









HSU fig (in den eben citirten Werken) findet man fur Valeriana ein 
oder zwei, filr Centranthus zwei StaubgefaBe als ofter vorkommend 
angegeben. Doch gclten diese Zahlen, soweit ich habe constatiren konnen, 
ftlr keine einzige Art dieser Gattung als Begel. Dass ausnahmsweise zwei- 
und einmannige BlUten bei Valeriana und ebenso zweimannige BlUten bei 
Centranthus mit normal gebauten zusammen in derselben Inflorescenz 
vorkommen, habe ich allerdings auch beobachtet. Eine gleiche Abnormitat 
namlich BlUten mit zwei StaubgefaBen) habe ich dann auch noch bei Va- 
I e r i a n e 1 1 a beobachtet. Doch sind diese Ausnahmen so selten , dass sie, 
meiner Meinung nach, bei der Gharakteristik der Gattungen nicht berUck- 
sichtigt werden konnen. Man wird sie wohl selten anders als an lebenden 
Pflanzen, wo man gleichzeitig alle BlUten einer Inflorescenz Uberschauen 
kann, finden! Wenigstens habe ich an Herbarexemplaren wohl von 80 
Arten der Gattung Valeriana BlUten lintersucht, und zwar von jeder 
Art, wenn das Material es irgend erlaubte, mehrere BlUten, ohne auch nur 
ein einziges Mai eine BlUte mit weniger als drei StaubgefaBen gefunden zu 
haben. ! n- 



i ' 



.- . i . 'i 



. 



j 



Die einzige mir bekannte Art unter den Valerianaceen, welche 
regelmaBig eine andere Zahl von Staubblattern besitzt als die fUr die be- 
treffende Gattung typisehe ist die, wie ihr Name sagt, stels einmannige 
Patrinia monandra Clarke. *£ * ■ 

Alle Valerianaceen besitzen nur einen Griffel. Dieser ist fast voll- 

s kommen ungetheilt bei Nardostachys und bei den meisten Arten von 

Patrinia. Bei letzterer Gattung tritt indessen bisweilen eine Zweithei- 



■ 



. 



* * 



- — ^ 



• 






1 






1) Sie findet sich ftir Patrinia angegeben in »Endlicher, Genera Plantarum«, 



»Bentham et Hookkr, Genera Plantarum'« und »Baillon, Histoire des plantes VII«. 



:; 












. 













































Bcitrage zur Morphologie, Gruppirung und geoeraphischen Verbreitung der Valerianaceen. 



25 









lung (P. parviflora 6. at Z.) oder Dreitheilung (P. villosa Juss.) des- 
selben an der Spitze ein. In den meisten anderen Gattungen zeigt sich 
derselbe bald ungetheilt, bald mil zwei oder drei Lappen versehen an der 
Spitze. -In einzelnen Fallen lasst sich dies Verhliltniss wohl zur Trennung 



von Arten verwenden. in anderen Fallen 



u 






m 

ben Art schwankend. So habe ich von Valeriana silvatica Banks Griffel 
mit zwei und drei Narben in Bltiten derselben Pflanze gefundenJ Nur ein 
Fall ist mir bekannt, wo dies Verhaltniss in einer Gruppe constant und 

pi | * m 

auch desshalb ftlr die Charakteristik dieser Gruppe verwendbar ist. Es 






4 » K 

besitzen namlich alle mehrjahrigen nach Bentham und Hooker zu Astre- 
phia gehorigen Arten einen an der Spitze deutlich dreitheiligen Griffel. 

Ein fiinftheiliger Fruchtknoten findet sich bei keiner eiuzigen Va- 
lerianacee- Die Arten von Patrin ia, Nardostachvs und der drei 

M ■ • 

nur einjahrige Arten enthaltenden Gattungen Fedia, Valerianella und 
Plectritis besitzen einen dreitheiligen Fruchtknoten. Ein solcher zeigt 
sich auch rioch in der Gattung Vale riana bei V. saliuncaAlL Doch 

■ ■ 

ist stets nur das reehts vorn gelegene Fach fruchtbar und zwar mit-einem 
hangenden Eichen versehen, wahrend die anderen Facher vollkommen leer 
sind, das fruchtbare oft aber an GroBe Ubertreffen. In alien anderen Fallen 

ist der Fruchtknoten einfacherig. 



'if'.: 






•I/. 



' Die Frucht ist sehr verschieden gestaltet, Ihre Form ist filr die Grup- 
piruns oft verwendbar. Die groBten Schwankun^en in derselben £*ehoren 

M 

freilich der Gattung Valerianella an und sind daher hier nicht naher zu 






ercirtern 1 ). Durch die Ausbildung der sterilen Fruchtfacher in Form von 

i * r ft 

Flilgeln, welche eingekrilmmt sind, schlieBen sich Plectritis brachy- 

lit.' • /,."' 

stenion Fiseh. Mey. (vgl. Fig. 6), PL macrocera Fisch. Mey. und PI. 
congesta DC. eng an die Arten der Section Siphonella in jener Gattung 
an, denen sie auch sonst nahe stehen. Daeesen fehlen diese Fltleel den 
dadiirch nur einfacherig werdenden PI. maior Bth. Hook, und PI. samo- 
li folia Bth. Hook. (vgl. Fig. 7). Da diese 

zuerst uenannten auch in anderer Weise. so z. B. durch die fast recel- 
maBiee Ausbilduns der Blumenkrone unterscheiden . kann auch in dieser 
Gattung die Form der Frucht ftlr die Gruppirung verwerthet werden. ' 



beiden Arten sich von den 



! 



An eine andere Gruppe von Valerianella, namlich an die Series 
Locustae schliefit sich in der Form ihrer Frucht die Gattung Fedia 



r. 



(s. Fig, 5} an. In beiden Fallen sind namlich die sterilen Fruchtfacher 



liinger und schmaler als das fruchtbare und so an letzterem gestellt, dass 



sie einander berilhren. Das Pericarp ihrer Frilchte ist schwammig, was sich 
indessen an den hierher gehorigen Arten von Valerianella (V. olitoria 



* 






1) Man venileiche dariiber Krok's Monographic dieser Gattung, wo auf die Form der 
Frlichte hin fast alle Untergrupp^n dieser Gattung begriindet sind. . 






/ 





















; 















* 


















26 












Fernando Hock. 



PalL, V. ca pi lata Boiss, und V. costata Betcke) 
Fedia. 









■ 






deutlicher 


zeist 


als 


bei 


^0 

m 






1 






In den Gatlungen Palrinia und Nardostachys sind die slerilen 



Q 



ist 



— ■ — 

in ahnlicher Weise wie bei Valeriana zusammengedrUckt (s. Fig, 4). 
Ganz ahnliche FrUchte besitzt auch Valeriana saliunca All. Das Peri- 
carp ist bei alien diesen Pflanzen nicht schwammig. Aus der Gattung 
Valerianella schliefien sich einige Arten der zur Section Platycoelae 
gehorigen Tribus Megalocoelae nahe an diese an, wahrend andere Arten 
derselben Tribus schon in der KrUmmung ihrer FrUchte auBerlich bedeu- 
tend von diesem wohl als Typus der Familie zu betrachtenden Fruchtbau 
abweichen. 












!• ' ■ 















Die Frucht alier Valeriana ce en der alten Welt mit Ausnahme von 
V- saliunca All. ist bekanntlich ein Achaenium , das auf der Vorderseite 
drei, sowic auf der Mitte der Hinterseite und an jedem der beiden Enden 

* m 

je einen Nerven besitzt. Ahnliche FrUchte haben fast alle Arten dieser 
Gattung (s. Fig, 9). Nur zwei Abweichungen da von sind mir bekannt. 
Bei V. a ly pi folia H.B,K, (Fig. 10) ist ein breiterer Mitteltheil der Frucht 
durch zieinlich tiefe Furchen von zwei Seitentheilen getrennt. Die zweite 
Abweichung findet sich bei alien mir bekannten einjahrigen chilenischen 
Arten dieser Gattung ! ). Bei diesen ist das Pericarp meist auf einer oder auf 
beiden Seiten mit einem groBen hockerformigen Auswuchs versehen fsiehe 

12), in seltenen Fallen treten statt des Hockers zahlreiche warzenfor- 



mige Erhohungen auf. Dass ich auf diese Abweichung in der Form der 
FrUchte eine eigene Section gegrUndet habe, scheint mir durch die gleich- 
formise Ausbildung der Frucht 



bei alien Ubricen Arten dieser Gattung 



^ j 






i 



j 









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gerechtfertigt. 

Alle Arten von Gentranthus und die meisten von Phyllactis 
besitzen ahnliche FrUchte, wie die in der Gattung Valeriana verbrei- 



, 



teten. In der letzteren dieser Gattunqen habe ich freilich eine Ausnahme 
hiervon bemerkt. Bei Ph. polystachya Benth, et Hook, zeigt das Peri- 
carp sowohl auf der Mitte der Vorderseite als auch an beiden Enden be- 
trachtliche Ausbuchtungen, so dass die Frucht fast dreikantig wird (siehe 
Fig. 8), Ob diese Form der Frucht auch einigen verwandten Arten zu- 
kommt, kann ich nicht angeben. da keine einzise der verwandten Arten 
mir in Fruchtexemplaren zu Gebote stand, Doch soviel elaube ich mit 

l i I 

Sicherheit sagen zu konnen, dass nirgends innerhalb dieser Gattuim. wie 
noch Baillon 2 ) und vor ihm verschiedene andere Autoren angegeben 
haben, dreifacherige FrUchte vorkommen. 



■ 



« 



1) Ob in Chile gar keine einjahrigen Vale rianaceen mit clem gewohnlichen 
Fruchtbau dieser Gattung vorkommen, kann icli nattirlich nicht entscheiden. 



2) Baillon, Histoire des plantes VII, p. 516. 






























Beitr&ge zur Morphologic, Grappirang uud geographischen Verbreitung der Yaleriauaceeu. 



27 



Das letzlere gilt auch fUr Astrephia, Bei dicser Gattung unterschei- 
den sich die Frtichte der einjahrigen A. chaerophylloides DC. (siehe 
Fig. 8) in der Form kaum von denen der europaischen Valerianaceen. 
sind aber, wie schon erwahnt, in die Bliitenaxe tief eingesenkt, so dass 



man bei Anfertigune 



Querschn 



zueleich auch die Axe durch- 



schneidet. Dass dabei der Querschnitt entfernte Ahnlichkeit mit dem 
einer dreifacherigen Frucht erhall, ist allerdings nicht zu verkennen. Ob 
indessen hierauf der Irrthum Baillon's und der anderen Auloren , welche 
diese Frilchte als dreifacherig beschreiben, beruht, wie ich vermuthe, 
kann ich nicht mit Sicherheit angeben, da sich bei keinem dieser Autoren 
Zeichnungen jener Verhaltnisse linden. Die Frtichte der mehrjahrigen 
Arten von Astrephia sind denen der chilenischen einjahrigen Arten von 
Valeriana sehr ahnlich, besitzen aber stets hockerformige Ausbuch- 
tungen des Pericarps auf bciden Seiten der Frucht (Fig. 11) (diese werden 
wahrscheinlich frtiher als sterile Facher betrachtet sein) und unterscheiden 
sich von den langlichen Frtlchten jener Valerianaceen noch durch ihre 
fast ovale Form. Da ich bei einer dieser Arten auch einen deutlichen Pap- 
pus gesehen habe 1 ), finde ich keinen Grund mehr dieselben von Vale- 
riana zu trennen, 
schen diesen Arten und denen von Phyllactis, mit welchen Baillon 2 ) 

sie vereint, erkennen. 



Dagegen kann ich keine niiheren Beziehungen zwi- 









! 



Die Verhaltnisse der Behaarung bei den Friichten der Valeriana- 
ceen lassen sich, sovveit mir bekannt, in keiner Gattung dieser Familie 
fiir die Gruppirung verwenden. Zwar besitzen Valeriana tuberosa L. 
und V. leucophaea DC. Frtichte, die auf beiden Seiten zwischen den 
Nerven behaart sind; doch bekundet dies nur die auch sonst schon sehr 
klare nahe Verwandtschaft zwischen diesen beiden Arten noch deutlicher, 
ohne ein fUr die Charakteristik der nur diese beiden Arten umfassenden 

B 

Gruppe sehr wesentliches Merkmal abzugeben. 



Eine theoretische Erklarung fiir die Entstehung der verschiedenen 
Fruchtformen wird sich bis jetzt wohl kaum geben lassen. Wir konnen 
z. B. nicht einsehen. welchen Werth es fUr die Pflanzen hat, gerade oder 
gekrtimmte , glatte oder mit Auswtlchsen des Pericarps versehene Frtichte 
zu besitzen. Dagegen vermogen wir uns eine Vorstellung davon zu machen, 
wie einiee der BlUtenverhaltnisse sich wohl gebildet haben konnen. 

Bei der Entwickluns der BlUten ionerhalb dieser Familie scheint die 
Insectenbefruchtung von grofiem Einfluss gewesen zir'sein 3 ). Ihr allein 












v 



1) Vgl. S. 22. 

2) Baillon a. a. 0. 



. 



• 



, 






.i 



3) Eine solche ist auch fur mehrere Valerianaceen von Hermann Miller und 

■ 

fiir Valeriana dioica L. schon von Sprengel thatsachlich nachgewicsen. Fur eine 
Insektenbefruchtung sprechen auch noch die sehr haufigen Falle von Polygamic und das 
nicht seltene Auftreten von Diocie innerhalb dieser Familie, . 



' 





















« 
■ 









■ 









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1 












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28 



i. ..• bV 7 . Fernando Hock, 






T( 

































wird die haufige Bildung eines Hackers oder Sporns am Grunde derselben 
zuzuschreiben sein. Am deutlichsten zeigt sich das bei Patrinia pal- 
mat a Maxim. Diese Pflanze zeichnet sich vor alien anderen Arten dieser 



roB 



Ihr 



Autor bezeichnet sie 1 ) geradezu als ein »decus generis«. Am Grunde ihres 
Sporns befindet sich ein Nectarium. Sie kennzeichnet sich also als eine 
schon sehr an Insectenbefruchtung angepasste Pflanze. Den llbergang zu 
ihr aber bildet die gleichfalls wie jene in Japan heimische P. gibbosa 



B 



versehen sind. 















. 






. 












I 



: 



Dass gerade bei alien Valerianaceen das in der Mediane gelegene 
Petalum den Sporn oder Hocker besitzt, wenn ein solcher ilberhaupt vor- 
handen ist, braucht nicht auf Erblichkeit zu beruhen, wie man wohl an- 
nehmen konnte. Auch finde ich es unntflhig, diesem Theile der Krone eine 
besondere Neigung zu dieser Ausbildung zuzuschreiben. Es erkliirl sich 
leicht, wenn man nur bertteksichtigt, dass das ihm gegenUberstehende 
Staubblatt alien Valerianaceen fehlt, dass also der diesem Petalum 
gegenilberliegende Theil der Krone den Insecten die passendste Anflug- 
stiitte gewiihrt. Wenn sich nun vielleicht ursprunglich der Honig etwa am 
Grunde der Krone ausbildete, waren die Pflanzen die erhaltungsfiihigsten, 
bei welchen das Nectarium etwas auf das vordere Blumenblalt hinauf- 
rilckte, da hier der Honig den Insecten am leichtesten zugUnglich war. 
Ob eine solche Stellung des Nectariums ohne gleichzeitige Ausbildung eines 
Hockers bei Bluten von Valerianaceen vorkommt, habe ich bis jetzl 
noch nicht constatiren konnen, da an Bliiten von Herbarienpflanzen ein 
Nectarium schwer mit Sicherheit zu erkennen ist. Die von Schmzlein 2 ) 



enldeckte Hautfalte am Grunde der 






w 



E 



Valerianaceen durch Ausbildung eines Hackers oder Sporns an einen 
beschrHnkteren Besucherkreis unter den Insecten an. Bei anderen Pflan- 
zen dieser Familie wurde Ahnliches durch lippenformige Ausbildung der 
Blumenkrone erreicht, indem hierdurch den Insecten der Anflug erleich- 
tert wurde. 



. t 






Was an Auffalligkeit den Valerianaceen durch die Kleinheit der 
Bluten abgeht, wird, in ahnlicher Weise wie bei den Compositen. durch 
dichte Stellung derselben ersetzt. DerBlUtenstand ist oft so dicht, dass. wie 
ich selbst an Valeriana officinalis L. beobachtet habe, ein Insect krie- 
chend von einer BlUte zur anderen tzelancen kann und so in canz kurzer 
Zeit alle Bluten einer Inflorescenz abzusuchen vermag. 



! 



1 



\uch 









* 



4 . 



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• 



4) Maxjmowicz a. a. (X 






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2) Schnizlfjn in Rotan. Zeitung 18*8, p. 62, 










































J 

Beilriige zur Morpholoftie, Criippirung und eeographischen Verbreitung der Valeriauaceeu. 



29 






weise erklaren. Das constante Fehlen des unpaaren hinteren Stauhblattes 
bei den Valerianaceen sowohl als bei den Dipsaceen erklart sich 
wohl durch den Druck der Axe an dieser Stelle der BlUte. Finden wir 
doch bei fUnfzahligen BlUten, deren eines Staubblatt verkilmmert ist 7 auch 
in anderen Familien, dass dieses in der Kegel das gegen die Axe gerichtete 
ist (z. B. bei La bia tiflore n) . Einen Grund filr das Fehlen des auf der 
Seite des ct-Vorblattes gelegenen Staubblatts in alien dreimannigen BlUten 
dieser Familie vermag ieh nicht anzugeben. Jedenfalls aber scheint mir 
die einzige mir aus der Litteratur bekannte Erklaruna dieses Verhaltnisses 
durch Wichura \), wonach es durch die seitlichen Lngleichheiten des Kron- 
saumes bedingt sein und unmittelbar oder mittelbar mit der Stellung des 
unpaaren Kelch- und Fruchtblattes und der ungleich starken subfloralen 
Knospen in Verbindung stehen soli, falsch, da in der That von einer un- 
gleichen seitlichen Ausbildung des Kelches und der Krone nicht die Rede 
sein kann. FUr das Fehlschlagen des diesem gegenUberliegenden Staub- 
blattes glaube ich darin eine Erklarun 



zu finden . dass es haufig spiiler 
entwickelt wird, als die anderen beiden und auch zuweilen in normal 

w 

dreimannigen BlUten fehlt. Das erstere habe ich an Valeriana offici- 
nalis L. und Valerianella corona ta DC. beobachtet, bei welchen sich 
mehrfach BlUten fanden, deren paarige Staubblatter schon ausgestaubt 
waren, wahrend das unpaare noch kaum re i fen Pollen besafi; das letztere 
fand ich einmal bei Valeriana alliariae folia Vahl und gar nicht 

t i r i ^ 

selten an BlUten von Valeriana officinale s L. An letzterer Art habe 

* 

ich auch zvveimal BlUten mit nur einem Staubblatt gefunden, deren Dia- 
gramm dann beide Male vollkommen mit dem von Gent ran thus Uber- 

■ - m * | 

einstimmte. Zur Erklarung des Aborts des bei Fedia kUrzeren Staub- 
blattes in der Gattung Centranlhus fuhrt Buchenau an, dass er senau 
das Verbal ten der Fedia an Centranthus Calcitrapa DC. gefunden 
habe. 

blattern gesucht, obgleich lebende Exemplare derselben mir zur VerfUgun 



An dieser Art habe ich vergebens nach BlUten mit zwei Staub- 



5 



standen, dagegen fand ich an C. macrosiphon Boiss. BlUten mit zwei 

* ' it} \ ' i *' fl ! -r k ■ 

gleich langen Staubfaden. Dass nun nicht vielleicht gerade haufig bei 
Centranthus das in der Resel fehlende Staubblatt, wenn es vorhanden, 

ft 

kUrzer als das stets entwickelte ist, will ich darum keineswegs bezweifeln, 
es scheint mir im Gegentheil wahrscheinlich. .Doch berechtigt uns dies 
keineswegs etwa auf den Ursprung der Gattung Centranthus aus 
Fedia zu schlieBen, sondern erklart sich einfach aus der Neigung dieses 
Staubblattes zum Schwinden. Im Geeentheil scheint mir das von mir an 
C. macrosiphon Boiss. beobachtete Verhalten auf die Enfcslehung der 
Gattung aus Formen, bei welchen die beiden Staubblatter gleich 
waren, hinzudeuten. Irgend einen Werth fUr den Verlust des einen oder 



lane 



— 






■ 






r . - h . i 



I 



■ 



V 



■ 






I) Uber den Bliitenbau der Valerianaceen. Flora 4846, p, 241.- 















30 












Fernando Hock. 


















anderen Staubblattes fUr die Pilanzen, kann ich natilrlich nicht an- 

* 

geben. 












Ebensowenig lasst sich natilrlich ein Grund fiir die Sterilitat zweier 
Facher des dreifiicherigen Fruchtknotens von Patrinia und anderer Va- 
Icrianaceen einsehen, Dass dieselben ursprilnglich fruchtbar gewesen 
seien, daflir spricht besonders eine Angabe Baillon's 1 ), wonaeh sowohl 
bei Patrinia als auch bei Nardostachys bisweilen kleine rudimentare 
Eichen sich in den sonst leeren Fachern des Fruchtknotens linden. Leich- 
ter einzusehen ist es natilrlich, dass diese Facher, nachdem sie einmal 
steril geworden waren, bei manchen Valerianaceen ganz verschwanden. 

Da der Kelch in der Bliite der Valerianaceen fast stets vollkominen 
rudiment&r ist, lassen sich seine wesentlicheren Veranderungen innerhalb 
dieser Familie nur durch seine Beziehungen zur Frucht erklaren. Diese 
sind nun andererseits so einfach, da sie alle nur auf leichtere Beweglich- 
keit durch den Wind hinzielen (mogen sie in fltlgelformiger oder pappus- 
artiger Ausbildung des Kelches beruhen), dass sie langst, wenn vielleicht 
auch nicht gerade an diesen Pflanzen, aufgeklart sind, und dass ich sie 
daher wohl ilbergehen kann. Das Gleiche gilt von der oft flUgelformigen 
Ausbildung der sterilen Fruchtfacher, weshalb ich auch diese nicht naher 
berUcksichtige. 









I 



Gegen die von Hermann Miller und vorher schon von Delpino ge- 
iiuBerte Ansicht 2 ), dass die pappusartige Ausbildung des Kelches von den 
Compositen ererbt sei, sprechen so vielerlei Grttnde, dass sich diese 
auf keinen Fall bei genauerer Prtifung aufrecht erhalten lasst. Dass die 
Neigung zum Schwinden und gleichzeitig zur verspateten und dann oft 
unregelmaBigen Ausbildung des Kelchs ererbt sei, ist wegen des ahnlichen 
Verhaltens bei alien nachst verwandten Familien wahrscheinlich. 










































II. tfruppirung und geographische Verbreitung der Valerianaceen, 
























1. Umgrenzung der Gattungen und Gruppen. 



Fiir die Umgrenzung der Gattungen innerhalb dieser Familie sind die 
Verhaltnisse der Ausdauer, die Zahl der StaubgefaBe und die Beschaffen- 
heit der Frttchte besonders werthvoll, wie schon aus der Darstellung der 
morphologischen Verhaltnisse innerhalb dieser Familie hervorgeht. Die 
von mir auf Grund dieser Verhaltnisse erlangte Gruppirung der Arten 
weicht nur in zwei Punkten von der in »Bentham et Hooker, Genera Plan- 
tarum« gegebenen ab. Beide Abvveichungen sind in dem morphologischen 



: 






I: 



■ 



\", 






■ 


















r 



I) Baillon, Hist, des pi. VII, p. 5U, 515. 



* 






i) Man vergleiche hicriiber Hermann Muller, Die Befruchtung der Bin men durch 



losecten etc. 8. 415, 




































Beitrage zur Morphologie, tiruppirung und gcographischen Verbreitung der Valerianaeeeu. 



31 






Theile dieser Arbeit begrtindet, bedflrfen hier daher nur einer kurzen Er- 
wMhnung. Zunachst habe ich die Gattuugen Valeriana und Phyllactis 
wieder vereinigt, da sich mehrfach Ubergange zwischen denselben fan- 

* 

den l ). Dass in der That manche Arten von Phyllactis von den gewohn- 
lichen Valerianaeeen hinreichend verschieden sind urn in eine andere 
Gatlung gerechnet zu vverden, will ieh durchaus nieht bestreiten. Aber 
die Abtrennung aller Arten, deren Kelch nicht als Pappus ausgebildet ist, 
von denen mit pappusartigem Kelche kann ich nur als kiinstlich bezeich- 
nen. Will man die ursprUngliche Gattung Valeriana (im Sinne von 
De Gandolle's Prodromus) spalten , so milssen mindestens vier Gattuugen 
daraus gebildet warden. Hierzu aber scheint mir kein gentlgender Grund 
vorhanden, da die verschiedensten Formen innerhalb dieses Verwandt- 









T i 



schaftskreises stets durch Ubergange verbunden sind. Aufier alien Arten 
von Phyllactis habe ich noch die perennirenden Arten der Gattung 
Astrephia mit Valeriana vereinigt. Da sich die Frilchte als einfacherig 
erwiesen 2 ), und da sich bei einer derselben ein deutlicher Pappus zeigte 3 ), 
schien mir kein gentlgender Grund mehr zu ihrer Abtrennung von Vale- 
riana vorhanden, deren Arten sie entschieden naher stehen, als der 
Astrephia chaerophylloides DC. Die Vereinigung der letzteren 
Art mit Valeriana habe ich theils wegen ihrer Verschiedenheit sowohl im 






Bau der Bracteen als im ganzen Habitus von alien Arten der Gattung Va- 

■ 

leriana, theils aber auch, weil die mir zu Gebote stehenden Exemplare 
dieser Art eine genUgende Untersuchung aller Organe, namentlich der 

- 

Blttten, nicht gestatteten, einstweilen unterlassen. 

Unter Bertlcksichtigung der specielleren verwandtschaftlichen Ver- 
haltnisse zwischen den einzelnen Gattungen ergiebt sich demnach folgende 
Eintheilung der Familie*): 



i, 


















- ; 



A. Herbae perennes. Fructus trilocularis. Stamina 4, rarissime 1. 

a. Galycis limbus minimus, indistinctissime 5-fidus. Corolla ilava. Folia ple- 
rumque pinnatisecta v. pinnatifida, raro Integra, Supra prophylla normalia 
saepe 1 vel 2 sterilia trinervia occurrunt fructum arete includentibus. Cyma 



saepe laxa. 






Patrtnia Juss. 



I i 






b. Calycis limbus distincte 5-lobus. Corolla purpurea. Folia semper integer- 
rima. Praetor prophylla normalia alia non adsunt. Cyma capituliformis. 



t 






Nardostachys DC. 






ciebus monandris fructus trilocularis. 



B. Herbae vel perennes vol annuae aut frutices vel sufTrutices Stamina 1—3. In spe- 

►fbl jj d ■ • 

Herbae annuae foliis integris dentatis , raro indciso-dentatis. Calycis limbus 

T.I * 

nunquam papposus. Fructus saepissime trilocularis. 



a. 



a. Stamina 3, 















• ■ 






ii . 



1) Vgl. S. 7,9,16, 17,18 



») Vgl. SL 26. 



3) Vgl. S. 22. 



• 






4) Eine die verwandtschaftlichen Verhaltnisse nicht berlicksichtigende. rein analy- 

■ » 

tische Ubersicht der Gattungen wiirde viel einfaclier zu geben sein. 
eine solche hier durchaus nicht am Platze. 



Doch schien mir 



























I 









32 



7 .... Fernando Hock, 



























i 



\ : [ j I. Corollae tubus calcaratus, » •>! liib'jl ] '•. { Plectritis DC. 

Valerianella Moench. , 

- • • • / 



II. Corollae tubus ecalcaratus. M( »., ; > 

' * J v ■ I / 






' 



t l Stamina 2. Stvlus apice in ramos 3 auaustos, apice stigmatoso leviter dila- 

tatos, divisus. • ' Fedia Moench, 

b. Plerumque herbae perennes aut suffrutices vel frutices, raro herbae annuae 



r >i>iiJi ' eaeque aut foliis pinnatipartitis aut calyce fructum coronante papposo di- 
\ . MStinctac. Fructus saepissime (in herbis annuis semper) unilocularis. 
• a. Stamina 3. Corollae tubus non calcaratus, sed saepe gibbosus. 
i . rl. Bracteae magnae foliis caulinis similes. Pedicelli valde eloneati, incras- 

-11**1 'J V.J' V ■' > ■ r , : t _, ;■'"• __ I'*/ 

sati. Herba annua scandens. Flores eibbosi. 



■ 






V U ' 1 J 



tf I 



Astrephia Dufr. 






II. Bracteae parvae foliis caulinis saepissime dissimiles. Pedicelli parvi nun- 
\TMil\iU ) quam crassati. Herbae annuae non scandentes aut herbae perennes aut 



J.»j . . 



,j suffrutices vel frutices. ' in ifl 



■ 



f 






Valeriana L. 



- 






* , 8. Stamen 1. Corollae tubus calcaratus. Herbae perennes aut anjuiue. ' .»., 



/ 



>; ; 



■ 



( ; 



-' 



i , Centranthus DC. 

Bei der Aufstellunq von Sectionen habe ich mich uleichfalls soviel als 
moglich an frUhere Gruppirungen, angeschlossen. Auch hier dienten mir 

i 

wiederum namentlich Bentham und Hooker's > Genera Plantaruma als Aus- 
gangspunkt. Trotzdem bin ich in einigen Fallen zu nicht unerheblichen 



■ * 



i 



* p * 



Abweichungen von diesen Autoren gelanyt. Da diese indessen schon fast 
alle in dem morphologischen Theile dieser Arbeit gerechtfertigt sind r an- 
dererseils aus der folgendenUbersicht der Arten sich leicht erkennen lassen, 
wird hier eine genauere Besprechung derselben nicht nothwendig sein. 

, Innerhalb der Gattung Patrinia habe ich die zuerst [von Ledebour 
getrennten Sectionen Eupatrinia und Atrinia. welche nach dem Yor- 
handensein oder Fehlen der oberen, sterilen, dreinervigen Vorbltttter ver- 
schieden waren, wieder in eine (Palaeopatrinia K vereinigt, namentlich 
da mir die Stellune der P. scabiosaefolia Link, und P. villosa Juss. 

i ° 

in verschiedene Sectionen kttnstlich schien. Da^eeen habe ich die Section 
Centrotrinia Maxim, beibehalten, Eine dritte Section habe ich aus 

, * r ' ; ■ * . . . ' . ; 1 1 i 

P. monandra Clarke gebildet, da diese mir durch ihr Yerhalten im An- 
droeceum von den Arten der beiden anderen Sectionen zu verschieden 
schien, um mit ihnen in eine Gruppe vereint zu werden. Die Unter- 
gruppen in der Section Palaeopatrinia sind auf Yerschiedenheiten in 
en vegetativen Orsanen cesrllndet. 






. . :' i'.:l* . I 



In der Gattung Plectritis habe ich die von Bentham und Hooker vor- 

§ 

geschlagene Eintheilung beibehalten. Die Eintheilung der Gattung Gen- 
tranthus, welche nur wenig von frtlheren Eintheilungen dieser Gattung 
abweicht, ist hinreichend im morpholoirisehen Theile erortert 2 ). 









4) Der Name Palaeopatrinia wurde gewablt, weil der Ursprung der ganzen 
Gattung wohl ziemlich sicher in dieser Section zu suchen ist. Die Bezeicbnung Eupa- 



/ 



trinia, welche ich sonst vorgezogen hatte, konnte nicht vervvandt werden, weil die 
von Ledebour gegebene Charakteristik der gleichnamigen Section nicht auf alle Arten 
diefser Gruppe passt. 

2) Vgl. S. I, 5f., 23. 



■ 



\ 



■ !!'l 






..■ /ill 'jil^l' 



I 



















































Beitriige zur Morphologic, Gruppirung und geographischen Verbreitung dor Valerianaceen. 



33 ' 



- 



-';' Da die kleineren Gatiungen natilrlich keiner Eintheilung bedurften, 
und da die Gattung Valerianella in dieser Hinsicht von mir ganz unbe- 
rUcksichtigt blieb 7 ist also nur noch die Gruppirung der Arten von Vale- 
riana (sensu ampliore) zu besprechen. Yon den Arten der frttheren Gat- 
tung Valeriana sind zunachst eine Reihe einjahriger Arten, die in ihrer 
Verbreitung groBtentheils auf Chile beschrankt sind auf Grund des S. 26 
geschilderten Fruchtbaues als Section Hybocarpos von mir abgetrennt 
worden, 
der verschiedenen Formenkreisen der frttheren Gattung Phyllactis nahe 



Die tibrigen frttheren Valerianen habe ich, nach Aussehluss 



• 



stehenden V. a] v pifolia H.B.K. und # V. Bo nplandiana Wedd, einer- 

v E J. 

seits sowie V. coarctata Ruiz. Pav., V. serrata Ruiz. Pav., V. rumi- 
coides Wedd. und V. connata Ruiz. Pav. andererseits, mit den von 
Bentham und Hooker innerhalb der Gattune Phvllactis als Section 
Astrephiopsis abgeschiedenenen Arten sammtlich in eine Section (Eu- 
valeriana) vereinigt, da weder im Bau der Blttten noch der Frttchte 
wesentliche Unterschiede bei denselben vorhanden sind, und auch die 
Unterschiede im Bau der vegetativen Organe innerhalb dieses ganzen For- 
menkreises nirgends so bedeutend sind, dass sie die Aufstellung einer 
neuen Section berechtigten. Bei der Theilung dieser Section in verschie- 
dene Series lieBen sich namentlich die Unterschiede in der Ausdauer. im 
Bau der vesetativen Sprosse und in der Form und Consistenz der Laub- 
blatter verwert hen. Aus den von der Gattung Astrephia herttber eenom- 
menen Arten wurde auf Grund ihres Unterschiedes im Baue der Frttchte *) 
von den sewohnlichen Valerianen eine 



* 



eigene Section (Pseuda- 



strephia) aebildet. Ihre Vereinigung mit den ihnen im Fruchtbau- 
iihnlichen Arten der Section Hybocarpos schien mir deshalb falsch, weil 
sie sich an andere Arten der Section Euvaleriana zunachst anschlieBen 



* 









als iene, ein senetischer Zusammenhane; mit jenen daher nicht wahrschein- 
lich ist. Die vier nach Aufhebung der Section Astrephiopsis in der 
frttheren Gattung Phyllactis ttbrig bleibenden Sectionen habe ich no- 
minell beibehalten, aber nur die Section Aretriastum blieb unver- 
iindert und auch diese nur mit groBem Bedenken 2 ). Die Section Eu- 
phyllactis, fttr welche natttrlich wieder der ursprttngliche Name Phyl- 
lactis eingeftthrt werden musste, ward nur durch Hineinziehung der 
bisher zu Valerianopsis gerechneten Ph. densa Wedd. und Ph. in- 

mm 

conspicua Wedd. verandert 3 ). Mit denArlen der Section Valerianopsis 
habe ich auBer Val eri ana coarctata Ruiz. Pav., V. serrata Ruiz. Pav., 
V. rumicoides Wedd. und V. connata Ruiz. Pav. noch die meisten 
Arten von Bentham und Hooker's Section Porte ria vereinigt 4 ). Die da-" 
durch recht umfangreich gewordene Section ward wieder auf Grund 
einiger Verschiedenheiten im Bau der Inflorescenzen und in der Ausbil- 



* 






. 



4 - 









i) Vgl. S. 27. . 2) Vgl. S. 5 

BoUnische JahrbGcher. III. Bd. 



3) Vgl. S. 9 u. 22 f. 



4) Vgl. S. 9, 16f. 



3 



J 
















































. 



34 



■ 





















Fernando Hock, 


















dung der vegetativen Sprossc in verschiedene Series gelheilt. Meine Sec- 
tion Porte ria ist aus Vereinigung der Arten der Gattung Porteria Hook, 
im Sinne von Treviranus (Botan. Zeitung 1853, p. 353) mit Valeriana aly- 
pifolia H.B.K. und V. Bonplandeana Wedd. gebildet 1 ). 









2. IJbersicht der Arten and geographische Yerbreitung derselben 2 ). 












Patriilia Juss. Ann, Mus. Par. X, 311. 









I 



Sect. I. Centrotrinia Maxim, (in Bull. Acad. Petersb. XII, 67; Mel. 
Biol. VI, 267). Corollae tubus basi gibbosus vel calcaratus. Fruclus pro- 
phyllis superioribus adnatus. Stamina 4. 



- 



A. Corolla calcarata, calcari longitudine tubi. Caulis basi foliis plu- 



ribus, ceterum paucifolius. 



P. palmata. 









B, Corolla basi gibbosa, gibbo tubo breviore. Caul is lotus multis foliis 



p r a e d i t u s. 



P. gibbosa. 



P. palmata (Maxim, mel. biol. vol. 6, p. 267): Subalpine Walder des slidlichen 
und mittlercn Nipon [Senano (Tschonoski), Hakoni (Maxim., Savatier n. 547)]. 

P. gibbosa (Maxim, mel. biol. vol. 6, p. 267); Niirdliches Nipon in subalpinen 
Waldern [Nambu (Tschonoski)]; Yesso um Kratere von Vulkanen , an Waldrandem 

(Maxim,). 

t 

Yerbreitung der Section: Subalpine Orte auf Nipon und Yesso. 






Sect. 2. Pa laeopat ri nia +. Corollae tubus nee gibbosus nee 
calcaratus. Prophylla superiora interdum desunt, si adsunt fructui laxe 
adnata. Stamina 4. 

Ser. (1) P. rupestris +• Rhizoina plus minus ascendens, inter- 
dum longum. Folia basalia plerumque multa. Folia sessilia, saltern partim 
pinnatisecta , lobi impari reliquos magnitudine vix superante. Prophylla 
superiora semper adsunt. 

A. Prophylla superiora subtriloba. Folia basalia, nunquam fere caulina. 

P. sibirica. 



B. Prophylla superiora oblon ga. Folia et basalia et caulina. 






■ 






» 



P. intermedia, P. rupestris, P. heterophylla. 



I) Vgl. S. 5, 7, 9, 17f. 

%) Die Gattung Valeria nella wurde hier ganz unberucksichtigt gelassen 



— Eine 

analytische IJbersieht habe ich nur liber diejenigen Gruppen gegeben, von denen ich 
eine gentigende Anzahl Arten entweder aus Autopsie oder aus Angaben der Litteratur 
hinreichend kannte, um iiber ihre Stellung sicher zu sein. Sie wurde auch dann unter- 



lassen, wenn es aus Angaben der Litteratur mir wahrscheinlich war, dass noch bedeu- 

i 

tend mehr Arten , die mir bisher nur noch nicht hinreichend bekannt waren , in die 
betreffende Section gehoren wiirden. — Auch bei Angaben von Slandorten , welche aus 
der Litteratur entlehnt waren , wurde der betreffende Sammler als Cavent hinzugefiigt. 
Nur dann, wenn die Angabe eincs solchen fehlte, wurde das betreffende Werk citirt. 
Hierbei bedeutet: G. = Greniek et Godron, Flore de France; K= Koch, Flora von 
Deutschland und der Schweiz; DC = De Candolle, Prodromus; N = Nyhan, Conspec- 
tus florae Europaeae. — Andere Abkiirzungen sind allgemein gebrauchlich oder leicht 
versinndlich (so h. K = Herbarium Kiel, h. M » Herbar. Monach.). 















• 



I 












« 



35 









I 






P. sibirica (Juss. ann. mus. 10, p. 311): Ostabhang ties Ural [bei Slatust (Leh- 
mann) Uspensky, Falk, Lessing] ; baschkirische Steppe (Eversmann in h. Ber.!); Altai 
(Pallas, Karel. u. Kiril. Meyer, Bunge, Fischer, Patrin, Ehrenberg in h. Ber.!); Sajan- 
Gebirge [Lessing in h. Ber.!, Stubendorfi, Czerski u. Hartung; am Grenz-Majak, aus 
<lem Quellgebiete der beiden Changa-Fllisse (Czekanowsky), am steilen linken Ifergehange 
des Kossogol-Sees und der Borochapsul-Miindung (Czekanowsky), Uriim -chair- Thai 
(Czekanowsky), Alpe Manku-Sardyk (im Walde, Czekanowsky; bis zu einer Hohe von 
51000 FulS, Radde), an den guelfen des Irkut (Radde)]; Mongolei (Bunge); Wuste Gob 
Izwischcn den Flussen Onon u. Argun (Radde)] ; Daurien [Amman, Pallas, Turcz., Pan- 
zer, Treskin, Vlassov; zwischen dem Argun u. Gasimur (Radde)]. Baikalisches Sibirien 
(Pallas, Georgi, Sievers, Turcz., Sclitschukin); Krasnojarsk (Turcz.); Insel Olchon (Turcz.), 
Schinki (Turcz.); Witim-Olekmaland, am Flusse Absad (Maydell). Zwischen Jakutzk u. 
Ochotzk (Turcz.). Stanowoi-Gebtrge, zwischen den Flussen Muolat u. Seja (Paulowsky); 
Tunka und Schibet (Schtschukin). Katuphindigoi und Chorma-Berge (Stubendorfi). 
Ajan (Tiling in h. Ber.!). Aus der Gegend von Wiluisk (Baron Maidel). Arktisches Sibi- 
rien (zwischen dem Oberlauf der Maiyda und der Miindung des Alakit und am unteren 
Ugojan (Czekanowsky und Mueller)]. 

P. inter media R. et Sch. Roem. et Schult. syst. 3, p. 90): Westsibirien (Ehren- 
berg in h. Ber.!). Altai (Andrejeff, Bunge in h. K.!, Koptjeff, Ledebour in h. Ber.!, Lud- 
wig, Politoir, Potanin, Schangin, Tschihatsch.); im Saissan-Gebiete Bunge, Potanin). 
Tarbagatai (Karelin). Alatau (Ludwig, Schrenk, Semenoff). Aktschauly am Karakol 
(Karel. u. Kiril. n. 286!). Russland (Brandt in h. Ber.!). Imess (Patrin in h. Ber.). 

P. rupestris (Juss. ann. mus. 10, p. 311): Krasnojarsk (Turcz. Helm). Jrkutzk 
(Schtschukin in h. Ber.!). AmBaikalsee (Kruhse). Werchne-Udinsk [sehr hiiufig(Augusti- 
nowicz)]. Kiachta (Asiat. Depart.). Nertschinsk (Sensinoff in h. Ber.!, Turcz.). Jakutzk 
[am Berge StiikkOl (Stubendorfi}]. Zwischen Jakutzk u. Ochotzk (Stubendorfi u. Turcz.!). 
Ostsibirien (Adams!). Kamtsohatka (Kegel u. Merk). Burejagebirge (Radde in h. Ber.!). 
Am Ussuri (Maxim, in h. Ber.! Maack). Kiiste der Mandschurei [von 44—45° n. Br. 
(Wilford in h. Ber.!)]. Wai-Fudin an der St. Olga-Bai [an Felsen mit Siidevposition 
hautig (Maxim.)]. Daurien (Led.!) zwischen Argun u. Gasimur (Radde). Wuste Gobi 
zwischen Onon u. Argun (Radde). 

P. helerophylla (Bnge. Mem. sav. etr. deSt.Ptrshrg.il, 109): Gebirge des nord- 
lichen China an den Grenzen der Mongolei (Bunge). 

Verbreitung der Series: Russland, ganz Sibirien, Mandschurei 

und Mongolei. 



• 



Ser. (2) P. scabiosaefoliae. Rhizoma plus minus verticale. 
Folia basalia pauca interdum petiolata, caulinis sessilia. Folia ricida, sae- 

pissime discoloria, pinnatipartila lobo impari reliquos plerumque niulto 



. - ■ 






superante. Prophjlla superiora saepe desunt. 

A. Prophylla superiora adsunt, 

P. scabra, P. villosa, 
15. Prophylla superiora desunt. •> 1 'fa gMli'tllfc't'f 

P. scabiosaefolia, P. hispida, P. parviflora. 
P. scabra (Bnge. PI. Mohong. Chin, ex ann. sc. nat. VI, 62); Nordliches China bei 



Peking (Bunge). 

P. villosa (Juss. ann. mus. 10, p. 311): Kiusiu [Nagasaki (Oldham n. 524!, Buer- 
ger)]. Nipon [lwa^ama Siebold), Hakoni und Sagami (Savatier n. 574)]. Yesso | Hako- 
date (Maxim.)]. 

P. scabiosaefolia (Link, enuni. h. Ber. 1, p. (31): Werchne ldin.sk (Hb. Led.). 
Daurien, zwischen dem Argun und Gasimur (Radde in h. Ber.!). Zwischen Tschila u. 

3 



' 















I 










































36 



• ■ 



Fernando Hock. 



I 



4|, 















Nertschinsk Augustinowicz), Nertscbinsk (Sensinoff in h. Ber.!, Schtschukin. Turcz.), 
Nertschinskoi Sawod (Sosnin:; Mandschurei (an der Ktiste von 44 — 45° n, Br. (Radde, 
Wilford in h. Ber.!); am Sungari (Maxim.); auf trockenen Prarien bei Kjaure gemein 
(Maxim.); am Ussuri (Maxim, in h. Ber.!<, burejisches Gebirge ('Radde in h. Ber.! )]. 

P. hispid a (Bnge. PI. Mohong.-Chin. ex aim. sc. nat. VI, 63): Nordliches China, 





















bei Peking (Bunge) Bai Possiet Maxim.). Am Amur zwisehen der Mundung des Sungari 
und Ussuri (Radde in h, Ber.!). 



i 



' 



A ■' 



P. parviflora (Sieb, et Zuec. fam. nat. 678): Montane Regionen von Kiusiu [Naga- 
saki (Oldham n. 525!); auf den Bergen Tori Kitoge und Fija Madsu (Buerger)] und des 



r 



mittleren Nipon [bei Yokoska (Savatier n. 575)]. 

Verbreitung der Series: Daurien, Mandschurei, nordliches China 
und Japan. " 



i ■ > i 



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- ' . ,S"'-!JJ 



Ser. (3) P. ovatae. Folia omnia longe petiolata, integemma, cau- 



lina ovata. 



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* 



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P. ovata 'Bnge. PI. Mohong-Chin. ex ann, sc. nat. VI, 62): Nordliches China, bei 
Peking (Bunge). 






' 1 

Verbreituns; der Section: Russland. Sibirien. Mandschurei, 

— f * m m 



• I 



Moncolei, nordliches China und Japan. 



• 



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Sect. 3. Monandropatrinia -(-* Corolla basi aequalis. Stamen 1. 



Fructus prophyllis superioribus adnatus. 









i 





















• 



P. m onandra (Clarke in Hook, ft. Brit. Ind. II, p. 240): Himalaya, Sikkim, 1200 m. 



[Simonhong (Hooker); Yoksun, Hee (Clarke)]. 



s 






■ 






: 






i 



Verbreitung der Gattung Patrinia: Nordliches und nordostliches Asien, 
eine Art im Himalaya, eine andere vielleicht nach dem europaischen Russ- 
land bin verbreitet. " l 



■ 












; 









Nardostachys DC. Mem. Valer. 4, t. i, 2. Prodr. IV, 624. 









i 



A. Tubus corollae limbo plus qua in duplo longior. Ovarium lob is 
calycis fere duplo longius. Corolla basi fere regularis. Folia lanceolata 
autoblonga. ^ N. grandiflora. 

B. Tubus corollae limbo minus duplo longior. Calycis lobi lo ngi- 
tudine ovarium fere aequ antes. Corolla basi gibbo parvo instructa. 



Folia linearia aut lineari-lanceolata. 









, -/ {k i 



■■ • , 



N. Jatamansi. 












N. grandiflora DC. Coll. mem. VII, t. 8)1): Gossain Than in Nepal (Wallich in 
h. M.!), Sikkim, 300—3900 m, (Hook. u. Thomson in h. M,!), Mon Lepeka. 3000— 3900 m. 
(Anderson in h. M.!), Kumaon (ex mus. soc. Ind. or. in h. Ber.!). 

N. Jatamansi (DC. 1. c. t. 4): Sikkim 3600— 5000m. (Hooker in h. M.I), Isamoon 
in Nepal (H. Kiel!). 

Verbreitung der Gattung Kardostachys; Mittlerer Himalaya. 



- 






— -^-T-' \ A 



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I.) 



1 






j 4) Da die beiden Arten nieht stets richtig unterschieden und von Hooker Flora of 
British India) auch vollkommen vereinigt sind, gebe ich nur die Standorte an, von denen 
mir Exemplare vorgelegen haben. 






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Beitwge znr Morphologic, Griippirinig mid gcographischcn Verbreitung der Valerianaccen. 



37 



Plectritis DC. Mem. Valer. 13 et Prodr. IV. 631. 
Sect. 1, Euplectr it is +. Fructus uniloculars, ioculis vacuis in 



alas exeuntibus. Corolla subbiiabiata. 



i 



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A. Corolla distincte bilabiata. Corollae I obi superiores tubo 



p a u 1 1 u m m i n o r e s. Calcar tubo multo brevius. 



. t; -J 



. P. conges ta. 



B. Corollae limbus paullum irregularis. Corollae lobi plerum- 

quetubidimidiumaeuuantes. .«..;■ 

a. Calcar corollam aequans vel superans. Stamina corollam super- 



antia. 









P. macrocera* 



b. Calcar corollam longitudine vix aequans. Stamina corollam fere 



aequantia. 












P hrachystemon. 



P. congests (DC. prodr. IV, p. 631- Vancouver* Island (LyalL, Wood, in h. 
Ber.!) am Oregon von der Kiiste bis Wahlamet (Douglas, Scoule, Nuttal, Tolmey) und 
Semiahmoo Bay im Staate Oregon (Lyall. in h. Ber.!). 



P. ma croc era (Torr. et Gray Fl. N, am. II, 4 9;: Californien (Douglas). ' 

P. brachystemon (Fisch. et Mey. ann. sc. nat. V, 189): Californien (Fischer u 



Meyer). 



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Verbreitung der Section: WestkUste von Nordamerika von de 
Vancouvers-Insel bis Californien. 

Section 2. BetckeaDC. (sub tit. gen. in Mem. Valer. 18 et Prodr. 
IV, 642). Fructus triqueter, unilocularis, non aJatus. Corollae limbus fere 
regularis, brevis. 


















A. Bracteae ovario longiores, longe connatae, pinnatiseetae. 

P. major. 

B. Bracteae ovarium fere aequantes, basi tantum connatae, di- 



stincte pinnatipartitae. 






• * 









P. samolifolia. 






P. major (Fisch. etMey.) +. — Betckea maior (Fisch. et Mey. ann. sc. nat. V, 189). 



Neu-Californien. 






■ ■ 












P. samoli folia (DC.) +. — Betckea samolifolia (DC. prodr. IV, 642): Chile [St. 



Jago (Philippi 405 !), bei La Quinta, Quillota (Berlero in h. K.!)]. 






i 






Verbreitung der Section: Neu-Californien und Chile. ' 

ampl.): WestkUste von Nord- 



Terbreitung der Gattuog Plectritis (sens. 



ainerika und Chile. 






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Fedia Moench Meth. 493 (non Adans. nee Gaertn.). 



. 



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F. Cornucopiae (DC. fl. fr. 4, p. 240) i): Nordafrika [Algier (Schimper in h. K.I)], 
Portugal (N), Siidliches Spanien [Xeres de la Frontera (Winkler in h. Engler!), zwischen 
Medina Sidonia und Chiclana (Hb. Kiel.!), Chiclana (Willkomm), Sevilla (Lange)], Sar- 



■ 



1 






dinien (N), Sicilien [Palermo (Lehmann in h. K.!)}, Sud-Italien (N), Ligurien [Nizza (N)], 
Peioponnes (Fauche), Konstantinopel (Sibthorp), Kandia [bei der Stadt Kandia (Held- 
reich}], Armenien (Hb. Kiel!). 

Verbreitung der tattling Fedia: Fast durch das ganze Mittelmeergebiet. 












. 



- 



1) Ob die Abtrennung der F. graciliflora Fisch. et Mey. richtig ist, oder ob diese 
Form, wie verschiedene Autoren annehmen, keine selbststandige Art sei , kann ich nicht 
entscheiden, da keine Exemplare derselben mir zu Gebote standen. Ich lasse sie einst- 
weilen ganz fort. - 



' 






























. 





















38 






Fernando Hock. 






< 










































Astrephia Dufr. Hist. Valer. 50 pr. p. 

A. chaerophyl I o ides (DC, prodr. IV, p. 629): Peru [auf Hiigeln und Hainen bei 
Lima und Chaucay (Humb. u, Bonpl.), bei Loxa (Humb. u. Bonpl. in h. Ber.!)], Chile 
(Poeppign. 5i!). 

Verbreitung der (jattuag Astrephia (sens- strict): Peru und Chile. 






Vale 






4- 



Gen. n. 44 pr. p. 

[ ). Herbae perennes vel annuae aut suf- 
frutices. Folia eaulina raro deficientia, neque unquam decussata nee imbri- 
eata. Bracteae saepissime liberae, rarissime basi vix connatae. Inflorescen- 
tiae e cymis compositae, rarissime cymae parvae inflorescentiam spiciformem 
formantes. Fructus neque tuberculo appendiculatus, neque valde verru- 

• * 

cosus, saepissime papposus. 

Ser. (4) V. tuberosae -+-• Herbae perennes radice tuberosa sim- 
plici. (Tota planta post fructificationem mortua, una tantum radix adven- 



■ 



tiva tuberosa, radicem primariam novam praestans, persistens). Fructus 
oblongus, compressus, utrinque inter nervos lineatim hirsutus. Folia ba- 
salia oblonga, in petiolum attenuata, caulina pinnatipartita. Gorollae tubus 
limbi lobis longior. Infl. capituliformis. 

A. Bractea pallida, fructu brevior. 



V. tuberosa 



B. Bractea nigricans, albo-marginata, fructu longior. 

V, leucophaea. 

V. tuberosa (Linn. spec. 4G;: Portugal (N); Spanien [Galicien, Arragon und ka- 
stilien (Lange); Granada: Sierra Bermeja (Willkomm n. 733!); Sierra de Mijas (Boiss. 
in h. K.!)]; Pyren&en [Saugue (Bordere in h. Ber.!)] ; Italien [Col di Tenda (H. Berol.!), 
Toseana (Schleicher in h. Ber.!), Apulien (Sieber in h. Ber.!), Vesuv (Link in h. Ber,!]; 
Sicilien (Lehmann in h. K.!); Nordafrika [Oran (Montagne in h. Ber.!), Algier (Boiss. u. 
Reuter in h. Ber J)]; Littorale [Karst zwisclien dem Monte Spaccato (Graf in h. Ber.!) 
und dem Dorfe Padrich O/j Stunden ostlich von Triest (Grabowski in h. Ber.!)]; Krain 

■ 

(K); Kroatien (N); Saratow (Albers in h. K.!); Dalmatien [Ra&msa (Pichler in h. Ber.!); 
auf dem Monte Marian und urn Clissa bei Spalato (Petter in h. Ber.!)] ; Herzegowina (N); 
Serbien (N); Griechenland (Parnass (Boiss.); Kyllene, 1800m. (Orphanides 252!); Kan- 
dia (Boiss.); Cypern (Sibthorp); Sudrussland [Borysthenes bei Jekaterinoslaw (M. Bieb.); 
am Don (Helming); an der unteren Wolga (Pallas, Falk, M. Bieb!;]; Kaukasien [Iberia 
(Wilhelms), Schuragel Koch), Bescht (Hohenacker in h. k.!]; Sudabhang des Ural (Les- 



sing in h. Ber.!, Falk); kirghisische Steppe (Falk, Lessing); kaspische Steppe (Claus); 
Taurus (M. Bieb.); Westsibirien [Barguslai (Waldburg-Zeil n. 183!); Irtisch, zwischen 






Korjakowskoja und Semipalatinsk (Karel. u, Kiril. n. 13!) 

V. tuberosa van eriophylla Led.: Kaukasus [Hirtscha (Nordmann)]. 

V. leucophaea (DC. prodr. IV, p. 641): Alpine Region der Gebirge vom nordlichen 
Kleinasien (siidlich von Samsun und Paryadres (Tschihatsch,!)]; Armenien [Erserum 






i 



(Brant in h. Ber.!); Bingoldagh und Techdagh, 2400 — 3000m. (Huet), Nachitschewan 
[Buhse], Persien (Aderbidjan bei Sshahend (Buhse)]. 



■ 



1) Der Diagnose nach fcillt diese Section ungefahr mit De Candolle's Sect. Phu zu- 
sammen, doch gehoren in jene Arten aus fasl alien von mir aufgestellten Sectionen. 



' 















Beitrage zur Morphologie, Griippining uud geograpliiseheii Verbreitung der Valerianaceen. 39 






Verb re it ling der Series: Auf Gebirgen des Mittelmeer- und des 
westlichen Steppengebiets. 

Ser. (2) V. dioicae +• Herbae perennes. Folia carnosula, cras- 
siuscula, saepissime nervis curvalis, lamina in petiolum transeunte. Rhi- 
zoma saltern nonnulis internodiis elongatis, saepe ramosum, nunquam tu- 
berosum. Gorollae tubi et limbi proportio diversa. Fructus nunquam 
utrinque inter nervos lineatim hirsutus. 



■ 



■ 



A. Tubus corollae limbo 6-plo longior. Rhizoma multiccps. Rami ascen- 



dentes. Cyma pauciflora. 



\\ Ion gi flora. 









! 



B. Tubus corollae limbo minor aut max i me 3-plo longior. 
a. Corollae tubus brevior limbo. 

a. Ramus novellus primarius ex axillis folii basalis infe- 

* 

rioris proveniens. 



I. Infl. conferta capitul iformis. 






1. Fructus unilocularis. Bracteae basi liberae. Folia ci- 



liata. 



V. supina. 
2. Fructus trilocularis. Bracteae basi connatae. Folia 



* 



glaberrima 



I', saliunca. 









II. Infl. laxa, non capitul iform is. V. saxatilis. 

3. Ramus novellus ex axillis folii basalis summi (infl ore seen- 

* 

tiae proximi) proveniens. 

I. Fructus slaber. Infl. pyramida lis. I'. elongata.. 

II. Fructus pilosiusculus. Infl. subsp ic ifo rm is. 

V. celtica. 

b. Corollae tubus limbum longitudine aequans aut superans 









a, Fructus glaber. 



. 



I. Bracteae fructu longiores. V. saxicola, V. globular iae folia. 



II. Bracteae fructu breviores. 









* 












1. Corollae tubus limbum aequans aut paullum superans. 

F. dioica, V simplicifolia. 
%. Corollae tubus saltern limbo duplo longior. 

* Infl. laxa. Caules pumili ; folia basalia indivisa, integra, ovata 
vel ovato-oblonga, obtusa, basi in petiolum lamina saepius lon- 
giorem abrupte angustata, folia caulina infima breviter petiolata 

- 

tripartita, suprema sessilia lanceolata. V. olenaea. 

TT Infl. densa. 

* Bracteae ovarium aequantes. Caules tenues sub- 



Jk - . 1 « » f ' r * * . * * . 



- 






scapiformes; folia tenera, ad basim caulis congesta, parva, 
infima pauca ovato-rotunda, integra, longe petiolata, cetera 
pinnatisecto-lyrata, folia caulina nulla vel minima laciniis 
brevibus linearibus instructa. V. oligantha. 



1 ■ M 



** Bracteae ovario breviores. Caules humiles sim- 



> ' 






-. 






. 



plices; folia basalia pinnatisecta segmentis lateralibus 
oblongis vel obloneo-lanceolatis, terminali maiore ovato 
vel lanceolate, foliorum caulinorum laciniae setaceo- 

lineares. V. daghestanica. 






p. Fructus pilosus aut pilosiusculus. 
a: I. Rhizoma ramosum. V. speluncaria. 



"1 II. Rhizoma simplex, radices fibrosas tantum emittens. 



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■ 


















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40 






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■ 

Fernando Hock. 






* 



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1. F met us a nticc inter nervos bilineatim pilosus. 



, 












V. Phu. 









2, Fructus irregulariter pilosus aut pilosiusculus. Radices 






fibrosae crassiusculae. 






• 






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■ b 

F. Leschenaultii (incl. V. Brunnoniana et V. aquatica). 



- • 



V. longiflora (Willk. Sert. Fl. Hisp. p. 69): Mittlere Pyrenaen (Kloster St. Juan 



• 



• 



de la Peiia bei Jaca in Aragon, 350 m. hoch (Willkomm n. 386!)], 

V, supina (Linn, mant, 27<*): Alpine Region des centralen Alpenstockes in Steyer- 
mark (N), Ktirnthen (h. Berol.I), Salzburg [Hundstod bei Saalfelden im Pinzgau (Sauter 
in h. K.!], Tirol [Kirschbaumer Alpe bei Lienz (Engler!, Schrader in h. Ber.!), Schleern 
(Engler!], Kaiserberg (Klotzsch in h. Ber.!), Tierscher Alpe bei Botzen (Fleischer in h. 



Ber.!)] und der Schweiz (N), sowie auf AuslSufern derselben in Baiern [Mittenwalde an 
der Isar (Belon in h. Ber.!), Berchtesgaden (Funck!)] und Norditalien (N). 

V. saliunca (AIL ped, 1. p. 3, t. 70 f. 1): Hohe Gipfel der steirischen (K), tiroler 
(N), penninischen [Riffelberg bei Zermath (Jahns in h. Engler!), Mt. Fouly (Grabowsky 
in h. Ber.!), Thomas, Nageli in h. K.!l, grayischen ^Cordienne, Seringe in h. Ber.!) und 
cottischen Alpen [Montagne desTrois Evech£s oberhalb Villars d'Ar&ne, 2500 m. (Ozanon 






in h. Ber.!), Vars bei Embrun (Hb. Kiel.!)], sowie derApenninen von Norditalien [Piemont 

■ 

(Beliardi in h.Ber.!)] und Mittelitalien [Abruzzen (N), Monte Vittore in Umbrien (Link in 
h. Ber.!)]. 

V. saxatilis (Linn. spec. 45): Alpen der Schweiz (K), von Oberbaiern [Tegernsee 
(Einsele n. 71!), Partenkirchen (Belon in h. Ber.!), Reichenhall (Dietrich!), Spitzenzell 
(Engler!), Vorderries im Isarthale (Engler!)], Vorarlberg (Hohen. n. 517!), Tirol [Monte 
Spinale (Engler!), Rattenberg (Gebhard!), Schleerklamm (Engler!;], Salzburg [Kapu- 
zinerberg, Hinterhuber in h. K.!), RadstSdter Tauern (Funck in h. Ber.!)], Salzkammer- 
gut [Dach stein (Kotschy in h. Engler!)], Sudosterreich (N), Steiennark (K), Karnthen [Alpe 
Caba (Sieber in h. Ber.!), Loibl (Engler!)], Krain [Germadaberg bei Bilichgr&tz (Freyer 
n. 1548!)], Kroatien (N) und Norditalien [Monte Baldo bei Verona (Balbis in h. Ber.!), 
am Lago di Como (Gay in h. Ber.!)]. Siebenbiirgische Karpathen [Piszku Lauti , Buc- 



fl. transsilv.)]. 






.* . 



sees (F 

V. elongate (Linn. spec. 1664): Alpen von Tirol [Kirschbaumer Alpe (Engler!, 
Muter in h. Ber.!), Schleern (Fleischer in h. Ber.!), Schleerklamm (Engler!), Bachera, 
1800— 2100m. (Huttorffin h. Ber.)].. Steiermark [Hoch-Schwab (Gebhard in fa. Ber.!)], 
K&rnthen [Petzenalpe (Welden u. Freyer in h. K.)], Krain [Wocheiner Alpen (Gebhard!)] 
und Osterreich [Lahnefeld bei Windischgarsten, 1900 — 2200 m. (Oberleitner u. a. in h. 
Ber.!)], Siebenbiirgische Karpathen [Vurfu Jetzilui, Dsamini (Fuss fl. transsilv.;], Wol- 

i 

hynien (Besser!). 

V. celtica (Linn. spec. 46): Alpine Region der Alpen von der Lombardei (N), Pie- 
mont [Bitta Furka (Auerswald in h.Ber.!), No vara (Balsamo in h, Ber.!)], Savoyen [Mont 
Cenis (Seringe in h. Ber.!)], der Schweiz [Wallis (Hohenacker n. 518!)], Tirol (GroC- 
glockner auf Glimmerschiefer, 2200m. (Huter in h.Ber.!)], Salzburg [Speik-Kogl in 

- 

den Radsladter Tauern (Reichenb. Fl. germ, exsicc. n. 215!)], Steiermark [Eisenhut, 
2000m. (Engler!), Reichenstein bei Eisenerz (Gebhard in h. Ber.!, Judenburger Alpe 
Sieber in h. Ber.!)], Oberosterreich [Windischgarsten (Oberleitner in h, Ber.!)] und 
KKrnthen (Schwagrichen, Miiller in h. Ber.!), Krain (Miiller in h. K.I). 

1 I 

V. saxicola (C. A. Mey. Verzeichniss d. Pflzn. am Katikas. 42): Alpine und sub- 



1) Bei den in einer Gegend sehr verbreiteten Arten sind, wie es schon zu einzelnen 
Malen fruher geschah, nur die speciellen Orte des betreffenden Gebietes angegeben, von 
welchen ich Exemplare jener Art gesehen habe. In einzelnen Fallen, wo Exemplare aus 
alien Theilen des Gebiets vorlagen, wurden auch jene Angaben fortgelassen. 












■ 






. 















Beitrage zur Morphologic, (iruppirung unci geograpliischen Verbreituiig der Valerianacecn. 41 









alpine Region des westlichen Kaukasus [1800 — 2400 m. (C. A. Meyer)] und des dstlicheii 
Kaukasus (Gunib und Talohori in D^ghestanien, 1500 — 4550 m, (Ruprecht)J. 

V. globulariaefolia (Ram. in DC, fl. ff; 4, p. 236): Pyrenaen von Mont Louis 
bis Eaux- Bonnes [Llaurenti (Endress in h. K.!), Somaoute (Bordere in h, Ber.!), Pic 
d'Eres Lids (?de Carlides) (Fltigge in h, Ber.!, Troumouse (Bordere in h. Ber.!), Gedre, 
1800m. (Bordere in h. Ber.!), Eaux-Bonnes (Desvaux in h. Ber.!)]. Alpine und sub- 
alpine Region des kantabrischen und asturischen Gcbirges (Lange). Sierra Nevada [Sagra 

Sierra (Willkomm)]. 

V, dioica (Linn. spec. 44); Europa mit Ausnahme Irlands, der nordlichen Tlieile 
Skandinaviens und Russlands, sowie des siidlicheren Mediterrangebiets. Nordliches 
Kleinasien (Boiss,). Westlicher Himalaya von Kashmir bis Karakorum, 3300*— 3900m. 
(Clarke), Nipon (Franchet u. Savatier). 

V. simplici folia 'Kabath 1 ) Flora v. Gleiwitz): Schlesien [Rybnick (Fritze, Ascher- 
son in h. Ber.!)], OstpreuBen (N), Polen (N), MShren (N). 

V. olenaea (Boiss. et Heldr. Diagn. Ser. 11, 2, p. -118): Hohe Gipfel der Gebirge von 

Morea [Olenos, 1900 m. (Heldreich, Zirmes, 2600m. (Orphanides n. 94 !), Ziria 1650 

1 950 m. (Pichler in h. Ber.)]. 
"" V. oligantha (Boiss. et Heldr. Diagn, plant, orient, nov. X, p. 72): Westlicher 

Taurus [Stavros (Heldreich in h. Engler!)]. 

V, daghestanica (Rupr. Mss.}: Ostlicher Kaukasus in der alpinen Region [Anti- 
schabola, 2500m. (Ruprecht), Daghestan : Djultidagh, 3000m. (Ruprecht) und Kurusch, 
2400— 3000 m. (Faust)], 

V. speluncaria Boiss.: Mittlerer Taurus [Sara bei Ermenek. 1500m., in Spalten 
von Hohlen (Peronin)]. ' 

V. Phu (Linn. spec. 45): Heimisch wohl nur im Ural [Iset (Pallas)], Kaukasus [alpin 
und subalpin, 1400 — 2250 m. z. B. bei Derbent (Gmelin)] und in Armenien (Nordmann). 
Haufig cultivirt und daher eft verwildert, so inSpanien [Kastilien und Katalonien (Lange)], 
Frankreich [Grenoble, Agen, Bordeaux u. s. w. (G)], Italien (Schlickum in h. Engler!), 
Osterreich (Fintelmann in h. Ber.!;, Schlesien (Fintelmann in h, Ber.!), Liefland (Led.) 

u. a. a. O. 

V. Leschenaultii (DC. M6m. Valer. VII) (sens, amp!.): Neilgherries (Wight 
n. 1373!) Perrottet in h. Ber.!). 

"Verbreitune der Series: Gebirse der drei stideuropaischen Halb- 
inseln, Pvrenaen, Alpen, Karpathen, Kaukasus, Taurus und armenisches 
Hochland, zwei Arten auch in Vorderindien , eine von diesen gleichfalls in 
Japan und ttber den groBten Theil Europas verbreitet. 

Ser. (3) V. officinalis +• Herbae perennes* Rhizoma plerum- 
que breve, verticale, internodiis omnibus abbreviatis, e superioribus tan- 
tuin vel ex omnibus internodiis radices fibrosas (plerumque teneras) emit- 
tens. Folia distincte petiolata, plerumque herbacea, nervis vix curvatis. 
caulina omnia et basalia saltern partim pinnatifida. Infl. fructifera saepe 



"•: . 



1 1 _ -- _ i _ a A t* \ 



multo magis effusa, quam infl. Horifera. Corollae tubus limbo saepissime 
longior. 



.■ 



9 






A. Cyma fructifera nunquam multo magis effusa quam cyma flo 
" rifera. 






a. Folia camosula. Corollae tubus limbo brevior. Fructus glabcr. 

K. petrophtla. 

. - • 



1) Diese Art wird h&ufig nur als Varietat der vorigen betrachtet. 









a 



. 










































• 



42 









Fernando Hock. 



* 





















• 







































1 






b. Folia herbacea. Corollae tubus limbo longior. 

ot. Rkizoma multas radices fibrosas tenues e superioribus et ple- 
y rumque ex omitibus internodiis edens. 

I. Folia basalia partim integra. } 












1. Bracteae subduplo breviorea fructu piloso. Infl. thyr- 



so idea. 



, 









V. ficariae folia. 



2. Bracteae f rue turn g lab rum longitudine fere aequan- 















tes. Infl. corymbosa. 
II. Folia omnia pinnatipartita. 



F. heterophylla. 



' 






• 



> 



■ 



1. Infl. thyrsoidea aut corymbosa. 

+ Infl. thyrsoidea. Folia basalia subnulla. Fructus pilosus. 

I'. Stracheyi. 












• 



Infl. corymbosa. Folia basalia plerumque mulla. Fructus 

glaber aut altera facie aut utrinque pilosus 1 }. 

* Rhizoma v e r t i c a I e. V. sambucifolia, \ \ officinalis (incl. 



« 



V. exaltata Mikan et r. dubia Bge.). 






** 



Rhizoma fere repens. Fructus glaber. 



V. capensis. 






2. Infl. capituliformis. Bracteae ciliatae, fructui undique piloso 



subaequilongae. 



A 






V. sisymbri folia. 



(3. Rhizoma paucas radices fibrosas emittens. Fructus facie an- 
tica pilosus, facie postica subglaber. Bracteae non ciliatae, fructu duplo 



breviores. 



V. Dioscoridis. 



* i 






B. Infl. fructifera multo magis effusa quam infl. florifera. 






a. Fructus p il osus. 

a. Caulis superne foliis instructus. 









1 









• 












* 



I. Bracteae lineares, acuminatae, ovarium oblongum Ion- 

gitudine paene aequantes. V. Arnottiana, V. Hardwickii. 

II. Bracteae lanceolatae, rotundatae, apice coneavae, interdum 
remoto-serratae, ovarium oviforme longitudine superantes. 



^ Caulis superne bracteis instructus. 



V. javanica. 
\\ Hookeriana. 



b. Fructus glaber. Caulis pilosiusculus. Folia pinnata lobis multis, lobo 



I 



impari 3 — 5-fido. 



•• 



V. Moonii. 



V. petrophila (Bnge. in Led. II. alt. I, p. 54): Gebirge des sudwestlichen Klein- 
asiens (Berg in h. Ber.!) und Armeniens [Eriwan (Seidlitz in h. Ber.!)]. Afghanistan 
[Kuschuk, 2200 m. (Griflf 274)], Alatau [an den Quellen des Sarchan unci Aksu (Karet. u. 
Kiril. n. 1564!)]. Ostlicher Altai (Bunge in h. Ber.!) und altaisches Sibirien am Flusse 
Tschuja (Led.). , 

V, ficariaefo lia (Boiss. fl. or. Ill, p. 89): Nordostliches Persien [bei Siaret 



> 



f • 



(Bunge), zwischen Teheran und Isof (Bunge in h. Ber.)]. 

V. heterophylla (Turczan. Cat. pi. Baik, n. 574): Baikalisches Sibirien (Turczan. 
in h. M.I) am Urgiodei (Schtschukin). 



; 






, V. Stracheyi (Clarke in Hook. fl. brit. Ind,): GemaBigte Zone des Himalaya. [Von 
Kashmir bis Kumaon, 1200 — 2400m. (Thomson!, Strachev u. VVinterbottom), Sikkim 
(Hook. U.Thomson n. 6!)]. 

V. sambucifolia (Mikan in Roem. et Schult, syst. 1, p. 351): Skandinavien (N), 
Seeland (Lange in h. Ber.!), Island (N), England (Nj, Holland (N), Pyren&en [montan 
und subalpin (Lange)], Jura (N), Tirol (N). Durch Mahren nach Osterreich und Steier- 



1) Dieses so ganz verschiedenartige Verhalten der Frucht in Bezug auf Behaarung 



habe ich an der gewohnlichen, audi hier vorkommeuden Form der V. officinalis L. 



beobachtet. 
























■ 



























Beitriige ztir Morphologic, (iruppirung und geographischen Verbreitung der Valerianaceeu. 



43 






mark (K), Riesengebirge [Schneeberg (Giinther in h. Ber.!)], Schlesien [Breslau (Kng- 

-9 

ler!}], Rheinprovinz (Hohen, n. 516!), OstpreuGen [Waldau (Kornicke in h. Ber.!)], Kar- 
pathen (N), Siidrussland [Inseln der unteren Wolga (Becker in h. Ber.!), Serbien (N). 

- 

V. officinalis (Linn. spec. 45) l ): Ganz Nord- und Mitteleuropa, Frankreich 
[wahrscheinlich niit Ausnahme der ,01ivenregion (G)]. NOrdliches und mittleres Spa- 
nien (Lange). b'estland von Italien (N), Sicilien (selten, N). Macedonien, Kaukasus und 



transkaukasisclie Provinzen (Boiss.).. Am caspischen Meer (Wcidcmann in h. Ber.!). 
Westsibirien [Schtschutschja-Sund [Waldburg-Zeil n. 184 a !), Saissan-Noor (Waldburg- 
Zeil n. 184!)]. Witim-Olekma-Land [im Thale des Witim haufig (Poliakow), am Flusse 
Burchai (Maydell), am Flusse Absad (Maydelt)]. Ostsibirien (Stubbendorfl* in h. Ber.!), 
Ajan (Tiling in h. Ber.!). Mandschurei [Amur (Maxim, in h. Ber.!), Burejische Berge 
(Radde in h. Ber.!), Kiiste von 44—45 ° n. Br. (Wilfort in h. Ber.!)], Sachalin (F. Schmidt 
in h. Ber.!). Japan (Franchet u. Savatier). Nordliches Kashmir (Hooker). 



■ 



V. c a pen sis (Vahl. prodr. p. 7, ft. cap. 33): Kapland (Krebs, 132!, Ecklon in h. 



Ber.!). 



V. sisymbri folia (Desf. ehoix Town. p. 63, t. 41) 2 ): Persian (Elbrus, bei dem 
Dorfe Passgala (Kotschy n.275 !), Kuh-Daena (Kotschy n. 593 !), Kuh Nur, 3600 m. (Hauss- 
knecht in h. Ber.!), Kuh Kellal, 3000 m. (Haussknecht in h. Ber.!)]. Siidwestliches Klein- 
asien [Carien (Picard in h. K.I)], Macedonien (Frivald in h. K,!). 






V, Dioscoridis (Sibth. Fl. Graec. I, p. 24, tab. 33): Taurus [Djebbel Nur (Kotschy 
n. 131!)]. Gebirge des sudwestlichen Kleinasiens (Picard!). Cypern [Kantara (Kotschy 
712!,. Griechenland [Halbinsel Morea (Spruner!, Boiss.!). Berg Kakomidi in der Nfihe 
des ehemaligen Marathon (Orphanides!, Pichler in h. Ber.!) und Hymettos (Hcldreich in 
h. Ber.!, Orphanides n. 17! 

V. Arnottiana (Wight. Ic. t, 1045 — 46): Neilgherries (Hohen. in h. M.!j. Khasia- 
Berge (eingeborene Sammler des bolanischen Gartens zu Calcutta in h. M.!). 

V. Hardwickii (Wall, in Roxb. Fl. Ind. ed. Carey et Wall.): Himalaya, 1200— 
3600 m. [Kashmir (Clarke), Nepal (Wallich n. 432!], Sikkim (Hook, in h. Ber.!), Bhutan 
(Clarke), Ostbengalen (Griff, n. 3427!)]. Khasia-Berge [1200—1800 m. (Hook. u. Thomson 
in h. K.!)]. 



■ 



V. javanica (Bl. Bijdr. p. 919): Java (Jager, Zollinger, Wichura in h. Ber.!). 

V. Hookeriana (Wight et Arn. Prodr. fl. penins. Ind. or. I, 444): Himalaya 
[Sikkim bei Yaksun (Anderson n.699 !). Gebirge des Plateaus/von Dekhan (Wight n. 1290!), 
[Neilgherries (Thomson in h. Ber.!]. 

V. Moonii (Arn. in Herb. Hook.): Ceylon, 1500— 2100 m. [Newera = Ellia (Thwai- 
tes n. <50!)]. 

- 

Wahrscheinlich gehort noch in diese Series: 

V. Jaeschkei (Clarke in Hook. fl. Brit. Ind. II, p. 412): Nordwestlicher Himalaya 



. 



[Lahul (Jaeschke)]. 






- 

Verbreitung der Series: Ein Zweig auf den Gebirgen des Mon- 
sungebietes, der andere namentlich auf Gebirgen von Vorderasien , dann 
Balkanhalbinsel, Altai, Alatau und Himalaya. Zwei sehr nahe verwandte 






Formen dieses Zweiges Uber den groBten Theil Europas und eine derselben 
auch Uber einen grofien Theil des ebenen Gebiets von Asien verbreitet und 






i — 






. 



* 









4) Diese Art variirt so sehr, dass es mir fraglich ist, ob nicht die vorhergehende 






und folgende nur V r arietaten derselben sind. • 

2) Da diese und die folgende Art oft verwechselt sind, gebe icli nur die (Mean, 
von welchen ich Exemplare derselben gesehen. 









b 


































































. 









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1 

































44 Fernando Hook. 



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auf deni Himalaya vorkommend. Eine dritte diesen aufierst nahe stehende 
Form findet sich im Kaplande. ■" ; ". : 

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Ser. i) v. montanae. Herbae perennes. Rhizoma loneum, saepe 



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ramosum, internodiis abbreviatis et eloneatis plerumque multiplo alter- 
nantibus (cf. p. 12). Foljla herbacea, nervis vix curvatis, saepissime dis- 
tincte petiolata, plerumque serrata, nunquam omnia pinnatipartita. Go- 
rollae tubus semper longior limbo. Infl. corymbosa aut capituliformis. 

A. Corollae tubus semper minus ter longior limbo. ., 

a. Fructus pilosus aut pilosiusculus. Folia infima cordata, renil 



formia, 






suponora minora pinnatipartita, lobis linearibus. ,, 



f a* Fructus undique aequaliter pilosiusculus. Caulis et folia 



I j 



pilosa. Bracteae lineares, scariosae, ovario duplo longiores, fructum 



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* < 






longitudine fere aequantes. J * - V. Wallichii. 

■ 

p. Fructus facie antica dense pilosus, facie postica parce 
pilosiusculus vel subglaber. Caulis et folia glabra. 

* V. asartfoha. 

b. t ru ctus glaber. 

a. Folia basalia semper cor data, Integra/ serrata. Rhizoma ramo- 



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sissimum. Infl. corymbosa. • . 

I. Folia omnia integra. Bracteae lineari-lanceolatae, ovarium oblon- 
gum aequantes longitudine, sed fructum (superne attenuatum) paene 

aequantes. '-"'' ' - ■> ' ■'■<■ V . alliariaefolia . 

II. Folia caulina tripartita. 






j . 






''' • t. Bracteae lineari-lanceolatae, setosae, in margine ciliatae, 












I 



- 



■ 



vix scariosae, ovario minores. "■ V. pyrenaica, 

2. Bracteae lineares, scariosae, non setosae, ovario maio- 
res. , T 4 Tripteris. 

p. Folia nunquam cordata, saepe integerrima. Rhizoma non aut (ra- 
rius) parce ramosum. Infl. saepissime capituliformis. 
I. Rhizoma paucas radices fibrosas tenuissirnas. rliizomate 
., b re vio res ede ns, Saepe omnia folia integerrima. 

, 1. Bracteae lineares ovarium fere aequantes. Infl. corym- 
bosa aut capituliformis. , V. montana. 

2. Bracteae linear i-subulatae, ovario Ion si ores. Infl. sem- 

• r / 

per conferta, capituliformis. . ' ' ' ' V. alpestris. 

II, Rhizoma multas radices fibrosas, partim rliizomate Ion- 









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giores emittens. Folia caulina semper tri- aut pinnatipartita. 

4. Bracteae duplo longiores germ in e. Fructus ovato-oblongus. 



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V. capitata. F. sitchensis. 
2. Bracteae ovarium paene superantes. Fructus oblongus. 



.^ 



u .. \-t\tti\ i V, silvatica. 

B. Corollae tubus limbo ter aut quater longior. Infl. laxa corym!)oso- 

capitulifor: 



V. pauciflora. 

V, Wallichii (DC. Mem. Valer, 15, t. 4): GemaGigle Region der Khasia-Berge 
[1500— 1800m. (Hook. U.Thomson in h. Ber.!)], des Himalaya [Bhotan, 3000 m. (Clarke), 
Nepal (Wallich n. 433!, Hornemann in h. Ber.!), Kashmir 1800— 2700 m. (Hook. til. u. 
Thomson !)] und der Gebirge von Afghanistan (Griff, n. 3427 I). 

V. a sari folia (Dufr. Val. 44): Kandia (montane und Hugelregion) [Mournies, Mo- 
lusca, Askyphes, zwischen Rhodochino und Selia, Aphendi, Kavousi (Tourn., Siebert, 
Raul, Heldreich), Sphakiottis (Sieber in h, . Ber.l)]. ■ 



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- 









I 















Beiirage zur Morphologic, Gruppirung und geograpliischen Verbreitung der Valeriauaceen. 



■. 



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V. alliariaefoli a (Vahl. enum. 2, p. 11): Alpine und subalpine Region von Negro- 
ponte [Xerovuni, 1200m. (Heldreich!)], des nordlichen Kleinasiens [Waldregion des 
Olymp (Boiss. in h. Ber.!)], Taurus [2100m., im alten Cilicien (Kotschy 246!), 1800m. 
auf dem Berytdagh (Boiss.)] und des Hochlandes von Armenien [Gumiisch Khana (Bour- 
geau 108 !), an der heiGen Quelle Isti-su (Radde), auf dem Berge Alagos, beim Kloster 
Kiptschach (Radde)] und Persien [Prov. Talysch, Ghilan,. 1400 m. (Hohenack,!)] sowie 
des Kaukasus [Ossetien (Adams), lberien (Wilhelms.), Abchasien (Nordmann), Kachetien 

C. A. Meyer in h Ber.!). Elisabethpol Hohenack. in h.K.!)l. 

V. pvrenaica (Linn. spec. 46;: Montane und subalpine Region der nordspani- 



(Eichwald), Somclietien 



schen Mittelgebirge (Lange), der Pvrenaen vomMont Louis [1500 m. (Endress inh. Ber.!)] f 

r * 

bis Eaux Bonnes (G) [Gedre (Bordere in h. Engler!), Penna de lHyeris (Desvaux in h. 
Ber.!)], England (N), Schollland H. Ber.!). , .: 



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• 






V. Tripteris (Linn. spec. 4 5): Nordspanische Mittelgebirge, Ganze Pvrenaen- 
kette (G, Lange), Franzosische Mittelgebirge [Sevennen (G).Marqueride-Gebirge (Garcke 
in h. Ber.!), Vogesen, am Geradmer und Retournemer, 850 — 970 m. (Martin in h.Ber.!)]. 
Ganze Alpenkette von den Seealpen! bis zum Wienerwatd! und Kroatien (N). Jura [in 
der Tannenregion und etwas darunter (Seringe in h. Ber,!)]. HohenUviel (Be>er in h. 
K,). Schwarzwald (K). MUhrisches Gesenke [Kleiner Kessel (Engler!). Freiwaldau 
(Garcke), Briinndelhaide (Engler!), Hockschar (Engler !), Karlsbrunn (Gunther in h. 
Ber.!)], Karpathen [Tatra, am weiCen See in deroberen Fichtenregion 'Engler!)]. Italien 
{N), [Apenninen von Bologna (Bertoloni in h, Ber.!)], Siebenbiirgen [arpascher Alpen 
(Andra n. 42!)], Dalmatien, Bosnien und Slavonien (N). 

V. montana (Linn. spec. 45): Subalpine und alpine Region der Mittelgebirge des 

» * 

nordlichen und ostlichen Spanten (Lange)/ Pvrenaen [Gedre (Bordere in h. Ber.!)]. 
Jura [Tannenregion (Beyer in h. K.!)]. Alpenkette von Savoyen ! bis Kroatien! Corsica 
(N). Nordliche Apenninen [Apenn. von Bologna (Bertoloni in h. Ber.!}. Dalmatien [Orjen, 
1500 m. (Huter, Ascherson in h.Ber.!)]. Herzegowina (N). Montenegro (N). Serbien (N). 
Subalpine Region der siebenbiirgischen Karpathen {Fuss, fl. transsilv,). Bei Teschen 
zwischen dem groflen Ostry und dem Kobiniec bei Tyrra (Garcke). Schwarzwald (K). 
Morea Boiss.). Kaukasus (Led.). , 

V. alpestris (Stev. M6m. soc. nat. Mosq. V, p. 342): Alpine Region des Kaukasus 
[Tuschetien , Salatavien und Daghestan (Ruprecht), Ossetien, auf dem Kasbek (Radde) 
Puschii (Adams in h. Ber.!)]. Armenien [Techdagh (Tchihatch. , Huet , Chewsur beim 
Dorfe Bio und auf dem Berge Tschauchi (Radde)]. / 

V. capita ta (Pall, in Wiild. herb. n. 789): Lappland (Schrenk, Fellmann n. 122! 
Nowaja Semlja [Kostia Schar (Middf.), Karmakalski-busen (Tjagin, Ssjerikow, Gobel, 
Uchtomski), am Flusse Puchowaja (Tjagin)], Siidrussland [Samojedenland (Schrenk)]. 

■ ■ t 

Im ganzen Kaukasus 1800- — 2400 m. (M. Bieb., C. A. Meyer). Ural (Uspenski). Ganz Sibi- 
rien an zahlreichen Orten (Scharipow!, C.A.Meyer!, Lessing!, Pallas! u. a.). Nord- 
amerika [Kotzebuo-Busen (Chamisso!, Eschscholtz, Choris, Lagu), St. Paul (Kusmisch- 

■ - * 

scheff! an der Bucht von Lukanskoi, Kusmischscheff in h. Ber.!), Norfolk-Busen (Esch- 
scholtz), Eschscholtzbai u. St. Lorenzbusen (Choris u. Eschscholtz, Chamisso in h. 






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Ber.3), Sitcha u. Alaschka (Kastalsky)]. u 

V. sitchensis (Bngrd. Mem. de l'acad. de St. Ptrsbrg. VI, Ser, II, 145): Arktisches 

I 

Nordamerika [Insel Sitcha (Bongard !, Chlebnikow, Mertens, Peters, Stewart, Wrangell)]. 

V. si 1 vatic a (Banks herb. (Torr. et Gr. fl. North Am. II, p. 4 7): Brittisches [sub- 
arktisches (Richardson)] Nordamerika (Hooker in h. Ber.!), Westkiiste der Vereinigten 
Staaten vom Fort Colville (Lyall in h. Ber.!) bis zu den Rocky Mountains (Lyall, Bour- 
geau in h. Ber.!;. Neu-Mexiko [Santa Fe (Fendler, 294!)], Utah [Wahsatch mountains 
3000m. (Johns, n. 1162!)]. '» '" '-.' 

* > 

V. silv at ica t 3 uligin osa (Torr. et Gr. fl. North. Am. II, p. 47). — V. si l va- 






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46 






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Fernando Hock, 


















tica [Beck, hot. p. 164): Nordostliche Staaten der Union jFairhavcn in Vermont (Rob- 
bins, Becker, Tally), Wayne County in New-York (Sartwcll), in der Nahc von Pontiac 
in Michigan (Williams), Coeur d'aleine (Geyer in h. Ber.!)]. 

V. pauciflora (Michx. fl. bor.-am. 1, p. 18): Alleghany -Gebirge von Virginien 
(Torr. u. Gr.), Kentucky (Hook, in h. Ber,!) und Tennesee (Torr. u. Gr.) Im Staate 
Ohio [Miami (Frank in h. K.!)]. Cascades-mountains, 49° n. Br. (Lyall in h. Ber.!). 

Verbreitung der Series: Diese Gruppe ist die einzige unter 
sitmmtlichen Valerianen, welche sowohl in der alien Welt als in 
Amerika vertreten ist. Sie reicht in Xordamerika nach Silden bis Neu- 









Mexiko. Die meisten Arten koinmen auf den Gebirgen von SUd- nnd 
Mitteleuropa vor. Eine cireumpolare Art findet sich auiJer im nordlichen 
Nordamerika und in ganz Sibirien aueh noeh in Nowaja Semlja, Lappland 
und Sddrussland. Eine etwas isolirt stehende Art kommt auf den Gebirgen 
nordlich von Vorderindien vor. 












■ ; 



Ser. (5) V. ciliatae+. Herbae perennes erectae. Caulis glaber- 
rimus. Folia indistincte petiolata , carnosiuscula , infnua integerrima, alia 



pinnata lobis linearibus subaequalibus. Fructus ovalus, compressus, pap- 



posus 















' 



A. Folia pilosa. Pappus 45-setosus. i 

B. Folia glabra, ciliata. Pappus sub 12-setosus. 



' 



- 



V. edulis. 
V. ciliata. 



V, edulis (Nutt. mss, ex Torr. et Gr. Fl. N. Am. II, p. 48}: Inneres von Oregon 
[von Wallowallah und Kettel Falls bis zu den Thalern der Rocky -Mountains (Douglas, 
Nuttal)], Utah [Wahsatch-mountains, 3000 m. (Jones n. 4195!)]. 






V. cilia ta (Torr. et Gr. Fl. N. Am. II, p. 49): Am Ohio (Sullivant in h. M.l). 

■ 

Verbeitung der Series: Utah, Oregon. Am Ohio. 






. 



Ser. (6). V. lapathifoliae +. Herbae perennes, erectae, foliis 
etiam caulinis. Caulis ascendens. Folia omnia herbacea, integerrima, pie- 
rumque distincte petiolata. Rhizoma repens, breve 7 inlernodiis non mul- 
tum elongatis, radices fibrosas longas edens. 

V. lapa thifo 1 ia (Vahl. enum. 2, p. 41): Chile [Gueicolla in der Provinz Valdivia 
Philippi in h. Ber.!)]. Puntu Arenas an der MagelhaenstraGe (Cunningham in h. Ber.!, 
Lechler n. 4 076!). 






_ 

V. cordata (Ph. e\ Gris. Syslem. Bern. lib. Pflanzensamml. Philippis p. 38); An 
der MagelhaenslraBe (Philippi in h. Ber.!). Chile [Vulkan Osorno, 600 m. (Philippi), 
Valdivia: Cordillera de Ranco (Lechler 780)1. 



• 












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• 



Verbreitung der Series: Obgleich diese kleine Gruppe von 
alien sUdamerikanischen nicht kletternden Valerianen sich am niichsten 
an die vorige anschlieflt, scheint sie doch auf das sildliche Chile und das 
Gebiet der MagelhaenslraBe beschrankt zu sein ! ). 






* 



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Ser. (7) V. carnosae +• Herbae perennes, erectae, foliis etiam 

V # ft ■■ m. m 

caulinis. Folia crassa, carnosa aut coriacea, lamina in peliolum transeunte, 

J 7 [ 7 



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4) AuBer diesen beiden Arten kenne ich noch eine in diese Series gehorende Art 
aus demselben Gebiete, die von Cunningham bei Puerto Buruo gesammelt ist nnd sich im 
Berliner Herbar findet, aber, soweil mir bekannt ist, noch nicht bcschrieben ist. 






\ 









Beitrage zur Morphologie, (iruppiruug und geographischeii Verbreitung der Valerianaceen. 



47 



* 



iniegra aut partim pinnatifida, sed nunquam pinnata. Rhizoma longum 



* 



inlernodiis omnibus abbreviates. 















V. Papilla (Bert, in litt. 1829): Chile [Santiago (Philippi in h. Ber.!), Valparaiso 



. 



(Gaudichaud in h. Ber.!), St. Georgio bei Cachapual (Bertero)], 

V. ca rnosa (Smith ic. ined. 3, t. 52). — Ast reph ia carnosa (Dufr. vaL p. 54): 
Magelhaenstrafie (Philippi, Desfontaines in h. Ber.!) [Puntu Arenas (Lechler n. 1042!, 
Cunningham in h. Ber.!)], Chile [Cordilleren von Chilian (Philippi n. 393 !), Cord, von 
Talcaregue in Colchagua (Gay)]. 






•! 



V. plantaginea (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 329): Ecuador [Anden von 
Quito auf den Bergen Scisipomba bei Covernas (Hall in h. Ber.!), auf dem Antisana und 
der Westseite des Pichincha, 3500— 4000 m. (Humb. u. BonpL, Remy, Hartw. 4 083!)]. 
Columbia [SumpfigeOrte des Paramo vonTolima (Wedd.), Prov. Mariquite, 4100 — 4300 m. 
Linden n. 948); Paramo von Herve (Wedd.), in der Provinz Antioquia, 4000m. (Triana)]. 

V. longi folia (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 330): Columbia [Prov. Bogota 
(Wedd.), 2723m. (Humb. u, BonpL, Goudot), Paramo von Coati (Wedd.), in der Provinz 
Tumja, 3700 m. (Linden n. 1314)]. Peru (BonpL). 

V. nivalis (Wedd. chlor. and. 11,13): Bolivia [an feuchten , absehussigen Orten 
und den Spalten von Felsen in der Region des ewigen Schnees der Anden von Sorata 
zwischen Apocheta de Chuchu und Lochisa (Mandon n. 312!), La Paz (Wedd.) und 
Potosi (Wedd.), 4500—5000 m. D'Orbigny, Mandon, Wedd.)]. 

V. lasiocarpa (Gris. symb. ad flor. arg. p. 460): Argentina [Prov. Catamarca bei 
Cerro de las Capillitas (Lorentz 



Verbreitung der Series: Durch das ganze Gebiet der sttdameri- 
kanischen Anden von Columbia bis zur Magelhaenstrafie. 

Ser. (8) V. po lemon io idis +. Herbae perennes, erectae, foliis 
etiam caulinis. Folia omnia pinnata, herbacea, distincte petiolata 1 ). 

V. polemon ioides (H. B, et Kunth nov, gen. am. 3, p. 331): Ecuador [Anden 
von Quito zwischen Hambato und Llactacunga (Humb. u. Bonpl.)]. Columbia [bei Caxa- 

bamba (Hartw. n. 4 080!)]. 












Wahrscheinlich gehoren noch in diese Series: 

V. pel tat a (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 229): Chile (Clos). 

V. pi 1 os a (Ruiz et Pav. fl. per. I, p. 39, t. 66 f. a): Chile [Quillota (Germain)]. 

V. gl obi flora (Ruiz et Pav. fl. per. 4, p. 43, t. 65 f. b): Peru [Anden von Cunta 









und Tarma (Ruiz u. Pav.)]. 

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Verbreitung der Series: Anden von Columbia bis Chile. 

Ser. (9) V. radical is +. Herbae perennes. Caudices abb re via ti 
ramulis secundariis ex axillaribus foliorum basalium ascendentibus (folia 
caulina plerumque desunt, sed prophylla sterilia [saepe pinnatifida] vice 
foliorum caulinorum funquntur). Folia basalia semper inte^ra. 

V. pulchella (Phil, in Linnaea Jahrg, 33, p. 102): Chile (Prov. Valdivia : Cordil- 
era de Ramo (Philippi in h. Ber.! . * 



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4 






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1 






I) Dieser Diagnose nach wtirde auch noch V. interrupta R. et P. (Astrephia 
interrupta Dufr.) hierher gehOren. Habituell steht diese indessen der V. polemo- 
n ioides H.B.K. etvvas ferner. Ich wage wegen der verh&ltnissmaftig geringen Anzahl 
Arten, welche ich a us Sudamerika kenne, noch nicht sicher iiber ihre Stellung zu ent- 
scheiden und setze sie nur unter grolSem Bedenken einstweilen hierher. 

Ihre Verbreitung ist: Peru [Anden von Tarma bei Diezmo (Ruiz u. Pav.)], Chile 
(Coucon ;Poppig 14 1 !). 



... 



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48 * •' • Fernando Hock. . 



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V. laevigata (Willd. herb.): Peru [Cusa (Humb. in h. Ber.!)]. 

V. radicaiis (Clos in Gay fl. chil. Ill, p. 215): Chile (Gay in h. Ber.!). 

V, leucocarpa (DC. Prodr. IV, p. 638): Chile [Sierra Velluda, 2250 m., in den 

* m K mm 

Anden von Antuco (Poppie n. 847 !); Cordilleren von Talcaregue in der NShe des ewigen 
Schnees (WeddeJ)l. 

Verbreitung der Series: Anden von Chile und Peru, 

Ser. (10) V. laxi florae +. Suffrutices non scandentes. Caules 
basi internodiis abbreviatis, plerumque fere decumbentibus. deinde inter- 



■••-.• , / ; 



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nodiis elongatis erectis. Fructus saepe indistincte papposus. 

A, Fructus pilosus aut pilosiuscu lus. InfL multiflora, corymbosa. Folia 

■ 

.• i herbacea, pinnata lobis serratis aut grosse sinuato-dentata. Tubus corollae 












i 






limbo duplo longior. lnfima internodia vix decumbentia. 

a. Folia pinnata lobis integris. Fructus pappo minim o. 

' ' ■ . ! W virescens. 

b. Folia grosse sinuato-dentata. Fructus distincte papposus. 

!■ . / V. hebecarpa. 

B. Fructus g la ber. lnfima internodia caulis saepissime decumbentia. 

a. Folja carnosula, crassiuscula, inferiora saltern integra, margine 
sinuato. Corollae tubus limbo eirc. V/o-plo longior. Gym a pau- 






■ i 



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ciflora. 






• 



a. InfL contracts. - > * 

- I. Plan ta multicaul is. i V. rupicola, V. Hornschuchiana. 

II. Planta un i caulis. . v <\ , i , V* foliosa. 



■ ' . 






■ 



3, Infl, laxa. 

• 



- ■ » r ■ ; f 

L Plan ta unicaulis, ' V* laxiflora. 

II. P 1 a n t a m u 1 1 i c a u 1 i s. V. Bridgesii, V. lepidota. 















I 

b. Folia herbacea , pinnatifida aut pinnata lobis saepe pinnatifidis. Corol- 
lae tubus saepissime limbum subaequans. InfL multiflora. 

a. Folia pinnatifida segmentis 7 — 9, infimis fere e basi petioli orien- 
tibus, minoribus, subsquamiformibus, remotis, superioribus decurrenti- 






bus maioribus et subaequalibus oblongis, pinnatilobatis. Caulis totus 
pubescens. ' V. elegans. 



a r* i • * 

p. r olia pinnata. 

I. Segmentis integris bifidisve, lobis linearibus obtusiusculis 

' , r "integerri mis. Caulis striatim pilosus. V.virgata. 

II. Segmentis obovato-oblongis, dentatis ad basin petioli par- 



• i 



■ . . .-■ 



«'■' 



vis, ad apicem maioribus confluentibus. Caulis teres apice nudo. 
,, , . . i 5 L \\ glauca. 

V. virescens (Clos mss. in Gav flor. chilen. Ill, p. 222): Chile [Valdivia (Ochsenius 
in h. Ber.!), Coronet (Ochsenius in h. Ber.!), Tom£ (Philippi n. 391!)], 



■ 






V. hebecarpa (DC. prodr. IV, p. 638): Siidliches Chile [alpine Region des Pico de 
Pilque (Poppig n. 942!}, Anden v. Antuco (h. K.!). 

5i V. rupicola (Poepp, et End!, nov, gen. et spec. Ill, 15, t. 217): Chile [Cord, von 






Santiago (Philippi n.4 01!), auf dem Gipfel des Pilque in den Anden von Antuco (Poppi 

V. Hornschuchiana (Walpers Nov. act. acad. Leop. Carol. XIX, Suppl. I, 357): 
Chile [Cordillera de San Fernando, 1200—2700 m. (Meyen in h. Ber.!), Laguna de Mai- 
varco (Philippi n. 403!)]. 

V. foliosa (Ph. in Linnaea, Jahrg. 28, p. 698 sq.): Chile [Cord, von Chilian (Ger- 
main, Philippi n. 404 !)]. 



i 



. 



. 



' 






./ 















Beitrftge ziir Morpholo^ie, Crnppirung mid geographischen Verbreitung der Valerianaceeii. 



49 



* 






V. laxiflora (DC. in Prodr. IV, p. 638): Alpine Region der Anden des sudlichen 
Chile [Antuco, 1800 m. (Poppig n. 825!)]. 

V, sparsiflora (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 218): Chile [Coquimbo (Clos)]. 
V. col chaguensis (Ph. in Linnaea Jahrg. 33, p. 1Q4): Chile [Anden von Colchagua 

Philippi in h. Ber.I Landbeck)]. 

V. Bridgesii (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 218): Chile [Anden von Santiago 
Philippi n. 400!)]. 

V. lepidota (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 230): Chile [Anden von Tal- 

car£gu6 (Wedd., Gay)]. 

V. elegans (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 236): Chile [Santiago (Philippi 

n. 399!)]. 

V. glauca (Popp. pi. exs. n. 127): Chile [zwischen Las Cruzes und La Cumbre, 

1500—3600 m. (Poppig n. 512 !)]. 

V. virgata (Ruiz et Pav. fl. per 1. p. 42, t. 66 f. b): Peru [Prov. Canta (Ruiz u. 

Pav.)]. 

Wahrscheinlich gehoren auch in diese Series: 

V. stricta (Clos mss. in Gay fl. chil. Ill, p. 235): Chile [Coquimbo (Clos)]. 

V, rotundiloba (Clos mss. in Gay fl. chil. III. p. 233): Mittiere Provinzen von 

Chile (Clos). 

V. sangui sorbaefolia (Cavau ic. 5. t. 456): Cord, von Chile (Cavanilles). 

Verbreitung der Series: Fast auf die Anden von Chile be- 
schrankt, nur eine Art in Peru. 

Ser. (11) V. microphyllae +: Suffrutices erecti, non scandentes. 
Omnia internodia caulis elongata erecta. Folia parva, inlegerrima, plerum- 
que earnosula. Infl. corymbosa aut capituliformis. Tubus corollae nun- 
quam brevior limbo, saepe gibbo carens. Fructus interdum indistincte 
papposus. 



A. Corollae tubus basi gibbo praeditus. 

a. Infl. densa, capituliformis. 

b. Infl, satis laxa, distincte dichotoma, 

B. Corollae tubus gibbo carens. 



V. Crisiana. 
V. quadrangular is. 



a. Flores perpauci infl. capitulifor mem formantes. 



V. graciliceps. 



b. Flores in dichasium distinctum disesti. 



a. Dich, pauciflorum. Tubus corollae limbo tcr longior. 

V. lute seen s. 

p. Dichasium multifl orum. Corollae tubus limbum longitu- 



dine pauilum superans. 



V. hirtella, V. microphylla. 



V. Crisiana (Wedd. Chlor. And. II, p. 19}: Peru [Anden von Cuzco (Gay)]. 

Y. quadrangularis (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 326): Anden von Peru 

(Humb. in h. Ber.!). 

V. graciliceps (Clos mss. in Gay flor. chil. Ill, p. 134): Chile [Anden von San- 
tiago (Philippi 396!)]. 

V. lutescens (Ph. in Linnaea Jahrg. 28, p. 699): Chile [Anden von Linares (Phi- 
lippi n. 402!]. 

V. hirtella (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 327): Peru (Humb. in h. Ber.!), 

Ecuador [Assuay (Wedd.), bis zu 4200 m. (Humb. u. Bonpl.) ']. 

V. microphylla (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 327): Peru (Hartw. n. 754!), 
Columbia (Hartw. n. 1082!}, Ecuador [Anden von Vasto (Humb. in h. Ber.!), Pichincha 
(Wedd.) und Cotopaxi (Wedd., Humb. u. Bonpl., Hartw. n. 1 082, Remy)]. 



Botanische Jalirbucher. III. Bd. 



4 



















































50 



Fernando Hock. 





















\ 






, 






Verbreilung der Series: Anden von Columbia bis Chile. . 
Ser\ (12) V. scandentis -}-. Herbae perennes aut suffrutiees scan- 



dentes, internodiis omnibus eloneatis. 



Fructus semper distinclissime pap- 
posus. Corollae tubus semper longior limbo, basi gibbo minimo praeditus. 
InfL corymbosa, fructifera interdum satis effusa. 

V. scandcns (Linn. spec. 47): Florida (Baldwin, Leavenworth). Ostliehcr Theil 
von Cuba (Wright n. 277!), Haiti (Ehrenberg in h. BerJ), Jamaica [St. Domingo (Balbis 
in h. Ber.!) 1 , Mexiko [Jalapa (Schiede n. 368!; Galeotti, 1200— 1600 m.), Guadalafur 
(Bourgeau n. 801!), Real del Monte (Coulter n. 910), Oaxaca, 1000 m. (Gal. n. 7068!], 
Villa alta (Gal. n. 2561 !), Umgegend von Orizaba (Bourgeau n. 3203, Muller n. 769!, 
Bottivi n. 568), Mirador (Linden n. 307), Thai von Cordova (Bourgeau n. 1577)]. Nica- 
ragua [Choutalos (Tate n. 422 !)]. Costa Rica (Endress n. 79). Venezuela [Caripe bei 
Cumana (Humb. in h. Ber.!)]. Nach Siiden bis Peru (Hemsley) und Siid-Brasilien [Con- 
ginhas de Cauero (Stephan in h. Martii!), Minas Geraes (Midgren n. 1196!), St. Paulo 
(Humb., Sello in h. BerJ), Sierra cTEstrella (Schott n. 4797 !)], 

V. phaseoli (A. Br. Mss. in app. h. Berol. 1851): Sudliches Mexiko bei Huatusco 
(Chrismar), St. Pedro in der Provinz Ospaca (Juco!). 

V. Mikaniae (LindL Journ. of the hortic. soc. Ill, 316 adn.): Guatemala. 
V. Can doll eana (Gardn. in Hook. Lond. journ. of hot, IV, 112): Costa Rica [im 
Gebiisch bei Narranja (Polakowsky n. 397 !)]. Orgelgebirge in Brasilien (Gardner). 

V. Pa von ii (Popp. et Endl. nov. gen. et spec. Ill, 15, t. 215): Ostl. Peru [Tarapoto 
(Spruce n. 4356 !)]. Bolivia [Queliguaya bei Sorata (Mandon n. 304!)]. 

V. crassifolia (H. B, et Kunth. nov. gen. am. 3, p. 328, t. 274): Kalte Regionen 
von Columbia und Quito (Humb. u. Bonpl.). 

V. lauri folia (II. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 328): Alpine Region der Gebirge 
von Columbia (Humb. u. Bonpl.). 

V. Clem a ti Us (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 327): Anden von Columbia 
[Paramo de Saraguru (Humb. u. Bonpl.)] und Ecuador [Quito (Humb. in h, Ber.!), Mululo 
(Wedd.), 2700—3100 m. (Humb. u. Bonpl.)]. 

V. tomentosa (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 327): Anden von Quito [Chota 
(Humb. u. Bonpl.)]. 

V. subincisa (Benth. Plant. Hartw. 303): Sudliches Mexiko [Banco Hartweg 
n. 303!, Ehrenberg n. 928!), Las Pranas (Ehrenberg 1065!), Las Pro pa (Schiede n. 144 !), 
Inaquillo (Uhde in h. Ber.!), Thai von Mexiko (Schaffner 192. Bourgeau 1064!), Vera 
Cruz bis Orizaba (Muller 648)]. 

Verbreitung der Series 1 ): Von Mexiko bis Peru einerseits, bis 
Sttdbrasilien andererseits verbreitet. Theils Gebirgspflanzen, theils in der 
Ebene wachsend. Eine Art ist der einzige Reprasentant dieser Familie in 

Weslindien. 

i 

Ser. (13) V. mexicanae -f-. Herbae annuae radice napiformi. Folia 
semper pinnata. InfL diversa, per fructiferentiam saepe satis effusa. Fruc- 
tus interdum indistincte papposus. Flores saepe minimi. 

V. mcxicana (DC. coil. mem. VII): Mexico [Real del Monte (Ehrenberg n. 473 !), 
Polocrillot bei der Stadt Mexiko (Schiede in h. Ber.!)]. 

V. toluccana (DC. coll. mem. VII): Nordliches Mexiko [Gegend von San Luiz Po- 



i 



1) Mir lagen mehrere andere, nach den mir zu Gebote stehenden Hulfsmitteln noch 
nicht sicher bestimmbare Arten dieser Gruppe (besonders ans Mexiko) vor. 



L 






i 






























Beitrage zur Morphologic, Gruppiruug und geographischen Verbrcitung der Valerianaceeiu 



51 



tosi, 1800—2400 m. (Parrey u. Palmer n. 312)]. Sudliches Mexiko [Chiapas (Ghiesbreght, 
n. 623 in parte), Santa Fe (Bourgeau, n. 608)]. 












V. densiflora (Benth. Plant. Hartweg. 301): Mexiko [Kieferwalder bei Anganguco 
in Mechoacan, 2610 m. (Hartweg 301 !), Faleta xonotta (Schiede n. 147!)]. 

V. denudata (Benth. Plant. Hartweg. 150): Mexiko [Zacotecas (Hartw. n. 150!), 
Mineral del Monte (Ehrenberg n. 171 !)]. 

V. Xapus (Lindl. Bot. Reg. New. Ser.'XIlI. Plant, mix, 76 n.180): Slidliches Mexiko 
(Hartw., Coulter n. 906). 

V. vaginata (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 331): Sudliches Mexiko bei Real 
del Monte 2400—2700 m, (Humb. u. Bonpl.). 

V. urticaefolia H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 330, t. 275): Sudliches Mexiko 
[Ario, Michoacan, 1200 — 1500 m. (Galeotti n. 2554)], Guatemala [Guarda del Incienso 
(Bernoulli n. 291 ex parte!)]. Columbia [kalte Orte in der Nahe von Almaguer (Wedd.); 
Paramo de Guanacus (Wedd., Goudot)], Peru (Loxa (Humb. in h. Ber.l); Jarapoto (Spruce 
n. 4890!)] ; Argentina [Prov. Salta: Nevada del Castillo (Lorentz)]. 

V. urticaefolia var. coarctala Gris.: Argentina [Prov. Cordoba bei Cieneya 
(Lorentz)]. 

V. scorpioides (DC. Prodr. IV, p. 635): Mexiko [Huajalote (Ehrenberg n. 172 ! y . 
Sierra Mad re (Seemann, Mineral del Monte (Ehrenberg n. 543 !), Cuesta blanca (Ehren- 
berg n, 628!}, Anganguco (Ehrenberg, Hartw. n. 300! Schiede in h. Ber.!}, Malpagi de 
la Joga (Schiede in h. Ber.!), San Bias bis Topic (Sinclarc), Cord, von Oaxaca bis zu 
2200m. (Galeotti n. 2074!), Gegend von Orizaba (Bourgeau n. 2945; Muller n. 173)], 
Guatemala [Guarda del Inciendo Bernoulli n, 291 ex parte!)]. 

Wahrscheinlich gehoren auch in diese Series: 

V. p roc era (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 329): Sudliches Mexiko [Pascuaro, 
1800—2100 m. (Humb. u. Bonpl.), Prov. Vera Cruz [La Antiguas Champs (Gal. n. 2559!)]. 

V, barbaraefolia (Martens et Gal. Bullet de l'acad. de Bruxelles XI, 121): Sud- 
liches Mexiko [Real del Monte, 2200—2600 m. (Galeotti n. 2549 u. 2553 

V. latifolia (Martens et Gal. Bull, de l'ac. de Brux. XI, 124 ; : Sudliches Mexiko 
[Antigua, bei Vera Cruz (Galeotti n. 2558)]. 

V. laciniosa (Mart, et Gal. Bull, de l'ac. de Brux. XI, 121): Sudliches Mexiko [Mo- 
relia, 1900— 2100 m. (Galeotti n. 2548)]. 

V. ramosissima (Martens et Gal. Bull, de l'ac. de Brux. XI, 122): Sudliches 
Mexiko [Cerro Ventosa, zwischen Pochuca und Real del Monte, 2400 m. (Galeotti n.2552)]. 

V. bulbosa (Wedd. chlor. and. II, p. 24): Bolivia (Gipfel des Berges Curi in der 
Provinz Tomina r WeddeI)]. , . 






Verbreituns der Series: Namenllich in Mexiko sehr entwickelt. 
doch mehrere Arten an der Westseite von Stldamerika , eine so ear bis nach 
Argentina verbreitet. 

Ser. (14) V. sorbi folia e +• Herbae annuae, radice non napiformi. 
Folia pinnata lol)is serratis. Flores minimi, gibbo parvo. Tubus corollae 
saltern triplo longior limbo. Bracteae semper germine maiores. Pappus 
minimus (fortasse interdum nullus). 

V. sorbi folia (H. B. et Kunth nov. gen. am. Ill, p. 332): Mexiko [San Luis Potosi, 
1800 — 2400 m. (Parry u. Palmer n. 311), Cuernavaca (Aschenborn n. 124!), zwischen Val- 
ladolid deMichoacan undPazcuaro, 1800 — 2100 m. (Humb. u. Bonpl.), Pazcuaro (Hartw,), 
Chiapue (Ghiesbreght n. 623 in parte), Anganguco (Schiede in h. Ber.l)]. 

V. gracilis (Bth, plant. Hartw. n. 1079): Columbia [Bogota (Boussingault in h. 
Ber.!)]. Ecuador [Guapulo und Chilo bei Quito (Bent-ham)]. 



4 






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* 






























I 






52 






Fernando Hock, 









V. pil os ius cula (Mart, et Gal. Bull, de Tac. de Brux. XI): Sudiiches Mexiko [Mo- 
relia de Michoacan, 1800 m. (Galeotti n. 2551)]. 

V. aff inis (Martens et Gal. Bull, de Tac. de Brux. XI): Sudiiches Mexiko [Eichwalder 
der Cerro de San Felipe bei Oaxaca, 2400—2700 m. und Jaquila in den westlichen Cor- 
dilleren von Oaxaca, 1500—1800 m. (Galeotti n. 8555)]. Monte Tanja (Gal. n. 2555!). 

■ 

Verbreitung der Series: Anden von Mittelamerika und des nord- 
westlichen Theiles von Siidamerika. 

Ser, (15) V. oeratophyllae +. Herbae perennes, rhizomate tu- 
beroso (Fortasse herbae annuae radice tuberosa, multicipiti; cf. Martens 
1. c). Infl. pauciflora, capituliformis. Fructus interdum epapposus. Folia 
irregulariler incisa. 

V. ceratophylla (H. B. et Kunth nov. gen. am. 3, p. 333, t. 276): Mexiko [Mind 
del Monte, Cerro ventoso (Ehrenberg n. 406!), Cuesta blanca (Ehrenberg n. 627 1), 

■ 

Chualtepec 2100 m. (Humb. u. Bonpl.!)]. 

V. Galeottiana (Mart. Bull, de lac. de Brux. XI, 124). — Astrephia pratensis 
'Bth. PI. Hartw. n. 302): Siidliclies Mexiko [Anganguco fUhde n. 367 !, Schiede n. 527 !), 
Jesus del Monte bei Morelia, 2100 m. (Galeotti n. 2547!)]. 

Nach Bentham et Hooker, Genera Plantarum (II, p. 154) gehdrt auch hierher: 

Astrephia mexican a (Hook, et Arn. Bot. Beech. 421). — Phyllactis mexi- 
can a (Bth. et Hook. gen. plant. II, p. 154): Sudiiches Mexiko [Tepic (Barday)], 
eine Art, die ich nicht gesehen habe und uber deren Zugehorigkeit zu dieser Series ich 
daher nicht entscheiden kann. 

Verbreitung der Series: Mexiko . 

Verbreitung der Section: Gebirge von Slid- und Mitteleuropa 
(wenige Arten auch in den Ebenen Nordeuropas), Gebirge von Yorderasien, 
Afghanistan und Vorderindien (eine Art auch auf Ceylon, eine andere auf 
Java), ganz Sibirien, sowohl in der Ebene als auf den Gebirgen ; Japan 1 ). 
In Nordamerika sehr schwach entwickelt, dagegen in Central- und Siid- 
amerika auBerordentlich stark entfalteL namentlich auf den Anden. 

Section2* Hybocarpos +. Herbae annuae, radice napiformi. 
Fructus undique aut altera facie tuberculo appendiculatus aut maxime ver- 
rucosus, papposus aut epapposus. Cyma corymbosa. 

V. obtus ifolia (DC. prodr. IV, p. 635): Chile [Concepcion (Poppig n. 640!), Val- 
divia (Philippi in h. Ber.!)], 

V. ob 1 on gi folia (Ruiz et Pav. fl. per. I, p. 40, t. 65 f. a): Peru [Cordilleren von 
Tarma an der Seite nach Pasco bin (Ruiz u. Pavon; 1 , 



V, hya linorhiza (Ruiz et Pav, fl. per. I, p. 41, t. 67 f. b): Chile [Valparaiso (Gau- 
dichaud in Ik Ber. !), Coucon (Poppig n. 1 9 6 ! ) , Concepcion (D'Urville in h. Ber.!). Peru 
(Bonpl. in h. Ber.!). 

V. vaga (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 227): Chile [Anden von Santiago 
Philippi n. 397!)], 



1) Franchet und Savatier Enumeratio plantarum in Japonice sponte crescentium 
I, p, 21 7 f,) fiihren noch einige Arten an, die mir nicht zu Gesicht gekommen sind und 
die, da auch Diagnosen derselben fehlen, ich unberiicksichtigt lasse. 



























■ 

BeitrSge zur Morphologie, Grup|>irung und geographischeu Verbreitung der Valerianaeeen. 



53 






V. verticillata (Glos mss. in Gay flor. chil. Ill, p. 223): Chile [Anden von Santi- 
ago (Philippi n. 394 !)]. 

V. bracteosa (Ph. in Linnaea Jahrg. 33, p. 101): Chile [Cuesta de Chacabuco 



(Philippi in h. Ber.!)]. 

V. simplex (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 224): Chile [Santiago (Philippi 

n. 395)]. 

V. pinnatifida (Ruiz et Pav. fl. per. I, p. 41, t. 67 f. b): Chile [La Leona (Bertero)]. 

Peru [Chancey und Lima (Ruiz u. Pav.)]. 

V. Bastilleri Ph.: Chile [Aroiias (Philippi in h. Ber.!)]. 

Wahrscheinlich gehoren auch in diese Series : . 

V. regularis (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 285): Chile (Quillota (Clos), 

Santiago (Clos)]. 

V. magna (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 227): Chile (Clos). 

V. aequiloba (Clos mss. in Gay flor. chilen. Ill, p. 229): Chile [Coquimbo (Clos)]. 

V. valdiviana (Ph. in Linnaea Jahrg. 28, p. 700): Chile [Corol (Philippi)]. 

V. grandiflora (Ph. in Linnaea Jahrg. 28, p. 700): Chile [Bei Talcahuano , dem 

Hafenorte von Concepcion;]. 

Verbreitung der Section: Anden von Chile und Peru, im er- 
steren Gebiete namentlich entwickelt. 



si mo 



Sect. 3. Pseudastrephia 1 ): Herbae perennes rhizomate ramosis- 
, horizontal^ internodiis inferioribus abbreviatis, superioribus elonga- 
tis. Fructus ovoideus, parvus, undique tuberculo appendicular, papposus 
aut epapposus. Flores minimi, gibbo carentes, stigmate distinctissime tri- 
fido. Bracteae semper liberae. Infl. corymbosa, fructifera saepe effusa. 
Folia caulina nunquam deficientia, neque unquam decussata nee imbricata. 

Astrephia lobata (Hook, et Am. in Hook. Bot. misc. Ill, 

364): Chile [Aconcagua (Philippi in h. Ber.!)]. 

V. crisp a (Ruiz et Pav. fl. per. I, p. 41). —Astrephia crisp a (Dufr., Val.p. 51): 
Chile (v. Becker n. 115!) [Concepcion (Macrae in h. Ber.!), Tolcaquons (Chamisso in 



V, lobata +. 



h. Ber.!)]. 



V. astrephi oi des +. 



Astrephia laxa (Hook, et Arn. in Hook. Bot. misc. 



Ill, 164): Chile [Concepcion (Arnott in h. Ber.!)]. 

V. floribunda (Ph. in Linnaea 28 p. 699): Chile [S. Antonio bei Valparaiso (Ger- 
main)]. 

Verbreitung der Section: Chile auf den Anden. 



Sect. 4. Valcrianopsis Wedd. (Ghlor. And. II, 31) em. Herbae 
perennes aut suffrutices. Cymae parvae glomeruliformes in inflorescentiam 
spiciformem dispositae aut complures inflorescentiae spiciformes paniculam 
thyrsoideam formantes (cf. p. 16 sq.). Fructus plerumque epapposus. 
Flores saepissime polygamo-dioici. Folia caulina interdum desunt 

Ser. (1) V. macrorhizae. Herbae caulibus floriferis parce aut 
non foliatis. Adest semper inflorescentia simplex spiciformis. Rhizoma 
verticale, longiusculum, internodiis omnibus abbreviatis, simplex ve I parce 
fasciculatim ramosum. Folia herbacea, saepe lanceolata, saepissime in pe- 
tiolum membranaceum attenuata. 












4) liber die Trennung dieser Section von der vorigen vgl. S« 33 f. 





















« 






54 






Feniande Hock. 















A. Folia i ntegra , interdum integerrima, lamina in pe tiolum transeunte. 



a. Fructus papposus. Folia marginc haud integra. 






■ 



a. Caulispubescens. Folia denticulato-ciliata. Pappus 5-radi- 

atus. V: coarctata. 

p. Caulis glaber. Folia margine serrato aut crenu to-serrato. 



I. Folia acuta, serrata. Pappus sub- 6-radiatus. 



V. serrata. 



II. Folia obtusa , crenato-serrata. Pappus sub- 10-radiatus. 

V. rurnicoides. 
b. Fructus epapposus, calycis limbus brevissimus, integer. Folia inte- 



ger r i m a. Flores dioici. 



V. macrorrhiza, V. dinorrhiza. 



B, Folia profunde triloba, lobis duobus inferioribus oblongis, intermedio 



elliptico et grosse crenato-serrato multo minoribus. 



V. Mandoniana. 



V. coarctata (Ruiz et Pav. fl. per. I, p. 40, t. 67 f. a), (Astrephia coarctata 
Dufr.): Peru [hohe Orte der Anden von Tarma und Huasahuasi (Ruizu. Pavon, Dombey)]. 

V. serrata (Ruiz et Pav. fl. per. I, p. 40, t. 68 f. c), (Astrephia serrata Dufr.): 
Peru [Anden von Tarma und Huasahuasi (Weddel, Ruiz u. Pavon, Dombey)]. 

V. rurnicoides (Wedd. chlor. and. II, p. 22): Columbia [Pic von Tolima (Wedd.), 
an der unteren Grenze des ewigen Schnees (Goudot)]. 

V. macrorrhiza (Poepp. et Endl. nov, gen. et spec. Ill, 15, t.2U). — Phyllactis 
macrorhiza (Wedd. chlor. and. II, 33): Chile [alpine Orte der Anden von Antuco, 
2500 m. (Poppig n. 9181), Talcar6gu6 (Wedd., Gay) und Linares (Philippi n. 392!)]. 

V. dinorrhiza +. — Phyllactis dinorrhiza (Gris. PI. Lor. p.U3): Argentina 
[Catamarca: bei Beleu, 2700— 3300m. (Lorentz), Tucuman und Cordoba (Schnyder 
n. 41)]. 

V. Mandoniana +. — Phyllactis Mandoniana (Wedd. chlor. and. II, 34): 
Bolivia [Anden von Sorata (Wedd.) und La Paz (Mandon)]. 

Verbreitung der Series: Hohe Gipfel der Anden von Argentina, 
Chile, Bolivia , Peru und Ecuador. 



Ser. (2) 



+■. Frutices aut suffrutices, plerumque parce 



ramosi. Rami floriferi foliosi. Folia herbacea aut eoriacea, sessilia aut bre- 
viter petiolata , nunquam lamina basi longe attenuata. Infl. simplex Spi- 
ciformis. 



A. Folia integerrima aut integra margine serrulato. 

a. Folia herbacea, acuta, integerrima. 

b. Folia coriacea, obtusa. 



V. connata. 



a. Folia oblonga, breviter petiolata, integerrima, margine prope 



insertionem puberulo. 



V. Mutisiana. 



p. Folia late cordata, amp lexicaul ia, valde approximata, mar- 



gine aequaliter serrulato. 



T. cordifolia. 



B. Folia pinnatifida lobis (utrinque 5 — 7) lineari-lanceolatis, subaequalibus 
vel inferioribus minoribus, obtusis, glabris. Rami ascendentes, cvlindracei, 



nudi aut vaginarum vestigiis plus minus vestiti. 



V. Engleriana. 



V. connata (Ruiz et Pav. fl. per. \ f p. 39, t. 67 f. c): Peru [in der kalten Region 
der Berge von Bombom, in der Niihe von Dezmo in der Provinz Tarma (Ruizu. Pavon)]. 






V. Mutisiana +. — Phyllactis (Wedd. chlor. and. II, 31); Porteria oblon- 
gifolia Karst.): Columbia [Anden der Provinz Bogota (Wedd., Mutis, Goudot)]. 

V. cordifolia +. — Phyllactis cordifolia (Wedd. chlor. and. II, 32): Vene- 
zuela (Sierra Nevada von Merida (Wedd.), 3250 m. (Funk u. Schlim. n. 1623)]. 

V. Engleriana +• — Phyllactis pinnatifida (Wedd. chlor, and. 11,33): Co- 



















































■ 









Beitrage zur Morphologie, Gruppinmg nnd geographischen Verbreitung der Valerian&ceeiu 



55 






lumbia [Provinz Rio-Hacha auf der Sierra Nevada (Wedd.), 3550— 4520 m. (Sehlim 
n. 803)]. 

i 

Verbreitung der Series: An den von Peru und Columbia und 
Sierra Nevada von Merida. 



Ser. (3) 



+. Herbae perennes, suffrutices, fruti- 



\ 









cesve ramosissimi. Rami floriferi foliosi. Folia herbacea autcoriacea, la- 
mina nunquam basi attenuata, saepissime sessilia. Complures inflorescen- 
tiae spiciformes paniculam thyrsoideam efficientes. Fructus calyce nullo. 
Flores saepe dioici. 

V. salicariaefolia (Vahl enum. 2, p. 16): Buenos Ayres (Arnott, Schnyder, 
Sello in h. Ber.!). 

V. polybotrya +. — Phyllactis polybo try a (Gris. PL Lor. p. 114): Argen- 
tina [in dem alpinen Thalkessel Grandillas bei Beleu in der Provinz Catamarca (Lorentz); 

Buenos Ayres (Desfontaines!)]. 

V. polystachya (Sm. ie. ined. 3, t. 54): Argentina [Prov. Cordova (Lorentz), 
Buenos Ayres (Desfontaines!)], Montevideo (Otto!, Humb.!), im siidlichen Brasilien 

(Sello in h. M.!, Humb. in h. Ber.!). 

V. ferax +. — Phyllactis ferax (Gris. symb. ad flor. arg. p. 159 sq.): Argen- 
tina [Catamarca (Lorentz), Achala in der Provinz Salta (Lorentz)]. 

.V. chamaedrifolia (Cham, et Schlecht. in Linnaea 1828, p. 129): Montevideo 
(Humb. in h. Ber.!), Siidliches Brasilien (Sello in h. Ber.!). 

Verbreitung der Series 1 ). Anden von Argentina und Gebirge 
des Pampasgebiets [1 auch Ebene jenes Gebiets) . 

Verbreitung der Section: Sierra Nevada von Merida, Anden von 
Columbia bis Argentina und Chile und Gebirge (Ebene?) des Pampas- 
gebietes. 

Sect. 5. Phyllactis Pers. (sub tit. gen. in Ench. I, p. 39) em. 
Herbae'perennes, acaules aut subacaules, foliis omnibus busalibus, inte- 
gerrimis. Flores dense aggregati, bracteis plus minus connatis involucrati, 
inter folia occultati , aut in cyma capituliformi (cf. p. 1 7) . Corolla 3 — 5- 
fida, tubo longiusculo. Fructus semper epapposus. 

Ser. (1) V. densae. Plantae acaules. Folia obovato-spathulata , pe- 
tiolata, Bracteae basi tantum connatae. Corollae limbus 4 — 5-fidus. 

V. densa+. — Phylla ctis densa (Wedd. chlor. and. II, 31): Bolivia, auf al- 
pinen Wiesen 1 [Gipfel>der Cordilleren von Morochata (Wedd.), Provinz Apopaya (D'Or- 

bigny n. 48; Wedd.)]. 

V. inconspicua +. — Phyllactis inconspicua (Wedd. chlor. and. II, 31): 

Bolivia [Cordilleren von Sorata (Wedd.), La Paz (Mandon)]. 

Verbreitung der Series: Anden von Bolivia. 
Ser. (2) V. rigidae. Plantae acaules aut subacaules. Folia linearia 
aut lanceolata ; sessilia. Bracteae longe connatae. Corollae limbus 3-, ra- 

■ 

rissime 4 — 5-fidus. 









1) DassauCer den hier genannten Arten noch mehrere unbekannte aus denselben 
Gebieten vorlagen, wurde schon erw&hnt (S. 9). 

































s 









' 












56 



Fernando Hock, 



i 



V. bracteata. 



A. Corollao limb us 4 — 5-fidus. Infl. captiuliformis , pedunculata. Planta 
acaulis foliis obtusiusculis, lanceolatis, coriaceis. 

B, Corollae limbus 3-fidus (cf. p. 22), 

a. Infl. capituliformis, distincte pedunculata. Caudiceparvo crasso, apice 
ramoso. Folia stellato-rosulata, erecto patentia. V. spathulata. 

b. Infl. brevisstme pedunculata aut sessilis, semper inter folia oc- 
cultata. 

a. Caudiculus simplex foliorum rosulam unam pioferens. 



I. Folia herb ace a. 

1. Folia obtusa, h irsut o-pilosa. 
'2. Folia acutissima, basi ciliata. 



V. obovata. 

V. tenuifolia. 



II. Folia rigida, coriacea, pungentia, glaberrima, basi in vaginam 



membranaceam dilatata. 



V, rigida. 



p 



I. Folia glaberrima. Caudice parvo crasso simplici vel parce ramoso. 



V. crassipes. 



II. Folia pilosa. Plantae semper acaules 

4. Folia acuta. 

2. Folia obtusiuscula. 






V. hispida. 
V. exscapa. 









V. bracteata (Benth. pi. Hartw. 195). — Phyllactis bracteata (Wedd. chlor. 
and. II, 30): Columbia [feuchte Orte am See Guanacas (Wedd.), in der Provinz Papayan 
(Hartw. n. 4078!)]. 



V. spathulata (Ruiz et Pav. fl. per. I, p. 40, t. 68 f. b). — Phyllactis spat hu- 
la ta (Pers. ench.I, p. 39): Peru! [Anden der Provinz Tarma, beiBombom (Ruizu. Pavon)]. 

V. obo vata (Schult. mant. I, p. 214). — Phyllactis obovata (Nutt. gen. am. 
I, p. 21): Am oberen Missouri (kahle Hiigel urn das Dorf Arikaree herum (Torrey u. 

Gray)]. 

V. tenuifolia (Ruiz et Pav. fl. per. I, p. 39, t. 65 f. d). — Phyllactis tenui- 
folia (Pers. ench. I, p. 39): Peru [alpine Region der Anden von Tarma und Huasahuasi 
(Ruiz u. Pavon, Dombey)]. 

V. rigida (Ruiz et Pav. fl. per. I. p. 39, t. 65 c). — Phyllactis rigida (Pers. 
ench. I, p. 39): Ecuador [Chimborazzo (Wedd.; 2800— 3000 m., Wagner in h. M.!). 
Cotopaxi (Wedd.) und Paramo de las Puntas, 3100 — 4000 m. (Humb. u. BonpL, Remy, 
Jameson)], Peru! [Anden von Micuipampa (Humb. u. Bonpl.), von Tarma (Wedd,, Ruiz 
u. Pav., Dombey) und von Cuzco (Wedd. Gay)]. 

V. crassipes +. — Phyllactis crassipes (Wedd. chlor. and. II, 29}: Bolivia 
[Alpine Bergwiesen in der Provinz Cinti, 3600 m. (Wedd.)]. 



V. hispida +. 



Phyllactis hispida (Wedd. chlor. and. II, 29 sq.): Bolivia 



[Sorata (Wedd. Mandon)]. 

V. exscapa Gris. mss.: Peru [Agapata (Lechler, n. 1962!}]. 

Wahrscheinlich gehiirt audi in diesc Series: 

V. magellan ica [Hombr. et Jaquinot, Voy. an Pol Sud (Bot. phan, dicot.) tab. 
16B]: Chile (Hombr. u. Jaquinot;. 

Verbreitung der Series: Diese Series ist namentliclr auf den 
Anden von Columbia, Ecuador und Peru, wahrscheinlich auch durch eine 
Art in Chile vertreten; in Mittelamerika ist ihr Vorkommen noch nicht 
nachgewiesen, dagegen findet sieh wiederum eine Art am oberen Missouri, 
welche demnach recht isolirt steht. 















■ 

































Beitrage zur Morphologic, Gruppirung und geographischen Verbreitung der Valerianaceen. 



57 












Verbreitung der Section: Anden von Columbia bis Bolivia, sowie 
wahrscheinlich auch von Chile. Eine Art in Nordamerika am Missouri. 

Sect. 6. Porteria Hook, (sub tit. gen. in Ic. Plant, t. 864) em. 
Plantae fruticulosae. Folia parva, crassa, coriacea, valde approximata aut 
interdum imbricata, integerrima vel rarissime obsolete crenulata. Infl. 
capituliformis. Corolla infundibuliformis , inferne gibbosa. Fructus pap- 
posus aut epapposus. 



■ 






A. Fructus papposus. Folia approximata, sed non imbricata. 






a. Folia glabra, uninervia, elliptica vel obovato-elliptica. Caules 

erecti , ramis cicatricosis, superne puberulis vel omnino glabris. 

V. Bonplandiana. 

b. Folia margine puberula, trinervia (praesertim subtus), obo- 

vato- vel lanceolato-spathulata. Caules ramique procumbentes, 



saepeque radicantes. 



■ 



i 



V. alypifolia. 



B. Fructus epapposus. Folia approximata, interdum imbricata. 

ill 

a. Folia non imbricata, lanceolato-ovata, impunctata. Stamina co- 



rolla longiora. Stigma indivisum. 



F. bractescens. 



b. Folia imbricata, subrotundo-ovata, subtus punctata. Stamina 



corolla breviora. Stigma distincte trifidum. 






V. 



p. 






— 

V. parvi flora, 



Anden von Ecuador [Quito 



(Humb u. Bonpl,), an der unteren Grenze des ewigen Schnees (Jameson n. 136)]. 

V. alypifolia (H.B. et Kunth nov, gen. et sp. Ill, 325): Columbia (Hartw. n.1081!), 
Ecuador [Chimborazo (Hall.!, Hartw. n. 1084! Wedd.), Antisana, in der kalten Region 
(Wedd., Humb. u. Bonpl.)], Peru [Pisaloma 4500 m. (Meyen in h. Ber.!), Luzon le Pimu 

(Meyer!)]. 



V. bractescens +. 



Porteria bractescens (Hook. Ic. pi. ser. nov. tab. 

• 






864): Venezuela [auf der Sierra Nevada, 3000 m. (Linden n. 1545), bei Merida, 3200m. 
(Linden n. 1540), bei Caracas (Linden n. 424)]. 

V. parvifl ora +. — Porteria parviflora (Trevir. in Bot. Ztg. 1853, p. 354): 
Venezuela [Mucucha, 3700 m. (Linden n. 365), Culuta, 2600 m. (Linden n. 1539)]. 

Verbreitung der Section: Alpine Region der Sierra Nevada von 
Merida und der Anden von Columbia, Ecuador und Peru. 

' . . . f i 



Sect. 7. Aretiastrum DC- (Prodr. IV, p. 633). Caules humiles. 
dense caespitoso-frutescentes. Folia parva, coriacea , integerrima , imbri- 
cata. Flores pauei, inter folia suprema occulti. Corolla 3 — 5--fida. non 
gibbosa. Fructus epapposus 1 ). 



i . 












A. Folia lineari-teretia. Stamina longiora corolla. Corollae hmbus 



3— 5-fidus. 



V. aretioides 


















B. Folia oblonga. Stamina breviora corolla. Corollae limbus plerum- 






que 5-tidus. 



i 



V. aretioides (H.B. et Kunth nov. gen. am. Ill, p. 324 



V. sedi folia. 
Phyllactis are- 



tioides (Wedd. chlor. and. II, 30): Columbia (Hartw. n. 912!), Ecuador [Antisana, 
3700 m. (Humb. in h. K.!, Wedd.), Assuay (Humb. u. Bonpl. in h. Ber.!)]. 












1) Meine Bedenken wesen der Natiirlichkeit dieser Section habe ich schon S. 5 









auseinandergesetzt. 









.i 




































t 










































* 

























































58 



Fernando Hock. 






■ 






























- 
















































V. sedifolia (D'Urv. fl. mal. 44). — Phyllactis sedifolia (Wedd. chlor. and. 



II, 31); Falklandsinseln (Humb. u. Bonpl. in h, Kr). 



■ 












Verbreilung der Section: Hone Gipfel der Anden von Columbia 



- 

und Ecuador, Falklandsinseln. 















Yerbreitang der Gattnng Valeriaua: Zum grbBten Theil uuf Gebirge be- 
schrankt: Europa, Asien und ganz Amerika. In Sudamerika die grbBte 
FUlle von Arten, hier allein auch in verschiedene , theilweise auch habi- 
tuell sehr differente Seetionen gespalten. 









• 



- 



I 



Oentranthus 






■ ■ 






Sect. 1 Macrocentron Lge. (in Willk. et Lge. Prodr. fl. hisp. II, 
p. 4). Herbae perennes. Folia integerrima, saepissime acuta, dimetiente 
longitudinali minimum bis superante latitudinalem dimetientem, Calcar 
ovario plerumque longius. Rami primarii cymarum erecti. 

Ser. {{) C. rubri. Calcar ovario longius aut ovarium aequans lon- 
gitudine. Inter corollae insertionem et calcar tubulus calcari brevior vel 
nullus. 

A. Calcar ovario non minus quam duplo longius. 
a. Calcar vix tubo brevius. 






. 









a. Inter insertionem corollae et calcar tubulus brevis. 

C.junceus. 



. 






p. Corolla ad calcaris insertionem sessilis. 






• i 


















C. longiflorus, C. elatus. 



b. Calcar tubo non minus quam duplo brevius. 









cu Calcar ovario duplo 
obtusiuscula. 



longius, 









tubo 2 — 3-pIo brevius. Folia 

C nevadensis. 



p. Calcar ovario 2— 3-plo longius, tubo tertia parte brevius. 



(l Folia longe angustato-acuminata. 

■ 

B. Calcar ovario non plus quam iVrplo longius. 



C. Sibthorpii. 



a. Corolla ad calcaris insertionem sessilis. Folia linearia. 

C. angustifolius. 



d. inter corollae insertionem et calcar tubulus dimidium cal- 



• ■ - . 






caris fere aequans. Folia ovato-lanceolata. 



C. ruber. 



C.junceus (Boiss. et Heldr. Diagnos. plant, orient, nov. X, p. 73): Alpine Re- 
gion von Macedonian [Athos (Orphanides)], Thessalien [Olimbos (Heldr.)], Livadien 
[auf dem Liakura, dem alten Parnassos (Orphan., Guicciardi in h. Ber.!)] f Morea [Chel 
mos beim Styx in Achaja (Orphan.), Taygetos bei Hakodani in Lakonien (Heldr.)] ; au 



dem Antilibanon [Roschaja 2400 m. hoch auf dem Djebel esch Scheich, dem alten 
Hermon (Kotschy n, 499!)]. 

C. longiflorus (Stev. obs, pi. ross. p. 76): In den siidrussischen Steppen [bei 
Jekaterinoslaw (Bdber)], im Gebiete des Kaukasus [Mingrelien (Eichw.), Iberien (M. Bieb., 
Eichw., Wilhelhis)], Tiflis (Hohen. in h. K,!). Armenien [bei Erserum (Calvert) und 
Gumiisch Khana (Boiss., Bour^eau)!. 

C. elatus (Boiss. et Heldr. Diagn. plant, orient, nov. X, p. 73): Hochland von 
Kleinasien [Olklatschi im alten Pisidien (Heldr.)], Antitaurus (Haussknecht), Taurus 
[Gylek Maoden (Kotschy n. 245! Balansa), Bulghar Dagh bei Cedreto zwischen Fels- 
trlimmern, 1900 m. (Kotschy n. 237!), Achyrdagh bei Merasch, 2000 m. (Haussknecht 



















































\ 



Beitrage zur Morphologic, Gruppirung mi geegraphischen Verbreitm^ der Valerianaceen. 






59 






in h. Ber.!)]. Libanon [urn Edon (Boiss.), Djebel Baruch (Boiss.), urn Hasrun (Blume)]. 
Antilibanon [urn Zebdaine bei Damaskus, 1500m. hoch (Kotschy n. 74 ! und 499, Boiss.)]. 

C. nevadensis (Boiss. Suppl. 15), Alpine und Schnee-Region der Sierra Nevada 
von Spanien, 2100 — 2400 m. [Vacares, Corral del Valeta, Borreguil de Dilar (Boiss.); 
Baranco de Vacares (Willk.); Sierra Alcazar (Funk)]. 

C. Sibthorpii (Heldr. et Sart.): Morea [Kastanitza in Lakonien (Orphanides), 
Nauplia (Boiss.), Korinth (Boiss.)], Livadien [Lykabettus (Heldr.) und Hymettus f Heldr. 
in h.Ber.!), Ziria (Heldr.) beiMissolunghi(Nied.)bei Libadea inBOotien (Orphan., in der 
unteren Region des Liakura bei Arachova (Heldr.)], Kefalonia [in derNfihe von Argostoli 
(Heldr.)]. Negriponte (Heldr.). : ■ - 

C. angustifolius (DC, fl. fr. 4, p. 239): Spanische Sierra Nevada (Willk. in h. 
Ber.!; 2100 — 2500m., Boiss. in h. Ber.!), Mittelgebirge von Nord- und Mittelspanien 
(Lange) und durch die ganzen Pyrenaen (Lange, G). Siidliches und siidostliches Frank- 
reich (G) [Boscodon bei Embrun (h. Kiel'), Vauclus u. Taubert in h. Ber.!)]. Jura [bis 
zur Tannenregion (Schlickum!)]. Savoyer Alpen [Chambery an der Doria (Huiguenin 
n. 427!)], Alpen der siidlichen Schweiz!. NGrdliches Italien [Padua (Bertoloni in h. 
Ber.)], Suditalien (N). Nord-Afrika [Djebel Quensa,|Berg im Siidosten der Stadt Marokko 
(h. Cosson!)]. 












/ r \ i 



C. ruber (DC. fl. fr. 4, p. 239): Irland (N), Schottland (N), Portugal (N). 



Ganz 



Spanien (Lange). Slidfrankreich [Marseille (Seringe in h. Ber.!)]. Sicilien [Palermo 
(Lebmann in h. Ber.!)]. Slid- und Mittelitalien (N). Norditalien [Monle Brione bei Riva 
am Garda-See (Engler!)]. Schweiz [bei Sitten im Wallis (K)]. Sudtirol [Botzen (Geb- 

■ 

hard, Hausmann in h. Ber.!), Meran (Gebhard in h. Ber.!)]. Littorale [auf Schutt bei 
dem Kloster Farisina auf der Nordspitze der Insel Cherso bei Fiume (Noe in h. Ber,!). 
Dalmatien und Kroatien (N). Konstantinopel (Griseb.), Macedonien [Hagion Oros, der 



alte Atbos (Griseb.)]. Morea (Bory). Kleinasien [Nicaea [Riidel in h. Ber.!)]. Libanon 
[Djeboa (Gaillerdet)]. Nordafrika [Constantine (Dukerley in h, Ber.!). Madeira [Caminko 
novo (augenscheinlich verwildert, Irmy in h. Ber.I)]. . 

Verbreitung der Series: Durch das ganze Mittelmeergebiet, eine 
Art auch im Ddrdlichen Spanien ? Stldtirol , Schottland und Irland , diese 
gleichfalls auf Madeira verwildert. 

Ser. (2) C. nervosi. Galcar ovario brevius. Inter corollae inser- 
tionem in ovarium et calcar tubulus calcari longior. Infl. corymbosa. 
Tubus corollae limbo duplo longior. 



C. nervosus. 



Sardin 



Cor- 



sica LMontasme de la Trinite bei Bonifacio (G)l. 

L 






Verbreitung der Series: Berge von Sardinien und Corsika. 



Verbreitung der Section: Wie Series 1. 









y 



Prodr. fl 



i I 






i 



' ' 






P 



ala sunt 



I 



ongi- 



tudinali semper 



tudmalem superante. L 



ovario semper brevius. 

- 

A. Inter cor ollae i nsertionem et calcar tubulus dimidium ovarium 
fere aequans. 



n 



a. Bracteae acutae, lineares, non amplexicaules. Corollae tubus 



ovario longior. 






C. Calcitrapa. 


















i 






























. 











































































• 









60 






Fernando Hock. 



* 






b. Brae tea e obtusiuscu 1 ae , basi dilatatae, amplexicaules. Corollae 



tubus o v a r i o d u p 1 o 1 o n g i o r. 












C. dasy carpus. 



B. Inter corollae insertionem et calcar tubulus subnullus. 









C. macrosiphon 



C. Calcitrapa Dufr. val. p. 39: Portugal [Olisipone (Wehvitsch n. 254!)]. Ganz 
Spanien (Lange). Siidliches und siidostliches Frankreich (G), [Avignon (Reqien in h. 
Ber.!), Toulon (J. Miiller u. Valet in h. Ber.!), Aix (Faubcrt in h, Ber.l)]. Villafranca 
(Riedel in h. Ber.!). Corsica [Ajaccio (Engler!)]. Sardinien [Cagliari und Massu (Miiller 
in h. Ber.!)]. Italien (N). Sicilien [Trapani (Sieber in h. Ber.l)], Kefalonia (N), Dalma- 
tien (N). Attika (Norea und Pentalike (Sprun.)]. Kandia (Siebert). Cypern [beim Kloster 
Froodissa (Kotschy n. 735!). Sudrussland [Taurien ; um Simeis herum (Compare}]. Algier 
[Oran (Hb. Berol.!)]. Marrokko [Berge im Nordosten und Sudosten der Stadt Marokko 
(h. Cosson!)]. Madeira (Norman in h. Ber.!). Teneriffa (Bolle in h. Ber.). 

C. dasycarpus Knze.: Siidliches Spanien [An sandigen beschatteten Orten in der 






Nfihe von Marbella in der Provinz Malaga (Willk. in h. Ber.!)]. 

1 

C. macrosiphon (Boiss. diagnos.pl. now oriental. Ill, 57): Sudspanien [Gibraltar 
(Boiss.), S, Roque, Algesiras, Alcala de los Gazules (Boiss. u. Reut.l, Estepona (Willk. in 
h. Ber.!, Boiss.), Sierra Nevada bei Canales (Lge.), Sierra Tejeda bei Malaga (Willk. in 
h. Ber,!), Cerro Zumbaleja im ehemaligen Konigreich Jaen (Lge,), Sierra de Espana in 

Murcia (Guir.)]. Insel Mallorca (Cambessedes in h. Ber.!). Algier [Boiss. u. Reuter in 

■ 

h. Bcm\!)]. 






Verbreitung der Section: Namentlich in Spanien, zvvei Arten 
gleichzeitig aueh in Algier und eine derselben ungefahr tlber das ganze 
Mittelmeergebiet verbreitet und in Nordspanien vorkommend. 

Verbreitung der Ciattuug Centranthus : Theils Gebirgspflanzen, theils audi 
in der Ebene vorkommend. Uber das ganze Mittelmeergebiet verbreitet, 
doch die perennirenden Arten besonders imOsten, die einjahrigen nament- 
lich in Spanien stark entwickelt. Eine der ausdauernden Arten kommt 
indessen aueh im Norden des Mittelmeergebietes und zwar in Irland, 
Schottland, im nordlichen Spanien und in Siidtirol, eine der annuellen 
aleichfalls in Nordspanien vor. 















■ 
























3. Beziehungen zwischen morphologischen Eigenthiimlichkeiten und 

geographischer Verbreitung. 









Wegen der geringenVersehiedenheiten in der Ausbildung der meisten 
Oreane bei den Valerian a ccen war es von vornherein wahrscheinlich, 






dass sich innerhalb dieser Familie nicht eben viele deutliche Beziehungen 
zwischen geographischer Verbreitung und morphologischen Eigenthlimlich- 
keiten finden lassen wllrden. Eine geringe Variation wird leicht bei local 
getrennten, aber unter einander verwandlen Pflanzen auftreten; dagegen 
wird selten der Fall eintreten, dass eine groBere, aber vollkommen gleich- 






I 



artigeVeranderung in der Ausbildung eines Organes sich an verschiedenen 
Orten entwickle. Dennoch scheinen mir einige morphologische Eigen- 
thUmlichkeiten der Valerianaceen wenigstens theilweise klimatisch be- 



























\ 



























Beitrage ziir Morphologic, Gruppirung und geographischen Verbreitung der Valerianaceen. 



6t 






_ 

dingt. Da ich ja leider noch bei weitem nicht alle Arten dieser Familie 
kenne, also nicht mit Zahlen, welche solche Verhaltnisse immer am deut- 
lichslen zeigen, operiren kann , muss ich mich bei der vorliegenden Arbeit 
darauf beschranken, einige dieser Falle anzudeuten. 

Sieht man ab von der Gattung Valerianella, der einzigen weit 
verbreiteten Gatlung dieser Familie, welche nur annuelle Arten enthiilt, 
so finden sich einjahrige Valerianaceen nur in zwei relativ beschrank- 
ten Gebieten, welche auch noch wieder einige L'bereinslimmungen in der 
geographischen Lage zeigen. Das eine Gebiel gehbrt der alten Welt an 
und falit in seiner Ausdehnung etwa zusammen mit dem Mediterrangebiete 
Grisemch's, das zweite, welches auf die westliche Halbkugel beschrankt 
ist, erstreckt sich von der politischen Nordgrenze der Vereinigten Staaten 
(namlich von Vancouvers Island) bis nach dem sudlichen Chile und ist voll- 
kommen auf die Westseite von Amerika beschrankt. In ahnlicher Weise 
zeigt sich auch im Gebiete der bstlichen Hemisphere die grbBte Entfaltung 
einjahriger Arten im Westen. Die Nordgreuze beider Gebiete fallt etwa 
zusammen. Dass nach Silden die annuellen Arten der neuen Welt weiter 
reichen als die der alten, erkliirt sich leicht aus der Verbreitung der ganzen 
Familie; in der alten Welt scheint den Valerian aceen durch die Sahara 
uberhaupt eine unubersteigbare Schranke gesetzt zu sein 1 ). Innerhalb 
beider Gebiete finden sich Arten, die wohl die Einjahrigkeit ererbt (Fedia 
Plectritis) und solche, die sie wohl erst erworben haben (Centran- 
thus — Valeriana). Sammtliche einjahrige hierher gehorige Arten sind, 

sie Gebirgspflanzen sind, auf die niederen Regionen der Gebirge 



wenn 

beschrankt. In den aquatorialen Gegenden sind sie weit weniger zahl- 
reich, als in den nbrdlich und sildlich hiervon gelegenen Gebieten. Die 
Klimate alter dieser Gebiete sind theils durch zeitweilige vollstandige 
Trockenheit, theils durch groBe Periodicitat ausgezeichnet, alles Bedin- 
gungen, welche das Gedeihen einjahriger Arten nur befbrdern 2 ). Doch 
wcrde ich hierauf im letzten Theile dieser Arbeit zurilckkommen. 

Ein ahnlicher director Einfluss des Klimas scheint die Vertheilung der 
Holzgewachse beeinflusst zu haben. Diese finden sich siimmtlich auf Sud- 
amerika und Mexiko beschrankt, finden sich aber theils in niederen, theils 



in den ailertibchsten Regionen der Gebirge, so dass wohl verschiedenartige 
Ursachen die Bildung von Holzgewachsen innerhalb der verschiedenen 









Gruppen hedingt haben. 

Die Stauchuns aller oberirdischen Sprosse bei krautartigen Pflanzen 

dieser Familie findet sich auf einige im Gebiete der tropischen Anden und 


















1) Auch Valeriana capensis Yahl. ist sicher nicht auf diesem Wege nach dem 



Kaplande gelangt. Vgl. S. 70. 

2) Vgl, Hildebrasd. »Die Lcbensdauer und Vegetationsweise der Pflanzen, ihre Ur- 
sachen und ihre Ent\vicklung« in Engler's »Botan. Jahrb. II, namentlich S. 95 u. 98 f. 



























■ 









■ 












§ 









■ 






< 


















' 































































• 




































I 









1 






' 









62 Fernando Hock, 



i 



-: 



im chilenisclien Ubergangsgebiete vorkommende Arten beschrankt (vgl. 
S. 47 f., 55 f.), weim man absieht von der in dieser Beziehung ganz ver- 
einzelt slehenden Patrinia sibirica Juss. In iihnlicher Weise ist die 
durch Stauchung aller Internodien bedingte dichte Blattstellung einiger 
Straucher der Gattung Valeriana fast auf die hbheren Reoioneu der Ge- 



* 



birge vom nordwestlichen SUdamerika beschrankt (vgl. S. 57 f.). Nur die 
auf den Falklandsinseln vorkommende V. sedifolia DTrv. macht eine 

Ausnahme davon. 

Auch Stauchung der unteren und Slreckung der oberen Internodien 
findet sich nur bei Ilalbstrauchern von Valeriana innerhalb eines be- 
schrankten Gebietes, namlich fast nur auf den Anden von Chile. Eine ein- 
zige der diese Sprossbildung zeigenden Arten kommt in Peru vor (vgl. 



S. 48 f.). 



rUb 



iaen Vale- 



rianaceen ist auf die Gebiete von dem Hochlande von Mexiko bis Chile 
beschrankt, und innerhalb dieses groBeren Gebietes linden sich wieder 
zwei kleinere, in welchen solche Pflanzen besonders stark entwickelt sind. 
namlich Chile und das Plateau von Mexiko (vgl. 50 f. u. S. 52 f.). 

Auch die Eigenthtimiichkeit zu kletlern haben nur Valeriana ce en 
innerhalb eines relativ beschriinkten Gebietes, namlich nur mittel- und 
siidamerikanische Arten erworben, doch gelangte sie innerhalb dieses Ge- 
bietes in zwei verschiedenen Formenkreisen zur Ausbildung (vgl. S. 38 
u. 50 f.). 






Ein iihrenarliger, ' der Inflorescenz mancher Labiaten ahnlicher 






Blltlenstand findet sich nur auf den stidamerikanischen Anden und auf der 
diesen nahe liegenden Sierra Nevada von Merida (vgl. S. 53 Bf.J. Dagegen 
ist die aus ahnlichen ahrenformigenPartialinflorescenzen zusammengesetzte 
Rispe nur bei Valerian en der argentinischen Anden und des Sleppen- 

gebietes zu finden (vgl. S. 55 ff.). Die iiuBcrst lockere Inflorescenz im Frucht- 
zustande besitzen auBer einigen nahe verwandten Valerianen des Mon- 
aungebietes noch manche Arten dieser Gattung aus SUd- und Mittelamerika, 
die verschiedenen Gruppen angehoren (vgl. S. 41 ff. u. 50). 

Die Valerianaceen mit fiedertheilisen oder deullich aesanten Brac- 



w. yj^^i utuniui gcaag 



teen, welche theils zur Gattung Valerianella , theils zu Plectritis ge- 
rechnet werden, gehoren auBer der in Chile vorkommenden P. samoli- 
folia Bth. Hook, sammtlich den pacifischen Staaten von Nordamerika an 



(vgl. 37 f. u. Krok a. a. 0.). 



Das Auftreten eines Hockers am Grunde der Blumenkrone ist, wie aus 
den frUheren Betrachtungen hervorgeht, sehr variabel, doch fehll ein sol- 



cher keiner Valeriana der alten Welt. Da«e»en tritt ein deutlichei 



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Sporn fast nur bei Valerianaceen des Mittelmeeraebiets, Japans und der 
westlichen Vereinigten Staaten auf, also in Gebieten, die auch sonst be- 










































I 





















Beitrage zur Morphologic, (iruppirung mid neographischeit Verbreitiing der Vitlerianiiceen. 



63 












* • 









kanntlich manehe Ahnlichkeit zeigen. In zweien dieser GebieSe, mimlich 
in Japan und Californien, findet sich auch noch der Fall, dass bei Gat- 
tungen, welche sonst eines Hookers an der Blumenkrone entbehren, ein 
solcher bei je ciner Art sich gebildet hat. (Patrinia in Japan, Valeria- 
nella in Californien.) Wenn nun freilich wohl wahrscheinlich ist, dass 
diese Verhaltnisse nicht direct durch das Klinia bedingt sind, so wllrde 

1 

ein indirecter Einfluss des Klimas, niimlich durch Vermittlung derlnsecten- 
vvelt, keineswegs unmoglich sein. Es ware z. B. denkbar, dass gerade in 



diesen Gebieten hoch organisirle Bluineninsekten in groBerer Fillle vor- 
handen seien und so eine Anpassuns; an diese leichter hatte stattfinden 
konnen als anderswo. Doch verinag ich nicht Uber diese Frage zu entschei- 
den, es soil dieselbe hier eben nur angeregt werden. 






Auf die gleicheUrsache wurde dann die nur in den pacifischen Staaten 



und ini Mediterrangebiet vorkommende 






lippenformige Ausbildung 



der 



Blumenkrone (bei Arten von Cent ran thus und Fedia einerseits, Plec- 



. 



Iritis andererseits) zurlickzufuhren sein. Die Arten von Valeria nella 



mit sehr langer Kronenahre sind auf Nordamerika beschrankt, da^esen 
lieB sich bei Valeriana irgendwelche Analogic zwischen geographischer 

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Yerbreituns; und Lanc;e der Blumenkronenrohre nicht auffinden. 



Die haufigste Zahl der Staubblatter bei den Valcrianaceen ist be- 
kanntlich drei, eine groBere Zahl findet sich nur bei zwei asiatischen Gat- 



■ 






tungen (Patrinia, Nardostachys), dagegen ist, abgesehen von der in 












dieser Hinsicht isolirl stehenden Patrinia monandra Clarke des Hima- 
laya eine geringere Zahl nur bei Gatlungen des Mediterrangebietes (Fedia. 
Centranthus) bekannt. 

Va ler i anaceen mit dreitheilieem Gynoceum kommen nur in 
alten Welt und in Nordamerika vor. Die buckelige Ausbuchtung des Peri- 
carps der Frttchte ist einigen Valerianaceen der chilenischen und perua- 
nischen Anden ausschlieBlich eigen (vgl. S. 52 f.). 



der 









Wenn auch die groBte Menge solcher Analogien zwischen Morphologie 






und geographischer Verbreitung nicht nur hier, sondern auch in anderen 
Famiiien noch vollkommen aller Erkliirung trotzen , so glaube ich doch. 
dass eine Aufsuchung derselben bei jedem genaueren Studium einer 
Pflanzengruppe von Nutzen ist und habe sie deshalb hier unternommen. 
Etwas vollstandiger ware eine solche w T ohl geworden, wenn die Gattung 



I 






Valeria nella in alien Punkten berilcksichtiszt ware; an tlbersicht wtlrde 
sie gewinnen, wenn alle diese Verhaltnisse durch Zahlen ausgedrtlckt wtir- 
den; doch war mir dies beides bis jetzt leider nicht moglich. 






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64 



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Fernando Hock. 









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III. Versucli, die phylogeiietischen Beziehungen der Yalerianaceeii 









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zu ermitteln. 



Aus dem morphologischen Theile ergiebt sich , dass die Blfllcn sliinmt- 
licher Valerianaeeen sich auf folgenden allgemeinen Typus zuriickfUhren 
lassen : 



C5 P5— (0— 2) A 5— (1 



i) G3. 






Diejenige Gattung, welche, wenn wir von den unwesentlichen oder 
accessorischeri Merkmalen absehen , diesem Typus am nachsten steht, ist 
Nardostachys 1 ). Sie ist die einzige Gnttung, bei welcher sich ein wirk- 
lich regelmiiBiger funftheiliger Kelch findet (vgl. S. 21), wenn auch dies 
Organ hier schon durch seine hiiutige Ausbildung eine gewisse Neigung 
zum Schwinden bekundet. Mit Patrinia theilt Nardostachys die dem 
Typus der Familie am nachsten stehende Zahl der Staubblatter (vgL S. 24). 
Es fehlt nur das leicht zum Schwinden neigende unpaare hinlere. Auch 



besitzt sie die hochsle Zahl von Ovarialfachern. Wenn sie Ietztere Eigen- 

schaft auch mit mehreren anderen Gattungen theilt (vgl. S. 25}, so ist 

dies cloch gerade einer der Grttnde, die dagegen sprechen, den Ursprung 

der Familie in der graBten Gattung derselbcn, Valeriana, zu suchen. 

Es mag noch erwahnt werdeu, dass der Griffel fast stets vollkommen un- 

setheilt ist, dass die Blumenkrone weder am Saume noch an der Bssis be- 
es ' 

deutende UnregelmaBigkeiten zeigt, dass die Fruchtfacher ziemlich gleich- 
miiBig ausgebildet sind, dass an der Frucht keine Spur von KrUmmung 






zu bemerken ist, und dass die LaubblStter stels ungetheilt sind, wenn 
auch auf das Ietztere Verhalten nicht allzuviel Gewicht zu legen ist. 

Die Gattung Patrinia entfernt sich von dem Typus aufier durch die 
geringe Ausbildung des Kelches eigentlich nur durch das schon im mor- 
phologischen Theil ausfiihrlich besprochene Auftreten von mehr als zwei 
Vorblattern (vgl. S. 19). Eine Art dieser Gattung zeigt im Androeceum 
eine Reduction auf ein Staubblatt, 

Valerianella unterscheidet sich in Bezug auf die Bliiten von Nardo- 
stachys wesentlich nur durch die Verminderung der Staubblatter auf 
drei, sowie durch die unregelmiiBige Entwicklung des Kelches. Die Arten 






der Tribus Megalocoelae mit nicht gekrilmmten Frtlchten und nicht 
einseitig ausgebildetem Kelche 2 ) stehen letzterer Gattung entschieden am 
neichsten. In Bezug auf ihreVegetationsweise sind alle Arten von Valeria- 
nella einjahrig. Wilhrend Plectritis mit der ganzen Gattung Valeria- 






nella die annuelle Lebensweise und das dreitheilige Androeceum gemein- 
sam hat, steht sie den Arten der Section Siphon el la besonders nahe; 
denn hier stimmt die Form der Frtlchte fast ganz mit derjenigen bei 



\) Vgl. hieriiber auch Baillon a. a. 0. S. 304 IT. 
2) Vgl. Krok's Monographic dieser Gattung. 



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Beitrage zur Morphologie Gruppiruno und geographischen Verbreitung der Valerianaceen. 65 



^ 















Euplectritis Uberein (vgl. S. 25). Die Gestalt der Bracteen ist bei Plec- 
tritis und bei diesen Arten von Valerianella fast gleich (vgl. S. 21); 
dagegen aber abweichend von der aller ilbrigen Valerianaceen. Auch 
der Sporn, welcher das einzige durchgreifende Unterscheidungsmerkmal 
zwischen Plectritis und Valerianella bildet, findet sich in dieser Sec- 
tion der letzteren Gattung durch den Hcicker an den BlUlen von V. Nut- 
tall ii Rrok angedeutet (vgl. S. 23). Der Kelch ist bei den beiden Arten 
von Sip hone 11a ebenso wie bei alien Arten von Plectritis fast voll- 
kommen unterdrttckt und undeutlich gelheilt. tlberhaupt ist die Uberein- 
stimmung zwischen Siphonel la und Euplectritis so groB, dass mir die 
genetische Trennung derselben kiinstlich erscheint. Die Gattung Fedia 
schlieBt sich an eine andere Gruppe von Valerianella, namlich an die 
Series Locustae, nahe an. Der Kelch ist bei den Arten dieser Gruppe 
wie bei Fedia kurz und nicht nach der Bltitezeit vergrbBert. Ihre Frtichte 
stimmen fast vollkommen mit denen dieser Gattung uberein (vgl. S. 55). 
Auch in den vegetaliven Organen weicht Fedia wenigstens von den Arten 
dieser Series, welche ich kenne (V. olitoria Pall, und V. capitata Boiss.) 
nicht wesentlich ab, so dass mir aus morphologischen Grunden die Ablei- 
tung jener Gattung aus den Arten dieser Series wohl annehmbar erscheint. 

Valeriana ist von Na rdos tachy s namentlich verschieden in der 
Ausbildung des Kelches, der als Pappus oder als schwacher hauliger Saum 
oder gar nicht vorhanden ist, ferner durch den einfacherigen Fruchtknoten T 
sowie durch das Fehlen eines Staubblattes. Andere Besonderheiten wie 
die Verminderung der Kronenabschnitte und die eigenthtimliche Ausbil- 
dung des Pericarps der FrUchte sind auf einzelne Artenkreise beschrankt. 
Die einzige von mir in der Gattung As t re phi a gelassene Art niiherl sich 
ganz bedeutend der Ser. V. sorbifol iae in der Gattung Valeriana. 
Selbst die eigenthtimliche, den Laubblattern fast gleiche Form und Gonsi- 
stenz der Tragbliilter von Blutenzweigen ^vgl. S. 14) findet sich schon in 
dieser Gruppe angedeutet. Auch hier veraniasste mich nur der Mangel an 
brauchbarem Material , die bisherige generische Stellung dieser Art einst- 

weilen nicht zu andern. 

Sehr nalUrlich ist dagegen wieder die Gattung Centranthus. 
Man konnte durch den Habitus vielleicht sich verleiten lassen , einen An- 
schluss der einjahrigen Arten dieser Gattung an Valerianella oder 
Fedia anzunehmen, doch sind genug sichere Grunde gegen diese Ansicht 
vorzubringen. Zunachst ist weder bei Fedia noch bei irgend einer Va- 
lerianella der alten Welt auch nur ein Hocker am Grunde der Blumen- 
krone vorhanden, wahrend sammtliche Arten von Cent ran thus einen 
deutlichen Sporn besitzen (vgl. S. 23). Ferner findet sich in jenen beiden 
Gattungen stets ein dreitheiliger Fruchtknoten (vgl. S. 25), bei Gentran- 
thus ist aber stets nur ein Fach des Gynoeceums ausgebildet (vgl. S. 32). 
Auch ist weder in der Gattung Valerianella noch bei F e d i a auch nur 



Botanische Jnhrbftcher. III. Bd. 



5 






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66 



Fernando Hock. 



















































eine Spur einer-pappusartigen Ausbildung des Kelches vorhanden, wall- 
rend die sarrtmtlichen Arten von Centranthus einen mindestens ebenso 
deut lichen Pappus besitzen, wie es bei den europaischen Valerian en be- 
kannt ist (vel. S. 21). Auch der bedeutende habiluelle Abstand zwischen 
, einigen ausdauernden Arten wie C. junceus Boiss. Heldr. und den an- 
nuellen Species derselben Gattung wird einigermafien tlberbrilckt durch 
Formen wie C. ruber DC. und C. nervosus Moris. Namentlich letztere 
Art nimmt, wie schon gezeigl ist, eine gewisse Mittelstellung zwischen den 
einjahrigen und perennirenden Arten von Centranthus ein (vgl. S. S3). 
Diese schliefit sich in der Gattung Valeriana den Arten der Ser. V. mon- 
tanae recht nahe an {vgl. S. 6f. u. 14). Es ergiebt sich demnach aus 
dieser Darstellung, dass die verschiedenen Gattungen der Valeria naceen 
sehr nahe verwandt sind, so dass die Annahme einer directen genetischen 
Verwandtschaft nicht gerade gewagt ist. 

Vergleichen wir rnit diesen Ergebnissen der Morphologie die That- 
sachen der geographischenVerbreitung, um aus beiden zusarnmen Schltlsse 
auf die phylogenetischen Beziehungen der Vale ri ana ce en zu ziehen, so 
muss zunachst darauf aufmerksam gemacht werden, dass Vertreter dieser 
Familie auf Inseln fast ganz fehlen, dass also die Verbreitung der Vale- 
rianaceen zu Lande angenoramen werden muss und wenigstens an die 
tJberschreituns eines grofien Meeres ohne fremde Beihilfe nicht zu den- 
ken ist. 

Die Valeria naceen der Insel Madeira zeigen wie ja so viele andere 
Familien dieser Insel eine nahe Beziehung zum Mittelmeergebiet. Es finden 
sich daselbst zunachst die im Mittelmeergebiet verbreiteten Centranthus 
ruber DC, C. Calci trapa Dufr., Valerianella olitoria Poll., V. 
Morisoni DC. und V. puberula DC. Da alle diese Arten in der Nahe 
menschlicher Wohnungen oder auf Ackern vorkommen, so ist ihre Ein- 
fuhrung aus dem Mittelmeergebiete nicht unwahrscheinlich. Nur das Vor- 
kommen der endemischen Valerianella bracteata Lowe, welche tlbri- 
gens der V. puberula DC. sehr nahe steht, wird nicht auf diesem Wege 
zu erklaren sein. 

Mehrere Arten von Patrinia, Valeriana und Valerianella fin- 
den sich in Japan. Diese schlieBen sich indess, wie so viele andere For- 
men dieser Inseln eng an Formen des Amurlandes an, so dass auch ihr 
Erscheinen leicht zu erklaren ist ! ) . 

Nachstdem ware als insulare Art Valeriana javanica Bl. von Java 



ins Auge zu fassen. 



Diese der Ser. V. officinalis aneehorige Art zeigt 



nahe Beziehungen zu der auf den Bergen von Vorderindien, dem Himalaya 
und den Khasiabergen vorkommenden V. Hardwickii Wall. Diese lassen 



1) Vgl. Engler, Versuch einer Entwicklungsgeschichte der Pflanzenwelt I, S. 4 8ff. 




































Beitrage-nir Morphologic, Gruppirung und geographischen Verbreitung der Valwianaceen. 



67 






■ 

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sich leicht erklaren; man braucht nicht einmal, wie Miquel r es thut, ohne 
irgend seine Ansicht zu begrtinden, das Vorkommen der ersteren Art auf 
Sumatra anzunehmen , sondern auch eine directe Einwanderung ist leicht 
erklarlich, seitdem von Wallace gezeiat ist, dass geologise he und tlner- 
geographische Verhaltnisse, sovvie auch'Messungen der dortigen Meeres- 
tiefen, eine ursprUnglicheVerbindung Javas niit der siamesischen Halbinsel 
zu einer Zeit, als Sumatra und Borneo noch auf ein relativ kleines Areal 
beschrankt waren, mit ziernliclier Sicherheit annehmen lassen 2 ). 

Die Beziehungen zvvischen den einzelnen Gruppen der Valerian a- 
ceen sind am leichtesten aus der Seite 68 folgenden Ubersicht zu ersehen. 

Die Gattung Patrinia ist fast ganz auf das bstliche und nordliche 
Asien beschrankt, nur eine Art ragt ins europaische Bussland hinein. 

•he der Gruppen dieser Gattung die alteste ist, Iasst sieh mit Sicher- 






Welche der Gruppen dieser Gattung die alteste ist, 
heit nicht entscheiden ; ehe die Beziehungen dieser Gattung zu den anderen 
Valerianaceen, sowie die im morphologischen Theile angedeuteten 
Beziehungen zu den Dipsaeeen, besonders zur Gattung Triplostegia 
aufgeklart sind. Einstweilen macht mir die weite Verbreitung der Ser. 
P. rupestris es wahrscheinlich , dass diese die alteste der Gattung sei 
(vgL S. 55). An sie wird sich einerseits die Ser, P. ovatae, anderer- 
seits die Ser. P. scabiosa efo liae angeschlossen haben, woftlr die Uber- 
einstimmung im Baue der unterirdischen Organe noch aufier der geo- 
graphischen Verbreitung spricht. Von letzterer Series diirfte die Sect. 
Gentrotrinia abzuleiten sein, deren beide Arten auf Japan beschrankt 
sind, in welchem Gebiete auBer ihnen nur einige Vertreter der letzteren 
Series vorkommen (vgl. S. 34 ff.). 

Bei der Gattung Nardostachys bestatigt die geographische Verbrei- 
tung nur den aus den morphologischen Eigenschaften als wahrscheinlich 
sich ergebenden Schluss auf ein hohes Alter, indem beide Arten derselben 
auf den Himalaya beschrankt sind, also auf ein Gebirge, das eine grijfiere 
Zahl alterer Typen bevvahrt hat 3 ). 



Von dem gemeinsamen Stamme aller Ubrigen Valerianaceen gin- 






gen, wie schon die morphologische Untersuchung wahrscheinlich machte, 
zwei Hauptzweige aus, von denen der eine sich zu den Gattungen Vale- 
rianella, Plectritis und Fedia entwickelte, der andere die Arten 
von Valeriana, Gentranthus und Astrephia erzeugte. Die nahe 
Verwandtschaft der drei zu je einem dieser Zweige gehcirenden Gattungen 
ist so klar, dass ich den letzteren Satz wohl als das sicherste Ergebniss 
Uber die Phylogenie der Familie hinstellen mcJchte, wenn auch kaum ein 



i) Miquel, Flora van Nederlandsch Indie II, p. 14 8. 

2) VgL Wallace, Geographische Verbreitung der Thiere S. 408 ff. u. 417 ff. 

3) Vgl. Engler a. a. 0. I, S. 25 ff. und an anderen Orten. 



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68 






Fernando Hock, 









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Beitrage zur Morphologie, Gruppirung uud geographischen Verbreitung der Valerianaceen. 



69 



einziger durchgreifenderUnterschied zwischen alien Arten des einen Zweiges 

und denen des anderen anzugeben ist (vgl. S. 31 f.). 

Wahrend die Arten des letzteren Zweiges zum groBten Theile Be- 
wohner hoherer Gebirgsregionen sind, halten sich die Vertreter der erste- 
ren drei Gattunsen vorzussweise in den Ebenen und zwar ausschlieBlich 









in Landern der gemaBigten Zone auf. Hieraus erklart sich denn auch ihre 
constante Einjahrigkeit, da diese fttr das Klima der Ebenen jener Zone die 

begtlnstigtste Vegetationsweise ist. 

liber die Morphologie und Verbreitung der groBten diesem Zweige 
angehorigen Gattung Valerian ella bin ich noch Jnicht gentigend orien- 
tirt, um auf deren Entwicklungsgeschichte eingehen zu konnen. Nur das 
mochte ich erwahnen, dass die in Bezug auf ihre morphologischen Eigen- 
thilmlichkeiten der Nardostachys am nachsten slehenden Arten der Tri- 
bus Megalocoelae in ihrer Verbreitung fast auf Asien (ganz auf die alte 
Welt) beschrankt sind, dass die Arten der PI ec iritis so uberaus nahe 
verwandten Section Si phone 11 a mit letzterer Gattung das gemaBigte 
Nordamerika als Vaterland gemeinsam haben, sowie endlich, dass die 
Arten der Series Locus t a e, welche durch ihre morphologischen Eigen- 
schaften Beziehungen zu der Gattung Fedia zeigen, wie diese im Mittel- 
meergebiet vorkommen, und dass nur eine von ihnen die Grenzen des- 

selben betrachtlich tiberschreitet. 

Der zweite grofie Zweig hat seine bedeutendste Entfaltung in der 
Gattung Valeriana, der artenreichsten und zugleich der verbreitetsten 

Diese muss auch, wie Morphologie und Ver- 
breitung lehren, als die alteste dieses Zweiges betrachtet werden, aus der 
die anderen beiden sich entwickelt haben. Auch sie weist, wie Valeria- 
nella, auf Ostasien hin, wo (wenn wir dasselbe in seinem weitesten Um- 
fange von Sibirien bis zum Himalaya nehmen) auch die lleimath der Gat- 
tung Patrinia-und das Verbreitungsgebiet von Nardostachys liegt. 
Wie ein Blick auf die vorhergehende Tabelle zeigt, sind namlich alle vier 
in der alten Welt vorkommenden Gruppen dieser Gattung im ostlichen 
Asien durch Arten verlreten. Ja gerade in dem ostlichen Theile ihres 
Verbreitungsgebietes finden sich die Arten, welche in gewisser Weise als 
Ubergangsglieder zwischen diesen Series angesehen werden konnen (so 
V. Leschenaultii DC auf dem Plateau von Dekhan, V. petrophila 
Bge. auf verschiedenen asiatischen Gebirgen und V. Wallichii DC. auf 
dem Himalaya und einigen diesem nahe liegenden Gebirgen). Anderer- 
seits schlieBen sich alle rein amerikanischen Gruppen von Valeriana an 
die europaisch-asiatischen an, wie noch naher nachzuweisen sein wird. 



der ganzen Familie gefunden. 






Die durch ihre morphologischen Verhaltnisse auf das 



groBte Alter 



deutenden Gruppen der V. mo n tana uod V. dioica bieten in Bezug auf 
ihre Verbreitung gar keine Schwierigkeiten, so dass ich nicht darauf 
weiter eingehen will. 









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70 



Fernando Hock. 



■ , 






Die kJeine nordamerikanische Ser. V. ciliatae wird sich wohl schon 






an den genieinsamen Stamm der beiden vorigen angeschlossen haben. 

In der Ser. V. officinalis zeigen fast alle Arten eine so nahe Be- 
ziehung zu der Species, nach welcher diese Gruppe benannt ist, dass icli 
eine directe Abstammung von dieser Art annehmen mochte. AuBer der 
sehr weiten Verbreitung derselben spricht namentlich die schon mehrmals 
(vgl. S. 42 u. 43) erwahnte Uberaus groBe Neigung zur Variation dafur 1 ). 
Es ware hier also der Fall, dass von einer in der Ebene und in niederen 
Gebirgsregionen weit verbreiteten Art sich mehrere theilweise nur auf 
hoheren Bergen vorkommende Formen ableiten lassen, eine Erscheinune 
die ja bei so vielen Gattungen wiederkehrt. Nur im Monsungebiete scheint 
sich ein selbstandiger Zweig dieser Gruppe, der schon auBerlich durch die 
im Fruchtzustande lockere Inflorescenz charakterisirt ist, ausgebildet zu 
haben . Noch ist hier aufV. capensis Vahl hinzuweisen , die ich nur als 
eine durch die Cultur zufallig nach dem Caplande verschleppte und dort 
etwas variirte Form derV. of ficinalis L. anzusehen vermag, um so mehr 
als sie nicht, wie einige andere dem Mittelmeergebiet und dem Capland 
gemeinsame Typen auf den abyssinischen Gebirgen angetroffen wird. Die 
Ahnlichkeit mit V. officinalis ist so groB, dass mich in der That nur der 
Mangel an reicherem Material der sudafrikanischen Form hindert, sie mit 
der V. officinalis L. ohne weiteres zu vereinigen. 

Die Ser. V. montanae ist die einzige Gruppe der Galtung, welche 
in der alten Welt und Amerika vertreten ist. Die V. ca pi tat a Pall, die 
einzige Art derselben, welche beiden Hemispharen gemeinsam ist, steht 
auch in Bezug auf ihre Eigenschaften gerade in der Mitte zwischen den 
Arten dieser Gruppe, welche auf eine der beiden Erdhiilften beschninkt 
sind. Innerhalb dieser Gruppe bilden die an V. Tripteris L. sich gleich 
nahe anschlieBenden V. alliariaefolia Vahl und V. pyrenaica L. wahr- 
scheinlich ein Beispiel fur correspondirende Arten, von denen die eine im 
ostlichen, die zweite im westlichen Theile des Verbreitungsgebietes der 
gemeinsamen Urform sich abzweigte. Dass letztere Art wohl schon zur 
Eiszeit existirte, dafur scheint ihr gleichzeitiges Vorkommen in den Pyre- 
niien und den Gebirgen GroBbritanniens zu sprechen 2 ), denn 
directe Wanderang wiihrend der Jetztzeit kann kaum gedacht werden, 
weil sie auf alien dazwischen liegenden Gebirgen Frankreichs fehlt ivel. 



an erne 



S. 45), und auch im ganzen westlichen Frankreich sich wohl kaum ein Ort 
findet, wo jene vorvviegend subalpine Art unter den jetzigen Verhiiltnissen 
ihre nothigen Existenzbedingungen fmden wUrde. Dies war indessen 



V Es sind gewiss mindcstens 10, zutn Theil auch habituell recht gul charakterisirte 
und daher oft als Arten betrachtete Varietaten derselben unterschieden worden. Vgl. 
iiber die Variability auch Ihmisch a. a. 0. 

2) Vgl. Engler a. a. 0. S. 180 ff. 






























Bcitrage zur Morphologic, Gruppirang und geograplnscheri Verbreitung der Valerianaceen. 7 1 

wahrend der Glacialzeit wohl mbglich , und wir kbnnen annehmen , dass 
sie damals Uber alle zwischen dem in jener Zeit mit dem Festlande Europas 
verbundenen GroBbritannien und den Pyreniien gelegene Gebirge und viel- 
leicht auch Uber einen Theil der Ebene verbreitet war, sich aber nach dem 
Eintritt der warmeren Temperatur auf die hoheren Gebirge an den Gren- 
zen ihres Verbreitungsgebietes zuruckzog. Solche Schltlsse scheinen mir 
namentlich deshalb wichtig, weil sie uns eine Vorstellung Uber das relative 
Alter der betreftenden Pflanzen zu geben vermbgen. Von etwas unsicherer 
Stellung scheint mir in dieser Gruppe V. a sari folia Duf., die zur Ser. 
V. officinalis einige Beziehungen zeigt. 

Innerhalb der Ubrigen Untergruppen von Euvaleriana lassen sich 
leicht drei Hauptverwandtschaftskreise unterscheiden , die sich sammtlich 
gesondert aus den nordamerikanischen Vertretern der eben besprochenen 
Series entwickelt zu haben scheinen. Von diesen umfasst der eine die 
einjahrigen Arten, der zweite die klelternden und der dritte alle noch 
Ubrigen Arten dieser Section. Ob diese nun in den verschiedenen Perio- 
den, in welchen Nord- und SUdamerika vereint waren 1 ), den letzleren 
Erdtheil erreichten oder ob sie sammtlich erst sich entwickelt haben, 
nachdem die jetzigen Verhaltnisse eingetreten waren , kann ich nicht enl- 
scheiden. Sicher ist, dass die Verbreitung der Familie gegen eine Einwan- 
derung der perennirenden Arten in SUdamerika wahrend der jetzt herr- 
schenden klimatischen Verhaltnisse spricht, da, auBer einigen kletternden 
Valerian aceen, wohl kaum eine ausdauernde Art dieser Familie sich 
in Centralamerika findet und schon in Mexiko, wenn nicht an die wenigen 
Vertreter der Ser. V. ceratophyllae zu denken ware, nur annuelle 
Valerianaceen gefunden werden. Als Grund fUr die augenscheinliche 
BegUnstigung der einjahrigen Arten auf dem Plateau von Mexiko vermag ich 
nur die ziemlich hohe Mitteiemperatur (13°) und die groBe Ditrre desselben 
anzugeben 2 ) . Diese Verhaltnisse werden hier ahnlich wie in den Steppen- 
gebieten die starkere Enlfaltung der vegetativen Organe verhindern 3) , da- 
gegen wird die Dauer der Regenzeit (Juni bis September) gerade fUr die 
einjahrigen Arten ausreichen, namentlich wegen der ziemlich hohen 
Milteltemperatur. Wiihrend in dem groBeren Theile der tropischen Anden 
das Klima auch fUr die annuellen Arten von Valeriana zu heiB und zu 
dUrr ist, erreichen diese in Peru und Chile wieder eine grbBere Entfal- 
tung. Auf die Ahnlichkeit des ersteren Landes in klimatischer Hinsicht mit 
Mexiko ist schon von Humboldt aufmerksam gemacht 4 ). In dem letzteren 
Lande entwickelten sich die einjahrigen Valerianaceen auch zu einer 
selbstanditien Section, Hybocarpos. 



1) Wallace a. a. 0. II, S. 23 f. u. S. 99 ff. 

2) Vgl. Grisehach, Vegetation der Erde II, p. 320 

3) Vgl. Hildebrand a. a. 0. S. 94 f. 

4) Vgl. Grisebach a. a. 0. II, p. 314. 



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. 



























• 






72 



Fernando HikL 






Auf die weiteren Beziehungen zwischen den einzelnen stldamerikani- 
schen Gruppen der Gattung Valeriana soil nicht niiher eingegangen 
werden , da ich kaum etwas mehr mit einiger Sicherheit darttber anzu- 
geben vermag, als das was aus der Tabelle ersichtlich ist. Nur darUber 
noch wenige Worte, dass von den staudenartigen Valerianen Stidame- 
rikas gerade einige in ihrer heutigen Verbreitung auf den auBersten Sttden, 
auf Chile und Patagonien beschrankte Arten besonders nahe Beziehuneen 
zu den nordamerikanischen zeigen. Ein IJberblick fiber die Verbreitung 
der Section Euvaleriana lehrt, dass ihre Stauden in Stidamerika fast 

* 

ganz auf diese beiden Lander beschrankt sind (vgl. S. 46 ff.), nur wenige 
Arten, die sich durch fast lederartige Consistenz ihrer Blatter auszeichnen, 
wie V. plantaginea H.B.K., und die ziemlich isolirt stehende in ihrer 
Blattform aber von den nordamerikanischen Valerianen durchaus ver- 
schiedene V. polemonioides H.B.K. ,sind noch nordlich von Peru zu 
finden und auch die auf den Anden dieses Landes vorkommenden Stauden 
von Valeriana sind nach dem mir bis jetzt vorliegenden Material und 
den Lilteraturangaben zu urtheilen verhaltnissmaBig sparlich. Es ist also 
offenbar das Klima des nbrdlichen Theiles von Stidamerika den ausdauern- 
den Arten von Euvaleriana nicht giinslig 1 ). 

Uber die Gattung Astrephia habe ich nur noch zu bemerken, dass 
der aus den morphologischen Eigenschaften gezogene Schluss auf die nahe 
Verwandtschaft mit der Ser. V. sorbifoliae mit der geographischen Ver- 

wohl in Einklang steht, da diese Gattung auf Peru und 
Chile beschrankt ist und in beiden diesen Landern auch letztere Se 



breitung sehr 



?nes ver- 



treten ist. 



Auch gegen die iiber den Ursprung der Gattung Centranthus auf- 
gestellte Ansicht wird aus Grunden der Verbreitung nichts einzuvvenden 
sein, da dieses Genus fast ganz auf das Mittelmeergebiet beschrankt ist, 
aber gerade in den diesem Gebiete angehorigen, sowie in den dasselbe be- 
grenzenden Gebirgen Vertreter der Ser. V. montanae recht verbreilet 
sind. Wenn die von mir schon im morphologischen Theile angedeutete 
Ansicht, dass C. ruber DC. die Stammform der meisten Arten der nach 
ihm benannten Series sei, sich bestatigen sollte, wtirden die einander 
auBerordentlich nahe stehenden C. ne vadensis Boiss. von Spanien und 
C. Sibthorpii Heldr. der Balkanhalbinsei ein schones Beispiel vicariiren- 
der Arten bieten. 

Fragen wir noch nach dem Grunde fttr die Verschicdenheit der Aus- 
dauer bei den Arten von Centranthus, so vermag ich einen solchen nur 
in der verschiedenen verticalen Verbreitung derselben zu sehen. Es sind 



■ ► 

1) Ahnlich sind auch die Saxifragen Sudamerikas fast ganz auf den transaquato- 
rialen Theil der Anden beschrankt. Auch diese Gattung hat keine Vertreter in Mexiko 
und Centralamerika. Vgl. Engler's Monographic dieser Gattung. 


















• 





















Beitrage zur Morphologic, Gruppirung und geographischen Verbreitung der Valerianaceen. 73 









namlich die moisten ausdauernden Arten dieses Gattung fast nur Gebirgs- 
bewohner, wahrend die einjahrigen Species auch in der Ebene sehr ver- 
breitet sind (vgl. S. 58 ff.). Nun ist aber sehon von Hildebrand *} gezeigt. 
dass gerade die Ebene des Mittelmeergebieles der Enlwickelung annueller 
Pflanzen sehr glinstig ist, wahrend A. Braun 2 ) darauf hingedeutet hat, dass 
in den dortigen Gebiraen in "leicher Weise wie im Norden die Zahl der 



£^11 ^^mi^U XU c 



annuellen Arten betrachllich abnimmt. 



P 



die Capri foliaceen nahe Beziehungen zu unserer Familie, wie schon 



■ 



* i 

Baillon 3 V hervoriiehoben hat. Doch mochte ich nieht wie jener Forscher an 



• \ - 



einen Anschluss an die Loniceroideen, sondern viel eher an die Sambu- 
coideen denken. Ohne indess auf diese noch immer hochst hypothetischen 
Dinae naher einzugehen, mochte ich nur darauf hinweisen, dass speciell 
die Gattung Sambucus in Bezug auf die Bildung der BlUte sich kaum in 
wesentlichen Verhaltnissen von den V a 1 e r i a n a c e e n unlerscheidet. Die 
zwei Vorblatter, ein fttnftheiliser Kelch, eine fUnftheilige Krone und drei 
Carpiden entspreehen ganz den Verhaltnissen bei Na r dost achy s. Dass 
bei letzterer Gattunc nur ein Carpel] in der Regel fruchtbar ist, verliert 
um so mehr an Bedeutung, als unter Uinstanden, wie Baillon gezeigt hat, 
auch die anderen beiden Fruchtblatter Eichen tragen (vgl. S. 30). Ebenso 

i 






kann das conslante Fehlen des der Axe zugekehrlen Slaubblattes in unserer 
Familie als wichtiger Unterschied betrachtet werden. Bedeutender ist 
schon die Verschiedenheit der Inflorescenz , doch auch diese Differenz ver- 
liert sehr an Wichtigkeit, sobald man berUcksichtigt , dass gerade unter 
den Capri foliaceen so sehr verschiedenartige BlUtenstande vorkommen. 
Auch in Bezue auf die Verbreitung zeigt sich zwischen dieser und unserer 
Familie insofern eine Ubereinstimmung , als beide von Ostasien aus nach 
Amerika ein^edruneen, beide aber in der alten Welt schon dem abessini- 
schen Hochlande fehlen , so dass wohl zu der Zeit als sie »in Stld- und 
Mitteleuropa eindrangen , die gtlnstigen Verhaltnisse , welche die Verbrei- 
tung der Mittelmeerpflanzen nach Abessinien und Slldafrika gestatteten, 
nicht mehr existirten 4 )«. 






Im Allgemeinen sei nur noch bemerkt, dass mir die Beziehungen zwi- 
schen den Valerianaceen , Dipsaceen, Caprifoliaceen und Ru- 
biaceen viel engere zu sein scheinen als zwischen diesen einerseits una 
den Compositen und Calycereen andererseits 5 }. 






1) Hildebhand a. a. 0. S. 95. 

2) A. Braun, Verjiingung S. 45. 

3) Baillon a. a. 0. S. 511. 

4) Vgl. Engler a. a. 0. If/ S. 287. 






i 

■ 






5) Ganz zu verwerfen ist daher auch die Ansicht von Baillon (a. a. 0.), dass die 
Calyceren mit den Dipsaceen zunUchst verwandt seien, schon da die ersteren nur 
in Sudamerika vorkommen, die Dipsaceen aber auf die alte Welt beschrankt sind. 


















• 









■ 

















































































■ 



: 









! 






. 



* 






s " 

































' 



. 






























Uber den combinirten Einfluss der Warme und des Licht es 
auf die Dauer der jahrlichen Periode der Pflanzen, ein 



Beitrag zur Nachweisung der urspriinglichen Ileimatzone 

der Arten 







































* 



von 






Franz Km sail 






Drsachen der 



Viele Arten befolgen in wSrmeren Klimaten einen langsameren Entwicklungsgang 
als in kalteren. — Die Beziehungen der Warme zur jahrlichen Periode der Gewachse ist 
zun&chst von gewissen Eigenthumlichkeiten der SuBeren Gliederung und Wachsthums- 
weise des Pflanzenkorpers abh&ngig und kann durch eine passende Gruppirung der 
Arten am besten zur ubersichtlichen Anschauung gebracht worden. — Die Verwendung 
der Warme von Seite der Pflanze entspricht im Grofien und Ganzen nicht dem ange- 
nommenen Gesetze der Proportionalit&t, Mangel der bisherigen Besprechungsweise der 
verwendeten W&rmesumme. — Stufenweise steisende und fallende Niitzlichkeit der 
WSrme, je nach der morphologischen Natur der einzelnen Gruppen. 
mangelhaften Wirkung der Warme, — Umstande, welche diese Wirkung erhohen. 
Wechselbeziehungen und vereinte Wirkungen von Licht und Warme. — Vergleich der 
Vegetation unter den Tropen mil jener der Niederungen gem&Bigter Zonen und der 
Alpenregionen. — Niitzlichkeit und Schadlichkeit der auf die Pflanze einwirkenden Agen- 
tien iiberhaupt. — Wie kommt es, dass das gleiche Mafi von Licht und W&rme mitunter 
sehr nahe verwandte Arten in so verschiedener Weise beeinflusst? — Das Warmebe- 
diirfniss einer Pflanzenart entspricht denjenigen klimatischen Einflussen , unter denen 
sich dieselbe entwickelt hat. — Die Acclimatisirung der Arten ist ein uberaus langsamer 
Vorgang; es ist sehr fraglich, ob dieselbe so weit gchen kann, dass eine bestimmte Art 
(ohne Cmpragung in eine andere) unter ganz neuen klimatischen Verhaltnissen ein 
anderes Warmebedurfniss sich aneigneri wiirde, wodurch das Optimum fur die Bltiten- 
entwicklang hdher oder tiefer rlicken musste als es urspriinglich stand. — Umpragung 
der Formen, welche aus kalteren Klimaten stammen, wenn sie in warmere gelangen. — 
Bestimmung der heimischen, d. i. der urspriinglichen oder normalen Zone der einzelnen 
Arten. — Wanderungsgeschichte der gemeinen Waldrebe. — - Das phanologische Moment 
lasst sich, wenn es sich um die Feststellung der heimischen Klimazone handelt , weder 
durch das geographische noch durch das paliiontologische ersetzen. — Ursprtingliche 
Klimazone einiger der verbreitctsten Gramineen. — EigeiHhumHehes Yerhalten gewisser 
Umbelliferen, welches geeignel ist, die Abhttngigkeit der Vegetationsdauer oder der jahr- 
lichen Periode von dem Verhaltniss des Lichtes zur Warme in Evidenz zu stellen. 



Positiver und negativer Serotinismus, letzterer bedingl durch eine Temperatur uber, 
ersterer durch eine Temperatur unter dem Optimum. — Arten, welche in nordlicheren 
Zonen um vieles sp&ter zurBliite gelangen als in denjenigen, die nur wenig warmer sind, 
documentiren einen siidlichen Ursprung, resp. ihre Herkunft aus einer viel niedrigeren 
Zone, und miissen spater eingewandert sein als jene , welche unter gleichen Verhalt- 
nissen eine nur maGige phSnologische Differenz aufweisen. — Geschichte des Epheus, 
gestattet gewisse Riickschliisse auf die Vorzeit. — Calluna vulgaris, ein lehrreiches 
Beisptel, wie eine Pflanze unter gewissen Verhaltnissen mit einer sehr geringen Warme- 
summe ihre jfihrliche Periode durchlaufen kann, w&hrend ihr sonst (im Sttden) ein 
groCes W&rmequantum noting zu sein scheint. — Negativ serotine Arten stammen aus 
nordlichen, resp. kalteren Zonen und sind von den Normalformen meistens auch mor- 
phologisch und physiognomisch versehieden. — Der negative Serotinismus steht mit 






** V 




























































Franz Krasan. Uber den combin. Einfluss der Warme unci des Lichtes etc. 



75 









den Feuchtigkeits- und Ernahrungsverhaltnissen des Bodens in keinem directen Zusam- 

Allium ochroleucum, Beispiel fur eine hohere Stufe des negativen 
Gegenseitige Beziehungen zwischen dem negat. Serotinismus der hei- 



menhang. 
Serotinismus. 



mischen Zone und dem Minimum , Optimum und Maximum der zum Absolviren der 
jalirlichen Periode erforderlichen Temperatur. — Bewegung der Typen und Arten von 
Norden naeh Siiden in Folge der Abkiihlung der Erde in den friiheren Erdperioden, 
unter Beibehaltung des Optimums, entsprechend dem iirsprunglichen Warmebediirfnisse 
der Species, — Die groBe Formenmannigfaltigkeit in den Tropen ist der beste Beweis 
fur diese ehemalige Bewegung. — Die noch allgemein vertretene Ansicht von der Gleich- 
zeitigkeit gleichartiger Floren unter verschiedenen geogr. Breiten im Laufe der friiheren 
Erdperioden bedarf einer Revision. — Fortschritte der Phanologie in neuerer Zeit. — 
Schwierigkeit der zu bewaltigenden Aufgabe. — Auch durch die Feststellung der ein- 
tretenden Fruchtreife, der Belaubungs- und Entlaubungszeiten der verschiedenen Arten 
der holzbildenden GewSchse, besonders aber durch die Beobachtung jener Umstande, 
welche die Sempervirenz oder den periodischen Laubwechsel der Lignosen begtinstigen, 
kann die Geschichte der Pflanzen gefordert werden. — Die PflanzenphSnologie hat, rich- 
tig betrieben, nicht nur eine Berechtigung als coordinirter Zweig der Botanik, sondern 
ist auch berufen, im Verein mit der Physiologie und Phytographie ein mfichtiges Hilfs- 
mittel zur Erforschune der Geschichte der Pflanzenwelt zu werden. 









Nicht ohne Befremden nehmen deutsche Botaniker, wenn sie im Som- 
mer Italien, Istrien, Dalmatien oder die Inseln des adriatischen Meeres 
besuchen, die seltsame Erscheinung wahr, dass viele Pflanzen ihrer heimi- 
sehen Flora dort unter einem milderen Klima spater zur BlUte und Frucht- 
reife gelangen als im mittleren und nordlichen Deutschland. So faliiht 
beispielsweise Spiranthes autumnalis in Deutschland im JuJi und 
August, bei Gorz im September und October, im sudlichen Istrien (Pola 
und Umgebung) im October und November. Gentiana Pneumonanthe 
ttffnet in Deutschland ihre ersten BlUten im August und ist gegen Ende 
September meist schon verbltiht, bei Gorz siehl man dagegen die Pflanze an 
den warmsten Stellen nicht vor den ersten Tagen des September bltthen, 
und sie wird fast bis Ende October noch bluhend angetrofFen. Aster 
A melius bluht in Deutschland in den Monaten Juli ? August und Sep- 
tember;, bei Gorz an den warmsten Loealitaten im September und October, 
L i n o s y r i s vulgaris in* Deutschland von Juli bis October, bei Gorz und 
im sUdlichen Istrien im September und October; Inula Conyza in 
Deutschland vom Juli bis September, im sudlichen Istrien urn einen Monat 
spater; Heracleum Sphondylium beginnt in Deutschland schon im 
Juni zu blUhen, bei Gorz erst gegen die Mitte des Juli. 

Ein ganz analoges Verhalten zeigen solche Arten auch dort, wo sie als 
Gebirgspf lanzen sUdlich von den Alpen auflreten. Heracleum 
Sphondylium blttht auf den Voralpenwiesen am Isonzo und selbst in 
Hohen von 100 bis 1200 m, nordlich von Krainburg frUher als in der Ebene 
bei Gorz; dort gelangt auch Pirn pine 11a magna schon frilh im Juni zur 
Blttte (fast gleichzeitig mit An thriscus silvestris), wahrend sie in der 
Ebene bei Gorz erst mit Beginn des Juli zum ersten Male bltlhend gesehen 
wird; in Deutschland bluht sie als Frllhlingspflanze im Mai und Juni, im 
August und September aber zum zweiten Male; bei Gorz wurde sie im 
Flachland nireends als FrtlhlinasDflanze beobachtet. 


















/ 







































. 






























» 



I 




























































76 












Franz Knisau. 



Ahnlich verhalt es sich mit Aeon i turn variegatum, Phrag- 
mites communis, Allium ochroleucum, S e r r a t u 1 a t i n ct o r i a , 

a 

Hieracium umbel latum, horeale und vielen anderen Arten aus 
den Verschiedensten Ordnungen der Phanerogamen , aus denen wir die 



- 






erste Gruppe (I) bilden. 

Noch groBer ist die Zahl jener Arten , die in kalteren Klimaten , also 
im Norden oder im Gebirge, ungefahr um dieselbe Zeit in das Bltttestadium 
treten, wie in den warmeren Klimaten, Bei solchen bewirkt mitunter 
selbst ein betrachtliches plus von Warme keine Abktlrzung der (vom 
4. Januar an gezahlten) jahrlichen Periode, mithin auch keine Beschleuni- 

r 

gung der BlUten- und Fruchtentwicklung. Beispielsweise seien hier er- 
wahnt: Artemisia vulgaris, Ballota nigra, Genista tinctoria, 
Gentiana asclepiadea, Calluna vulgaris, Galium verum, 
Linum tenuifolium, Lythrum Salicaria, Pimpinella Saxi- 
fraga, Rubus discolor, Salvia glutinosa. Sie bilden mit vielen 
anderen die zweite Gruppe (II). 

Eine weitere sehr betrachtliche Anzahl von Arten, die wir zur dritten 
Gruppe (III) zusammenfassen, ist in ihren Beziehungen zu den klimatischen 
Verhaltnissen dadurch gekennzeichnet, dass sie an warmeren Standorten 
zwar frtiher zur Bllite gelangen, als an kalteren, dort jedoch bis zum Oflnen 
der ersten Bhlten mehr positive Warmegrade (die eine groBere Warme- 
summe) empfangen , als ihnen an kalteren Standorten bis zum Erscheinen 
der ersten Bltlten zukommt. Solche Arten sind z. B. Medicago sativa, 
Hypericum perforatum, Melilotus alba, Eupatorium eanna- 
binum, Betonica officinalis. 

Sodann haben wir es auch mit solchen Arten zu thun, welche an 

warmeren Stationen viel frtiher zu bltthen beginnen als an kalteren, jedoch 

hier wie dort bis zum Offnen der ersten Bltlten gleiche Warmesummen in 

Anspruch nehmen. Von den zahllosen Arten dieser vierten Kategorie (IV 

mogen hier zunachst nur einige derjenigen erwahnt werden, welche in 

der Gliederung ihrer oberirdischen Axentheile, d. i. in der Stammentvvick- 
lun 

Gruppen abweichen, wie z. B. Melissa officinalis, Origanum vul- 

gare, Satureja montana, Thymus Ghamaedrys, Teucrium mon- 

tanum etc. Hierher gehoren ferner Sorghum halepense, Andropo- 

gon Gryllus, A. Ischaemum u. a. Graser, ferner Clematis Vitalba und 

C. Viticella, Vitex Agnus castus, Lonicera Gaprifolium, Hedera 
Helix etc. etc. 

Aber auch alle jene Arten, welche vor der Belaubung bltthen, mit- 
unter lange vor der beginnenden Entfaltung der Blatter ihre Bltttenknospen 
offnen, gleichzeitig mit den Blattern oder auch \ bis 2 Wochen nach der Be- 
laubung (im letzteren Falle auf einem diesjahrigen 5 — 10 cm. langenTriebe) 
ihre Bltlten entfalten, mttssen wir hieher zahlen. Es erweist sich indess 



und Verzweigung nicht zu sehr von den Vertretern der vorgenannten 



1 












■ 



I 



Uber den combin. Einfl. derWarme u. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Periode der Pllanzen. 77 









von vornherein zum Behufe einer leichteren Vergleichung als vortheilhaft 

- 

diese verschiedenen Falle, soweit dieselben Arten der letzteren Kategorie 

■ 

allein betreffen, in genetischer Ordnung besonders zusammenzustellen. 

Demnach bezeichnen wir mit IV a solche Pflanzen, welche ihre Blilten 
auf einem diesjahrigen Stamm oder Trieb mehrere Wochen nach der Ent- 
faltuns der Blatter auf Kosten der in diesem Jahre unterMithilfe des Lichtes 
erzeugten Baustoffe entwickeln, was z. B. bei Vitis vinif era, Lonicera 
Caprifolium, Clematis Vitalba, Melissa officinalis der Fall ist, 
Mit IV b bezeichnen wir jene Arten, deren BlUten sich I oder 2 Wochen 
nach Entfaltung der Blatter an der Spitze kurzer Triebe entwickeln; als 
Beispiele mbgen hier dienen: Prunus Padus, Cotoneaster vulgaris, 
Viburnum Opulus, Berberis vulgaris. Die gleichzeitig mit der Be- 

i 

laubung bluhenden Arten fassen wir zur Untergruppe IV c zusammen, als: 
Pyrus communis. P. Malus, Aronia rotundifolia, Acer campestre 
u. a. und lassen schlieBlich als vierte Untergruppe IV d diejenigen Arten 
folgen, welche vor der Belaubung, mitunter mehrere Wochen vor Entfal- 
tung ihrer Blatter bluhen und vor alien anderen dadurch gekennzeichnet 
sind, dass sie ihre Bluten ganz ohne Intervention des Lichtes auf Kosten 
der in der vorjahrigen Vegetationsperiode erzeugten Baustoffe entwickeln, 
was wir bei Gorylus Avellana, Salix caprea, Gornus mas, Amyg- 
dalus communis, Helleborus niger, Tussilago und Ilepatica, so 
wie zahlreichen anderen sehr frUhzeitig bluhenden Pflanzen finden. Bei 
solchen Arten gentigt ein entsprechendes MaB von Warme, die ruhenden 
Baustoffe, mit Hilfe des Wassers, in organisatorische Thatigkeit zu ver- 
setzen und es zeigt sich hiebei die geleistete Arbeit, d. i. der vollbrachte 
Aufbau der Bliite ungefahr proportional der aufgenommenen Warmemenge, 
was sich an der Beschleunigung der jahrlichen Bliltenperiode. welche er- 
fahrunes^emaB so ziemlich in derselben Weise wie die einwirkende Tern- 
peratur zunimmt, zur Genilge zu erkennen giebt (wobei allerdings die 
wirksamen Temperaturen von einem entsprechenden Ruhepunkte an 
gezahlt werden mtlssen 



■ 



. 



¥ 






Als Ausgangspunkt fur die Zahlung der Temperaturen konnen wir in 
den meisten Fallen am pnssendsten bei uns den Zcitpunkt der tiefsten 
Winterruhe annehmen. Im SUden lassen manche Pflanzen selbst den 
Winter nicht unbenUtzt; fur solche muss, da sie bisweilen (wie z. B. bei 
Gorz) schon im December und Januar zur Bliite gelangen, der Ausgangs- 
punkt, d. i. die niedrigste der anregenden Temperaturen weiter rilck- 
warts gesucht werden. Bei Gbrz braucht der Haselstrauch vom 1. Januar 
an bis zum ersten Stauben der Katzchen durchschnittlich 20 Tage, bei Cilli 
58, bei St. Petersburg 119 Tage; da nun die mittlere Jahrestemperatur 



-H3°C., von Cilli + 



+ 



so mbchte man aus diesen Angaben einigermaBen auf eine Proportionalitat 
zwischen der Temperaturzunahme und der Beschleunigung der Bluten- 









* 

































" 












. 






























■ 


















78 









Franz K'rasan. 



War 



entfaltung dieser Pflanze schlieBen, allein die Jahrestemperatur ist einer- 
seits nicht so sehr hier maBgebend als die positiven, wirklich anregenden 
Temperaturen , andererseits ist wohl zu beachten, dass der Pflanze bei 
Gbrz schon im Monate December positive Temperaturen zukommen, denn 
es sind dort uberhaupt Tagesmittel mit einem Betrag tlber ° durch den 
ganzen Winter sehr haufig und es hat der Haselslrauch bei Gbrz im Winter 
selten einen Tag, an dem er wirklich ruhen kbnnle; es regen sich die 
Lebenskrafte in den Kiitzchen schon gleich nach dem Laubfall, ohne dass 
in Folge der November- und Decemberfrbste ein Stillstand wahrzunehmen 
ware. ,Der natUrlichste Anfangspunkt fttr die Zahlung der wirksamen 
Temperaturen ware demnach fur den Haselslrauch bei Gbrz der Abschluss 
der vorjahrigen Yegetationsperiode, d. i. der Tag, an welchem der Laubfall 
beendet ist. Alsdann empfangt aber derselbe bis zum Stauben der Kiitz- 
chen dort viel mehr positive Warmegrade als bei St. Petersburg. Wollen 
wir aber dennoch eine Proportionalitat zwischen der anregenden Warme 
und der geleisteten Arbeit, namlich der vollbrachlen Entwicklung der 
Katzchen annehmen, so dlirfen wir uns nicht wundern, wenn Jemand be- 
haupten sollte, dass der Pflanze auch Temperaturen unter 0° nlitzlich wer- 
den, oder dass ihr ein Theil der sonst erforderlichen positiven 
durch die Kalte ersetzt werden kann. Gleiches gilt von Helleborus 
niger, viridis, Tussilago, Hepatica etc. 

von mehreren Beobachtern conslatirte Proportionalitat kann 
somit nur in engeren Grenzen ihre Geltung haben, namlich wo es sich urn 
Stationen handelt, deren klimatische Verhaltnisse nicht so stark differiren 
wie jene von St. Petersburg und Gbrz, und ist, wie wir noch weiter sehen 
werden, nur filr Arten der IV. Gruppe nachweisbar. Aber je mehr wir 
uns dem Anfang der Reihe IVa, IVb, IV c, IV d und den Gruppen III, II, I 
nahern, desto weniger liisst sich dieses angenommene oder vermuthete Ge- 
setz der Proportionalitat auf die Berechnung der Daten fur die erste Blute 

den gegebenen Temperaturverhaltnissen der betreffenden Standorte 
anwenden. Auf die Gruppe 1 refleclirend mbchte man von vornherein die 
Behauptung statthaft finden , dass die Pflanze urn so spater zur Blute ge- 

sie empfangt. Auch bei der Gruppe II sehen wir 
eine Temperaturzunahme noch keineswegs den Entwicklungsgang der 
Pflanze fbrdern, soweit wir die BlUteperiode im Auge behalten, und 
selbst die folgende Gruppe enthalt noch Arten, die an warmeren Stationen 
bis zur BlUte mehr positive Warme empfangen als an kalteren, woraus wir 
ersehen, dass die Zunahme der Temperatur dem supponirten Verhaltnisse 
der einfachen Proportionalitat nicht entspricht. 

Es ist dies auch C. Fritsch bei der Zusammenstellung des »normalen 



Obige 



aus 



Warme 



Bliitenkalenders 



Osl 



reducirt auf Wien« allerdint's 



nicht entgangen, wesshalb er die Daten fur manche spatbltihende Arten 
so in den Kalender eintrug, wie sie ihm von den betreffenden Beobach- 



• 



























Uber den conibin. Kinfl. der Warme u, des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Periode der Pflanzen. 79 









tungsstationen mitgetheilt wurden, aber es ware entsprechend gewesen. 
sich in alien derartigen Fallen auf diesen einfachen Vorgang zu beschran- 
ken, anstatt hin und wieder die Daten von Ofen und Fiume, Fiume und 
Gorz, Fiume und Laibach zusammenzufassen, urn Mittelwerthe zu erhalten. 

7 j 

die natllrlicherweise weder in dem einen noch in dem anderen Sinne 

brauchbar sind 1 ). 

Was die Reduction der Blutenepochen auf Wien anbctrifft, so ware 
mit Bertlcksichtigung der obigen Gruppirung der Calcul auch fttr Arten 
derselben Station in zweifacher Weise durchzuftthren , sobald die Bliltezeil 
in unseren geogr. Breiten) in den Juni oder gar in eine spatere Zeit fiillt, 
denn wahrend die einen nach Wien versetzt, dort frUher zur BlUte gelan- 
gen mochten, wtlrden andere von demselben Standort genommen in Wien 
spater bltthen, Es ist daher absolut nothwendig zu wissen, welcher Gruppe 
die Pflanze angehort, urn die Interpolation richtig anzubringen. Man habe 
beispielsweise fdr Admont gefunden, dass hier die staudenartigen Ge- 
wachse im Juni durchschnittlich 17 Tage spater bltlhen als bei Wien, so 
ist mit diesem Durchschnittswerthe gar nichts anzufangen, denn wollte 
man damit auf dem Wege des von Fritsch angewendeten Galculs ermitteln, 
wann eine bei Admont im Juni zur Bltlte gelangende Art bei Wien zu 
bltthen beginnen wttrde, so wttrde das Admonter Datum urn 17 Tage ver- 
min dert, nur dann ein richtiges Resultat geben, wenn die bei Admont im 
Juni beobachteten Arten sammtlich zur IV. Hauptgruppe gehoren, da aber 
das nicht der Fall ist, so wird auch um so weniger das daraus abgeleitete 
arithmetische Mittel brauchbar sein, um die Bltltezeit derselben Pflanze fur 
Wien zu bestimmen, falls sie eine Pflanze der L. IL oder III. Gruppe ist. 
Von den Interpolationswerthen flir den Monat Juli ist aber schon gar vollig 

abzusehen. 

Es ist zu bedauern, dass eine so bedeutende Arbeit wie der »normale 

BlUtenkalender«, ein Werk, das unter anderen Umstanden (wenn man 

namlich von der Reduction auf Wien Umgang genommen hatte) von dem 

grdBten Werth fttr die Geographie und Geschichte der Pflanzen ware, 

nicht rUckhaltlos den weiteren Forschungen auf diesem Gebiete zu 

Grunde gelegt werden kann. Wir werden dafttr allerdings durch das fttr 

die einzelnen Beobachtungsstationen zusammengetragene Material entscha- 

digt, denn hier finden wir fttr jeden Ort einzeln die aus mehrjahrigen Be- 









obachtuneen abi^eleiteten Mittelwerthe (Daten) fttr die erste Bltlte und fttr 
die Normalpflanzen auch die Daten der Fruchtreife verzeichnet. Im fol- 
genden werden nur jene Daten des Bltttenkalenders berttcksichtigt wer- 
den, welche durch Aufzeichnung der phanologischen Epochen der w 7 irklich 
bei Wien vorkommenden und dort bltthenden Arten gewonnen wurden. 









t ■ 






9 

A) Denkschriften der kaiserl. Akademie der Wisscnscli. in Wien, mathem.-naturw. 



Classe 1867 bis 1873. 









• 









• 















80 Franz KraSan. 















■ ' 



1 



t 









• 









' Die Arten der L, IL und III, Gruppe sind sammtlich spat, jedenfalls 
nicht vor Ende Mai, groBentheils von Juni bis August oder September 
bltihende Pflanzen, welche mit der Gruppe IV a in ihrer Okonomie darin 
tlbereinstimmen, dass sie erst dann zu bltthen anfangen, wenn sie einen 
neuen einfachen oder verastelten Stamm oder auf einer perennirenden 
Stammaxe neue Aste und Zweige mit reichlichem Laub entwickelt haben, 
wozu mindestens einige Wochen, in der Regel I bis 2 Monate erforderlich 
sind, aber sie verrichten diese Arbeit scheinbar mit einem groBeren Auf- 
wand von Warme als die Arten der Gruppe IVa, doch so dass die Reprasen- 
tanten der I. Gruppe bis zur Bltlte mehr davon empfangen als jene der 
II. Gruppe, diese mehr als jene der III. Gruppe und diese wieder mehr als 

* 

jene der Gruppe IVa, was auch so ausgedrUckt werden kann, dass wir 
sagen: je mehr wir uns dem Anfang der Reilie I, II, III, IVa nahern, desto 
unwirksamer wird ein plus von Warme, und ein solehes wird endlich dor 
Pflanze insofern schadlich als sie hierdurch in der Entwicklung und Ent- 
faltung der Blttten verzogert wird, anstatt beschleunigt zu werden. 

Am merkwtirdigsten verhalten sich ohne Zweifel die Arten der Gruppe 
IVa, denn wahrend sie einerseits denen der L, II. und III. Gruppe in mor- 






* # j 



phologisch-physiognomischer Beziehung gleichen, haben sie mit den Grup- 



• * * 






— m 

pen IV b, IV c, IV d die Eigenschaft gemein, dass sie an den nordiicheren, 
resp. kalteren Standorten spater zur Bltlte gelangen als an den sildlicheren 



I 












resp. warmeren, und gerade diese Arten konnen uns, da sie mit denen der 
L und IL Gruppe zugleich die meisten scheinbaren Anomalien darbieten, 
die werthvollsten Aufschltisse geben beztlglieh der durch die Jahrhunderte 
und Jahrtausende hindurch vor sich gebenden Bewegung desPflanzenreichs 
und der stattgefundenen Veranderungen unserer heimischen Flora. 

Was ist es aber, was die beiden Extreme in der Gruppenreihe I, II T 
III, IVa, IV b, IV c, IV d in so charakteristischer Weise kennzeichnet? Doch 
nicht der physiognomische Gegensatz allein, denn einen solchen finden wir 
auch, wenn wir die Gruppe IVa den Arten der Gruppe IVd gegenUber- 
stellen, es ist vielmehr der Umstand , dass bei der Entwicklung und Ent- 









A 



faltung der BlUten in IVd das Licht keine, in IV c eine unwesentliche, da- 
gegen in I, II, III und IVa eine hochst wichtige Holle spielt, da sonst die 

« 

Axentheile ; auf denen die BItlten entstehen sollen, gar nicht zur Entwick- 






- 

lung gelangen konnten. Bekanntlich ofTnen sich dieKatzchen von Gorylus, 
Salix caprea, purpurea u. a., wenn man Zweige davon im Winter 



• 1 fr.«J 












abschneidet und in ein Glas mit Wasser taucht, naeh 1 oder 2 Wochen 
im geheizten Zimmer auch in volligem Dunkel, so dass sie nach und nach 
den ganzen Pollen regelmaBig entleeren; Auch mit Primus spinosa, 
Cornus mas, Amygdalus nana gelingen solche Versuche meistens gut, 
weniger vollstandig dagegen mit Prunus padus, Cotoneaster vulga- 
ris, Acer campestre, weil sich da auch die Blatter initentwickein sol- 
len, wozu Licht erforderlich ist, dessen nicht minder die BlOtenknospen 




































f 















Uber den combiu. Einfl. der Warme n. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Periode der I'llaiizcn. 



81 






bedttrfen, welche theilweise auf Koslen einer Neubildung zur weiteren und 
volligen Entwicklung gelangen mUssen. Nur dort, wo ein Pflanzentheil 






durch bloBen Stoffumsatz aus den schon vorhandenen Bausubslanzen ent- 
stehen kann, ist das Licht entbehrlich ; alle von Assimilation begleiteten 
Vegetationsprocesse konnen dagegen nur unier dem Einflusse des Lichtes 

stnttfinden. 

Wie verschieden aber die Wirkung des Lichtes im Vergleich zu der 
Warme ist, lehrt uns schon eine oberflachliche Beobachtung der Wachs- 
thumsprocesse derPflanzen, denn vvir werden stets finden, dass dieselben, 
dem Lichte ausgesetzt, weniger nach der Lange und uberhaupt weniger 
nach dem Volumen zunehinen (wiewohl ihr Gevvicht groBer wird), als 
wenn wir sie mehr im Dunkel halten, wahrend sie aber hier, vorausge- 
setzt dass wir ihnen nicht zu lange das Licht vorenthalten, groBere Dimen- 
sion en annehmen. durch Neubildung von GewebetheiJen in Folge einer 

Umsetzung der im Lichte erzeuuten Baustoffe. 

Es ist evident, dass die Pflanze urn so gedrungener und compactor 
werden muss, je reichlicher ihr das Licht zu Gebote steht , dagegen um 
so mehr in die Ilohe wachsen und um so mehr auf die Veriangerung der 
Axentheile verwenden wird, je sparlicher sie mil Licht versorgt ist. Indem 
wir nun diese langst erwiesene Fundamenlahvahrheit als bekannt voraus- 
setzen und uns begntigen einfach auf dieselbe aufmerksam zu machen, da 
sie fur die Erklarung der voiiiegenden Erscheinungen von der groBten 
Wichligkeit ist, wenden wir uns an die Frage, ol) auch die Blutenepoehe, 
d. i. das Datum der ersten Blilte durch den Lichtmangel oder richtiger 
durch ein spiirlicheres Lichtquanlum afficirt wird. Die Beobachtung lehrt 
uns, dass dies zweifellos der Fall ist, denn es wird die Pflanze um so 
spater zu bliihen beginnen, je schwacher das Licht ist, das wir derselben 
zur Verfilgung stellen; ist dasselbe gar zu schwach, so etiolirt die Pflanze, 
wobei die schon angeleglen Blutenknospen ganz verkiimmern. 

Daraus ergiebt sicli zugleich der entgegengesetzte ftlr die Pflanze gtln- 
stigereFall, indem namlich reichliches Licht einen entsprechend gedrun- 
generen, eompacteren Korperbau bedingt, die Anlage und Entwicklung 
der Bluten beschleunigt und somit die Bliiteperiode abkiirzl. Das Licht 
kann auf keinen Fall durch einen hoheren Wiirmegrad ersetzt werden, 
dieser bewirkt vielmehr bei schwachem Licht ein nur zu schnelleres Etio- 
liren, bei inaBigem Licht fordert cr nur die Processe des Stoflumsatzes 
und ebenfalls die Streckung des Stammes und die Anlage neuer Axen- 
theile; man milsste daher die Quantitat oder die lntensitat des Lichtes 

7 

vermehren, um der Pflanze in diesem Bestreben, neue Axentheile zu bil- 
den, eine Grenze zu setzen, um sie gleichsam an eine andere zweck- 
miiBisere Function, die Anlage, Ausbildung und Entfaltung der Bluten- 

f 

knospen zu mahnen. 

Aus dieser in alien denkbaren Abslufungen combinirbaren Zusammen- 



Botaniseho Jahrbuelier. III. Bd. 



6 












82 



Franz Krasau* 


















i 




wirkung von Licht unci Warme ergeben sich auch alle hier zunachst in 

■ 

Betracht kommenden Falle. Da es sich aber hier nicht urn eine numerische 
auf bestimmte MaBe gegrttndele Feststellung solcher Yerhaltnisse, sondern 
vorlaufig nur urn einen Versueh oft genug beobachtete periodische Pha- 
nomene nach Moglichkeit dem Verstandniss zuzuftthren, so werden allge- 
meine Andeulungen gentlgen mtlssen. Demnach haben wir es mit den 
Fallen: viel Lichl und viel Warme, vie] Lieht und wenig Warme, weni 
Licht und viel Warme, wenig Licht und wenig Warme zu thun. 

Dem ersten Falle entspricht das Licht- und Warmeverhiiltniss in den 
Niederungen der Tropenlander nach dem Aufhoren der Winterregen und 
im weiteren Verlauf der warmeren Jahreszeit, Dort beobachtet man l>ei 
einer sehr krUftigen Vegetation (liberal 1 wo es an Feuchtigkeit nicht fehlt) 
cine fast unausgesetzte Production von Blattern und Bliiten bei den meisten 
Arten, so dass bevor die Frilchte der einen Ernte reif geworden sind. 
schon Bliiten einer neuen Bluteperiode erscheinen. Meist sieht man Bliiten, 
unreife und vollig ausgereifte Frilchte gleichzeitig auf einem Stamme. Falle 
wie wir sie beim Citronen- und Pomeranzenbaume in unseren Treib- 
hausern zu sehen gewohnt sind, ziihlen in den Tropen bei Lignosen zu den 
haufigslen. In unseren geographischen Breiten giebt es eine einzige Art 
von Ilolzgewachsen dieser Eigenschaft, niimlich den Faulbaum, Rhamnus 
Frangula. 

Blatter und Bliiten mehr sloBweise. Solche Pflanzen sind zwar immer- 
riln wie die vorigen, werfen aber die Blatter zu bestimmten Zeiten ab, 
doch sind die neuen da, ehe die alten abgestorben sind, und auch in der 
Blilte und Fruchtbildung werden bestimmte Zeiten eingehallen, wie man 
es schon unter dem gleichmiiBigen und sehr milden Klima Madeira's zu be- 
obachten Gelegenheit hat 1 ). Der Feigenbaum, der tibrigens nur den warm 
gemaBiglen Zonen angehort, fructificirt zweimal im Jahre. Hochst eigen- 

thilmlich verhalt sich Ruscus aculeatus, eine ihrem Habitus nach zur 
heutigen Vegetation nicht recht passehde Species derselben klimatischen 
Regionen, indem sie selbst auf ihrer nordlichen Grenze (unter dem 46. Pa- 
rallelgrad) durch den ganzen Winter hindurch blilht und fructificirt r ihre 
zarten sternformigen Bliiten vom August bis zum niichsten April unzahlige 
Male erneuernd. 

Nur 2 bis 3 Monate lang empfangen die Fluren in den gemaBigten 
Zonen eine Licht- und Warmequantitat, die sich einigermaBen mit tropi- 
scher Insolation vergleichen lasst, aber gerade in diese Periode fallt die 
Blilte aller jener Arten, die sich durch Innovation und wiederholten Blilten- 
trieb am meisten den lignescirenden tropischen Arten nahern ; solche sind z. B. 
Scabiosa gramuntia, Succisa vulgaris, Gcntaurea Jacea, Achillea 



Bei anderen tropischen Arten geschieht das Schieben der 



1) Man vgl. »Uber die periodischen Erscheinungen der Pflanzenwelt in Madeira^ von 
Prof. 0. Hker, p. 6. 















fiber den combin. Einfl. der Warme u. des Lichtes auf die Dauer der jiihrl. Periode der Pflauzen. 83 









* 



Millefolium, Pastinaca sativa, Campanula persicifolia. Das Nach- 
schieben der Bluten dauert im slidlichen Europa bei diesen sommerbluhen- 
den Arten bis in den October und November, und man sieht nicht selten 
neue Bluten, ganz normal ausgebildet, auf entlaubten Stengeln noch im 
December ? 2 bis 4 Wochen nachdem der Frost dieselben aller Blatter be- 
raubt hat, so dass die Bliiten an ganz abgestorbenen Reisern zu sitzen 

scheinen. 

Die sehr maBige Warme (10 — 13° C.) vermag also noch im Decem- 
ber den dlirren Stengeln Bluten zu entlocken, wahrend diese Warme in 
Verbindung mit dem schwachen Licht den Pllanzen zu einer abermaligen 
Belaubung nicht gentigt. Es ist freilich dieses scheinbar abnorme Nach- 
schieben von Bluten auf Kosten der im Sommer erzeugten Baustofle ein 
einfach mechanischer oder strueturellerBildungsvorgang, allein wir konnen 
demselben die sehr wichtige Wahrheit enlnehmen, dass die Production 
von Bluten aus schon fertigen und in der Rinde des Stengels und der 
Wurzel deponirten Reservestoflen in alien solchen (sehr zahlreichen) Fallen 
weniger Warme beansprucht als der Vorgang der Assimilation, durch 
welchen solche erzeugt werden. Gleiches lehren uns die vor der Belau- 
buniz. im Februar und Marz, bltihenden Arten. 

Doch kommt diese Eiijenschaft, die Bltilen frilher als die Blatter zu 
entwickeln, denselben Pflanzen nicht unter alien Umstanden zu, sie ist 
vielmehr an eigene klimatische Yerhaltnisse gebunden: vor allern ist hiezu 
erforderlich, dass die Temperatur vom Zeitpunkte der tiefsten Winterruhe 
an sehr allmahlich zunehme, was nur dort moglich ist, wo kein Schnee 
fallt; alsdann wird die Pflanze jene sehr mafiige Warmesumme, welche der 
BlUtentrieb verlangt, eine oder mehrere Wochen frilher empfangen als die 
for die Belaubung nothigen hoheren Warmegrade auf die Pflanze einzu- 
wirken beginnen. Daher bllihen z. B, Crocus vernu$, Prunus spi- 
nosa in den Niederungen bei Gorz lange vor dem Erscheinen der Blatter, 
in schneereichen Alpenthalern treffen dagegen Laub- und BlUtentrieb zu- 
sammen, denn solange die Pflanze unter Schnee ist, kann sie weder Blatter 
noch Bluten treiben, selbst wenn der Schnee bis in den Juni liegen bleibt. 
schmilzt aber der Schnee, so steigt die Temperatur sehr schnell und sie 
gentigt soforl nicht nur zur Ausbildung der Bluten, sondcrn auch zur Ent- 
wicklung der Blatter. Ich fand 1872 auf der Alpe nordlich von Krainbur 

■ 

bei 1500 m. Crocus vernus in einer Schneemulde den 7. Juni mit voll- 
kommen ausgewachsenen Blattern blilhen, und 1879 auf den Wocheiner 
Alpen Daphne Me z ere urn bei 2000 m. gleichfalls in einer Schneemulde 
den 21. Juli mil vollkommen entfalteten Blattern und Bluten. Salix eran- 
di folia Ser. oflnet auf den Alpen Bluten und Blatter zugleich, auf den nur 
500 — 700 m. hohen Vorbergen bei Gorz aber stauben die Kiitzchen lange 
vor der Entfaltung der Blatter. So verhaiten sich auch der Mandel- und 
der Pfirsichbaum auf ihren heimischen (sildeuropaischen) Stationen und auf 

6* 















■ 


















84 



Franz KraSan. 
























ihren nordlichen, (lurch die Cultur weit vorgeschol)enen Posten, wo wegen 
der anhaltend zu niedrigen Temperaturen der Monate Februar und Miirz 
die Bliite in die mehr vorgeruekte FrUhlingszeit (Mai odor gar Anfang Juni) 
fallt, so dass sich mit denBltlten zugleich auch die Blatter entfalten konnen. 
Aber je mehr wir uns der slid lichen Grenze des Pfirsichbaums nahern, 
desto mehr finden wir die Blttte dem Zeilpunkt des Laubfalls naher ge- 
rliekt, und es kann dieselbe sogar mit den alten kaum vergilbten Blattem 
zusammentreffen, was von Prof. 0. Heer (L c. p. 13) auf der lnsel Madeira 
im Spatherbst thatsachlich beobachtet wurde, ein Beweis, wie naturgemliB 
es ware, die Temperaturen, von denen die Entwicklung der Bliltenknospen 
abhangt, hier vom Momenle der beginnenden Entlaubung an zu zahlen. 

_ _ _ t 

Steht der Pflanze bestandig so vie] Warme zu Gebole, dass nicht nur 
das Minimum der fur die Bliite, sondern audi das Minimum dor fur die 
Blatter und den Assimilationsproeess erforderlichen Temperatur Uber- 
schritten wird, so treibt dieselbe Blatter und Bluten in continuirlicher 
Aufeinanderfolge oder mit einigen geringen Unterbrechungen (wo fern nicht 
der Mangel an Begen oder der Mangel an Feuchtigkeit Uberhaupt cine 
langere Buheperiode erheischt), sie eignet sich die den tropischen Arten 
eigenthUmliche Vegetationsweise an. Der Pfirsichbaum auf Madeira bildet 

* m 

den Ubergang zu dieser tropischen Vegetationsart v ). 

Alle Arten der bisher betrachteten Gruppen verlangen zur Entwick- 
lung ihrer Bliilen weniger Warme als zur Entwicklung der Blatter und zur 
Einleilung des Assimilalionsprocesses. Wenn wir aber dennoch sehen, 
dass sich auch wahrend der hochsten Temperaturen, die der Sommer zu 
bieten vermag, BlUlen entwickeln, so haben wir alien Grund anzunehmen, 
dass die der Pflanze zukommende hochgradige Warme durch den Assimi- 
lationsproeess mehr als durch den der Bliitenentwicklung in Anspruch 
genommen wird 2 ) . 

Zu dieser Annahme berechtigen uns zunachsl jene Arten , welehe, 

nachdem die Assimilationsperiode beendet isl, ihre Blutenknospen (die im 
Sommer angesetzt wurden) trotz der scheinbar sehr gUnstigen Temperatur- 
verhaltnisse im llerbst nicht zur Gelluns brinaen konnen. Erica carnea 
ofihet (lieBIattknospen bei Gorz in derBegion des cullh irten 01- undFeigen- 
baums im Mai bei einer mittleren Tagestemperatur von ungefiihr 17° C; 
aber der rascheste Trieb bei kraflijzer Blattentwickluny fallt in den Juni, 
wahrend Temperaturen von 20 bis 25° C. auf die Pflanze einwirken. Zu 
dieser Zeit treten auch die grtinen Blutenknospen aus den Blattachseln her- 
vor, ura von da an durch den nanzen Sommer laimsam an GroBe zuzu- 



Vj 0. Heer, 1. c, pag. 12. 

2) Man vgl. F. Kkasan , Studien iiber die periodischen Lebenserscheinungcn im An- 
schluss an die Flora von Gorz. Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien. 1870 
p. 337—338. ■■■■■■■-, 






• 


















/ 



















































■ 

Uber (leu combiii. Einfl. derWiirme u. des Lichtes auf die Dauer der jiihri. l'eriode der Pflanzen. 



85 



nehmen, in dem MaBe als sich der Trieb verliingert. Sobald aber mil 



(tel 



p 17° C. aesunken 



ist, der Assimilalionsvorgang aufhbrt, machen audi die Bltitenknospen 
keinen Fortschritt mehr, vviewohl es ihnen zu dieser Zeit noch lange spater 
weder an Warme noch an Feuchtigkeit fehlt. Sie sind zwar schon so groB. 
dass ihnen bis zur Entfaltung nur vvenig fehlt, doch vergebens warten wir 
dureh den canzen October auf die Rothfiirbung und Staubung der Bliiten; 



8 

nun wo lite man ulauben, dass dieses Phanomcn, da audi der November, 



wie es scheint, wirkungslos vorubergeht, erst iin nachsten FrUhjahr ein- 

1 

treffen werde, allein gegen alles Erwarten bringt gerade der Januar, der 
kalteste Monat (mit + 4° G.) das zu Stande, was im Herbst nicht moglich 
war, und nun farben sich im Februar die Hiigel bei Gbrz weit und breit 
schon rosenroth von den zierlichen BlUtentrauben der Schnabelheide, jetzt 
wahrend des frostigen und armliches Licht spendenden Wintermonats. Es 
ware aber doch noch zu untersuchen, wie weit das Ansteigen der Tempe- 
ratur an und fur sich auf den Vorgang der Blutenentfaltung einen anregen- 
den, ein Sinken dagegen einen retardirenden Einfluss ausUbt. 

Den vollendeten Gesensatz zu Erica carnea bildet unsere Herbst- 
zeitlose, Colchicum autumnale. In Folge wiederholter Beobachtungen 
im Freien und mehrerer im Sommer 1872 durchgefuhrter Gulturversuche 
wurde constatirt, dass diese Pflanze ihre BlMenknospe im August ungefahr 
urn dieselbe Zeit am kraftigsten weiter entwickelt, wenn das Maximum der 
Bodentemperatur, circa 20° G. (im sudlichen Europa 22—24° C.) bis zur 
Tiefe der Zwiel>el vorgedrungen ist; es dUrfte demnach die Temperatur 



dem Optimum filr die BlUtenentwicklung sehr nahe stehen. Bei Tempe- 
raturen unler 13 °C. erfahrt die Blutenknospe selbst keine Fdrderung, wohl 
aber die BlUtenscheide, welche selbst bei + 3° noch wachst 1 ). In dieser 
Eicenschaft verhalt sich die BlUtenscheide iihnlich wie die Blatter, denn 
diese beginnen schon im Spatherbst und Winter, wenn die Temperatur in 
der Tiefe der Zwiebel auf 10° bis 5° gesunken ist, langsam sich zu ent- 
wickeln, und wachsen auch wahrend der Boden in jener Tiefe im Februar 
und Marz nicht vie! uber 0° hat, wodurch sie kein merklich hbheres 
WarmebedUrfniss verralhen, als es den Blatlern von Leucojum vernum 
oder von Scilla bi folia in den ersten Stadien der Entwicklung zukommt. 
Bei Gbrz sind sie schon im Marz oben sichtbar und in wenigen Tagen ganz 
entfaltet, urn bei hbheren Temperaturen dieses und des folgenden Monats 
(bei 15 — 20°) zu assimiliren. 

Die Herbstzeitlose ist somit von alien bisher in Erwiigung gezogenen 
Arten dadurch ausgezeichnet, dass ihr Minimum und Optimum der BlUten- 
entwicklung urn nahe 13° G. hdher steht als das Minimum und Optimum 



1) F. KRA8AN, Beitrage zur Kenntniss des Wachsthums der Pflanzen, Sitzungsber. 
der kais. Akademie der Wissensch. in Wien, mathem.-naturw. CI. 1873. 



• 















t 






* 






86 



Franz Krasan. 






























der Blaltenlwicklung, wahrend der Assimilationsprocess allerdings hoherer 
Temperaturen bedarf. 1st demnach eine hoch im Gebirge oder weit im 
Norden gelegene Station nicht warm genug, was namentlich in nassen 
.lahren der Fall ist, oder wenn vorzeitiger Schnee (im August oder Sep- 
tember) fallt, so kann es leicht geschehen, dass die Herbstzeillose in der 
normalen Periode des Jahres ihre BlUten nicht zur Entvvicklung bringen 
kann , diese erscheinen dann als mehr oder weniger verktlmmerle Nach- 
ztlgler im folgenden Fruhjahr mit den Blattern zugleich; aber es ist den- 
noch nicht unwahrscheinlich, dass die Ilerbslzeitlose auf diesem \Ye«e 
durch allmahliche Anpassung auf ihren obersten und nordlichsten Stationen 
zu einer regelmaBig im Frtthjahr bluhenden Pflanze eigener Species wer- 
den kann. Im Stiden Enropas hat G. autumn ale keine im Fruhjahr 
bliihende Nachztigler, weil sich die BlUte, im Besitze einer mehr als aus- 
reichenden Warme im Sommer und Herbst, nicht verspaten kann. Ahnlich 
verhalten sich auch die Ubrigen, stideuropaischen Arten der Gattung Col- 
ehicum, so auch Sternbergia lutea, colchicif lora u. a. Im Gan- 
zen ist jedoch die Zahl solcher Arten, deren BlUten zur Entvvicklung 
hoherer Warmegrade bediirfen wurden als die Blatter (in ihren ersten Sta- 
dien) nicht groB. 

Je spater die Pflanze die zur Vegetation erforderliche Temperatur er- 
langt, desto wirksamer zeigt sich dabei das Licht. Das intensivste Licht 
bei niedrigster Temperatur, bei der Uberhaupt noch eine Vegetation mog- 
lich ist. wird derselben alsdann zu Theil, wenn sie bis Ende Juni von 
Schnee bedeckt war und nun bei hochstem Stand der Sonne ihre oberirdi- 
scheftTheile frei demLichte entgegenstreckt, w^ahrend sich der von Schnee- 
wasser durchtriinkte Boden nur sehr maBig ervvarmt. An der Grenze des 
bestandigen Schnees vermag derselbe im Sommer auch bei sonniger Lage 
nur urn wenige Grade sich zu erwarmen, da die Nahe des Schnees depri- 
mirend auf die Temperatur einwirkt; aber es gibt Arten, die sich mit 
diesem Minimum nicht nur begntigen, sondern die anscheinend so ungUn- 
sligen Temperaturverhaltnisse denen tieferer Lagen vorziehen, es sind dies 
beispielsweise Ranunculus glacialis, Tofjeldia borealis Wahlenberg, 
Salix herbacea, Saxifraga oppositifolia, Sibbaldia procumbens, 
Potentilla frigida Vill. 

Man mochte von solchen Arten sagen, dass sie viel mehr des Lichtes 
als der Warme bediirfen, da sie am liebsten dort vorkommen, wo der 
Schnee lange liegen bleibt, oder sich auf solche Hohen zuruekziehen , wo 
das zur Vegetation erforderliche Temperaturminimum erst in der zweiten 
Halite des Juni, also zur Zeit des hbehsten Standes der Sonne eintritt. Da 
nun aber das Licht auf die Internodien der Axe und deren Verzweisuni'en 
reducirend, d. i. dieLangenentwicklung theils hemmend, theils maBigend 
wirkt, je nach dem Grade der Intensitat, so werden vvir es begreiflich lin- 
den, warum die in der Alpenzone heimischen Arten ausnahmslos verkurzte, 






' 



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I 









• 



Uber den coinbiu. Eiufl. der Warme u. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Periode der Pflanzeii. 



87 






in den meisten Fallen auf ein Minimum reducirte oberirdische Axentheile 
zeigen, und in den obersten Regionen bis zu dem Grade, dass die Bluten 



fast unmittelbar Uber den grundstiindigen Blattern (die meist eine Rosette 



bilden) entspringen; vvarum also eine Species, die in einer alpinen und 
in einer Thalform vertreten ist, oben stets als forma acaulis oder brevi- 
cauiis, compacta oder humilis, uniflora etc. erscheint, wahrend wir in der 
Ebene und im Thai die forma caulescens, major oder elatior, multiflora etc. 

linden. 

Wenn aber die Thalform erst nach Verbrauch einer unverhaltniss- 

miiBig betrachtlichen Warmemenge, die ihr zur Ausbildung der verlan- 

gerten und meist reichlich verzweigten Axe unentbehrlich ist, an die Ent- 

wicklung der BlUten geht, gelangl ihre Verwandte in der Alpenregion viel 

rascher zu diesem Ziel , da sie bei der viel zu niedrigen Temperatur die 

Axentheile nur mangelhaft ausbilden , bei dem reichlichen und intensiven 

Lichte dagegen einen geniigenden Vorrath von Baustoff'en zum Ansatz und 

zur weileren Entwicklung der Bluten erzeugen kann. Je weniger dieser 

Vorrath den Axentheilen zu Gule kommt, desto reichlicher kbnnen nattir- 

licherweise dann die BlUten damit bedachl werden, diese werden also urn 



so grbB 



W 



bote, aber keineswegs so wenig, dass, wenn es auf die Temperaturverhalt- 
nisse allein ankiime , in den Sommermonaten nicht ein kraftigerer Trieb, 
die Entwicklung fuBlanger Schbsse oder eine sonstige mehr emporstre- 
bende Axenverliingerung moglich ware, denn dieWinterflora des stldlichen 
Europa zwischen dem 40. und 46. Parallelgrade hat zahlreiche , gerade 
wahrend der kaltesten Monate am besten vegetirende Formen aufzuweisen, 
die keineswegs etwas Pygmaenhaftes an sich haben: da sind vor Allem die 
mannigfachen Euphorbien, Parietarien, Mercurialis annua, 
Senecio vulgaris, Lamium-Arten, Capsella etc. etc. Lamium 
maculatum wird schon bei Gbrz im Winter mehr als ellenlang (bei Tem- 
peraturen zwischen 0° und 13° G.), die im Fruhjahr bei hbheren Tempe- 
raturen und grofierer Lichlintensitat zur Entwicklung gelangten Triebe 



bleiben viel kurzer, blUhen jedoch reichlicher. Ein gleiches Verhalten be- 
obachtet man auch bei Capsella Bursa pastoris u. a. Arten. Die 
Pflanzen empfangen in den Monaten November und December sehr wenig 
Warme und ein Iriibes Licht, wachsen aber dennoch und blUhen auch, im 
Marz und April empfangen sie bedeutend mehr Warme, wachsen jedoch 



1) Dass die formliche Zuchtwahl, welchc in den hOheren Alpenregionen vorzugs- 
weise darin besteht, dass nur groBe, lebhaft gefarbte und daher weithin sichtbare 
Bluten dort Aussicht haben, von den nectarsaugenden lnsecten besucht und befruchtet 
zu werden, in derselben Richtung wirkt wie die reducirende TliUtigkeit des Lichtes, 
unterliegt keinem Zweifel, steht aber hier als formbildendes Element erst in zweiter 

Reihe. 












t 






■ 















88 



Franz Krasan. 









• 



/ 



weniger in die Liinge; da sie indess reichlicher bltlhen, so unterliegt es 
keinem Zweifel, dass die Reduction der Axentheile eine Wirkune des 

welches durch die Forderung der Bliitensphare der Pflanze 



Lichles ist 



? 



gleichsam einen Ersatz bietet 1 ), 

Zwischen Licht und Wanne, Axen und BlUten besteht daher ein 
Wechselverhaltniss der Compensation derart, dass das Licht vor- 
zugsweise die Processe der Assimilation und den Ansatz (Production) der 
BlUten, die Warme dagegen mehr die Axenentwicklung, Streckung der 
Internodien, Verzweigung des Slammes etc. fordert, das Licht hinwieder 
diesen letzteren Vorgang reducirt. Aber damit das Licht zu einer Wirkung 
gelangen kann, welche der Pflanze nutzlich ist, muss ein gewisses Mini- 
mum von Warme ihr zur VerfUeuns; stehen, und seradeso ein cewisses 
Minimum von Licht, wenn eine beslimmte, groBere oder geringere Warme- 
menge ihr nutzlich werden soil. 

Ein sehr lehrreichesBeispiel fur dasStudium der combinirtenWechsel- 
wirkung von Licht und Warme Iiefert Gentiana asclepiadea. Wir fin- 
den diese schbne Gentiane in alien Waldern, welche sich urn die Alpen 
ausbreiten, in den Thalern und an den Abhangen bis 1300 m., an den 
schattigsten vvie nicht minder an den lichtesten Stellen. Doch wie ab- 
weichend sieht die Pflanze aus an den sonnisen Waldrandern oder auf den 



±J 



freien Bergtriften, wo sie durch mehrere Stunden hindurch taglich bei 

heilerem Himmel den Sonnenstrahlen ausgesetzt ist, verglichen mit jenen 

. Individuen, welche im Waldesschatten aufgewachsen sind! Steif aufrecht, 

stark lignescirend, mit gekreuzten, dunkelgrtlnen, dicklichen Blatlern und 

allseits gleichmaBig gestellten, schon anfangs August sich offnenden BlUten 

scheint sie mit ihren, dem Schatten des Waldes entslammenden Nach- 

barinnen kaum eine Artgemeinschaft zu haben, denn diese neigen ihren 

verliingerten schwachen Stengel mit den zweizeilig stehenden, hellgrtlnen 

membranosen Blattern bogenfbrmig zu Boden, tragen aber nur auf der 

Oberseite in einer Reihe stehende BlUten und blulien 2 bis 4 Wochen 
spate r. 

Die Wirkung des Lichtes zeigt sich hier (bei ersterer Form) vorzugs- 
weise in derVerkUrzung der Axe, in der Stellung und Farbung der Blatter, 
in der Stellung und frUhzeiligen Entfaitung der BlUten, die combinirte 
Wirkung von Licht und Warme in der reichlicheren Holzbildung des Sten- 
gels, in der Guticularisirung der Blatter und in einer reichlicheren Bildung 
des Blattgewebes. 

Sind auch die Begrifle der NUtzlichkeit und Schadlichkeit der auf die 
Pflanze in einem bestimmtcn MaBe einwirkenden Agentien sehr relativ, so 

1) liber den Einfluss des Lichtes auf die Production und Entfaitung der Bliilen vgl. 
man die Abhandl. von Dr. J. Sachs in Botan. Ztg. 1865, Nr. 16, 17 u. 18, so wie auch 

»Stoff und Form der Pflanzenorgane« (Arbeiten des botan. Institutes in Wurzburg, 1880, 
3. Heft). 












N 
















































- 






. 



Uber den combin. Einfl. derW&rme u, des Lichtes auf die Dauer der jitlirl. Periode der Fflanzen. 89 






konnen wir, die Sicherstellung der Nachkommenschaft im Auge behaltend, 
doch am passendsten jene EinflUsse als der Pflanze nUtzlich bezeichnen, 
die eine Abktirzung der jahrlichen Periode bewirken, weil die Pflanze um 
so mehr Aussicht hat ihre Samen zur Reife zu bringen, je mehr die Bltlte 
beschleunigt wird. Ftir die meislen unserer heimischen Arten ist es in 
diesem Sinne geradezu sch&dlich, wenn sich ihre Bltlte an der nordlichen 
und oberen Grenze bis zum Herbst verspatet, weil die niedrigen Tempe- 
raturen des Spatherbstes in den wenigsten Fallen ftir die Samenreife aus- 

reichen werden. 

Wie es aber kommt, dass das Seiche MaB von Licht und Warme auf 

versehiedene, mitunter nachst verwandte Arten so verschieden einwirkt, 
dass es bei der einen eine Beschleunigung , also KUrzung der jahrlichen 
Periode 7 bei der anderen eine Yerzogerung, resp. Verlangerung derselben 
bewirkt, konnen wir uns nicht erkliiren ohne einen ganz neuen. den 
historischen Factor in Erwaaunu zu ziohen. 






Jede Form oder Species liisst sich nach dem Stande unseres gegen- 
wartigen Wissens Uber die Herkunft der Arten als ein Gesammtproduct 
aller auf eine gewisse Gruppe von Individuen gleicher Abstammung ein- 

ischen und klimatischen EinflUsse eines 
Ortes auffassen. Jene Individuen nahmen im Laufe langerer Zeit uber- 
einstimmende Eigenschaften an 7 die den Verhaltnissen entsprechen 7 unter 
denen sie gelebt und sich unzahlige Generationen hindurch entwickelt 
haben. Neben anderen EinflUssen sind es natUrlich vor Allem das Licht 
und die Warme, die je nach dem MaBe, in welchem sie der Pflanze zuTheil 
wurden, an dieser sich in entsprechender Weise auspragten : entsland die 
Art oder Form an der Schneegrenze der Alpen , so zeigt sie deutlich das 
Geprage des reducirenden Lichtes und der maBigen Warme, denn die 
Pflanze erscheint niedrig, aber gedrungen, hat verhaltnissmaBig groBe 
BlUten, die sie mit einem sehr maBigen Wiirmeaufwand entwickelt, und 
ebenso zeigt es sich, dass sie ihre Frttchte mit einer sehr maBigen Warme- 
summe zur Reife bringt. Diese Eigenschaften behalt aber die Pflanze bei, 
audi wenn wir sie in die Ebene versetzen, wenigstens durch mehrere 
Generationen hindurch, und sollten wir hin und wieder eine solche Pflanze 
in der Ebene antreffen , ohne dass ihre Ubertragung an einen so niedrigen 
Standort historisch nachgewiesen ware, so konnen wir dennoch mit Sicher- 
heit annehmen, dass sie wenigstens einer der Scheegrenze entsprechenden 
kalten Zone entstamme ; sie kann direct aus der Hochaipenzone oder aus 

dem hohen Norden gekommen sein'. 

Eine unter den Tropen entstandene Art documentirt an dem robusten 
Bau ihrer Blatter die energische combinirte Thatigkeit des Lichtes und der 
Warme: sie wird sich in den nordlichen Zonen nur dort erhalten, w t o sie 
die ihrem hohen WarmebedUrfnisse entsprechende Warmemenge vorfindet, 
also wohl nur in Treibhausern , in sUdlicheren Gegenden dUrfte sie aber 












V 















90 



Franz krasaii. 












auch im Freien an einzelnen besonders warmen Stellen spontan vorkom- 
men. Und so oft wir bei uns eine Pflanze linden, die durch ein hohes 
Warmebedtirfniss einen gevvissen Gegensatz bildet zu den Ubrigen mit- 
vorkomrnenden Arten, namentlich im Yergleich mit ihren Nttchstverwand- 
ten, werden wir nicht irre gehen, vvenn wir annehmen, dass sie aus dem 
Stiden eingewandert ist und sich bei uns noch nicht vollstandig aeclimati- 
sirt hat. Als Beispiel miige hier Leersia oryzoides dienen, die in 
Deutschiand nur nach sehr warmen Sommern ihre Bltitenrispen im Sep- 
tember oder October entfaltet, und vielleicht in 20 Jahren nicht einrnal 
ihre Fruehtkorner zur Reife bringt. Wenn man auch nicht aus frtiheren 
Aufzeichnungen wtisste, dass die Pflanze aus den Reisfeldern Ostindiens 
oder einer anderen warmen Gegend (als Verwandte der Reispflanze) bei 
uns eingeschleppt wurde, konnte Jemand an ihr Indigenat bei uns glau- 
ben? Es kann doch unmoglich in Deutschiand oder irgendwo eine Pflanzen- 
form entstehen und sich auf die Dauer behaupten, deren Frtichte nur unter 
den gtinstigsten Umstanden reif werden konnen. 

Denn an dieEntstehung einer Species ist selbstverstandlich auch deren 
vollstandige Acclimatisation in ihrer Urheimat geknupft, da man eine 
plotzlich entstandene Abandoning nicht schon als Art betrachten kann, 
bevor die erworbenenEigenschaften durch ein langes Indigenat, d. i. durch 
eine sehr groBe Zahl von Generationen erblich und auf lange Zeit unver- 
rtickbar geworden sind. Nun konnen aber dieselben vor Allem nur da- 
durch befestigt oder auf lange Zeit unverschiebbar gemacht werden , dass 
sie in die richtige Beziehung zu den klimalischen Verhiiltnissen der hei- 
matlichen Station treten. Es muss demnach zwischen dem Licht- und 
Warmebedtirfniss der Pflanze und den Licht- und Warmemengen des 
Standortes das Verhiiltniss der ZweckmaBigkeit bestehen, anders muss be- 
hauptet werden, dass die Pflanze dort nur als Fremdling vorkommt, wenn 
auch allerdings nicht geleugnet werden kann, dass dieser sich nach sehr 
langer Zeit an dem secundaren Standorte durch allmahliche Anpassung ein 
den ungilnstigen klimatischen Verhaltnissen besser entsprechendes Licht- 
und Warmebedtirfniss, d. h. ein solches mit weniger beengenden Grenzen, 
anzueignen vermag. 

Dass aber dieser Vorgang der Anpassung ein sehr langsamer ist, be- 
weisen zunachst viele Frucht-, besonders Obstsorten, die seit undenklichen 
Zeiten an einem Orte cullivirt werden, ohne dass sich die Zeit der Blilte und 
Samenreife gegen andere wirklich einheimische Sorten merklich verruckt 
hatte. Seit Jahrhunderten werden z.B. bei Gorz Kirschen, Birnen, Apfel, 
Pfirsiche und Trauben verschiedener Sorten cultivirt, deren Fruchtreife 
(wiewohl in den Bltltezeiten kauin verschieden) in verschiedene Jahres- 
zeiten fiillt. Die friihesten Kirschen werden 5, die frtlhesten Apfel 8, die 
frtihesten Pfirsiche 10, die frtlhesten Trauben 11 und die friihesten Birnen 
gar 12 Wochen frilher reif als die spatestreifenden. — Auch die verschie- 



* * 



■ 



1 









. 






• 









Uber den combin. Einfh der Warme u. des Lichtes auf die Dauer der jfihrl. Periode der Pilanzen. 91 



< 






■ 



denen Obstsorten der nordlichen Steiermark, Bohmens, Miihrens etc. zeigen 
analoge Differenzen bezviglieh der Fruchtreife-Daten einer und derselben 
Species ? mit dem Unterschied nattirlich, dass die frtihesten Pfirsiche dort 
erst gegen den 20, August reif werden, die spiitesten (die bei Gorz erst im 
October die vollkommene Reife erlangen) aber gar nicht angebaut werden, 
da sie nie zur Reife kamen, es sei denn im Warmhaus. 

Man sollte doch glauben, dass diese Pflanzen in de mehrere Jahrhun- 
derte umfassenden Zeitspanne, wahrend welcher sie, u d zwar verschie- 
dene Sorten einer und derselben Species in derselben legend, cultivirt 



werden, Zeit genug gehabt hatten, die so betrachtlicl m Differenzen in 









den Fruchtreife-Daten ihrer mannigfachen Sorten durch Jne vollige An- 
passung an die klimatischen Verhaltnisse desselben Ortes auszugleichen. 
Man erwage nur, dass der Pfirsichbaum, da er im mittleren Europa nur ein 
Alter von 4 bis 15 Jahren erlangt, auf ein Jahrhundert also 7 bis 10 Neu- 
pflanzungen kommen, in manchen Gegenden mehr als 20 Generationen 

aufzuweisen hat. 

Was hier von der Fruchtreife gesagt wurde , gilt ebensogut auch von 

der Bltite verschiedener Individuen derselben Species. Urn nur einen Fall 
zu erwahnen, will ich auf das haufige Vorkommen von benachbarten Hasel- 
biischen aufmerksam machen ; die um voile zwei Wochen in den Daten der 
ersten BlUte (des Staubens) differiren. Diese Dilferenz wiederholt sich 
anscheinend jedes Jahr in gleicher Weise, immer ist es derselbe Busch ? an 
dem wir das Stauben der Katzchen 14 Tage frtiher beobachten, so dass wir 
nicht umhin konnen, die klimatischen Einflusse hier als ganz wirkungslos 
anzusehen und, in Ermangelung einer besseren Erklarung, mit dem be- 
schwichtigenden Gestandniss, es handle sich um eine »individuelle« Ver- 
schiedenheit der Pflanzen, uns einstweilen zufriedenstellen. 

■. Bis sich eine aus dem Suden stammende Art 5 oder 6 Grade nordlicher 
vollkommen, oder vvenigstens derart acclimatisirt hat, dass sie hier nicht 
viel spater blliht und ihre Fruchte reift als eine in diesen geographischen 
Breiten einheimische (endemische) nachstverwandte Art oder Form, konnen 
demnach durch neue Einwanderung aus dem Stiden wieder neue grelle 
Differenzen in den BlUte- und Fruchtreifezeiten geschaffen werden, die 
neuerdings Jahrhunderte und Jahrtausende lang auf die Ausgleichung 
(gegenuber ihren Art- und Gattungsverwandten) harren mUssen. Da sich 
nun jedenfalls die Floren durch Verschiebung der Arten in Folge von Ein- 
wanderungen aus Nord und SUd, wie auch durch Erloschen mancher 
alterer Formen in gewissen Gegenden , rascher andern als sich die hier- 
durch bedingten BlUte- und Fruchtreifezeit-Unterschiede ausgleichen, so 
wird es niemals an den augenfalligsten, maBigen und geringeren Differenzen 
dieser Art unter habituell ahnlichen Species oder Formen derselben Gegend 

fehlen. 

Gelangt eine weit im Norden entstandene und fur eine kurze Vege- 















v 















. 



I 



92 



Franz Krasan. 



< 



tationsdauer eingerichtete Species weiter nach Sliden, so erreicht sie nach 
und nach eine Region, wo ihr die reichlichere Warme zur Zeit der begin- 
nenden Vegetation nichts niltzt, weil die Lichtquantitat hier zu dieser Zeit 
eine geringere ist, als in ihrer Heimat; sie wird daher wohl an diesem 
sttdlicher gelegenen Standorte mehr Warme empfangen, aber dennoch 
nicht frtther blUhen und nicht frtther ihre FrUchte reifen als in ihrer Hei- 
mat. Kommt die Pflanze noch stidlicher, so wird das noch groBere plus 
von Warme, da es nicht von einer entsprechend erhohten Lichtmenge be- 
gleitet ist, derselben & gar nachlheilig, insofern als sich die BlUte und 
Fruchtreife gegentiber jener in der Heimat verspatet. Nun aber wtirde 
man hier total vergeblich auf eine endliche Ausgleichung dieser Differenz 
wartcn, denn das plus von Warme wird weiter im Suden, wo kein Schnee 
den Beginn der Vegetation bis in die vorgertickte Fruhlingszeit oder gar 
bis in den Sommer hinausschiebt, so dass die Pflanze bei hohem Sonnen- 
slande, also bei holier Lichtintensitat zu treiben beginnen mtlsste, sicher 
nicht der Bltiten- und Fruehtsphare zu gute kommen, sondern vielmehr 
die Axenentwicklung fordern, eine Streckung des Stengels und seiner 
Internodien , eine reichlichere Verzweigung und eine Vermehrung der 
Blatter bewirken, und es warden demnach die BlUlen um so spater an die 
Reihe kommen, je mehr Axentheile die Pflanze auszubilden hat, 

Es wird also die phanologische Differenz bei solchen nordischen und 
alpinen Arten, die sich weiter im Stlden, beziehungsweise in den Thalern 
und in der Ebene angesiedelt haben, mil der Zeit nicht geringer, sondern 
groBer. Anfangs besitzt namlich die Pflanze noch den ursprtinglichen 
Habitus, sie hat nur wenig Axentheile und kann bald an die Entwicklumi 
der BlUlen gehen, nach und nach vergroBert sich aber ihre Axe, indem 
jedes Jahr das plus der Warme nur in dem einen Sinne wirkt . namlich in 
der Vermehrung der vegetativen Theile. So wird beispielsweise aus dem 
niedrigen aber grofiblutigen Aster Amellus der SUdabhange der Alpen 
{in H5hen von 1000 bis 1200 m.), einer Form, die schon gegen Ende Juli 
zur BiUte gelangt, der groBe buschige, stark verastelte und lignescirende 



Aster amelloides Bess, der Ebenen, eine Form die im Litlorale (bei 
Gbrz) einen ganzen Monat spater zu blUhen beginnt. Dieser Process endel 
in der Regel erst nach sehr vielen Generalionen , es mbgen hin und wieder 
Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrlausende vergehen, bis die Form end- 
lich stabil geworden ist, nach einer betrachtlichen Abweichung von ihrem 
ursprUnglichen Habitus und von ihrer anfiinglichen bedeutend ktlrz 
jahrlichen Periode. Nur wenige Arten , darunter z. B. Linaria alpina, 



eren 



wenigen Generationen ihi 



andern in der Tiefland-Cultur schon nach 
Tracht. 

Wollen wir daher bestimmen, welcher ursprUnglichen Zone eine im 
Silden, resp. in der Ebene beobachtete, auffallend spat bluhende Staude 
angehort, so mUssen wir, falls eine Erhbhung der Temperatur nicht eine 



- 












Uber den combin. Einfl. der Wiirme u. des Lichtes auf die Dauer der jiihrl. Periode tier Pflanzen. 93 



Beschleunigung, sondern vielmehr eine Verspatung der Blilte bevvirkt, 
dieselbe in ihrem Vorkommen nach Norden, resp, gegen das Gebirge ver- 
folaen und z war bis in jene Region, wo sie mit dem geringsten Aufwand 



t 



von Warme und in der ktlrzesten Zeil ihren jahrliehen Lebenscyelus voll- 
endet, dort ist ihre heimische Zone. Sollte die Pflanze noeh weiter 
im Norden, resp. in einer noch hoheren Gebirgsregion vorkommen, so wird 
sie hier vom Zeitpunkt ihrer tiefsten Ruhe bis zur ersten Blute und bis 
zum Beginn der Fruchtreife mehr Tage brauchen, da ist also ihre heimat- 
liche Zone nicht mehr. 

Wir wollen dieses an zwei Beispielen erlautern. Bei Gorz beginnt 
Gentiana asclepiadea an gelichtelen Stellen der Eichenwaldungen (bei 
freier Insolation) nacli mehrjahrigen Beobachtungen anfangs August zu 
bltlhen, zu gleicher Zeit wie in Obersteiermark in gleich freier Lage bei 
400 — 800 m. abs. H6he, geht man aber noch 400 oder 500 m. hoher, so 
verspiitet sich auch bei gunsligsler Exposition gegen die Sonne die Blute 
urn 2 bis 3 Wochen. Berucksichtigt man nun, dass die Pflanzenarten, 
welche mit der Gentiane zugleich in Obersteiermark in jener IlOhe vor- 
kommen, durchschniltlich der IV. Karstzone ! ) angehoren, und dass die 
Gentiane sonst nirgcnds friiher zur Blute gelangt als hier, so werden wir 
mit vollem Recht eben diese IV. Zone als die heimatliche Region der 
Pflanze ansehen; es ist somit G. asclepiadea gegenwartig und seit un- 
denklichen Zeiten eine cireumalpine Pflanze, womit keineswegs gesagt 
wird, dass sie auch in der Umgebung der Alpen entstanden sein milsse. 

Um ihre wahre ursprtingliche Heimat nach geographischer Lange und 
Breite ermitteln zu konnen, mUsste vor Allem das gesammle Material ihrer 
gegenwtirligen Verbreitung festgesteilt und insbesondere das Vorkommen 
ihrer Niichstverwandten, die etwa als Descendenlen eines gemeinsamen 
Urtypus betrachtet werden dUrften , in Berttcksichtigung gezogen werden. 

Aconitum variegatum tritt bei Gorz (am Isonzo) in sonniger Lage 
in der ersten Halfte des Septembers in das Blutenstadium, am SUdabhang 
des Cavn nordlich vbn Triest bei ungefahr 1000 m. einige Tage friiher; am 
Plateau unter dem Hochlantsch nordlich von Graz fand ich bei 4 400 m. die 
ersten gcollhelen Bluten 1881 den 15. August, aber von da weiter auf- 
warts gelangt die Pflanze spiiter zur Blute. In der llohe von 1400 m. 
bringt also dieselbe in der kUrzesten Zeit und mit dem geringsten Aufwand 
von Warme ihre Bluten zur Entfaltung (sie braucht hierzu nicht einmal 
halb so viel positive Wiirmegrade als sie am Isonzo bei Gorz empfangt); 






I] Es werden auch im Folgemlcn die klimatischen Zonen von der Kiiste des adria- 
tischen Meeres an gegen die Hohen der Alpen mit I, Ii, III, IV, V, VI, VII, VIII be- 
zeichnet. (Man vgl. F. Krasan, die Erdwiirme als pflanzengeographischer Factor, in 
diesen Jahrb. 1881, p. 21 2 — 21B). Die warmeren Zonen izegen den Aquator sind: die 
eigentliche Mediterranzone, die subtropische, tropische und aquatoriale Zone. 



i 






' 





















\ 









94 



Franz Krasaiu 



hier also, in der Region der Fichte, ist ihre heimische Zone. 



lhr Stengel 



ist dort oben nicht so hoch, aber dicker und saftiger und weniger verholzt 
als am Isonzo in der Region des Weinbaues und der Sttdfrttchte. Ware 
Aconitum variegatum ursprunglich von dieser Region ausgegangon. so 
intlsste die Pllanze es noch jetzt an einem hoheren Warmebedtirfniss ver- 

t 

rathen, sie konnte unmogiich die viele Warme, die sie hier mehr be- 
kommt, unbenuizt lassen. Es ist evident, dass sie nicht in einer warmeren 
Zone heiinisch sein, also auch nicht aus der stideuropaischen Ebene in die 
Thaler und von den Thalern auf die Voralpen gestiegen sein kann, um sich 
allmahlich zu einer echten Gebirgspflanze zu qualificiren. 

Denn dieArten des SUdens, resp. der Ebene, verhalten sich bei ihrera 
Vordringen gegen Norden und ins Gebirge bezUglich der Warmeokononiie 
in den Zeiten ihrer jahrlichen Periode ganz anders. 

ErwiesenermaBen halt jede vonSuden kommende Art in einer kalteren 
Zone zunachstan dem hergebrachten (ererbten) Warmebedtirfnisse fest; wir 
sehen dieses Gesetz bei alien Arlen der mitteleuropaischen Flora, deren slid- 
liches Indigenat man historisch constatirt hat, in Ubereinstimmender Weise 

Alle diese Pflanzen bluhen nbrdlicher oder weiter 
oben iin Gebirge spater als in ihrer Heimat, und zwar um so spater, je 
jtlnger das Datum ihrer Einwanderung und je grbBer die klimalische Ditfe- 
renz zwischen dem heimallichen und secundar besiedelten Standorte ist, 
und eine Summirung der wirksamen Temperaluren zeigt, dass die Pflanze 
an diesem letzteren erst dann zur BlUte gelangt, wenn sie hier ungefahr so 
viel Warme, d. i. eine ebenso groBe Summe wirksamer (positiver) Tempe- 
raturgrade empfangen hat wie dort. NaturgemaB muss aber die Pflanze in 
ihrem Vordringen gegen eine kaltere Zone dort haltmachen, wo die jiihr- 
liche Warme kaum mehr ausreicht, ihre Samen zur Reife zu bringen, hier 
hndet sie also ihre natUrliche Nordgrenze. 

Nun wird allerdings diese Grenze nicht unverriickbar sein, auch wenn 
innerhalb eines ganzen Menschenalters kein weiteres Vordringen beob- 
achtet wird. Ist es doch eine allgemein bekannte Erscheinung, dass sich 



zur Geltung kommen. 



nicht alle BlUten auf demselben Stamme gleichzeitig bfl'nen, selbst BlUlen, 
die demselben Knospentrieb angehbren, differiren bisvveilen in ihrem Alter 
um mehrere Tage. Bei Clematis Vitalba bfl'nen sich die ersten Bluten 
aul' demselben Stamme an der Sudgrenze ungefiihr 14 Tage fruher als die 
letzten, an der Nordgrenze belauft sich dieser Unterschied auf mindestens 
4 Wochen. 

Sicher kommt es hier nur auf die ersten BlUten an, diese ailein kbnnen 
an der Nordgrenze der Verbreitung der Pflanze reife FrUchte mit keim- 
fiihigen Samen hervorbringen, und manche derselben werden, wenn sie 
eben reif geworden sind. noch einige zur Verftlgung stehende Warme 



Of^_ 



haben, wahrend die meisten anderen bei Anbruch des Winters unreif 
blieben sind. Werden nun jene ersteren, frtlhi>ereiften Samen an einen 






. 












- 





















» 



Uber deu couibin. Einfl. derW&rme u. des Lichtes auf die Daucr der jiihrl. Periode der Pflanzen. 



95 












etwas kalteren Standort (ibertragen, so werden sie hier nicht nur leicht 
keimen, sondern audi blUhende Pflanzen geben, deren frtiheste BlUten ihre 
Samen zur Reife bringen werden, so dass diese an einem etwas kalteren 
Standorte noch ganz gut keimen und wieder bliihende Pflanzen liefern 
konnen. 

So vermag die Waldrebe, wenn auch sehr langsam, Schritt fiir Schritt 
sich neue nbrdlichere Gebiete zu erobern. Es mag wohl sein, dass die 
einzelnen Etapen auf Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte als fixe Stationen 
erscheinen und nur durch einen glucklichen Zufall ein Schritt weiter gegen 
Norden geschieht, da die Verbreitung der Samen von der Gunst und Un- 



Wanderung 



gewisser 



gunst der Winde, der flieBenden Gewasser, der 

Samen verzehrender Thiere und noch von mannigfachen anderen Umstan- 

den abhangt. Allein nach Verlauf einer langen Zeitperiode muss dieses 



langsame etapenmaBige Vorrucken ein greifbares Resultat liefern. 



So 



hinansteigend, um gleichsam der 



sehen wir nun eine Pflanze, welche ursprilnglich auf die II. Zone, den 
nbrdlichen KUstenstrich des adriatischen Meeres allein beschrankt gewesen 
sein diirfte, Uber nahezu ganz Deutschland verbreitet, auch in den Niede- 
rungen der Schweiz, Belgiens, Englands, Danemarks nicht selten, in den 

Alpenthalern sogar haufig bis 1300 m. 

Gattungsverwandten Atragene alpina die Hand zu reichen. Gegen 

Nordosten wird G. Vitalba immer seltener, sie scheint Schlesien als 

spontane Pflanze ganz zu fehlen und erscheint im sudlichen Polen nur noch 

sehr vereinzelt an 3 Standorten an der Weichsel '). Im inneren und bst- 

lichen Ungarn ist sie an Zaunen , in Hecken und in den Auen haufig, 

kommt selbst im Biharia-Gebirge noch voi 

nicht hbher hinauf als 800 m. (hbchster Standort bei Rezbanya) 2 ). 



geht aber hier in den Thalern 



Woher schbpfen wir aber die Kunde, 



dass die gemeine Waldrebe 
ursprilnglich nur in der II. Zone heimisch war, wenn dies durch keine 
historische Uberlieferung beglaubigt ist? Die Phanologie ist es, der 
wir diesen wichtigen Aufschluss zunachst verdanken, denn wenn wir 
beachten . dass die Pflanzen im sudlichen Istrien bereits mit Beginn des 
Juni, bei Gorz den 6. Juni, bei Wien durchschnittlich den 2. Juli und 
in den Alpenthalern an der oberen Grenze ihres Vorkommens erst im 
August zur Bltite gelangt, so erkennen wir aus diesen Daten zunachst, dass 
die Pflanze, da von den Gestaden des adriatischen Meeres an gegen Norden 



jedes plus an Warme die Entwicklung und Entfaltung der Bltite fordert, in 



diesen (mitteleuropaischen) Breiten nicht heimisch sein kann 7 indem ja 
sonst ihr WarmebedUrfniss den dort herrschenden klimatischen Yerhalt- 



f 






J i) J. Rostafinski, Florae Polonicae Prodromus (Yerhandl. der k. k. zooL botan. 
Gesellsch. in Wien 1872, p. 156). 

2) Dr. A. Kerner, Die Vegetationsverhaltnisse des mittleren und dstl. Ungarns und 
des angrenzenden Siebenbiirgens. Osterr. botan. Zeitschr. 1867. p. 176. 


















* 









96 



Franz KraSan. 












. 



nissen entsprechen wtirde. Es ist moglich, ja sogar sehr wahrscheinlich, 
dass die Waldrebe nach Verlauf einer langen, nicht naher bestimmbaren 
Zeitperiode als eine vollkommener acclimatisirte Pflanze gleich wie andere 
in Deutschland heimisehe Arten, die eine weite Verbreitung besitzen, ein 
vageres, d. i. in weniger enge Grenzen gebanntes Warmebedtirfniss habeo 
wird, derzeit aber steht sie durch ihre Empfindlichkeit gegen hohere und 
niedrigere Temperaluren noch in einera unverkennbaren Gegensatze zu 

denselben und kann nicht anders denn als halbacclimatisirl anyesehen 
werden. 

Die mitllere Jahreslomperatur von Pola an der Siidspitze Istriens be- 
triigt 14 • 8° C, die von Gorz 13 °, die von Wien 9 • 6°; der Unterschied 
im Jahresmitlel von Gorz und Pola beliiuft sich nur auf 1 • 8°C. allein das 

7 

Temperalurmittol der Periode vom 1. Januar bis Ende Mai ist fur Pola um 
4 ° C. hbher als fttr Gorz, weil sich das Klima von Pola mehr dem Inselklima 
nahert, als jenes von Gorz. Und doch bltiht die Waldrebe bei Pola nur 
um ein paar Tage friiher als bei Gorz, wiewohl sie dort in jener Periode 
betrachtlich mehr Warme empfiingt als hier. Es beginnt also schon'nbrd- 
liclier als die SUdspitze von Istrien ein plus von Warme fur die Pflanze 
unwirksam zu werden, und bringt sehon hier nicht mehr die ent- 
sprechende Beschleunigung der Bltite hervor; es wird somit der Ktlsten- 
strich oder die niichste Umgebung des Meeres nicht die heimisehe Zone der 
C. Vitalba sein, was auch aus der Verbreitunu der Pflanze sich eruiebt, 
denn in J. Freyns Flora von Siidistrien (Wien, 1877) lesen wir pag. 26: 
»C. Vitalba L. In Hecken. an Zaunen, in Laubwaldern des ionerenTheiles 
Sttdistriens) gemein, jedoch an den Ktisten weniger haufig«. Dagegen 
heiBt es bezUglich ihres Vorkommens auf der Insel Veglia: Hecken und 
Waldungen, auf der ganzen Insel gemein (v. Tommasixi, Sulla Yegelatione 
dell' isola di Veglia, Trieste 1875, p. 23). Gegen Sliden wird C. Vita I ba 
la'ngs der Ostkiisle des adr. Meeres iminer seltener und scheint an der Klisle 
Albaniens ganz zu fehlen. Grimls v. Giumhurg erwahnt, wo er von der sehr 
merkwiirdigen Zusammenselzung der Hecken durch die Vermischung von 
ndrdlichen und stidlichen Formen spricht (FJeitrage zur Flora Albaniens, 
Verhandl. der k. k. zoolog. Ges. in Wien 1871, p. 1346) wohl die Clem. 
Viticella und C. Flammula, aber nicht die C. Vitalba. 

Warum wir die Urheimat unserer Pflanze in der II. Zone des istri- 
schen und liburnischen Kustenlandes und allenfalls im ligurischen Ktlsten- 
gebiete, nicht aber am schwarzen Meere, in Spanien etc. suchen, ergiebt 
sich natUrlich zum Theil aus ihrer gegenwartigen Verbreitung, indem sie 
namlich vorzugsweise nordlich von der Adria vo'm kroatischen, isfrischen 
und gbrzischen Littorale an bis an die Nord- und Ostsee und vom stidlichen 
Frankreich bis England viel haufiger angetroffen wird, als in jenen Liin- 
dern, welche weit bstlich oder westlieh von dem Landercomplex Mittel- 
europas liegen. Dieses groBe Landgebiet enlspricht tier Hauptrichtung, in 



9 









s 






1 



























' . 






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' 












Uber den combiri. Kinll. der Wiinne u. des Lichtes auf die Dauer der jithrL Periode der Plkuzeii. 



97 






der die Pflanze von Siiden gleichsam ausstrahlend^n die der nordlicheren 
Theile Europas vorgedrungen ist, doch nicht ohne secundar eine westliche 
und ostliche Richtung eingeschlagen zu haben. Auch gehort ihre Nachst- 
verwandte, CI. Flammula, noeh gegenwartig demselben Gebiete an, mit 
dem Unterschiede, dass sie dem Meere fast urn eine ganze Zone niiher 
rilckt und keine Neigung zeigt, ihre heimische Region zu verlassen, denn 
sie wurde bisher nicht einmal in der unteren Rergregion angetroffen 7 es 
sei denn als ein seltener und ganz vereinzelter Vorposten. 

Ware aber C. Vitalba in Deulschland ein Rest aus der Tertiarzeit, 
also keineswegs eine durch allmahliche Wanderung sich ausbreitende Art, 
so wtirden wir sie im Norden nicht auf den HeerstraBen , vvelche alle wan- 
dernden Pflanzen ziehen, namlich an den belebtesten Chausseen, in der 
Nahe der Dorfer und Stadte, in den Thalern etc. als formliche Ruderal- 
pflanze, sondern im Gebiisch an den Felsen des fernen Gebirges antreffen, 
wie alle jene Arten, die aus den alteren Perioden stammen, sich aber ihres 
geringen Anpassungsvermogens wegen gegenwartig nur mehr an weniger 
isolirten Stellen erhalten. In ihrer wirklich heimischen Zone ist die ge- 
meine Waldrebe keine Ruderalpflanze. 

Wir sind also, wenn die Urheimat einer Species nach ihrer geogra- 
phischen Lage bestimint werden soil, nicht auf das vvenig sichere und uns 
nur selten zu Gebote stehende palaontologische Moment allein ange- 
wiesen, wir kcinnen vielmehr auch das eeaenwSrtiee Areal der Pflanze und 
das ihrer nachst verwandten, ihr habitueli ahnlichsten Formen in 

■ 

vielen Fallen zu Rathe ziehen und gelangen zu einem Wahrscheinlichkeits- 
schlusse, der urn so mehr der vollen Wahrheit entsprechen wird, je grdnd- 
licher die gemachten Reobachtungen sind und je deutlicher alle Kriterien 
auf einen bestimmten District hinweisen. Doch die geographische Lage 
des Districtes, den wir als die Urheimat unserer Pflanze anzusehen be- 

1 s 



rechtigt sind, 



ist noch 



nicht gleichbedeutend mit der heimatlichen 



Klimazone: es kann ja ein sehr beschrankter District von 30 bis 50 



Quadrat 



klimatischen Zonen von der Ktistenzonc der imnier- 



grtinen Raume und Straucher an bis zur Hochalpenzone umfassen. wie es 
beim adriatischen Lillorale wirklich der Fall ist. Es kann somil das phii- 



nologische Kriterium auch im gtinstigsten Falle weder durch das geo- 



graphische, noch durch das palaontologische Moment ersetzt 
werden. 



Im Folgenden versuchen wir auf Grand obiger leiteiider Gedanken 
die Urheimat einiger weit verbreiteter Arlen nach ihrer klimatischen Zone, 
wo es thunlich ist auch nach geographischer Lage, anzudeulen, nicht urn 
besseren und srttndlicheren Studien, deren eine so wichlige Sache be- 
dtirftig ist, vorzugreifen, sondern vielmehr um Freunde der Phanologie 
und Pflanzengeschichte auf diejenigen Falle aufmerksam zu machen, welche 



■ 



Botanische Jalirbiicher. III. Bd. 



7 









" 



























. 



98 



Franz Krasan. 



besonderer Beachtung werth sind, weil sie nach einiger Ergiinzung der 
Daten wirklich einen definitiven und sicheren Schluss beziiglich der Ur- 
heimat gewisser Arten zulassen. 

Phragmites communis, Uber Europa, Nordasien, den Kaukasus, Japan, 
Auslralien und Amerika verbreitete Graminee, welche an Siimpfen, Bach- und Fluss- 
ufern, am Rande der Seen, Teiche etc, Vorkommt. Bliiht in Deutschland im August (in 
Obersteiermark an der Mur dffneten sich die ersten Bluten 1881 den 10. August;. Bei 
Wien beginnt die Pflanze durchschnittlich den 13* August zu bliihen. An der Siidspitze 
von Istrien 1 ; kommt Ph. communis auch dort, wo es an Wasser nicht fehlt, erst im 
September zur Blute gleichwie in den Niederungen Spaniens und bliihet dann bis in den 
November. Diese Daten lassen auf eine nordische Heimat schlieCen, wiewohl die 
Pflanze gegenwartig bis zu den sudlichsten Inseln des Mittelmeeres verbreitet ist. 

Arundo Donax. Pflanze des Flachlandes und urspriinglich an ahnlichen Locali- 
t&ten vorkommend wie die vorhergehende. Uber Sudeuropa, Nordafrika, den Orient und 

mm 

Agypten verbreitet ; sie gelangt bei Gorz 1 ) nicht, oder nur sehr selten zur Blute, bliiht 
im siidlichen Istrien erst im Oktober und November, im siidlichen Italien im September 
und Oktober. Die Urheimat dieser Pflanze ist daher in einer weit im Siiden gelegenen 
Zone zu suchen, etwa in der subtropischen Region. An der Nordgrenze ihrer Verbrei- 
tung kommt sie nur cultivirt vor. 

Sorghum halcpense Pers, Pflanze des Flach- und Hugellandes, nur an der 

■ 

Siidgrenze in bedeutenderen Hohen, durch Sudeuropa, Siid- und Nordamerika, den 
Orient und Ostindien verbreitet. Offnet ihre ersten Bluten in den Niederungen der Insel 
Cypern schon im April, im siidlichen Istrien im Juni, bei Gorz anfangs Juli, in Graz 

* 

(im botan, Garten) gegen Ende August, woraus sich auf eine Urheimat nahe der sub- 
tropischen Zone schlieCen lasst. Die Pflanze ist noch immer im Vordringen gegen Nor- 
den begriffen und greift besonders in Ungarn gegenwartig rasch um sich. — Auch die 
cultivirten hochwachsenden Arten dieser Gattung: S. vulgare Pers., cernuum Willd. 
und sac char a turn Pers. verrathen an der Nordgrenze ihres Vorkommens durch die 

* 

in eine spHte Jahreszcit (August und September) fallende Blute ihre fernab im Siiden 
liegende Heimat, 

Andropogonlschaemum. Auf Bergwiesen, Hiigeln, an Rainen etc., trockenen 
und sonnigen Boden liebend. Bliiht im siidlichen Istrien von Juli bis September, bei 
. Wien beginnt die Pflanze durchschnittlich den 22. Juli zu bliihen (nach 12jahrigen Be- 
obachtungenj; inGegenden, die etwas kilter sind als die Umgebung von Wien (mit 
einem Jahresmittel von 9° C.) kommt sie erst im August zur Blute. Die muthmaCliche 
Heimat der Pflanze liegt demnach in der III. Zone des siidlichen Europa, gegenwartig 
ist die Pflanze durch die Zonen II, III, IV verbreitet und im Fortschreiten gegen Norden 
begrifl'en. 

A. Gryllus. Pflanze ahnlicher Localitaten wie die vorhergehende, durch Europa, 
Nordafrika, Ostindien und Neuholland verbreitet. Bliihet im siidlichen Istrien vom Mai 
bis Juli, tritt bei Gorz Ende Mai in das Bliitestadium, bei Wien den 10. Juni (im Durch- 
schnitt nach 5jahrigen Beobachtungen). Diese Daten deuten auf eine siidliche, resp. 
wSirmere Zone als sie dem mittleren Europa in den Niederungen entspricht, es ist aber 
moglich, dass die Pflanze im siidlichen Deutschland schon nahezu vollstandig acclima- 
tisirt ist, und dass die Diflerenzen der BlUtenepochen an der n(irdlichen und siidlichen 



1) Die Angaben, die sich auf das siidliche Istrien beziehen, sind der »Flora von Siid- 
istrien« von J. Freyn (Wien, 1877), jene, welche Gorz betrefTen, groCtentheils den »Stu- 
dien uber die periodischen Lebenserscheinungen der Pflanzen im Anschlusse an die 
Flora von G(irz« (Verhandl. der k. k. zooiog.- botan. Gesellsch. in Wien, 1870), worin 
3jahrige Beobachtungen enthalten sind, entnommen. 



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Ober (leu coinbin. Einil. derWitrme u. des Lichtes auf die Dauer der jiihrl. Periode der Plkuzen. 99 






Grenze der Verbreitung ursprtinglich groBer waren, ist das der Fall, so ist dieUrheimat 
der Pflanze in einer warmeren Zone als II zu suchen. Jcdenfalls mtisste man, um die 
eigentlieh heimische Region der Pflanze zu finden, so weit nach Siiden gehen, bis eine 
Erhohung der Temperatur keine Beschleunignng der Bliite mehr bewirkt. 

Leersia oryzoides. Inseichten, stehenden Gewassern. Diese Pflanze gelangt 
in Deutschland, an der Nordgrenze ihres Vorkommens nur in sehr warmen Jahren zur 
Bliite und reift ihre Friichte nur hochst selten; bei Gorz bliihet sie im August und im 
September sind die Fruchtkorner gewohnlich reif ; aber in den Ebenen Cataloniens (41 a 
n. Br.) entfaltet sie ihre Rispen schon im Juli. Sie verbreitet sich in Europa nur all- 
rnahlich gegen Norden, wo sie gegenwartig noch gar nicht acciimatisirt ist. Der Reis- 
pflanze habituell und nach demBliitenbau ni&chst verwandt, theilt sie mitderselben auch 
den Standort und stammt aus dem warmeren Asien, wo sie auf den Reisfeldern als ein 
haufiges und schadliches Unkraut bekannt ist. 

Cynodon Dactylon. Verbreitet iiber Europa, Amerika, Neuholland und wohl 
auch andere Gegenden der Erde als nahezu kosmopolitische Art. Gelangt in den Niede- 
rungen der Insel Cypern 1 ) schon im April zur Bliite, im stidlichen Istrien im Juni und 
bei Wien anfangs Juli, die muthmaBliche Heimat daher in der subtropischen Zone oder 

nahe daran. 

Setaria verticillata. Europa, Asien, Amerika. Kommt wie vorige bei Limasol 
auf der Insel Cypern (im Niveau des Meeres) schon im April zur Bliite, im sudlichen 
Istrien erst im August und durfte daher ihre Heimat gleichfalls in der subtropischen, 
wenn nicht gar in der tropischen Zone haben. Auch S. viridis bliiht im sudlichen 
Istrien fruher, und zwar 4 bis 5 Wochen fruher als in Deutschland. — S. glauca dort 
sogar 6 bis 7 Wochen fruher als hier. — Koeleria phleoides bliiht auf den An- 
hohen bei Larnaca auf der Insel Cypern schon anfangs April , im sudlichen Istrien 
kommt sie erst im Mai, 4 bis 5 Wochen spater zur Bliite, dagegen bliiht K. crista ta 
hier nur 2 bis 3 Wochen fruher als bei Wien, es liegt daher die Heimat der K. phle- 
oides in einer viel warmeren Zone (muthmaClich in der subtropischen) als jene der 
K. cristata, die ursprtinglich etwa in der III. bis IV. gelegen sein mag. — Calama- 
grostis Epigejos bliiht bei Wien und im sudlichen Istrien ziemlich um dieselbe Zeit, 
die ursprtinglich heimische Zone dieser Art durfte daher nicht warmer sein als IV. 

Stipa pennata. Echte Steppenpflanze. Sudeuropa, Ungarn , Nordafrika, Kau- 
kasus, Sibirien. Bliiht bei Wien nur 2 oder 3 Wochen spater als im sudlichen Istrien, 
sie stammt daher, obschon sie eegenwiirtig durch ganz Sudeuropa bis nach Afrika reicht, 
aus einer klimatischen Zone, die nicht warmer zu sein scheint als III, aber auch nichl 
kalter als IV; — oder wir haben es mit einer Species zu thun, die weit aus dem Siiden 
stammt, sich aber schon seit undenklichen Zeiten in Mitteleuropa nahezu vollig accii- 
matisirt hat, was dadurch wahrscheinlich wird, dass die Pflanze gegen Siiden nicht sel- 
tener ist und dem iiuCersten Siiden Europas ebensogut angehort wie den Districten 
zwischen dem 44. und 47. Grade n. Br. Sicheres wird sich erst dann sagen lassen, wenn 
die Daten fur den Eintritt der Bliite an der Nord- und Stidgrenze und an mehreren Sta- 
tionen der Mittellage genau festgestellt sein werden. 

Dactylis glomerata. Ganz Europa, Nordafrika, Asien, Nordamerika. Offnet 
die ersten Bluten bei Gorz gegen die Mitte Mai, bei Wien 9 Tage spater und in Siid- 
istrien nur ein paar Tage fruher als bei Gorz. Diese Angaben deuten ungefahr auf die 
IV. als muthmaBliche Heimatzone. Gleiches gilt von Cynosurus cristatus, der 
bei Gorz und bei Wien ziemlich gleichzeitig (anfangs Juni), inSudistrien aber nur wenige 
Tace fruher in das Blutestadium tritt, — Eragrostis poaeoides beginnt bei Wien 



i 

1) Unger und Kotschy, Die Insel Cypern. Diesem Werke sind auch die iibrigen auf 



Cypern sich beziehenden Angaben entnommen. 



7* 






















































100 









.. J 



Franz Krusan. 






und in Siitlistrien nahezu gleichzeitig (im Juli) zu bliihen. — Brachy podium pinna- 
turn beginnt dagegen bei Wien den 43. Juni (durchschnittlich nach M Beobachtungen), 
bei Gorz Mitte Mai und in Siidistrien circa urn dieselbe Zeit zii bliihen , was fur diese, 
wie auch die vorige Species keineswegs auf eine der wfirmeren Zonen Europas hinweist. 

So kommt die dem Pflanzengeographen schon Iange bekannte Erschei- 
nung, dass sehr zahlreiche Griiser aus der subtropischen und Mediterran- 
Zone in stetem Vorrticken gegen Norden begriilen sind, wahrend unler 
den nordischen nur einige wenige ihren Verbreitungsbezirk bis ans Mittel- 
meer und dariiber hinaus ausdehnen , durch die Vergleichung der phano- 
logischen Diflcrenzen noch klarer zum Ausdrucke als durch die einfache 
Zusammenstellung der Standorte einer Species. 

Eine einfache Schatzung dieser Differenz wird uns schon dartlber Auf- 
schluss geben, ob die Besiedelung eines Standorles an der nordlichen 
Grenze des Vorkommens jiingeren Datums ist oder schon vor sehr langer 



Zeit geschah. 



Nur ftir wenige Arten ist die Ansiedelung an einem fernab 



liegenden Standorte wirklich, d. h. historisch, erwiesen. Es giebt aber in 
der mitleleuropaischen Flora viele Arten r die durchaus keine Kennzeichen 
einer recenten oder alteren Einwanderuns an sich traeen, die hin und 
wieder zu den liaufigsten Pflanzen gehoren, und doch bei genauerer Ver- 
gleichung der phiinologischen Daten sich als mehr oder weniger acclimati- 
sirte Freindlinge zu erkennen geben. 

Wer mochte z. B. Heracleum Sphondylium ohne Weiteres ftir 
eine gerade aus dem Norden zugereiste oder aus dem Gebirge stammende 
Pflanze halten? Der gemeine Barenklau kommt in den Ebenen und Tha- 
lern zwischen dem 46. und 48. Grade n. Br. so gut fort wie zahlreiche 
andere Umbelliferen, und findet sich von da an noch weit stidlicher, so 
dass, wenn schon eine Einwanderung angenommen werden soil 7 diese 
ebenso gut von der unteren, resp. siidlichen Grenze gegen die obere, 
resp. nordliche stattgefunden haben kann als umgekehrt. Das geogra- 
phische Areal entscheidet dariiber nicht, ob eine Pflanze , die wir nahe an 
ihrer warmsten Grenzzone beobachten 7 ursprUnglich in einer kalteren Be- 

gion 



■ 



heimisch war oder vielleicht noch heimisch ist. wir konnten dies 



? 



hochstens nur vermuthen. Hat aber die Art einen sehr weilen, tlber ganze 
Welttheile sich erstreckenden Verbreitungsbezirk und stehen wir mitten 
in demselbeiij so wird auch die Vermuthung nicht mehr werth sein als ein 
vager, auf individueller Ansicht beruhender Zweifel, wofern keine histo- 
rische Daten ilber die Bewegung der Pflanze vorliegen. Man wird trolz 
aller pflanzengeographischen Grtlnde und Gegengrtinde am Ende ihre Her- 
kunft aus einer kalteren Zone ebenso wenig glaubwurdig machen als man 
das Gegentheil beweisen wird. Ersteres ist moglich , weil die Areale der 
verwandten Arten groBtentheils nordlichen. resp. kalten Zonen angehoren 7 
aber die Pflanze kann dennoeh auch in der III. Zone der stidlicheren Gegen- 
den Europas ursprUnglich heimisch gewesen sein oder noch jetzt dort ihre 



■ 

■ 












• 



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Uber den combin. Einfl. der Warme u. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Periode der Pflanzen. 101 









eigentliche Heimat haben, \yeil sie in den Alpen nur 1000 bis 1200 m. 
hoch steigt und in den Thalern auf der Slidseite der Alpen sehr haufig ist, 
wie nicht minder in den Ebenen Oberitaliens, in der Umgebung der Apen- 
ninen und in den Vorgebirgen des nordliehen Spaniens. 

Das phanologische Moment allein bringt in dieser Frage eine vorlaufige 
Entscheidung , denn bei Gorz erscheint H. Sphond. erst gegen die Mitte 
■oder gegen Ende des Monats Juli in Bliite, in trockenen und in feuchten 

■ 

Sommern, bei Wien dagegen schon vor Ende Juni (am 28. Juni, nach 49 
Beobachtungen). In Norddeutschland bltiht die Pflanze allgemein schon 
im Juni, so audi in den Alpen bei 1000 bis 12000 m. Und da zeigt es 
sich, dass dieselbe urn so frtiher ihre Bliiten entwickelt, je mehr Licht sie 
empfangt; sie begntlgt sich mit einem bescheidenen MaB von Warnie, aber 
durch das Licht wird sie in der Entwicklung und Entfaltung der Bliiten 
auBerordentlich gefordert. Die bei hohem Stand der Sonne gebildeten 
Baustoffe vverden sofort zur Anlage und Weiterentwicklung der Bliiten ver- 
wendet, wahrend die Pflanze, wenn sie schon im April zu treiben beginnt 
wie in der Ebene bei Gorz, mit der Anlage der Bliiten lange zogert, ob- 
schon sie in dieser Zeit viel Warme empfangt. 

Wir erkennen daraus, dass H. Sphondylium von Natur aus an eine 
kurze Vegetationsdauer bei sehr viel Licht und maBiger Warme gewohnt 
ist, und sehen daher in dieser Pflanze mit Becht eine nordische, in den 
Gebirgsgegenden Europas angesiedelte und von hier aus gegen die Ebene 
warmerer Zonen langsam vorrllckende Species, deren eigentliche Heimat 
eine kalte Zone des nordliehen Asiens sein dtirfte. — Gleiches lasst sich 
von Pimpinella magna, Pastinaca sativa, Angelica silvestris 
und manchen anderen sagen. Bemerkenswerthe Gegensatze finden wir in 
der Gattung Bupleurum; so erweist sich B. tenuis si mum als eine 
nordische Art, wahrend mehrere andere Arten des Koch'schen Florenge- 
biets den wiirmeren Zonen des sttdlichen Europa angehoren. 

Einen slidlandischen Ursprung verrathen durch ihre Bliitezeit auch 
folgende , theils sehr haufig , theils vereinzelt und selten in Mitteleuropa 

■ 

vorkommende Arten : Lepidium Draba, L. campestre, Senebi era 
Coronopus, Berteroa incana, Calepina Corvini, Sisymbrium 
officinale, Bunias Erucago, Beseda lutea, Marrubium vul- 

_ 

gare, Thymus Chamaedrys Fries, Teucrium montanum, T. Cha- 
maedrys, Prunella vulgaris, T ri foliu m arvense, Dianthus 
prolif e r etc. etc. 

Ein sehr beachtenswerthes Verhalten zeigt Dianthus monspessu- 
la nus, eine im Hilgelland stldostlich ftnd nordwestlich von Gorz auf mer- 
geligem und lehmigem Haideboden sehr haufig vorkommende und gewtlrzig 
duftende Nelke. Sie offnet hier in der Nachbarschaft des Olbaumes schon 
Ende Mai ihre Erstlingsblttten, so frtih als nirgends sonst in einer war- 
meren oder kalteren Zone in ihrem ausgedehnten Verbreitungsbezirk von 






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102 



Franz Krasan. 



Siebenbiirgen bis ins Innere von Spanien; aber an der Save bci Krainburg 
(in Krain) beginnt sie erst 5 bis 6 Wochen spater zu bltlhen, wenn die 
Pflanze bei Gorz schon verblUht ist; in den Karawanken nordlich von 
Krainburg sehen wir diese Nelke bei 500 — 1000 m. wieder frtiher zur 
Hlllte kommen , namlich schon mit Anfang Juli ; selbst bei Raibl bltiht sie 

■ 

frtiher als an der Save nachst Krainburg , ieh fand sie namlich 1879 dort 
bei 1000 m. mitten in einer ganz alpinen Pflanzenwelt zwischen Rhodo- 

_ 

d e n d r o n , P i n u s M u g h u s Scop. , S a 1 i x glabra, S o r b u s C h a in a e - 
mespilus u. dgl. Arten nach einem sehr schneereichen FrUhjahr Mitte 
Juli in voller Bliite, der Reginn der Blute musste aber wohl in den ersten 
Tagen dieses Monals erfolgt sein; auch im folgenden Jahre fiel die Blute in 
denselben Monat, gegen den 27. Juli war die Pflanze nur mehr mit groBten- 
theils reifen Frtlchten zu finden. Frcilich gilt das nur von ganz freien und 
sonnig gelegenen Localitaten , denn in den Schluchlen, besonders im 
hoheren Gebirge, wie nicht minder in den Kesselthalern der Dolomitalpen 
(z. B. am nordlichen und siidlichen FuBe des Triglav) hat die Pflanze mit 
gewaltigen Massen von Schnee, der niemals vollstandig verschwindet, zu 

kampfen. 

Hier liegt sie 7 bis 8 ? ja bisweilen voile 9 Monate unter Schnee be- 
graben. Kaum hat sie aber im Monat Juni oder Juli der milde Ilauch der 
Sommerluft berilhrt, so regt sich in ihr der Trieb der Entwicklung so 
machlig, dass sie auf dem nur vvenig erwarmten Boden (weilhart amRande 
der Schneefelder) in 4 bis 5 Wochen ein Werk zu Slande bringt, wozu ihre 
Nachstverwandte bei Gorz 13 Ijis 15 AVochen braucht. Allerdings ver- 
wendet sie auf den Aufbau der Axe nur sehr wenig, ja sie scheint form- 
lich mit Ubergehung des Stengels auf die Erzeugung der BlUte loszugehen, 
aber diese wird in einem um so groBeren MaBstabe angelegt, einzig, auf 
einem kaum 1 oder 2 Zoll langen Stengel , auffallend groB und wahrhaft 
prachlig { ) . 

Wer mochte da nicht wieder die reducirende Wirkung des Lichtes er- 
kennen? Die von Assimilationsproduclen strotzenden derben Blatter bil- 

■ 

den cine Art Rosette von seegruner Farbe (auch der Kelch ist seegrttn) und 
gleichen in letzterer Eigenschaft auch der Raiblcr Pflanze, welche wegen 
ihrer freieren , warmeren Lace und daher frtiher becinnenden Veuetation 
weniger reducirt ist. An der Save bei Krainburg siegt das geringere Mali 
der Warme (im Vergleich zu den Warmeverhallnissen von Gorz) uber die 



4) Auf Grund obiger Thatsachen der Verbreitung der periodischen Entwicklung des 
D. ni o nspessulan us lasst sich vcnnuthcn , dass diese Pflanze von der II. Zone aus 
ins Alpenland eingedrungen ist, dort unter dem reducirenden Kintlusse des intensivsten 

Liclites und niedriger Wannegrade allmalilich in die alpine Form verwandelt wurde und 
nun wieder als robuste moCbluti«e Form: D, Waldsteinii Sternb. «et:en die Vor- 



b v t> 



berge zuriickschreitet. 



• 



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I 



Uber den combin. Einfl. dcrWSrme n. des Lichtes aof die Daner der jahrl. Periode der Pflanzen, 103 






beschleunigende Wirkung des Lichtes, da die Pflanze viel zu frtih zu trei- 
ben beginnt. Es ist also wieder nicht das absolute MaB, sondern das Ver- 
haltniss des Lichtes zur Warme, welches die Dauer der jahrlichen Periode 
bestimmt. 






Indem wir den Erfahrungssalz , dass die durch Assimilation bei inten- 
sivem Licht gebildeten Baustoffe unmittelbar zur Entwicklung der Bluten 
verwendet, dagegen jene, welche die Pflanze bei schwachem Licht erzeugt, 
erst nach langerer Zeit und nach Verbrauch einer groBeren Warmemenge 
zur Entwicklung derselhen herangezogen werden, und dass es hiebei nicht 
so sehr auf das absolute MaB des Lichtes und der Warme ankommt als viel- 

— auf die Zeit- 



mehr auf das Verhaltniss der beidenAgentien zu einander, — 

dauer der jahrlichen Periode der Pflanzen anwenden, gerathen wir hart an 



das Wesen des positiven und negativen Serotinismus, d. i. jener 



Ok 



die wir als »Spatblilhen« zu 



den merkwtirdigsten, aber auch bisher am wenigsten verstandenen Eigen- 
thtimlichkeiten des Pflanzenreichs zahlen. 

Am besten haben wir uns bisher noch mit dem positiven Serotinismus 
abgefunden, denn es scheint uns ganz in der Ordnung zu sein, dass die 
Pflanze um so spater bluhe, urn so spater ihre Friichte reife, (iberhaupt urn 
so spater ihren gewohnten jahrlichen Lebenskreis schlieBe, je weniger 
Warme sie empfangt und umgekehrt. Wer mochte darin z. B. eine para- 
doxe Erscheinung erblicken, dass Silene italica Pers. in den Alpen- 
thalern Steiermarks (namentlich langs der Mur an den Bachen und Sttd- 
abhangen bis 1300 m. hinauf verbreitet) erst in der zweiten Halfte des Juli, 
bei Graz Mitte Juni zur Blute gelangt, wahrend sie im sudlichen Istrien 
schon im April zu blUhen beginnt? S. italica ist eine eminent sudeuro- 
paische Pflanze, die wie es scheint, in neuester Zeit einen kraftigen Schritt 



nach Norden gethan hat, denn sie ist gegenwartig im Gebiete der Mur von 



Graz bis Bruck slellenweise sehr haufig. war aber hier zu Koch's Zeilen, 
also vor 40 oder 50 Jahren entweder noch gar nicht oder doch sehr selten. 
Mit dieser recenten Einwanderung steht die groBe phanologische Differenz 
ihrer Bliiteepochcn in Sudistrien und an ihrer gegenwiirtigen Nordgrenze, 
eine Differenz von ganzen 3 Monaten, in vollem Einklang. 

Sicher wurde dieser Unterschied nicht so viel betragen, wenn die 
Pflanze in den genannten Alpenthalern schon vollig acclimatisirt ware, aber 
gerade dieser Umstand ist filr den Pflanzengeographen von hohem Werth, 
da er 1 . Uberhaupt auf eine Einwanderung und 2. auf eine recenle Ein- 
wanderung aus dem Stiden hinweist. Wie leicht kann es geschehen, dass 
die Pflanze nach weiteren 40 oder 50 Jahren in Steiermark und in den 
benachbarten Alpenlandern so haufig sein wird , dass die deutschen Bota- 
niker der nachsten 5 Decennien sie fUr einheimisch erklaren, wie wir 
gegenwartig S. nutans L. in Deutschland fUr einheimisch halten, obschon 












- 


















104 



Franz krasau. 



sie ursprUnglich entschieden dem slldlichen Europa (den Mittelmeer- 
landern) angehbrt, wo ihre Urform : S. livida Willd. (lberaus haufig vor- 
kommt. Aber wenn auch nicht die enge Formverwandtschaft der letzleren 
mil S. nutans fur das sttdeuropaische Indigenat sprechen wtirde, der Um- 
stand, dass selbst in der III. Zone eine Erhohung der Temperatur den Ein- 
tritt der Bltite noch beschleunigt , weist unsere S. nutans dem Stlden 
Europas zu. 

Allerdings befinden sich S. italica und S. nutans in verschiedenen 
Stadien der Anpassung an ein fremdes Klima, letztere hat sich den klima- 
tischen Verhaltnissen Steiermarks bereits viel besser accommodirt und ist 
auch viel weiter und gleichmaBiger im Norden verbreitet als erstere. Die 
phiinologische Differenz fur S. nutans betragt mit Bezug auf Stldistrien 
und die Alpenthaler Steiermarks nur \ i / 2 bis 2 Monate, die Pflanze ist also 
hier viel frtiher eingewandert als S. italica. 

Wie lange mag S. nutans der Flora der Alpenthaler Steiermarks an- 
gehbren? Lasst sich auch die Zeit der Einwanderung der Pflanze nicht 
einmal approximativ bestimmen , so konnen wir doch annehmen, dass es 
mindeslens vor Jahrhunderten geschah, denn Dianthus Caryophyllus 
L. (einfache kleinblUlige Form), eine den Silenen nahe stehendeArt, deren 
Heimat das Mittelmeergebiet ist, blUht in Dalmatien schon im Mai, in 
den Alpenthalern der Steiermark aber in Bauerngarten erst Anfangs 
August, also nahe 3 Monate spater, und doch wird die Gartennelke seit 
undenklichen Zeilen dort cultivirt, denn schon vor 320 Jahren war sie, 
wie Hieronymus Bock in seinem Krauterbuch berichtet, als »Grasblumen oder 
Negelino in Deutschland (lberhaupt eine beliebte und in zahlreichenFarben- 
varietalen gezogene Topfpflanze; sie konnte sich also in dieser langen Zeit 
nicht soweit dem Klima der kaum 5 oder 6 Breitengrade nordlicher gele- 
genen Gebirgsthaler anpassen, dass ihre Warmebkonomie den dortigen 
Verhaltnissen entsprechen wtirde; die phanologische Differenz ist ja kaum 
etwas geringer als die filr Silene italica bezogen auf SUdistrien und 
jene Alpenthaler. 

Satureja Thymbra, Sideritis romana, Calamintha pata- 
vina, Micromeria varia, cypria, graeca und andere Labiaten 
Cyperns, Gretas, Siciliens, der canarischen Inseln etc. blithen in ihrer Hei- 
mat im April und Mai (und wieder im October gewbhnlich zum zweiten 
Mai) , in den botanischen Garten Deulschlands dagegen erst im September 
und October, also 5 Monate spater. Auch der Epheu, Hedera helix, 
eine dor zahesten und ausdauerndsten und was Formiinderung anbelangt, 
# eine der conservativsten Species der milteleuropaischen Flora (mit Recht 
das Symbol der Unverganglichkeit) ist im Norden eine im obigen Sinne 
seroline Pflanze, denn sie beginnt in den warmeren Regionen der Mittel- 
meer-Lander, im stidlichen lstrien (mit 14 -8°C.) im August, bei Gbrz 
(mit 13 ° C.) gegen die Mitte August, bei Cilli in Untersteier (mit 9 • 8 ° C.) 



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Uber den combin. Einfl. der Warme u. des Lichtes anf die Dauer der jahrl. Periode der Pflauzen. 105 






i 






anfangs September und bei Graz (mil 9 ° C.) erst Mitte September zu 



bltthen. 






Man sieht trier deutlich, wie schrittweise gegen Stlden eine Erhohun 
derTemperatur der Pflanze niitzt, da sie hierdurch ihre Bltiten urn mehrere 
Tage frtther entwickelt, wodureh die Fruchtreife mehr und mehr gegen die 
warmere Jahreszeit rtickt, Allerdings ist diese Pflanze im Stande, ihre 
Frtlchte auch bei mafiiger Kalte langsam welter zu entwickeln, allein 
durch excessive Kaltegrade werden dieselben getodtet und die Aussicht 
oder Mogliehkeit, keimfahige Samen zubilden, wird um so geringer, je 
mehr die Bltlte sich verspatet. Es wird darum kaum Jemand es fur wahr- 
scheinlich halten, dass der Epheu von Natur aus geschaffen ware, unter so 
abnormen Temperaturverhaltnissen seine Frtlchte zu reifen wie gegen- 

wartig in Deutschland. An der Nordgrenze bringt er es kaum bis zur 
Bltlte, geschweige denn bis zur Fruchtreife. 

Wenn w ir aber nach der heimischen Zone des Epheus fragen , nach 
jener klimatischen Zone namlich, wo derselbe mit bester Ausntltzung der 
Sommerwarme vom Zeitpunkt des Frtthjahrstriebes an seine Bltiten in 
ktirzester Zeit zur Entwicklung, seine Frtlchte in ktlrzester Zeit zur Beife 
bringt, so dilrfen wir von Istrien aus nicht zu weit nach Stlden gehen, 
denn an Orten, welche mehr als 14 ° C. mittlerer Jahrestemperatur haben, 
bewirkt ein plus der Warme keine Beschleunigung des Bltttenprocesses ? 
mithin keine Abkilrzung der jahrlichen Periode mehr. Bei Genua, Rom, 
Neapel, auf Sicilien bltihet der Epheu nicht nur nicht frtther als in Istrien 
oder bei Gorz , sondern spater (im September und October) und tritt um 
so spater in das Bltitestadium, je mehr die mittlere Jahrestemperatur den 
Betrag von 14 ° G. ttberschreitet. 



Auf der Stidgrenze seiner geographischen Verbreitung, in Nordindien, 






ist der Epheu eine Gebirgspflanze, selbst auf Cypern gedeiht er am besten 
in Hohen von 1000 bis 1300 m., wo er nirgends vor dem August zur Bltlte 
kommt. Es unterliegt keinem Zweifel ? dass er einer klimatischen Zone 
entstammt, der ungefahr 14 ° G- als Jahresmittel entsprechen. Von dieser 
Zone weiter nach abwarts zeigt derselbe negativen Serotinismus, indem jede 
Erhohung der Temperatur die jahrliche Periode verlangert und gegen den 
Winter hinausschiebt. Vermoge seiner auKerordentlichen Schmiegsamkeit 
undZahigkeit konnte er natttrlich imLaufe einer ilberaus IangenZeit seinen 
Verbreitunesbezirk uneemein weit nach Suden und Norden ausdehnen und 
steht im Begriffe durch seine leicht tibertragbaren Beerenfrttchte, die von 
einzelnen Vogeln genossen werden , denselben noch immer mehr und mehr 
zuerweitern, wenn auch jeder folgende Schritt schwieriger wird , indem 
er von den gttnstigsten Umstanden abhangt. 

Aber nur in der I. oder II. Zone kann der Epheu noch jene Tempe- 
raturverhaltnisse vorfinden , deren die Pflanze von Natur aus gewohnt ist 
und hier allein kann ihre eigentliche Heimat, der Schopfungsherd, sein. 













































106 












Franz Krasain 









\ 






Freilich sind solche Temperaturverhaltnisse , wie dor Epheu sie verlangt 
urn am besten zu gedeihen, zu jener Zeit als dieser Typus im Entstehen 
begriffen war, in der Region des adriatischen Meeres (in den Niederungen 
wcnigstens) vielleicht nicht moglich gewesen; denn der Epheu geht mit 
seinem Alter weit hinter die Terliarzeiten zurUck; sein altester bekannter 
Vorfahr ist eine Art aus der bohmisehen Cenomankreide, H. primor- 
dialis Sap., deren Stammblatter breit rundlich und herzformig waren, 
wahrend die freien Zweige dreieckige, an den Seiten abgerundele Blatter 
trugen, Diese Blatter waren ganzrandig oder leicht ausgebuchtet an den 
Randern und gleichen ganz besonders den Blattern der unter dem Namen 
»Epheu von Algiers bekannten Varietal, deren ebenso breite Blatter aber 
meistens in eine langere Endspitze ausgezogen sind. 

Man kann ohne Ubertreibung sagen, dass das Ansehen von II. pri- 
mordialis allein wegen der Breite der Blattscheibe gentigt, urn die 
Feuchtigkeit der alien Cenoman-Localitat zu beweisen, welche uns diese 
Reste tlberliefert hat. — Der palaeocene Epheu von Sezanne, H. prisca Sap. 
entfernt sich ziemlich von H. primo rdialis; seine Blatter sind weit 
kleiner, ihre GroBe kommt etwa derjenigen der kraftigen Blatter unseres 
heutigen Epheu gleich. Diese Art erinnert unstreitig an unseren irlandi- 
schen Epheu, von welchem sie sich nur wenig unterscheidet* 

Im eigentlichen Eocen findet man den Epheu gar nicht mehr oder nur 
sehr ausnahmsweise. Wahrscheinlich beschrankte die trockene Warme des 
damaligen Klimas die Verbreitungszone dieser Gattung und zwang mehrere 
Arten entweder nach Norden hin auszuwandern, oder sich auf die hoheren 
Gebirge zurUckzuziehen. — H. Mac-Gluri Ileer entspricht im Untenniocen 
der Polarregion unserem irlandischen Epheu, die Formen sind kaum ver- 
schieden. H. Kargii Br. aus dem Obermiocen von Oeningen lehrt uns 
eine Race mit sehr kleinen Blattern kennen, die durch mehrere noch un- 
bekannte Zwischenslufen von einer verkilmmerten II. prisca abstammen 
konnte. — II. acutelobata (Ltidw.) Sap. stammt aus dem unteren Plio- 
cen bei Goblenz und ist unserem gewohnlichen Epheu sehr nahe verwandt. 
Dieser Epheu ist von der heutigen Art nur durch eine kaum merkliehe 

« 

Nuance verschieden. Fast in derselben Zeit ; d. h. in der ersten Halfte des 
Pliocen, hatte sich unser normaler Epheu II. Helix, mit denselben mor- 
phologischen Verschiedenheiten , die er noch heute zeigt, tlber ganz Eu- 



ropa verbreitet; er ist besonders haufig in Ilalien, und spater auch in den 



qualernaren Tuffen von ganz Frankreich. 

Fassen wir das Gesagte zusammen, so hat der sehr frlih fixirte Typus 
des Epheu in der Folgezeil nurVarietaten oder schwebende Racen erzeugt, 
die zu wenig ausgesprochen sind, um den Namen von Arten zu verdienen 
(mit Ausnahme vielleicht der H. Kargii, deren vvinzige GroBe immerhin 
den bedeutendsten Unterschied ausmacht). Unlersucht man den heutigen 
Typus sorgfaltig, so findet man, dass er ahnliche Verschiedenheiten dar- 









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! 

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Uber den combin. Einfl. der Warme u. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Periode der Pflanzen. 107 

bietet, innerhalb derGrenzen einer einzigen Species (Saporta, diePflanzen- 
welt vor dem Erscheinen des Menschen pag. 370 — 373) . . 

Nun hat sich das Warmebediirfniss des Epheu seit jener fernen Zeit 
der Cenoman-Periode bis jetzt wohl kaum geandert, indem die Pflanze gar 
nicht wesentlich von ihrem ursprUnglichen Typus abgewichen ist und auch 
egenwartig alle bekannten Varietiiten oder Formen desselben bei einer 
mittleren Jahrestemperatur von U°C. als Optimum am besten fortkom- 
men, ihre Bltiten und FrUchte in der ktlrzesten Zeit erzeugen. Wie sollte 
zur Genomanzeit der Epheu in Bohmen ein anderes Optimum gehabt habcn, 



als er es gegenwartig besitzt? Angenommen, er hatte in jener Urzeit nur 



bei 20° G. mittlerer Jahrestemperatur, also nur in der subtropischen Zone 
am besten gedeihen konnen, so musste er ; sich bei allmahlichem Kalter- 
werden seiner Urheimat in stidlicl^ere Regionen zurttckziehend, jene Zone 
endlich erreichen und am besten behaupten ? wo' das Jahresmittel 20° C. 
betrug, und als es hier auch zu kalt wurde, so konnte er sudlicher doch 
immer noch gut fortkommen, dort namlich, wo er das Jahresmittel von 20° 
fand. Vergingen wahrend dieses langsamen Rtickzuges auch Millionen 
Jahre, so war es der Pflanze doch immer moglich sich in derjenigen Zone, 
welch e dem Optimum entspricht, gehorig auszubreiten und wir mtissten 
daher noch heute den Epheu in der subtropischen Zone in der einen oder 
der anderen Form am besten vegetiren und in der ktlrzesten Zeit seine 
jahrliche Periode durchlaufen sehen. Das ist aber nicht der Fall, es sind 
vielmehr die Uberschusse der mittleren Jahrestemperatur, wenn diese un- 
gefahr 44° C. erreicht hat, der Pflanze theils tlberfltissig, theils schadlich, 
schadlich insofern als sie die jahrliche Periode verlangern, in Folge einer 
Verlangsamung des Entwicklungsprocesses. Der Epheu gedieh also auch 
zur Genomanzeit bei 14° C. am besten, und wenn das Flachland von 
Bohmen damals warmer war, so lebte er dort als Gebirgspflanze. 

Solansje eine Art in einer Region negativen Serotinismus zeigt, mttssen 









wir ihre Urheimat in einer nordlicheren, resp. hoheren und kalteren Zone 
suchen und sie solange in dieserRichtung weiter verfolgen, bis wir in eine 

- 

Zone gelangen , wo der Pflanze eine Erhbhung des Temperatur zu ntttzen 
be gin n t : da ist nalurgemaB ihre heimische Zone, in dieser wird auch ihr 
ursprunglicher Ausgangspunkt (Schopfungsherd) liegen , ob nun die 
Pflanze als Form jungeren oder alteren Datums ist, ob eine postglaciale, 
tertiare oder vielleicht noch altere Form. 






Die negativ serotinen Arten erregen zunachst dadurch unser Be- 
fremden, dass sie in warmeren Zonen mit der ihnen zu Gebote stehenden 
reichlichen Warme nicht eut auszukommen scheinen, und merkwtlrdiger-- 
weise zeigt sich, scheinbar wenigstens, ihr Deficit an geleisteter Arbeit in 
Bezug auf die Entwicklune der BlUte in vorgeruckter Jahreszeit um so 






























108 






P "' 









Franz k'rasan. 






groBer, je warmer die Zone ist, in der wir sie nntreflen, so dass vvir die 









Wirkung der 



UberschUssigen Warme in einer anderen Leistung suchen 



so ms- 



mllssen. Besonders augenfallig erscheint das Verhalten negaliv seroliner 
Arten, wenn wir die BlUte- und Fruchtreifezeiten derselben an der oberen, 
resp. nordliehen und unteren, resp. sUdlichen Grenze ihres Vorkomniens 
mit einander vergleichen, wobei wir in den meisten Fallen bemerken, dass 
die Pflanze an den beiden Grenzstationen habituell verschieden ist, 
besondere Artemisia cam pes Iris in der Thai- und Alpenform , letz- 
tere als A. nana Gaud. Zwergfonn der serotinen Thalpflanze, welche in 
der III. Zone erst im September zur BlUte gelangt, wahrend jene alsAlpen- 
pflanze bei 2200 m. schon im Juli blUht; Odontites serotina Lam. 
und O.Kochii Schulz, beide seroline Formen derO. verna Rchb., erslere 
blUhen in den warmeren Zonen (I und II) an der Sudgrenze vom September 
bis November, letztere aber ist den kalteren nordischen Regionen (IV — VI) 
eigen und blUhet im Mai und Juni; Euphrasia lutea var. linifol]ia 
seroline sUdliche Form der mehr breitblatlrigen E. lutea var. vulgaris 
ThUringens und anderer Gegenden Westdeulschlands, erstere blUhet an 
ihren Standorten weit im SUden, wo sie stellenweise sehr haufie ist, z. B. 
an der SUdspitze Istriens, vom September bis in den November, letztere 
in ihrer nordischen Heimat schon im Juli und August; Aster Amellus 
var. amelloides seroline Form der mehr nordliehen und alpestren niedri- 
geren Pflanze; Soli da go Virga aurea var. vulearis serotine schlanke 



W 



Ses- 



leria elongata Host der sUdeuropaischen Niederungen (Gorz, SUd- 
istrien, Dalmatienj, wo sie erst im September und October in groBerer 
Menge blUhet, ist die serotine Form der alpinen schon im Juli bluhenden 
Pflanze der hoheren Gebirge Serbiens, Albaniens etc.; Senecio Fuchsii 
Gmel. ist die stcife hochgewachsene und erst im September bliihende Form 
der Niederungen am FuBe der julischen Alpen und der Waldungen am 



Saume der oberilalischen Ebene und Parallelfonn des niedrigeren, frUher 
bluhenden S. nemorensis; Polygonum Fagopyrum var. elatior 
flore albo ist die serotine in den warmeren Regionen (I, II) angebaute Form 
des niedrigeren roth bluhenden Buchweizens, der fruher bluht und seine 
Fruchlkorner reift als erstere Form , obschon man ihn in den kalteren 
Zonen (IV, V) cullivirt etc. etc. 

Diese und ahnliche Formen stehen auf der erslen Slufe des Seroti- 
nismus, wo die Periode der BlUlenbildung und luitfaltung in die Periode 
der Assimilation fiillt, welch letztere allerdings mehrere Wochen frUher 
beginnt. Zu alien Serotinen dieser Kalegorie (Gruppe I) findet sich die 
normal blUhende Form leicht, und besteht der physiologische Unterschied 
der beiden correlaliven Varietiiten oder Parallelformen darin, dass die 
frtih, d. i. normal blUhende ihre durch Assimilation erzeugten BaustofFe 
bei intensivem und reichlichem Licht, nUmlich bei hohem Stande der 



h 


















- 









1 
























Uber den eombin. Einfl. der Warme u. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. 1'eriode der Pflanzen. 109 















Sonne bildet, da die rauhen klimatischen Verhaltnisse eine frtlhe Vege- 
tation nicht gestatten, die spat bltthende aber bei schwachem Licht (bei 
niederem Stande der Sonne und racist bewolktem Himmel, zur Zeit der 
Winter- und FrUhlingsregen), weil das milde Klima eine frtlhe Vegetation 
ermoslicht. Odontites serotina und 0. Kochii keimen schon im 
Februar, oder noch frtther, denn in den Gegenden wo sie vorkommen, fallt 
wenig Schnee (iber den Winter, in den sUdliehsten Theilen ihres Verbrei- 
tungsbezirkes sind Schnee und Froste jedenfalls selten, aber die Pflanzen 
gelangen dennoch im Fruhjahr nicht zur BlUte, indem sie als Formen eines 
nordischen Typus klimatische Verhaltnisse verlangen, die einer kurzen 
Vegetationsdauer bei intensivem , reichlichem Licht und niaBiger Warme 

entsprechen. 

Was die Pflanzen z. B. bei Gorz oder in SUdistrien an Warme mehr 
empfangen als das Minimum der erforderlichen Warme betriigt, kommt 
nicht der Bltitensphare zu Gute, sondern nur dem vegetativen System, sie 
werden hoher, mehr verzweigt, mit wenigen Worten , sie werden plantae 
elatiores, ramosae. Wlirden 0. serotina und 0. Kochii einem sttdlandi- 
schen, etwa mediterranen Typus angehoren oder einem solchen entstam- 
men, so wtlrden sie die reichliche Warme in jenen siidlichen Zonen sich 
besser zu Nutzen machen und ihren Lebenskreis frUher vollenden, wie es 
alle siidlichen und von siidlichen Typen abstammenden Formen thun. 

Daraus foist aber weiter, dass die nach Norden zurUckgewanderte 
0. serotina allmahlich in die Urform zuruckkehren, die nach Sttden ein- 
gewanderte 0. verna nach und nach in 0. serotina, resp. 0. Koch ii 
sich verwandeln mtlsse, ein Process, der unvermeidlich ist, ob er nun nach 
einigen Generationen sich vollzieht oder Jahrtausende in Anspruch nimmt. 
Keineswegs ist jedoch die in den Sommermonaten im Stiden herrschende 
Trockniss die directe Ursache der so betrachtlichen Verspatung der BlUte 
serotiner Arten oder vielmehr Formen, was man sonst leicht vermuthen 
mochte. 



" • -ii 












i 






An Arten der Gdrzer Ebene, die entschieden aus dem Gebirge, also 
aus kalteren Zonen herabgelangt sind, konnte ich mich wohl tiberzeugen, 
dass die Trockniss im Sommer retardirend wirkt, aber nicht so sehr dor 
Mangel an genligender Feuchtigkeit halt die von Norden oder aus dem Ge- 
birge angekommene Pflanze ab, ihre Bliitenknospen zu rechter Zeit anzu- 
setzen, als vielmehr die zu hohe Warme, die der trockenc Boden (in Folge 
mangelnder Verdunstung) nicht zu mildern vermag, wobei also das Opti- 
mum fur den Blutenentwicklungs-Process uberschritten wird *) . Das Uber- 



. 












)) In den »Studien liber die periodischen Lebenserscheinungen der Pflanzen« 1870 
(Yerhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien) und auch noch 3 Jahre spater (in 
der Abhandl. uber Allium ochroleucum, Sitzungsber, der kais. Akademie der 
Wissensch.) wird die Retardation der jahrlichen Periode bei den sommerbluhenden Arten 
wie Call una, Aeon Hum variegatum etc. in den warmeren Zonen dem Ubermab 



V 






























110 






Franz Krasan. 



\ 






mafi der Warme zeigt sich wirksam alsdann nor in einer starkeren Ver- 
holzung der Pflanze. Der Mais ist sicher eine eminent seicht wurzelnde 
einjahrige Art, derail Gevvebe durchaus nicht geeignet ist 7 die Feuchtigkeit 
langere Zeit festzuhalton, die Pflanze welkt nur zu leicht an heiBen Tagen 
im Juli, und selbst wenn es jede Woehe einmal regnet. Bleibt aber der 
Begen 1 Monat oder lunger aus, so geht sie doch nicht zu Grunde : sie 
fristet ein kummerliches Leben, indem sie ein Minimum an Volumen und 
Trockensubstanz zu Wege bringt, d. h. die Pflanze bleibt in ihrer korper- 
lichen Entwicklung zurtick, ohne jedoch den rechlzeitigen Ansatz der BlUle 
und Frucht versUumt zu haben. Fa I It daher die Ernte wegen anhaltender 
DUrre noch so dilrflig aus, eine Verspatung der Fruchtreife ist doch nie- 
mals die Folge des Mangels an Feuchtigkeit, dagegen wird die Mait : frucht 
im Sllden nur zu haufig als vorzeitig reif in trockenen Jahren 1 oder 2 
Wochen friiher als sonst abgenommen. 

Eine ftir den gewohnlichen mafiig feuchten Boden geeignete Pflanze 
kann den Regenmangel lange ertragen, da ihre Wurzelfasern in der Nacht 
und am Morgen das Minimum der erforderlichen Feuchtigkeit aus dem 
Boden, der in dieser Zeit bei sinkender Temperatur viel Dilnste eingesogen 
und condensirt hat, sich anzueignen vermag. Ware das nicht der Fall, so 
konnte keine eigentlicheMediterran-Pflanze existiren, da in denMittelmeer- 
landem im Sommer meist Monate lang kein Tropfen Regen fallt. Wenn 
aber der Feuchtigkeitsmangel die Ursache ist, dass z. B. Euphrasia lulea 
in Istrien so spat bltthet, dann mtlssten Uberhaupt alle einjahrigen Stau- 
den, welche ahnliche Standorte und Vorkommensverhaltnisse lieben wie 
Euphr. lutea in Istrien, Italien, Dalmatien etc. in denselben warmen 
Zonen spater blUhen als in Deutschland, dann mtisste z. B. auch Tri fo- 
lium arvense dort spater zur BlUte gelangen als hier, was doch nicht 
der Fall ist. Es giebt Ubrigens eine ganze Menge von einjahrigen, trockene 
Orte bewohnenden Arten, die in den Mittelmeer- Zonen im Sommer 4 bis 
5 Wochen frUher blllhen als in Deutschland, 

Auf der zweiten Stufe des Serotinismus stehen Arteh oder Formen, 
die ihre Blilten erst dann zur volligen Entwicklung bringen, wenn der 
Assimilalionsprocess schon beendet ist. Keine Pflanze liefert ein so lehr- 
reiches Beispiel hiefUr als Allium ochroleucum W. et Kit. Wir finden 
diese uber die Pyrenaen, Karpaten, Karawanken und julischen Alpen bis 
ans adriatische Meer allgemein verbreitete Art in Hohen von 1500 bis 
1800 m., wo die Alpennatur bereits deutlich ausgesprochen ist, schon an- 
fangs August in BlUte, am FuBe der Alpen aber (z. B. am Isonzo bei Gorz 
viel spater, namlich erst gegen Ende August und an fangs September, so 

* 

der Warme als Boden trocknendem und die Nahrstofle entfuhrendem Agens allein zuge- 
sehrieben. Der fdrdernde und die jahrliche Periode kUrzende Einfluss der Fruchtbarkeil 
des Bodens und des Mediums uberhaupt ist indessen gegen jeden Zweifel constatirt. Man 
vergl. auch die Anmerkung am Schlusse. 



























I 















Ober deu coinbin. EiiiU. der Warme u. ties Lichles auf die Dauer der jiihrL Periode der I'flanzen. J 1 1 



A 






auch im HUgelland des Wippachthales, in der Region des cultivirten 01- 
und Feigenbaums. Hier tritt A. oehroleucum als Haidepflanze in Ge- 
sellschaft der Call una, Erica carnea, des Hieracium umbel la- 
tum, boreale auf, aber als veranderle Form: A, oehroleucum vai\ 
ericetorum, robuster und holier als in den Alpen. und auf dem benach- 
harten Karst bei 1000 — 1300 m., mit sehr langer BlUtenscheide und wah- 
rend der BlUte, die in den September und October fallt, ganz verdorrten 
Blattern. In den Alpen beginnt die Vegetation der Pflanze erst spat, nach 
dem Sehmelzen des Schnees, im Mai oder Juni, aber dieselbe schreitet 
bald zur Anlage des Bltttenschaftes, und wahrend der langsten Tage im 
Juni und Juli geht sie auf ihr nachstes Ziel: Entwicklung der Bltlten so 
schnell und energisch los, dass der Schaft nicht genug Zeit findet, seine 
sonstige Lange, Dicke und Soliditat zu erlangen, er bleibt vielmehr niedrig, 
weich und saftig; auch functioniren die Blatter noch wahrend die Pflanze 
bltlht; die BlUtenscheide bleibt wegen gleichsam tlberhasteter Ausbildung 
der BlUtenknospen klein, mit kurzer Spitze. 

Es sind somit A. oehroleucum var. alp est re und A. oehro- 
leucum vai\ ericetorum zwei correlative Formen (klimatische Parallel- 
formen) und es unterliegt keinem Zweifel, dass die alpestre in der Ebene 
alimahlich in die serotine, und diese im Gebirge allmahlich in die alpestre 
normal blUhende Form zurUckkehren muss, welch letztere zugleich als die 
eigentliche nachste Stammform zu betrachten ist. 

Im Wippachthal (bei Gorz) treibt A. oehroleucum schon im Herbst 
und durch den ganzen Winter, die wenigen wirklichen Frosttage ausge- 
nommen, besonders rasch wahrend der haufigen und anhaltenden Herbst- 

und Winterregen. 

Der negative Serotinismus einer Pflanze beginnt demnach dort, wo 
wir finden, dass eine Erhbhung der Temperatur derselben nicht mehr 
nUtzt, d. h. die jahrliche Periode nicht mehr abkurzt, da ist der Wende- 
punkt, denn ein plus von Warme wird von da an die Periode verlangern 
und zwar uni so mehr, je betrachtlicher die Temperaturerhohung ist. Wie 
viel Wiirme lasst bekanntlich nicht unsere allgemein verbreitete Call una 
vulgaris am sudtichen FuBe der julischen und camischen Alpen, nam- 
lich im HUgelland von Gorz und nOrdlich von Udine unbenUtzt ! Man er- 
wage nur, dass die gemeine Heide im nbrdlichen Lappland (nach Hult) 
durchschnittlich den 15. August zu blUhen beginnt, bei einer mittleren 
Tagestemperatur von 11 ° C, also 2 oder 2'/ 2 
Vegetation, nachdem die Pflanze 800 oder 900° als Temperatursumme ] ) 
empfangen hat , denn vor dem Beginn des Juni regt sich die Strauchvege- 
tation dort noch nicht. Im HUgelland von Gorz gelangt jedoch Calluna 












1) Diese Zahlen werden erhalten, indem man die mittleren Tagesiemperaturen bis 



zum Beginn der Bliite summirt. 

































112 



i 



Franz Kra&ait. 












vulgaris im Mittel gegen Ende Juli, doch recht eigentlich erst anfangs 
August, zurBItile, bei einer durchschnittlichen Tagestemperatur von 23° CL, 
die Pflanze braucht aber vom Beginn regelmaBiger positiver Temperaturen 
an mindestens 6 Monate um dieses Stadium (bis zur Bltite) zu durchlaufen, 
und hat in dieser Zeit. eine Warmesumme von ungefahr 2600° G. empfan- 
gen, wahrend sie im nordlichen Lappiand 2 / 3 dieser Warmesumme ent- 
behren kann. Schon im siidlichen Lappiand bluhet Galluna um dieselbe 
Zeit wie bei Gorz (im Hiigelland mil 13° C. mittlerer Jahrestemperatur), 
im slidlichqn Schweden aber 3 Wochen friiher, so dass es den Anschein 
hat, aJs ob es der Pflanze von Natur aus gegeben ware, ihren Warmever- 
brauch nach dem vorhandenen Warmevorrath des Jahres an ihrem Stand- 
ort zu richten, was dem supponirten Gesetze entsprechen mdchte, dass die 
an zwei verschiedenen Orten (weit entfernten Stationen) den gleichen 
Vegetationsstadien zugehorigen Summen von Temperaturen liber 0° den 
Summen aller positiven Temperaturen beider Orte proportional sind. 

Nun , wenn auch von einer wirklichen Proportionalitat hier aus ver- 
schiedenen GrUnden , vor allem weil ja auch Temperaturen unter ° fllr 
manche Pflanzen nicht ohne Nutzen sind, wahrend ftlr andere an dem- 
selben Orte die wirksamen Warmegrade ziemlich hoch Uber 0° beginnen [ ) y 
nicht die Rede sein kann, so ist es kein geringes Verdienst des leider der 
Wissenschaft zu frtth entrissenen G. Linsseh, das Resultat der an der Vege- 
tation des Nordens gemachten Beobachtungen in eine der Wirklichkeit viel 
besser entsprechende Form gefasst zu haben, als es bis dahin geschehen 
war, woraus am besten die Unfruchtbarkeit der in frUheren Zeiten von 
Bolssingault, Quetelet und C. Fritsgh ofter wiederholten Versuche, zvvi- 




>chen der Dauer der jahrlichen Periode und der von der Pflanze enipfan- 



genen Warmesumme eine einfache und allgemein giltige Gieichung herzu- 
stellen, Jedermann einleuchtet 2 ). 

Mehrerlei erst in neuester Zeit besser gewtlrdigte Umstande sind es, 
auf welche wir vorzugsweise Kiicksicht nehinen mUssen, wenn wir die so 
uberaus complicirten Phanomene der periodischen Thatigkeit der Pflanzen 
nur einigermafien begreifen wollen, namlich auf die Selbstiindigkeit der 
beiden Hauptvorgange der Assimilation und Blutenbildung (welch ietztere 
am besten mit dem Keimungsprocess verglichen werden kann), zweier 
Processe, die sehr oft auch chronologisch nicht zusammenfallen, die Ver- 
schiedenheit der zeiligenden und der anregenden Temperaturen, die Tem- 
peratur wahrend der Ruheperiode, wahrend der Blutenbildung und wah- 
rend der Assimilation, das Minimum, Optimum und Maximum fllr jeden 
einzelnen dieser Zustande und Vorgange, die Beziehungen des Lichtes zur 






■ , , 






• 












• ■ 



■ , 



1) Dr. A. J. von Okttingew, Phanologie der Dorpater Lignosen. Dorpat 1879. 

2) Die periodischen Lebenserscheinungen des Pflanzenlebens. Memoires de l'Aca- 
d6mie imper. des sciences de St. P<Hersbourg, tome XI, N. 7, 1867. 












; 















♦■ 
























v 



• 

Uber den combin. Einfl. der Warme \u des Lichtes auf die Dauer der jilhrl. Periode der Pllanzen. 



113 



Pflanze in ihren Combinationen mit der Warme und endlich die Geschichte 
und die Vererbunssverhaltnisse der Pflanze. 






Urn alle diese Factoren in eine richtige Beziehung zu den periodischen 
Erscheinungen der Pflanzen zu bringen, ist das Zusammenwirken zahl- 
reicher Beobachler, die erfiillt von dera Ernst einer so schwierigen Auf- 
gabe, die Pflanze nicht void meleorologischen, morphologischen , physiolo- 
gischen oder historischen Standpunkte allein , sondern nach jeder Seite hin 
in Verbindung mit ihrer gesanimten AuBenwelt zum Gegenstande ihrer 
Untersuchung machen, erforderlich. Die Schwierigkeit der zu bewaltigen- 
den Aufgabe driickt Prof. Dr. H. Hoffmann ganz passend mit den Worten 
aus; »Die Warmemenge, welche eine beslimmte Pflanzenart bedarf und 
fttr welche wir vorlaufig am Insolationsthermometer einen indirekten Aus- 
drucksuchen, ist nach allem Vorausgehenden eine local bestimmte; von 
Ort zu Ort verandert sich die Formel, wahrend das Ganze bleibt, in ihren 
Gliedern, die aus zwei Elementen bestehen, namlich 4. der Sonnenwarme 
mit ihren Modificationen nach der geographischen Breite und ihren Com- 
pensationen nach der Dauer und Intensilat des Sonnenscheins; — 2. der 
Pflanze mit ihrer specifischen Empfanglichkeit, Flexibility und Accommo- 
dationsfiihigkeit gegentlber der Warme und der Sonne; einer Masehine 
allerdings, aber mit einem Begulator und von labilem Gleichgewichte; ein 
Ding, das man nicht in Zahlen ausdrUcken kann, ein wahrer Aquilibri- 
ningsapparat. Wieviel von der zuge ftthrt en Warme wirklich von der 
Pflanze verbraucht vvorden ist, sagt freilich unsere rein empirische 
Forme! nicht, es ist vorlaufig nur eine Voraussetzung, dass die wirklich 
ftlr Vegetationszwecke verbrauchle Warme der zugefUhrten proportional 
sei. Eine sichere Messungsmethode muss zur Entscheidung dieser Frage 
erst nodi gefunden werdena 1 ). 






Es ist aber schon als ein bedeutender Fortschritt zu betrachten , dass 
man endlich eingesehen hat, dass bei Phanomenen, die sich am Tageslicht 
vollziehen, der Effect nicht nur von der Warme, sondern auch von dem 
mitvvirkenden Lichte abhangt, wesshalb die am Insolationsthermometer 
abgelesenen Temperaluren in einem viel engeren Zusammenhang mit den 
beobaclileten Phasen der Entvvicklung stehen milssen' 2 ). Weniger ist das 
Licht freilich an der directen Entwicklung und Entfaltung jener BlUten 
betheiligt, welche sich nach langer Sommer- oder Winterpause rasch auf 






1) Uber thermische Constanten und Accommodation. VerhandL der k. k. zoolog.- 
botan. Gesellsch. in Wien 1875, pag. 591. 

2) H, Hoffmann, Das Problem der thermischen Vegetations-Constanten. Meyer's 
allgomeine Forst- und Jagdzeitung. December 1S67, pag. 457 b, 4 61. — Uber thermische 
Vegetations-Constanten, Abhandlungen der Senckenbergischen natuiforschenden Ge- 



sellschaft Bd. VIII, 1872, p. 379—4 05 



Zeitschr. der dsterr. Gesellsch. fur Meteoro- 



logie Bd. Ill, 1868, p. 93—96. Bd. IV, 1869, p. 392—393 und p. 553 — 554. Bd. X, 1875, 

p. 250—252. — J. Zjegler, Abhandlungen der Senckenberg. naturf. Gesellsch. Bd. VIII, 
1872, p. 386—388. — Beitrag zur Frage der thermischen Vegetations-Constanten. Jahres- 
bericht der Senckenberg. naturf. Gesellsch. fur 1873/74, p. 115—1-23. 



Botanische Jahrbficher, III. Bd. 



8 




































114 



Franz Krasan. 



einem. blaltlosen Schafte erheben (Golchicum-, Crocus-, Scilla-und 
Amary 1 1 is- Arten nebst anderen Zwiebelgevvachsen aus den Familien 
der Liliaccen und Amaryllideen) . 

Diese Gewachse, denen wir wohl aueh die einheimischen Orchideen 
beizahlen konnen, bilden eine eigene Gruppe und erheischen ein ganz 
besonderes Studium in Bezug auf ihre Warmeokonomie. Es dflrfte dann 
gelingen. die inehrfach riithselhaften Erscheinungen des Serotinisnras bei 
Golchicum auturnnale, Scilla autumnalis, Spiranthes aulum- 
nalis (welch letztere in Deutschland auch eine frllher blilhende Schwester- 
art hat), Sternbergia lutea u. a. mil den Warmebedilrfnissen dieser 
Pflanzeu in ihren verschi-edenen Vegetations- und Entwicklungsphasen, so 
vvie auch mil der Geschichte ihrer Abstammung in eine naturgemaBe Ver- 
bindung zu bringen. Vorderhand milssen wir uns damit begnttgen, die 
Natur der Aufgabe erkannt zu haben und den weiteren Weg geebnet zu 
sehen, durch die vorbereitenden Arbeiten Hoffmann's, Ziegler's 1 ), Schube- 
ler's, Linsser's u. a., welche die von den frtlheren Beobachtern fixirten 
Erscheinungen unter Benlitzung besserer Untersuchungsmethoden dem 
wissenschaftlichen Yerstandniss erschlossen haben. 

Eine recht ilbersichtliche Zusammenstellung der bisherigen Versuche, 
die periodischen Phiinoiiiene des Pflanzenreichs zu erklaren, bereichert 
durch viele schaUzenswerthe neue Reflexionen und Beobachtungen finden 
wir in R. Hult's Recherches sur les Phenomenes periodiques des plantes 
Upsala 1881). In den Tabellen, die der Abhandlung am Ende beigefUgt 
sind, konnen wir den Entwicklungsgang der Vegetation vom auBersten 
Norden der skandinavischen Halbinsel bis zur Stldspitze Schwedens ver- 
folgen und gewinnen die Uberzeugung, dass ein und dieselbe Art irn Nor- 
den mit einem urn so geringeren WarmemaB ihre jahrliche Periode durch- 
lauft, je reichlicher die Lichtquantitat ist 7 welche die Pflanze, gleichsam 
zum Ersatz ftir die mangelnde Warme, empfiingt. Dort und in den gleichen 
Zonen des nordlichen Asiens ist die Heimat der vielen Arten , welche 

i 

weiter im Sttden , besonders in den Mittelmeer-Regionen negativen Sero- 
tinismus zeigen und der Gruppe I, theilweise auch den Gruppen 11 und III 

angehoren. 






: 






Jener Wendepunkt, von dem aus eine Erhohung oder Erniedrigun 
der Temperatur eine Yerzogerung des BlUtenansatzes und des Wachsthums 
der BlUte bewirkt ; ist das Optimum, dessen Bestimmung aus obigen Griin- 
den von groBer Wichtigkeit ist. Fttr alle Arten, die nicht von Ursprung an 
der oberen Grenze der Vegetation (dem auBersten Norden, beziehungs- 
weise den hochsten Gebirgsregionen) oder den Niederungen der Aquatorial- 



i) Man vergl. Dr. J. Ziegler, IJber phanologische Beobachtungen und thermische 
Vegetations-Constanten. Zwei Vortrage. Frankfurt a. M. 1879. — Von Oettingen, Phan. 
d. Dorpater Lignosen, ein Beitrag zurKritik ph&nolog. Beobachtungs- und Berechnungs- 
methoden I. c. 
























■ 





















Uber den combin. Einfl. der \Viirme n. des Lichtes anf die Dauer der jahrl. Periode der Pllanzen. 1 1 5 

zone ausschliefilich angehoren , dient das Optimum der Bliltenentwicklung 
als Hinweis auf jene Zone, der die Art ihrer Herkunft nach anqehort. In 
diesem Optimum sind nicht nur die zeitigenden , d. i. wahrend der Ruhe 
der Pflanze erforderlichen , sonde rn auch die den Aufbau der BlUten anre- 
genden Temperaturen einbegriffen: eine feinere Unterscheidung zwischen 
beiden wird erst dann moglich sein, wenn die periodischen Phanomene 
eine umfassendere und detaillirtere Bearbeitung gefunden haben, vorder- 
hand begnUgen wir uns mit dem Jahresmittel als der Hesultirenden aller 
auf die Pflanze in der normal en Zone mitlelbar und unmiltelbar einwir- 
kenden Temperaturen. 

Dass aber die normale Zone auch die ursprUnglich hcimische Zone der 
Pflanze ist, ergiebt sich aus einer sehr einfachen Erwagung, wie es schon 
bei der Geschichte des Epheus in Ktlrze angedeutet wurde. Was dort vom 
Epheu gesagt wird, muss naturgemaB eine allgemeine Geltung haben, 
denn mogen wir uns die Entstehung einer Art oder Form wie immer vor- 
stellen, so ktinnen wir uns doch auf keinen Fall denken, dass eine be- 
st i m m t e Form in zwei oder 

es ware das ja einem Wunder gleich, weil unmoslich an mehreren weit 



drei klimatischen Zonen zugleich entstand, 



von einander entfernten Orten zugleich mehrerlei die Pflanzenforrn beein- 



flussende Umslande in ganz gleichem Sinne zusammenwirken konnen, und 
diese Unmoglichkeil spring! urn so mehr in die Augen, wenn angenommen 
wird, dass diese Orte in verschiedenen klimatischen Regionen gelegen sind. 
Wir durfen getrost behaupten: jede Form ist ursprUnglich in einer be- 
stimmten Zone entstanden, vielleicht aus einem einzigen Individuum, viel- 
leicht auch (gleichzeitig oder nacheinander) aus mehreren, deren Nach- 
kommen die zweckmaBigsten Eigenschaften besaBen , um gerade in dieser 
Zone sich auf die Dauer zu behaupten. Anfanglich mochte die neue Form 
lange Zeit hindurch die heimische Zone, z. B. die IV., allein bewohnen, 
erst allmahlich, nachdem sich dieselbe stark vermehrt und ihre Domane 
dicht occupirt hatte, waren die Bedingungen zu einer weiteren schritt- 
weisen Ubertragung vorhanden, da von den zahlreichen Samen, welche auf 
fremden Boden gelangten, aller Wahrscheinlichkeit nach wenigstens einige 
keimen und fortpflanzungsfahige Individuen geben konnten. Waren die 
Samen in eine kaltere, z. B. V. Zone gelangt, so mochte daraus da und dort 
eine Pflanze hervorgehen, welche dennoch rechtzeitig genug blllhte, um 
noch keimfahige Samen zu liefern, wie bei der Waldrebe gezeigt wurde. 

In gleicher Weise war auch die allmahliche Besiedelung der niichsten 
warmeren Zone III moglich, vielleicht noch Jeichter, und die Pflanze fand 
hier eine zweite Heimat, wenn sie auch von dem plus der Warme keinen 
Gebrauch zu ihrem Vortheil zu machen vermochte. Denken wir uns nun, 
dass im Verlauf der Tausende und abermals Tausende von Jahren die Tem- 
peratur, wie es in der Vorzeit geschah, um den Temperaturbetrag einer 
Zone abnahm, so war die Pflanze in der warmeren Zone (frtlher III), die 



Warme 



d. i. dem an- 



8 




































116 






- 



I 



Franz Kra&ui, 












geerbten WarmebedUrfnisse der Pflanze enlspricht, in ihrem rechten Ele- 
mente, sie ist jetzt wieder in IV, aber stidlicher, weil jede Zone sich in 
Folge jener Abkilhlung um einen entsprechenden Schrilt dem Aquator ge- 
























nahert hat. Dort wo frUher V war, ist jetzt VI, wo frUher IV war, ist jetzt 
V, wo frtlher III war, Ist jetzt IV u. s. f. Die Pflanze wird in VI ver- 
sehwunden sein, aber auf Hirer SUdgrenze neuerdings einen Schrilt weiter 
thun, da sie es dort wo frtlher III war, ihren WarmebedUrfnissen ganz 
entsprecheod, in einer um eine Stufe sUdlicheren Zone aber wenigstens 
ertrasglich tindet. Wenn sich weiter naeh larmer Zeit die Erde wieder um 
einen gleichen Betrag abgekiihlt hat, so wird abermals die V. Zone zur VI., 
die IV. zur V., die III. wird aber zur IV., und die Pflanze wird alsdann 
auf ihrer SUdgrenze besser fortkommen als frUher: sie ist nun im Stande 
sich dem Aquator wieder um einen Schrilt zu nahern, und frtlher oder 
spater schiebt sie ihre SUdgrenze um eine Zone in dieser Richtung vor. 
Vergleichen wir ihren nunmehrigen Stand mit dem anfiinglichen, so finden 
wir sie um zwei geographische Zonen dem Aquator niiher gertlckt, ohne 
dass die Pflanze andere klimatische Regionen bewohnen milsste als zu 

Anfang. 

So rUckte die Pflanze als Form oder Art im Laufe der geologischen 
Perioden dem Aquator immer niiher, wobei sich keineswegs das ererbte 
WiirmebedUrfniss Hndern musste; nur der Abstand zwischen dem Maxi- 
mum und Minimum der zur Entwicklung der Vegetationsorgane und zum 
Durchlaufen der jahrlichen vollstiindigen Periode erforderlichen Tempe- 
ratur, beziehungsweise Warrnesumme, musste durch die allmahlichc An- 
passung an verschiedene Zonen mit der Zeit groBer werden, indem die 
Pflanze nach und nach gegen Sudan, naeh oben und nach abwarts gegen 
die warmeren Niederungen immer mehr an Terrain gewann. 

Nun aber ist es ganz natUrlich, dass die Pflanze wahrend ihres sehr 
langsamen, mitunter vielfach unterbrochenen und ungleichmaBigen Vor- 
rUckens gegen Stlden, Varietaten und endlich Arten bilden konnte, die 
schlieBlich einen relativ fixirten Gharakler annahmen. Es mochte aber 
auch ein uralter Typus mitunter unverandert oder mit nur unwesentlichen 
Variationen durch die zahlreichen Etapen gehen, 

Nur jene Arten, weiche das hochste Warmebedtirfniss haben und da- 
her gegenwartig nur in den Ebenen der Aquatorialzone gedeihen, werden 
keinen negativen, und jene, weiche der Polarzone oder der oberen Vege- 
lationsgrenze angehOren, keinen positiven Serotinismus zeigen. Aber die 
Zahl solcher Arten ist nicht groB, sie enthalten zumeist die jilngsten Pflan- 
zenformen; wir dtlrfen sie darum filr die recentesten Arten der Erde 
halten, weil sie bis jetzt die geringste Fahigkeit besitzen, ihren Verbrei- 
tungsbezirk in der Richtung nach abwarts, gegen den Aquator oder gegen 
die Pole zu erweitern, wobei sie ihre heimische Klimazone Uberschreiten 

m 

mtlssten. NatUrlich wird eine Species im Allgemeinen eine um so groBere 
Accommodationsfahigkeit besitzen, je alter sie ist: wir dttrfen also erwarten, 












_ 



• 


















■ 



• 















fiber den combin. Einfl. der Wiirme u. des Lichtcs auf die Dauer der jahrl. Periode der PHanzen. 1 17 

die altesten Arten in mehreren Zonen, die jtlngsten dagegen nur in einer 
beschrankten klimatischen Region anzutreffen, Demnach erweisen sich 
z. B. Calluna vulgaris, Erica carnea, Globularia eordifolia, da sie 
von der Krummholzregion bis zu der Zone des cultivirten 01 
baums heral) vortrefflieh gedeihen, als viel altera Species im Vergleich zu 
Salix retusa und S. reticulata, welche nur die beiden obersten Re- 
gionen (VII und VIII) bevvohnen. Durch mehrere Zonen gehen ferner 
Aronia rotundifolia, Berberis vulgaris, Cytisus radiatus 1 ), Ilex 
Aquifolium, Ruscus aculeatus, Globularia nudicaul is l ), Thy- 
mus Chamaedrys, Saxifraga crust at a 1 ), A spe ml a arista ta 
L. fil. 1 ) u. a. 






i 



Jede wiirmere Zone muss eine groBere Zahl von Ordnungen, Familien, 
Gattungen und Arten haben, die meisten nattlrhVh die Aquatorialzone, 
weil jeder Typus bei zunehmender Abktthlung der Erde nur in der Rich- 
tune nach Stlden. oder wenn er einer hoheren Gebirgszone entstammt, in 

a 

der Richtung nach abwarts dem Untergange entgehen konnte; seine An- 
fange mogen daher weit oben in den hochsten eeosraphischen Breiten im 
Schoos der Erde begraben liegen , wahrend derselbe in seinen lebenden 
vermehrten , abgeanderten und mitunter weit verzweigten Descendenten 
heutigen Tags die Flora der aquatorialen oder tropischen Region bereichert. 

Weil nun jede der frtlheslen Perioden , durch Abanderung der schon 
vorhandenen, neue Typen und Formen von hohem Wartnebedtlrfniss schuf 
und diese sammtlich in Folge des allmalichen Rilckzuges nach Siiden (bei 
den antarktischen nach Norden; endlich den Aqualor erreichen mussten, 
so finden wir hier neben den jtlngsten auch dieReprasentanten der altesten 
Typen, vielfach verandert beisammen , ihre Ahnen birgt aber die Erde in 















4) Willkomm spricht im Prodr. Florae Hispan, die Vermuthung aus, dass der in den 
niederen Regionen Spaniens vorkommende C. radiatus (Genista radiata Scop.), den 
er nur 4 — 16" hoch ani'iebt, einer andern Form angehoren diirfte als die gleiclmamige 
Pflanze der Siidkalkalpen von Tyrol, Karnten und Krain. — A, aristata ist in Spa- 
nien von der Region der siidlichen Ebenen bis in die Alpenzone allgemein in mehreren 



Varietaten vcrbreitet. Sie ist der A, longi flora Koch (nicht W. K.) zwar nahe ver- 
wandt, mit ihr jedoeh keineswegs identisch. Die von Koch als A. longi flora W. et 
Kit. beschriebene Pflanze kommt in der pr&alpinen Region der Siidkalkalpen, besonders 
in den Karavanken, in den julischen und carnischen Alpen auf Kalk und Dolomit sehr 
h&ufig vor. Sie unterscheidet sich von der dalmatinischen echlen A. longiflora Ki- 
taibels durch schlankere, sehwachere, niederliegende Stengel und einen lockeren Bliilen- 






stand. — Globularia nudicaulis bewohnt in Spanien auch die niedere Region, 
besonders in der Umgebung der PyrenSen, wo sie im Mai zur Bliite gelangt. In den 
Alpen ist die Pflanze bisher nur als Bewohnerin der Krummholzregion bekannt, wo sie 
bald nach dem Schmelzen des Schnees (im Juni) ihren nackten Stengel mit dem Bliiten- 
kopfchen entwickelt; aus der fur Spanien spat zu nennenden Bliitezeit im Vergleich zum 
Blutendatum in den Alpen lasst sich schlieGen, dass die Pflanze in Spanien zunSchst aus 
den Pyren&en in das Hiigelland herabgestiegen ist, also aus kalteren Zonen in wiirmere, 
umeekehrt wie Sa xifraga crustata, die am Isonzo bei Gorz schon im Mai, in den 
Mittelgebirgen Ende Juni, im Hochgebirge Ende Juli und im August zur Bliite kommt. 









\ 






■ 















118 



Franz Krafian. 












mehr oder weniger gut erhaltcnen Resten in jenen nordischen Regionen, 
wo sie entstanden sind. Wie lange mochte es jedoch dauern , bis ihre 
lebenden Nachkommen den Aquator erreichten ! 

Ursprtinglich war doch nur ganz im Norden und am Stidpol (vielleicht 
auch auf den hochsten Gebirgen in der Nahe der beiden Pole, wenn ilber- 
haupt angenommen werden kann , dass es daraals Gebirge gegeben hat) 



w I 



J 



ein organisches Leben moglich 1 ); damals war nicht nur am Aquator, son- 
dern auch in den hoheren Breiten die Temperatur noch zu hoch, als dass 
eine Vegetation hiitte dort Plalz greifen konnen, und selbst lange spater 
als das mittlere und stidliche Europa von unzahligen Gattungen und Arten 
bewohnt war, vermochten die Niederungen am Aquator noch kein Pflanzen- 
kleid zu tragen. Die Temperaturdifferenz zwischen dem sUdlichen Europa, 
etwa Mittelitalien mil 15° G. und einem miltelwarmen Orl am Aquator 
betragt nicht weniger als 11 bis 12°. Da nun gegenwiirtig in einer Zone, 
welche mehr hat als 27° C. keine hoheren Pflanzen mehr vorkommen , so 
waren sie zu jener Zeit, wo das Jahresmittel am Aquator wenigstens 37° C, 
betrug, dort um so weniger moglich gewesen. 

Als demgemaB weit im Norden, wo jetzt England, Belgien , Deutsch- 
land stehen, jene ilppige Vegetation die Erde bedeckte, die derSteinkohlen- 
periode den Namen gegeben, waren die mitlellandische, subtropische, tro- 
pische und aquatoriale Zone wahrsclieinlich noch baar jeder waldbildenden 
Pflanzendecke, es ist sogar fraglich , ob selbst zur Zeit der Zimmt- und 
Kampherbaume (Cinnamomum-Arten) der baltischen Bernsleinregion eine 
Baumvegetation oder Uberhaupt ein hoheres Pflanzenleben im Inneren Afri- 
kas moglich war. Typen, wie baumartige Lycopodiaceen, machtige Equiseten 
(Calamiten) und Baumfarne, welche nebst anderen baumartig entwickelten 
GefaBkryptogamen im auBersten Norden, die so charakterisiische Vegetation 
der Urwelt bildeten, erschienen slldlicher, etwa in den Breiten des heuti- 
gen Deutschlands, spater und in den Mittelmeerregionen noch spater; die 
Steinkohlenvegetalion Englands leble nicht gleichzeitig rnit jener Italiens 
und noch weniger mit jener der Tropen : als hier die naheren Verwandten 
und directen Nachkommen der Steinkohlenflora vegetirten , hatlen die In- 
seln oder etwa das Festland , wo jetzt Spitzbergen steht, moglicherweise 
schon ihre Tertilirflora, und noch gegenwartig besitzen die Tropen in ihrer 
Flora und Fauna mannigfache Anktiinge an jene Urzeit. 

Dass die Mannigfaltigkeit der Ordnungen, Familien, Gattungen und 



i 



Arten gegen den Aquator zu allgemein und ziemlich gleichmaBig zunimmt, 
beweist am beslen die ehemalige successive Wanderung der Typen von 
den Polen gegen die Tropen im Laufe der langen Zeitperioden , beweist 
aber auch zugleich, dass die Abktlhlung der Erde auf unserer llalbkugel 

> 

im Ganzen und GroBen von Norden gegen Stlden allmahlich oder schritl- 

1) Man vergl. John Ball, liber den Ursprung der europaischen Alpenflora (Kosnios, 






III. Jahrg. -1879—1880, 10. Heft, Im Auszug abgedruckt aus den »Proceedings of the 
Royal Geographical Society*, Sept. 1879). 



















































Uber (leu couibin. Einfl. der Warme u. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Feriode der Pflanzen. 1 19 









weise zunahzn. Konnen wir uns mit dieser Ausnahme nicht bescheiden, 
so bleibt uns die erstaunliche Mannigfaltigkeit der Formen des Thier- und 
Pflanzenlebens zvvischen den Wendekreisen, und besonders in den Aqua- 
torialgegenden unverstandlich, denn wenn wir dies einfach damit erklaren, 
dass wir der groBeren Warme an und ftlr sich das Vermogen zuschreiben, 
eine groBere Menge von Gattungen und Arten hervorzubringen , als kaltere 
Regionen deren hervorbringen konnen, so mogen wir uns gleich Jieber mit 
den Worten Moses begnttgen: Im Anfange schuf Gott Hirnmel und Erde. 

Haben auch, was Niemand leugnen mochte, wahrend ein und dieselbe 
Flora lebte, ein und dieselbe Fauna die Erde oder einen Theii derselben 
bevblkerte, tlberall dieselben Arten oder doch nachst verwandte Typen 
existirten, auch tlbereinstimmende klimatische Verhaltnisse geherrscht, so 
ist doch dies keineswegs auf dieselbe Zeit zu beziehen , als ob in den 
altesten Perioden des organischen Lebens keine klimatischen Unterschiede 
moglich gewesen waren; zu alien Zeiten hat es vielmehr klimatische Diffe- 
renzen nach MaBgabe der geographischen Breite gegeben, aber sie ent- 
ziehen sich derBeurtheilung nur zu leicht, da es uns vorkommt, wie wenn 
die ziemlich gleichmaBig durch alle geographischen Breiten gehenden Ur- 
formen der Vegetation, die nattlrlich auch tlbereinstimmende klimatische 
Bedingungen voraussetzen , tlberall gleichzeitig gelebt hatten; das geolo- 
gische Alter derselben lasst sich ja nur relativ, und auch dies nur im Ver- 
deich zu den Oreanismen bestimmen, deren Reste in den tibereinan- 
der liegenden Schichten desselben Ortes enthalten sind. 

Aber es ist nattlrlich kaum denkbar, dass die ganz verschiedene Inso- 
lation und Taseslanse des hohen Nordens in frtiheren Zeiten und selbst zu 
Anfang des organischen Lebens einen geringeren Einfluss auf die Thier- 
und Pflanzenwelt ausgellbt hatten als gegenweirtig. 



Indem ich die sich weiter daran knupfenden dunklen Fragen Uber- 
gehe, da deren Erbrterung in ein anderes Gebiet gehort, so mbchte ich 
noch jene Arten in Erwagung ziehen , welche die Gruppen IV d, IVc und 
allenfalls IV b bilden, urn zu constatiren, welche Aussicht wir haben auch 
diese der Geschichte der Pflanzen dienstbar zu machen. Bei den genannten 
Gruppen betheiligt sich das Licht an dem Entwicklungsprocesse der Bluten 
unmitlelbar theils gar nicht, theils in geringerem Ma6e (bei IV b), da die 
Pflanzen ihre BlUten auf Kosten der im Vorjahre erzeuglen Reservestofl'e 
entfalten. Ist demnach die Ruheperiode vorilber, so wirkt jeder steigende 
Grad von Warme anregend auf die in den Knospen und in der Kinde der 
Zweige deponirten Bildungsstoffe., aber nur in einer Richtung, da die 
Pflanze nicht zugleich assimilirt, und da auch eine nur unbedeutende 
structurelle (also mehr mechanische) Arbeit zu leisten ist, so ist dieselbe 
bald vollbracht. Aber eben desshalb, vveil diese Periode bis zur begin- 
nenden Blute so kurz ist. vvird die Verzbgerung in Folge zeitweisen Uber- 
schreitens des Optimums minder auffallen , ja es wird eine solche Retar- 









- 






■ 















120 



■ 



Frani Kra§an. 



. 



dation der Bltlte llberhaupt selten vorkommen, da dieselbe in das Frtlhjahr 
fallt , dessen Temperatur das Optimum des BlUtenstadiums nicht leieht 
(lbersehreiten. 

Ob daher eine dieser Pflanzen aus den* Norden oder aus dem Sdden 
stammt, sie pflegt, wenn ihre Bltltezeit in das Frtlhjahr fallt ? urn so frUher 
zu bltihen, je mehr Warme sie empfangt. Fassen wir aber ihre ganze 
jahrliche Periode vom beginnenden Schwellen der Blatl- und Bltiten- 
knospen an bis zur vollendeten Fruchtreife in's Auge, so wird ? weii gerade 
die Fruchtreife in den warmsten Monaten stattfindet, leichter ein zu Viel 
oder zu Wenig Warme vorkommen und werden bei der betrachtlichen 
Dauer von 3 bis 7 Monaten , welche die Gesammtperiode in Anspruch 
nimmt, groBere Differenzen resultiren. 

Hallen wir an dem bereits angewendeten Grundsatze fest, dass die 
nordischen Arten ftir eine kurzeVegetationsdauer bei viel Licht und imiBieer 
Warme (geringer Warmesumme), die stidlichen, den warmeren Zonen an- 
gehorenden dagegen ftlr eine lange Periode mit einer bedeutenden Warme- 
summe von Natur aus eingerichtet sind, so werden wir beispielsweise nicht 
in Zweifel sein, ob die im Htlgelland von Gorz in der Zone des cullivirten 



■ » 



01- und Feigenbaums vorkommende Schwarzbeere , Vaccinium Myr- 
tillus, stldlichen oder nordischen Ursprungs ist, wir brauchen bios ihre 
groBe Periode bis zum Beginn der volligen Fruchtreife an den beidenGren- 
zen ihrer Verbreitung festzustellen. 

Bei Gorz reift Vaccinium Myrtillus die ersten Beeren Mitte Juni 
vollig aus, also 6y 2 Monate nach dem angenommenen Zeitpunkt der tiefsten 
Winterruhe (die eigentlich fdr die meisten Arten dort keine Ruhe ist) und 
nach Emfang einer Warmesumme von ungefiihr 1300° C, wahrend die 
einwirkende mittlere Tagestemperatur 21 ° C. betragt In Jemtland im 
mittleren Schweden sind die ersten Schwarzbeeren nach Hult (I. c.) 
durchschnittlich den 2. August reif, bei einer mittleren Tagestemperatur 
von 12 • 8° C, nachdem sie seit Ende Marz, wo regelmaBig positive Tern- 



peraturen auf die Pflanze einzuwirken beginnen, circa 900° als Warme- 
suimne empfangen hat. 

Es kann also die Pflanze bei Gorz mehr als y 3 der empfangenen Warme 
enlbehren, es gendgten schon Temperaturen von hochstens 15° wie in 



Jemtland, um die FrUchte zur Reife zu bringen. 



Dafilr zeigt es sich aber 



ganz deutlich, dass der Pflanze auch die Winterlemperaturen unter 0° 
ntltzlich werden f denn die Knospen schwellen im Spatherbst nach den 
ersten Frosten viel mehr als unmittelbar nach dem Laubfall, wahrend noch 
positive Temperaturen vorherrschen. Uberhaupt haben wir es bei V. Myr- 
tillus mit einem ganz ahnlichen Falle zu thun, wie bei Salix niuri- 

DemgemaB hat bei dieser Pflanze die Zahlung der groBen Periode 



cans 1 ). 









i) F. Krasan, Beitr&ge zur Kenntniss des Wachsthums der Pflanzen. Sitzungsber. 
der kais. Akademie der Wissensch. in Wien, mathem.-naturw. Classe 4 878. 



i 










































Cber den eombin. Einfl. der Witrme u. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Periode der Pilanzen, 121 



mit der Enllaubung im Herbste zu beginnen, wesshalb die Summe der 
positiven Temperaturen , vom Laubfall an gezahlt, einen richtigeren Aus- 
druck^zur Beurtheilung ihrer groBen Periode giebt als die Dauer derselben. 
insbesondere wenn wir noch berttcksichligen, welche niedrigsten Tern- 
peraturen wiihrend der scheinbaren Winterruhe der Pflanze noch von 
Nutzen sind. 



: 



Nach allem dem qualificirt sich also V. Myrtillus als eine Art echt 
nordischen Ursprungs, wir werden demnach nicht annehmen, dass die- 
selbe im Laufe einer sehr langen Zeit von Stlden nach Norden ihre Heimat 

■ 

verlegt hat, urn sich tlber Schweden, Norwegen undRussland auszubreiten, 
sondern halten an ihrem nordischen Indigenat fest. Es ware aber der 
Mtihe werth genauer zu bestimmen, welche tiefste Temperaturen unter 0° 
der Pflanze ttberhaupt noch niltzlich sind. — In den steirischen Alpen reift 
die Schwarzbeere in der Alpenregion zwischen Rhododendron, Adeno- 
styles alpina, Pedicularis verticillata etc. in den ersten Tagen 
des August. 






j - 



Ahnlich wie V. Myrtillus verhalt sich auch der Sauerdorn, Ber- 






beris vulgaris, auf seiner unteren und oberen Grenze. Man findet nicht 
gerade, dass diesem Strauche die viele Warme bei Gorz etwas ntltzen 



i 



wttrde, nur die BlUte wird hier durch die hdheren Temperaturen merklich 
beschleunigt, denn sie beginnt durchschnittlich den 19. April, bei Wien 
aber 3 Wochen spater, aber die ersten FrUchte sind bei Gorz im August 
reif, in demselben Monat wie bei Cilli, Graz, Wien. Im Jahre 1881 fand 

r 

ich bei Mixnitz an der Mur, einer kleinen Ortschaft nordlich von Graz, mit 






ungefahr + 8 - 5° C. mittlerer Jahrestemperatur, die ersten reifen FrUchte 



I : 



des Sauerdorns den 14. August, an der oberen Grenze desselben bei 

- 

1400 m. in der Fichtenregion nur 14 Tage spater, woraus hervorgeht, dass 
die FrUchte dieser Pflanze mit einem sehr maBigen Aufwand von Warme 
zur Reife gelangen konnen. Bei Cilli in Untersteier (mit 9 • 8° C.) reifen 
dieselben gar nicht frUher als in den Thalern der nordlichen Steiermark, 
an Orten die 2 oder 3°G. weniger haben. Und doch ist der gemeine 



* 



Sauerdorn stark durch das sttdliche Europa (bis Palastina x ) verbreitet, w r o 






er ebenso gut in den Niederungen wie auf den Gebirgen fortkommt, nur in 
seinen sUdlichsten Districten ist er in den Ebenen viel seltener als im Ge- 
birge. Man mochte ihn darum Ieicht fUr eine aus den warmeren Res;ionen 
stammende und von hier in die Gebirge und nach Norden eingewanderte 
Art halten, gleichwie die Steinmispel, A r on i a rotu n dif ol ia, welche 
von der mittellandischen Zone (mit 17 bis 19° C. Jahresmittel) an bis in 
die Alpenzone Karntens und Krains sehr haufig vorkommt, um dort zwi- 
schen Krummholz und Rhododendron als niedriger Felsenslrauch der ver- 









- 



1) Nach v. Klinggraff kommt Ber beris vulgaris auch in Palastina vor, zu- 
gleich mit Aronia rotundifolia. (Palastina und seine Vegetation. Osterr. botan. 
Zeitschr. 1880, p. 56. 









■ 






- 1 















I 















> 






122 



< 












Franz Krasan. 






* 



wandten Zwergmispel, Sorb us Chamaemespilus, gleichsam die Hand 
-zu reichen. 

Wenn man erwiigt, dass in dieser Zone der Trieb der wenigen Strauch- 
arten erst gegen Ende Mai beginnt, so muss die Felsenmispel sich mit der 
Entwicklung ihrer Frucht sehr beeilen, da man schon in der ersten Halfte 
des August reife Beeren findet, nur 2 oder 3 Wochen spater als in der 
Region der Weifibuche. Auch unsere Aronia ist demnach eine ihrem Ur- 
sprung nach montane oder nordische Art, die sich einmal in den mittleren 
Alpenregionen niedergelassen hat, urn von hier aus ihren secundiiren Yer- 
breitungsbezirk bis in die Mittelmeerzone auszudehnen. 

In Gegenden welche mehr als 9°C. mittlere Jahrestemperatur haben, 
wird die Fruchtreife unserer Sommereiche, Q. pedunculata, nicht be- 
schleunigt, die Eicheln sind z. B. bei Graz und bei Gorz gleichzeitig (gegen 
Ende September) reif, aber auch in nordlichen Gegenden, welche weniger 
als 9° G. haben, fallt die Fruchtreife in dieselbe Zeit des Jahres. Selbst 
die echten Kastanien reifen in der Zone des cultivirten 01- und Feigen- 
baums durchschniltlich nicht friiher als in der betrachtlich kalteren Region 
der Weifibuche (IY), woraus sich ergiebt, dass die Urheimat der Castanea 
vulgaris sicher nicht in einer so warmen Zone wie die II. ist, gelegen 
sein kann. 

Auch die Belaubung und Entlaubung stehen in einer unverkennbaren 
Beziehung zur Urheimat der Pflanzen. Alle Lignosen, die aus warmeren 
Gegenden in die Garten Mittel- und Nordeuropas verpflanzt werden , be- 






lauben sich hier spater als in ihrer Heimat, behalten aher das Laub um so 
langer und sind im Herbste noch grlin, wahrend die einheimischen Baume 
und Straucher ihre Blatter schon abgeworfen haben. Nur jene Arten, deren 
Blatter durch den Frost nicht zerslort werden, bleiben nattirlich irn Herbste 
langere Zeit grUn, wie Forsythia viridissima, Gydonia japonica, 

Ptelea trifoliata, Platanus oriental is u, a. und nur solche ge- 
statten einen Rtickschluss auf ihre heimische Zone. Arten wie Ai Ian thus 
gland ulosa, Rhustyphina, Catalpa syringae folia, Brous- 
sonetia papyrifera verlieren ihr Laub, das durch Gefrieren sofort ge- 
todtet und schwarz wird ; gleich beim ersten Frost und haben daher 
weniger Aussichl, sich mit der Zeit im Norden zu acclimatisiren. 

Wenn wir nun finden. dass sich das Laub der Birken, Buchen, Eiien, 

7 7 7 

Ahorne, der gemeinen Esche, des Haselnuss-Strauches, der Larche. Eber- 






esche u. a. in Mittel- und Nordeuropa verhaltnissmaBig frtlh, niimlich mil 
Anfang Oktober oder schon friiher gelb zu farben beginnt und im Laufe 
dieses Monats abfallt, wahrend Pyramidenpaj)peln, Flieder, Waldrebe, 
Goldregen, Hollunder und Rainweide (Liguster) noch grUn sind, so konnen 
wir nicht umhin, diese Diflerenz mit der Geschichte und Ilerkunft der be- 
trefl'enden Gevvachse in Yerbindung zu bringen, indem wir annehmen, 
dass letztere sich in frUheren Zeiten unter entsprechenden klimatischen 
Verhiiltnissen die lange Yegetationsdauer angeeignet haben und durch Ver- 









• 







































Uber deu combin. Einfl. der Wiirme u. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Periode der Pflanzen. 123 






erbung der erworbenen Eigenschaften gegenwartig noch, wenigstens theil- 
weise, daran festhalten. Wie leicht sich aber die von einem Individuum 
erworbene Fahigkeit, das Laub im Herbste langere Zeit zu behalten, durch 
viele Jahre und Vegetationsperioden hindurch forterhalt, sehen wir oft 
genug an der Kastanie, Aesculus Hippocastanum, unserer stadtischen 
Alleen. Wir bemerken namlich sehr haufig, dass in grofien, halber- 
wachsenen Exemplaren gepflanzte Baume im Frtlhjahr, sei es wegen des 
verstiimmelten Wurzelsystems, sei es aus anderen Ursachen, mehrere 
Wochen spiiter ausschlagen als die tibrigen Baume der gleichen Art: meist 
offnen sich die Blattknospen erst dann, wenn andere Baume schon in BlUte 
stehen, aber es ist die Retardation des Triebes nicht bei alien neu ge- 
pflanzten Baumen gleich, bei einigen betragt sie nur 1 Woche ungefahr, 
bei anderen 2, 3 bis 4 Wochen, je nach der Zeit der Anpflanzung, wie es 
scheint, und nach dem Grade der Stoning, vvelche der zur Verpflanzung 
ausgehobene und zugestutzte Baum in seinem Organismus erlitten hat. 
Solche Baume tragen aber ihr grllnes, unversehrtes Laub noch im Novem- 
ber, denn es ist zu dieser Zeit noch unreif und widersteht daher wieder- 
holten Frosten, um endlich ohne vorherige Verfarbung dem Drangen des 
Winters nachzugeben. Und jedes Jahr gevvahren dieselben Baume dieselbe 
Erscheinung, dieDifferenz gegen andere wird selbst nach 30 oder 40Jahren 
nicht weniger augenfaliig. 

In gleicher Weise fallt auch das Laub des Flieders, des Ligusters, der 
Cydonia japonica u. a. bei uns ohne vorherige Verfarbung, also in 
nicht vollig ausgereiftem Zustande. Fiigen wir noch hinzu, dass sich der 
Liguster (L. vulgare), der Hollunder (Sambucus nigra) und manche 
andere im FrUhjahr bei uns nicht spater belauben als anderes (einheimi- 



r 



sches) Gestrauch, so erscheint die lange Vegetationsdauer dieser Arten gar 
seltsam im Yergleich zu der viel ktlrzeren Periode der neben ihnen vege- 
tirenden Eberesche (Sorbus aucupa ria), Alnus incana, Betula 
alba etc. Das Seltsame dieser Erscheinung wird nur durch die obige 
Annahme erklarlich. Freilich suchen wir vergeblich in den Annalen der 
Botanik nach der Angabe jener Zeit, wann die genannten Arten in die 
Ebenen und ins Httgelland des mittleren Europa eingewandert sind: es 
kann in einer der fruheren Erdperioden geschehen sein, wobei sich die 
Pflanzen an die klimatischen Verhaltnisse ihrer secundaren Heimat adap- 
tirten, ohne die Fahigkeit erlangt zu haben, den Warmeverbrauch nach 
dem Vorrath, den sie an den secundaren Standorlen vorfinden, einzu- 
richten. Es mtlssten sonst z, B. Sorbus aucupa ria und Li gust rum 
vulgare an demselben Orte, den sie mindestens etliche Jahrtausende 
lang bewohnen, gleiche Vegetationsdauer haben. Dass sich aber urspriing- 
lich beide Arten in derselben klimatischen Zone die so verschiedene Vege- 
tationsdauer angeeignet batten, ist gar nicht denkbar, weil wir wissen, 
dass Temperatur und Insolation auf die Dauerhaftigkeit und sonstige Be- 
schaffenheit des Laubes direct einwirken. ] 





















1 












^ 
























124 


















Franz krusan. 












Der Liguster ist in ,Sttdeuropa ein immergrUDer Strauch, in den kiilter 
gemaBiglen Regionen wirft er aber im Spatlierbst oder Winter das Laub 
ah, und zwar urn so frtiher, je kalter die Zone 1st, die er bewohnt. Andc- 
rerseits ist bekannt, dass der Laubfall audi bei nordischen Arten im Silden 
spater eintritt. Die inlensivere Warme in Verbindung mil einem slarkeren 
Liehlc verlangert also die Functionsdauer der Blatter, vvobei diese aller- 
dings zugleich in ihrer Gonsistenz und Widerstandsfahigkeit gegen die 
Trockniss durch starkere Cuticularisiruug eine enlsprechende Modification 
erfahren. 

Wir mtlssen aber annehmen, dass unter Umstanden die Eigenschaft 
derbe, verdiekte und ziihe Blatter mil langer Functionsdauer zu bilden, 
permanent wird, d. h. derart fixirt, dass die Pflanze, audi wenn die 
ursprtinglichen Lebensverhaltnisse wiederkehren. keine Umbildung im ent- 
gegengeselzlen Sinne mehr erfiihrt. Das wird naltirlich nur moglieh sein 
wenn sie durch eine aufterordentlich lange Reihe von Genera- 

- 

tionen hindurch unter Verhaltnissen gelebt hat, welche die Semper* 
virenz fdrdern; in gleicher Weise wird eine Art mil periodisch ab- 
fallendem Laube nur dann unter klimatischen Verhaltnissen, welche die 
Sempervirenz begllnstigen, nicht mehr riickschlagen, d. h. nicht eine 
immergrttne Pflanze werden, wenn jene Agenlien, welche bei ihr einmal 
den periodischen Laubwechsel herbeifiihrten, durch eine auBerordent- 
lich lange Zeit hindurch auf sie eingewirkt haben. 

So ist z. B. die Sempervirenz der Coniferen permanent oder stabil, 
obschon in den gemaBigten Zonen klimatische Einfltlsse herrschen, welche 
viel mehr eine Laubbildung fordert, wie sie den Lignosen mit periodisch 
abfallenden Blattern eigen ist, Hiitlen immer nur solche klimatische Yer- 



y 






j > 



* 



hallnisse in Mitteleuropa und inrNorden stattgefunden wie gegenwartig, 

so wQrde ein Pflanzentypus von der Natur der immergrilnen Coniferen 

sicher nicht existiren, er ware unmoglich, allein wenn wir an die Urzeit 

denken, wo Mitteleuropa zu einer gewissen Zeit eine Temperatur besaB, 

wie heutigen Tages die Tropen, oder gar an die noch altere Periode, als 

die Erde rings um die Pole die erste Baum- und Strauchvegetalion zu er- 

zeugen vermochte, wo mit tropischer Warme sich die Wirkung eines 4 bis 

6 Monate lang continuirlich anhaltenden Lichtes vereinte, so dass bei der 

mehr als genttgenden Feuchtigkeit, die damals den ersten Gewachsen zu 

Gebote stand, eine Unterbrechung der organischen Thiitigkeit nicht mog- 
lieh war, 

versetzen, so werden wir begreifen, dass unter solchen Lebensbedingungen 
die Pflanze nur derbe, ziihe und persislirende Blatter hervorbringen konnle, 
Damals entstand hochst wahrscheinlich der Typus der Lycopodiaceen mit 
ausdauernden Blattern, der Typus der Coniferen, der Typus der Gewachse 
mit permanenler Sempervirenz iiberhaupt. Hatten aber solche Zustiinde 

A 

nur kurze Zeit gedauert, so hatte der Typus mit bleibenden Blattern in 
einen solchen mit periodisch abfallenden umgeschlagen, und wir wiirden 



w r enn wir uns in diese Periode der Erdgeschichte im Geiste 






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Uber den combin. Einfl. der WSirme u. des Lichtes auf die Dauer der jahrl. Periode der Pflanzen. 125 

gegenwartig von Goniferen nur solche, die sich vor Anbruch des Winters 
entlauben, wie Ginsko und die Larehe, in den verschiedenen Floren- 

gebieten huben. 

Es scheintj dass der Ursprung der stabilen Sempervirenz bis in jene 



Urzeiten zurtlckreicht und im iiuBersten Norden oder i 



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(im arktisehen und antarktischen Gebiete) seine Wiege hat; denn in den 
Tropen einpfangen die Pflanzen nur ein 11- bis 13stiindiges Licht mit tag- 
lichen 11- bis 13sIUndigen Unterbrechungen; die Cuticularisirung und 
Verholzuniz der Blatlgewebe, vvelche die mit dem Licht combinirt gestei- 
gerte Warme des Tages bewirkt, wird durch eine Art RUckbildung wah- 
rend der mehrstUndigen Abwesenheit des Lichtes paralysirt, die Dauer- 
haftigkeit des Blattes hierdurch verringert. Dieses wird zvvar langer am 
Zweige hangen, als bei mitteleuropaischen oder nordischen Biiuinen und 



nen 



miiBigen Grad 









Strauchern, aber, sobald die Temperati 
herabgesunken ist, abfallen. 

Arten, welche sich als Gewachse mit periodisch abfallendem Laube in 
der Yorzeit zwischen den Wendekreisen angesiedelt haben, dtlrften es 
wahrscheinlich nie zu einer stabilen Sempervirenz bringen oder je ge- 
bracht haben; solche Arten werden nur in den Tropen immergrUn sein, 
in den gemaBigten Zonen dagegen in periodisch laubwechselnde Uber- 
gehen, und umgekehrt dtlrften aus den letzteren, wenn sie in tropische Re- 
gionen gelangen, nach einer sehr langen Reihe von Generationen immer- 
grtine For men entstehen (mit relativer oder inconstanter Sempervirenz). 
Beispiele hiezu liefern Ligustrum vulgare, der Pfirsichbaum und selbst 



unsere Apfelbaume in den vviirmeren Zonen 



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Pflanzen mit stabiler Sempervirenz kommen nicht nur in den Tropen, 



i) Die Apfel- und Birnb&ume verlieren in der Mehrzahl auf der Insel Madeira bis 
Anfangs December das Laub, oder es hangt dieses vcrgelbt und verdorrt an denZweigen. 
Noch Ende Mlirz (schreibt 0. Heer, uber die periodisclien Erscheinungen der Pflanzen- 
welt in Madeira, p. 11 — 12; sah ich auf einer Reise durch den ostlichen Theil der Insel 
keinen einzigen bluhenden Baum der Art. Erst am 7. April ging bei Funchal allgemein 



Von dieser Re»el kommen indessen sehr auffallende Ausnahmen vor. Es giebt 



das Blust (Bliite) derselben auf, also nur etwa 20 Tage friiher als im Durchschnitt in 
Glarus in der Schweiz. Die Fruehtreife dieser Baume soil in der Kegel auf den August 

fallen. 

namlich einzelne Apfel- und Birnsorten, welche zweimal im Jahr, im Friihling und im 
Herbst, bliihen und Frucht tragen, und eine Sorte von Apfel n, welche das ganze Jahr 
hindurch in Blute und Frucht steht, wobei die B&ume immer belaubt bleiben. Ich babe 
selbst einen solchen Baum im Garten des Consuls Veitsch gesehen. Birnen von erst- 

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senannten Baumarten kamen schon Ende Februar auf den Markt und ebenso Mitte M&rz 

reife Apfel, Jedoch sind dies, ich wiederhole es, Ausnahmen , und weitaus die meisten 

Birn- und Apfelbaume halten Winterruhe wie bei uns. Diese Ausnahmen zeigen aber, 

dass doch solche Btiume nach und nach dem Klima sich anpassen konncn, denn auf 

diese Weise glaube ich diese scheinbare Anomalie erkttiren zu miisscn. Baume letzterer 

Sorte mftsen von Individuen herriihren . die durch vicle Generationen hindurch auf der 






Insel fortgepflanzt wurden. 

Auf der Insel Madeira ist der kalteste Monat nur ungefahr 8 ° C. kalter als der warmste, 

die mittlere .Tahrestemperatur betragt nahe 20° C. 




































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126 



Franz Krasan. 





















V i t i s I d a e a . Empelrum nigrum, 



sondern audi in den gemaBigten und selbst in den kalteren Zonen vor; es 
sind dies auf der nordlichen Halbkugel auBer den Goniferen (mit Ausnahme 
der Larche und des Gingko), die bis an ihre obere Grenze in der subark- 
tischen, resp. alpinen Region die Sempervirenz behalten, die Eriken, Rho- 
dodendron und Azaleen, Arctostaphylos officinalis, Vacciniuni 

Andromeda poli folia, Po- 
ly gal a Chamaebuxus, Buxus semper virens, He d era helix, 
Ilex Aqui folium und noch mehrere andere. Die groBten Gegensiitze 
im periodischen Wechsel der Temperatur wahrend des Jahres vermochlen 
im Laufe vieler Jahrtausende die Sempervirenz soldier Gewachse nicht 
aufzuheben. Lelztere verkUndigen uns gegenwartig durch ihr unler alien 
Umstanden immergrtlnes, derbes und zahes Laub mit verdickter Epidermis 
und langer Functionsdauer, wie die klimatischen Yerhaltnisse urspriing- 
lich in jenen Gegenden der Erde beschaffen war en, die als Schopfungsherd 
ihrer Sempervirenz angesehen werden konnen; da sie das Geprage einer 
anhaltenden und machligenWirkung des mit erhdheterWarme combinirten 
Lichtes an sich tragen, so konnen wir nirgends sonst als im hohen Norden 
ihren Ursprung suchen, in den Polargegenden , wo durch mehrere Monate 
hindurch das Licht ununterbrochen auf dieselben einwirkte, und zu einer 
Zeit als die Temperatur der Erde urn 35 bis 40° G. hoher war als gegen- 
wartig. 

Eilie Reminiscenz an diesen primordialen Entwicklungsvorgang finden 
wir nodi jetzt in der Dimorphie der Blatter des FrUhjahrs- und des 
Sommertriebs bei mehrerenQuercus-Arten. Wie wenig wurde bisher diese 
hochinteressante Erscheinung beachtet! 

Im Allgemeinen besteht dieselbe darin, dass die im Frtthjahr bei ge- 
ringer Warme und maBigem Licht entwickelten Blatter weich, dUnn und 
membranos werden und auch den ganzen Sommer und Herbst so bleiben, 
wahrend die des Sommertriebs eine derbe, lederartige Consistenz anneh- 
men, naeh und nach steif werden und eine sehr verdickle Epidermis mit 
glanzender Oberflache erhalten, dass sie Uberhaupt Eigenschaften erlan- 
gen ; wie sie nur das Laub lorbeerartiger Gewachse besitzt. Hand in Hand 
geht mit dieser subslanziellen Modification des Blattes auch eine merkliche 
Formtinderung, so sind die Blatter des Sommertriebes bei Q. Ilex denen 
des Olbaumes meist sehrahnlich, bei Q. Vergi liana Ten. sind die Blatter 
des Sommertriebes viel schmaler als die ttbrigen, haben langliche, gleich- 
maBige, welligkrause und spilze Lappen (sie nahern sich in ihren Umrissen 
der Lorbeerform), wahrend jene des FrUhjahrstriebes eirund bis liinglich 
sind, mit abgerundeten ganz slumpfen Lappen l )* 









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1) Q. Vergil iana kommt in Italien und (nach Freyn 1. c. pag. 1. c, pag. 1 85) in 
Istrien vor. Sie findet sich nicht minder auf den Kalkgebirgen bei Cilli in Steiermark 
neben einer zweiten sehr Hhnlichen Form mit stumpfen, sehr verkiirzlen Lappen der 
Bommertrieb-Blatter, 



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Cber den combin. Kind, d&r Warme u, des Lichtes auf die Daner der jahrl. Periode der Pflanzen. 127 






Diese Beispiele und Betrachtungen mbgen geniigen, um zuzeigen, wie 
fruchtbar das Studium der periodischen Phanomene (Phanologie) des Pflan- 
zenreichs werden kann und was insbosondere die Geschichte der Pflanzen 
von ihr zu erwarten hat. Doch muss dasselbe anders betrieben werden als 
bisher, und vor Allem sollte man das bis in die neueste Zeit angestrebte 
Ziel, das Auffinden einer praktischen Formel, welche die Beziehungen zwi- 
schen der Zeitdauer der verschiedenen Entwicklungsphasen und der Tem- 
peratur fur alle Pflanzen aller Zonen auszudrUcken geeignet ware, vollig 
aufgeben, denn eine solehe Formel ist ebenso wenig auffindbar als der 
Stein der Weisen; dagegen werden wir an der Hand der Pliysiologie , die 
ihre Schltisse auf die organische Natur der Pflanze selbst baut und die Ur- 
sachen der periodischen Phanomene nicht aus gewissen meteorologischen 
Daten allein, sondern audi aus dem Warmebedurfniss der Pflanze, das be- 
kanntlich verschieden ist, sowohl nach Gattung und Species (auch nach 
Form und Varietat), als auch nach der Entwicklungsslufe der Pflanze, aus 
deren Abstammung und dem Grade der Anpassung an die bestehenden 
klimatischen Verhaltnisse ableitet, — viel sicherer gehen. 

Ebenso illusorisch wie die Aufsuchung obiger Formel erweist sich der 
Versuch einer Reduction der Blttte- und Fruchlreifezeilen zahlreicher in 
erofier Entfernun^ von einander vorkommender Arten auf einen Normalort 



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in Form eines Pflanzenkalenders. Es genttgt, wenn man constatirt, dass 
die Art A am Orte an dem oder dem Tage durchschnitllich nach mehr- 
jahrigen Beobachtungen sich zu belauben, zu blUhen, ihre Frttchte auszu- 
reifen und sich zu entlauben beginnt, sobald auch die geographische Lage 
des Ortes und dessen Hohe ttber dem Meere angegeben wird. Kann man 
auch noch hinzuftigen, ob die Localitat, wo die Pflanze beobachtet wurde, 

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frei, sonnig oder schattig, nord-, stld-, ost- oder westseitig gelegen ist, so 
sind die erforderlichen Elemente hiemit ziemlich vollstandig gegeben 1 ). 



1) Bet Feststellung der Daten liber die Entlaubung derBaume und Straucher wird es 
sich empfehlen, auch die Fruchtbarkeit des Bodens zu berticksichtigen , da solehe Ge- 
wachse notorisch ihre Blatter auf magerem Boden 1 bis 2, unter UmstSlnden sogar 3 
Wochen friiher abstoBen als auf gedungtem, was sich besonders bei Weinreben, denen 
gediingt wird, wie nicht minder bei Ahorn-, Viburnum-, Crataegus-Arten etc. der Park- 
anlagen im Vergleich mit den gleichnamigen Species, die unter gleichen klimatischen 
Verhaltnissen im Freien vorkommen, in augenfalliger Weise zeigt, selbst die Frucht- 
reifezeit wird von der niihrenden Beschaffenheit des Bodens beeinflusst. Natilrlich 
werden die Wirkungen dieses Agens hauptsachlich dort, wo die Pflanze ihre heimische 
Zone (Normalzone) bewohnt, in unverkennbarer Weise hervortreten und bei ammoniak- 
liebenden Gew&chsen oder Ruderalpflanzen viel mehr als bei anderen. Sambucus 
n igra z. B. ist eine Pflanze, deren Normalzone nicht warmer ist als IV, aber auch nicht 
kalter als IV, denn sie kommt im siidlichen Istrien, bei Gdrz und Wien im Monate Mai 
zur Bliite, bei Gorz nur 2 Wochen friiher als bei Wien. In den ThSlern der Alpenlander 
vegetirt also der gemeine Hollunder unter klimatischen Verhaltnissen , welche dem Op- 
timum theils entsprechen, theils sehr nahe stehen. Man wird aber flnden, dass die 
Friichte um so friiher reifen, je nSher die Pflanze bei den Hausern , Diingerhaufen, Ab- 
zugsgraben u, dgl. wachst. An den schattigsten Stellen der Nordabhiinge werden die 



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128 






Franz Krasan. Cber derrcombin, Eiiifluss tier Wiirme uud des Lichtes etc. 









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Allerdings ware es auch erwilnscht zu erfahren, bei welcher Tempe- 
ratur die Pflanze jede ihrer Entwicklungsphasen beginnt, allein Beobach- 
tungen dieser Art konnten sich naturgemiiB nur auf wenige Species er- 
strecken, vviiren iiberhaupt nur dort durchftihrbar, wo die meteorologischen 
Verhaltnisse einer besehriinkten Localitat dureh einen laneeren Aufenthalt 















des Beobachters genau beslinmit werden konnen. 

Stels vvird man aus wenigen aber moglichst genau phanologisch be- 
stimmten Arten (aus verschiedenen Zonen und Gruppen) einen groBeren 
Nutzen Ziehen, als aus sehr vielen (eine groBe Zahl von Arlen betreflenden) 
Beobachtun^en, wenn diese nur oberflachlich oder car von verschiedenen 
Beobachlero nach verschiedenen Methoden angesteJlt wurden. Moge sich 
darum von nun an die Phanologie einer groBeren Theilnahme von Seite der 
Naturfreunde erfreuen , damit die Geschichte der Pflanzenwelt an ihr eine 
brauchbare, Erfole verheissende Handhabe gewinne. 









Hollunderbeeren friiher schwarz als an den sonnigsten Stellcn auf der Sudseite, wenn 
erstere Localitiiten einen fruchtbaren, ammoniakreichen Boden darbieten, letztere aber 
nur steinig, felsig oder sandig sind, oder gar fern von Hausern, Garten, Feldern liegen. 









— Ahnliches beobachtet man auch bei Rhamnus catliartica 



Wurden diese 






























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Arlen ihrer Herkunft nach warmeren Zonen angchoren , so mdchten ihre Fruchte wohl 
an sehr schattigen, nordseitig gelegenen Orten auch bei grtiBerer Fruchtbarkeit des Bo- 



dens und bei bedeutenderem Ammoniakeehalt der Luft softer re i f werden als an den 
sonnseitig gelegenen warmeren Localitaien, auch wenn diese ode, unfruchtbar und 
fern von den menschlichen Niederlassungen gelegen sein sollten, weil in diesem Falle 

die fordernde Wirkung der gesteigerten Wiirme jene eines fruchtbaren Mediums iiber- 
Ireffen miisste, 

Ein sehr reichliches Material pllanzenphanologischer Beobachtungen von zahl- 
reichen Stationen der osterreiehisch-ungarisehen Monarchic, vom unerimidlich thiitigen, 
nun verewigten C. Fritsch gesammelt und geordnet, findet sich in den Denkschriften 
der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in W'ien, mathematisch-naturwissenschaft- 
liche Classe, von 1852 bis 1874 niedergelegt, auBerdem ein Bliitenkalender von 192 
Baum- und Straucharten fiir 37 Stationen des osterreichischen Kaiserstaates, 1869. 
(Mittheilungen der k. k. geographischen GesellscJiaft in Wien, X.) 

Zahlreiche, sehr beachtenswerlhe Ergebnisse der Beobachtung liber Boden und 
Klima in ihrer Riickwirkung auf die Ptlanze sind bereits von Dr. H. Hoffmann in der 
Botan. ZeiWig 1865 (Beilage) zusarninengestellt worden. 
























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Berichtigung. 






In der Abhandlung von Prof. Krasan, Bot. Jahrb. Bd. II, S, 202, Zeile 10 von oben 
muss es ungleichm&Big anstatt gleichmaBi g heiGen. 


















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Fig.. I Tediu cornucopias D.C.;Fig. (i. Phu iritis hrachg stemon^ Fi.sch.et Meg., 
Fig. 7. PL .samolifoUu Benth . etHoofc. Fig.S.Astrepliia eJuierophglloiries D. C. f 



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Yerlag v. WilK^Engelmann, Leipzig 



Lith, An st v J.G.Bach, Leipzig 




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Verlag von Wilhelm Enerelmann. 

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Ausgegeben den 9. Juni 1882- 















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Inhalt. 



Aemilio Koehne, Lythraceae monographice deacribuntur. /:)' • • .129 

Prof. Schenk, Uber Medullosa elegans .156 

Ubersicht der wichtigeren und umfassenderen, im Jahre 1881 uber Systematik, 

Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erchienenen Arbeiten. II . . . 162 



1 1 



Bemerkung. 

beiter erhalten fur ihre 



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Bogen , sowie auf besondern Wunsch eine An 



zalil (bis zu 20) Separatabziige. Abkandlungen , die als Dissertation 
bzw. Habilitationsschriften erscheinen, werden nicht honorirt. — Alle 






,krbiicker« werden an den 



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Herrn Prof. Dr. Ad. Engler in Kiel erbeten. 

Tiber Zweck, Inhalt, Erscheinungsweise etc. der Jakrbucker ver- 




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breitet sich ein Prospect, der durch alle Buckhandlungen bezogen 



werden 



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Einige Autoren haben sich erboten , dem Herausgeber kurze Inhaltsan 

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gaben 



ihrer Schriften zukommen zu lassen. Dieselben sind sehr erwunscht, namentlich 



dann 



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desselben 







erschwert. Es ist jedoch nothwendig, 

ies Werkes beim Herausgeber einlaufer 



nichl spater, 



als Va J ahr nach der Publicirung 









Kleinere , fur die botanischen Jahrbucher geeignete Beitr'age finden iraraer 



baldige 






Dh 



meldung beim Herausgeber nothwendig, da ein Theil des in den nachsten Heften 
zur Verfiigung stehend 



. 



Ki el , den 1 5. Marz 1881. A. Engler 






. 






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Charles Darwin's Correspondenz. 

* 

Mir liejrt sehr viel daran ? von meinem Vater , dem verstorbenen 



Charles Darwin, an seine deutschen Correspond 



Ich verpflichte mich dazu, die Briefe nach Anfertigung euier Ab- 
schrift zuriickzusenden und verspreche auch, dass nicht em einziger 

- ft. * -.«__«• r -m 



Satz aus 



d 



fitimmunff 1 derer, welche mir die Briefe anzuvertrauen die Giite batten. 






Dieienieen, welche geneigt sind, mich zu unterstiitzen , werden 



besonders gebeten , alle Briefe direct an mich zu S chicken. 



ganz oesonuers ^eueien , 







auto- 



Francis Dar win, 



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Down. Beck 






5. England. 



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LYTHMCEAE 









monographice describuntur 



ab * 



Aemilio Koehne. 















VI. CUPHEA. 



Addenda et corrigenda 1 ). 



• 






• 



1) Engler's Botanische Jabrbiicher vol, I, p. 439 sub Sect* V. Brachyandra 



tribus lineis deletis hasce inseras: 



3na, 4na v. 5na, 4 — 8 mm. lg.: 8. 









7. Folia 



inferiora opposila, cetera sparsa; I7 b . 



omnia opposita.f exalata v. angustissime marginata 
Seminalae\ia,\ circumcirca alata : 18. 

Ibidem ante Sect. 3. Balsamonellam inseras: 



Subs. 4 . 
Subs. **>. 
Subs. 2. 
Subs. 5. 









Subsect. 2 b . Lythrocupheopsis. 

i 

17 b . Setnina valide tuberciilata. Racemi distinctissimi ; flores paribus valde 



dissolutis sparsi. 



231. C. circaeoides ** , 



2) Vol. I. p. 442 sub Sect. VIII. Nr. 169 deleatur: »C. circaeoides* et scribatur: 
C. prunellifolia **« 

3) Vol. II. p. 169 sub Nr. 169 (93) deleantur nomen synonyma iconesque citata et 
scribatur: 

169 (93). & prunellifolia SH.! (C '. prunellae folia) 1833, 108 (90); Wlp. rep. 
2. I06. 

Svnnn, C. circaeoides Koehne 1877, 295 ; non Smith et Sims, cf. Nr. 231. 

leones. Koehne t, 54, f. 2, et atl. ined. t. 37. f. 169, 

Sub hujus speciei distributione geographica deleatur: »Pernambuco sec. Sims«. 












4) Vol. II. p. 143 ante »Subs. 3. Balsamonella« inseratur: 









1) Diesen wichtigen Nachtrag, welcher durch Untersuchung neuen, vonGlaziou 
gesammelten und im Herbarium des Herrn Professor Eichler befindlichen Materials 
nothwendig geworden ist, mochte ich schon jetzt an dieser Stelle einschieben. Die 
ubrigen Nachtrage und Verbesserungen warden am Schluss der Monographie zusammen- 
jzestellt werden. 



Botanische Jahrbucher. III. EI. 






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Aemiltus koeliuo. 









Subs. 2 1 . Lythrocupheopais. 



Folia inferiora opposita, superior a paribus valde dissolutis 

spar set* Rami extraaocillares. Racemi simplices terminates distinctissimi, 

>res paribus valde dissolutis snarsi. Calyx 



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7: 



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Stylus 



dimidio ovario brevior. Ovula 4. Semina valide tuberculatum an- 

jj;uste marginata (quod in seclione transvcrsali vides). (Ovarii apex dorso 
haud gibbus). — Herba annua. 

231 (Guphearum n. 150), inserenda post n. 110 (34). Cuphea circaeoides 

Smith ms., ed. Sims 1812, bot. mag, 48. t. 2-201 *); DC. prod. 3. 84; — non Koeime 

(cf. supra p. 129), 

Icon. Sims 1. c! Koehne all. ined. t. 22 1. 231. 



1) Diese von eincr ganz unbrauchbaren Diagnose begleitcte Abbildung glaubte ich 
fruher als ungeniigende und oberflachlich gezeichnete Darstellung \on ('. prunelli folia 
St. Hil. betracliten zu dtirfen. Als ich jcdoch 4 Exemplare der von Glaziou unter 
Nr. 12679 gesammclten Pflanze zur Untersuchung erhielt , erinncrten mich dieselben 
sogleich wieder an die Sim s'sche Abbildung, welche ich nun von neuem verglich, Es 
ergab sich, class von den uberaus charakteristischen und einzig dastehenden Merkmalen 
der G 1 a z i o u'schen Pflanze die auBerlich wahrnehmbaren in vdllig anverkennbarer 
Weise in jener Abbildung hervortreten , sodass nicht der geringste Zweifel mehr bleibt, 
dass die Glaziou'sche Pflanze den Namen C. circaeoides Smith erhalten muss, von der 
C. prunellifolia St. Hil. aber giinzlich verschieden ist. — Die echte C, circaeoides ist eine 
ganz merkwurdige Art, vielleicht die merkwiirdigste der ganzen Gatlung, da sie in der 
deutliehsten Weise den genefischen Zusammcnhang zwischen den beiden Untergatlungeu 
Lythrocuphea und Eucuphea darlegt. Ihren Charakteren nach gehort sie namlich zwei- 
fellos zur Sect. V. Brachyandra; daneben hat sie aber noch einige Eigcnschaften der 
Lythi ocupheen behalten , welche sie als einen sonderbaren Mischtypus erscheinen 
lassen, namlich 1. besitzt sie den Habitus von C. racemosa oder C. origanifolia; 2. hat 
sie die durchweg extraaxillaren Zweige der Lythrocupheen , 3. hat sie deren opponirte, 
allerdings aber durch Auflosung der Blattpaare zu verstreuter Stellung gclangte Bliiten- 
stiele, eine Stellung, die einzig in der ganzen Gattung dasteht und nicht etwa eine zu- 
fallige Missbildung, sondern ein Artcharakter ist, da sie sich an den Exemplaren von 
Pernambuco, an denen von Rio de Janeiro und an dcm bei Sims ab&ebildeten, in Enc- 
land aus Samen gezogenen Exemplar gleichmaCig wiederfindet, 4. hat sie die einfacheu 
Hochblatttrauben der C. racemosa; 5. sind ihre 9 Ventralstamina gleich lang vvie bei 
den Lythrocupheen; 6. zeigen ihre ziemlich groCen Samen auf der Oberhaut die War- 
zenbildung, die sich nur bei den ubrigens stets viel klcineren Samen vieler L\thru- 
cupheen wiederfindet; endlich 7. stelit die Blattform der von C. racemosa sehr nahe, 
audi die langen Blattstiele finden sich bei dieser Art wieder. 



In der Eucupheen- 

Section Brachyandra ist cs die Subsect. Balsamonella, welcher C. circaeoides am u&chsten 
stelit. Die Kelche sind denen von C. elliptica ungemein ahnlich, die gleiche Lange der 
9 Ventralstamina findet sich bei C. Grisebachiana wieder , die Gestalt des Fruchtkelchs 
bei C. Balsamona, die Lange der Blattstiele bei C. leptopoda , die auch sonst ahnlich zu 
sein scheint. Auch die Verwandtschaft der Subsection Balsamonella mit der daraus 

abzuleitenden Section Pseudocircaea w ird durch C. circaeoides noch deutlicher als durch 
die bisher bekannten gegenseitigen Beziehungen. 
























I 















Lythraceae. VI. Cuphea (Addenda). Nr. 231. 



131 









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(Vidi specimina 4) . Caulis 25— 40 cm. Ig., erectus, gracilis, sim- 
plex v. apice parce ramosus, ut rami pubescens et viscido-hirtellus. Rami 
altera i, internodio sequent! plerumque toti quisque coadnatus, caulem super- 
antes. — Folia internodiis duplo triplove circ. longiora, inferiora opposita, 
superior a paribus valde dissolutis sparsa, petiolis 10— 22 mm. longis, ut 
caulis vestitis, tenuibus insid. , basi rotundata v. manifeste cordata, ovat;i 
v. oblonga (circ. 30—50 mm. : 13—29 mm.), aculiuscula et interd. parum 
acuminata, tenuiter membranacea, subtus pallidiora, mol liter tomentoso- 
puberula, supra insuper pilis parvis rigidulis procumbentibus adspersa. 
subt. in nervis magis pubescentia; nervi subt. prominuli, laterales utrin- 



secus circ. 6 — 8 paralleli. 
sp 



Racemi dislinclissimi 



? 



/> 



3 mm. longae v. infimae paullo majores. an- 
guste v. angustissime lineares; pedicelli valde extraaxillares, 2— 3mm. ly., 
pubescentes , mox horizontaliter patentes saepissimeque apice ad colli cygnei 
instar incurvati; prophylla minuta linearia, pedicello ad v. supra '/•> inserta. 
Calyx basi vix gibbus, initio angustus, ventre vix concavus, dorso 
subconvexus, supra Va coarctatus, in nervis prominulis hispidus pilis ex 
parte glanduliferis, inter nervos glaberrimus, intus supra stamina ex parte 
arachnoideo-villosus, infra stain, glaberrimus; fructifer valde fusiform i- 



incrassatus, versus apicem conico-angustatus clausus ; 



lobi brevissimi 



mucronati. dorsalis ceteros superans, quare os obliquum; appendices mi- 



nutae calliformes. 



'/: 



vix superantia. 



anguste elliplico-lanceolata obtusiuscula , 4 ventralia dorsalibus paullo 



minora, purpureo-violacea, fugacia. 



/: 



lineae deorsum manifeste convexae inserta; filamenla brevissima, tubi 
'/ 3 circ. aequantia; 2 dorsalia subh< 



villosiuscula. Vesiculae nullae. 
laberrimum. Discus erectus, o 



— Ovarium sat angustum, ut stylus 
► arii circ. ! / 5 aequans, ovato- triangularis. 

supra sub-excavatus ? subtus obluse carinatus. Semina 2 mm, lata, orbi- 

cularia, castanea v. fere nigra. 

In umbrosis. Bras. extr. Pernambuco: rara sec. James E.Smith I.e. (col- 
lecta a Wm. Swain son et ex ejusdem seminibus culta in Anglia a Mrs. Mac tie, 
Norwich); Rio de Janeiro! 
















































«,* 









* 



























ft I 












132 



Aemilius Koehne, 



TRIBUS I. LYTHREAE ')• 

Subtribus II. Diplusodontoideae. 

Semina a dorso complanata, undique ala tenui v. ra- 
rius [Pemphis) valde incrassata cincta. Fructus maturi 
placenta valde depressa ac dissepi menta valde incom- 
pleta. Calyx non semper persistens. Flores semper acli- 
nomorphi. 

Till. PEMPHIS Forst. 

1776, charact. gen. plant. 67; Juss. gen. 331; Vent, tabl. 3. 299; DC. prod. 3. 89; 
Roxb. fl. Ind. 2. 465; Wt. Arn. prod. \. 306; Meissn. gen. 118(84); Endl. gen. 1200; 
Blanco fl. de Filip. ed. 1., 410, ed. 2., 285; Blume mus. Lugd. 2. 128; Tul. ann. sc. 
nat. ser. 4., 6. 132; Mq. n. Ind. Bat. suppl. 328; Benth. fl. Austr. 3. 300; B. H. gen. 
1780; Hrn. in 01. fl. trop. Afr. 2. 482; Baill. hist. pi. 6. 434 et 453; S. Kurz for. fl. brit. 
Hurnia 1. 518; Clarke in Hk. 11. Brit, Ind. 2. 572. 



Synon. Mangium Rumph. 1743, Amb. 3. 126. 



Lythri spec. L. fil. 1781, suppl. 



249; Forst. 1786, prod. n. 205; Lam. ill. t. 408; W. spec. 2. 867; Poir. enc. hot, 6. 



457. 



Melanium Spr. 1825, syst. 2. 455, non P. Browne. 



ic. 6. t. 1996. — Millania hb. Zippel sec. Blume 1. c. 



Macclellandia Wt. 1853, 



Flores 6meri heterostyli dimorphi. Calyx campanulatus v. cyathi- 
formis, sat coriaceus, 12sulcatus (sulci's binis in lobi cujusvis apice con- 
fluentibus), persistens; lobi late breviterq. triangulares, sub fructu interd. 
reflexi; append, brevissimae v. breves corniformes. Petal a 6, suborbi- 
culari-obovata, in alab. inflexa et corrugata, calycem aeq. v. longiora. 



ifra tubi V. 



aut episepala lobos 



epipetalaque sinus vix superantia, aut epis. sinus aequantia epipelalis 
brevioribus; antherae late ellipticae, dorso affixae, connectivum dorso 
latum, facie angustum. Ovarium brevit. stipitatum s. subsessile, glo- 



bosum, glaberrimum, paene uniloculare; stylus aut ovarii t/ 2 



Iplum, aut 



ejusd. 2plum fere aeq., stigmate duplo crassiore bilobo. Dissepimentorum 
3— i vestigia angustissima ; placenta ovarii y 2 haud attingens. Capsula 
obovato-ellipsoidea v. subglobosa, vix exserta, pariete inferne tenui su- 
perne crassiore, circamscissa. Semina numerosa, cuneato-compressa; testa 
cir cum circa in alam sat angustam sed crassam margine anguloso-retusam 
veluti suberosam incrassata. Embryo oblongus, teres. 

Frutex arborescens, undique sericeus incanus; rami decussati, interd. 
subfastigiali , teretes, juniores subangulares, inferne ob foliorurn deci- 
duorum stigmata nodoso-articulati , internodiis brevissimis v. folia aequan- 
tibus. Folia decussata, vix petiolata, basi cuneata v. attenuata, obovato- 
oblonga v. anguste elliptico- v. lineari-lanceolata, acutiuscula v. obtusis- 
sima, sub- Inervia, valde succulenta sec. Wt. »sometimes fully quarter of 



1) Cf. diese Jahrbucher Bd. I. p. 14.". 


















• 



























1 



■ 






Lythraceae. VIII. Pemphis. Nr. 232. 



133 



an inch thick «. Slip, haud numerosae. Flores in axillis solitarii. raro 
altero accessorio gemini, ad ramorum apices pauci; pedicelli ipsissima basi 
proph. 2 herbacea Jinearia. sed parva fugacissima gerentes. 

Af. As. Au. Oc. Species 1. 

232. P. aeiilula Forst! 1776 1. c. 68; Hasskarl Retzia \. w\ m 



Sjnon. Mangium porcellanicum Rumph. 1743, 1. c. 



Ly thrum Pemphis L. fil. 1781, 






1. c; Forst. 1786, prod. 205. — Melanium fruticosum Spr. 18-25, 1. c- — Pemphis angusti- 
/b/iaRxb. 1814, cat. pi. hort. Calc. 91, et fl. Ind. 2. 465. — P. setosa Blanco 1S37, 1. c. 



Macclellandia Griffithiana Wt. 1853, ic. 6. 1. 1996. 



Blume 1. c. 



[Aie in ins. Tahiti sec. Nadeaud. 



M Mania rupestre hb. Zippel sec. 
Brappat gelang mal. sec. 



Rumph. — Dudur, Duduk javan. sec. Mq. et Blume. — Tjantigi mal. sec. Mq. 

Icones. Rumph. 1. c. t. 84 (mala)! Forst. gen. t. 34! Lm. ill. t. 408. f. 2! Bedd. fl. 
silv. of Madras t. 14. f. 5. sec. Kz.; Bl. mus. 2. t. 42! Wt. 1. c! Baill. hist. pi. 6. p. 434, 
f. 410 et 411! Koehne atl. ined. t. 49. f. 232. 

Frutex 1m. alt., v. (sec, Hiern) ad 11m. et arborescens, — Folia 



10— 32 mm. lg., 3 



13 mm. lata, petiolis — 2 mm. longis. 



5 — 13 mm., proph. circ. 4 mm. Ig. 



Cal vx 4 — 7 mm. )i>. 



Pedicelli 

Petals 



alba. 



Semi n a ad 3 mm. Is;., 2 mm. lata, rubro-fusca. 



Forma a. angustifolia Roxb. (sp.). — Foliorum lat.: Ig. = 1:3 — 4, 



paucis sublatioribus (1 : i l / 2 ) intermixtis. 



Forma b. ova li folia Hassk. 1. c. Foliorum magis obtusorum lat.: 



Is. 



1 :4i 



2 



gl 



2 



»Wood light brown, close-grained and strong« Kz. 

In maris littoribus, »crepidinem praesertim interioris maris [insularum coralligena- 
rum] opacans« Ch. Sch, Limites mihi hucusque cogniti sunt sequentes: Sud. (a) inde 



a Zanzibar (nov.)l usque ad Mossambique (Sofala)! 



Mad. fa!! 



Mas car. (a et b)! 



— Au. N.-Austr.: Port Darwin (a)! Queensland : Howick ins. et littora vicina, U 1 /? 
lat. mer.! — Oc. Nova Caledonia (a)! — Mons. versus orientem usque ad ins. Paumotu! 
Ins. Ratak et Romanzoff (a et b)! Ins. Marian, (a)! Ins. Philippin. (a) sec. Blanco; Pegu 
(b)I Ins. Andaman, oct. et apr,! Littora meridionalia peninsulae Dekkan sec. Clarke. 






IX. DIPLUSODON PohL 

Mense mart. 1827, Flora 4.150, et pi. Bras. ic. et descr. 1. 82; DC. prod. 3.94*; SH. 
fl. Bras. mer. 3. 143 (116); Endl. gen. 1203; Walp, rep. 2. 112, 5. 675; Field, sert, pi. 
t. 1—2; B. H. gen. 1. 781; Baill. hist. pi. 6. 434 et 455; Koehne fl. Bras., Lythr. 308. 
(Diplusodon ginorioides Gris. ad Ginoriam removendus). 

S j non, Lythri spec. (L. quintuplinervium) N. ab Es. 1821, in Flora 4, I. 302; Nees 
etMrt. 1824, nov. act. acad. Leop. Carol, nat. cur. (Bonn.) 12, I. 23; Spr. syst. 4, II. 190, 
Nesaeae spec. (N. speciosa) H. B. K. 1823, nov. gen. 6. 191 in adnot.; Spreng. syst. 



2. 455. 



Friedlandia Ch. Sch. jun. 1827, Linnaea 2, 348, 



Dubyaea DC. jul. 1827, 



dissert, ined. sec. DC. prod. 3. 94*. — Diplodon Spr. 1830, gen. 391, non Poepp. et Endl. 
/cf. genus sequens), — Pemphidis spec. Mart. herb. 

Flores typice 6meri, raro Smeri. Calyx 12-multinervis v. primo 
aspectu enervis, pi. min. coriaceus, semiglobosus v. campanulatus, per- 
sistens; append, raro desunt. Petala magna, in alab. corrugata. Stamina 
tubo paullo infra ! / 2 ins v raro 6> (epipetala), plerumq. '10 12— 40 quorum 





















134 



Aemilius Koehne. 



semper 6 epipetala 1 cetera episepala; antherae dorso affixae, demum re- 
curvae. Ovarium sessile, globosum; placenta brevissima bipartita, par- 
tibus parieti adhaerentibus ; dissepimenta semilunar /a, margine convexo 
crassissima, margine concavo [interior i) arguta, cum placentis decussata. 
Stylus longus. Capsula bivalvis; valvae medio sepliferae, prophyllis oppo- 
sitae. Semina plana, cireumcirca ala tenui latiuscula cincta. 

Herbae perennes v, frutices parvi v. suffrutices. Folia typice decus- 
sata, pi. min. coriacea. Inflorescentiae typice simpliciter racemosae, inferne 
pi. m. foliosae; racemi nonnulli inter d. approximali; pedicelli prophylla 
majuseula v, maxima, post anthesin decidua gerentes. — Cf. fl. Bras. 

Am. Species 41 omnes in Brasilia extra tropica endemicae. 

Die Anordnung der Arten, wie ich sie in der Flora Brasiliensis befolgt habe, befrie- 
digt mich selbst keineswegs; da ich indessen ausreichende Merkmale zur Charakteri- 
sirung natiirlicher Gruppen nicht habe finden konnen, so habe ich genau dieselbe 
Anordnung der Arten wie friiher beibehalten. Es steht zwar meistens eine kleinere 
oder groCere Anzahl nahe verwandter Species bei einander, so dass kurze Reihen zu- 
sammengehoriger Formen entstehen, aber andererseits stehen manche Formen audi von 

l 

ihren nachsten Verwandten ziemlich entfernt. Von auCergewohnlicher Bedeutung ist 
bei Diplusodon, wie schon De Candolle erkannte , die Anzahl und Anordnung der 
Blattnerven, wahrend die Bliitencharaktere fur die Gruppirung der Arten nur in unter- 
geordnetem Mafie herangezogen werden konnen. 

Fur D. puberulus Koehne hat sich meine Vermuthung bestStigt, dass diese Species 
mit D. rosmarinifolius SH. zusammenfallt. Die Anzahl der Arten hat sich deshalb um 
eine vermindert. 



■ ■ 



Die CI avis specie rum lasse ich bei diesem Genus fort, da sie in der Flora Bra- 
siliensis bereits ganz vollst&ndig behandelt worden ist. Es wird geniigen, wenn statt 
dessen die ganze Gattung dichotomisch in Gruppen eingetheilt wird. 

A. Plantae glaberrimae [sed cf. prophylla in Nr. 258 et 
folia in Nr. 243). Folio rum nervi [in si ceo) supra saepiss ime 
p r o m i n it I i. [Nr, 255 — 2o I ) . 

a. Nervi later ales utrins. 2 v. plures, intent, tenuissimi subinconspicui. 
(At. 253 

a. Folia penn inervia. Append, semper manifestae. (Nr. 233 
—239. 

I. Folia pi. min. petiolata, basi attenuata. (233 — 237). 

1. Nervi laterales tenuissimi v. subinconspicui, utrinsecus 2 — 3. 
233 (1). D. virgatus Pohl! mart. 1817, Flora 1€. 4 51, et pi. Bras. 1. 90; DC! 



247 



SH.; Wlp.; Koehne II. Bras., Lythr. 314. 

Svnun. Friedlandia amoena Ch. SchJ jun. 1827, Linnaea 2. 350. — 
amoenus DC! 1828, prod. 3. 94*». — Friedlandia leacantha Mrt. hb.l (F. albifiora Mrt. lib. 



Diplusodon 



sec. DC). 



F. myrti folia Mrt. hb.! 



Icon. Pohl pi. Bras, t. 73! Rchb. fl. exot. 5. t. 333! Koehne 1. e. t. 57. f. 2, et atl. 
ined, t. 49, f, 233. 

Frutex (ad 2m. alt.). Folia revera sessilia (50 — 10 mm.:13 — 2mm.), 
apice obtusa. Pedicelli 5 — 8mm. lg.: prophylla tubum plerumq. aeq. 






- 









. 

































Lythraceac. IX. Diplnsodon. Nr. 233—236. 



135 



minosis. 



Gal y cis tubus 3 — 6 mm. Ig. semiglobosus; append, lobor. V3 — i / 2 aeq. T 
patulo-reflexae. Stam. 12 — 15, lobos circ. aequantes. 

Forma a. Folia lanceolate v. oblonga. 

Forma b. (»Var. {3. a S1L »ex uno specim.«.) Folia pleraq. obovata. 

Frequens in campis altis siccis pctrosis, v. ad silvarum margines v. in campis gra- 

Mato Grosso: Cuyaba! Goyaz dec. et jun.: Pilar!, Trahiras! et locis non 
indicatis! Minas Geraes, versus orienlem usq. ad Minas Novas! et Barbacena! forsan 
tot. per annum fl.; Rio de Janeiro! S. Paulo jan.-marL, vers, meridiem usq, ad Soro- 
caba ! et urbem S. Paulo! 

* 

2. Nervi laterales subtus manife ste prominentes , utrin seats circ. 
i — 7, v. in foliis sup re mis tan turn 3. (23 4 — 257). 
7 Hamuli argute igoni. Stamina 12, lobos superantia. (234, %35). 

234 (2). D. nitidus Mrt. hb.) DC.! 1828, prod. 3, 94<* ; Koehne fl. Bras., 

Lythr. 315. 

Sjnon. Friedlandia nitida Mrt. hb.! 

Icon. Koehne 1. c, t. 58, f. I, et atl. ined. t. 50. f. 234. 

Perennis, an suffrutex? Petioli 2 — 13 mm, Ig. Folia ovato-oblonga 
(60 — 18 mm.: 24 — 6 mm.), acutiuscula , nitida. Stip. utr. 4. Pedicelli 
4 — 5 mm. Ig.; proph. lanceolata v. linearia, tubi basin paullo superantia. 
Calyx 8 — 9 mm. Ig., campanul.; lobi tubo paullo breviores; appendices 



/4-V; 



Stam. lobos paullo superantia. 



t 



In campis. — Minas Geraes: Serro VriojuL! Bahia : Monte Santo mart, apr.: 

* 

235 (3). D. oblongUS Pohl! 1827, Flora 10. 152, et pi. Bras. 1. 95; DC; Koehne 
fl. Bras., Lythr. 315. 

Svnon. D. lanceolatus SH. prt. 1833, fl. Bras. mer. 3. 150 (121), quoad synonymum. 
Icon. Pohl pi. Bras. t. 78! Koehne 1. e. t. 57. f. 3, et atl. ined. t. 50. f. 235. 

Fruticulus (ad 2m. alt.). Petioli vix 2 — 3 mm. Ig. Folia anguste 
obi. v. rarius ovata (68- — 13 mm.: 27 — 5 mm.), plerumq. obtusa. Stip. 
utr. 5. Pedicelli */ 2 — 2y 2 mm. Ig.; proph. anguste obL v. lanceoL, tubo 
subbreviora. Calyx (10 — 11mm.) anguste campan., demum suburceo- 



latus; lobi vix tubi Al 



/4 



1 



3 aeq.; append, lobos paullo Splove superantes, 



patulae v. subascendentes. Stam. lobos satis superantia. 



In campis siccis, inter frutices. 



Goyaz febr.-maj.: S. Luzial Meiaponte! pr. 









urb. Goyaz! 

fv Hamuli teretes v. subcompressL Stamina 15 — 21 v. 40. (236, 237). 

236 (4). D. Kielmeyeroifles SH. 1833, fl. Bras. mer. 3. 151 (122); Wlp.; Koehne 

fl. Bras., Lythr. 316. 

Icon. SH. 1. c. t. 189M 

Caules verisim. monocarpei. Petioli brevissimi v. subnulli. Folia 
subrhombeo-ovata v. superiora oblonga (circ. 50 — 80 mm. Ig.), nigro- 
punctulata; nervi laterales tenues par alleli. Pedic. breves; proph. ovata, 

calyce multo breviora. Calyx circ. 10mm. Ig.; lobi tubum aequantes; 
append, lobis 3plo breviores v. obsoletae, patulae. Stam. 40. 

In altissima planitie, vulgo Chapadao, provinciarum Minas Geraes et Goyaz, 
sec. SH. * 


















' 
























1 3(3 Aemilius k'oeluie. 



237 (5). D. ramosissimus Pohl! 1817, L c. 10. 151 , et pi. Bras. I. 94; DC; 

S 1 1 . ; Koehne fl. Bras,, Lvthr. 316. 

Icones. Pohl pi. Bras. t. 77! Koehne 1. c. t. 57. f. 5, et atl. ined. t. 51. f. -237. 

■ 

Suflrutex. Petioli 1 — 6 mm. Ig. Folia anguste ovata v. late oblon«»a 
50 — 95 mm.: 25 — 50 mm., floralib. rameisq. minorib.;, acuminata, vix 
punctulata; nervi validi, subt. cum nervo medio angulos fistulosos effbr- 
mantes. Slip, plures. Pedic. 1—3 mm. Ig.; proph. oblonga, tubi l / 2 
aequantia. Calyx (7 — 9 mm.) late campanul.; lobi tubo dimidio sublon- 
giores; append, lobis dimidio breviores, patulae v. subrecurvae. Stain. 
IS ( — #/), lobos superantia. 

In canipis siccis v. graminosis, inter frulices. — Goyaz: Ponte Feito Jan.! In altis- 
sima planitie Chapada maj. sec. SH.; Catalao aug..' Minas Geraes: inter Paracatu et 
Catalao sept, nov.t 

II. Folia subsessilia v. sessilia, basi rotund, v. subcord.. nervis utrins. 
2—4. — Frutices (ad 135 cm. alt. nimulis arsute 4«onis, nitidis, in sicco 



O"""*} 



fuscis. Stam. (10) 12—15. Cal. 5— 9 mm. Ig.: lobi tubi i/ 2 circ. aeq. 

(Nr. 238, 239). 

238 (6). D. buvifoiius (Ch. Sch.) DC. 1828, prod. 3. 94b (ampl.); Koelme 

tl. Bras., Lvihr. 317. 

Sjnoiu Friedlandia buxifolia Ch. Sch.! 1827, Linnaea 2. 351. — F. vaccinifolia Mrt. 
lib.! — Dipl. raccinifolius DC! I. c. 

Icon. Koehne 1. c. t. 59. f. 1, et atl. ined. t. 52. f. 238. 

Folici basi rotund., ovata v. ov.-obl. (5—21 mm.: 4— 13 mm.), obtusa* 

f ' 7 a 

nervi utrins. 2 — 3, subt. subinconspicui. Stip. utr. 5 v. plures. Flo res 
subsess.; proph. obi. v. obov.-obl. (interd. medio margine pilis albis paucis 
ciiiata), tubo paullo — i/ 2 breviora. — Append, lobor. i/ 2 aeq, breviss. 
Stam. lobos valde superantia. 

Frequens in campis. — Minas Geraes jan.-mart.: in planitie alta Chapada! Caxoeira 
do Campo! ad fl. S. Francisco et pr. Curvello! Ouro Pre to ! Inter Ouro Preto et S. Joao 

d'el Rev ! 

239 (7). ». quintuplinemus (N. ab Es.) Koehne 1877, fl. Bras., Lythr. 818. 

Syuon. Lythrum quintuplinervhim N. ah Es.! 1821, in Flora 4, I. 302 (diagn.); DC 
prod. 3. 82; Nees et Mrt.! 1824, nov. act. acad. Leop. Carol, nat. cur. (Bonn.) 12, I. 23 
(descr. fusa). 

Icon* Koehne 1. c. t, 59. f. 2, et atl. ined. t. 52. f. 239. 

Folia saepius subcord., pleraq. ovata (7—20 mm.: 4— 12 mm.), saepe 
obtusa; nervi utrins. {2)5—4, subt. complanato-prominidi, infimi interd. 
subpalmatim conferti. Pedic. 2mm. Ig, v. breviores; proph, obovata, 
tubo subbreviora. Append. lobos aeq. v. sublongiores , recurvatae. 
Stam. lobos circ. aeq. 

In campis. — Espiritu Santo: Barra da Vareda! 

(3. Folia basi palma t inervia, sessilia. Etamuli tereles, 
raro subcompressi. (240 — 247.) 

I. Stamina 12—40. (240—246). 



























. 

































Lythraceae. IX. Diplusodon Nr. 237—243 



137 



4. Folia palmatiner via et simul penninervia. (240— 244 . 
f Folior. longitudo latitudinem superans. (240 — 245). 

* Append, manifestae. Folia haud pruinosa. (240, 241). 

240 (8). D. OfatUS Pohl! 1827, Flora 10, 151, pi. Bras. 4. 86; DC; Koehne fl. 

Bras., Lythr. 318. 

Icon. Pohl pi. Bras. t. 69! Rchb. fl. exot. 5. t. 334! Koehne I. c. t. 57. f. 6, et all. 

ined. t. 54. f. 240. 

Suffrutex? v. caules monocarpei, infra nodos compressi. Folia utrinq. 
acuta v. infima basi rotund., ovata (30 — 75 mm.: 16 — 60 mm., floralibus 
minoribus), submarginata , minutissime punctulata; nervi utrins. 2 — 3 (4) 
e basi, 1 — 2 e nervo medio orti, subt. saepe rubescentes. Pedic. 4 — 
14 mm. Ig.; proph. calycis basin paullo superantia, ad v, supra pedicelli V^ 
ins., lanceol. Calyx 8 — 12mm. Ig.; lobi dimidio tubo sublongiores; 
append, lobos aeq. v. l / 3 breviores. patulae. St am. 15 — 18, lobos aeq. v. 
superantia. 



In pascuis graminosis, in campis editis. 



Minas Geraes : Arrayas Bambuia et 



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Lythr. 349, 

Syuon. Nesaea speciosa H.B.K.! 4823, nov. gen. 6. 194 in adnot.; Spr. syst. 2. 455. 
— Dubyaea melastomoides DC in hb. mus. Par. sec. DC. — Diplusodon ovatus (non Pohl; 

Mrt. hb. fl. Bras. n. 217! 

Icon. Koehne I. c. t. 58. f. 2, et atl. ined. t. 54. f. 141. 

Suffrutex; caules teretes. Folia basi cordata v. rotundata, ovata v. 
raro suborbicularia (ad 60 mm.: 45 mm., floralib. minorib.j, obtusa; nervi 
utrins. 2 — 3 e basi, 2(1) e nervo medio orti. Stip. utr. eirc. 7. Pedic. 

2V 



4 — 5 mm. Ig.; proph. late obovata, tubo parum breviora v. longiora. 
Calyx (10 — 13 nun.) campanul.; lobi tubi ! / 2 subaequantes; append, lobis 
subbreviores v. sublongiores, patentissimae. Stam. 27— 
parum superantia. 



50(40 , lobos 



In locis glareosis. - — Mato Grosso : Cuyabu sept., Jan.! Rio Cixim! Goyaz ! 
** Append, subnullae v. brevissimae. Folia pruinosa. Caules 
teretes (242, 243). 

242 (10). D. marginatus Pohl ! 1827, Flora 10. 450, et pi. Bras. 4. 83; DC; 

Koehne fl. Bras., Lythr. 320. 

Icones. Pohl. pi. Bras. t. 66! Koehne I. c. t. 58. f. 3, et atl. ined. t, 53. f. 242. 

Herba perennis. Folia basi obtusissima v. subcordata, latissime ovata 
(13 — 47mm. : 20 — 63 mm.), acuta, purpureo-marginata; nervi utrins. 3 — 4 
e basi, 2 — 3 e nervo medio orti. Pedic. 14 — 12mm. Ig.; proph. ovata, 
tubi y 2 attingentia v, sublongiora. Calyx 15 — 16mm. Ig.; lobi tubi */ a 
aeq.; append, subnullae. Stam. 25 — 54, lobos haud aeq. 

Var. p. Pohl, non satis distinctat 

Inmontosis pascuis. — Goyaz: ad Rio S. Bartolomeo et in Serra de Montes Claros dec! 

243 (11). D. imbrkatus Pohl! 4827, Flora 10. 450, pi. Bras. 4. 85; DC; 
Koehne I. c. 320. 



























138 



Aemilifis Koehne. 



Icones. Pohl pi. Bras. t. 68! Koehne 1. c. t. 60. f. I, et atl. ined. t. 53. f. 243, 

Suffhitex. Folia pleraq. retrorsum imbricata, subcord., ovata (14 
34 mm.: 9 — 21 mm,), subacuta; nervi utrins. 2 — 4 e basi, 2 e nervo 
medio orti. Pedic. P/ 2 —6mm. lg.; proph. obovata, calycis l / 2 paullo 
superantia. Calyx S— 9 mm. lg.; Iobi dimidio tubo breviores, 




reflexi; append, brevissimae. Stam. 18, lohos eorundem longitudine su- 
perantia. 

In aquosis montosis altis. — Goyaz: Serra de Felis pr. Rio Trahiras/irt. aug.! 
•H- Folior. latitudo longitudinem superans. Folia pruinosa. 

244 (12). D. decitssatus Gardn.! 4844, in Field, et Gardn. sert. pi. t. 4; Wlp. 

rep. 2. 675; Koehne fl. Bras., Lythr. 324. 

Icon, Gardn. 1. c! Koehne 1. c. t. 60. f. 2, et atl. ined. t. 53. f. 244, 

Suffrutex. Rami teretes. Folia saepe subimbricata, basi cord. v. 
retusa, suborbicidato-deltoklea (13 — 23 mm. lg., 16 — 28 mm. lata), obtusa, 
punctulata; nervi utrins. 2 — 3 e basi, 1—2(3) e nervo medio orti. Stip.O. 



/ 



*i 



/: 



Calyx (8 — 10mm.) subtubuloso-campanul.; Iobi dimidio tubo subbre- 



viores; 



append. lobis multo breviores, patentes. Stam. 12 — 14, lohos 



vix superantia. 

In campis graminosis. 
cante et Concei^ao! 



Goyaz: Villa de Arrayas (s. Areas) mart.!, inter Caval- 



2. Folia palmati- nee penninervia , circ. orbicularia, parva, sessi- 
lia, pi. min. pruinosa. Stam, 42, lobos hand aequantia. Suffru- 
tices ramis teretibus. {245, 246.) 

245 (13). D. rotundifollUS (Mrt. hb.) DC! 4828, prod. 3. 94 f.; Koehne fl. 
Bras,, Lythr. 324. 

Synon. Friedlandia rotundifolia Mrt. hb. see. DC. 
Icon. Koehne 1. c. t. 60. f. 3, et atl. ined. t. 54. f. 245. 

Folia sat conferta [15 — 22mm.: 11 — 19 mm.), basi rotund, v. sub- 
cord., apice obtusa, sub lente valida minutim parceq. pilosiuseula nee punc- 
tulata; nervi utrins. 3 — 4. Stip. 0, Pedic. 6— 7mm. lg.; proph. sub- 
orbicularia, tubum paullo superantia. Calyx (circ. 12 mm.) campan.; Iobi 



tubo subbreviores; append 

Minas Geraes: Ouro Preto! 



/ 






246 (14). D. glaucescens (Mrt. hb.) DC! l. c. 94*; Koehne 1. c. 322. 

Synon. Friedlandia glaucescens et F. nummular* folia Mrt. hb.! 
Icones. Koehne 1. c. t. 60. f. 4, atl. ined. t. 54. f, 246. 

Folia magis remota [S — 18 mm. lg., 6 — 24mm. lata), cordata, in 
apiculum obtusum brevissimum producta, punctulata; nervi utrins, 3 — 6. 
Stip. utr. circ. 6. Pedic. 3 — 6( — 12) mm. lg.; proph. suborbicularia, 
tubum aeq. v. vix breviora. Calyx ^8— 12 mm.) late turbinato- campan.; 
Iobi tubo subbrev.; append, lobos aeq. v. l / 3 breviores, e recto-pa tulae. 



In sabulosis montium altorum. 



Minas Geraes: Serra de Cagliero (s, Galheiro) 



Oct.! Diarnantinal Serro Frio! In summo monte Itambe maj.l 












■■ 



I 



Lytbraeeae. IX. Diplnsodon. Nr. 244— 25ft 139 

II. Stamina 6, lobos paullo superantia. Folia pruinosa. (Nr. 247. 
247 (15). C. orbicularis Koehne 1377, U c. 322. 

Icones. Ibid. t. 60. f. 5, et atl. ined. t. 54. f. 247. 

Frutex (ad 135cm. alt.); rami teretiusculi. Folia saepe subimbri- 
cata, subsessilia, subcordato-orbicularia (5-— 12mm. lg., 4 — 13mm. lata), 
obtusa v. obtuse apiculata; nervi utrins. 2—3 e basi et interd. 4 e nervo 
med. orti. Pedic. 4—t x / 2 mm. lg.] proph. subrhombeo-ovata , tubo sub- 
longiora. Calyx $— 7 mm. lg.; lobi dimidio tubo sublongiores; append, 
lobos aeq., erectae. 

In montosis altis saxosis v. in campis siccis. — Minas Geraes: Diamantina. nov.! 

b. Foliorum nervi laterales utrins. 0—t (sed cf. Nr. %54) . — Fruticuli 
ramis obscure 4angulis. Folia bast acuta v. attenuata. (Nr. 248 — 281.) 

a. Stamina (10) 12—16. Folia marg. plana. (248—250.) 
1. Append, lobos subaequantes v. iisdem subbreviores , patulae v. 
patentissimae. Folia Inervia. Flores Gmeri. (248, 249.) 

248 (16). D. Myrsinites (Mrt. hb.) DC! 1828, prod. 3. 94b; Koehne tl. Bras., 

Lythr. 323. 

Synoti. Friedlandia Myrsinites Mrt. hb.! 

Icon. Koehne 1. c. t. 60. f. 6, et atl. ined. \. 55. f. 248. 

Rami compresso-4anguli. Folia sess. v. subsess., obi. v. angusleobo- 
vata (8 — 15 mm. : 4 — 7 mm.), breviter subacuminata . Stip. utr. 3? Pedic. 
3 — 4 mm. lg.; proph. cuneato-obl., tubum subaeq. v. breviora. Calyx 
7__9 mm . lg.; lobi tubi 1 / 2 aeq. St am. 12—13, lobos valde superantia. 

In campis. — Minas Geraes: ad fl. Sapucahy ! 

249(17). D. gracilis Koehne < 877, l. c. 323. 

Icon. Ibid. t. 60. f. 7, et atl. ined. t. 55. f. 249. 

Rami graciles. Folia sess. v. breviss. (1 mm.) petiolala, obi. (12 — 
40 mm. : 4— 15mm.), obtusa, minutim punctulata. Stip. utr. 2. Pedic. 
2 — 4 mm. lg.; proph. ovata, tubi V2 paullo superantia. Cal. 6 — 7mm. 



/ 



Stam. /tf, lobos circ. aeq. 






I 



Govaz ! 



II. Append, nullae. Folia 3nervia v. suprema Inervia. Flores saepe 



oineri. 






250 (18). D. |IUDCtatus Pohl ! 1827, Flora 10. 151, pi. Bras. 1. 89; DC; Koehne 



1. e. 324. 



. 



Icon. Pohl pi. Bras. t. 72! Koehne 1. c. t. 60. f. 8, atl. ined. t. 55. f. 250. 

Rami sub-4anguli, gracillimi. Folia subsess., lanceol. v. linearia 
v. superiora oblonga (7 — 27mm. : 2— 8 mm.), acutiuscula, crebre punctu- 



lata. Pedic. 4— 8 mm. lg.; proph. oblonga, tubo subbreviora v. sublon- 
giora. Calyx 6—8 mm. lg.; lobi tubi */ 2 circ - aec I- Stam. 10 v. 12 (sec. 
Pohl 16), lobos paullo superantia. 

In campis siccis.— Goyaz: Inter Goyaz et Cavalcante ! Minas Geraes : Rio Bagagem sept J 

p. Stamina 6, lobos dimidia parte superantia. Folia 
marg. valde revoluta. (251.) 


































































* 






140 



Aemilius Koehne. 



t 



251 (19). D. heiander (Mrt. hb.) DC! 4 828, prod, 3. 94* (ampl.); Koehne 

II. Bras., Lythr. 324. 

Svnon. Forma a: Pemphis hexandra Mrt. lib.! 

Forma b: D. angustifolius DC! 1. c. — D. Candollei forma 1. SH. 1833, fl. Bras, 
mer. 3. U6 (118); Wlp. rep. 2. 112. 

Icon. Koehne 1. c. t. 60. f. 9, at!, ined. t. 55. f. 251. 

Rami obscure 4anguli. Folia brevissime (1mm.) petiolala (8 — 
17 mm.: 2 — 4 mm.), obtusa, in sicco nigra v. subtus nigro-purpurea, in 
vivo glauca (sec. Riedel, an potius pruinosa?); nervi utrinsecus — 2 sub 
margine revoluto absconditi. Slip. utr. 1 minutissima. Pedic. 2— 4mm. 
lg.; proph. angusle ovata v. obovata, tubum aeq. v. sublongiora. Calvx 



mm. 



(5—7 

append, lobos subaeq., patulae. 



7: 



vix longiores; 



Forma a. Folia lanceolata v. late linearia, rariss. nonnulla oblonaa. 
usq. ad nerv. med. haud revoluta. 

Forma b, angusti foli us DC. (sp.). Folia omnia linearia. usq. ad 
nerv. med. revoluta. 

In campis editis, in locis pctrosis montosis. 
Villa do Principe (a)! Serro Frio (b) aug.t 



MinasGeraes: Diamantina (a) dec! 



B. Plantae diversis in partibus diverso modo pilosae. 
Foliorum nervi supra plerumq. impressi, rarius prominuli. 



[Nr. 252 



275.) 






a. Folia basi subcordata v. rotundata v. raro acuta (cf. 



f* 



J v. plurib. instructa. Pedic. vix I 



mi- 



•2) mm. lg. exc. in Nr. %tf . (At. 2o2—265.) 

a. Folia penninervia, nerv is supra semper fere 
pressis, subtus prominentibus. (252 — 259.) 

I. Folia subt. in nervis ferrugineo-, inter nervos incano-tomentosa, 
marg. valde revoluta; nervi utrins. 2—4, infimis interd. subpalmatim 

approximatis. (252.) 

252 (20). D. belianthemifolius (Mrt. hb.) DC. (ampl.). 



Synon. Var. a: D. pemphoides DC! 1828, prod. 3. 94<\ 



SH.! 1833, fl. Bras. mer. 3. 155 (123); Wlp. rep. 2. 113 (an excl. var. 8?). 



D. alutaceus (non Pohl) 



Var. 8: D. helianthemifoUus DC! I. c. 



Friedlandia helianthemifoHa Mrt. lib.! 



Icon. Koehne I. c. t. 60. f. 10, all. ined. t. 55. f. 252. 

Frutex ad 170 cm. alt. Rami obscure 4anguli, pube velulina obtocti 
etsaepius hirtelli. Folia brevit. (2mm.) petiolata v. sess., obi. v. ovata 
(5 — 22 mm.: 3 — 9 mm.}, obtusa, marg. revoluta, supra strigosa v. minutim 
puberula. Slip. utr. 2 minimae. Proph. obovata, ciliolata, tubo vix v. 
dimidio breviora. Calyx (5— 7 mm.) minutissime laxeq. puberulus, lobi 
tubi »/ 2 circ. aeq.; append, lobos aeq. v. subbreviores, patenles. St am. 
12, lobos circ. aeq. 

Var. a. pemphoides DC. (sp.). Folia sess. v. subsess., basi rotun- 
data v. subcordata. 






' 















' 


















iythr&eeae. IX. Diplusodon. Nr. 251— 255. 141 









Var. p. heli an them if oli ns DC. (sp.). Folia brevit. petiolata, 



basi acuta. 

In campis editis. — Rio de Janeiro (0)! Minas Geraes: Abadia (a) maj.l Minas 
Novas, Morro do Hondo Velho (a) apr.! Inter Villa do Principe et Diarnantina (a) maj.l 
Serro Frio (p)! Serra do Cipo (a)! 

- 

II. Foliorum pili subtus in nervis et inter nervos colore aequo. (253 



259^. 



t 



1. Appendices breves v. brev issimae , patentes v. subreflexae , raro 
lob os fere dimidio s aequantes , erectiusculae. Proph. tubi 1 / 2 circ. 
aeq. — Rami v. ramuli sub-4anguli. {255 — 255.) 
f Frutices. Folia 3—22 mm. lg. Stam. 12— to. {255, 254). 

253 (21). D. parvifolius (Mrt. hb.) DC! 1828, prod. a. 94* ; Koehne fl. Bras., 



Lythr. 326. 



Sjnon. Friedlandia parvifolia Mrt. hb.! — Diplusodon revolutifolius DC. ms. in hb. 
Mrt.! 

4 

Icon. Koehne I. c. t, 60. f. 14, atl. ined. t. 55. f. 253. 

Ramuli canescenti-hirtelli. Folia sessilia % basi rotund, v. vix sub- 

I 

cord., rotundatav. subovato-rotund. (3 — 9mm. :2y 2 — 6mm.), obtusissima, 
marg. maxime revoluta, supra papilloso- et strigoso-scabra, subt. hirsuto- 

* 

villosa; nervi utrins. 3, supra profunde arguteq. impressi. Slip. utr. 6. 
Prophylla rotundata, plana, subt. pilosa. Calyx (6 mm.) subadpresso- 
hirtellus; lobi dimidio lubo subbreviores; append, breves v. brevissimae. 
Stamina lobos paullo superantia. 



. 



In campis subalpestribus. — Bahia: Cincora not. I 
254 (22). D. hirsulus (Ch. Sch.) DC! 1828, 1. c; Koehne 1. c. 327. 












Sjiiuii. Friedlandia hirsuta Ch. Sch.! 1827, Linnaea 2. 352. — F. verbenaefolia Mrt. 
hb.! — Diplusodon montanus Casaretto ms.! 

Icon. Koehne 1. c. t. 60. f, IS, all. ined. t. 56. f, 254. 

Ramuli villoso-hirsuti canescentes, v. subpubescenti-hirtelli. Folia 
petiolo subnullo ad 2 mm. longo insid., basi rotund, v. acutiuscula, ovata v. 
ov.-oblonga (5 — 22 mm.: 3 — 14 mm.), plerumq. obtusa, margins saepe re- 
voluta, subtus densius quam supra albide villoso -hirsuta; nervi utrinsec. 
2 — 4. Stip. utr. circ. 6. Proph. obovata, subt. ut folia vestita. Calyx 
(5 — 9 mm.) incane subadpresso-hirtus; lobi tubi 1 / 2 aeq.; append, lobis 
dimidio multove breviores, erectiusc. v. patentes. Stamina lobos circ. 

triente v. magis superantia. 

In campis sat frequens. — Minas Geraes: Ouro Preto et Sahara apr.! Pico d'ltabira 
do Campo aug.-apr.! Itabiral Serra de Carava! Curvello et Rio S. Francisco! S. Antonio 
de Machado apr.! Fabrica da Prata! . 

77 Caules verisim. monocarpei. Folia inferiora ad 42 mm. lg. Stamina 15 — 21. 
255 (23). D. villosUS Pohl ! 4827, Flora tO. 151, pi. Bras. 1. 91 ; DC; Koehne 









. 



I. C 328. 






. 



Icon. Pohl pi. Bras. t. 74 ! Koehne 1. c. t. 64. f. I, atl. ined. t. 56. f. 255. 

Caules ramiq. albide hirsuto-villosi. Folia subsess.. basi rotund., 
obi. v. ovato-obl. (caulina 15 — 42 mm. : 6 — 20 mm., floralib. minorib.), 
obtusiuscula , marg. subrevoluta , utrinq. hirtello-villosiuscula; nervi 





















% 



^ 












' 






142 



Aemilius Koehne. 




































i , 









utrinsec, 3 — 5, infimis interd. approximatis. Stip. utr. circ, 6. Proph. 
obovata, subt. villosa. Calyx (6 — 8 mm.) albide villosus; lobi tubo dimi- 
dio sublongiores; append, breves, patentes v. reflexae. Stamina lobos 
superantia. 

In montosis siccis. — Goyaz: Ponto Alto, haud procul a S. Lucia Jan.! 
2. Appendices lobis Y2 breviores v. eosd. aeq. v. super antes , erec- 
tiuscutae v. erectae. Proph. tubum aeq. v. longiora t raro (Nr. 256 



interd.) subbreviora. (356—259). 



f 



Append, lineares v. lanceolatae 



Calyx pilis simplicibus obtectus ; lobi tubi 



1 



aeq. v. sublongiores. Stam. lobos paullo superantia. Folia marg. plerumq. plana. 
(256—258). 

* Folia ad summum 28mm. lg.; petioli subnulli ad 4 l / 2 rnm. lg.; 



* + 






nervi utrins. 2—4. Pcdicelli brevissimi a d 2 mm. lg. Stam. 

12—18, (256,257). 

256 (24). D. lythroides (Mrt. hb.) DC! 4828, prod. 3. 94* ? excl. var. a; 

Koehne fl. Bras., Lythr. 328. 



Sjiioik Friedlandia lythroides var. glabrescens Mrt. hb.! 
Icon. Koehne 1. c. t. 61. f. 2, atl. ined. t. 56. f. 256. 









Suffruticosa? Rami apice obscure 4anguli, haud dense albido-villosi. 
Folia basi rotund., ovata v. subrotund. (13—23 mm. : 8 — 16 mm.), brevit. 



acuminata , ciliata , supra nitida glabriuscula , subt. haud dense subvilloso- 
hirtella; nervi utrins. 3( — 4), infimis interd* subpalmatis. Slip. utr. circ, 5. 

* 

Proph. subrhombeo-ovata, subt. in nervo margineq. ciliata. Calyx (10mm.) 
molliter villoso-hirtellus; append, lobos aequantes. Stamina 17 — 18. 

In campis. — Jan. febr. Minas Geraes parte australi! S. Paulo! 



257 (25). D. subsericeus Casaretto ms,!, Koehne 1. c. 329, 

Icon, Koehne 1. c. t. 61, f. 2, atl. ined. t. 56. f. 257. 

Fruticulus (ad 50cm. alt.). Rami canescenti-strigosi, rarius strigoso- 
hirtelli. Folia basi acutiuscula v. rotund., ovata v. obi. (8 — 28 mm. : 4 — 
15mm.), acutiuscula, utrinq. sericea; nervi utrins. 2— 4. Stip. utr. circ. 
6 — 7. Proph. obi., subt. praesertim sericea. Calyx (8mm.) fere sericeus: 

appendices lobis Y 3 — 



1 / 2 breviores. 



Stam. 12—15. 



,' 



In campis siccis. ■ — Minas Geraes: Ouro Preto! Caxoeira do Campo mart.i 

** Folia inferiora 20 — 70mm. lg.: petioli brevissimi ad 4( — 10?) mm. 

lg.; nervi utrins. 4 — 6. Pedic, subnulli ad 3( — 8} mm. lg. Stam. 



16—36. (258). 

258 (26) . D. lanceolatus Pohl (ampl.) ! Koehne 1. c. 330. 

Sjuon. Var. ot: D. lanceolatus! et D. alutaceus Pohl! 1827, Flora 10. 152, pi. Bras. 
i. 98 et 97; DC. — D. lanceolatus SH. prt. (excl. synon. Pohliano) 1833, fl. Bras. mer. 
3. 150 (121); Wlp. rep. 2. 113. — 



— D. lanceolatus var. a. alutaceus Koehne 1. c. 330. 
Var. [3: D. scaber Pohl! Flora 10. 152, pi. Bras. 1.96; DC. — D. lanceolatus var. fj. 



scaber Koehne 1. c. 






Icon. Pohl pi. Bras, t. 80 (var. a, D. alutaceus)\ t. 81 (var. a, I). lanceolatus)\ t. 79 
(var. P)! Koehne I. c. t, 56, f. 258. 

Frutex (ad 135cm. alt.) v. suffrutex. Rami plerumq. infra nodos 
subcompressi. Folia basi acuta v. rotund., obi. ad Ianceol. (20 — 70mm.: 
8 — 31mrn., floralibus 10 — 20 mm. longis;. acutiusc, subt. praesert. sub- 







































Lythraceae. IX, Diplusodon. Nr. 256—260. 



143 



hirtello- pubescent ia v. supra papilloso-scabriuscula. Slip. utr. 1 — 2. 
Proph. circ. obi. Calyx 7 — 11 mm. Ig.; append, lobis sublongiores v. 
Y 4 breviores. 

Var. a. alutaceus Pohl. (sp.. ampl.).j Caulis, folia utrinq., calyces 
pubescenles v. subvelutini, interd. subhirtelli. 

Forma a. re mot us Koehne 1. c. Rami baud numerosi nee conferti. 

■ 

Folia internodiis sublongiora v. subbreviora; petioli vix. 3 — 3Vj mm.. Ig. 
Calyces majusculi. Stam. 22 — 26, raro 19 v. 36. 

? Forma b. petiolatus Koehne 1. c. Folia majora quam in formis 
ceteris; petioli inferiores mediiq. 4 — 10mm, Ig. Calyx 7mm. Ig. Stam. 
48 — 19, raro 16. Cetera ut in a. 

Forma c. folios us Koehne 1. c. Caulis foliaq. dense subhirtello- 
velutina; rami foliaq. valde conferta. Cetera ut in a. 

Var, 3. scaber Pohl (sp.). Caulis subglaber. Folia supra nitidula, 
minutim papilloso-punctulata scabra; floralia subt. in nervis tanlum mar- 
gineq. pilosa. Proph. subt. glabra, marg. ciliata. Calyx pube minulis- 
sima, minus densa quam in a obtecta. Stam. 24 — 26. 

In campis siccis, in montosis graminosis, in sabulosis, in silvulis. — Goyaz : Sena 
d'Ourada pr. Goyaz (a) mart, apr.l Corumba et Rio S. Marcos (a) dec! Sena de Cbristaes 
et S.Lucia (a et p) nov.! Locis ignotis (b et c)! Minas Geraes : Para cat u (a et p) nov.decJ 
Lagoa Santa (a) Jan.! Inter Lagoa Santa et Curvelho (a) febrj Serro Frio! Minas Novas, 
pr. Capelinha (a) maj. sec. SH. 

"H" Append, magnae, late ovatae, lobis paullo v. 1/2 breviores. — Cat. pilis basi crasse 
bulbosis singulari modo densissimeq. squamato - hispidulus ; lobi tubum aeq. Stam. 
26—55, lobos fere aeq. 



259 (27). D. Strigosus Pohl! 18-27, Flora 10. 151, pi. Bras. \. 88; DC; Koehne 

fl. Bras., Lythr. 334. 

Icon, Pohl pi. Bras. t. 71 ! Koehne 1. c. t. 61. f. 5, atl. ined. t. -i7. f. 259. 

Suffrutex; rami saepe infra nodos compressi, villoso-hirsuti. Folia 
breviss. petiol. v. subsess,, basi rotund., ovato-elliptica, subacuminata, v. 
superiora cordato-orbicularia obtusissima (20 — 92 mm.: 17 — 45 mm., flora- 
libus minorib.). pilis basi bulbosis hispidulo-villosa: nervi utrins. 6 — 8. 
Proph. rotund. Calyx 40 — 11mm. Ig. J 

In pascuis graminosis. — Goyaz: Engenho de S, lsidoro, et dos Bois, versus An i- 
cuns mart, apr.! Inter Goyaz et Cavalcante! 



P 



semper cordata, 



pie rum q. sessilia v. orbicular i a; nervi utrins. (2)3 — 4 e basi, 
1 — 3 e nervo medio orti, interject is venis tenuissimis, 

7 J 7 

supra prominulis. — Stam. lobos fere aeq. v. (Nr. 262) parum su- 

1 A A \ / I 

perantia. Pedic. brevissimi. raro (Nr. 262) 3 mm. le. — (Nr. 260 — 263). 

I. Append, lobos circ. aeq. v. fere superantes, ereetae. Suffrutices. 
Prophylla tubum aeq. v. longiora. (260, 261.) 

260 (28). D. villosissimus Pohl! 4 827, Flora 10. 151, pi. Bras, 1.92; SH.; Wlp.; 

Koehne fl. Bras., Lythr. 332. 
























144 



Acmilins koehne. 



Synon. Friedlandia stachyoides Ch. Sch.! 1827, Linnaea 2, 353. — Friedlandia lythro- 



ides var. villosa Mrt. ms,! 



Pemphis stachydifolia Mrt. ms.! 



Diplusodon stachyoides 



DC! et D. lythroides var. villosissimus DC! 1828 prod. 3. 94 e . 

Icon. Pohl pi. Bras. I. t. 75!, Koehne I. c, t, 61. f. 6, atl. ined. t. 57. f. 260. 

Caulis, folia, prophylla, calyces albide villoso-hirsuti. Rami subteretes. 
Folia (interd. 3na) subsess., ovata nonnullis suborbiculatis v. oblongo- 
ovatis (15 — 55 mm.: 9 — 35 mm.), brevissime acuminata. Slip, utr. 8. 
Proph. circ. obi. Calyx 10 — 15 mm. lg., lobi tubum sabaeq.; append. 

linear es planae. S tarn. 12 — 18. 

In campis altis siccis petrosis v. sabulosis v. graminosis haud infrequens. — Mints 
Geraes nov.-jun.: Lagoa Santa! Serro Frio! Pico d'ltabira do Campo ! Caxoeira do 
Campo! Ouro Preto ! Inter Campanha et praed. Parapitinga ! Caldas! S. Paulo jun.: 
Villafranca! Inter Porto Alegre et Franca! 

261 (29). D. floribundus Pohl! 1827, Flora 40, 451, pi. Bras, 1. 87; DC j Koehne 

I. c. 332, 

Icon. Pohl pi. Bras. 1. t. 70! Koehne 1. c. t. 61. f. 7, atl. ined. t. 57. f. 261. 

Caules teretes, breviuscule pnbescenti-hirtelli. Folia caulina ovata 
— oo mm. : 11 — 38 mm.) subacuminata , substrigoso-hirtella nitidula. 



15 



Proph. late ovata. Calyx (10 — 12 mm.) subvelutino-hirtellus; lobi tubo 
sublong lores ; append, subulatae. Stam. 18 — 22. 

In montosis graminosis. — Goyaz: pr. Antonio Gonzales procul Trahiras maj.junJ 

II. Append, patenti-recurvae v. subnullae. Caules verisim. mono- 
carpei. (262, 263.) 

262 (30). I». sessiliflorus Koehne 1877, L c. 333. 

Icon. Koehne 1. c. t. 62. f. 1, atl, ined. t. 58. f. 262. 

Caules teretes, apice subcano-villosi. Folia ovata v. orbicularia 
15 — 55 mm.: 4 — 15 mm.) acuta saepeq. subacuminata, minutim punctulata, 
superiora praesert. pubesc.-hirtella. Stip. utr. circ. 5. Proph. orbicularia, 
tubo breviora. Calyx (12 — 14mm.) tomentosus et cano-ferrugineus; lobi 



i 



/ 



3 breviores patenti-recurvae. 



tubi y 2 subaeq. v. breviores; append, lobis vix 
Stam. 23 — 28. 

Minas Geraes! 

263 (31). D. divaricatus Pohl! 1827, Flora 10. 130; pi. Bras. 1. 84; DC- 
Koehne I. c. 333. 

Var, j3: D. divaricatus SH. fl. Bras. rner. 3. 154 (124). 

Icon, Pohl pi. Bras, t. 67! Reichenb, fl. exot, t. 335! Koehne 1. c. t. 61. f. 8, atl. 
ined. t. 58. f. 263. 

Caules parum 4anguli, plerumq. subpubesc.-velutini. Folia late 
ovata nonnullis suborbiculatis (12- — 33mm.: 10 — 26mm.), acutiuscula, 
haud punctulata, minutissime puberula. Calyx (8 — 10 mm.) tomentoso- 
puberulus, cano-ferrugineus; lobi tubo breviores; appendices subnullae. 
Stam. 16—19. 

Var. a. Caulis pubesc.-velutinus. Prophylla tubo dimidio breviora. 

Var. {3. (an species di versa?}. Caulis hirtello-tomentosus et insup. in- 
terd. pilis patulis albis longioribus conspersus. Proph. calyce multo longiora. 



























I 






• 






Lythraceae. IX. Diplusodon. Nr. 261— 266. 



145 






In montosis graminosis, in campis siccis. — Goyaz: Inter Corumba ct Rio S. Marcos* 
(a) dec! Serra de Christaes, S. Lucia (a) nov.l Catalao! Minas Geraes ; Prope amnem 
Paranahyba. inter Araxa et Paracatu (jj) maj. sec. SH. 

b. Folia salt, superiora basi acuta v. attenuate , omnia parva v. an- 

* 

gitsta; nervi utrins. — 2 v. rarius 5 ? supra impressi, subt. prominentes. 
Frutices v. fruticuli ramosissimi 1 — 2 m. alt. (264 — 273). 

a. Folia usq. ad nerv. med. haud revoluta v. quando it a 
revoluta simul dense puberula sunt. (264 — 271). 

I. Append, aut patulae reflexaeve foliis subt. simul hirtellis v. sub- 

villosis, aut ereetae. (264 — 270). 

1, Append, patulae v. valde reflexae. Stam, f8— /5. {204 — 2Gfi.) 

•[ Append, patulae. Stam. lobos V3 — V2 superantia. — Rami initio 4goni, Folior. 



nervi utrins. %• 






264, MS.) 



m 

264 (32). D. serpyllifoliusDC! 1828, prod. 3. 94<>; Koehnefl. Bras., Lythr, 334, 

Sjnon. Friedlandia serpyllifolia DC. ms.l — F. thymifolia Mrt. ms.l 
Icon* Koehne 1. c. t. 61. f. 9, et atl. ined. t. 59. f. 264. 

Rami hirtelli v. pubesc- hirtelli. Folia (interd. 3na) petiolo ! / 2 
2 mm. longo insid., basi rotundata v. superiora attenuate, ovata v. ov.- 



vix nitidula glabra v. subglabra, 



obi. [10 — 25 mm. : 6 — 13 mm.), supra 

ciliata, subt. in nervis albide subhirtella. Stip. utr. circ. 5. Pedicelli 

subnulli, proph, tubum circ. aeq. v. subbreviora subt. pilosa. Calyx 

[S — 6mm.) ubiq. hirtellus; lobi tubi 1 / 2 vix aeq.; append, lobis 

breviores. 



1 



3 



Vi 



- 



In campis. 



Minas Geraes: Caxueirinha pr. Lagoa Santa mart.-junJ Congonhas 



do Campo! Arrayal de S. Gonzalo febr.i 



t 



F. villosula Mr I. hb.! 



265 (33). D. microphallus Pohl ! 1827, Flora 10. I51, pi. Bras. 1. 93; DC; 

Koehne 1. c. 335; an SH.? et Wlp.? 

Syuuri. Friedlandia hirtella Ch. Sch.! 1827, Linnaea 2. 352. — 

Icon. Pohl pi. Bras. 1. t. 76! Koehne 1. c. t. 61. f. 10, atl. ined. t. 59. f. 265. 

Rami parce hirtelli v. subglabri. Folia basi attenuate, obovata v. 
late oblonga (5 — 1 6 mm.: 5 — 8mm.), supra nitidula glabra, in sicco nigre- 
scentia, subt. fusea et in nervis parce hirtella. Stip. utr. circ. 8. Pedic. 



I 



2 mm. 






proph. subt. in nervo medio et margine tantum hirtella. 
Calyx [6 — 9 mm.) lobis subtus glabris except is hirtellus. Cetera ut in 264. 

Tn eollibus siccis inter frutices, in campis, in sabulosis. — Minas Geraes: Itabira 
febr.i Marianna apr. aug.l Ouro Preto dec.-apr.! Sa. de CaxoeirajVw./ 

f-[- Append, reflexae r lobos longit. aeq. v. sublongiores. Stam. lobos parum v. l /j su- 









perantia. — Rami obscure 4anguli. Folior. nervi utrins. % (v. 4). 
266 (34). D. incaUUS Gardn. 1844, in Field, sert. pi, t. 2! Wlp, rep. 5. 676; 



■ 



Koehne 1, c. 336, 

Sjnon* Var. f.: D. virgatus (non Pohl) Gardn. hb.! 

Icon. Gardn. 1. c.I Koehne 1. c. t. 63. f. 1, atl. ined. t. 59. f. 266. 

Folia breviss. petiolata, basi acuta v. attenuata, obi. v. ovata (5 — 
25mm.: 2 — 9mm.), marg. subrevoluta. Stip. utr. circ. 4. Pedic. bre- 
vissimi; proph. tubo paullo breviora v. longiora. Calyx (5 — 7mm.) sub- 

anguste campan. 



Botanische Jahrbficher. III. Bd, 



10 



• 












\ 


















- 



146 






Aemilius Koehue. 



Var. a. Rainuli foliaque breviter canesc.-villosa: nervi utrins. 2. 
Proph. minutim cilioiata 9 subt. pilosa. Calyx canescenti-hirlellus. Slam, 
lobos pa rum superantia. 

Var. (3. hirtellus Koehne I. c. Hamuli brevius hirtelli. Folia ul 
calyx adpresse brevissimeq. pilosa; nervus utrinsecus 1. Proph. ut in a. 
Stain, trienle lobos superantia. 

Var. y. Serpyllum Koehne I.e. Rainuli minutim puberulo-hirtelli. 

■ 

Folia supra subglabra nitida, subt. ut in (3 sed minus pilosa. Proph. subt. 
puberula, haud ciliata. Cat. parce puberulus v. subglaber; append, saepe 
minus reflexae. Stain, ut in a. 

In campis aridis sabulosis, in eollibus aridis inter frutiees. 
(a) maj,! Inter Passe et S. Pedro (j3) maj.! loco non indicate (fj! 



Goyaz: S. Domiugos 



2. Append, erectae, lobos parum tplove v. raro Splo super antes. 
{267—270). 

f Pedicelli 1 — 4 y 5) mm. lg., prophylla prope apicem gerentes; proph. ovata i\ an* 
guste obi., tubo paullo v. pie rumq. V-2 breviora, rarius eodem sublongiora. Sta- 
mina lobos parum v. paullo superantia, appendieibus breviora v. easd. aequantia 



{an etiam in Nr. AM?}. Calyx minutim hirtellus v. hirsuto-villosus. (26 
* Stamina 12—15. 



269.) 



267 (35). D. thymifolillS (Mrt. hb.) DC! 1828, prod. 3. 9*»>: Koehne fl. Bras,, 



Lythr. 336. 



Sviioti. Friedlandia thymifolia Mrt. lib. I - 

Icon, Koehne 1. c. t. 63. f. 2, atl. ined. t. 60. f. 267. 

Canescens; rainuli obscure 4am?uli. Folia obi. ad linearis (5 — dOinm.: 
1 1 / 2 — 5mm.), marg. pi. min. revolula. Stip. utr. eirc. 4. Pedic. 1 — 5mm. 

lg. Calyx (5 — 6mm.) ut folia vestitus (cf. varietates). 

Var. a. Rainuli vix puberuli. Folia (5 — 14 mm. : 1 y 2 — 4 mm.) vix 
petiol., obi. v. hmceol., obt., minutim strigosa; nervi utrins. I( — 8). Pedic. 
2 — 5mm. lg.; proph. obovata v. obi., tubo paullo v. i / 2 breviora. Append, 
lobos aeq. v. sublongiores. 

* 

Var. [3. Koehne 1. c. Ram. magis puberuli. Fol. (7 — 19 mm.: 2 — 
5mm.) fere ut in a, sed acuta, paullo magis hirtella; nervi utrins. 1 — 2. 
Pedic. vix 1mm. lg.: proph. cun.-lanceol. v. fere obi., tubuin aeq. v, sub- 



longiora. Append, ut in a. 



Va i\ 



Y- 



Koehne 1. c. 



Ram. ut in p. Fol. (7 



15 mm. : 1 



2 mm.) 



linearia, oblusiusc. , minutim strigosa; nervus utrins, 1 vix conspicuus. 
Pedic. 1 — 2mm. lg.; proph. angusta, tubum aeq. v. subbreviora. Append. 
lobos paullo Splove superantes. 

In campis arenosis sat frequens. — Goyaz: Inter Arrayas (s. Areas) et S. Domiiigos 
i^j maj.! Chapada prope S. Pedro (y) maj.! Minas Geraes : Serro Frio pr. Diamantina 
alt. 1000 m. {fx)julJ 

** Stamina 16— 23. (268, 269). 

268(36). D. capitalusSH.; Koehne L c. 837. 

Sytion, »D. microphyllus, forma altera D. capitatus* SH. fl. Bras. mer. 3. 149 Mio); 
Wlp. rep. 2. 113. 




































' 



Ljthraceae. IX. Diplusodou. \r. 267—271, 



147 









■ 

Rami hirlello-pubescentes, apice subhirsuti ', pilis nitidulis. Pelioli 
1 — 2 nun, Ig.; folia breviter lateq. lanceol. v. interd. subovata (8 — 16 mm.: 
4 — 6mm.), acutiusc. v. obtusa, brevit. parceq. pubesc.-villosa, rariss. 
supra glabra subt. punctulata; nervi utrins. 1 — 2. Flo res conferto- sub- 
capital!; pedic. circ. 2mm. Ig.; proph. tubum aeq. v. breviora, lanceol. 
v. obi. Calyx (circ. 10mm.?) bast praesert. hirsute -villosus ; append, 
lobis longiores. 

Minas Geraes: Chapada distr. Minas Novas /ton. sec. SH. 

269 (37). D. niacroilon Koehne 1. c 338. 

Svuon. D. virgatus (non Pohl) Gardn. hb.! 

Icon. Koehne 1. c. t. 63. f, 3, atl. ined. t. 60 f. 269. 

Ramuli puberuli v. raro hirtelli. Folia subsess. v. sess., lanceol. v. 
lanceol. -I inearia (7 — 29 mm.: \ l / 2 — 6mm.), pi. min. obtusa, marg. revoluta. 
breviss. pubescenti-hirtella v. plerumq. supra substrigoso-puberula ; nervi 
utrins. 2, rarius 1 v. 3. Stip. utr. circ. 5. F I ores saepe subcapitato- 



conferti; pedic. vix 1 — I 1 /. 



proph. tubum aeq. v. sublongiora, 



ovata v, anguste obi. Calyx (6 — 8mm.) puberulus v. minutim hirtellus; 



Goyaz : S, Bernardo maj.I Inter Array as 



append, lobis 2 — 3plo longiores. 

In campis sabulosis inter frutices. — 

(s. Ar£as) et S. Domingos majJ 

•H" Pedic. 4— 6mm. Ig., proph. prope apicem v. paullo supra l /i gerentes ; proph. tin. 
v. lanc.-lin., tubum aeq. v. paullo superantia. Stamina lobos appendicesque lobis 
sublongiores dimidia longitudine superantia. Calyx subvelutino - puberulus , 6 
7 mm. Ig. 

270 (38). D. epilobioides (Mrt. hb.) DC! 4828, prod. 3. 94*; Koehne n. 

Bras., Lythr. 338. 

Sjnon. Friedlandia epilobioides Mrt. hb.! 

Icon. Koehne I. c. t. 62, f. 2, atl. ined. t. 60. f. 270. 

Ramuli parum puberuli. Petioli 2 



—3mm. Ig. v. subnulli. Folia 
linear ia v. lane. -linear. (13 — 30 mm. :1 J / 2 — 4 mm.), obtusa, marg. revo- 
luta, minutim velutino-puberula subcana; nervus utrins. 1. Stipulae 0. 
Stam. 15—16 (v. 12 sec. DC). 

In campis. — Minas Geraes: Serro Frio prope Diamantina! 

II. Append, patulo-recurvae, folia utrinq. velutino-puberula. 

271 (39). D. rosmarhiifaliusSH,! 1 ) 1833, fl. Bras. mer. 3.147 (419); wip. ; 

Koehne (ampl. ; 1. c. 339. 

Sjnon. D. puberulus Koehne 1. c. 339. 

Icon. SH. 1. c.l 189*! Koehne 1. c. t. 63. f. 4, atl. ined. t. 61. f. 271. 

(Descr. reform.) Ramuli obscure 4anguli, minutim scabriusculo-pube- 
ruli. Folia internodia aeq. v. iisd. longiora, subsess., linearia (8 — 16mm.: 









1— 2 mm.), plerumq. obtusa, marg. valde, interd. usq. ad nervum revoluta, 



1) Herr Bureau in Paris hatte die Gute, mir eine kleine Probe dieser Art zu liber- 
senden, welche geniigte, um ihre Identitat mit me in em in der FI. Bras, aufgestellten 
Z). puberulus festzustellen. 

10 



























' 









148 



Aemiiius Koehne. 






scabriusculo-puberula ; ncrvi utrins. 1 



2 



i 



saepe sub marg. revolulo ab- 



scondili. Stipulae 0. Pedic. 1 1 / 2 — 5 mm. Ig.; proph. ovata v. oblonga, 
prope pedicelli apicem inserta. tubi l / 2 aeq. v. paullo longiora. Calyx 
(5 — 6mm.) late campanula minutim puberulus v. appendicibus puberulis 
exceptis glaber; lobi tubi r / 2 circ. aeq.; append, lobis paullo dimidiove 
breviores, patulo-recurvae. Stamina 12 — 15, i/ 2 exserta. 

In campis editis sabulosis petrosisque, sec.SH. frequentissima. — Inter prov. Goyaz 
et Minas Geraes in alta planitie quae usq. ad vicum S. Lucia panditur maj\, sept., oct.l 
Minas Geraes, locis aceuratius non indicatis! 

(3. Folia linearis, usq. ad nerv. med. revoluta, obtusa r 
supra glaber rima nitidula. Stam. valde exserta. (272, 273). 

272 (40). D. uninervius Koehne 1877, fl. Bras., Lythr. 340. ^ 

Synon. D. Candollei forma 3. SH.! fl. Bras, nier. 3. 146 (tt8), non D. Candollei 
Pohl et DC, 



I 



lean. SH. 1. c. t. 188! Koehne L c. t. 63. f. 5, atl. ined. t. 62. f. 272. 

Hamuli juniores puberuli v. breviss. hirtelli. Folia (6 — 12mm.: 
—k*fomm.) subt. in nervo saepeq. etiam in marg. revoluto pilis incanis 
adpressis Jaxe obsita. Pedic. 1— 2 mm. Ig.; proph. tubuin aeq., oblonga 
ad linear ia, marg. prope apicem revoluto, subt. in nervo et margine prope 
basin pilis conspersa. Calyx (5— 6 mm.) glaber; lobi tubi V 2 aeq.; append. 



iisd. par u m longiores v. 



/: 



breviores, erecto-patulae, ciliolatae v. 
glabrae. Stamina (10) 12 — to. 

In campis v. in saxosis. — Minas Geraes: Serra da Lapa nov.l Bom Fim et Nossa 
Senhora da Penha distr. Minas Novas! 

273 (41). D. Candollei Pohl hb.!, DC! prod. 3. 94* (cum diagn. erronea); 

Koehne 1. c. 341 . 

Synon, D. Candollei forma % SH. fl. Bras. mer. 3. 146 (118); Wlp. rep. 2. 112, 

Icon. Koehne 1. c. t. 63. f. 6, atl. ined. t. 62. f. 273. 

Hamuli subhirtello-strigosi. Folia 4— 9 mm. Ig., 1mm. lata. 
Pedic. iy 2 — 3mm. Ig.; proph. tubum aeq. v. sublongiora, rarius sub- 
breviora, obovata v. obov.-rotundata, plana, apice ciliolata, nervo subtus 
prope basin puberulo. Calyx glaber v. pilis paucissimis adpressis con- 
spersus; lobi ciliolati; append, lobos subaeq., laxe strigoso-hirtellae. 
Stamina 6. Cetera ut in 272. 

Minas Geraes: Inter Rio Jequetinhonha et Columbi, pr. 



Jn montosis siccis. 



Itambe! Serra do Cipo oct.l 



X. PHYSOCALYMMA Pohl. 



y 



a 



1827, Flora 10. 152, pi. Bras. 1. 99; DC. prod. 3. 89; Meissn. gen. 117 (83); Endl. 
en. 1203; B. H. gen. 1. 781; Bail!, hist, pi. 6. 434 et 454; Koehne 11. Bras., Lythr. 342. 
Synon. Physocalymna SH. 1833, fl. Bras. mer. 3. 141(114). — Diplodon (non Spr.) 
Poepp. et Endl. 1838, nov. gen. 2. 66. — Lafoensia Poepp. hb. 

F lores 8 (9) mer L Calyx subturbinato-semiglobosus, tenaciter mem- 
branaceus, 16|v. !8)-nervis, venis inlerjectis, persist ens et demum 



( 



• 





















f 





















■ 



Lythraceae. X. Physocalymma. Nr. 274. 



149 



vesictlloso -inflatus; lobi subsemicirculares, obtuse brevilerq. acu- 
minali, post anthesin medio fissi : nervo medio saepe in fissura persistence ; 
append, nullae. Petal a 8 (9) magna, apice crenato-undulata, in alab. 
corrugata. Stamina 24 — 28 tubo vix supra basin inserta, quorum ple- 
' rumq. 8 epipetala solilaria, episepalis ad 16 gerninatis manifeste breviora; 
antherae dorso affixae. Ovarium basi lata sessile, semiglobosum, 4-locu- 












lare; placenta 






lobosa; stylus longus filiformis, 



stigma subcapitatum . 



Gapsula tenuissime membranacea, an irregulariter rumpens? placenta 
subslobosa. Semina ala latiuscula cincta. 

Arbor ramulis 4-anguIis v. compressis. Folia decussata, raro 3na. 
Race mi simplices v. plerumq. basi racemis nonnullis patentibus panni- 
culato-compositi; bracteae minimae hypsophylloideae deciduae; prophylla 
alabastra obtegentia, post anthesin persistentia. 

Am. meridionalis. Species unica. 

274. P. scaberrimum Pohl; Koehne 1. c. 343. 

Sjnon. P. scaberrima Pohl! 1827, Flora 10. 153. — P. floridum Pohl 1827, pi. Bras. 
100; DC. — Physocalymna florida SH. 1838, !. c. 142 (115). — Diplodon arbor eus Poepp. 



et Endl. 1838, 1. c. 66. 



Lafoensia scaberrima Poepp. ras.l 



Grao de Porco v. 



Ceeo machado v. P n o de Rosa v. Sebastiao de Arruda Brasiliensium. 



Rosen ho lz germanice]. 



Icones. Pohl. pi. Bras. 1. t. 82 et 83! Poepp. et Endl. 1. e. t. 192! Koehne 1, e. t. 63. 

f. 7, atl. ined. t. 61. f. -274. 

Alt/ 6 — 10m. 7 trunco 30— 45cm. diam. Petioli 3 — 12mm. lg.; fo- 
lioruin ncrvi laterales utrins. 8 — 12. Stipulae utrinq. circ. 3. Bracteae 
3 rnm. 7 calyx 10— 13mm. , filamenta episepala 15 — 20mm., epipetala 10 
15mm., antherae 3mm.. stylus 22mm., semina 3 1 /*— 4mm. lg. 



Forma a. Folia obovata brevit. acuminata (25 — 65 mm. : 22 — 

102 mm.}. Pedicelli 5 — 20 mm. lg. 

Forma b. angusti folia Spruce ms.!. Koehne 1. c. Folia oblonga 
et lanceolata, paucis ovato-oblongis. Pedicelli 2 — 11 mm. lg. 

Am. merid., in silvis desertorum, in campis graminosis v. arenosis, apertis, inter 
silvas primaevas, ad fluvios. Folia rejiciens et ante foliorum novorum evolutionem 
florens. And. Peruvia : Maynas, pr. Yurimaguas (a et b) dec! — Bras. tr. Alto Ama- 
zonas: Ad fl. Amazonas pr. ostium fl. Solimoes (b) jun. dec! Bras. extr. Mato Grosso : 
Cuyaba, Cuxip6guassu (b) aug.l Goyaz fa): Engenho do Capitao Luiz Furtado, N. Senlu 
do Carmo, Natividad, Rio Maranhaojtd. aug.l Prope Goyaz! 






I 



XI. LAFOENSIA 



. 


















1788, fl. Lus. etBras. specim. 33; Rmr. script. 112; DC. mem. soc. phys. Gen. 3. 
II. 86, prod. 3. 93, Pohl pi. Bras. 2. 141; SH. fl. Bras. mer. 3. 157 (126); Meissn. gen. 117 
(83); Endl. gen. 1203; Wlp. rep. 2. 113; B.H. gen. 1.781; Baill. hist. pi. 6. 434 et 4o4; 

Koehne fl. Bras., Lythr. 34 4. 

La- 



Sjnou. Calyplectus R. I\ 1794, fl. Per. prod. 73; H.B.K. nov. gen. 6. 182. 



fi 



Subg. 1: Ptychodon Klotzsch nis.! 



' 



. 









; ■ 





















I 



1 50 



Aemilius Koehne. 












Flo res 8- — 16merL Calyx campanul. v. semiglobosus, coriaceus, 
limbo singulari modo plicatus, lobis caudatis membranaeeis im- 

plicatis et omnino inter partes coriaceas dentibusque longis trian<uilaribus 
coriaceis similes absconditis; append. 0. Petala magna, in alab. corru- 
gata. Stamina 16 — 32, ad v, infra tubi { / 2 uniseriatim ins., longissime 
exserta, in alab. spirali-contorta, antherae dorso affixae, anguste oblongae 
v. lineares, dein valde recurvae. Ovarium brevissime v. manifeste sti- 
pitatum, turbinatum v. globosum; placenta globosa v. disciformis; stylus 
longissimus; stigma subcapitatum. Capsula corticosa dura, unilocularis, 
dissepiment! vestigiis 2 usque ad apicem eurrentibus, angustis, apice pi. 
min. regulariter loculicide 2valvis, v. 4valvis; placenta basilaris demum 
brevissima latissima disciformis. Semina plana, late alata. 

■ 

Arbores v. frutices; glaberrimae. Folia decussata, coriacea nitida, 
penninervia, in acumen latum obtusum, saepe deflexum producla, poro 
subterminali sitbtus semper fere munita. Inflorescentiae racemosae v. sub- 
panniculatae; bracteae foliaceae, sed foliis minores; proph. magna, ala- 
bastra includentia. 



Am. meridionalis. Species 10. 



i 



I 












Subg- L PTYCHODON Klotzsch ms. (gen.). 

Koehne I.e. 347. Prophylla sub anthesi pe rsis ten tia. Folia 
parva (10— 24mm. Ig.). Flores 8meri. — Char, fus. in fl. Bras. 

275 (1). L nummularifolia (Kl. ms.) SH. m3, 1. c. 3. 158 (127;; Wlp. ; Koehne 

I. C. 347. 

Sjnon. Ptychodon nummular ifoli us KL ms.! 

Icon, SH. I. c. t, 190! Koehne 1. c. t. 64. f. 1, all. ined. (. 62. f, 275. 

Frutex (ad 160cm. alt.). Ramuli argute 4goni. Folia sess. v. 
subsess., basi rotundata v. subcordata, pleraq. ovata v. orbicularis (7 

15mm. lata). Racemi foliosi, 2 — 6flori; pedic. 5— 18mm. lg. Galycis 
tubus 10 — 15 mm. lg. — Descr. in fl. Bras. 

In fruticetis montosis. — S.Paulo: Jaguaracayba febr , / In provinciae parte australi, 
Campos Gteracs/aft. sec. SH. 



Subg. IL CALYPLECTUS R. P. (gen.). 

Koehne I. c. 348. Proph. ante anthesin decidua. Folia magna 



(inferiora 30 



140 mm. lg.). 



Flores 9 — 16meri, raro nonnulli 



8 m e r i . 



Char. fus. in fl. B ra s. 



A. Folii porus m a n ife stu$. (Nr. 276 — 283) . 

a. Linea substaminalis a staminum insertione manifeste distincta. 



276 



281). 



i 



a. Ovarii stipes ovarii \ f o aeq. v. brevior. [27 6 ■ 
I. Nee ovarium nee fructus suleati (576* , 277). 



279). 



N 
























_ » 









Lythraceae* XI. Lafoensia. Nr. 275—277. 



151 






276 (2). L. Yailftelliana Ch. Sch.! 1827, Linnaea 2. 346; DC. prod. 3. 94, 



Koehne 1. c. 348. 

Sjrion. Lafoensia Vand. 1788, tl. Lus. et Bras, specim. 33; Rmr, script. 112 



L. Kielmeyerae folia 



L. microphylla Pohl ! 1831, pi. Bras. 2. 145; WIp. rep. 2. 113. 

SH. (!) 1833, fl. Bras. mer. 3. 160 (128); WIp. 1. c. ; 

lcones. Vandelli I. c. t. 2. f. 13! Rmr. 1. c. t. 7. f. 13! Pohl 1. c. t. 199 ! Koehne I. c. 

t. 64. f. 2, atl. ined. t. 63. f. 276. 

Alt. 2 — 7m. Rami teretes. Petioli 2 — 8mm. longi; folia cuneata, 

■ 

obovatu v. oblonga (85 — 90 mm. : 44 — 55 mm.), ob acumen reflexum retusa. 
Racenii 2-pauciflori in pannieula foliosa dispositi; pedic. 20 — 28mm. 
g., apice a dor so compressimculi. Floras 8 — 13- ? plerumq. 1 meri. Cal yx 
[to — 16 mm.) semiglobosus. Stipes ovarii dimidiam longitudinem hand 
aequans. 

In paludosis v. in campis siccis inter frutices. Bras. extr. Rio de Janeiro: Taipii! 
Monies Orgaos! S. Rosa! Circa Villain J. Joao Marques febrj Maeahe et Camposjun,/ 

277 (3). L. Pacari SH. 4883, fl. Bras. mer. 3. 159 (127); WIp. rep. 2. 418; 
Koehne fl. Bras,, Lythr. 349. 



Svnon. Subs p. 1, var. a, forma b: I. Sellowiana Klotzsch ms.l 
tiolata Klotzsch ms.! 

Subsp. 2, forma b: L. lucida Klotzsch ms.l 
Subsp. 3: L. sessitifolia Klotzsch ms.! 
[Pacari s. Pacari do Ma to Brasiliensium], 

lcones. SH. I. c. t. 191! Koehne 1. c. t. 63. f. 1 



Var. fJ: L. pe- 



I 



3, atl. ined. t. 64. f. 277 



Flores 8 — 13-meri. Calyx (17 — 25mm. Ig.) lobis plerumq. revolutis. 



Alt. 3— 6 m. Petioli I — 1 5 mm. Ig.; folia bast atten. v. acuta v. 
rotund., obov.-obl. v. obi. v. ellipt. v. lanceol. (50 — 140mm.: 10 — 65mm. K 
Racenii simpl. v. fere panniculae subumbelliformes; pedic, 2 — 40mm. 

Ovarii stipes breviss. v. ovarii x / 2 aequans. 

Subsp. 1. petiolata Kl. ms. (sp.), Koehne 1. c. Ramuli saepe sub- 
compressi. Petioli 5 — 15mm. Ig.; folii lobus terminal is Iatus, obtusis- 
simus v. retusus, saepe subdeflexus, pori callo crassissimo, raro mintito. 
Pedicelli 20 — 40mm. Ig., plerumq. a dorso pi. min. eompressi. Stipes 
distinctus ovarii [ / 2 aeq. 

Var. a. hem isphaerica Koehne I. c. Calyx pi. min. hemisphae- 
ricus. Folii porus crassissimus. 

Forma a. la ti folia Koehne 1. c. Folia inferiora oblonga v. rarius 
owta, basi acuta v. rotundata. Pannic. densae multiflorae subumbelli- 
formes; pedic. ad 3 / 4 prophylla gerentes, apice eompressi. Linea sub- 
staminalis \ x / 2 — 2 mm. a staminum insertione dislans. 

Forma b. an gust i folia Koehne 1. c. Folia angustissime lateve 
lanceolata, basi acuta v. attenuata. Racemi simplices; pedic. vix infra 
apiceni proph. gerentes, 4goni v. a dorso subcompressi. Linea substam. 
insertion^ valde approximata. 

Var. {3. campanulata Koehne I. c. Calyx anguste campanulatus. 












I 



» 









152 



AtMnilius Koelme. 






Linea substam. 1 — 2 mm. a staminum insertione distans. Folii porus interd. 



minutus. 



• 



Subsp. 2. cuneifolia Kl. ins. (sp.)!, Koehne 1. e. 350. Petioli i 



5 m m . 



lg.; folia oblonga v. obov. -oblonga , lobo terminali brevissimo subdeflexo 
saepe retusa. Race mi simplices; pedic. a dor so valde compressi. Calyx 
anguste campanulatus. Stipes brevissimus, in ovarium paullatim ineras- 
satus. 

Forma a. exalata Koehne 1. c. Rami haud alati. Linea substam. 
8^2 mm - a staminum insertione distans. 

Forma b. lucida Klotzsch ms.! (sp.), Koehne I. c. Rami angustis- 
sime ialati. Linea substam. 2 mm. ab insertione distans. 

Forma c. Pseudopacari Koehne 1. c. Rami exalali. Linea sub- 
stam. 1 mm. ab insertione remota. 






Subsp. 3. Paean s. str., Koehne I, c. 351. Rami saepius alati. Petioli 
/ — 5 mm. lg. r lati: folia basi plerumq. obtusa, oblongo-elliptica v. lanceol.- 
obi.; lobus terminalis brevis, pori callo vix conspkuo. Race mi plerumq. 
simplices: pedic. ancipiti-4a?iguli 1 crassi. Calyx campanulatus; linea 
substaminalis ab insertione 1 — iy 2 mm. distans. Ovarii stipes brevissimus. 

Forma a. a lata Koehne 1. c. Rami juniores 4goni anguste ialati; 

■ 

interd. late ancipiti-alati. 

Forma b. apt era Koehne I. c. Rami juniores teretes, exalati. 



In campis. 



Bras. extr. Minas Geraes: in parte occidental! (Sertao) el pr. 



Itambe, Bom Fim etc. (subsp, 3; sec. SH.; Lagoa Santa (3, a ) jun.-dec.l, loco accuratius 
non indicato (3, b]! Rio de Janeiro (1; fi)! S. Paulo: Ytu (4, a ; febr.-vmrt. 
(4, a maj.! et locis accuratius non indicatis (1, b et (J; 2, a et b; 3, a et b)! 



Araracoara 



i 

II, Ovar. et fructus medio sulcis brevibus, nunc profundi s nunc levibus sulcati. Folii 
porus minimus, callo tenuissimo cinvtus. (278, 279.) 

278 (4). L replicata Pohl !, Koehne 4877, fl. Bras., Lythr. 351. 

Sjnoii. Subsp. 4. forma b; L, replicata Pohl! 4831, pi. Bras. 2. 144; Wlp. rep 



2. 113. 

Subsp. 2: Cal yplectus adenophyllus Schott ms. sec. Mrt, hb.J 
Pacari v. Candea de Caju Brasiliensium.] 

Icones. Pohl 1. c. t. 198! Koehne I.e. t. 65. f. 4 et t. 66. f. 1, atl. ined. t. 65. f. 278. 

Alt. 2 — 8m. Petioli 2 — 6mm. lg. crassi latique. Folia basi ple- 
rumq. rotundata, obovata ad lanceolata (45 — 430 mm. : 17 — SO mm.); lobus 
terminalis brevis v. brevissimus. valde plicato-reflexus. Race mi simplices: 
pedic. 20 — 35 mm. lg. Flores lOmeri, raro 8 — 9meri. Calyx (20 — -27mm.) 
campanulatus, lobis saepe reflex is. Ovarium in slipitem dimidio bre- 
viorem v. plerumq. brevissimum attenuatum, leviter sulcatum. Fructus 
basi obovoideus apice eonicits. medio leviter breviterq. sulcatus. 

Subsp. I. replicata s. str., Koehne 1. c. Silvestris. Pedicelli a dor so 



valde compressi. Linea substam. I 3 / 

distans. Ovarii stipes brevissimus. 



,4 — 2 l / 2 mm ' a staminum insertione 






■ 






I 






r 









- 







































Lythraceae. XI. Lafoinisia. Nr. 278—280 



153 









I 









Forma a. Pohlii Koehne 1. c. Rami fusci nitiduli. Folia late ellip- 
tica (50 — 1 30 nun. : 27 — 80 mm.) . Pedicelli 2mm. lati. Calyx 25 — 27 mm. Ig. 

* 

Forma b. Lundii Koehne 1. c. Rami grisei opaci. Folia oblonga 
v. obovala (60 — 130 mm. : 35 — 60 mm,) . Pedicelli 5 mm. lati. Calyx 20 

25 mm, Ig. 

Subsp. 2. adeoophylla (Schott ms., sp.) Koehne L c. 353. Campestris: 
rami nitiduli. Folia basi interd. acuta, late lanceolata (45 — 105 mm.: 17 
45mm.). Pedicelli crassi 4goni } saepe ad angulum dorsalem late, ad 
ventralem ansuste alati. Linea substaminalis 3 mm. ab insertione distans. 
Stipes ovarium dimidium aequans. 

Subsp. i: Inter frutices ad ripas rivulorum, in silvulis, in paludibus. Bras. extr. 
Minas Geraes: Guarda Mor in via ad Paracatu (a) nov.t Curvelho (a) apr.l Lagoa Santa 

i 

(b) dec! Congonhas do Campo (b)! Caldas, Rio Machado (b)! S. Paulo: Sorocaba (b) 
febr J Ytu (b) febr J, inter S. Paulo et S. Bernardo (b) dec.!, Serra de Cara^a [b)janj 

Subsp. 2: In editis, in cainpis. Bras. extr. Minas Geraes! Rio de Janeiro! 
Confisco maj.l Serra de Mantiqueira /an. febr.! S. Paulo: S. Roque! 



279 (5). L. glyptocarpa Koehne 1877, 1. c. 353. 

kones. Koe/me 1. c. t. 67, all. ined. t. 66. f. 279. 












*v 









Petioli Wnues. Folia basi subattenuata v. acuta v. raro rotundata, 
oblonga v. nonnulla ovata v. lanceol. -oblonga {20 — 64mm.: 6 — 27 mm.), in 
lobum terminalem paullatim attenuata. Pedicelli 15— 30 mm. Ig.. sub-4goni 
v. a latere compressiusculi. Flores 10— 12meri. Calyx (IS— 20mm.) 



nisphaerico-campanulatus. Ovarium fmctusq. fjlol 
tfunde sidcati. Semina 25 mm. Ig., 13mm. lata. 



Cetera ut in prae- 



cedente 






- 






Bras. extr. Bahia: Jacobinai Rio de Janeiro! 















(280, 281.) 






280 (6). L, deusiflora Pohl! 4 831, pi. Bras. 2. 142; Wlp. rep. 2. 148; Koehne 

-as . Lvthr. 354. 






t 









H. Bras., Lythr. 354. 

lctmes. Pohl 1. c. t. 4 97 ! Koehne 1. c. t. 66. f. 2, atl. ined. 1. 67. t. 280. 

Petioli 2— 6mm. longi. lati crassique; folia basi acuta v. rotundata, 
obl.-ellipt. v. lanceol. {40— 150mm. : 20— 72mm.); lobus terminalis par- 
vus; callus crassissimus, porum magnum cingens. — Race mi simplices, 
interd. approximati saepeq. in panniculis mullifloris dispositi; pedic. 15 
30, rarius — 50 mm. Ig.-, a dorso subcompressi v. sub- 4goni. Flores 10 
11meri, Calvx (20— 27mm.' campanulatus. Linea substam. 1— 3mm. 

ab 



I 






31 



sertione distans. Stipes ovarium longitudine aequans V. vix brevior, 
distinctus. Fructus apiculalo-sphaericus, baud sulcatus. 

Var. a. callosa Koehne 1. c. Folia pleraq. obi. -elliplica , rarius 
ovato-ell. (40— 128 mm.: 20—72 mm.); lobus terminalis planus. Racemi 

Linea substam. 1 — 2 mm. ab insertione remota. 

AW 

Var. [3. cucullata Koehne 1. c. Folia oblonga v. lanceolata (50 
150 mm. : 20—58 mm.): lobus term, subcuculliformis , callo paullo minore 



saepe plures approximati. 






I 
























I 






154 



Aemiiius Koehne. 






Racemi in panniculis densis multifloris dispositi. Linea substam. 2 ! / 2 
3 nun, ab insertione remota. 

lii campis inter frutices, in glareosis. Bras. extr. Para : Santarem [$} jun.l Goyaz 
[<x et p)! Minas Geraes: Lagoa Santa (a) apr.-jul.I Barbacena (a) oct.-maj.l Rio de 

Janeiro («)! 

2S1 (7). L. emargiuata Koehne <877, 1, c. 355. 

Icones. Koehne 1. c. t. 66. f. 3, atl. ined. t. 68. f. 281. 



Petioli [3 — )S — 10mm. longi, tenues; folia late oblongo- v. ovato- 
elliptica v. interd. subrotundata (50— 75 mm.: 12— S3 mm.); lobus termi- 
nals lalissimus brevis emarginatus; callus crassus. Ped i c. 20—30 mm.lg., 
a latere compressiusculi et ex angulis mediants subalati. Flores 1 1 — 13meri. 

Calyx (20mm.) late campanulatus. Stipes ovarium Igit. aeq. v. fere 



superans 



Frucl. ignotus. 



Cetera ut in 280. 






Bras. extr. Bahia: Serra de A^urua ! 

■ 

b. Linea substaminalis cum insertione fere coincidens, subinconspicua. 

{282, 283). 

282 (8). L punicifolia DC. 

Syiion, L. punicaefolia DC. 18-26, m6m. soc. phys. Geneve 3, II. 86, prod. 3. 94; 
Koehne fl. Bras., Lythr. 356.— Calyplectus punicaefolius Bertero ms.l — Lafoensia mexi- 
cana fl. Mex. ic. ined. sec. Candolleum non differre videtur. 

Icones. DC, 1, c, (m6m.) t. 1! Koehne all. ined. t. 68. f. 282, 

Arbor 13 — 16m. alt. Rami teretes, ramuli interd. obscure 4noni v. 
obsolete 4alati. Folia conferta, petiolis 3 — 6mm. longis insid., basi acuta, 
oblonga v. lanceolata (20 — 70 mm.: 8—26 mm.), in lobum angustum acumi- 
nata; porus callusque parvuli. . Racemi simplices, interd. approximate 
Bracteaead 1 mm. decrescentes; pedicelli%0—3o mm. lg., a dorso valde com- 
pressi, exalati, sum mo apice proph. gerentes. Flores 12— 16meri. Calyx 
(23— 50 mm.) campanulatus. Linea substam. ab insertione vix distincta. 
Stipes ovario sublongior; stylus ad 135 cm. lg, Capsula apiculato-ovoidea. 

In collibus, in campis editis, in fluminum insulis. — Mej. In repuhlica Mejicana 

Am. cisaeq, Columbia: Isthmus Panamensis, Mamei sept.! S. Maria febrJ 
Yalle d'Oparl Minca 1000 m. alt. nov.l 

283 (9). L speciosa (H.B.K.) DC. 1826, m6m. soc. phys. Geneve 3, II. 73, 

prod. 3. 94; Koehne 1. c. 356. 

Sjnon. Calyplectus speciosus H.B.K. ! 1823, nov, gen. 6. 183. — [Vulgo Guayacan.] 

1 ..... M ^ IT Tfc TT I _ i 4* # r\ i m Wfc • •*■*■ » .. ■■ • ■*,__* 



sec. DC. 



Icones 



— m r _ . , qj ^ . — ______ ^ „ 

. H.B.K. 1. c. t. 548 A et B.! Koehne atl. ined. t. 69. f. 283 



Arbor. 



Rami teretes. Folia conferta , petiolis 4 



If mm. longis 



insid., basi acuta v. vix rotundata, oblonga v. suprema interd. ovata (35 
105 mm. : 18 — 48 mm.), in lobum parvum acuminata , callus tenuis porum 
parvum cingens. Racemi foliosi, pauciflori; pedicelli 15— 40 mm. lg., 
goni subalati, summo apice proph. gerentes. Flores 11 — 13meri. Calyx 

(17- 

2 **q 



4 



20mm.) late campanulatus. Linea substam. ut in 282. Stipes ovarii 



\ 



Capsula apiculato-globosa. 



And. Columbia: Almoguer! Pasto 1700 m, alt.! 



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■ 







































Lythraeeae. XI. Lafoensia. Nr, 281—284. 



155 






m 

B. Folii porus clef ici ens. 

284 (10), L. acuminata (R. P.) DC, 1826, I c. 73 et prod. 3. 94; Koehne 



I. C. 357. 



ms.! 



Synon, Calyplectus acuminatus R, P. 1 798, syst. fl. Per. 129. — C. dependens Ruiz 
[Vulgo Cabeza de Monge]. 

■ 

Icon. Koehne all. ined. t. 69. f. 284. 



Arbor. Rami teretes, ramuli juniores igoni. Folia eonferta, petiolis 
5 — IS! mm. longis insid., basi attenuata v. vix rotundata, oblonga v. pauca 
obovato-oblonsa (22 — 50 mm.: 55 — 105 mm.), in lobum latiusculum acu- 
minata. Race mi simplices densissimi; pedic. 18 — 23 mm. lg. 7 teretius- 
culi v. a dorso subcompressi. Flores 14meri. Calyx (18 — 23mm.) late 



campanulatus. 



! / 



spicua. Stipes ovarii brevis. Capsula sphaerica »a medio ad apicem radiato- 
stellata« (an ut in Nr. 279 sulcata?). 



Locis calidis in nemoribus. And. Peruvia: Pozuzo! 
























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Uber Medullosa elegans 





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Prof. Schenk. 






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Die von Cotta als Medullosa elegans beschriebenen und abge- 
bildeten verkieselten Pflanzenreste aus dem Perm von Kohren und Hilbers- 
dorf bei Chemnitz (Dendrolithen, p. 62. Tab. 12. Fig. 1 — 5) sind nach Cotta 



wiederholt Gegenstand eingehender Untersuchung gewesen. 



Da Renault 



(etude sur le genre Myelopteris. Paris 1875) und Williamson (on the orga- 
nisation of the fossil plants of the Coal Measure. Part. VII) das Historische 
vollstandig gegeben haben, so berllhre ieh dasselbe nur insoweit, als die 
nachstehende Erorterung es erfordert. 

Schon Brongniart hatte (Tableau p. 59) die totale Verschiedenheit der 
Medullosa elegans Cotta' s von Medullosa stellata desselben 
Autors nachdriicklich betont 7 sie als Myeloxylon bezeichnet und zugleich 
bemerkt, dass ihr Bau jenem der Dracaenen nahe stande. Goppert (Per- 
misehe Flora, pag. 218. Tab. 38. 39) trennt gleichfalls Medullosa ele- 
gans von Medullosa stellata als eisene Gattuns: Stenzelia. Er 
erklart die Reste ftir baumartige Stamme mit markstandigen Fibrovasai- 
strangen, peripherischem Holzkorper und sieht in ihnen einen seiner Proto- 
type^ welcher die Charaktere der Fame, Monocotylen und Gymnospermen 

* 

vereinigt. 

Zu einem wesentlich andern Resullate gelangten Binney, Renault, 



Wi 



Sie erklaren 



die von Cotta beschriebenen Reste fttr Blattstiele , jenen der Gruppe der 
Marattiaceen nahe stehend, Renault bezeichnet sie als Myelopteris 
und fOgt zu der bereits von Cotta beschriebenen Art noch zwei vveitere: 
M. radiata und M. Landriotii von St. Etienne und Autun hinzu. 

Durch die freundliche Zuvorkommenheit des Ilerrn Professor Dames 
habe ich Gelegenheit gehabt die in der palaonlologischen Sammlung zu 
Berlin befindlichen Originale Cotta's (Tafel 12, Fig. 1 =502; Fig. 2 



Fig. 3 



:504; Tafel 18. Fi«. 1 

7 7 %J 



503; 
521) zu untersuchen und habe auBerdem 

noch eine Anzahl Exemplare aus den Sammlungen der Universitat Leipzig 

benutzt. So sehr ich nun auch hinsichtlich des Baues der verkieselten 













































' 



Schenk. Uber Medullosa elecans. 



15 



/ 












Reste mit den Angaben Renault's und Williamson's ubereinstimme, so bin 
ich doch zu einem andern Resultate als meine Vorganger gelangt, mir nicht 
ganz unerwartet, da ich die vergleichende Untersuchung von vornherein 
nicht auf die Fame beschrankte, so nahe auch bei der groBen Zahl der 
Farnreste in diesen Schichten der Vergleich liegen mochle. 

Die Struktur der GoTTA'schen Originale ist im AUgemeinen sehr gut 
erhalten und lassen sie, mit auffallendem Lichte untersucht, die Details 
der Struktur an vielen Stellen sehr gut erkennen. Zwei Exemplare, die 
Orisinale der Fie. 2 und 3 auf Tafel 12 zeigen in der Peripherie eine 
hellere und dunklere Streifung in der ausgesprochensten Weise, bei dem 
Originale der Fig. 2 in einer einfachen, bei jenem der Figur 3 in einer 
zweifachen, an dem obern Rande in einer dreifachen Schicht 1 ), den Ab- 
bildungen Cotta's entsprechend, welche jzwar roh , aber im Wesentlichen 
setreu sind. Dauesen fehlt dem Original der Fig. 1 diese Schicht. 









Die peripherische Schicht besteht, mit starkerer VergrbBerung 
untersucht, aus liingeren und ktlrzeren, radial geordneten , langlichen, an 
den Enden abgerundeten Gruppen sclerenchymatischer, dickwandiger 
Zellen, zwischen welchen radial und tangential Gruppen parenchyma- 
tischer Zellen liejren. Die ersteren zeichnen sich durch ihr weiBliches 
Aussehen. letzlere durch dunkle Farbung aus. Lucken, welche von einer 
Lacje tangential gestreckter Zellen umgeben sind, kommen in den paren- 
chvmatischen Lagen vor; zahlreicher finden sie sich an der Innenseite der 
peripherischen Schicht. Der Tangentialschliff dieser Schicht zeigt 



Gruppen schmaler, gestreckter Sclerenchymzellen , zwischen welchen die 
parenchymatischen Zellen liegen, im Radialschliffe werden bald die 
einen, bald die anderen oder auch beide Zellformen sichtbar, je nachdem 
sie getroffen sind. AuBer dieser Schicht ist an den CoTTA'schen Originalen 
und auch an anderen von mir untersuchtenExemplaren von Chemnitz keine 
weiter nach auBen liegende erhalten, ja es fehlt selbst die beschriebene 
radial cestreifte Schicht manchen Exeniplaren ganz. Renault hat an Exem- 
plaren der Myelopteris Landriotii auBer der genannten Schicht noch 
die Epidermis und das Hypoderm nachgewiesen. 












. 



w 



d 






c 



Exemplaren, besonders deutlich an dem Originale der Figur 2 Cotta's ist 
das parenchvmatische Gewebe von dunklen , zu Maschen verbundenen 



im , 



Linien durchzouen, welche ear nicht selten die an diesen Stellen noch vor- 
handenen Parenchvmzellen deutlich erkennen lassen und durch nichts 
anderes, als durch einen von dem ubrigen durch Chalcedon ausgefullten 

2 



Gewebe verschiedenen Erhaltungszustand bedingt sind, dessen d 

r- I : f ft 



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I) Im Anschluss an eine Note Renault's, pag. 5 sei bemerkt, dass das Original der 

- * » i ■ : n„-. ~.:i a~„ ;;l. ..:««« ;;Vv«^a; rtC -4;»viTv^t 



Fis. 3 Cotta's durchaus im Ban mit den ubrigen ubereinstimnit. 















- 















158 



Schenk. 
























Farbung wohl von Mangan herrtthrt. Auch die verschiedene Zahl der Fibro- 
vasalbUndel, welche die Maschen einschlieBen, beweisen das Zufallige 
dieses Verhaltens. Renault hat dies ganz riehtig erkannt. 

Die Fibrovasalstrange sind collateral, von einer Parenchymscheide ain- 
geben ; der aus Treppen- und Spiraltracheiden bestehende Xylemtheil ist 
gut erhalten, dagegen der Phloemtheil zerstort. Den Phloemtheil halten 
Renault und Williamson ftir Gummi fiihrende Zellen; eine derartige 
Struklur wtlrde selbst, wenn es sieh urn den Fibrovasalstrang einer Marat- 
tiacee handelte nicht zulrelfend sein. Neben den Fibrovasalstranaen urn- 
schlieBt das parenchymatische Gewebe noch Gruppen dickwandiger Zellen. 
ahnlich jenen derPeripherie und mit Chalcedon ausgeftillte Lttcken, welche 
von einer einschichtigen oder zwei-oder auch dreischichtigen Zone von Zellen 
umgeben sind. Sie werden von Renault, wie die gleich gebauten LUcken 
der peripherischen Zone, und ich theile ganz dieselbe Ansicht, als Gumini- 
giinge, richtiger Schleimgange, bezeichnet, wiihrend Goppert 1. c. Tab. 39 
Fig. \ sie zwar in einein weniger gut erhaltenen Zustande abbildet, jedoch 
nicht weiter erwahnt, jene der peripherischen Schicht aber als GefaBe be- 
zeichnet (Taf. 39, Fig. 2. 3). Die von Renault in seiner oben erwahnten 
Abhandlung gegebene Darslellung finde ich, soweit es die allsenieinen 
Verhaltnisse angeht, durchaus korrekt; auch Goppert's Darstellung ist iiu 
Ganzen zutreflfend, jedoch scheint das zur Tntersuchung benutzle Exemplar 
nicht besonders gut erhalten gewesen zu sein. 



) 



. 



4 j 

Die Frage ist nun: sind die als Medullosa elegans bezeichneten 
Reste Stammfragmente oder Blattstiele und welcher Gruppe sind sie einzu- 
reihen. WUrde man geneigt sein, sie flir Stanime zu erklaren, so konnten 
nur Monocotylen in Betracht kommen, mit welchen sie bei oberflachlieher 
Betrachtung einige Ahnlichkeit besitzen. Abgesehen davon, dass das Vor- 
handensein von Monocotylen iiberhaupt in den Schichlen, welchen Medul- 
losa clegans angehort, nicht nachgewiesen ist, alle fiir Glieder dieser 
Gruppe gehaltenen Reste andern Gruppen angehoren, ist der Bau der 
Fibrovasalstrange nicht jener der Monocotylen und die fur die Beziehun 
zu Dracaena geltend gemachten Grttnde fallen mit dem Nachweis des 
Strukturverhaltnisses der peripherischen Schicht ohnehin wee. Von ieder 
Vergleichung mit Monocotylen ist daher abzusehen, wie dies auch von 

7 

Renault geschehen ist. Dagegen ist die Ansicht, dass die fraglichen Rest* 



a 
6 



Blattstiele sind, volIsUindig gereehtfertigt, es fragt sieh nur, obdie GrUnde, 
welche fUr die Abstammung von Farnen geltend gemacht wurden, gentigende 
sind. Zunachst sprechen dafttr die zahlreichen Farnreste, welche mit Me- 
dullosa elcgans vorkommen; sodann lasst sieh die Struktur in manchor 
Hinsicht mit jener der Blattstiele von Angiopteris und Marattia ver- 
gleichen. Allein einmal sind die Fibrovasalstrange in den Blattstielen der 
Fame, mit Ausnahme von Ophioglossum und Osmunda concentrisch 
gebaut, der exentrische oder collatcrale Bau tritt, wie ich aus zahlreichen 





















■ 







































H 

Lber Medullosa elegans. 



1 59 












eigenen Untersuehungen weiB, und wiePRANTL(Hymenophyllaceen), Rissow. 

de Bary und jiingst Haberlandt ((lber collaterale GefaBbtindel im Laube der 

Fame. Wien, 1881) nachgewiesen haben, erst in denjFiederblaltslielen und 
in der Blattflaehe auf. Ferner folgt bei den Marattiaceen auf das Hypoderm 
eine je naeh dem Alter der Pflanze und je nach der Lange des Blattstieles 
verschieden machtig entwickelte Sclerenchymschicht, welche auch den 
letzten Verzweigungen nicht fehlt. An jungen ein- und zweijiihrigen, aus 
den Nebenblattern gezogenen Pflanzen ist an dieser Stelle eineCollenchym- 
schicht vorhanden und fehlen die bei den Blattstielen iillerer Pflanzen vor- 
handenen lokalen Unterbrechungen dieser Schichl durch parenchyma- 
tisches Gewebe. Sie sind bei den drei- bis vierjahrigen Pflanzen sparsam 
vorhanden, werden dann immer zahlreicher nut zunehmendem Alter. Bei 
den von mir untersuchten Danaea-Arten (Herbariumsmalerial) fehlen 
diese Unterbrechungen. Durch Costerus und Miller vvissen wir, dass an 
diesen Stellen unter Gruppen von Spaltoffnungen sich Lenticellen bilden. 
Das ganze Strukturverhaltniss wird verstandlich, wenn man die allmahlich 
mit dem Alter zunehmende GrbBe der Blatter, dieGrofiendiflerenz zwischen 
den Bialtern von Angiopteris und Ma rattia einerseits, von Danaea 
andererseits und endlich die zeitliche Dififerenz zwischen der Entwicklung 
der Blattstiele und der Blattflachen insbesondere bei Angiopter is be- 
rucksichtigt. In der Jugend geniigen die mechanischen Leistungen der 
noch weniger enlvvickelten Collenchymschicht eben so sehr, wie die sehr 
bald zur Ausbildung gelangenden Blattflachen ftir die physiologische Func- 
tion, wahrend spater der Blatlstiel vicariirend einlreten muss, bis die 
Blattflachen ausreichend entwickelt sind und die mechanische Arbeit von 

Jahr zu Jahr sich steigert. Nach innen ist die Sclerenchymschicht wellig 
begrenzt, in den parenchymalischen Unterbrechungen kommen Schleim- 
gange vor ; zahlreich sind sie in dem die Fibrovasalbtlndel umgebenden 
Parenchym. Yergleicht man damit den Bau der Medullosa elegans, 
so ist zwar manches Verwandte vorhanden, aber im Ganzen ist der Typus 
ein sehr verschiedener. Viel naher stehen dagegen die verkieselten Blatt- 
stiele durch ihren Bau den Blattstielen der Cycadeen. Alle von mir 
untersuchten Blattstiele der Cycadeen aus beinahe sanirntlichen Gattungen 
haben collaterale Fibrovasalslrange, deren auBererUmriss, wie ihreZusam- 
mensetzung sehr nahe an jene der Medullosa elegans sich anschlieBt. 
Sie sind von einer Parenchymscheide umgelen, welche sclerenchymatische 
Zellen einschlieBt. Der Xvlemtheil besteht aus Treppen- und Spiraltra- 
cheiden, der Phloemtheil aus sehr zarlwandigen Elementen, welche beim 

- 

Trocknen sehr leicht zerreiBen, bei der Maceration rasch zu Grunde gehen 
welche Beschaffenheit es erklart. wesshalb dieser Theil bei Medullosa 
elegans und auch bei den vod .Renault beschriebenen Arten sich nicht 
erhalten hat, wahrend die widerstandsfahisjeren Xvlemelemente erhalten 

7 o % 






: 



wurden. Wie erwahnt, erklart Renault die an Stelle des Phloems eetrelene 










































160 



Sch e nk. 















Liicke fiir Gummi filhrende Zellen, was aber nicht zu Gunsten eines im 
Bau mit den Marattiaceen verwandten BJattstieles sprechen wtlrde, da bei 
diesen der Fibrovasalstrang concentrisch gebaut ist, Gummi filbrende Ele~ 
niente im Verband mit dem Fibrovasalstrang in dieser Form wenigstens 
nicht vorhanden sind. Den Blattstielen der Cycadeen fehlen dem die 
Fibrovasalstrange umgebenden Parencbym zahlreiche Schleimgange nicht, 
sie reichen dicht an die peripherische Schicht. Diese besteht aus der Epi- 



( 












lermis, dieser folgt ein wenigschiehtiges Hypoderm, sodann eine bei den 
verschiedenenGattun&en nicht ganz gleich entwickelteSclerenchvmsehicht, 
welche aber stets aus isolirten radial und tangential durch chlorophyll- 
ftihrendes Parenchym gesonderten Gruppen besteht. Ganz ebenso ist aber 
die Peripherie der Me dull os a elegans und ihrer Verwandten gebaut; 
die Differenz besteht nur darin, dass das mechanische und assimilatorische 
Gewebe entsprechend dem nach dem Durchmesser (5,4 zu 4,5cm, und 4,5 
zu 3,0cm.) zu schlieGen viel groBeren Blattstiele eine bei Weitem bedeu- 
tendere Entwicklung erfahren hat, als bei den Blattstielen der lebenden 
Cycadeen. Auch Schleimgange fehlen der peripherischen Schicht nicht in 
dem parenchymatischen Gewebe. Die Epidermis der Cycadeenblattstiele 
fiilirt zahlreiche Spaltofl'nungen; vergleicht man, was Renault dariiber sagt, 
so wird man an die gleichen Organe der Cycadeenblattstiele erinnert. 

Dass in das Parenchym der Cycadeenblattstiele Sclerenchymzellen, 
einzeln oder in kleinen Gruppen eingestreut sind, welche in dieser Weise 
bei Medullosa elegans nicht nachzuweisen sind ; dass ferner die lokalen 
Verdickungen des Parenchyms der Cycadeenblattstiele dem Parenchym der 
Medullosa elegans fehlen, kann kaum einen Einwurf begriinden, denn 
einerseits konnen die Verdickungen der Zellwiinde durch die vor und 
wahrend der Fossilification einwirkenden Auentien, zerstort worden sein, 
sodann sind bei Medullosa elegans die Gruppen sclerenehymatischer 
Zellen, deren ich oben erwahnte, das der GroBe und dem Durchmesser des 
Blattstieles entsprechende mechanische Gewebeclement, welches in dieser 

■ 

Weise fttr die Blattstiele der lebenden Cycadeen uberflussig ist. Dass ich 
bei einer solchen Betrachtungsweise in den besprochenen Pdanzenresten 
weder einen Prototyp noch einen combinirten Organismus sehen kann, 
folgt von selbst, da far mich kein Zweifel darUber besteht, dass der Ban 
derselben dem Typus der Cycadeenblattstiele entspricht. 

Unter den von mir untersuchten Cycadeen stehen sie im Bau am nach- 
sten den Blattstielen von Aulacophyllum, Macrozamia und der ais En- 
cephalartos cvcadifolius oder auch als Zamia Ghellinkii culli- 
virtenArt. 



Was die Bezeichnung der besprochenen Pflanzenreste angeht, so kann 
wohl kein Zweifel bestehen, dass, wenn man nicht den altesten von 

Myeloxylon, tlber dessen Bedeutung kein 



Brongniart uesjebenen Namen 






■ 






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* 






M 

Uber Medullosa elegans. 



16? 



Zweifel bestehen kann, benutzen will, der von Goppert gegebene Name 
Stenzelia, das Recht der Prioritat hat. 

AuBer den in denSammlungen derUniversitfit befindlichen Exemplaren 
vonMedullosa elegans Cotta habe ich noch in Folge der freundlichen 
Mittheilungen des Herrn Professor Dr. Geinitz und des Herrn Oberlehrers 
Dr. Sterzel die in den Sammlungen zu Dresden und Chemnitz befindlichen 
Exemplare untersuchen konnen. Die Untersuchung bestatigte zunachst 
das an den frUher untersuchten Exemplaren gewonnene Resullat, zugleich 
ergab sich aber auch, dass ein Theil der Exemplare zu Myelopteris 
Landrioti Renault gehort, welche demnach bei Chemnitz ebenfalls vor- 
kommt. Das palaontologische Museum zu Dresden besitzt ein Exemplar 
dieser Art von 7,5cm. Lange, bei einem groBeren Durchmesser von 9,0 
und einem kleineren Durchmesser von 4,0 cm., dessen Form dafttr snrtcht 
dass es der Basis eines Blattstieles angehort. Noch interessanter ist ein 
Exemplar derselben Art im Resitze der stadtischen Sammlung zu Chemnitz. 
Der zum groBten Theile zerslorte Stamm , durch AusfUllungsmaBe ersetzt, 
umschlieBt noch radial geordnete Gruppen von Tracheiden, welche in ihrer 
Anordnung, soweit sie noch erhalten ist, mit jenen des Holzkorpers der 
Cycadeen ubereinstimmen. An diesem StammstUcke befindet sich eine 
vollstandig erhaltene, stark zusammengedrUckte Basis eines'Blattslieles und 



(I 



Der Phloemtheil des Fibrovasalbundels ist 



bei diesem Exemplare erhalten und so die oben ausgesprochene Ver- 
muthung durch den direkten Nachweis bestatigt. Im Ubrigen habe ich 
der Untersuchung Rexaclt's hinsichtlich dieser Art nichts beizufUgen, sie 



ist durchaus zutreffend. Ein im Besitz d 



es Herrn Weber befindliches 



Exemplar der Myelopteris Landrioti Renault eiebt Aufschluss Uber 

die Verdopplung der peripherischen Schicht: Die doppelten Lagen sind 

durch Verschiebung veranlasst. Das Weitere wird Herr Weber, welcher 

mit der Untersuchung des von ihm gesammelten Materiales beschaftigt ist, 
rnittheilen. 



























■ . . 












» 












I 



■ 









■ 









■ 
























Botanischc Jabrbucher. III. Bd. 



II 





















Obersicht der wichtigeren und umf assenderen , im Jalire 1881 
tiber Systematik, Pilanzengeographie und Pflanzengeschichte 

erscliienenen Arbeiten. II. 






A. Systematik (incl. Phylogenie). 



All «$ em eine systematise he Werke und A 1) hand lung en. 






Reale Aca- 



it 



Caruel, T.: Pensieri sulla tassinomia botanica. 93 p. 4°. 

demia dei Lincei 1880/81 . — Roma 1881. 

Es wurde schon im vorigen Jahrgang, p. 307 das vom Verf. im Nuovo giornale bo- 
tanico italiano mitgetheilte System reproducirt ; die groBere jetzt vorliegende Abhand- 
lung hat den Zweck, zunachst iiber die Principien zu unterrichten, welche bei der Auf- 
stellung von Ptlanzensystemen nach der Ansicht des Verfassers maGgebend sein sollen 
und ferner im Speciellen die Motive darzulegen, welche den Verfasser zu seiner nicht 
selten von den bishcr ilblichen Gruppirungen abweichenden Anordnung bestimmten. 

Die Abhandlung zerfttllt in 13 Gapitel. Das erste Capitel enthalt allgemeine Betrach- 
tungen tiber kiinstliche und natiirliche Eintheilungen, aus denen hervorgeht, dass jede 
Eintheilung eine kiinstliche ist, weil sie ein Kunstproduct des menschlichen Geistes ist, 
wfthrend anderseiis jede Eintheilung audi naturlich ist, insofern eine jede bis zu einem 
ewissen Grade Gruppen bildet, welche eine reale und natiirliche Grundlage haben. 
Im zweiten Capitel werden dieVortheile nnd Nachtheile derClassificirungen besprochen. 
Das dritte handelt von den leitenden Principien der natviiiichen Eintheilung, das vierte 
von den Gruppen eines nattirlichen Systems. Im fiinften Capitel wird uber den Umfang, 
die Bestimmtheit und Constanz der morphologischen Charactere gesprochen und die 
Schwierigkeit hervorgehoben, die darin besteht, fiir gleichwerthige Gruppen auch Cha- 
raktere von gleicher Bedeutung autzufinden. Im sechsten Capitel werden die Regeln 
der Nomenclatur, im siebenten die bisherigen Systeme besprochen. Das achte 
Capitel handelt von den »Divisionen« des Verfassers. (Vergl. Bot. Jahrb. II, p. 307). 
Schwerlich diirften die Morphologen , denen die Homologie von Sporangium, Pollensack 
und Nucellus nicht mehr zweifelhaft ist, dem Verfasser darin beiptlichten , dass die 
Prothallogamen dimorph, die Phanerogamen dagegen trimorph seien. Im neunten Ca- 
pitel werden die Classen undUnterclassen der Phanerogamen besprochen. Die Coniferen 
werden fiir angiosperm erklSrt; aber doch von den Angiospermen der andern Autoren 
fiir grundverschieden gehalten und als Gynospermen bczeichnet. Eine eigene Classe 
bilden die Anthospermen, zu welchen die Loranthaceen gehorcn. Sie sind nach dem 
Verfasser dadurch charakteristisch, dass das Gynoeceum einen nackten Nucellus darstellt. 

Im zehnten Capitel bespricht der Verfasser die Cohorten und Ordnungen der Mono- 
cotyledonen. Gegen die bisherige Eintheilung derselben hat Verfasser namentlich ein- 
zuwenden, dass dabei differente Merkmale verwendet worden seien, er will seine Ein- 






I 









■ 






« 












■ 



Lbersiclit d. wicht, u. umtuss., iin Jalire 1881 ub. Sjstematik etc, erschieiieueii Arbeiten. 1(53 



von 









theilung ausschlieBlich auf die Bliitensymmetrie griinden. Es zeigt sich aber gerade bei 
den Monocotyledonen, dass die in der Natur begriindeten Gruppen nicht durch Modifi- 
cationen eines und desselben Merkmales hervorgerufen wurden. Die Hauptmasse der 
Monocotyledonen bilden ja selbstverst&ndiich die Lirianthae , durch Bluten mit 5 regel- 
maGig alternirenden, isomerenQuirlen charakterisirt. Wenn Referent nun aber auch die 
Araceen, sowie die Palmen ihrem Blutenbau nach nicht fur wesentlich verschieden 
den Liliiiloren halt, so lassen sich doch bei der durch Hackel begriindeten Auffassung 
der Gramineenblute die Graminecn nicht noch in die Lirianthae einreihen , denn hier 
haben wir durchaus keinen Anhaltspunkt daftir, dass die Nacktheit der Bluten, wie bei 
den Araceen auf Abort beruht. Die Cohorte der Hydranthae charakterisirt der Verfasser 
durch die hiiufige Vermehrung der Glieder im Staubblattkreis und Inconstanz in der 
Zahl der Blattquirle; doch ist wohl zu beachten, dass auch bei einzelnen Araceen der- 
artige Verh&ltnisse vorkommen. Die Cohorte der Centrantkae bilden die Najadeen. 

Im zwolften Capitel werden die Cohorten der Dicotyledonen besprochen, welche 

aus der bereits Jahrgang II, p. 307 absedruckten Ubersicht ersichtlich sind. Die Abson- 

derung der Familien, bei welchen die Diklinie nicht auf Abort zuriickgefiihrt werden 

kann , als Dimorphanthae ist wohl zu billigen. Beziiglich der iibrigen Dicotyledonen 

verwirft der Verfasser nicht mit Unrecht die Eintheilung nach der Zahl der in der Blute 

vorhandenen Cyklen; er glaubt aber ein wesentlich unterscheidendes Merkmal darin 

gefunden zu haben, dass in der einen Gruppe das Perianthium stets aus 2 isomereu 

alternirenden Kreisen besteht, von denen wohl der eine abortiren kann, w^hrend bei 

der andern Gruppe die groBe RegelmaBigkeit im Perianthium verloren gegangen seL 

Erfalirene Systcmatiker, welche die in diesen beiden Gruppen der Dichlamydanthae und 

Monochlamydanthae untergebrachten Familien kennen, werden finden , dass diese ganze 

Eintheilung unhaltbar ist. Die Eintheilung der Dichlamydanthae in Explanatae mit 

flachem und Cupulatae mit ausgehohltem Torus ist auch nicht zu billigen, da inncr- 

halb desselben naturliehen Verwandtschaftskreises die Verhaltnisse in hohem Grade 
wechseln. 

Es werden nun im dreizehnten Capitel die Ordnungen und L'nterordnungen der 
Dicotyledonen besprochen und wird hierbeiWerth auf das Verhalten des Staminalkreises 
gelegt. Verfasser unterscheidet hier isostemone und diplostemone Ordnungen, zu letz- 
teren gehoren auch die pleiostemonen ; doch kdnnen wir nicht unterlassen darauf Inn- 
zuweisen, dass auch diese Verhaltnisse durchaus nicht innerhalb desselben Verwandt- 
schaftskreises constant sind. Im Cbrigen sind die Ansichten des Verfassers schon aus 
der friiher mitgelheilten Anordnung der Familien ersichtlich, welche in mancher Be- 
ziehung gute Winke giebt, hUufig aber nicht unsern Beifall findet. Die Begriindung 
dieser Ausstellungen wiirde hier viel zu weit fiihren; es hofTt der Referent spater auf die 
Dinge eingehend zuriickkommen zu konnen. 

Hinsichtlich der Gymnospermen ^Gynospermen«) folgt der Verfasser den meisten 
Autoren, welche die Taxaceen und Araucariaceen mit einandcr vereinigen. 






Beziiglich der bei den Prothallogamen, Schistogamen undBryogamen vorgebracliten 
Eintheilung ist wenig zu bemerken; die Eintheilung der Prothallogamen in Isosporeae 
und Heterosporeae wird jetzt sicher nur noch bei sehr wenigen Botanikern Beifall finden. 

■ 

In der Eintheilung der Gymnogamae oder Thallophyten stutzt sich Verfasser vorzugs- 
weise auf die Fructification; wir brauchen da auch nur auf die Grundziige des Thallo- 
phytensystems, welche uns de Bary gegeben hat (vergl. Bot. Jahrb. II, p. 312), hinzu- 
weisen, urn vielfache Bedenken gegen Caruel's Eintheilung wachzurufen. Trotz der 
gemachten Ausstellungen ist nicht zu verkennen, dass die liber die Phanerogamen ge- 
machten Bemerkungen des Verfassers in mancher Beziehung bei spaterer Aufstellun 
von Systemen von Nutzen sein werden; das letzte naturliche Sysiem ist das vorliegende 
sicher nicht. 



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I 



« 















164 Ubersicht dor wichtigeren mid umfassetideren, im Jahre 1881 iibcr Systematik, 

Hooker: kones plantarum, selected fr. the Kew Herbarium. Series III. 

Edit, by J. D. Hooker. Vol. IV, pt. 3. p. 37—56. w. 25 plates. Lon- 



don !88l. 



Thallophyten (Gloeophyten). 






Gobi, Ch.: Grundztige einer systematischen Eintheilung der Gloeophylen 

Thallophyten Endl.). — Bot. Zeil. 1881, p. 489— 501, 505—518. 

Der Verfasser fast seine Ansichten selbst in folgendem Resume zusammen : 
I. Der Name Thallophytae ist fur die niedrigste Pflanzenclasse (Algen, Pilze inch 
Lichenen; gar nieht bezeichnend; daher sollte er auch nicht beibehalten, sondern durch 
den mehr bezeichnenden Gloeophytae ersetzt werden. 

$. Die ganzeGloeophytenclasse besteht aus fiinf grofien neben einander divergirend 
hinauflaufenden Reihen, den Chlorophyceen, Cyanophyceen, Phaeophyceen, Rhodophy- 
ceen (Florideen und Fungi. Jede dieser primaren Reihen oder Gruppen ist aus nur 
genetisch zusammenhangenden Formen zusammengestellt, mit den einfaehsten begin- 
nend und mit hochst differenzirten abschlieBend. Jede derselben ist jedoch nicht als 
geradlinig verlaufende Reihe, d. h. als eine gerade Kette von Formen aufzufassen , son- 
dern als ein verzweigtes System. 

3. Der genetische Zusammenhang zwischen den Formen jeder einzelnen Reihe 
auCert sich zunSchst in stufenweiser Yervollkommnung des Zeugungsaktes, sodann aber 
auch (meistentheils) im morphologischen und anatomischerr Aufbaue des Korpers. 
Gleichzeitig erscheinen aber alle diese Reihen auch nach dem Principe der Plasmafar- 
bung gruppirt; demnachst erhalt man also eine rein grime Reihe (die Chlorophyceen), 
wo auBer Chlorophyll kein anderer an das Plasma sich bindender Farbstoff vorkommt; 
dann eine span- oder blaugrune , phycochromhaltige Reihe 'die Cyanophyceen ; ferner 
eine braune oder gelbbraune {die Phaeophyceen; , eine rothe (die Rhodophyceen oder 
Florideen) ; bci letzteren drei ist das Plasma auBerdem durch einen entsprechenden 
Farbstoff tingirt, der das Chlorophyll markirt. Die fiinfte Reihe endlich , die Fungi, ist 

f 

chlorophylllos. 

4. Diese letztere beginnt mit den agamen Chytridiaceen , durch welche sie sich an 

die agamen Chlorophyceen anschliefiL 

5. Die Bacterien gehdren nicht zu dieser Pilz-Reihe, sondern sind mit Cohn als 

chlorophylllose Cyanophyceen aus der agamen Etage anzusehen. 

6. Diese letztgenannte Cyanophyceen-Reihe , mit den einfachst agamen Formen 
beginnend, schlieBt mit den hochst differenzirten carposporeen Batrachospermen (nebst 
Verwandten) ab. Die in dieser Reihe zur Zeit fehlenden isogamen und oogamen Zwi- 
schenformen sind als ausgestorben anzusehen. Doch konnte vielleicht hierher der be- 
kannte Hydrurus gehdren, von dessen Fortpflanzungsweise man jedoch nichts kennt. 

5) Gleich den Fungt schlieCen sich auch die Phaeophyceen an die agamen Chloro- 
phyceen durcli das vor Kurzem von Woronin entdeckte Chromophyton an, endigen 
aber mit den Dictyotaceen in der oogamen Etage, wodurch sie sich von den iibrigen vier 
Reihen unterscheiden, denn bei diesen letzteren geht die Differenzirung imZeugungsacte 
noch um einen Schritt weiter : die sie abschlieCenden Formen sind carpospor und nicht 
oogam. 

8. Die Bacillarieen gehdren derPhaeophyceen-Reihe an, wo sie einen kleinen unter- 
geordneten Nebenzw r eig (von der unteren agamen Etage dieser Reihe abstammend) bil- 
den, etwa in der Art wie die Conjugaten in der Chlorophyceen-Reihe. 

9, Die am vollkommensten reprasentirte Reihe in der ganzen Gloeophytenclasse ist 
die der Chlorophyceen, welche dabei in gewissem Sinne auch die Bedeutung einer 
Hauptreihe beanspruchen kann, da sie nicht blind endet wie die anderen alle, Sie ist 



schon gegenwartig in sechs untergeordnete Reihen zu zerlegen, die alle Shren Ursprun 





















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Pflanzeiigeographie mid Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



165 


















in der agamen Etage haben, sich aber nicht gleich hoch erheben, indem die einen frii- 
her die anderen spater blind endigen; eine Ausnahme davon macht diejenige Reihe, die 
sich mit den Characeen abschlieBt, denn nur diese Formen, und nicht die Coleochaeten, 



■ m 

bilden den Ubergang zu den Muscineen. 






Algae. 

Falkenberg, P.: Die Algen im weitesten Sinne. 






— Schenk, Handbuch der 
Botanik, Bd. II, p. 159—314. — Trewendt. Breslau 1881. 

Die Algen im weiteren Sinne werden vom Verfasser in vier Classen gruppirt: 
1. Florideen, incl. der Dictyotaceen. 
II. Algen im engern Sinne. 

i. Melanophyceen (Fucaceen, Cutleriaceen, Phaeosporeen, Tilopteriden. 
2. Chlorophyceen (Characeen, Conferven, Siphoneen, Protococcaceen , Con- 
jugate^. 
III. Diatomaceen. 



i 



Kongl. Svenska Ve- 



IV. Schizophyceen. 

Wille, N.: Om Hvilecelles hos Conferva (L.) Wille. 

tenskaps Akademiens Forhandlingar 1881 n. 8, mit 2 Tafeln. 

Der Verfasser hat der Entwickelung der Ruhesporen bei den Conferven untersucht 

■ 

und giebt eine vergleichende Darstellung derselben. Auf den Tafeln sind die besproche- 
nen Verhaltnisse abgebildet. Fur das Studium der entwickelungsgeschichtlich so ver- 
nachlassisten Conferven ist die Arbeit von Bedeutung. 






Archegoniatae. 



'© 



Musci. 






Jager, A, et F. Sauerbeck: Adumbratio florae muscorum totius orbis ter- 

subeenerum aut 



rarum. 



Index generum eorumque synonymorum 



sectionum generum. 



Bericht ilber die Thatiakeit der St. Gallischen 






naturw. Gesellsch. pro 1878/79. p. 215—252. 

Jack, J, B.: Die europ. Radula - Avten . Sep.-Abdr. aus der Flora 1881. 

26 p. mit 2 Kpfrt. 

Nees von Esenbeck nahm in seiner Geschichte der Lebermoose nur eine ein- 
zige europaische Art von Radula an; der Verfasser zeigt, dass die Gattung sieben euro- 
paische Arten besitzt, von denen er zwei selbst aufgestellt hat. Sammtliche Arten werden 
vom Verfasser diagnostisch characterisirt und genau beschrieben. 

r 

Leitgeb, H«: Die Stellung der Fruchtsacke bei den geocalyceen Junger- 

Sitzber. d. k. Akad. d. Wissensch. I. Abth. Mai 1881. 






■ 



mannieen. 



Mit 2 Holzschnitten. 



Der Verfasser zeigt , dass bei Gongylanthus ericetorum nicht wie bei den iibrigen 
europaischen Geocalyceen die Archegonstande an einem intercalar gebildeten Seiten- 
spross, sondern im Scheitel oberirdischer Sprosse angelegt werden. 

Limpricht : Uber neue Arten und Formen der Gattung Sarcoscyphus Cord a. 






Jahresbericht der schlesischen Gesellschaft f. valerl. Cultur 1880. 



p. 179—183. Breslau 1881. 















! • 



' 


















I 



























166 



Cbersicht der wichtigereii und umfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systematic 









Filicinae. 






Lunds Univ. Ars- 



Berggren, S,: Om Azollas prothallium och embryo. 

skriftt. XVI. 11 p. 4«mit2Taf. 

Uber die Entwicklung des Prothalliums und des Embryo bei Azolla wusste man bis 
jetzt nur wenig. Das aus der Spore hervortretende Prothallium hat die Form ciner in 
der Mitte mehrschichtigen Scheibe; an ihrem Centrum erfolgt die Anlage eines Arche- 
uoniums, bestehend aus vier die Eizellen umschlieBenden Zellen nebst vier Halszellen. 
Wenn das Archegonium nicht befruchtetwird. werden nicht selten deren mehr anscle^t. 
Nach der Befruchtung theilt sich die Eizelle wie bei Salvinia. In jedem Octant wird eine 
der ersten Theilungswand parallele Wand angelegt, so dass nun der ganze Embryo aus 
16 in 4 einander parallelen Zonen geordneten Zellen besteht. Die vier Zellen der oberen 
Pole bilden den FuB, von den vier untersten entwickelt eine den Stammscheitel , die 
zweite wird zu einem den ersten Blattern iihnlichen Organ ausgebildet, die dritte und 
vierte bilden zusammen die Anlage des Scutellums. In den zwei mittleren Zonen des 
Embryos wird durch tangentiale Wande das erste Gef&Bbiindel der Pflanze gcbildet. 
Nach der Befruchtung dreht sich der Embryo, wie bei Salvinia, derart, dass der Stamm- 
scheitel dem Gipfel des Prothalliums zugekehrt ist. Der Embryo durchbricht dann nahe 
am Archegonium das Prothallium, welches becherformig den FuG des Embryo um- 
schlieBt. tJber die Befruchtung weiC man nur, dass die Massula der Mikrosporangien 
mit ihren ankerformigen Glochidien sich in groBerer Zahl an das untere Epispor der im 






Wasser schwimmenden Makrospore befestigen. Die faserige centrale Zwischenmasse des 
Schwimmapparates der Spore ist von einem engen Canal durchzogen, durch welcheh 
wahrscheinlich die Spermatozoiden zum Archegonium vordringen, 

Britten, J,: European ferns with coloured illustr. from nature by D. Blair. 

4°, Cassell, Petter and Galpin. London 1881. 
Haberlandt, G.: Uber collaterale Gefafibtindel im Laube der Fame. — 
' Sitzb. d. k. Akad. d. Wissensch. L Abth. 1881 (Juni). 20 p. 8° mit 

einer DoppeltafeL 

Der Verfasser fasst die Resultate seiner Untersuchungen in folgenden fiinf Siitzen zu- 
sammen: 

1. In den Laubausbreitungen aller untersuchten Fame (aus sSmmtlichen Familien) 
sind die kleinen GefaGbiindel collateral oder doch im hohen Grade excentrisch gebaut 
und zwar derart , dass wie im Blatte der Phanerogamen das Xylem der Oberseite, das 
Phloem der Unterseite des Wedels zugekehrt ist. 

2. Der Ubergang vom collateralen Bau der kleinen Blattbiindel zum concentrischen 
Typus der Biindel des Stammes wird dadurch vermittelt, dass in den Hauptnerven der 
Blatter (und haufig auch in den Blattstielen) die leitenden Str&nge excentrisch gebaut 
sind. Die das Xylem umgebende Phloemschicht ist unterseits viel machtiger entwickelt, 
als auf der Oberseite. 

3. Die Entwicklun^s^eschiehte der collateralen FarngefaBbiindel vollzieht sich in 



©"D 



derselben Weise wie bei den Phanerogamen. Die Differenzirung des Xylems und des 
Phloems beginnt auf dem Querschnitte an zwei entgegengesetztenPunkten des Cambium- 
bundels und schreitet von hier aus in centripetaler Richtung weiter. 

4. Im Ganzen und GroBen herrscht ein Parallelismus zwischen dem dorsiventralen 
Bail des Mesophylls und der collateralen excentrischen Aushildung seiner GefaGbiindel. 
Je ausgesprochener die Dorsiventralitat des Assimilationssyslems ist, deslo auffalliger 
ist der collateral-excentrische Bau seiner leitenden Strange. 

5. Fur die Fame ergiebt sich aus diesen Beobachtungen mit Nothwendigkeil, fiir 
die Phanerogamen mit groBter Wahrschemliehkeit, dass der collaterale Bau des GefaC- 









,r 









• 









Pflanzengeographie und Pflanzeugeschiclite erscbieneuen Arbeiten. 



167 






biindels und seine Orient-irung im iiaehausgebreiteten Laubblatte eine primare anato- 
mische Thatsache ist. Die anatomiseh-physiologisehe Dorsiventralitat des Laubblattes 
spricht sich auf diese Weise auch in der Structur seiner leiienden Strange aus. 

Heinricher, E.: Die jUngsten Stadien derAdvenlivknospen an der Wendel- 

spreite von Asplenium bulbiferum Forst. — Sitzber. d. k. Akad. d. 
Wissensch. zu Wien 1881. I. 6 p. 8<> mit \ Taf. 

Kuhn, M.: Ubersicht ilber die Arten der Gattung Adiantum. — Jahrb. d. 

Bed. botan. Gartens 1881, p. 337—351. 

Der Verf. fiihrt in dieser Abhandlung die von ihm schon friiher in den Annales 

Musei Lugduno-Balavi Vol. IV. p. 280 angedeutete Eintheilung vollstandig durch und 
reihen sich demnach die Gattungen in folgender Weise an einander. 






Sectio I. Euadiaiituiii. 

Sporangia nervos solum occupantia. 



A. Folia nmllifaria. 



a. Lamina indivisa. 

1. A. Parishii Hook. 2. A. retuforme L. 

b. Lamina pinnata. 

cu Pinnae pleraeque petiolatae. 
aa. Rhachis non marginata. 



3, A. deltoideum Sw . 4. A, sericeumE&ion. 5. AJunulatumVtunw. 6. A. 
CapillusJanQnisR\i\)$r. 7. A. deflectens Mart. 8. A . delicatultmM&rt 
9. A. rhizophorum Sw. 10. A. confine Fee. 
ffi. Rhachis marginata. 



11. A. Mettenii Kuhn. 

3. Pinnae sessiles vel inferiores subpetiolatae. 
aa. Rhachis cum petiolo marginato-alata. 

12. A, soboliferum Hook. 

pp, Rhachis non marginata. 

13. A. Schweinfurthii Kuhn. 14. A. Edgeworthii Hook. 15. A. rhizo- 
phytum Schrad, 16. A. Zollingeri'S\ett* 17. A. caudatum L. 18. A. cat- 
careum Gardn. 

R. Folia disticha. 
I. Folia pinnata. 

a. Peliolus flexuosus, pinnae minutae. 
19. A. pumilum Sw. 

b. Petiolus strictus, pinnae majusculae, 
a. Sori in utroque margine continui. 

20. A, Wilsoni Hook. 21. A. macrophyllum Sw. 22. A. Phyllitidis J. Sm. 
23. A. macropterum Miquel. 24. A. dolosum Kze, 25. A, lucidum Sw. 
p. Sort numerosi elongati, subcontigui. 






26. A. obliquum Willd. 27. A. petiolatum Dsv. 
y, Sorus solitarius, continuus in margine superiore. 



23. A. incisum Presl. 






II. Folia bipinnata. 

a. Sori continui in margine superiore, rarius et in antico vel postico. 



29. A, pulverulentum L. 

b. Sori continui in margine utroque, rarius interrupt!. 

30. A. villosum L. 

c. Sori distincti. 

7. Petiolus paleaceo-hirsutus. 






. 


















^ 
















































168 



Obersicht der wichtigeren uud umfasseudereu, im Jahre 1881 Qber Systematik 



? 



aa. Involucrum glabrum. 















1. Pinnulae infra glaucescentes s. laete virides. 









31. A. denticulatum Sw, 



\ i 



2. Pinnulae supra et infra concolores. 






32. A. tetraphyllum Willd. 33, .4. nervosum Sw. 
pp. Involucrum setosum vel hirsutum. 

34. -1, termination Kze. 35. .4. rillosissimum Melt, 36. J. hirtum 
Splitg. 37. J. cayennense Willd. 
p. Petiolus vel rhachis supra tomentellus vel omnino laevis. 

38. A.tomentosum klotzsch. 39. A.urophyllurn Hook. 40. A.glaucescens 
Klotzsch. , 

v 

III. Folia bi- vel basi tripinnatisecta, deorsum quadripinnatisecta vel pedatiseeta. 

A. Rhachis stricla (non divaricataj. 

a. Petiolus supra scaber, infra nitidus ebeneus. 
41. A, melanoleucum Willd. 42. A. cristatum L. 

b. Petiolus et rhaches paleaceo-hirsutae vel glaberrimae. 

43. A. glaucinum Kze. 44. A. pectin atum Kze. 45. A. velutinum Moore. 
46. A.macrocladum Klotzsch. 47. A . polyphyllum Willd. 48. A.Mathew- 
sianum Hook. 49. A. Wilesianum Hook, 50. A. ornithopodum Presl. 

m 

51. A.brasiiiense Raddi. 52. A.cultratum J.Sm. 53. A.gibbosum Roem. 
54. A. angustatum Kaulf. 55. A, curvatum Klf. 56. A. Leprieuri Hook. 
57. A. flabellulatum L. 58. A. pedatum L, 

B. Rhachis divaricata. - 






a. Pinnulae breviter petiolatae. 

59. A. (lexuosum Hook. 60. A. Feci Moore. 64. A, digitatum Presl. 

62. A. olivaceum Baker. 

b. Pinnulae manifests petiolatae. 

63. A. Hewardia Kze. 64. A. platyphyllum Sw. 65. A. Seemanni Hook. 

66. A. grossum Mett. 67. A. Peruvianum Klotzsch. 
IV. Folia tripinnata supra decomposita. 

a. Pinnulae majusculae. 

68. A. trapeziforme L. 69. A. subcordatum Sw. 70. A. tetragonum Schrad, 
71. A. sinuosum Gardn. 

b. Pinnulae minores. 

a. Sori late emarginati. 

72. A. venustum Don, 73, A. andicola Liebm. 74. A. amplum Presl. 
p. Sori oblongi vel elongati. 

75. A. Braunii Mett. 76. A.Jordani G. Miiller. 77. A.capillus Veneris L. 
78. A.emarginatumBovx. 79. A.fumarioides Willd. 80. A.tenerumSw . 
81. A. rigidulum Melt. 82. A. fragile Sw. 83. A. tricholepis Fee. 



Sectio II. Adiaiitelliuii. 

Sporangia etiam parenchyma inter nervos occupantia 

A. Folia pinnata, pinnae manifeste petiolatae amplae. 

84. Ruizianum klotzsch. 

B. Folia pinnata, pinnae sessiles. 

85. A. Shepherdi Hook. 

C. Folia bipinnata, pinnulae sessiles. 

* 

86. A. lobatum Kze. 

D. F'olia bipinnata, pinnulae brevipetiolulatae. 

87. A. Galeottianum Hook. 



I^i 


















■ 






■ 












Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschieuenen Arbeiteu. 1 69 















■ 

E. Folia subpedata vel peclata; pinnulae sessiles vel subsessiles; s.ori rotundati; 
nervi in pinnulis sterilibus dorsum dentium adeuntes, 

88. A. diaphanum Bl. 89. A. patens Willd. 90, A. hispidulum S w. t 

F. Folia tripinnata supra decomposita; pinnulae sessiles vel breviter petiolulatae. 

a. Nervi pinnularum sterilium dorsum dentium adeuntes. 
91. A. Cunningham! Hook. 92, A. fulvum Raoul. 93. A, Novae Caledoniae 
Kevserl. 94. A.pulchellum Bl. 95. A. parvulum Hook. 96. A. formosum R. Br. 

b. Nervi pinnularum sterilium sinus dentium adeuntes. 

' ■ ■ * 

a. Pinnulae sessiles. 

97. A. laetum Mett. 98. A. sessilifolium Hook. 

- . 

p. Pinnulae petiolulatae. 

1. Glandulae sporangiis admixtae nullae. 

99. A. concinnum H. B. Kth. 1 00. A. amabile Moore. -1 01 . A. subvolubile 
Mett. 102, A.excisum Kze. 103. A.tinctum Moore. 104. A. Veitchianum 
Moore. 105. A. cuneatum Langsd. Fisch. 106. A, chilense Kit*. 









2. Glandulae sporangiis admixtae. 

107. A, rufopunctatum Mett. 108. A. Orbignianum Mett. 109. A. sea- 
brum Klf. 110. A. colpodes Moore. 111. A. sulphureum Klf. 1 1 2. A, ere- 



nation Poir. 



. 



G. Folia tripinnata, supra decomposita; nervi steriles dorsum dentium adeuntes, 
glandulae sporangiis admixtae, 
113. A, aethiopicum L. 

Potonie, H,: Die Beziehung zwischen dem Spaltoffnungssvstem unci dem 

■ 

Stereom bei den Blattstielen der Filicinen. — Jahrb. des Berliner bot. 



Gartens 4 881, p. 310—317. 



* 



, Wahrend der Assimilationsapparat in den Blattstielen der Filicinen, so lange die 
Flache noch nicht intensiv entfaltet ist, intensiv functionirt und daher alle zur Assimi- 
lation nothwendigen Elemente in roller Ausbildung zeigt , verschwindet bei manchen 
Fainen im Alter das Assimilationsparenchym der Stiele ganzlich und bildet sich in 
mechanisches Gewebe um {Gleichenia dicarpa Br.; Hymenophyllum demissum Sw., Lygo- 
dium japonicum Sw.). Wo Spaltoffnungen vorkommen, geben dieselben ihre Function 
auf. In anderen Fallen wird die Intensitat der Assimilation herabgemindert; denn 

1. enthiilt das Assimilationsparenchym sp&ter weniger Chlorophyll als friiher und 

2. riicken bei der Verlangerung der Stiele die Spaltoffnungen welter auseinander. Der 
Verfasser giebt nun eine vergleichende Darstellung der Anordnung der Spaltdffuungen 
bei den Farnkrautern. Es zeigt sich hierbei, dass in denjenigen Fallen, in welchen das 
mechanische Gewebe, Stereom, unmittelbar subepidermal sich entwickelt und die Blatt- 
stielrichtung entschieden von der Verticalen abweicht, die Spaltoffnungen zweizeilige 
Anordnung aufweisen , wahrend da, wo Assimilationsparenchym zwischen Epidermis 
und Stereom vorkommt, die Wedel mehr vertical slelien und die Stomata am ganzen 
Stielumfang vertheilt sind. Interessant ist, dass die Verhaltnisse mit den systematisclien 



in Einklang stehen. 






. 






1. Ohne Spaltoffnungen: Hymenophyllaceae. \ 

2. Mit zweizeilig angeordneten Spaltoffnungen: Polypodiaceae , Cyatheaceae , Schi- 



zaeaceae. ' 









3. Spaltoffnungen am ganzen Stielumfang : Osmundaceae , Marattiaceae , Ophioglos- 
saceae, Marsileaceae. •• 

- Anatomie der Lenticellen der Marattiaceen. — Jahrb. des Berliner 



, ' 



Gartens 1881. d. 307—309. 






























170 



Ubersieht der wichtigeren und umfassenderen, im Jalire 1881 fiber Systematik, 



■ 

Prantl, K.: Beobachtungen Uber die Ernahrung der Farnprothallien und 

die Vertheilung der Sexualorgane. — Bol. Zeit. 1881, p. 753—758, 



770—776. 






Der Verfasser hatte schon friiher constalirt, dass Amcristie der Farnprothallien ein- 
tritt bei zq geringem Luftzutritt und bei mangelhaftem Zutritt von Wasser (wohl haupt- 
sBchlich von mineralischen Ntihrstoffen). Es warden nun in dieser Abhandlung die 
Versuche mitgetheilt, durch welche naehgewiesen wird, wie in der That die Ernahrung 
einen Einlluss auf die Gestaltung der Prothallien und demzufolge auch auf die Verthei- 
lung der Sexualorgane ausiibt. Es wird durch geeignete Versuche bei Osmunda regalis 
gezeigt, dass Stickstoffmangel die Bildung eines Meristems verhindert, hingegen Stick- 
stofifzufuhr ein ameristisches Prothallium in ein meristisches iiberfuhren kann. Die- 
selben Resultate ergaben sich bei Potypodium vulgare und Aspidium Filix mas. Bei 
Ceratopteris thalictroides zeigte sich, dass ohne Zufuhr von mineralischen NHhrstoffen 
keine normale Entwicklung moglich 1st, dass jedoch Stickstoffzufuhr im Anfang hier 
nicht nothig ist, weil offenbar unter Mitwirkung mineralischer NShrstoffe die in der 
Spore vorhandenen Reservestoffe zur Ernahrung des ganzen Prothalliums verwendet 
werden. Mit Erschopfung der Reservestoffe stellt das anf&nglich entstandene Meristem 
seine Thatigkeit ein. Ameristische Prothallien konnen nur Antheridien, niemals Arche- 
gonien tragen , letztere sind an die Gegenwart eines Meristems gebunden; es ist dem- 
nach die Entwicklung der Sexualorgane von der Ernahrung der Prothallien abhfingig. 

Die Annahme einer Predestination des Geschlechtes in der Spore wird durch Nichts 
bewiesen. 



■ 



Lycopodinae, 






Kienitz-Gerloff, P.: Uber Wachslhum und Zelltheilung und die Entwick- 
lung des Embryos von Isoetes lacustris. — Bot, Zeit. 1881, p. 761 — 
770, 785—795, mit Taf. VIII. 

Der Verfasser fand, dass bei unterbleibender Befruchtung bisweilen 20—30 Arche- 
gonien auf einem Prothallium entstehen. Die Lage der ersten Wande im Embryo ent- 
spricht genau derjenigen bei den untersuchten Filicinen und Rhizocarpeen. Bezeichnet 
man die Octanten, aus welchen der Cotyledo hervorgeht, als vorn und oben, so entsteht 
aus den beiden hinteren oberen Octanten die erste Wurzel, wahrend aus den 4 unteren 
Octanten der spater stark vergroBerte VuB hervorgeht«. Beziiglich der feineren histio- 
genetischen Untersuchungen des Verfassers muss auf das Original und die dasselbe be- 
gleitenden Abbildungen verwiesen werden. 

Haniel, J.: Uber Sigittaria Brasserti. — Zeitschr. d. deutschen geolog. 

Gesellsch. 1881, p. 338, mit Holzschnitt. 

Diese neue Sigillaria stammt aus der Kohlenformation Westphalens. 

Macfarlane, J. M.: On Lepidophloios, a genus of carboniferous plants. — 

Transact, of the botan. soc. of Edinburgh XIV. p. 181—190 t. 7. 8. 

Verfasser wendet sich gegen die Ansicht Stur's, wonach Ulodendron und Lepido- 
phloios mit Lepidodendron zu vereinigen seien. Nach Stur kommt das Lepidophloios- 

Stadium dadurch zu Stande, dass Lepidodendron vivipareKnospen trSgt, wie Lycopodium 
Selago. In den Schichten der kohlenfuhrenden Sandsteine und Kalke von Lothians und 
Fife ist Lepidophloios laricinum sehr haufig. Da die Blattnarben sich in abwiirtsgehender 
Richtung decken, konnen die Blatter hier nicht, wie bei Ulodendron, dem Stamme dicht 
angelegen haben. Der Fibrovasalcylinder zeigt Markstrahlen, doch konnte der Verfasser 
nicht Williamson's Angaben uber den feineren anatomischen Bau dieser Stamme 
prufen. Hingegen schenkte er dem verschiedenartieen Aussehen der Rinde eenauere 































































Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erscliienenen Arbeiten. 



171 









Beachtung. Lepidophloios tetragonus Dawson und Lepidodendron quadratum Schimp. 
scheinen dcm Verfasser unzweifelhaft hierzu zu gehoren, crsterer als eine Form , bei 
welcher die am Grande abgebrochenen Blatter eine vierseitige Areole mit rhombischer 
Narbe in der M i tie zuriieklassen, letzterer als eine ebensolche Form ohne diese rhombi- 
sche Narbe. Im Gegensatz zu den meisten Lepidodendra, wo der von den dichotomi- 
schen Zweigen gebildete Winkel etwa 45° betrSgt, stehen hier dieselben unter einem 
reehten Winkel von einander ab. Unter den Zweigen, welche weniger dick als 2 engli- 
scheZoll sind, linden sich solche, bei denen in quincuncialer Stellung Knollchen auftre- 
ten, in welche von dem Fibrovasalcylinder aus Strange hineinlaufen, wahrend andere 
Zweige dieser Knollchen entbehren. Diese Zweige mit Knollchen wurden bisher als 
Halonia bezeiehnet, wahrend die andern die Merkmale von Lepidophloios haben. Einvon 
dem Verfasser abgebildetes Exemplar zeigt nun den Ubergang von Lepidophloios zu Ha- 
lonia, indem das untere Zweigstiick der Tuberkeln entbehrt. Schon Dawson hatte 
Halonia fur fertile Zweige von Lepidophloios erklart, ohne jedoch Grlinde dafiir beizu- 
bringen. Hingegen haben Dawes, Binney und William son gezeigt, dass Halonia 
mit Lepidophloios anatomisch vielfach iibereinstimmen. Schimper kam in Folge dessen 
zu dem Schluss, class die Knotchen Ansatzstellen von Fruchten waren. Nun finden sich 
im Kohlenkalk Zapfen, welche von denen des Lepidodendron Yeltheimianum sich sofort 
unterscheiden ; einen solchen Zapfen fand nun der Verfasser in Verbindung mit Zweigen, 
welche auDerlich mit Zweigen von Lepidophloios tibereinstimmen. Der Zapfen steht auf 
einem nur 6 Mi Him. dickem, uber \ Centim. langem Stiel mit abw&rts gerichteten Blatt- 
resten, die im Querschnitt rhomboidisch oder vielmehr fast elliptisch sind und 3 Leit- 
bitndel zeigen. Die Blatter dieser Zweige sind 
von 45—75° abstehend. Die Zapfen haben eine Lange von hochstens 4*/2 engl. Zoll und 
sind im Jugendzustande mit Cardiocarpa zu verwechseln. Die Zapfenschuppen sind Ian- 
zettlich, mit einer Mittelrippe und Sporangien an der einw&rts gebogenen Blattbasis. 

Lepidophloios laricinum findet sich durch die ganze »CaIciferous Series" urn Edin- 



\ 















*A — 1 ! /2 Zoll lang, unter einem Winkel 



burg. 

Mer, 



Eine durchaus verschiedene Art findet sich in den obern »Coal Measures". 



developpement 



sp 



spores clans Vhoetes 



Bull, de la soc. bot. de France 1881 p. 109—113. 



lacnstris. 

(Sitzber. vom 1 1 . Marz 1881 .) 

In dem trmeristem, welches die Makrosporangien oder die Mikrosporangien er- 



zeugt, differenziren sich bald 3 verschiedene Gewebe: I. ein Bildungsgewebe zur Er- 
zeugung der Mutterzellen, 2, ein stickstoflfhaltigesErnahrungsgewebe, welches zuGunsten 
der Mutterzellen resorbirt wird, 3. ein st&rkehaltiges Ernahrungsgewebe, welches den 
Mutterzellen die zu ihrer Entwicklung nothige Starke liefert. 

Das Ernahrungsgewebe ist zuletzt auf ein oder zwei Zellschichten, welche den Tra- 
beculis auf jeder Seite anliegen, reducirt. 

Weiss, E.: Uber Lomatophloios macrolepidotus Goldbg. — Zeitschr. d. 

deutsch. geol. Gesellsch. 1881, p. 354. 

Das aus der westphalischen Steinkohlenformation stammende Stuck ist ein Frucht- 
zapfen, dessen Schuppenblatter sich von der Axe erst sackformig nach unten, dann nach 
oben biegen; so entsteht ein flaschenforrnigerRaum, welcher die Sporangien einschlieCt. 
Der Verfasser vergleicht den Zapfen mit den Fruchtstanden von Isoetes. 









l r . 






/ 









Anhang. 



. 



f 















Goebel, K.: Beitrage zur vergleichenden Entwicklungsgeschichte der Spo- 



Bot, Zeit. 188 1 ? p. 681 



694, 697 



706, 713—720, mit 



rangien. 
Taf. VI. 

Da diese werthvolle Abhandlung in einer jedem Botaniker leicht zuganglichen Zeit- 













































M 



172 Ibersicht der wichtigeren mid iimfasseuderen, iia Jahre 1881 fiber Svstematik 



, .t» „».ut, iwi u.;u ^icmauiY, 



schrift publicirt 1st, so soil hier nur kurz aufdie wesentlichstenResultatederselbeu eiime- 
gangen werden. Nachdem derVerfasser sich eingehender mit den Sporangien derMarat- 
tiaceen, Ophioglossaceen , Psilotaceen und Selaginellaceen beschiiftigt, geht er zu den 
Gymnospermen iiber und vergleichtdie Entwickelung ihrer Mikro- undMakrosporangien 
mit derjenigen bei den hoherenArchegoniaten. DerVerfasser unterseheidet zweiTypen, 
Leptosporangiaten,deren Sporangien aus einer Epidermiszelle entstehen und Eusporan- 
giaten f beiwelchen das Archispor unter derOberhaut angelegt wird. Wahrend die Lepto- 
sporangiaten JHomosporeFarne ausschlieBlichderMarattiaceen undOphioelossaceen, Sal- 



viniaceen und Marsileaceen) eine in sich zusammenh&ngendeReihe darstellen, erscheinen 



dieGliederderEusporangiaten heute theilweise isolii t T altein nach den palaeontologischen 
Da ten wissen wir schon jetzt, dass eine Anzahl von merkwurdig organisirten Eusporan- 
giaten frtiher existirt hat. Es gehoren hierher 



, 









■ 



' * 



A. Filicales. I. Marattiaceen, 2. Ophioglossaceen. 

B. Equisetinae. i. Calaraiten, 2. Equisetaceen. 

C. Sphenophylleae der Sporangienbildung nach hetecospore Lvcopodinen, in der 
Blattbildung an Equisetum erinnernd;. 

. D. Lycopodinae. 4. Lycopodiaceen , a. homospore {Lycopodium} , b. heterospore 
{Lepidodendron, Sigiltaria) (?) ; 2. Psilotaceen [Psilotum und Tmesipteris, bei welchen 
nach des Verfassers Untersuchungen die Sporangien nicht Producte der Blatter, sondern 
dem Gewebe kurzer Seitenaxen mehr oder weniger eingesenkt sein sollen) ; 3) Selaginel- 
laceen ; 4. I>oetaceen, 












E. Gijmnospermae. 

F. Angiospermae. Wenn sie audi ihrer Sporangienbildung nach hierher gehoren, 
so lasst es derVerfasser doch noch dahingestellt sein , ob und wie weit man hier von 
einem Archegonium oder einer analogen Bildung reden kann. 

* 

So wie die Heterosporie in verschiedenen Verwandtschaftsreihen unabhangig einge- 
treten ist, so audi die Indusien- und Integumentbildung. Die meisten Eusporangiaten 
entbehren beider und haben dafiir eine sehr entwickelte Sporangiumwand, oder es sind 
die Sporangien, wie z. B. bei den Equiseten, zwischen anderen Organen verborgen. Dass 
Cycadeen und Coniferen sich aus verschiedenen Eusporangiatenformen, erstere aus einer 
Marattien, letztere aus einer Lycopodien ahnlichenStammform entwickelt haben, scheinl 
dem Verfasser eine kaum zu umgehende Annahme zu sein. 



Treub, M.: Sets over het verband lusschen Phaneroaamen en Crvptogamen. 

6 p. Versl. en Meded. der koninkl. Akad. van Wetenschappen, afd. 
Natuurkunde, 2 e Reeks. Deel XVII. Amsterdam 1881. 









Gymnos p ermae (A r e h i s p e r m a e) . 

Cycadeaceae. 

Treub: Recherches sur les Cycadees. — Annales du jardin hot. de Buiten- 



zorg IL 1. p. 32—53, t. 1—7. — Leide 1881. 






Der Verfasser verfolgte die Entwicklungsgeschichte der Pollensacke bei Zamia mu- 
ricata Willd., die der Ovula bei Ceratozamia longifolia Miq. 

An den Schuppen des mStnnlichen Zapfens von Zamia muricata entstehen aus sub- 
epidermalen Zellen Protuberanzen , die von Warming als Receptacula bezeichnet 
wurden; in jeder werden 2Pollensaeke entwickelt aus wenigen Zellen, welche nahe dem 
Gipfel des Receptaculums zu beiden Seiten desselben unter der Oberhaut liegen. liber 
den Pollenmutterzellen liegen mehrere abgeplattete Zellen. Von den Pollenmutterzellen 
scheinen auch die Grenzzellen abzustammeu, welche die sich spiiter in 4 untereinander- 
liegende Tochterzellen theilenden Pollenmutterzellen umschlieGen. 





















< 





















■ 






























Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschienencn Arbeiten. 173 

Jede Schuppe desweiblichenZapfens trfigt bei Ceratozamia Jon^i/oMazweiSporangien 
tragende Lappen. ManunterscheidetdasMakrosporangium aufder InnenseitedesLappens, 
bevor eineDifferenzirung der AuGenseite wahrnehmbar ist. An jedem Makrosporangium 
erkennt man spater die Generationszellen im Innern, eine auGere und eine innere aus 
mehreren Zelllagen bestehende Schicht. Anfangs ist bei Ceratozamia nur eine Mutter- 
zelle der Makrospore vorhanden; sie theilt sich nicht wie bei den Cryptogamen. Nach 
der Entwicklung cles Makrosporangiums auf der Innenseite des Sporangien tragenden 
Lappens entstehen an dem der Zapfenaxe zugewendeten Gipfel desselben zwei neue 
Bildungen Nucellus und Integument. Der Nucellus entsteht aus zwei subepidermalen 
Schichten des Sporangiums. Das Integument erhebt sich auf dem Lappen urn den Nu- 
cellus herum. 

Demnach wiirden Nucellus und Integument Neubildungen sein, ftir welche sich un- 

ter den Cryptogamen kein Analogon findet. 






i 






Coniferae. 

W.r tJber die weiblichen BIttten der Goniferen. Monatsber. d. 



i 



kgl. Akad. d. Wissensch. zu Berlin. 32 p. 8<> mit 1 Taf. 

Auf dem Gebiete der Morphologie und Systematik haben sich schon so viele mit 
der blossen Darstellung der thatsachlichen Verhaltnisse nicht zufriedene Botaniker in 
theoretischen Erkl&rungen versucht, dass die Zahl der einander gegeniiberstehendcn 
Ansichten immer eine ziemlich groBe ist und die weitere Forschung sich lediglich damit 
begniigen muss, die eine oder andere der bereits ausgesprochenen Ansichten zu erharten 
and besser zu beerunden. Es haben sich aber kaum mit einer anderen Gruppe der 
Bliitenpnanzen so viele Morphologen beschaftigt, wie mit den Goniferen. Es war daher 
zu erwarten, dass auch die vorliegende Abhandlung Eichl er's fiir eine der fruher aus- 
^esproehenen Anschauungen eintreten werde. Es ist dies die Anschauung von Sachs, 
welche unter alien mit dem geringsten Beiwerk auftrat und vielleicht eben deshalb als 
nicht ausreichend begriindet weniger beachtet wurde. Dennoch scheint nachden nun- 
mehrigen Ausfiihrungen Eichl er's, Sachs den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. 

Eichler geht von den Araucarien aus. Bei Dammara tragen die breiten flachen 
Zapfenschuppen auf der Innenseite, in halber Hohe uber der Basis, ein einziges, frei 
herabh&ngendes Ovulum mit einfachem Integument. Es ist hier von einem zweiten in- 
neren Organ, das seinerseits erst das Ovulum producirte, keine Spur vorhanden ; das 
vom mittleren Schuppenbtindel zum Ovulum abgehende Zweiglein, das von van Tieg- 
hem und Strassburger fur die Spur des zweiten Organes gehalten wurde, ist nichts 
weiter, als dasselbe Btindelchen, das iiberall vom Carpell zum Ovulum abgeht. Sehr wich- 
tis sind die Bemerkun^en des Verfassers uberdieUmkehrung dieses GefaGblindels gegen- 
\iber demjenigen der Schuppe, eine Thatsache, welche bekanntlich seit van Tieghems 
UntersuchungenfurdieDeutungderweiblichenConiferenbluten soverhangnissvollgewor- 
den ist. Es ist aber zu beachten , dass iiberall, wo ein Blatt flSchenstandige Producte 
bildet, die mit GefaCbiindeln zu versorgen sind, letztere ihre Elemente umkehren. Das 
ist der Fail bei alien Doppelspreiten, auch bei Ophioglqssum. Denkt man sich nun den 
fertilen Blatttheil von Ophioglossum auf ein einziges Ovulum reducirt, so hat man in der 
Hauptsache das Dammar a-¥r\ich\b\atU Eswird also auf dieUmkehrung der Bundel allein 
nicht mehr so groGesGewicht zu legen sein, wenn auch immerhin nicht bestritten wer- 
den kann , dass beim Verwachsen zweier Blattgebilde genau dieselbe Anordnung der 
Stranselemente resultiren muss. 

An Dammara schlieCt sich am n&chsten Araucaria selbst an ; wir brauchen uns bios 
das Ovulum an die Schuppe angewachsen oder richtiger, das Integument auf der der 
Schuppe zugekehrten Seite nicht frei herausgebildet zu denken, so haben wir imWesent- 
lichen das thatsachliche Verhalten, Der GeftiCbundelverlauf ist beiderseits der gleiche 









• 


















- 



174 



Ibcrsieht der wichtigereu mid umfasseudereu, iiu Jahre 1881 fiber Sjstematik, 












' 



Den bei den meisten Araucarien obcrhalb der Ursprungsstelle des Ovulums auftretenden 

welcher von S trass burger als tVeier Gipfel der inneren 



zahnformigen Fortsalz, 



Schuppe angesprochen wurde, halt Eichler fur einen ligularen Auswuchs des Frucfat- 
blattes. Er hat sein Analogon bei Isoetes, welche Gattung auch in dem das Sporangium 
von obeu her bedeckendeu und mitunter fast bis zur Basis herabreichenden lndusium 
ein Analogon fur das Integument von Araucaria bietet. In sterilen Schuppen fehlt auch 
hier wie bei Dammara das innere Biindelsystem. Bei Cunning ham i a tragt die Zapfen- 
schuppe uber der nagelformig zusammengezogenen Basis eine Querzeile von 3 herab- 
hftngenden Eichen und oberhalb deren Insertion einen schmalen gezahnelten Hautrand 



quer uber die ganze Schuppe bin. Zu den Eichen geh! nur je ein schwaehes Zweiglein 
des Leitbundels; der Hautsaum ist auch hier eine Art Ligula. Auch bei Sciadopitys haben 
wir ein einziges Blatt mit ventraler Excrescenz, die aber hier die Gestalt eines diekeo, 
breiten Wulstes annimmt und den eigentlichen Gipfel des Blattes uberragt, so dass sie 
den Eindruck eines besonderen, unterwarts angewachsenen Organes macht. Mit dieser 
Ausbildung im Zusammenhang steht auch eine kraftigere Ausbildung des GefaCbundel- 
systems, zumal hier meist 7 Eichen angetroflen werden. Eichler sieht in dem Innen- 
wulst bei Sciadopitys die namliche Bildung, wie die Ligula von Araucaria. 






Eichler geht nun zu den Abietineen uber. Entwickluiiirsgeschichtlich zeisrt sich 



'" v 



auch da die Fruchtschuppe als Innenauswuchs der Deckschuppe, doch giebt dies nicht den 
geringsten Anhaltepunkt zu einem Kriterium uber den Werth des Organs. Die Abnor- 
mitaten, welche man als Stutze fur die Deutung der Fruchtsehuppen als Verwachsungs- 
product einiger Fruchlblatter benutzte, sieht Eichler jetzt, nachdem er fruher die 
erwahnte Ansicht getheilt hatte, anders an; er sagt: »Ist die Fruchtschuppe nur ein 
Innenauswuchs der Deckschuppe, so muss die in jenen Ausnahmefellen auftretende 
Knospe eine Neubildung in der gemeinsamen Achsel sein, eben eine ausnahmsweise zur 
Entwicklung gebrachte Axillarknospe; durch den Druck aber, welchen dieselbe zwi- 
schen den dicbt zusammengeschlossenenZapfenschuppen ausiibt, vermag sic den gleich- 
zeitig und in unmittelbarer Contiguitat mit ihr auftretenden Innenauswuchs der Deck- 
schuppe in 2Lappen zu zertheilen, die sich nunmehr wie ihre ersten Blatter ausnehmen.« 

Die Taxodineen lassen sich unmittelbar an die Araucarien anschliefien. Walirend 
Cryptomeria und Arthrotaxis noch eine woblausgepragte Innenschuppe zeigen, trill an 
Stelle derselben bei Sequoia, Taxodium und Widdringtonia nur eine Anschwellung der 
auCeren Schuppe auf. 

Die Ovula der Cupressineen erklart E ichler' allerdings nicht ganz apod iktisch als 
axillare Bildungen, nicht als entschieden blattbiirtig. Wenn er aber spater die Zapfen- 
schuppen der Cupressineen aus Analogic mit den Taxodineen doch als offene Carpelle 
bezeichnet, soscheintdies ein Widerspruch ; es liegt dann eben doch nahe r eben auch aus 
Analogic mit den iibrigen bisher betrachteten Coniferen den Blattanfang da zu setzen, 
wo die Ovula sich bilden. Die Entwicklung der Zapfenschuppen zeigt eine allmabliche 
Anschwellung derselben und in dieser Anschwellung erst die Ausbildung des zugehori- 
gen GefaBbiindels. 

Eichler geht hierauf zu den Taxaceen uber. Die tasmanische Gattung Microcachrys 
zeigt das einzige Ovulum nahe am oberen Ende der Zapfenschuppen auf deren Innen- 
seite, bei Dacrydi urn ist das-elhe bis zurMitte und noch tiefer hinabgeruckt. Bei ersterer 
Gattung findet sich nicht einmal das innere GefaGbiindelsystem, wahrend bei Dacrydium 
2 schwache, die Taschen nach innen kehrende und beim Ovulum erloschende Zweiglein 
vorhanden sind. Wichtig ist, dass wir bei Dacrydi um die Zahl der Zapfenschuppen auf nur 



1 



2 reducirt finden und dass die Carpelle in ihrerBeschaflenheitden vorausgehenden \e- 



getativenBlattern auGerst ahnlich werden. Bei beiden Gattungen tritt auch ein aufieies 
Integument auf, welches tleischig und farbig wird und den Character eines Arillus zur 



Schau tragt. 
























* 






Phizeugeographie and Pflanzengesehichte erschienenen Arbeitea. 



175 






In der Gattung Podocarpus zeigt P. dacrydioides Rich, ein ahnliehes Verhalten wie 
Dacrydium. Der Zweig schlieGt mit 2 bis 3 Carpellen, die am Grunde verwachsen sind 
von denen gewohnlich nur 4 oder 2 fruchlbar sind. Das umgewendete Ovulum ent- 
springt auf der Innenflache desCarpells, dicht unter demGipfel und ist mit dem ersteren 
seiner ganzeu Lange nach verschmolzen. Denken wir uns bei P. dacrydioides das Ovulum 
von seinem Fruchtblatt bis tief herunter abgespalten, das freie Ende des letzteren dabei 
bedeutend reducirt und also vom Ovulum Iiberragt, so haben wir im Wesentlichen das 
Verhalten der Arten der ubrigen Sectionen von Podocarpus. In den Sectionen Nageia 
und Eupodocarpus pflegen die Carpellblatter in ihrem untern Theile verdickt zu sein, 
kopfig gestaucht und mit einander zu einem fleischigen Korper, dem sogenannten Re- 
ceptaculum verwachsen, wobei gewohnlich nur die \ oder 2 obersten fertil sind. Ver- 
schiedene Arten der Section Stachycarpus zeichnen sich dadurch aus, dass bei ilinen 
die Carpelle mit den Eichen ahrenartig auseinanderriicken und erstere klein und 

schuppenformig bleiben. 

Bei Phyllocladus sind dieOvula nach Eichler axillar, nichtsdestoweniger bezeichnet 
er die Blatter, in deren Achseln sie stehen, als Carpellblatter. Von dem bei Phyllocladus 
constatirten Verhalten leitet Eichler das bei Gingko und Cephalotaxus herrschende ab; 
er bezeichnet das stielartige, von Van Tieghem als Fruchtblatt angesehene Gebilde 
als Blutenstiel. Referent glaubte friiher der Ansicht Warming's (De l'ovule , Ann. sc. 
nat. 6. ser. V) entschieden beiptlichten zu mussen, wonach das erwahnte Gebilde nur 
ein Verwachsungsproduct von Fruchtblattern sei, da die Zahl der im Stie) enthaltenen 
Strange jedesmal genau derjenigen der auf dem Stiel sitzendenOvula entspricht. Es lasst 
sich freilich in diesem Falle schwer beweisen, wie weit die dem Fruchtstiel aufsitzenden 
Blatter hinabreichen; jedenfalls ist so viel sicher, dass der Pedunculus mit seinen Ovulis 
einem weiblichen Cycadeenzapfen entspricht f mogen die ihre Ovula an der Spitze tra- 
genden Fruchtblatter nun an der Spitze einer gestreckten Axe stehen oder an einer g«*- 
stauchten und mit einander am untern Theil verwachsen sein. 

Da bei Torreya und Taxus die Ovula am Ende selbstandiger beblatterter Sprosse 
auftreten, so konnen sie nicht mehr zusammen zu einer Bliite gerechnet werden, son- 
dern jedes muss fur sich als Einzelblute betrachtet werden. Das Blatt , welches diesen 
Ovularspross in derAchsel hat, verliert dadurch auch denCharakter alsCarpell und erhiilt 
die Bedeutung eines Deckblattes. Das Ovulum selbst erscheint zweifellos axenburtig. 

SchlieClich rechtfertigt der Verfasser seine jetzigen Anschauungen bezuglich des 
Ovulums, welche im Gegensatz zu den im zweiten Theil der Blutcndiagramme ausge- 
sprochenen stehen. Eichler bekennt sich nicht mehr, wie friiher zu der von Cela- 
kowsky vertheidigten Foliartheorie , sondern nimmt mit Sachs und Gobel an, dass 
die Ovula, die ja den Makrosporangien zweifellos vergleichbar sind, so wie diese inner- 
halb eines engeren Verwandtschaftskreises bald auf dem Blatt, bald in der Achsel, bald 









'•'L 



am Ende eines Zweigleins stehen konnen. 

DieTafel, auf welcher die Stellungsverhaltnisse der Ovula bei den einzelnen Gat- 
tungen, zum Theil nach Zeichnungen anderer Autoren , vereleichend zusammengestellt 
sind, giebt einen sehr guten Uberblick, wie denn uberhaupt die ganze Abhandlung durch 
pr^gnante Hervorhebung des Wichtigen dazu angethan ist, viele bisher unklare Vor- 
stellungen von den bei den Coniferen herrschenden Veriialtnissen verschwinden zu 

lassen. 

Heer, O.: Cher das 










eologische Alter der Coniferen. 



Bol. Centntlhl. 



1882. p. 237—241. 






Veranlasst durch die Bemerkungen Eichler's in der eben besprochenen Abhand^ 
lung iiber das geschichtliche Auftreten der Coniferen macht der hochverehrte Verfasser 
darauf aufmerksam, dass unsere jetzigen Kenntnisse von der Aufeinanderfolge der Coni- 
ferentypen wesentlich verschieden sind von dem, was in dieser Beziehung S dumpers 






• 






























176 



■ 

L'krsicht rler wichtigeren und umfasseuderen, im Jahre 1881 fiber Systematik, 



■ ■ 






PHanzenpalaontologie bietet. Die altesten Gymnospermen sind die Cordaitiden , die 
schon im Silur auftreten, im Devon und Carbon noch h&ufig sind. Nach Heer riihrt 
wenigstens ein Theil der von G op pert als Araucarites beschriebenen Holzer von Cor- 
daitiden her. Heer halt diese Cortaitiden fur Verwandte der Salisburien oder Gingko 
und dies ist fur den Referent ein Grund mehr, die BliUenverhaltnisse von Gingko nicht 
nach den von den Araucariaceen gewonnenen Anschauungen zu erklaren. Von den 
Taxaceen sind in der Steinkohlenperiode etwa H Gattungen zu unterscheiden, von etwa 
6 kennen wir die Friichte; sie erscheinen also nicht in der Tertiarperiode, selbst Gingko 
ist, wie Heer in seiner hochbedeutenden Abhandlung iiber die Gingkob&ume nachge- 
wiesen, schon aus der Kreide bekannt; die groflte Mannigfaltigkeit der Taxaceen 
herrschte im Jura. 

Von den Abietineen kennen wir im Carbon erst 2 Gattungen, Walchia im Mittel- 
carbon und Ullmannia im obern Perm. Auch hier ist Heer der Ansicht, das manche 
Araucariten zu diesen Gattungen gehoren mochten. Pinus tritt in der Grenzschicht 
zwischen Trias und Jura (im Raet) auf, wo sie in Schonen von Nathorst in Nadeln 
und Samen nachgewiesen wurde. Der Arventypus erscheint mit Fdhren, Fichten, 
Tannen, Tsuga und Cedern zusammen in der Kreide, der Versuch Ettin gs ha u sen's 
von Pinus palaeostrobus die Arven abzuleiten, ist verfehlt, denn der Arventypus ist viel 

■ 

alter, als der vermeintliche Urvater der Arve. 

Die Arau carieen treten uns zunachst in der Trias in der eiL r enthtimlichen Gattung 
Albertia entgegen und im Braun-Jura in den Gattungen Araucaria und Pagiophyllum , in 
alteren Perioden sind sie nicht nachcewiesen. 



* * 



DieTaxodieen treten schon im obern Perm auf, in den Gattungen Voltsia und 
Schisolepis, erstere kommt erst in der Trias zur vollen Entwicklung mit Glyptolepidium 
und Widdringtonites; zahlreicher werden sie im Jura. Sequoia findet sich schon in der 
untersten Abtheilung der Kreide. 

Die Cupressineen erscheinen sicher erst im Jura als Thuites und Palaeocyparis 
und in der Kreide als Thuites und Inophyllum; haufiger sind sie erst im Tertiar. 

Die Gnetaceen bcgegnen uns, obgleich sie als die morphologisch am hochsten 
entwiekelten Gymnospermen angesehen werden, schon im Braun-Jura. Von Ust-Balei 
haben wir an Ephedra erinnernde Reste, Sicher ist diese Gattung aus dem Tertiar 
bekannt. 

Heer erkttrt, dass an die Cordaitiden sich zunachst die Taxaceen anschlicBen, 
welche im Jura und der Kreide ihr Maximum erreicht haben diirften. Die Gruppe der 
Salisburieen schliefit sich auch nach Heer's Ansicht zunachst an die Cvcadeen an. 
Diese sind im Carbon noch selten, zunachst sind es die Noeggerathia und Psigmophyllum 
und die nur in ihren Holzstammen bekannten Medullosa, welche wahrscheinlich zu den 
Cvcadeen gehoren. Die erste unzweifelhafte Cycadeengattung ist Pterophyllum im Perm, 
danach erreichen sie bekanntlich ihre voile Entfaltung im Jura und der Kreide. 

Wtthrend die Cordaitiden und Taxaceen mit denCycadeen in naher verwandtschaft- 
licher Beziehung stehen, scheinen die Abietineen durch die Walchien an die Selagines 
(Lepidodendren) sich anzuschliefien, w&hrend anderseits die Gattung Elatides den Uber- 
gang zu Pinus zu vermitteln scheint. Die artenreiche und in der Vorwell so wichtige 
Kamilie der Taxodien verbindet die Abietineen mit den Cupressineen, 



Araueariaceae. 



Engelmann, M.: A new Conifer. — Coulter's Botanical Gazette, Juni188l. 

Beschreibung einer neuen Tsuga, Ts.caroliniana von den siidlichen Alleghanys, von 
Ts. canadensis verschieden durch breitere und weniger zugespitzte Blatter, wie durch 
kriftigere Zapfen. 

































• 





















Pllanzengeographie uud Pflauzeifgeschiclite erschienenen Arbeitim. 






177 



Howell, Ths.: Scales of Thuja gigantea 3-ovuled. — The botanical Gazette 

(edited by John M. Coulter, Cramfordsville and M. S. Coulter, Logans- 






port), Sept. 1881. 
Lazarski, J.: Beitrage zur vergleichenden # Anatomie der Blatter einiger 

■ 

Cupressineen : Juniperus Sabina, J. virginiana, «/. phoenicea, Biota 
orientalis, Juniperus communis, «/. Oxycedrus. — Zeitschr. des allgem. 
osterr. Apotheker-Vereins. 4 8. Jahrg. 1880. 

Veitch and Sons: Manual of the Coniferae, cont. a general review of the 

Order, a synopsis of the hardy kinds cultivated in Great Britain, their 
place and use in horticulture etc. 343 p, roy 8. w. many illustr. 
Chelsea 1881. 

m 

Zeiller, B.: Note sur des stomates en etoile observes chez une plante fossile 
[Frenelopsis Hoheneggeri) . — Bull, de la Soc. bot. de France, 1881, p. 210 

—214. 

tiber Frenelopsis Hoheneggeri , welche im Turon und Urgon ziendich verhreilet ist, 
waren die Ansichten der Pflanzenpaliiontologen ziemlich verschieden , Schenk nannte 
die Pflanze Frenelopsis und enfschied sich damit far ihre nahe Verwandtschaft mit 
Frenela. Der Verfasser vorliegender Mittheilung fand nun nicht b!oi3, das die von 
Bagnols (Card) stammenden Exemplare auBerlich mit Frenela, Callitris und Libocedr us 
iibereinstimmen, sondern auch , class bei derselben die Spaltoffnungen wie bei jenen 
Gattungen sich im Grunde eines leichten Eindruckes befinden und class jede Spaltoffnung 
von 6 sternformig angeordneten Zellen umgeben ist. 

Die SpaltofTnungen sind wie bei Frenela Gunnii Endl. liber die ganze Oberflache des 
Blattes, eincn schmalen Medianstreifen ausgenommen , zerstreut. Bei Frenela sind die 
SchlieBzellen der Spalioffnung von 4—6 radial angeordneten Zellen umgeben. 






* 

- ■ 






A ngiospermae. 












Heinricher, E.: Beitrage zur Pflanzenteratologie. 



Sitzber. d. k. Akad. 

83 p. Ho mit 6 



d. Wissensch. zu Wien, LXXXIV (1884), I. Abth. 
Tafeln und 5 Holzschnilten. 

Der Verfasser schickt seinen BeitrUgen eine Einleitung voran , in der er sich iiber 
den Werth teratologischer Untersuchungen tiufiert. Die Uberschatzung der Bildungs- 
abweichungen zuriickweisend, legt der Verfasser doch Werth auf jene Ahnormitiiten, 
die als Riickschlagserscheinungen zu einstigen Formverhaltnissen, welche die Pflanze im 
natiirlichen Gauge der Transmutation durchmachen musste , aufzufassen sind. Die 
Ruckschlage sind zweifacher Art; entweder bestehen sie nur in der Wiederkehr einer 
friiher eingenommenen, spater verlorenen Zahl oder sie sind stoffliche Ruckschlage, wo 
ein Organ, das sich aas niederer stoiilicher Materie zu hoherer diffcrenzirte, wieder auf 



die urspriingliche Stufe sinkt. 





















Die Beitrage, aus denen wir jedoch nur dasWichtigste hier hervorhebcn, behandeln 



























folgende Gegensteinde. 

\. Abnorme Bliiten von Digitalis grandiflora Lam. 

»In den Bluten giebt sich sichtlich das Bestreben kund , moglichst frith zur Bildung 
der Ovula zu schreiten, und dies wird durch mehr oder minder vollkommene Umwand- 
lung der Stamina in Carpiden erreicht. Das Erscheinen von Ovulis an petaloiden Lap- 
pen, an denen freilich dann auch Thekenrudimente nachweisbar sind, dann an den 
Staubbl&ttern, von dem einfachsten Falle, wo sie an nocb wenig veranderten Filamenten 



Botanische Jahrbuclier. III. Bd- 



12 



• 






















17S 



Ubersicht der wichtigeren und umfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systematic 



sich finden , bis zu dem , wo sie Organen aufsitzen , welche Carpid- und Staminalcha- 

raktere durch einander gemengt besitzen, bietet einen Fall, wo man sich unwillkiirlich 

zur Sachs'schen Stofftheorie hingezogen fiihlt; ich mdchte sagen, dass der BildungsstofT 

der weiblichen Sexualzellen zu friih entwickelt war und zur Gestaltung dringt, in den 

schon angelegten mannlichen Organsn aufsteigt und sie je nach dem Grade ihrer bereits 

erlangten DifTerenzirung zu beeinflussen und umzugestalten trachtct und auch um- 
gestaltet«. 

2. Bildungsabweichungen an Dliiten von Aquilegia vulgaris L. 

Staubbl&tter sind in gespornte blumenblattartige Gebilde umgewandelt. Die Pollen- 
sacke sind hierbei sehr wenig alterirt und es ist wahrscheinlich , dass der Sporn in 
seiner Hauptmasse durch besonderes Wachsthum einer ganz localen Partie der Anthere 
hervorgeht, die hier das Connectiv sein musste. Das zeigte auch die genauere Unter- 
suchung. Verfasser findet, dass diese Abnormit&ten mehr dafiir spreclien, die Staub- 
facher als Emergenzen zum Zwecke der Reproduction umgestalteter Blattorgane anzu- 
sehen. 

Ein anderer Stock zeigte an Stelle der Laubblatter nur Rudimente, kleine, kahn- 
oder loffelformige griine Schuppchen, die an Hohe nur ein Zehntel der in der Mitte 
stehenden Carpiden erreichten. Die Staubblattreihen bestanden aus 6 bis 7 Gliedern. 
Alle diese Bliiten trugen zwei Fiinferkreise von Carpiden, welche Erscheinung dem Ver- 
fasser fur angelegte Diclinie zu spreclien scheint. 

3. Bliiten von Aconitum [variegatum oder Napellus) mit einem Honigbeh&lter. 

* 4, Metaschematische Bliiten von Delphinium Consolida L. und Erdrterung nach dem 
typischen Diagramm dieser Pflanze. 

In den Bliiten zeigte sich das Streben nach Actinomorphie, indem oft bis drei Pe- 
talen einen ziemlich entwickelten Sporn besaGen und wenige desselben ganz entbehrten. 
Der Verfasser glaubt mit Bestimmtheit ausdrucken zu diirfen , dass das spornartige 
Blumenblatt normaler Bliiten ein einfaches Glied reprasentire , zumal in den iiberz^hlig 
beobachteten Petalen der Verlauf der Hauptnerven mit dem im normalen Spornpetalum 
vollig ubereinstimmt. Ferner scheint dem Verfasser die Stellung der in seinen Objecten 
beobachteten Petalen fiir eine 8-blttttrige nach 3 / 8 gebildete Krone zu spreclien, so wie 
sie es bei Aconitum und den andern Sectionen von Delphinium ist. 

5. Vergriinte Bliiten von Delphinium intermedium Ait. 

6. Hemmungsbildungen an Bliiten von Anemone pratensis L, 

7. Metaschematische Bliiten von Aconitum Lycoctonum L. 

Nahezu an alien Sepalen ist eine mehr oder minder starke Neigung zur Helmbildung 
vorhanden. Dadurch und durch theilweise Verschiebung des Anlageortes des entw ick- 
lungsgeschichtlich ersten Sepalums aber werden die einzelnen Sepalen vergroBert und 
finden nicht mehr in einem Kreise Platz, daher das fiinfte sich in einen inneren Kreis an 
geeigneter Stelle einschiebt, 

8. Metaschematische /m-Bliiten. 

Verfasser beobachtete vollkommen tetramere Bliiten von Iris aurea Lindl., zwei 
andere Bliiten waren pentamer. Diese Vermehrung der Glieder wird dadurch verstSnd- 
lich, dass bei Iris aurea Petala und Sepala sehr schmal sind. Vtfllig tetramere Bliiten 
zeigte auch Iris Monnieri DC. An einem Stocke der Iris pallida, von welcher Verfasser 
bereits friiher Bliiten mit mehr oder minder vollkommen ausgebildetem inneren Stami- 
nalkreis beschrieben, fand er auch Bliiten, in denen 2 Staubblatter des inneren Staminal- 
kreises und auGer den 3 normalen Narben noch 2 innere, den inneren Staubblattern 
opponirte entwickelt waren. 

9. Vergriinte Bliiten von Hyacinthus orientalis L. 

10. Eine dimere Bliite von Lilium Martagon L. und die mechanische Bedingung der 
Dimerie in dieser Bliite, 



- 





















' 















Pfliinzengeographie und Pflanzengesehiehte erschienenen Arbeiten, 179 









11. Uber vergriinte Bliiten bei Torilis Anthriscus Gmelin und die Bedeutung der 
doppelspreitig vergriinten Staubblalter. ,£ 

Der Verfasser verfolgt hier mOglichst vie] Stadien von normalen Staubblattern bis 
zu solchen, welche in der Vergriinung weit vorgeschritten sind, Diese verblatteten vier- 
flugeligen Staubblatter geben dem Verfasser Veranlassung , die Uberspreiteten Blattbil- 
dungen iiberhaupt zu besprechen ; er ist geneigt anzunehmen, dass diese uberspreiteten 
Blatter alle in ihrer Jug end tutenformig waren , woraus sich audi die Umkehrung der 
Spreiten erkl&ren wurde. »Wo solche Uberspreitungen an vergriinten und verlaubten 



Antheren vorkommen, da halte ich sie in der That fur eineBildung, welche die mittleren 
Loculamente vertritt, doch nicht in der Weise, dass durch sie das Urblatt in jener Form 
gezeigt wurde, aus welcher seiner Zeit die Anthera didyma entstanden ist, Ich erblicke 
in diesen Uberspreitungen eine Stufe unvollstandiger Vergriinung dos Staubblattes, die 
dadurch entstand, dass zur Zeit, da die eine Vergriinung bedingcnden Factoren in der 
Blute zu wirken begannen, an dem ganzen Staubblalthocker die Anlage der Pollensacke 
bereits eingeleitet worden war, der inducirte Bildungsdrang also nicht mehr verwischt 
werden konnte; an die Stelle der generativen Entwicklung tritt nun die vegetative**. In 
demselben Sinne hat sich auch Referent im bot, Jahresbericht 1875 S. 440 Anm. ausge- 
sprochen. Der Verfasser sieht in dem Staubblatt ein zur Reproduction umgestaltetes 
Blattgebilde, das meist durch mehr oder minder' starke Einziehung der Spreite entstan- 
den ist und durch Filament und Connectiv repriisentirt wird, in besonderen Anhangseln 
(Emergenzen) des letzteren Theiles werden die Mikrosporen gebildet. 

Kny, L.: Ober einige Abweichungen im Bau des LeitbUndels der Mono- 

cotvledonen. — Verh. d. bot. Ver. d. Prov. Brandenb. 1881. p. 94 — 









109, mit 5 Holzschnitten. 

7 

Sieht man von den submersen Wasserpflanzen ab , so gehoren die Leitbundel der 
Monocotyledonen 2 Typen an, dem collateralen uud dem concentrischen. Erslere finden 
sich mit wenigen Ausnahmen indenoberirdischenOrganen, lelztere in denunterirdiscben. 
Bei einer Reihe von Familien, so namentlich den Gramineen und Cyperaceen zeigen die 
GefaGe eine entschiedene Neigung zu symmetrischer Anordnung. Im Gegensatz hierzu 
stehen die Leitbundel der Palmen , doch nehmen auch bier die kleinen Ring- und 
SpiralgefaBe den inneren, die griiCeren getupfelten GefaCe den JiuBeren, dem Phloem 
benachbarten Theil des Holzkorpers sein. Schon Mo hi hatte beobachtet, dass bei meb- 
reren Palmen die Eigenlhiimlichkeit auftritt, dass statt einer in der Mediane liegenden 
GruppevonWeichbastelementenzwei durch eine an das Xylem sich anlehnende Fort- 
setzung der Sklerenchymscheide getrennte, zur Mediane des Bundels symmetrisch ver- 
theilte Phloemgruppen in ihnen auftreten. Kny bat diese Eigenthumlichkeit bei vielen 
Palmen-Arten constatirt, Ein ahnliches Verhallniss constatirte Kny bei Xanthorrhoea 
hostile Smith, Dasylirion longifolium Zucc, Gynerium argenteum. 

Andererseits kommt es vor, dass mechanisches Gewebe an der Grenze von Phloem 
und Xylem beiderseits vordringt und beide Hauptheile des Bundels von einander son- 
dert, so bei einigen Bromeliaceen, Pitcairnia dasylirioides , Bromelia spec, Hechtia, ferner 
bei Cordytine Veitchii und C. auslralis. 

Sehr eigenlhumlich sind die Biindel von l'andanus Hier wird das letzte groDe Ge- 
fefi des Holzkorpers oder eine Gruppe von wenigen GefaBen allseitig von Sclerenchym- 
zellcn umfasst und dadurch von dem ubrigen Theile des Holzkorpers getrennt. Diesem 
Sclerenchym ist der Weichbast in mehr oder weniger zahlreichen kleinen Gruppen 
eingestreut. Bei Ophiopogon finden wir im erwachsenen Biindel des Blattes den Weich- 
bast auf wenige zartwandige Zellen reducirt , welche theils vereinzelt, theils in Gruppen 
on zwei oderwenig mehr, dem sich unmittelbar andasXylem nach auCen anschlieBen- 

den Sclerenchymgewebe eingeslreut sind. 

12* 



v 

































180 



Ubersicht der wiehtigeren mid liirifassenderen, im Jake 1881 fiber Systematik, 



Das Extrem in dieser Richtung stellen Alisma Plantago unci Plectogyne variegata dar, 
wo sammtliche Elementarorgane des Weichbastes (auch die Siebrdhren) verholzen. 

Ferner sind sehr auffallend die Leitbimdel der Dioscoreaceen. Bei den groGeren 
Leiibiindeln von Testudinaria elephantipes Herit, ist das Phloem in zwei vollslandig ge- 
sonderte Gruppen getheilt, die in der Mediane des Bundels vorn und hinten liegen, die 
groBere zwischen den Spiralgefafien und den gro(3en gettipfelten GefaBen, die kleinere 
zwischen letzteren und einer Gruppe kleiner getiipfeller GefaGe, welche den-Abschluss 
des Bundels naeh aufien hin bilden. Im Wcsentlichen ahnlich fand Kny den anatomi- 
sehen Bau bei Testudinaria silvatica und Tamus conicus. Audi Leitbiindel mil drei radial 
hinter eiananderliegenden, gesonderten Phloemgruppen kommen bei den Dioscoreaceen 
vor, z. B. bei Dioscorea sinuata Arrab. Die AuCengruppe der kleineren Leitbiindel ist 
in zwei kleinere Phloemgruppen zerkliiftet bei Dioscorea villosa. Bei Rajania brasilien- 
sis Griseb. geht die Theilung haufig noch weiter, in 3 neben einanderliegende isolirte 
Gruppen. Am weitesten geht die Zerkliiftung des Weichbastes bei kraftigen Sprossen 
von Dioscorea Batatas, wo die inncre Phloemgruppe sich auch spaltet. 

SchlieGlich zeigt der Verfasser , dass die hier so vielfach beobachtete Einschaltung 
von Sclerenchym ein Mittel zur Erhohung der Biegungsfestigkeit ist und deichzeitig 



auch dem Schutz der meist sehr zartwandigen Elementarorgane des Weichbastes zu 



Gute kommt. 



• 



























Soltwedel, P.: Freie Zelibildung im Embryosack der Angiospernien. 



Jen. Zeitsehr. f. Naturw. Bd. XV. N. F. VIII (1881 



341 



t. XVI— XVIII. 









, p, a*i — 380, 















Es 1st hier nur uber einen Theii der Abhandlung zu berichten. Schon Stras- 
burger hatte bei Orchis pallens beobachtet, dass nach der Befruchtung nur die Eizelle 
sich weiter entwickelt, die Synergiden , Antipoden und Mutterzelle des secundaren En- 
dosperms aber resorbirt werden. Dasselbe fand Verfasser bei Begonia Froebelii. Bei 
Alisma Plantago fanden sich die 4 ersten Endospermkerne im Theilungszuslande frei im 

protoplasmatischen Wandbelege des Embryosackes, zu Bildung secundarer Endosperm- 
zellen kommt es nicht. 



I 



»" 



Der Verfasser beschreibt sodann Falle , wo die Entwicklung des secundaren Endo- 
sperms durch Theilung einer Multerzellc erfolgt, so bei Pllanzen mit kleinen Samen 
und vvenig Endosperm. Es werden specicller besprochen Lamium album und Veronica 
Buxbaumii, wo im ohern Theil des Embryosackes kein seCundares Endosperm gebi 
wird. Eigenthiimliche Vcrhaltnisse wurden bei Loasa tricolor beobachtet wo 



schlanke Embryosack vor der Befruchtun 



ildet 
der 
8 cine Aussackung in das Nucellargewebe bil- 
det, in welche ein Zellkern hineinwandert, urn da nur wenige Theilungcn durchzu- 
machcn, wahrend in der untern Tochterzelle der Embryosackmutterzelle durch Zellthei- 
lung em vielzelliger Endospermkorper gebildet wird, in den der Embryo auf einem 
Suspensor hineingefuhrt wird. Bei Serophularia vernalis und Pedicularis silvatica bildet 
der Embryosack nach der Befruchtung eine Ausslulpung, in welcher der Verfas- 
ser einen, zwei oder auch vier freie Zellkerne fand. 



Entwicklung des Endosperms durch freie Zelibildung beobachtete Verfasser bei 
Lysimachia Ephemerum, Lilium Martagon, teucojum aestivum, Polygonum Bistorta, Urtica 
ptluhfera. Sobald mehrere Kerne vorhanden waren , lagen diese in der protoplasmati- 
schen Wandschicht, und in dieser fanden die Kerntheilungen statt. Als Ergehniss dieser 
Lntersuchimgen ist zu bezoiclinen, dass alle freien Kerne, die nach der Befruchtung im 
Embryosack der Angiospermen auftreten,vom secundaren Embrvosackkern abstammen, 
( ass in kle.neren Emhryosacken das Endosperm durch Zelltheilung, in groCeren jedoch 
(lurch fre 1C Zelibildung entsteht und dass in dem einen. schmaleren Ernie des Embryosackes 
Lammm album) Zelltheilung, im andern weiteren Endc nur Kerntheilung stattflndet 



. 
























• 



, 












Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschieneuen Arbeiteu- ] 8 1 






. 



Anonaceae. 






. 



Scheffer, H« C. O.: Sur quelques plantes nouvelles ou peu connues de 

- 

l'Archipel indien. — Annales dujard. botan.de Buitenzorg II. 1. 1881, 
p. 1—30. 

Bemerkungen tiber folgende Pflanzen*: 

Uv aria purpurea BL, U. Rosenbergiana Scheff., U. ovalifolia BL. U, celebica Scheff,, 
U. verrucosa Scheff., U. lanceolata Scheff., Ellipeia gilva Miq. ? E. coriacea Scheff., Sage- 
raea cauliflora Scheff., Cyathocalyx marginalis Scheff., C.obtusifolius Becc. et Scheff., C. 
ramiflorus Maing. , C. pubescens Scheff., Mezzettia parviflora Becc. , M. umbellata Becc, 
Disepalum coronatum Becc, Artocarpus velutinus Scheff., Polyalthia papuana Scheff., Po- 
powia nova-guineensis Miq., P. ? papuana Scheff. , P. Beccarii Scheff. , P. parvifolia Scheff,, 

P. bancana Scheff. , Orophea chrysocarpa Miq. , 0. reticulata Miq. , 0. corymbosa BL, 0, 
hexandra Bl., 0. latifolia BL, 0, aurantiaca Miq., 0. Beccarii Scheff., 0. costata Scheff., 
Mitrephora celebica Scheff., M. glabra Scheff., M. subaequalis Scheff., Rauwenhoffia uva- 
rioides Scheff, , R. siamensis Scheff. , Melodorum prismaticum Hook. f. et Thorns. , M. 
bancanum Scheff., M. Beccarii Scheff., Goniothalamus Tapis Miq. , G. dispermus Miq., 0. 

- ' 

aruensis Scheff., H. (Richella) euneurus Miq., G. (Richella) caloneurus Miq., G. (Richella 
imbricatus Scheff., Oxymitra borneensis Miq., Xylopia micrantha Scheff., Trivalvaria? 
longirostris Becc, Phaeanthus crassipetala Becc, Alphonsea ceramensis Scheff., Artabotrys 
suaveolens BL, A. crassifolius Hook, f, et Th., A. Blumei Hook. f. et Th. , A. odoratissimus 
R. Br., A, sumatranus Miq. 






Ein groBer Theil der Arten wurde von Beccari auf Neu-Guinea beobachtet. 

Da die Cyathocalyx obtusifolia Seheff. et Becc zwar mehrere Carpelle wie Drepa- 
nanthus , jedoch kahle Blatter wie andere Cyathocalyx und Cyathocalyx sumatranus 
Scheff. zwar nur ein Carpell ; aber ebensolche Blumenblatter wie Drepananthus besitzt, 
so sollen die beiden Gattungen vereinigt werden. DieGattung Cyathocalyx besteht dem- 
nach aus : 

Sect. I. Eucyathocalyx , Arten mit einem Carpell : C. zeylanicus , C . martabanicus , C. 

Maingayi?, C, sumatranus, C. marginalis. 

Sect. II. Drepananthus, Arten mit mehrerenCarpellen: C. ramiflorus, C. obtusifolius, 

C. pubescens. 






Mezzettia Becc ist synonym mit Lonchomera Hook, et Thorns. 

Ararocarpus Scheff ., neue Gattung von Java, verwandt mit Anona, ausgezeichnet 
durch 8 — \± mit einander verwachsene Carpelle. Beziiglich der Gattung Popowia 

♦ 

herrscht sroOe Verwirruns. Nach den Auseinandersetzungen des Verfassers durften 
wohl Orophea, Mitrephora und Popowia vereinigt werden; es sind aber dann die afrika- 
nischen Arten auszuschlieCen , die Orophea wtirden die typische Form mit 2 Untergat- 
tungen darstellen; hiermit ware einerseits ein Theil der zu Mitrophora gerechneten 
Formen zu vereinigen, anderseits Popowia mit 2 Untergattungen. 

Die neue Gattung Rauwenhoffia ist verwandt mit Melodorum. Fur die Eintheilung der 
Anonaceen halt Scheffer die Praefloration fiir wichtig; sie ist bei den Uvarieen imbri- 
cat, bei den Unoneen valvat; doch sind bei letzteren die Blumenblatter nicht verw r ach- 
sen, wahrend dies der Fall ist bei den Mitrephoreen ; bei den Melodoreen endlich ist die 
Praefloration induplicativ. Trivalvaria bildet den Ubergang zwischen Mitrephoreen nnd 
Melodoreen, Popowia den Ubergang zwischen Mitrephoreen und Unoneen. 



• 









Amaryllidaceae. 

> Hance, P.: On tho natural order Taccaceae, with description of a new 

genus. — Journ. of bot. 1881, p. 289. 

Nach Anfiihrung der mannigfaltisen, zum Theii recht sonderbaren Ansichten der 

































182 



Obersicht der wichtigeren mid uinfassendereii, im Jalire 1881 fiber Systematik, 



verschiedcnen Botanikcr liber die Stellung dieser eigenthiimlichen Ptlanzengruppe hebt 
Yerfasser die Unterschiede zwischen den Gattungen Tacca und Ataccia in folgender 



Weise hervor. 



* 






.: 



Tacca. 



1. Perigonlappen fast gleieh. 

%. Staubfaden oberwarts miitzenformig. 



Ataccia, 
Perigonlappen unglcich. 
Staubfaden oberwarts hohl. 



3. GrifTel an der Spitze 3-iapptg mit zwei- Griffel dreilappig mit ausgerandeten Lap- 



spalligen Lappen. 

4, Frucht einfaeherig. 

"). Embryo nahe dem grundstttndigen Na- 
bel. 

6. Blatter vielfach tretheilt. 



pen. 
Frucht halb-dreifcicherig. 
Embryo am Grunde, von dem bauchstan- 

digen Nahel entfernt. 
Bliitter ganz ungethciit. 



Die neue Gattung Schizocapsa stimmt mit Tacca in den Merkmalen 2, 4, 5, mil 

Ataccia in den Merkmalen -1,3,6 und ist von beiden durch eine Kapselfrucht ver- 
schieden. 

Sch. plantaginea Hance wurde in der Provinz Canton am North River entdeckt. 

Alismaceae. 

IP 

Hildebrandt, P.: Die Samenverbreitung bei Aponoyeton distachyum. — 

Flora 1881, p. 502—501. 

Die Samen sitid von einer Oberhaut bedeckt, welche aus langlichen eng an einander 
schlieBenden cfalorophyllhaltigen Zellen besteht. Darunter liegt ein parenchymatisches 
Gewebe, welches zwischen seinen Zellen vie! Luft enthalt; hierdurch schwimmen die 
Samen auf dem Wasser. Etwa nach einem Tage, wahrend welcher Zeit die Samen auf dem 
Wasser sich weithin verbreitet haben kOnnen, entweicht der Saft aus dem Parenchym 
und es lost sich das Gewebe nebst der Oberhaut als ein belles Hautchen von dem Em- 
bryo des Samens los, welcher von dunkelgrliner Farbe, nun venndge seiner Schwere 
auf den Grand des Wassers sinkt, wo sogleich die Keimung beginnt. Nach etwa einem 
Tage war das erste lineale Blatt aus der Spalte des Cofyledo hervorgetreteu, sein Wiir- 
zelchen war starker entwickelt als das Hauptwiirzelchen. Auf dieses folgten hinterein- 
ander noch 2 weitere grasartige Blatter, dann solche mit verbreiterter Spitze, endlich 
solche mit deutlicher Spreite. Der Cotyledon wurde allmfthlich erschopft und durch- 
seheinend, dafur schwoll die StengelbaSis zu einem kugligen rings mit Wurzelchen 

besetzten Knullcben an. ! 

Anacardiaceae. 






Burgess, T. J. W,: The beneficent and toxical effects of the various species 



of Rhus. 



Canadian Journ. of ined. science. 



Phannac. Journ. and 



Transact. 1881. 






Araceae, 



Gardn. Chron. 27. Aug. 1881. 



Brown, N. E.: Zomicarpella maculata. — 

Neue Gattung aus Neu-Granada, eingefiihrt von Linden, von Zomicarpa durcli 
die ausgebreitete Spatha und eineiige Ovarien verschieden. 



Araliaceae (Hederaceae). 






Marchal 



E.: Notice sur les Hederacees recoltees par E. Andre dans la 
iSouvelle-Grenade, I'Equateuret le Perou. — Coinpte rendu du Googrds 



9 



de botanique el' d'horlicullure de 1880, term a Bruxelles, p. 65—' 

Andre's Sammlungen in den siidamerikanischen Anden enthielten 5 Aden von Oreo- 
pantox, 6 von Sciadophyllum, aus jeder Gattung eine neue. 



















































Ptlanzeiigeographie mid Pflunzeiigescliichte erschieneiien Arbeiten. 



183 



Marchal 



E.: Revision des Hederacees americaines. Description de 18 
especes nouvelles et d'un genre inedit. — Bull, de TAcad. roy. des 
sciences etc. de Belgique XLVIIL ser. 2. 1. XLVII. p. 70 — 96. 

Rectification synonynrique relative a ma notice intitulee : Revision 

des Hederacees americaines. — Ibidem p. 514. 

In der erstgenannten Abhandlung.wurde eine neue Gattung Coemansia, gegriindet 
auf eine von Warming in Lagoa-Santa, Brasilien gefutidene Pflanze aufgestellt; da der 
Name fur einen Pilz bereits vergeben , wird nun die Pflanze Coudenbergia Warmingiana 

genannt. » 

Balsaminaceae. 

Beyse, G.: Untersuchungen tlber den anatomischen Bau und das mecha- 

nische Princip im Aufbau einiger Arten der Gattung Impatiens. 



Nova Acta Bd. XLIIL 2. 64 p. i° mit 4 Kpfrt. 



W. Enselmann, 



Leipzig 1881. 



Borraginaceae. 



Celakovsky, L.: Neue Beitrage zum Verstandniss der Borragineenwickel. 

— Flora 1884, p. 465—478, 481—491 mit Taf. IX. 



1. Uber den Anschluss des Kelches an das Vorblatt. 

2. Uber Omphalodes scorpioides Schrank. 

■ 

3. Vereleichune der Borratnneen-Wickel mit der Wickel der Crassulaceen. 



(Vergl. auch Mandschurisch-japanisches Gebiet.) 



\ 



- - 



Bromeliaceae. 



Baker, G.: A synopsis of the genus Pitcairnia. 



233, 265—273,303—308. 



— Journ. of botany 1881, 
p. 225- 

Der Yerfasser giebt eine IJbersicht liber die nicht bloss in Garten, sondern auch in 
Herbarien besser, als andere Bromeliaceen vertretene Gattung Pitcairnia, ISlsst sich 
jedoch nicht daraufein, jede Art durch die verschiedenen Gartenjournale zu verfolgen 

und die Synonymic vollst&ndig zu liefern.- 

Eswerden 70 Arten unterschieden, die sich auf folgende 5 Intergattuugen vertheilen. 

Subgen. I. Cephalopitcairnia. Bliiten roth, in einem dichten, in der Mitte der Blait- 
rosette sitzenden Kopf. 1. P. heterophyllaltecr. 2. P. tabidaeformis Linden. 

Subgen. II. Eupitcairnia. Bliiten gewohnlich roth , selten weiss oder gelb, in einer 
gestielten einfachen Traube oder Rispe. Bracteen klein, lanzettlich, oft kiirzer als die 
Bliitenstiele. Blatter eine grundstandige Rosette bildend. 

A. Blatter linealisch, in der Mitte einen Zoll oder weniger breit. 
a. Blatter unterseits \veii3bestSubt. 

a. Die ausgewachsenen Bl&ttcr ohne Randstacheln. 
I. Bliiten weiB oder gelblich. 



3. P. microcalyx Baker. 4. P. inermis Meyer, 












II. Bliiten roth. 


















">. P. megasepala Baker. 6. P. staminea Lodd. 7. P. pungens H. B. K. 
8. P. Kegeliana K. Koch. 9. P. pauciflora Baker. 10. P. integrifoiia Ker. 
M. P. araneosa Baker. 12. PSMoritziana K. Koch & Bouche. 



1 



^ Die ausgewachsenen Blatter am Grunde mit Randstacheln. 









I, Blotter sehr schnial nicht breiter als */i — l fa Zoll). 
43. P. humilis Ten. 14, P. muscosa Mart. 1 5. P. caricifolia Mart, 16. P. 

iridiflora Beer. 









I 





















184 



Ubersicht der wichtigercu mid umfasseuileren, im Jahre 1881 fiber Systematik 



* 






II. Blatter breiter. Blutenstiele kurz. 






• 






17. P. angusti folia Soland, -18. P. latifolia Soland. 19. P. furfuvacea Jacq. 
20. P.albucaefolia Schrad. 21. P. bracteola Dryand. 22. P.alta Hasskarl. 
Ill, Blatter breiter. Blutenstiele lang. 



1. Bliilen weiB. 

2. Bluten roth. 



23, P. consimilis Baker. 



24. P. Jaksoni Hook. 25. P. subpetiolata Baker, 26. P. bromeliae- 
folia I/Herit. 



9 



b. Blatter beiderseits grim und kahl. 
a. Bluten roth. 



/ 



27. P, firma Baker, 28. P. corcovadensis Wawra. 29. P. cinnabarina A. 
Dietr. 30. P. Karwinskiana Schult. 31. P. spathacea Griseb. 32. P. 
Lechleri Baker. 33. P. concolor Baker. 34. P. nuda Baker. 
8. Bluten weiB, 



35. P. suaveolens Lindl. 36. P. albiflos Herb. 

B. Blatter schwertformig oder lanzettlich, 
a. Blatter unterseits weiB bestaubt. 
a. Bluten roth. 









37, P. Andreana Linden. 38, P. pruinosa H. B. K. 39. P. fulgens Decne. 
40. P. OtfersiiLmk. 41. P. flammea Lindl. 42. P.pulverulenta Ruizi Pav, 
43. P. corallina Linden & Andr6. 



p. Bluten weiB. 
Y- Bluten gelb. 



44. P. echinata Hook. 



t* 



5. P. xanthoealyx Mart. 






b. Blotter beiderseits griin und kahl. 

46. P. australis K. Koch. 47, P. nubigena Planch. 48, P. Lehmanni Baker. 
49, P, Kalbreyeri Baker. 50. P. orgyalis Baker. 
C. Blatter langlich oder langlich lanzettlich, gestielt. 
51, P. Sprucei Baker. 52. P. vndulata Schiedw. 

Unvollkommen bekannte Arten dieser Untergattung. 

53. P. vallisoletana Lex, 54. P. penduUflora A. Rich. 
Subgen. III. Pepinia. Mit einem Stammchen, kleinen Bracteen und in Trauben 
oder Rispen stehenden Bluten, 

A. Niedrig, mit rothen Bluten und dunnen Blattern. 

55. P. punicea Lindl. 56. P. aphelandrae flora Lemaire. 

B. Strauchig, mit weiBen Bluten und hornartigen Blattern. 
57. P. ferruginea Ruiz & Pav. 

Phlomostachys. Bluten bleich , in einfachen ahrenformigen Trauben; 
die breiteren Bracteen fast oder ganz die Kelchspitze erreichend. 



'Subgen. IV. 



A, Bliitter sitzend. 



58. P. virescens K. Koch. 



B. Blatter gestielt, griin, beiderseits kahl. 

59. P. maidifolia Decne. 60. P. Funkiana A. Dietr, 61. P. zeifolia K. Koch. 
G. Blatter gestielt, beiderseits weiB. 62. P. recurvata K. Koch. 

Subgen, V. Neumannia. Bluten gewohnlich blau, in dichten zapfenforniigen Trau- 
ben, langlich deltaformigen zngespitzten inbricaten Bracteen iiberragen den Kelch. 

A. Blatter sitzend. 63. P. ochroleuca Baker, 

B. Blatter gestielt, unterseits weiB. 64. P. rhodostachys Hassk, 



C. Blatter gestielt, beiderseits griin und kahl. 



Wendla 



a. Bluten weiB oder gelblich. 
65. P. Altensteinii Lemaire. 
ker. 68. P. atrorubens Baker, 69. P. petiolata Baker. 

b. Bluten glanzeud rothgelb. 70. P. densiflora A. Brong. 



67. P. imbricata Ba- 









V; 




























































I 






Pflanzengeographie und Pllanzeiigeschiehte erschieneiien Arbeiten. 



185 






» 






\ Cactaceae. 



' 



Busby, H.: Cross- fertilization in Cereus phoeniceus. 

hot. Club 1881, n. 8, p. 92. 93. 



Bull, of the Torr. 






t IT 






Campanulaceae. 









Baillon, H.: La symmetrie des fleurs doubles du Platycodon. — Bull, de 

la Soc. Linneenne de Paris 1881. n. 37. p. 296. 

Wie in der normalen Bliite die 4 Quirle der Blatter alternirend auf einander 
foleen, tritt bei Einschaltung einer zweiten inneren Blumenkrone ebenfalls vollkommene 
Alternation siimmtlicher Quirle ein, so dass nun die Staubbl&tter nicht zwischen den 
Abschnitten der normalen Blumenkrone, sondern vor denselben stehen und die Car- 
piden sich umgekehrt verhalten, 

Westermaier* M.: Beitrage zur vereleichenden Anatomie der Pflanzea II, 



zu 






ein »abnormercc Dicotylentypus. — Sitzber. der k. Akad. d. Wi 
Berlin 24. Nov. 1881, p. 1061—1070. 

Die Untersuchung mehrerer Campanula- Arten ergab, dass das Vorkommen innerer 
Strange nie beobachtet wird bei jenen Arten , welche bei geringer Hohe entschieden 
armbliitta sind. Dasegen werden markstandige Strange, sei es nur Phloembundel, sei 



es aus Xylem und Phloem bestehende beobachtet bei solchen Arten, die durch groBeren 
Bliitenreichthum und zwar einander meist gruppenweise genaherte Bliiten, sowie durch 
eine oft betrachtliche Hohe ausgezeichnet sind , wie Camp, glomerate , bononiensis , Cer- 
vicaria, calcitrapa, Trachelium, pyramidalis, interrupta, macrantha, ruthenica, rhomboidea, 
multi flora, crispa, petraea, pendula. 






/ 






Caprifoliaceae. 

, W.: Le Linnaea borealis L. appartient-il a la flore francaise? 
Bull, de la soc. bol. de France 1881, p. 272—274. 

Linnaea borealis wurde imThal Creux de Novel, an der Grenze zwischen Frankreich 
und derSchweiz, in einer Hahe von \ 000 m. gefunden; dadurch ist das Verbreitungs- 
gebiet der Pflanze um einige hundert Kilometer nach Westen bin erweitert. 



Caryophyllaceae. 












Timbal-Lagrave, E.: Essai monograph, sur les Dianthus des Pyrenees 
. franca ises. — Bull, de la soc. agricole, scient. etc. des Pyrenees- 
Orienlales t. XXV (1881), 20 p. 8\avec 32 plchs. 



Celastraceae. 









(Vergl. Mandschurisch-japanisches Gebiet.) 


















Ceratophyllaceae. 












Haynald, L,: Ceratophyllum pentacanthiim. — Magyar Novenytani lapok V 









(1881). 8 p. mit einem Holzschnitt. 









■ . 



Ceratophyllum pentacanthiim Haynald wurde vom Aulor im erzbischoflichen Garten 
von Kalocsa entdeckt; die Pflanze ist am nachsten verwandt mit C . platyacanthum Cham. 



i j 









Chloranthaceae. 

(Vergl. Mandschurisch-japanisches Gebiet.) 









j 









. 






Compositae, 





















Almquist, S.: Studier bfver Slaatet Hieracium. 8°. Stockholm 1881 . 






' 


















ISO 



Ubersicht der wiclitigeren und uiiifasseiideren, im Jahre 1881 uber Systematik, 















Baker, G.: Compos itae III. Asteroideae et Initio ideae. — Flora brasiliensis 



Fasc. LXXXVI. p. 1 



134, t. 1 



44. 



F. Fleischer, Leipzig 1881. 



Von Asteroideen werden 13 Gattungen, darunter Baccharis mit 133 Arten, von Inu- 



loideen auch 13 Gattungen beschrieben. 

Eaton, D. C: A new American Cynaroid Composite. 



Bot. Gazette VJ. 



1881. n. 11. p. 283. 

Saussurea americana Eat. von den Mountains of Union Co., Oregon. Es ist dies die 
Kwette nordamerikanische Saussurea. 

matt, W.: Neue Gompositen in dem Herbar des Ilerrn Franqueville ent- 

— Abh. d. naturf. Gesellsch. zu Halle Bd.XV. 



deckt und beschrieben. — 
1881. 14 p. 4°. 

Enthiilt Beschreibungen zahlreicher neuer Gompositen aus den verschiedensten 






I 



Theilen Nord- und Siidamerikas. 









Mueller, H.: Polymorphism of the (lower-heads of Centaur ea Jacea. 



Na- 






tureXXV. n. 637. p. 241. 

Die Blutenkopfe verschiedener Stocke von Centaurea Jacea weichen insofern von 
einander ab, als bei den einen alle Bliiten gleich gestaltet und beide Geschlechter gleich- 
mafiig entwickelt sind, wtthrend bei andern Staubblatter und Pistille entwiekelt sintl, 
letztere jedoch ihre Griffelschenkel nicht zur Empf&ngniss des Pollens ausbreiten, Bei 

■ 

einer dritten Form sind die Anthcren ohne Pollen und verkiimmert. 



■i 



Vucotinovic,L,: PJeme sucvjetakah (Compositae) u hrvatskoj dosad nasastih. 



Mittheil. der siidslavischen Akademie p. 1 



118, 



Zasrab 1881. 



Beschreibung der kroatischen Compositen in kroatischer und lateinischer Sprache. 

(Vergl. auch Mandschurisch-japanisches Gebiet.) 






r 






Coriariaceae. 






Maximowicz, C. J.: De Coriaria. — Mem. de FAcad. imp. des sciences de 

St. Petersbourg. 7. ser. XXIX. 3. p. 1—13. 

■ r 

Uber die systematische Stellung der Coriariaceen war man lange Zeit im Inklaren. 
Verfasser geht an diese Frage mit gewohnter Griindliehkeit heran, auch bemiiht er sicli? 
etwaige verwandtschaftliche Beziehungen aus der anatomischen Structur zu ermitteln. 

■ 

Nach den hierauf gerichteten Untersuchungen von Russow in Dorpat ist das Holz von 
Coriaria ausgezeichnet durch die Breite der primaren und secundaren Markstrahlen, 
wodurch es an die Ampelideen, Menispermaceen, Berbci idaceen , Araliaceen erinnert, 
aucJi an die Ph\ tolaccaceen, insbesondere der Rivinieen. Sichere Anhaltspunkte fiir die 
Stellung der Coriariaceen ktfnnen aber aus der anatomischen Structur nicht gewonnen 
werden. Berticksichtigt man die wiclitigeren morphologischen Merkmale, dann zeigt es 
sich, dass die Familie sich noch am moisten den Simarubaceen nahert. 

Es folgt nun eine diagnostische Ubersicht derArten, wobei sich ergiebt, dass die 
Arten der nordlichen Hemisphere von denen der sudlichen Hemisphere morphologisch 
und anatomisch vcrschieden sind. Die hervorrasendsten Merkmale fassen wir kurz hier 



zusammen: 



rf 






■ 



§ 1. Flores polygamo-monoici vel dioici ex ramis vetustis, e gemmis propriis peru- 
latis, latere juxta medianum iunovanlem dispositis, geminatis vel singulis. Bracteae 
rotundato-ovatac. Frutices ramis quadrangulis, radiis meduliaribus quasi abrupt is, 
medullam baud attingentibus, foliis basi latioribus laevibus versus apicem ramorum 
longioribus. 















' 
























Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erscliieneiieu Arbeiteii. 



187 












a. Flores (5a C vix distinctly omnes petalis germinibusque instructs Styli lineares 






___ 

ovariis longiores. Filamenta florum <J petala non superantia. 



1. C. myrtifolia L. 2. C. nepalensis Wall. 









b. Flores $ subapetali, vestigio germinum nullo, filament-is longe exsertis. Styli 
lineari-lanceolati ovaria aequantes. Petala basi latiora. 
3. C. sinica Maxim. 4. C. japonica Asa Gray. 
§ 2. Raccmi in ramis hornotinis foliatis axillares elongati , flores omnes antheriferi 
et germinibus instructi, subpolygami. Bracteae subulatae. Arbores vel frutices ramis 
compresso-quadrangulis, radiis medullaribus continuis in medullam abeuntibus saepius- 
que latioribus, floribus carpellisque parvis, pedicellis fructiferis horizontalibus calyce 
fructifero plus duplo brevioribus. 

a. Folia basi latiora, 3-nervia, parva, laevia, secus totum ramum subsimilia. Racemi 

f 

basifoliati. Sepala in fructu colorata, petala basi leviter imbrieata, antherae lae- 



ves, carpella 3-costata petala parum superantia. 



* 









5. C. mtcrophylla Poir. 












*■- 






b. Folia medio latiora, 5-nervia, ampla, elevato-reticulata, versus ramorum apiceni 

Racemi aphylli, petala in fructu subcontigua , antherae 



longiora et angustiora. 



verrueulosae, carpella o-costata. 

6. C. rusci folia L. 7. C. sarmentosa Forst. 






- 






AuCerdcm sind aber noch 2 Arten C. thymi folia Hook. f. und C. an&HstissimaHook. f. 
von Neu-Seelaud beschrieben worden. 


















Lotar, Henri-Aime: Essai sur Fanatomie comparee des onsanes vegetatifs 

These de phannacie 



et des teguments seminaux des Cucurbitacees. 



soutenu a l'Ecole superieure de phannacie de Paris. 224 p. 4° aver 



figures. 



Lille 1881. 





















Der Verfasser findet den Stamm mehrerer Cucurbitaceen , Luff a , Cucarbita, Sicyos, 






Cucumis , Momordica, Abobra durch *0 regelmSBig alternirende Fibrovasalstr&nge cha- 
rakterisirt, Hhynchocarpa und Thladiantha dagegen haben nur 9, Bryonia nur 8. Cyclan- 
thera pedata, Citrullus vulgaris, Lagenaria vulgaris weisen in Folge Dedoublements eines 






Stranges im Ganzen M auf. Bei Ecballium ist jeder Strang durch ein Netz ersetzt. 

Auf die Anatomie der Samenschalen , liber welche schon friiher ausfiihrliche Ar- 

beiten erschienen, soil hier nicht eingegangen werden. 

■ 






Cruciferae. 



; 



' . 












Lojaeono, M.: Sui generi lonopsidium e Pastorea, e sul nuovo genere 

Minaea del la famiglia di Crucifere. — Nuovo giornale hot. itaL 1881 ? 

Q Q | Q A r^ 

Bivonaea Saviana 
Car. und AL Prolongoi Lojocano = Thlaspi Prolongoi Boiss. 

Die Schotchen sind aufaeblasen , ungefliigelt, die Klappen nur mit einem schmalen 
bervenartigen Rand versehen, der Embryo notorrhiz , die Samenschale papillos, nicht 
glatt. 



Die neue Gattun" Minaea umfasst 2 Arten, At. Saviana Lojocano 















» 






Cyclanthaceae. 

(Siehe unter Palmae. 
Cyperaceae. 












i 



J 



I 















• 



[Vgl. Centralasiatisches Gebiet.) 

Dipsacaceae. 



■ 






: 



























Magnus, P.: Ober Gynodioecismus von Succisa pralensis M. et K. und einiije 






denselben begleitende Erscheinungen. 
Freunde zu Berlin, 15. Nov. 1881, p. 137 



Sitzber. d. Ges. naturf. 
140. 



















































' 



























188 



Ubersicht der wichtigercn und umfassenderen, im Jalire 1881 fiber Systemafik 



5 



Vortr. traf bei Homburg v. d. II. nur wenige weibliche Stocke unter zahlreichen 
protandrischen an, hochstens 4 Procent. Die weiblichen Stocke zeigten alle Abstufun- 
gen in der Verkumiuerung der Staubfaden. Nicht selten burden weibliche Stocke an- 

getrotfen, wo die Staubblatter der normalen Bliiten zu langlichen, gelblichen, zungen- 
formigen, petaloiden Blattchen ausgebildet waren. 












Fagaceae. 
(Vergl. Mandsclmrisch-japanisches Gebiet). 


















Geraniaceae. 



Ludwig, F.: Uber die ungleichc Ausbildung einer Insectenform bei Ero- 

dium cicutarium l'Her. und Erodium cicutarium b. pimp inelli folium 



Willd. — Irmischia Nov. 1881, p. 5 



/ . 



Ziegler, J.: Vergrtinte Bliiten von Tropaeolum ma jus . Mit 2 Tafeln. Bericht 

der Senckenb. naturf. Ges. 1880/81. Frankfurt a/M. 1881. 









■ 



- 



i 






Gramineae. 









Bentham, G.: Notes on Gramineae. — Journ. of the Linn. Soc. XIX ((881), 



p. 14—134. 












Die Arbeit beginnt mit einer historischcn Darstellung des wissenschaftlichen Stu- 






diums der Grascr. Hugo v. Mohl war es, der zuerst die Grundlage zu unserer jetzigen 
Anschauung der Grasbliite legte, Claude Richard hatte durch. seine Assistenz bei 
Persoon's Synopsis und Michaux's Flora of North America viel zur Kenntniss der 
Gramineen beigetragen. Erheblich gefordert wurde das Sludium der Griiser durch 
Desvaux und Pal i sot de Beauvois, spater durch Kunth , Trinius. Neesvon 

mm 

E sen beck. W&hrend Kunth's Revisio Graminum von Bent ham sehr anerkannt 






wird, kann die mit allzu groCer Eile in's Werk gesetzle Bearbeitung der Gramineen in 
der "Enumeration nur wenig Anerkcmiung beanspruchen. Wahrend die Fundamenta 
Agrostographiae, welche Trin ius 1820 publicirte, in Folge ungenugender Materialien 
und bibliographischer Hilfsmittel, noch mangelhaft sind, gehoren alle spateren Arbeiten 
desselben Verfassers tiber die Gramineen zu den besten. Die Arbeiten von Nees, na- 
mentlich seine »Agrostographia brasiliensis« und seine Bearbeitung fiir die "Flora Africae 
australis« finden Bentham's voile Anerkennung, doch will Bentham ein gewisses 
JStreben nach Vermehrung der Gattungen und Arten wahrnehmen, was bei Bentham's 
weiter Fassung des Gattungsbegriftes nicht zu verwundern ist. Die Werthlosigkeit von 
Steudei's "Synopsis Glumacearum« ist geniigend bekannt. Es warden dann noch cine 
ganze Anzahl Floren angefiihrt, in denen die Gramineen so griindlich bearbeitet w urden, 
dass sie auch zu der guten Litteratur liber die Gramineen zu rechnen sind; Bentha m 
ist aberdagegen, dass die in einzelnen Florenwerken enthaltenen Gattungsnamen, welche 
vor andern bekannten die Prioritiit haben , aber von Beauvois, Perso'on, Will- 
denow und andern Yerfassern grdCerer systematiseher Werke ubersehen wurden, 
wieder herangezogen werden. Fournier's noch nicht publicirte Bearbeitung der 
luexikanischen Gramineen konnte Ben t bam beniitzen, ebenso das, was Munro, der 
in England fiir den unterrichtetsten Gramineenkenner gait, aufier seiner gediuckten Be- 
arbeitung in der zweiten Ausgabe von Harvey's Genera of South African Plants und 
auGer seiner Monographic der Bambusaceen hinterlassen hatte. Leider fand sich in 
diesem Nachlass keine Darstcllung seiner Ansichten tiber Begrenzung der Tribus und 
Gattungen, welche nicht in Siidafrika vorkommen. 

Beziiglich der Morphologie des Gramineeinihrchens bespricht Bentham Hack el's 
in diesen Jahrbuchern publicirte Arbeit und kann derselben im Allgemeinen seinen Beifall 
jnicht vorenthalten. 







































s 


















rllaiizengeographie unci IMlaiizengcscliiclite erschieueiien ArbeitiMi. 



189 






Hinsichtlich tier systematischen Eintheilung der Gramineen bcmerkt Be nth am, 
dass wir bei itinen mehr als bei einer andern Familie gendthigt sind, uns auf Combi- 
nationen von Merkmalen zu stlitzeti und Ausnahmcn bei den einzelncn Gruppen zuzu- 
lassen.. Kerne der bisher vorgeschlagenen Eintheilungen findet Ben tham natiirlicher, 
als die von R. Brown vorgeschlagene in 2 groBe Unterfamilien Panicaceae und Poaceae, 
zdrnal, wenn man nicht bios auf die Vollstandigkeit der Blliten Riicksicht nimmt, son- 
dern aueh init Munro beriicksichtigt, dass bei den Panicaceae die Articulation der 









Ahrchenaxe unter dem Ahrchen selbst, bei den Poaceae dagegen liber der untersten 
Spitze oder gar nicht vorhanden ist. 






> 












Yon Kuntti's 13 Tribus der Familie sind nach Bentham viele naliirlieh, andere 
nicht, da dieser Autor zu viel Werth auf die Trennung der Geschlecbter oder die Zahl 
der Staubblatter legte; insbesondere ist die Entfernung der Andropogoneae von den Pa- 
niceae nicht zu billigen. Was die audi von Andersson befolgte Eintheilung von Fries 
in Clisantheae mil geschlossenen Spelzen und an der Spitze hervortretenden Griffeln und 
in Euryantkeae mit offenen Spelzen und seitwiirts hervortretenden Griffeln betrifft, so 
erklart Bentham diese Eintheilung fiir unpraktisch, da sie sich bei der Untersuchung 
der getrockneten Graser nicht verwerthen lfisst. Fournier hatte Werth gelegt auf die 
Stellung der untersten Ahrchenspelze, welche bei den Chlorideae und Hordeaceae der 
Hauptaxe zugekehrt, bei den andern Tribus derselben abgekehrt ist. Dieses Verhaltniss 

ist bei den lockerrispigen Gramineae schwar zu constatiren. Auch wechselt es bei nabe 
verwandten Gramineen, nach Bentham ist sogar in einer und derselben Gattung die 
relative Stellung der unteren Spelze zur Hauptaxe nicht immer constant, so z. B. bei 
Paspalum; in der Section Digitaria Xees [Emprosthion Doell, Anastrophtts SchlecM. steht 
die untere Spelze auBen, bei den meisten Arten der Gattung aber ist sie der Hauptaxe 



zugekehrt. 






II! 









f 



• ■ • 






Viel Werth wurde darauf gelegt, ob die reife Frucht oder die Caryopsis der Palea 
anhangt, wie bei Eestuca, Bromus etc. oder nicht. Der Zusammenhang ist da, wo er 
angenommen wurde, nur ein scheinbarer. n.d 



• 






f 



Die von den Grannen hergenommcnen Merkmale erweiscn sich als von untereeord- 



netcm Werth. 



, ■ 






. . -• 



p 









, 









Verschiedenheiten in der Beschaffenheit des Embryos, in der Gestalt des soge- 
nannten Scutellums oder in der longitudinalen Hohlung der Caryopsis sind oft als wich- 
tige generische oder Gruppen-Merkmale angesehen worden, doch ist im Allgemeinen zu 
wenig darauf geachtet worden. 



• 



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Bentham giebt nun folgende Obersicht iiber die Gruppen der Gramineen, die zuni 



Theil auf den Anschauungen Mun r o's beruht ! ). 



. I 









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■ 












Zu einer krilischen Besprechung dieser Arbeit (im Bot. Centralblatt) hat der vor- 
trefflichc Gramineenkenner Hackel hervorgehoben , dass die Articulation der Ahrchen 

« 

offenbar eine Aussliungseinrichtung und daher als biologisches Merkmal nur vorsichtig 
fiir die Syslematik verwendet werden diirfe. Auch giebt es noch andere Arten der Ab- 
gliederutig, als die beiden von Bentham unterschiedenen; so werden bei Phalaris 
paradoxa und Ph. coerulea Biischel von 7 Ahrchen abgegliedert, bei Scleropoa memphitica 












und Vulpia uniglumis ldsen sich sogar die Rispenzw r eige in der Reife glatt ab, wahrend 
verwandte Arten sich anders verhalten. Nach Hackel batten sicli urspriinglich ein- 
blutige Formen (die isolirt stehenden Gattungen sind alle einbliitig) in mehrbliitige auf 

zweierlei Weise entwickelt, \. durch Vermehrung der Blattchen unter der Blute, 

2. durch Verl&ngcrung der Axe und Vermehrung der Spelzen iiber der Blute. Bei dem 
ersten Wege sei es nur selten zur Ausbildung von mehr als einer fruchtbaren Bliite ge- 
kommen (Isachne), d\e Articulation sei daher derjenigen der einbliitigen Formen ent- 
sprechend. Bei der zvveiten Reihe entwickelte sich die Articulation unterhalb der llull- 
spelze jeder fruchttragenden Spelze naturgemaB und wenn im weiteren Verlauf die 



















































190 



Cbersicht tier wichtigeren und umfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systematik, 









A. Panicaceae. Spiculae cum pedicello infra glumas articulatae, fiore fertili unico 
terminali, addito interdum inferiore masculo v. sterili. 

Tribus I. Paniceae. Spiculae hermaphroditae, rarius abort u unisexuales, spicatae 
v. paniculatae, rhachi inflorescentiae inarticulata. Gluma florens exaristata, fructifera 
indurala v. saltern exterioribus rigidior. 

Tribus II. Maydeae. Spiculae unisexuales, masculae terminales spicatae v. pani- 
culatae v. (in Pariana) foemineam circumdantes , foemineae inferiores spicatae, cum 
rhacheos internodio (excepta Zea) articulatim secedentes. 

Tribus III. Oryzeae. Spiculae hermaphroditae v, rarius unisexuales, paniculatae 
v. spicatae, rhachi intloreseentiate inarticulate* Gluma sub flore surama (palea?) uniner- 

vis v. carinata. 

Tribus IV. Tris tegineae. Spiculae hermaphroditae, secus paniculae ramulos in- 
articulatos solitariae v. rarius geminae v. fasciculatae, cum pedicello articulatae. Glu- 
mae vacuae aristatae v. muticae, tlorens byaiina v. tenuiter membranacea, arista geni- 
culata terminata v. mutica. 

Tribus V. Zoy sieae. Spiculae hermaphroditae v. nonnullae imperfectae, cum 
rhachi inarticulata spicae simplicis sigillatim v. fasciculatim articulatae. Gluma florens 
membranacea, saepius vacuis minor hyalinaque. 

Subtribus i. Anthephoreae. Spiculae in pedicello 3 — oo, in fnsciculum deciduum 
confertae. Gluma florens nunc vacuis sublongior, nunc brevior hyalina. 

Subtribus 2. Euzoysieae. Spiculae in pedicello solitariae, rarius geminae. Gluma 
tlorens vacuis brevior, hyalina. 

Tribus VI, Andropogoneae. Spiculae secus spicae rhachin v. paniculae ramulos, 
saepissime geminae v. terminales ternae, in quoque pari homogamae v. heterogamae. 
Gluma florens vacuis minor, hyalina, saepe arista ta. 

B, Poaceae. Pedicellus infra glumas continuus. Rhachilla supra glumas inferiores 
persistentes saepe articulata, ultra flores fertiles producta,stipitiformis v. glumas vacuas 
v. flores imperfectos ferens , v. interdum flos fertilis more Pamcacearum unicus termi- 
nalis, sed cum gluma sua a vacuis persistentibus articulatim secedens. 

Tribus VII. Phalarideae. Flos hermaphroditus unicus, terminalis. Glumae 6 
(v. 5 et palea) uninerves v. carinatae. 

Tribus VIII. Agrosteae. Spiculae 1 -florae, rhachilla ultra florem nuda v. in setam 
v. slipitem producta. 

Subtribus 1. Stipeae* Panicula laxa v. irregulariter spiciformis. Gluma florens ari- 
sta saepius terminata, fructifera caryopsin arete involvens. Rhachilla ultra florem non 
producta. 

Subtribus 2. Phleoideae. Panicula spiciformis densa, cylindracea v. subglobosa. 
Gluma florens mutica v. aristis \ — 3 terminata, fructifera caryopsin laxe includens. Rha- 
chilla interdum producta. 



Blutenzahl wieder bis auf eine zuriickgebildet wurde ( Calamagroslis ) , so wurde auch 
jene Articulation beibehalten; in andern aber erfolgte Riickschlag zu der urspriinglichen 
Articulation der Paniceen. Die nahe verwandten Gattungen Phleum und Alopecurus 
zeigen verschiedene Articulation, Phleum oberhalb der Hiillspelze, Alopecurus unterhalb 
deiselben. Darum bringt Ben tham Alopecurus und Crypsis aculeata bei den Oryzeen 
unter; es ist aber nach Hack el die Articulation bei Alopecurus nur ein Riickschlag zu 
der urspriinglichen. Ebenso ist Isachne zweifellos mit Panicum nahe verwandt, die 
Articulation oberhalb der Hiillspelzen entspricht dem Fortschritt vom einbliitigen 
Ahrchen zum zweibliitigen ; die Stellung bei den Poaceen ist daher durchaus ungerecht- 
fertigt. Polypogon ist mit Agrostis so nahe verwandt, dass beide Gattungen Bastarde 
bilden, wird aber von Bent ham in eine andere Gruppe gestellt; zudem findet bier sehr 
vollkommene Articulation unterhalb der fruchtbaren Deckspelze statt, wie bei Agrostis. 






• : 





















Pflanzengeographie und Pilanzengeschiehte erschienenen Arbeiten. 



191 






Subtribus 3. Sporoboleae. Panicula laxa v. ad racemum reducta, rarissime spicifor- 
mis. Gluma florens mutica. Caryopsis demum saepius glumis apertis subdenudala. 
Rhacliilla non producta. 



Subtribus 4. 



Euagrosteae. Panicula varia, saepius laxa. Gluma florens saepius 



arista dorsali instructa, rarissime mutica, Caryopsis gluma laxe inclusa. Rhacliilla 
saepe producta. 

Tribus IX. Isachneae. Spiculae aequaliter biflorae. Glumae saepius muticae. 
Rhachilla ultra flores non producta. 

Tribus X. Aveneae. Spiculae bi- v. pluriflorae, saepius paniculatae. Glumae 11 o- 
rentes arista dorsali v. interdum terminali saepissime instructa. Rhachilla ultra flores 
saepius producta. 

Tribus XL Chlorideae. Spiculae uni- v. pluriflorae, secus rhachin spicarum uni- 
lateralium biseriatim sessiles, secundae. 

Tribus XII. Festuceae. Spiculae bi- v. pluriflorae, varie paniculatae v. Partus 
racemosae. Glumae florentes muticae v. aristis terminatae. 

Subtribus 1. Pappophoreae. Glumae florentes plurinerves tri- pluriaristatae, v. abs- 
que aristis quadrilobae. 

Subtribus 2. Triodieae, Glumae florentes uni- v. trinerves, tridentatae, trifidae v. 
triaristatae. 






Subtribus 3, Arundineae. Rhachilla sub glumis florentibus longe pilosa. 
Subtribus 4. Seslerieae. Inflorescentia spiciformis v. capituliformis, basi glumis va- 



cuis v. spicis sterilibus saepius stipata. Stylus v. rami saepius longi tenues. 
Subtribus 5. Eragrosteae. Glumae florentes trinerves. Caetcra normalia. 












Subtribus 6. Meliceae. Glumae florentes tri- v. plurinerves, superiores duae v. 



plures vacuae, semen involventes. 









Subtribus 7. Centotheceae. Folia plana, lanceolata v. ovata , inter venas transverse 

■ 



venulosa. Glumae florentes quinque- v. plurinerves 






Subtribus 8. Eufestuceae. Glumae florentes quinque- v. plurinerves. Caetera nor- 



malia. 












Tribus XIII. Hordeeae. Spiculae uni- v. pluriflorae, ad denies seu excavationes 



rhacheos spicae simplicis sessiles. 



, 



florae. 



Subtribus \. Triticeae. Spiculae ad nodos solitariae, tri- v. pluriflorae, rarius bi- 

t 



■ 



Subtribus 2. Leptureae. Spiculae ad nodos solitariae, uni- v. biflorae. Spica tenuis. 
Subtribus 3. Elymeae. Spiculae ad nodos seminae v. plures collaterals. 

TribusXIV. Bambuseae. Gramina elata, saepius basi saltern lignosa. Folia plana, 
saepissime cum vagina articufata. Spiculae uni- v. pluriflorae. Lodiculae saepius 3. 
Stamina 3, 4, v. plura. 

4 % 

Subtribus \. Arundinarieae. Stamina 3. Palea bicarinata. Pericarpium tenue, se- 



mini adnatum. 









Subtribus 2. Eubambuseae. Stamina 6. Palea bicarinata. Pericarpium tenue, se- 



mini adnatum. 












Subtribus 3. Dendrocalameae. Stamina 6. Palea bicarinata. Pericarpium crusta- 



ceum v. carnosum, a semine liberum. 



. 






Subtribus 4. Melocanneae. Stamina 6 v. plura. Palea nisi glumis simillima 



, 



Pericarpium crustaceum v. carnosum, a semine liberum. 

Hierauf folgt nun noch eine sehr ausfuhrlicbe Besprechung der meisten Tribus , so 
wie einzelner Gattungen. Auch nur den wesentlichsten Inhalt derselben wiederzugeben, 
ist hier nicht moglich; es sollen daher nur die Gattungen angefuhrt werden, welche 
Bentham zu den einzelnen Tribus stellt. 



• 






• 


















. 



























■» 









\ 



192 



Ubersicht der wichtigeren unci umi'asseridercii, im Jahre 1881 fiber Systematik, 















4 



Tribus I, Paniceae. Subtrib. 1. Eupaniceae. I. Reimaria Fliigge, 2. Paspa- 
lumL., 3. Anthaemntia Beauv. , 4. Amphicarpum Kunth, 5. Eriochloa H, B. Kunth, 

6. Beckmannia Host, 7. Panicumh,, 8. Ichnanthus Beauv., 9. Oplismenus Beauv., 10. 
Chaetium Nees, 44. Setaria Beauv. Subtrib. 2. Cenchreae. 12. Cencftru v*1 8 . J^n- 

■ 

nisetum Pers., 14. Plagiosetum Benth., 15. Paratheria Griseb. Subtrib. 3. Chamaera- 
phideae. 16. Echinolaena Desv., 17. Chamaeraphis Br*, 18. Spartina Schreb., 19. 
Xerochloa Br., 20. StenoiapArtMt Trin., 21, PhyUarhacJUs Trimen, 22. Thuarea Pers. 
Von unsicherer Stellung : 23. SpinifexL., 24. OlyraL., 25. JPftarws L., 26. Leplas- 
pis Br. 27. LygeumL., 28. Streptoehaeta Schrad., 29. Anomochloa Brongn. ? 

Tribus II. Maydeae. 1. Pariana Aubl., 2. Goto L., 3. Polytoca Br., 4. Chionachne 
Br., 5. Sclerachne Br., 6. Tripsacum L., 7. Euchlaena Schrad., 8. Zea L. * 

Tribus III. Oryzeae. Subtrib. 1. Zisanieae. 1. Hydrochloa Beauv., 2. 7A- 
zaniah. t 3. Luziola Juss. , 4. Potamophilaftv. , 5. Hygrorrhiza Nees, 6. Ort/za L. F 

7. Leersia Sw., 8, Achlaena Griseb. Subtrib. 2. Alopecureae. 9. Bakera Fresen., 
10. CrypsisA.L., 11. Cornucopiae L., 12, ^/opecwrws L. 

Tribus IV. Triste ginea e. 1. Thurberia Bentb., 2. Limnas Trin., 3. Polypogon 
Desf. , 4. Garnotia Brong. , 5. Arundin ella Raddi, 6. Phaenosperma Munro, 7. Melinis 
Beauv., 8. Triscenia Griseb., 9. Arthropogon Nees, 10. Heynaudia Kunth, 11. Hhynchely- 
/rum Hochst. , 12. Thysanolaena Nees, 13. Cleistachne Benth. 

Tribus V. Zoysieae, Subtrib. I. Anthephoreae. 1. Hilaria H. B. Kunth , 2. 
Aegopogon Humb. etBonpl., 3. Cathestech us Presl, 4, Anthephora Schreb., 5. Trachys Pers. 
6. Tragus Hall. Subtrib. 2. Euzoysieae. 1 , La tip es Km\\h, 8. Lopholepis Dene., 9.A T ew- 
rachne R. Br., 10. Leptothrium Kunth, II. Zoysia Willd. 

Tribus VI. Andropoqoneae. Subtrib. 1. Sacchareae. 1. Imperata Cyr., 2. 
Miscanthus Anders., 3. Saccharum, 4. Erianthus Mich,, 5, Spodiopogon Trin., 6. Polli- 
niaTrin., 7. Pogonatherum Beauv. Subtrib. 2. Jr£Ara#eae. 8. Apocopis Nees, 9. /)<- 
meria R. Br. 10. Arthraxon Beauv. Subtrib. 3. liottboell ieae, 1 1. Elionurus dumb. 

- 

et Bonpl.. 1 2. Rottboellia Linn, f., 13. Ophiurus Gaertn., 14. Ratzeburqia Kunth, 15. Ma- 
n/jttrw 1., 16. Hemarthria Br., 17. Foss/a Wall, et Griff. Subtrib. 4. Euandropogo- 
neae. 18. Thelepogoti Roth, 19. IscharumL., 20. Trachypogon Nees , 21. Heleropogon 
Pers., 22. Andropogon L. , 23. Chrysopogon Trin. , 24. Sorghum Pers, , 25. Anihistiria 
Linn, f., 26. Apluda L. 

Tribus VII. Phalarideae. 1. Ehrharta Thunb., 2. Phalaris L,, 3, Anthoxanthum 
L., 4. Hierochloa Gmel. 



ri-« 



Tribus VIII. Agrosteae. Subtrib. I. Slipeae. 1. Aristida L. , 2. StipaL., 3. 
Oryzopsis Mich., 4. MiliumL., 5. Muehlenbergia Schreb., 7. Brachyelytrum Beauv., 8. Pe- 
rieilema Presl. Subtrib. 2. Phleoideae. 9, Lycurus II. B. Kunth, 10. Echinopogon 
Beauv., 11. Heleochloa Host., 14. Maillea Pari., 15. PhloumL. Subtrib. 3. Sporobo- 
leae. 16. Mibora Adans. , 17. Coleanthus Seid. , 18. Phippsia Br., 19. Sporobolus Br. 
Subtrib. 4. Euagrosteae. 20. Epicampes Presl, 21, Bauchea Fourn., 22. Agrostis L., 
23. Chaeturus Lick, 24. Arctagrostis Griseb. , 25. Calamagrostis Adans. , 26. CinnaL., 

- 

27. Gastrklium Beauv., 28, Chactotropis Kunlh, 29. Triplachne Link, 30. ^pera Adans., 
31. Cinnagrostis Griseb. , 32. Deyeuxia Clarion , 33. Ammophila Host, 34, Dichelachne 
Endl., 35. Trisetaria Forsk., 36. Pentapogon Br., 37, Lagurus L. 

Tribus IX. Isachneae. 1. Prionachne Nees , 2. Isachne Br. ( , 3. Zenkeria Trin., 
4. Micraira F. Muller, 5. Coelachne Br., 6. Airopsis Desv., 7. Eriachne Br. 

Tribus X. Aveneae. \. AiraL., 2. Corynephorus Beauv., 3. Deschampsia Beauv., 

. 4. Achneria Munro, 5. Monachyron Pari,, 6. Holcus L., 7. Trisetum Pers., 8. Ventenata 

Koel. , 9. Arena L. , 10. Gaudinia Beauv. , 11. Amphibromus Nees , 12. Arrhenatherum 

Beauv., 13. Tristachya Nees, 14. Triclwpteryx Nees , 15. Anisopogon Br. , 16. 7Jan- 

tftowa DC. 



I 









ft- 















w 













































Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



193 
























Tribus XI. C hlorideae. I. Microchloa Br. , 2. Schoenefeldia Kunth , 3. Cynodon 
Pers., 4. Harpechloa Kunth, 5. Ctenium Panz., 6. Enteropogon Nees, 7. Chloris S\v., 8. 

V 

Trichloris Fourn. , 9. Gymnopogon Beauv. , 4 0. Monochaete Doell , 14. Schedonnardus 
Steud. ,^4 2. Craspedorhachis Benth. , 4 3. Boittelona Lag. , 4 4. Melanocenchris Nees, 4 5. 
Tripogon Roth, 4 6. Lepidopyronia A. Rich., 17. Tetrapogon Desf., 4 8. Astrebla F. MuelL, 
4 9. Wangenheimia Moench, 20. Ctenopsis de Not. , 24. Tetrachne Nees, 22. Dinebra 
Jacq., 23. Eleusine Gaertn., 24. Leptochloa Beauv. , 25. Buchloe, 26. Jouvea Fourn., 27. 
Opizia Pre si. 

Tribus XII. Festuceae. Subtrib. 4. Pappophoreae. \, PommereullaL.f., %. Pap- 
pophorum Schreb., 3. Cottea Kunth, 4. Boissiera Hochst., 5. Schmidtia Steud. Subtrib. 2. 

Triodieae. 6. Triodia R. Br. , 7. DtpJacftne Beauv. , 8. Triplasis Beauv. , 9. Scleropogon 
Philippi, 40. Eremochloa S. Wats., 4 4 . Trirap his Br . Subtrib. 3. Arundineae. \*1. Gy- 
nerium Humb. etBonpl., 43. Ampelodesmos Beauv., 4 4. Jri/wdoL., 4 5. Phragmites Tvin., 
46. Gouinia Fourn., 47. Calarnochloa Fourn. Subtrib. 4. Seslerieae. 48. Monanthochioe 
Engelm., 19, Munroa Torr. , 20. Echinaria Desf., 24. Ammochloa Boiss., 22. Vrochlaena 
Nees, 23. Sesleria Scop., 24. Elytrophorus Beauv*, 25. Fingerhutia Nees 26. Lamar ckia 
Moench, 27. CynosurusL. Subtrib. 5. Eragrosteae. 28. Koeleria Pers., 29. Avellinia 
Pari., 30. £atoma Rafin., 34. O^an^e^mm Trin., 32. Molinia Moench., 33. &p/i<mop*<s Trin., 
34. Catabrosa Beauv., 35. Era#ros«s Beau v., 36. /pm/mPhil., 37. CtotaftdaWillk., 38. Ore- 
ocMoa Link, 39. Ecirosia Br. Subtrib, 6. Meliceae. 40. Cryptochloris Benth., 44. i/e- 
terachne Benth. , 42. Anthochloa Nees, 43. Melica L. , 44. Diarrhena Rafin. Subtrib. 7. 
Centotheceae. 45. Centotheca Desv., 46. Orthoclada Beauv., 47. Lophatherum Brongn., 
48. Streptogyne Beauv., 49. Zeugites Schreb. Subtrib. 8, Eu festuceae. 50. Pleuro- 
pogon Br. , 54, Brylkinia F. Schmidt , 52. LVu'o/a L. , 53. Distichlis Raf., 54. Aeluropus 
Trin., 55. Dactylis L., 56. Lasiochloa Kunth, 57. Brhopyrum Link, 58. Sclerochloa Beauv., 
59. Briza L., 60. Schismus Beauv. 61. Nephelochloa Boiss. , 62. PoaL., 63. Colpodium 
Trin., 64. Graphephorum Desv. , 65. Glycma Br. , 66. Festuca L., 67. Pantathera Phil., 
68. Podophorus Phil., 69. Bromus L., 70. Brachypodium Beauv. 

Tribus XIII. Hordeeae. Subtrib. 4. Triticeae. \ t Lolium L. y 2. Agropyrurn J. 
Gaertn., 3. Secale L. , 4. Triticum L. Subtrib. 2. Leptureae. 5. Lepturus Br. , 6. 
Psilurus Trin., 7. NardusL., 8. Kralikia Coss. et Dur., 9. Oropatium Trin. Subtrib. 3. 
Elymeae. 40. Hordeumh,, 11. Elymus L., 42. Asprella Willd. 

Tribus XIV. Bambuseae. In dieser Gruppe ist Bentham vollstandig Munro 
gefolgt. 

Norner, 0.: Beitrag zur Embryoentwicklung der Gramineen. Flora 1881, 



p. 241 



251, 257—266, 273—281 mit 4 Tafeln. 



Tschirch, A.: liber die Anatomie und den Einrollungsmechanismus einiger 

Graser. Sitzber. d. bot, Ver. d. Prov. Brandenb. 1881, 25. Nov. 1881 7 






p. 63 — 66. 



Vasey, G.: Some new grasses. — Bot. Gazette vol. VI. 1881. n. 12, p. 296 

O 7 1 



Oi . 



298. 















Beschreibung und Besprechung von : Melica Hallii (Hall et Harb., PI. Colorado 621), 
Sporobotus Jonesii, Poa purpurascens (Hall, PL Oregon p. 633), P. andina Nutt., P. tenui- 
folia Nutt. 



• 






(Vergl, auch^Centralasiatisches Gebiet.) 






. 






' ■ ! 



: 






• 



Hydrocharitaceae. 

■ 

(Siehe Malagassisches Gebiel.) 



























Botnnische Jahrbucher. Ill, Bd, 



1 3 










































194 



Ubersicht der wichtigeren und uinfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systematik, 



Ilicineae (Aquifoliaceae). 















Maximowicz, C. J.: Adnotationes de Ilice. 



Mem. do l'Acad. imp, des 



sc. de St. Pdlersbourg, 7. ser. XXIX* n. 3, p. 14 — 53. 

Ausden allgemeinen Bemerkungen des Verfassers tiber die Gattung Ilex ist Folgen- 

des hervorzuheben. 

Nehenblatter fehlen bei Ilex nicht, wie Bent ham und Hooker angeben; aber sie 

fallen friihzeitig ab. , 

Die neuen Blatter entwickeln sich gewtihnlich gleichzeitig mit den Bliiten, so bei 
Prinos, den ostasiatischen Ilex und einigen Paltoria, wo die Bliilen den Innovationszwei- 
gen selbst, seltencr eigenen Zweigen aufsitzen , wShrend bei andern Arten der Gruppe 
Paltoria und bei Aqui folium die Bliiten unterhalb des neuen blatttragenden Zweiges aus 
dem benachbarlen Zweige hervorzutreten pflegen. Bei tropischen Arten entstehen sehr 
oft die neuen Blatter lange vor den Bliiten, diese entstehen am alten Holz. 

Der Bliitenstand ist cymos; entweder stehen wenigbliitige Cymen in den Blatt- 
achseln oder aus Cy 



sammengesetzte Trauben, In Folge der Unterdriickung der 
Hauptaxe entstehen Biindcl entweder von Bliiten oder Cymen. 

. Moistens sind die Bliiten isomer, selten heteromer; so besitzt /. spicata Bl. in der 
4 — 5-theiligen Bliite 10 — 16 Carpelle, /. fragilis Hook. f. u. a. in der 4 — 6-theiligen Bliite 
8 Carpellc. Die anomalen Formen finden sich in Indien und auf den Sunda-Inseln. 



5 



Byronia Asa Gray von den Sandwich-Inseln ist kaum von Ilex verschieden. 

Die Zahl der bekannteu Arten betr&gt ungefahr 170 , davon kommen die meisten im 
subtropischen Amerika und Asien vor, wo hauptsachlich die Sectionen Ilex und A qui- 
folium stark vertreten sind. Die Arten der Gruppe Paltoria finden sich vorzugsweise in 
hoheren Gebirgen, Ilex geht weder in den Anden, noch im Himalaya iiber 11000 Fuss. 
Die Paltorien kdnnen die meiste Kalte ertrageta, so findet sich /. rugosa F. Schmidt in 
Sacchalin unter 47° n. Br., /. crenata Thunb. nordlich von 46°, wo sie unter hohem 
Schnee begraben eine Kalte von 23° R. ertragt. In Siidamerika findet sich Ilex nur noch 
in dem warmeren niirdlichen Theil von Argentinien, in Chile und Patagonien fehlt die 
Gattung. 

Von den fossilen Pllanzen , welche zu Ilex gerechnet wurden, gehoren jedenfalls 
viele nicht dahin, jedoch zeigen einige entschiedene Verwandtschaft zir nordamerikani- 
schen Arten, zu solchen der Canaren und zu /, Aquifolium. 

Die 4 Sectionen der Gattung werden, wie folgt, characterisirt: 

Sect. 1. Paltoria. Frutices (v. arbusculae parvae) ramosissimi, parvifolii, semper- 
vircntes, foliisdensis patentibus coriaceis, saepe punctatis,non spinoso-serratis, floribus, 
ultimis 3 exceptis, in innovationibus ortis pedunculatis 4-meris (in duabus speciebus 

(5-meris). 

Sect. 2. Ilex. Arbores v. rarius frutices elatiores, foliis majusculis vel magnis, 
porsistentibus, coriaceis velchartaceis, integrisvelserratis, serraturis nejuventute quidem 
spinosis, ex innovationibus simul cum foliis juvenilibus flores evolventes. Flores saepius 
plus quam 4-meri. 

Sect. 3. Aquifolium. Arbores vel frutices vulgo altiores foliis majusculis vel magnis 
persistentibus coriaceis raro chartaceis, saepe spinososerratis, cymis aggregatis e ligno 
vetusto ortis, accedentibus passim singulis simplicibus ex innovationibus, floribus sae- 
pius 4-meris. 

Sect, 4. Prinos. Arbores vel frutices foliis deciduis membranaeeis, llorihus saepius 
5-meris ex innovationibus ortis, drupis succulentis. 

Der Verfasser giebt hierauf eine Ubersicht iiber 120 Arten der Gattung, welche ihni 
im Petersburger Herbar zugiinglich waren und dann eine specielle Bearbeitung der 28 

in Ostasien vorkommenden Arten. Auf einer Tafel sind Theile von 10 dieser Arten ab- 

gebildet. 















Pflanzengeographie und Pflanzengesehiclite ersclueiienen Arbeiteii 



19; 



> 






Juglandaceae, 



Wenzig, Th.: Die in Norddeulschland cultivirten Juglandeen, systematisdi 



skizzirt. 



Monatsschrift des Yereins zur Befbrderung des Garten- 
baues in den konigl. preuB. Staaten. 4881. Nov. 

/ 

Juncaceae. 
(Vergl. audi Centralasiatisches Gebiet.) 

Labiatae. 

Deseglise, A.: Menthae Opizianae. Extrait du Naturalientausch et du 

Nomenclalor botan. av. une clef analyt. 36 p. gr. 8°. Geneve 1881. 

(Vergl. auchMandschurisch-japanisches Gebiet). 

Leguminosae. 

Guignard, L.: Sur 1'origine du sac embryonnaire et le role des Antipodes. 

— Bull, de la soc. bot. de France, 1881, p. 192—201. 

Verfasser verfolgte die Entwicklungsgescbichte des Embryosackes bei mehreren 
Pflanzenfamilien, insbesondere den Leguminosen, welche bisber in dieserRichtung nicbt 

uutersucht wurden. 

An Acacia retinodes wurde Folgendes gefunden : Der Nucellus zeigt an der Spitze, 
unter der Epidermis, eine axile Zelle, welcbe etwas grdCer als ihre Nachbarzellen ist und 
sichin eine apicale und subapicale Zelle theilt. Ausder ersterengehen gewohnlich 3 abge- 
plattete Zellen bervor, die sich durch eine Langswand in der Mitte theilen konnen. 
subapicale Zelle vergroBert sich bald bedeutend und bildet in basipetaler Ricbtung 
Querwande, so dass sie in 3 superponirte Zellen zerfallt, deren unterste sich auf Kosten 
der 2 andern vergroGert und zum Embryosack wird. 

Modifikationen treten nur insofern ein , als die apicale Zelle sich in weniger Zellen 
Iheilen oder auch ganz ungetheilt bleiben kann und als die subapicale Zelle bisweilen 



Die 



4 anstatt 3 Zellen bildet. 

Die weitere Entwicklung wurde so beobachtet , wie sie von Strasburger festge- 

stellt wurde. 

Bei den Caesalpiniaceen erzeugt die apicale Zelle gewohnlich ein dickes, bis nach 

der Befruchtung sich erhaltendes Gewebe , wShrcnd die subapicale Zelle bald durch 3 
(Cercis, Caesalpinia), bald durch 2 ( Gleditschia) Wande getheilt wird. Bei einzelnen Cas- 
sia wird die subapicale Zelle sofort zum Embryosack. 

Zahlreiche Variationen zeigen sich bei den Papilionaceen. 1m Allgemeinen ist das 
Gewebe der Calotte dunner, als bei den Caesalpiniaceen und wird vor der Befruchtung 
zerstort; selbst die Epidermis kann ganz verschwinden. Bei Chorosema, Psoralea, C°M™ 
entstehe'n aus der subapicalen Zelle 4, bei den meisten anderen nur 3 Zellen. 
blo6 die Gattungen derselben Tribus, sondern, auch dieArten derselben Gattung konnen 
sich in dieser Beziehung verschieden verhalten, so namentlich bei Cytisus. 



Nicht 









Note sur Tembryogenie du genre Lupinus. 
France 1881, p. 231—235. 



Bull, de la soc. bot. de 



Der Verfasser bespricht die Embryoentwicklung von Lupinus. Unter den Lupinen 
giebt es solche mit nur einem Integument, L. mutabilis Sweet, L. Cruikshankii Hook., L. 
polyphyllus Dough, L. macrophyllus Benth., L. varius Gaertn., L. nanus Dough, L. Bart- 
wegii Bot. Reg., L. succulentus Dougl. ; hingegen haben 2 Integumente: L. luteus L., L. 
angustifolius L., L. hirsulus L., L. pilosus L., L. subcarnosus Benth., L. albus L. 

Der Embryosack von L. polyphyllus zeigt normale Entwicklung; die Anlipoden 
haben ihren gewohnlichen Platz in der Chalazaregion. Die Eizelle theilt sich und wird 
zu einem aus 4 superponirten Zellpaaren bestehenden Faden , nur das letzte Paar wird 



13 









' 






■ 


















1«G 



Ubersicht der wichtigeren mid miifasseudereii, ini Jahre Ib8l fiber Systematik, 















zum Embryo. Bei andern Arten dieser Gruppc besteht der Embryotr&ger aus mehr 
Zellpaaren. Immer aber losen sich diese Zellen von einander los , verschieben sich 
nebcn einander und stellen einen langcn Faden dar, welcher die Mittellinie zwischen 
Mikroph^le und Embryo einnimmt. Hegelmaier liatte diesen ausgebildeten Pro- 
embryo fiir einen eigenthiimlichen vor der Befruchtung gebildeten Apparat gehalten, 
Bei Lupinus luteus (mit 2 Integumenten) sind dagegen die Yerhaltnisse mehr den bei 

■ 

anderen Leguminosen vorkommenden Hhnlich; die Zellpaare, aus dencn der Suspensor 
des Embryo besteht, bleiben mit einander in Verbindung, verlangern sich aber so stark, 
dass der Embryo oft den Grund des Embrvosackes erreicht. 

*F if 

Guignard, L.: Sur la polyembryonie chez quelques Mimosees. — Bull, de 

la soc. bot. de France 1881, p. 177—179. 

Wenn man die Embryonen von Schranckia uncinata kurz vor der Reife untersucht, 
findet man gegen das Ende der hypocotylen Axe einen Anhang, welcher tiefer hinab- 
reieht als die Haube des Wiirzelchens ; sein un teres Ende verschlieGt die Mikropvle, 
wahrend das Wiirzelchen des Embryos zur Seite gedriingt ist. In andern Fallen zeigen 
Embryonen, welche einen Anhang besitzen oder nicht, 3 oder 4Cotyledonen von gleicher 
Lange ; auch finden sich biswcilen 2 hypocotyle Axen vor , die in verschiedener Weise 
mit einander verwachsen sind. Der Verfasser halt daher auch den obenerwahnten An- 
hang, wohl mitRecht, fiir einen verkiimmerten Embryo. Auch bei Mimosa Denhartii 
fand Verfasser bisweilen 2 — 3 Embryonen in einem Eichen. Diese Embryonen besitzen 
alle keinen Suspensor. Der Verfasser ist geneigt, die hier beobachtete Polyembryonie 
auf Auswachsen der Synergiden zuriickzufiihren und nicht auf Nucellarsprossung, wie 
in den von Strasburger untersuchten Fallen von Polyembryonie, 



Haiiausek, T. F.: 



> * 



'/■« 



Zeilschr. 



d. allgem. osterr. Apothekervereins. 1881. Nr. 21, 22. 



« 9 

Urban, J.: Uber die Lage der Radicula in den Samen einiger Trigonella- 

und Melilotus-Avlen. — Sitzber. d. bot. Ver. d. Prov.'Brandenb. 188l 7 

25. Nov. 1881, p. 71—72. 

Bisher gait bei den Papilionaceen die pleurorrhize Lage der Colyledonen fiir aus- 
nahmslos, falls man von denjenigen Arten oder Gattungen absieht, bei welchen, wie bei 
Cicer und Araehis, die Radicula wegen Hirer auCerordentlichen Kiirze gerade gerichtet 
bleibt. Die Gattungen Trigonella und MelUotus bieten nun ein ausgezeichnetes Beispiel 
fiir die Variabilitat dieses sonst so constanten Characters, welcher bei ihnen nicht ein- 
mal specifischen Werth besitzt. T. Spruneriana Boiss. und verwandte Arten haben alle 
notorrhizen Embryo, T. steltata Forsk. dagegen hat einen pleurorrhizen in reichliches 
Endosperma eingebetteten Embryo. 

Wahrend bei unsern einheimischen MelUotus- Arten das Wiirzelchen der Keimblatt- 
spalte anliegt, hiingt die Orientirung der Radicula zu den Cotyledonen bei vielen andern 
Arten von dem Umstande ab , ob die Hiilse nur einen oder zwei Samen fiihrt. Bei M. 
neapolitana Ten. ist in ersterem Falle der Embryo vollkommen notorrhiz; in letzterem 
seltener vorkommenden Falle dagegen , wo die beiden fast in gleicher Hohe stehenden 
Samen auf der einander zugekehrten Seite abgeflacht sind, liegt die Radicula dem Keim- 
blatt nicht in der Mitte, sondern unweit des Randes an und die Beriihrungsfl&che beider 
Keimblatter ist nicht quer, sondern schrag im Samen gestellt Ebenso verhalt sich M. 
elegans Salzm. Bei M. italica Desv. dagegen und in noch ausgeprSgterem MaCe bei M. 
sulcata Desf. ist (wenn nur 1 Samen in derHulse) die Radicula der einen Keimblattspalte 
etwas mehr, als der andern, genghcrt; sind aber 2 Samen da, so ist der Embryo fast 
pleurorrhiz. Bei M. macrocarpa Coss. et Dur. l&sst sich auch bei den einzeln vorhan- 
denen Samen eine volistandige Reihe von Ubergangen von fast pleurorrhizem bis fast 
notorrhizem Embryo constatiren. 
























1 







































Pflanzengeographie und Pflanzengescliichte erschieneneu Arbeiten. 



197 


















Liliaceae. 



Flora 1881. 



Hildebrand, F.: Das BlUhen von Eremurus spectabilis. 

p. 497—500. 

■ Erst dann offnen sich die Antheren und wird die Narbe bestaubbar, wenn das vor- 
her geoffnete Perigon sich durch Einrollung der Abschnitte wieder geschlossen hat und 
dadurch die Bliite unansehnlich geworden ist. Zur Zeit, wo die Antheren an der Spitze 
sich zu offnen beginnen , ist der Griffel ganz abwarts gebeugt und vdllig auGer dem Be- 
reich des Einganges in die Bliite, auch noch nicht mil deutlich entwickelten Narben- 
papillen versehen. Nach der Verstaubung der Antheren kriimmen sich die Filamente 
abwarts und der Griffel erhebt sich derart, dass seine Spitze an die Stelle gelangt, wo 
sich vorher die ausstaubenden Antheren befanden. Auch ist jetzt die Narbe empfangniss- 
fahig. Die soeben aufgegangenen Bliiten geben dem ganzen Bliitenstande ein derartiges 
Aussehen, dass er aus der Feme leicht ken ntlich wird, sind aber weder bestaubbar, noch 
liefern sie Pollen oder Saft, Erst wenn ihr Perigon unscheinbar geworden und iiber 
ihnen neu aufgegangene Bluten die Function , aus der Feme die Bestauber anzulocken 
iibernommen haben, offnen sich die Antheren , die Saftausscheidung beginnt, die unent- 
wickelte Narbe tritt an eine unzugangliche Stelle. Erst nach Verstaubung der Antheren 
tritt sie in deren fruhere Region; wir haben hier also vollstandige protandrische Dicho- 
gamie. Der Verfasser beobachtete auch , dass ein bienenartiges Insect sich zu wieder- 
holten Malen beim Anfliegen auf die unteren im weiblichen Zustande befindlichen Bluten 
niederlieB, aus denen ein dicker glanzender Safttropfen hervorschaute ; es leckte aber 
denselben nicht ab , sondern stieg weiter aufwttrls zu den Pollen liefernden Bluten und 
sammelte diesen , hierbei langte es allmiihlich bei denen an, die bei schon eingerolltem 
Perigon noch keine geoffneten Antheren batten, Hog nun andiesen und den oberen durch 
das offene Perigon ansehnlichen Bluten umher und entfernte sich sodann, urn nach eini- 
ger Zeit bei seiner Wiederkehr an den untern Bluten sein Geschttfl wieder zu beginnen. 
Die geoffneten Bluten locken demnach die Insecten aus der Feme an. 

Lobeliaceae. 

Urban, J.: Die Bestaubungseinrichtungen bei den Lobeliaceen nebst einer 

Monographie der afrikanischen Lobeliaceen-Gattung Monopsis. — Jahrb. 
des Berliner bot. Gartens 1881, p. 260—277. 

Die sehr sorgfaltigen Angaben des Verfassers lassen sich nicht in einem kurzen Re- 
ferat wiedergeben und muss daher auf das Original verwiesen werden p das auch zahl- 
reiche fur die Systematik der Lobeliaceen wichtige Bemerkungen enthalt. 



Loranthaceae. 



Meehan 



Th.: Notes on Mistletoes. — Proceed, of de academy of nat. 
sciences of Philadelphia, 18. Oct. 1881, p. 439—442. 
Treub: Observations sur les Loranthacees. — Annales du jardin botanique 



de Buitenzorg II. 1. (1881). p 



54 



—76, t. VII— XIV. 



Der Verfasser giebt erstens eine Darstellung der Entwicklungsgeschichte der Em- 
bryosiicke bei Loranthus sphaerocarpusBL Daraus ergiebt sich, dass die axile Region des 
von den fruheren Autoren, namentlich H ofmeister als »Ovulum« angesehenen Hookers 
eine Placenta darstellt ; die drei oder vier freien seitlichen Segmente sind rudimentare 
Ovula. Urn die Embryosiicke bildet sich eine Scheide stiirkehaltiger Zellen , in welche 
die sich stark verlangernden Embryosiicke hineinwachsen. Der Zellkern des Embryo- 
sackes theilt sich und einer der jungen Zellkerne wandert in das obere erweiterte Ende 
des Embryosackes, urn sich da abermals zu theilen. Weitere VorgHnge vor der Be- 









' 









1 






198 



(Jbersiclit der wichtigeren mid um fassetidereii, im Jahre 1881 uber Systematik, 



fmchtung wurden nicht bcobachtet. Nach derselben scheint sich die Eizelle zunachst 
nur durch eine Langswand zu theilen , darauf folgen in jeder Halfte mehrere in beiden 
gleich hoch stehende Querwande. Wahrend der Entwicklung eines langen, spater in der 
Mitte gewundencn Embryotr&gers beginnt die Bildung des Endosperms am Grunde des 
Embryosackes. Fusion oder Verschmelzimg zweicr Oder mehrerer Embryonen wurde 
nie beobachtct, dagegen mchrfach Abort von Embryonen am Grunde der jungen Endo- 
spermkorper. EigenthUmlich ist die Entwicklung von lateralen Lappen am Endosperm, 
welche auf die nmgebenden Gewebe des Ovariums drucken. SchlieGlich wird auch der 

* 

EmbryotrUger von dem Endosperm ganz zusammengedriickt, so dass er nicht mehr 
deutlich erkennbar ist. Wahrend der Embryo anfangs von der Scheide collenchymati- 
schenGewebes, die sich im unterenTheile des Fruchtknotens ausbildete, eingeschlossen 
war, zieht es sich gewissermaCen daraus zuriick und ist dann ganz vom Endosperm 
eingeschlossen. Schematisehe Figuren erlautern diese interessanten Verhaltnisse. 



Malvaceae. 

Garcke, A.: Dber die Gattung Pavonia. — Jahrb. des Berliner bot. Gartens 

1881, p. 188—223. 

Arten von Pavonia und Malvaviscus wurden nicht selten verwechselt, ebenso bietet 
die Unterscheidung von Urena und Pavonia in machen Fallen Schwierigkeiten und echte 
Pavonia sind selbst zu den Gattungen Malachia und Goethea gestellt worden, obwohl 
diese in der Tracht erheblieher abweichen. Der Verfasser giebt nun eine griindliche 
Darstellung der Geschichte der Gattung Pavonia Cav. in der Systematik, bespricht eine 
groCe Anzahl kritischer Formen und giebt schlieBlich eine systematische tlbersicht iiber 
die 72 bekannten Arten der Gattung mit Angabe der Synonyme und der Verbreitung. 

Melastomaceae. 

Leggett, H.: Fertilization of Bhexia virginica L. — Bull, of the Torr. bot. 

Club 1881, n. 9, p. 102—104. 



Musaceae. 



Ost. bot 



Hohnel, F. v.: Bemerkungen Uber den Arillus von Ravenala. — 

Zeitschr. 1881, p. 386; 387. 

Der vom Samennabel ausgehende, den Samen fast ganz einschlieGende, schon blau 
geferbte Arillus besteht nur aus Zellen, die im mittleren Theile in 4 5—20 Lagen stehen. 
Das Gewebe besitzt nur ganz kleine Interstitial. Die Zellenelemente sind langgestreckt, 
an den Enden zugeschiirft und besitzen namentlich an die Kanten stark in das Lumen 
vorspringende L&ngsleisten , so dass sie im Querschnitt wie zierliche Collenchymzellen 
aussehen. Die Epidermis ist durch gestreckte Elemente und auf den SeitenwSnden auf- 
tretende radiale oft netzfdrmig verbundene Starke Leisten ausgezeichnet. Sammtliche 
Zellen des Arillus sind mit einer feinkornigen homogenen, schon blau gefarbten, vacuo- 
lenfreien Masse erfullt, welche der Hauptsache nach ein sehr olreiches Protoplasma ist. 
Das 01 enthalt den blassen Farbstoff gelosf. Nimmt man das 01 durch kochenden Alko- 
hoi oder mit Ather weg, so bleibt eine ziemliche Menge von freien zusammenhangenden 
Kornchen zuriick, die meist noch etwas blaulich gefarbt ist und alle Reactionen der 
EiweiBkorper aufweist. 

Myrtaceae. 

Bertoni, M.: II genere Eucalyptus. Propriety usi e coltura. Appendice. 



Locarno 1881 , 
Briosi, G.: Contribuzione alia anatomia dellefoglie. 



23 p. 80. Roma 1882. 



Anatomische Untersuchung der Blatter von Eucalyptus globulus. 






- 

































Pflanzengeographie und Pllanzengeschichte erschienenp Arbeiteii. 



199 






Miiller, P. v.: Eucalyptographia. Descript. Atlas of the Eucalypts of Austra- 



lia and adjoining islands. Decade 7. Roy. 4. w. 10 plates. 



Mel- 



bourne 4880. 



Wools 



of the county of Cumberland, their classification. 






6 p. 8°. 

Bentham hatte in der Flora von Australien die Eucalypten nach den in Herba- 
rien leicht wahrnehmbaren Merkmalen angeordnet und dabei selbst ausgesprochen, dass 
diese seine Anordnung keine naturliche sei. F. v. MUIler hat bekanntlich gezeigt, dass 
die Beschaffenheit der Antheren und der Rinde fur die Unterschcidung der Arten sehr 
wichtig ist. Der Verfasser macht nun den Versuch, die 28 Arten von Cumberland mit 
Riieksicht auf die Antheren zu gruppiren und kommt dabei zu dem Resultat, dass auf 
diese Weise Arten , welche nahe verwandt zn sein scheinen, getrennt werden. Er 
zieht daher die von Miiller vorgeschlagene Eintheilung nach der Beschaffenheit der 



Rinde vor. 



Najadaceae. 



Bennett, A.: Notes on Potamogetons. 



Journ. of bot. 1881, p. 240— 242. 



Betrifft Potamogeton sparganifolius Laest. , P. Lonchites Tuckermann , P. salicifolius 
Wolf, P. gramineus L., P. praelongus Wulf., P.perfoliatus L., P. crispus L., P. acutifolius 
Link, P. mucronatus Schrad., P. pusillus L. 



Oleaceae. 






Kohl, G. F.: Vergleichende Untersuchung Uber den Bau des Holzes der 



■ 



Oleaceen. Inauguraldissertation. 33 p 



Leipzig 1881. 



Die vergleichend anatomischen Untersuchungen beziehen sich auch auf die Jasmi- 
neen. Als Gesammtresultat der hier nicht ausfiihrlicher wiederzugebenden Untersuchun- 
gen ergeben sich folgende Verschiedenheiten in der Zusammensetzung des Holzkorpers. 
L GefaBe, Tracheiden, gefachertes und einfaches Libriform, Holzparenchym , Ersatz- 
fasern. 












Notelaea, Ligustrum. 






. • 



II. GefaBe, Tracheiden, Libriform, Holzparenchym, Ersatzfasern. 

Chionanthus, Linociera, Phillyrea, Osmanthus, Fontanesia, Syringa. 
III. GefaBe, Libriform, Holzparenchym, Ersatzfasern. 












Fraxinus, Myxopyrum. 












• 









IV. GefaBe, Tracheiden, Holzparenchym, Ersatzfasern. 












Forsythia, Jasminum. 















Orchidaceae. 









I/Orchidophile. Journal des amateurs d'Orchidees, publ. av. la collaborat. 









du cmte. Du Buysson. Annee 1. Argenteuil 1881/82. 



Pfltzer, E.: Grundztlge der vergleichenden Morphologie der Orchideen. 

gr. 4 mit 1 col. u. 3 schwarzen Kpfrt. u. 35 Holzschn. — F. Winter, 
Heidelberg 1881. 






Die ganze Familie der Orchideen lasst sich nach Pfitzer in zwei Hauptgruppen 
theilen: \. Monopodiale d. h. mit unendlichem Wachsthum der Hauptaxe, 2. in sympo- 



Wachs 




in 24 Unter- 



abtheilungen d. h. in 4 3 Pleuranthae mit seitlichen Bliitenstanden und Hochblattern am 
Rlutenspross und in 1 1 Acranthae mit endstandigemBliitenstand und sowohl Laubblattern 
wie Hochblftttern oder ganz ohne Blatter. Sehr einfach sind die Verhaltnisse bei den 
Monopodialen. Sie haben meist gefaltete, nach 1/2 gestellte Laubblatter, die sich bei 






Wuchse 










































200 



M 

Ubersiciit der wichtigeren und umfasserideren, im Jahre 1881 fiber Systcmatik, 






Intervallen entspringen, also den Namen Adventivwurzeln sehr uneigentlich fiihren. Die 
Internodien sind entweder lang, und dann erreichen die Stamme meistens bedeutende 
L&ngen, oder sie sind kurz. Bisweilen sind sie dem Substrat angescbmiegt, was dann 
wieder eine Drehung der Blattspreite herbeifiihrt. Die Bliitenstande entstehen acropetal, 
zeigen meist hohere Divergenzen, ihre Langenverhaltnisse variiren sehr. Im Ganzen 
hensclit eine Abneigung gegen Bildung von Niederbiattern und von Seitensprossen, die 
won] angelegt, aber nicht, oder nur als gelegentlicher Ersatz der Hauptaxe, entwickelt 






werden. Dagegen flnden wir bei einer dieser Gattuneen 



Phalaenopsis — die Neigung 









fast 









Sprosse in der HochbJattregion zu bilden. Diesen Aufbau zeigen die Galtungen Sar- 
canthus, Saccolabium, Vanda nebst ihren Verwandten, sowie die meisten Angraecum 
sammllich dem indo-malaischen resp. malegassischen Gebiet angehorig. Eine Aus- 
nahmestellung nehmen Vanilla mit gerollter Knospenlage der Blatter sowie die blatt- 
losen Angraecum und einige nahestehende Formen ein, bei denen sich nur Niederblatter 
in hoherer Divergenz linden, letztere haben auch chlorophyllfiihrende Wurzeln. Diese 
Formen sind zum Theil afrikanisch, zum Theil brasilisch. 

Ferner werden bier die blattlosen Vanilla aphylla und Phalaenopsis erwahnt. Diese 
Gatlung nimint indessen eine ganz exceptionelle Stellung unter den Orchideen ein 
wie Cypripedium. Es sei gestattet hier zu erinnern, dass bei V. africana Lindl. die 
Unterscliiede zwischen Laub- und Blattsprossen verwischt sind, da die letzteren regel- 
mafiig Laubblatter tragen, die keineswegs als zufallig vergroCerte Bracteen zu deuten 
sind. Stellt man sich die typische Fonda-Form in kleinem MaCstab vor, so ergeben sich 
Formen wie Dichaea sp. oder Packyphyllum (amerikanisch) und diese vermitteln den 
Ubergang zu den sympodialen Orchideen. Diese zerfallen, wie schon gesagt, in pleu- 
ranthe und acranthe und jede dieser Abtheilungen in homoblastische und hetero- 
biastische Formen. Bei den homoblastischen werden zunachst typische und nicht- 
typische untcrschieden. 

Als nachste Nachbarn der monopodialen schlieDen sich hier an die indo-malaiischen 
Cymbidien (1), Cymbidium, Dipodium, Grammatophyllum, sowie das brasilische Phyma- 
tidium, eine zwergige Form an; aber nach Pfitzer sonst von demselben Aufbau, nach 
unsrer Ansicht eher den knollenlosen Zygopetalen zuzuweisen. Ferner gehdrt hierher 
die grciClcnlheils ebenfalls indo-malaiische Gruppe der Dendrobieen und Erieen (2). 
Auch hier zeigen die Unterabtheitungen mil flachen, dorsiventralen Blattern Ankl&nge an 
die monopodiale Fanda-Form, aber sie bilden zahlreiche gleichwerthige meist nur unten 
bewurzelte Stamme. Laubsprosse werden mehr in den unteren, Blatlsprosse dagegen in 
den oberen Blattachseln gebildet. Wenn letztere gleichfalls Laubsprosse bilden, so ist 

« a. a _ 



dies eine Folge unrichtiger — meist zu feuchter 



Behandlung, gleichsam ein Voraus- 



eilen der Vegetation in Kolge einer zu friih eingetretenen Regenzeit. Ein gleiches findet 
iibrigens, wie du Buys son gezeigt hat, auch bei Fonda statt (l'Orchidophilc p. 509). 
Die Internodien konnen keulig oder kugelig anschwellen, sie konnen sich in eine Flucht 

as 

stellen, wodurch die Ahnlichkeit mit Vanda noch groCer wird. Es konnen von den 
Internodien nur die oberen zu einer spindel- oder eiformigen Bulbe anschwellen und 
nur die allerobersten wahre Laubblatter tragen, wie bei Dendrobium speciosum, oder 
auch die ganzen Sprosse nur aus einem und dann verdickten Internodium bestehen wie 
bei den zwergigen Erieen und Dendrobien , es konnen i oder 2 Internodien dergestalt 
modificirt werden, in alien wesentlichen Punkten bleibt der Aufbau der nfimlichc. Die 
Blatter sind laubartig oder fleischig, drehrund oder reitend, Es folgen die Calanthen 
und Cyrtopodien (3), unter denen der Verfasser die heterogensten Ptlanzen zusammen- 
stellt. Hier werden erwahnt die indo-malayischen Arethuseen-Gattungen Corymbis und 
Tropidia, die nach unserer Auffassung nach ihren vegetativen Merkmalen den allerdings 
nur gipfelbliitigen Sobralien nahe stehen. 

Die Zugehorigkeit von Phajus, Calanthe, Eulophia, Lissochilus ist selbstverstandlich, 



















































Mlanzengeographie und Pllanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



• 



201 



■ 



alles Erdochideen mit kugeligen , 



rosenkranzahnlich gestellten Pseudobulbar]. Weuiger 
klar ist, was hier Chysis mit spindelformigen , lange Zeit laublosen Pseudobulben und 
die rathselhaften Eborilingues aus der Verwandtschaft von Catasetum sollen. Diese ganze 
Gruppe macht einen gezwungenen Eindruck auch dann noch, wenn man die so merk- 
wiirdigen Bliitenverhaltnisse bei Seite setzt. Die Blatter von Phajus etc. sind tief an den 
Pseudobulben inserirt, spiralig gestellt mit ganz kurzemScheidentheil und dauernd, bei 
Chysis, Catasetum etc. sind sie zweizeilig, hoch inserirt mit langer Scheide und perio- 
disch, gerade genug der Unterschiede, um die Vereinigung zweier sonst streng geschie- 
dener Gruppen auch von diesem Gesichtspunkt aus zu verbieten. Pflanzengeographische 
Befunde widersetzen sich ebenfalls der Vereinigung. 

Die nicht typisch hoinoblastischen Pleuranthae zerfallen in die 3 Gruppen der knol- 
lenlosen Zygopetalen (4), Maxillarien (5) und Oncidien (6). Gemeinsam haben diese 
3 Gruppen nur das durch den Namen bereits angegebene negative Merkmal. Transver- 
sale Distichie der Blatter findet sich nur bei den beiden ersten. Die ein- bis vielbliitigen 
Bliitenstande erscheinen bei den Zygopetalen am Grande, bei den Maxillarien in der 
Mitte, bei den Oncidien ganz hoch am Sprosse. Pflanzengeographisch ist diese Gruppe 
sehr gut abgegrenzt; es sind alles siid- resp. centralamerikanische epiphytische Orchi- 
deen. Bei den nun folgenden Heteroblasten ist typisch ein Internodium zur Bulbe ver- 
dickt. Die weitere Eintheilung nach den Blattern ergiebt sich wie folgt : 1. Blatt dupli- 
cate, 2. convolutiv oder involutiv. Die erste dieser beiden Abtheilungen lasst eine 
weitere Theilung zu, je nachdem die Blattstiinde oberhalb des Laubtriebes entspringen 
und zwar entweder in der n&chst unteren Blattachsel wie bei dem Gros der Oncidien 
und Odontoglossen, oder in der zweiten Bltitenachsel wie bei den Trichopilien. Hierbei 
kann die Anzahl der Blatter unterhalb der Bulbe in weiten Grenzen variiren, Gebildet 
wird diese Abtheilung (7) von den beiden groBen Gattungen Oncidium und Odonto- 
glossum und einer Anzahl kleinerer, die nach Prof. Rei chenbach's Ansicht zu der 
einen oder andern zu Ziehen sind (Miltonia, Brassia, Gomesa), einigen selbstandigen und 
den beiden Notylia und Trichoceras , die eine etwas aparte Stellung durch ihre Bliiten 
einnehmen. Die Gruppe der Trichopilien, durch eigenthiimlich gefarbte Niederblcitter 
charakterisirt (8), umfasst nur Trichopilia, Pilumna und Helsia. Sowohl oberhalb als 
unterhalb der Bulbe entspringen die Bliitenstande bei Bulbophyllum (9). Die habituelle 
Ahnlichkeit dieser Gruppe mit der vorigen ist ziemlich groC. Im Habitus wesentlich 
unterschieden sind nur die dem malayischen Formenkreis angehorigen Bulbophyllen, 



Lichenastrum und Verwandte, bei denen sich die kleinen Knollen dergestalt in eine 






. 









Flucht stellen, dass der Anschein eines zweizeilie beblatterten Dendrobium entsteht. Da 
dies in einer Gegend vorkommt, die eines der Vegetations-Centren von Dendrobium ist, 
so ist dies Zusammentreffen sehr merkwiirdig. Mit Ausnahme weniger central- resp, 
siidamerikanischer Arten ist die ganze Abtheilung palaozoisch, von Guinea bis Ostasien 
und Australien sich erstreckend. Unbestimmt wie der Entstehungsort des Bliitenstandes 
ist auch der des Laubtriebes. Bei den knollentragenden Maxillarien (10) entspringt der 
Laubtrieb unmittelbar unter der Bulbe, der Blattspross desgleichen, jedoch noch weiter 
nach der Basis des Sprosses hin. Es gehOren hierher die Hauptgattung excK Hylobium 
und die knollenlosen Arten und die durch alle moglichen Anklange systematisch recht 
unbequeme Gattung Ornithidium. Die knollentragenden Zygopetalen (11), Typus Z. 






Mackayi, haben eingerollte Blatter und der Bliitenstand entspringt aus den jungen noch 
nicht entfalteten Trieben oberhalb des nachstfolgenden Jahrestriebes. Hierdurch unter- 

* 

scheiden sie sich von den Lycasten (12) in gleicher Weise wie die Maxillarien von den 
Oncidien, d.h. die Bliitenstande entspringen bei den Lycasten unterhalb des Laubtriebes. 
Hierher gehort unter andern auch Hylobium und eine Reihe kleiner Gattungen, die auch 

_ IT 

im Bliitenbau starke Ahnlichkeiten zeigen. Die geographische Verbreitung (Amerika) 
bestatigt die sonstigeZusammengehorigkeit bei alien diesen letzten Gruppen. Der feinere 












■ 





















I 















202 



Ubersicht der wiclitigeren und umfasscnderen, iin Mire 1881 fiber Svsteinatik 

9 



» 



Unterschied, welcher diese Section von der nun folgenden (13) der Stanhopeen scheidet, 
ist die deutliche Scheidung in Laub- und Niederblatter bei den letzteren. Sie bilden 
das Gros der Reichenbach'schen Eborilingues. — Alle sind amerikanisch. 






Endstandige Bliiten sind das Hauptmerkmal der nun folgenden Abtheilungen, Auch 
hier findet eine weitere Theilung stall, je nachdem die Sprosso homo- oder hetero- 
blastisch sind; sowie nach der Gestalt, Anheftung und Faltung der Blatter. Homo- 
blastisch, gegliedert und mehrblattrig sind die Laelieen, Oberonien und Arundinen (16), 
Bei dieser ungebeuer groBen, die meisten Epidendreen umfassenden Abtheilung ist der 
zahlreichen Ubergange halber von dem habituell und biologisch so wichtigen Merkmal 
der Bulbenbildung abgesehen worden. Weitaus der groBte Theil (die Laelieen sammt- 
lich) ist amerikanisch, die beiden anderen Tribus dagegen sind malayisch. Die einzelnen 
Variationen dieser 3 Formenkreise auch nur andeutungsweise aufzufiihren, ist hier 
vollig unmdglich. Die Gruppe Pleurothallidae (15), iiber 600 meist siidamerikanische 
Arten, ist habituell sowohl wie systematisch eine der am besten charakterisirten Grup- 
pen. Sehr auffallend erscheinen dagegen hier die Selenipedien (16). Misslich an und 
fiir sich ist die Wahl eines schon vergebenen Namens fiir einen neuen Begriff. Es wer- 
den namlich sowohl die amerikanischen Species von Selenipedium Rchb. f. als die indi- 
schen Cyperipedium-Artcn der Cypripedia acaulia darunterverstanden. Blatter, welche sich 
nicht abgliedern, sondern abtrocknen und die Ubereinstimmung der Bliiten vereinigen 
diese Pflanzen. Abfallende Spreiten sowohl wie in der Knospe eingerollte Blatter cha- 
rakterisiren die Thunien und Sobralien (17), Erstere gehoren jedoch systematisch, 
habituell und durch ihr Vorkommen in die Verwandtschaft von Arundina, letztere 
unterscheiden sich von Elleanthus nur durch ihre systematische Stellung und bilden 
eine der naturlichsten Gruppen. Die Cypripedien (18), d. h. unsere sogenannten Frei- 
land-Species aus der Calceolus -Gruppe bilden eine weitere Reihe, die sich nur durch 
die faltigen hHutigen Blatter von den Neottieen (1 9) unterscheidet, weit mehr jedoch durch 
ihre hier zur Unzeit betonte systematische Stellung. Die vom Verfasser angedeutete 
Zusammenziehung diirfte das einzig mdgliche sein. Die GrdCe dieser Unterfamilie ver- 
ietet gleichfalls eine eingehende Schilderung einzelner Formen. 

Habituell nicht zu unterscheiden sind die mit unterirdischenKnollen ausgestatteten, 
systematisch gut getrennten Ophrydeen (20). Sie bilden damit den Ubergang zu den ' 
heteroblastischen Liparideen (21), die ihrerseits wieder durch duplicative Knospenlage von 
den mit convolutiven Blattern versehenen Coelogynen (22) sich unterscheiden. Beide sind 



nicht wesentlich getrennt, weder systematisch noch morphologisch, da Coelogyne cristata 
einen Ubergang bildet. An der Knollcnbildung betheiligt sich stets ein Internodium, bei 
Malaxis paludosa nur ein Theil desselben. Bei den beiden letzten Abtheilungen, den 
Galeolen oder Limodoren (23) fehlen die Laubblatter, bei den Corallorrhisen auch die 
echten Wurzeln. Alle sind saprophyte Gewachse von sehr sonderbarem Aussehen. 

Dies ist in gedrSngtester Kurze eine Ubersicht des Hauptinhaltes , dem noch ein 
Schlusscapitel folgt mit hochst wichligen Notizen uber die Lebensbedingungen der 
Orchideen an ihren naturlichen Standorten. Uber diesen letzten Theil des Buches haben 
wir an anderen Orten berichtet. Von dem uberreichen Inhalt des morphologischen 
Theiles, in dem alles enthalten ist, was irgendwo und jemals mit oder okne Absicht der 
Autoren an morphologischen Details niedergelegt wurde, auch nur eine annahernde 
Vorstellung zu geben, ist fur ein hloCes Referat unmoglich. 

Wenn schon die meisten der hier niedergelcgten|Beobachtungen an Herbarmaterial 
gemacht sind und die zahlreichen Abhildungen berucksichtigt werden mussten, so ISGt 
sich doch erwarten, dass das Studium an frischem Material keine fundamentale Um- 
walzung der hier mitgetheiltcn Kintlieilung herbeifiihren wird. Es wird von sol- 
chen Studien an Originalen abhangen, ob man Abtheilungen, Velche als gleich- 
werthig aufgestellt sind, die sich aber nach den bis jetzt gemachten Beobachtungen nur 















*1 

• 



■ 

































Pflauzeiigeographie unci Pllanzengeschichte erschieiieiien Arbeiteu. 



203 



durch den geometrischen Ort ihresBliilenstandes unterscheiden ; ob man diese alsgleich- 
werthig mit andren Abtheilungen wird anseben diirfen oder als Unterabtheilungen. Doeh 
sind das mehr oder minder formelle Fragen. Wichtiger scheinen uns folgende Betrach- 
tungen : Der Herr Verfasser hat mitdiesemWerke einen Versuch gemacht, die Orchideen 
nach rein morphologischen Gesichtspunkten zu classificiren ; mag man liber die ein- 
zelnen Classen so oder anders denken, immerhin bleibt soviel bestehen, dass eine Uber- 
einstimmung zwischen den Abtheilungen, welche durch ihr vegetatives Verhalten 
characterisirt sind und solchen, die imBliitenban iibereinstimmen, in zahlreichen Fallen 
nicht existirt. Ftigen wir hinzu, dass die Merkmale des Gynostemiums und der Perigon- 
blatter, wie Reichenbach nachgewiesen hat, gleichfalls nicht zusammenstimmen 
wollen und dass die Riicksicht auf dieses Merkmal Zusammenziehungen von Gattungen 
ndthig macht, welche denen hdchst schmerzlich sind , die auf den Glanz jener stolz zu 
sein pflcgen, so folgt als unmittelbares Resultat, dass keiner dieser Gesichtspuncte fur 
sich atlein ausreicht, liber die Geaammtheit dieser ungeheuer groCen Anzahl von Pflan- 
zen einen Uberblick zu gew&hren und dass eine natlirlicheEintheilung nur erreicht wer- 
den kann durch Zugestandnisse, die man bald diesem Merkmal macht und bald einem 
andren, oder aber durch ein gSnzliches Aufgeben der bisher befolgten Grcmdsatze. 
Bentham's Eintheilung der Orchideen, im Wesentlichen ein Zurlickgehen auf die alten 
L indl ey'schen Gruppen ist es demnach , welche die habituellen Merkmale und die des 
Gynostemiums berlicksichtigt und die den streng logischen Ergebnissen eingehender 
wissenschaftiicher Untersuchnng nach Kr&ften gerecht wird. 

Aber noch mehr. Es gehen aus derZusammenstellung morphologischer Eigenthiim- 
lichkeiten seltsame Beziehungen hervor zwischen diesen und der geographischen Ver- , 
breitung. — Alle streng monopodialen Orchideen sind indo-malayisch und durch viele 
sympodiale Epiphyten dieses Gebietes geht der Zug die monopodiale Form zu wieder- 
holen. So bei den Eudendrohien , den Cypripedien, die bei etwas zu feuchter Behand- 
lung oft geradezu Vanda-ahnlich wachsen, den Agrostophyllen, den Cymbiden , deren 
wesentlichster Unterschied in physiognomischer Hinsicht die Lange der Internodien und 
die Persistenz der Blatter sind. Fiir dasselbe Gebiet ist die Bulbophyllen-Form be- 
zeichnend, deren Hauptreprasentanten Bulbophyllum und Coelogyne sind. Beiden ent- 
sprechend sind die amerikanischen sympodialen Formen, von denen die stammbildenden 
Epidendren wohl Anklglnge an die Monopodialen zeigen ; aber Niemand wird je Epid. 
equitans oder ein Pachyphyllum mit einer javanischen Vandee verwechseln. Ein gleiches 
gilt von dem Parallelismus von Bulbophxjllum, Maxillaria und Trichopilia , von Coelogyne 
und Stanhopea und anderen, Auffallend ist ferner, dass Formen mit zweischneidigen 
Bulben(dieOncidien-Form^ nur auf die amerikanische Flora beschrankt sind, desgleichen 



; 



die Sobralia-Form, (Sobralia und Elleanthus). Hier ist wiederum der Umstand bemer- 
kenswerth, dass hinsichtlich des Gynostemiums die Vanillee Sobralia in den Chloraeen 
ihre nachsten Verwandten hat, welche im Sliden Sudamerikas die tonangebenden Erd- 
orchideen sind. Ebenso ist die typische Pleurothallis-Y orm rein amerikanisch. 



i 



Es sei schlieBlich daran erinnert, dass die bielogische Eigenthlimlichkeit, Laub- 
sprosse in der Hochblattregion zu bilden, speciell indo-malayischen Formen eigen ist r 
Phajus, Dendrobium und Phalaenopsis , Pflanzen die sonst so verschieden sind wie nur 









moglich. 

Fiir alle diese Yorkommnisse , deren Reihe sich stark vermehren lielJe, zwingende 
Erklarungen zu geben, ist ebenso unmoglich, wie in anderen Familien. Interessant bleibt 
dieThatsache immerhin, dass gerade die morphologisch best characterisirten Tribus die 
geographisch am besten umschriebenen Grenzen habcn , seien ihre systematischen Un- 
terschiede noch so groCe. Das Werk ist bestimmt, eine vorlaufige Gesammtfassung 
unserer morphologischen Kenntniss der Orchideen zu geben und den Ausgangspunct zu 
neuen Untersuchuneen zu bilden. Im Interesse der Sache wtire zu wiinschen, dass die 












' 





















' 



204 



Cbersicht der wichtigereti mid umfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systematik, 






Ausstattung etwas weniger opulent und der Preis etwas niedriger ausgefallen ware. Es 
war nicht noting, die Ausnahmestellung der Orchideen audi hierin zu hethatigen. 

Fr. Krttnzlin, 

Reichenbach, H. G. fll.: Xenia orchidacea. Bog. 4 — C. tab. 211 — 220. 

Brockhaus, Leipzig 1881. 

Dieses nach 3 1 /i>j&briger Pause erschienene 2. Heft des III. Bandes enthiilt den 
Schluss der Orchideae Mandonianae. Die meisten derselben kommen aus der Umgebung 
des Pic von Sorata und berrschen die andinen Gattungen in denselben vor , wahrend 
neue Gattungen niclit darin enthalten sind. Von groCem Werthe fiir die Besitzer der 
Sammlung wird der pag. 26, 27 mitgetheilte »Index Orchid. Mandonii juxta numerorum 
ordinem« sein. Es folgen Orchideae Wilkesianae, 31 neue Arten, gesammelt auf der Uni- 
ted stales exploring expedit. during the years 1838 — 42. Fast alle stammen von den 
Inscln des Pacific , besonders oft sind die Fidji-Inseln genannt. Wir erfahren daraus, 
dass die sudasiatischen Formcn , besonders die der Sunda-Inseln liber dieses weite Ge- 
biet bin verbreitet sind , die Namen Cleisostoma , Saccolabium, Taeniophyllum , Phajus, 
Eria, Dendrobium, Calanthe beweisen dies hinlanglich; es fehlen dagegen die specifisch 
australischen Genera ganzlich. Nun folgen meistens bekannte Arten, welche groGten- 
theils entweder in Gardner's Chronicle oder in englischen Werken beschrieben und 
abgebildet waren. — Die interessanteste Pflanze unter diesen ist Dendrobium tituiflorum 
var. robustius, ein Beispiel wie stark die GroCenverhaltnisse bei einer und der nam- 
lichen Art variiren konnen. Diese Abdildung zeigt in alien Theilen genau doppelt so 
grofte MaGe wie die Tab 605 des Bot, Mag. Yon 4 Datemannia sp. sind B. Beaumontii 
vollstandig, B. armillata, apiculata und Gustavi durch Analysen illustrirt. 

PleurothalUs conanthera und moschata, das schon in Refugium botanicum dargestellte 
Oncidium Retemeyerianum , Bulbophyllum pipio und rufinum und Govenia mutica Rchb. f. 
bilden den Schluss. Der Unischlag des Heftes bringt die trdstliche Versicherung, dass die 
Publication jetzt rascher vor sich gehen wird, und dass audi die Tafeln des nachsten 
Heftes bereits so gut wie vollendet sind. Darf man da die Hoffnung aussprechen, dass sie 
in ihrer kiinstlerischen Ausfiihrung auf der Hohe des wissenschaftlichen Werthes der 
Xenien stehen warden? Bis jetzt ist das nicht der Fall, Die so correcten Zeichnungen 
des Verfassers sind in einer trostlosen Weise chalkographisch misshandelt ; ganz zu ge- 
sehweigen von den Farben. Dabei ist der Preis durchaus nicht niedrig (8 Mark pro Heft). 
Fiir englische Preise englische Sauberkeit der Ausfiihrung zu verlangen erscheint uns 
keine ubertriebene Forderung und ziemt sich fiir ein Werk, welches seit 24 Jahren un- 



bestritten an der Spitze der Orchideenlitteratur steht. 



Fr. Kranzlin. 



Otia bolanica Hamburgensia II, 1. Orchideae 11 'ildebrandtianae. Ko- 



vitiaeOrchidac. Warmingianae. Novit. africanae. 4°. 



Hamburg 188 I. 



Die erste Abtheilung enthielt eine Reihe von Bestimmungen gewisser Nummern der 
J. M. Hildebrandt'schen Sammlung, sowie Diagnosen von 12 ganz neuen und Ergan- 
zungsdiagnosen zu schon friiher pifblicirten Species, in Summa 30 Nummern. Vertreten 
sind die Gattungen Cynosorchis, Holothrix, Ausellia, Angraecum und Lissochilus aus der 
afrikanischen resp. malagassischen Flora , Eulophia , Bulbophyllum und Polystachya 
welche der afrikanischen und indischen Flora gemeinsam und 3 Arten Acampe, welche 
sonst als specifisch indo-malayisch betrachtet wurden. Den Schluss bildet Listrostachys 
Sedeni Rchb. f. (No. 2049 Sammlung J. M. Hildebr.). 3 von Herrn v. Medio w gesam- 
melte Arten sind hier mit angefuhrt. Fundorte dieser Pflanzen sind Zansibar, die Co- 
moren, Nosi-b^ und Madagascar. 

Die folgende Abhandlung enthalt einen hdchst schiitzbaren Beitrag zur Orchideo- 
graphie Brasiliens mit 70 Arten, alle von Lagoa Santa in der Provinz Minas-Geraes 
stammend und unter der Autoritat Warming & Rchb. f, hier zuerst beschrieben. Den 


















♦ 






























Pflanzengeographie mid Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



205 















Anfang machen 10 neue Habenaria, es folgen Arten von Pogonia (sect. Cleistes), eine Gat- 
tung welche nachgerade zu den Dimensionen einer ganzen Gruppe anw&chst, sodann cine 
neue G at t ung Pogoniopsis (nov, gen. aphyllum habitu Monotropae, was durch Species- 
namen Nidus avis noch deutlicher gemacht wird). Nacb einigen Arten durchaus ameri- 
kanischer Genera folgen dann 12 neue Spiranthes,* Oncidia und nun die zwischen Rodri- 
guezia und Macradenia stehende neue Gattung Warmingia mit der sp. W. Eugenii. 8 
neue Cyrtopodia , 5 Pleurothallis und 4 Bulbophylla bilden das Gros der noch folgenden 



Arten. 






Die Novitiae africanae (105 Nummern theils Arten, theils Synonyma) beginnen mit 
21 sp. Habenaria, die meisten Habesch, eine geringere Anzahl dem Cap und Natal ange- 
horig und 6 Disperis. Die neue Gattung Roeperocharis, ein tjbergang von Disperis zu 
Pterygodium ist durch das Compliment »stigmatibus inauditis adeo egregia inter Ophry- 
deas uti ill. Roeperus inter nos« energisch genug empfohlen , interessanter wird sie noch 
dadurch, dass ihrc beiden Arten fl. Bennettiana u. platyanthera vom Autor selbst einst 
zu Habenaria gezahlt wurden. 5 neue Brachycorythis , 8 neue Disa und 5 Holothrix blei- 
ben giinzlich in dem gewohnten Formenkreise der sudostafrikanischen Orchideen. Be- 
reichert wird derselbe durch eine neue Gattung Montolivaea aff. Gymnadeniae; aber 
vom Habitus einer Disa bracteata Sw. Sie ist vorlaufig monotypisch ; U. elegans findet 

I 

sich 7—8000' »uber Meercc in den Hochgebirgen von Tigre. Mit No. 50 beginnt eine 
Suite westafrikanischer Orchideen, von den Cameroon Mts. stammend und wohl mei- 
stens von G. Mann gesammelt, pflanzengeographisch z. T. hoch interessant. Die Gat- 
tung Rhamphidia war sonst nur aus Ceylon, Japan und Neu Caledonien bekannt, hier 
finden wir R. Mannii am Cameroon River. Die neue monotypische Gattung Manniella 
(zu Ehren des Sammlers M. Gustavi genannt) copirt im Habitus Prescottia colorans Lindl. 
und steht systematisch Stenoptere zunachst, beides typische sudamerikanischeFormen 1 ). 
Cheirostylis ist im Wesentlichen eine malayische Gattung und Monochilus ostindisch; 
beide waren aus W. Afrika noch nicht bekannt. No. 55—66 sind Polystachyen aus den 
verschiedensten Gegenden Afrikas. Eine angenehmeAbwechslung bietet die nun folgende 
kritische Beleuchtung der 4 Lissochilus sp., welche sich um L. purpuratus Lind. gruppi- 
ren. Bis zu No. 85 folgen eine Reihe neuer Arten altbekannter Gattungen und den 
Schluss bilden 20 Nummern cassirter Species, die neu untergebracht werden. Vier 
Brownleea kommen zu Disa, die Gattung Holothrix wird um 14 sp. bereichert auf Kosten 
zahireicher kleiner Gattungen. — Leider erfahren wir kein Wort liber die Griinde die- 
ser Zusammenziehungen. F r - Kranzlin. 

Bot. Zeit. 1881, 



Reichenbach, H. G. fll.: Orchideae Hildebrandtianae. 

t f o r ka - 

p. 448—450. 

Mittheilune der Bestimmungen zu 29 von Hi id eb randt gesammelten Orchideen, 
unter denen sich 8 neue bennden. 

Suringar , W. F* R.: Stasiast. Dimerie. (Tweetalligheid door storing) . 

Monstruositeit eener bloem v. Cypripedium venustum Wall. 4. 9 p. m. 



■ 



Kpfrt. 



Amsterdam 1881 , 






■ i 






n 



(Vergl. auch Malagassisches Gebiet.) 






■ 









- 



Palmae. 



■ 






i 



Drude 



Palmae, pars I. 



Flora brasiliensis Fasc, 












\ 



LXXXV, p. 225—460. tab. 53—106. F. Fleischer, Leipzig 1881. 

Der Verfasser hat sich schon vor einigen Jahren als tuchtiger Palmenkenner einge- 





4) Die zahlreichen Beziehungen zwischen siidamerikanischen und afrikanischen Or- 



chideen sind hiermit wiederum vermehrt. 



. 






■ 












■ 





















. 















h 


















206 



tt 

.Ubersicht der wichtigeren und umfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systematik, 



fuhrt und sowohi durch systematische , wie durch ptlanzengeographische Untersuchun- 
gen gezeigt, dass er nicht bloC dor Aufgabe die brasilianischen Palmen zu beschreiben 
gewachsen war, sondern es auch versteht, eine solche hervorragende und schwicrige 
Pflanzenfamilie von hoheren Gesichtspunkten aus zu behandeln , so dass eben die syste- 
matische Durcharbeitung der Familie nicht bloB dem Zwecke dient, eine Ubersicht liber 
die bekannten Formen zu geben, sondern auch gleichzeitig uns einen Einblick in den 
Zusammenhang der Formen untereinander verschafft. 

Uber die verwandtschaftlichen Beziehungen der Cyclanthaceen zu den Araceen hat 
sich der Verfasser schon friiher (Nachrichten v. d. Univ. Gdttingen 1877 pag. 426—43-2 
und Bot. Zeit, 1877 pag. 591) gcfiuBert. Es werden 2 Tribus unterschieden; 

Trib. I. Carludouiceae. Flores $ quaterni congregati cum singulis femineis in 
modern cyclo alternantes; stamina numerosa filamentis carnosis periconio dentato cincta 

l * 

^volventes, florum g perorthostichasdefinitas et parasticharum duplicem seriem disposi- 
tarum staminodia 4{ — 6) filiformia longissima spadicem longe superantia caduca, ovaria 
uniloculariaplacentisparietalibus4 instmctastigmatibuscruciatis latesessilibuscoronata. 
Gattungen: Stelestylis Dr., Carludovica R. et P., Ludovia Brongn. * 

Trib. II. Cyclantheae. Flores <$ numerosi inter se confluentes annulum vel spiram 
formantes cum annulo vel spira florum £ alternantem, florum c5 perigonium nullum, 
florum Q perigonium multidentatum cum staminodiis brevioribus connatum. 

Gattung: Cyclanthus Poit. 

Die neue Gattung Stelestylis Dr. ist dadurch ausgezeichnet, dass die weiblichen Blii- 












ten mit ihrem dicken, pyramidalen Griffel weit aus dem Kolben hervortreten ; auch sind 
Blatter des Perigons fast so lang, wie der GrifFel. Habituell stimmt die einzige im west- 
lichen Brasilien von Wawra entdeckte Art, St. coriacea Dr. mit den bifiden Carluvi- 
€en iiberein. 

Von Carludovica werden 14 Arten unterschieden, % mit handformigen, 9 mit zwei- 
spaltigen Blattern, 3 mit lanzettlichen oder unregelm&Gig getheilten Blattern. 
Ludovia und Cyclanthus besitzen in Brasilien nur eine Art. 

Die Palmen sind nach verschiedenen Richtungen griindlich behandelt. Zunachst 
wind die verschiedenartige auCere Entwicklung des Stammes besprochen und in einer 
Tabelle Gelegenheit gegeben t die brasilianischen Palmengattungen nach Beschaflfenheit 
<les Stammes, der Blatter und nach andern leicht wahrnehmbaren Merkmalen zu be- 
stimmen. Es folgt nun eine Besprechung der morphologischen Verhaltnisse der Palmen- 
blatter, an welche sich ebenfalls eine analytische Ubersicht zur Bestimmung , nur 
nach den Blattern anschlieCt. In derselben Weise ist die Morphologic der Inilorescen- 
zen , der Bluten und Friichtc behandelt. Die Vortheile dieser Ubersichten liegen auf 



<ier Hand; so ist es ermoglicht , auch die so vielfach in Muscen verbreiteten Fragmente 
von Palmen wenigstens annahernd zu bestimmen. Erst nach diesen einleitenden Capiteln 



giebt der Verfasser einen Conspectus iiber die Tribus und Subtribus der brasilianischen 
Palmen. Die Tribus und Subtribus sind dieselben, wie sie der Verfasser schon friiher 
in derBotanischenZeitung 4877 und Petermann's Mittheilungen 1878 angenommen hatte. 
Die Zahl der brasilianischen Gattungen ist 35. 

Diese 35 Gattungen vertheilen sich in folgender Weise auf die Unterordnungen und 
Tribus; die Zahl der aus Brasilien beschriebenen Arten ist in Klammern angegeben. 

Subordo I. Lepidocaryinae. 

Trib. 1. Raphieae: 1. Raphia P. de Beauv. (1). ■ 

Trib. 2. Mauritieae: 2. Mauritia L. fil. (6). 3. Orophoma Spruce (I), 4. Lepidoca- 
ryum Mart. (5). 

Subordo IL Ceroxylinae. 
Trib. 3, Cocoinae. 






1 












■ 












4 





















Pflanzcngeographie und Pflanzengeschichte erscliienenen Arbeiten. 



207 















Subtrib. i. Bactrideae Dr.: 5. Desmonchus Mart. (17}* 6. Bactris Jacq. (51). 
7. Guilielma Mart. (8). 8. Astrocaryum Mey. (28). 9. Acrocomia Mart. (3). 



4 0. Martinezia R. et P. (1). 



- 






Subtr. 2. Attaleeae Dr.: 11. Glaziovia Mart. (2). 4 2. Cocos L. (inch Langsdorffia 
Raddi und Syagrus Mart. 26). 13. Diplythemium Mart. (4). 14. Attalea 
H.B.K. (13). 15. Orbignya Mart. (4). 16. Maximiliania Mart, incl. Scheelea 
Karst. 4). 

Subtrib. 3. Elaeideae Dr. 17. Etoato Jacq. (2). 18. Barcella Treat. (4). ? 

Damit schlieCt der erste Theil des vortrefflichen Werkes. Nun noch einige Worte 
iiber die Tafeln, welehe zum groCen Theil vom Autor selbst gezeichnet sind. Besondere 
Beachtung verdienen Taf. 54, welehe eine sehr gute Analyse der Inflorescenzen und 
Bliiten von Carludovica palmata giebt, Taf. 56 [Carludovica plicata), Taf. 64 (Sprossver- 
h&ltnisse won Raphia, Mauritia, Lepidocaryum), Taf. 62 (Fruchtformen der Lepidocaryinae), 
Taf. 63, 65 [Mauritia), Taf. 68 (Lepidocaryum n Taf. 73 (Analysen der Friichte von Gla- 
ziova , Bactris , Astrocaryum, Elaeis), Taf. 82, 83 (Astrocaryum). Diese Tafeln haben 
namentlich auch flir den Morphologen hervorragendes Interesse, wahrend die tibrigen 
mehr fiir die Unterscheidung der Arten und Gattungen heranzuziehen sind. Der zweite 

- 

Theil des prachtigen Werkes wird in Kurzem erscheinen und damit die Reihe der Spa- 
dicifloren in der Flora brasiliensis geschlossen werden, Mit der Bearbeitung der Palmen 
ist fiir die Flora brasiliensis wieder ein groBer Sehritt gethan ; konnte der Begriinder 
dieses monumentalen Werkes audi nicht mehr selbst die Bearbeitung seiner Lieblings- 
familie fiir dasselbe vornehmen, so ist doch mitGenugthuung zu constatiren, dass ihm in 
dem Verfasser durch Eichler ein wiirdiger Nachfolger gewonnen wurde. 






Pandanaceae. 

Saporta, G. de et A. P. Marion: Sur les genres Williamsonia Garruth. et 

Goniolina d'Orb. — Comptes rendus, seances des 23. et 30. Mai 1881. 

Die Autoren sehen in Williamsonia, welehe Nathorst kiirzlich fiir eine Balano- 

phoracee erklarte (vergl. bot. Jahrb. 1881 p. 34 9) , die Inflorescenz einer Pandanacee. 

Die Goniolina sind eiformige zapfenartige, von einem cylindrischen Stiel getragene Kor- 

per, die man bisher als Crinoiden ansah. Auch diese werden fiir Pandanaceen- Friichte 
gehalten. 

Mit der Envahnung obiger Mittheilung an dieser Stelle beabsichtigt der Referent 









zunachst nicht, irgend wie fiir die neue Deutung der genannten Fossilien einzutreten 















,\ 















Bull, de 1; 












a Soc- Lin- 



Passifloraceae. 

Baillon, H.: Sur I'Hoftna-ho&na de Madagascar. 

neenne de Paris 1881, p. 301 , 302. 

Hounea madagascariensis , zunachst verwandt mit Paropsia, ist eine baumartige 
Passifloracee mit iiber 8 Meter hohen, erst an der Spitze verzweigten Stamm, 1 — 2dcm. 






< 












langen, liinglichen Blattern und ziemlich groGen, in Rispen stehenden Bliiten. Die 
Bracteen sind ungefahr 1 cm. weit mit ihren Achselsprossen verwachsen. 



' 



Primulaceae. 






i ; 






Stein, B.: Ubersicht der gegenwiirtig in den europaischen Garten culti- 



virten Primeln. 
fUr 1881. 



- ■ 



Samenverzeichniss des Breslauer botan. Gartens 

Bei der immer mehr sich ausbreitenden Vorliebe fiir die Cultur von Alpenpflanzen 
ist es erkl&rlich, dass neben den Saxifragen auch die dem Auge wohl noch mehr gefal- 
lenden Primeln die Aufmerksamkeit auf sich Ziehen, zumal auch gerade die deutschen 
und schweizer Alpen eine recht groBe Zahl interessanter Formen aufzuweisen haben. 















. 






^ 



\ 



























208 



M 

Ubersicht der wichtigeren mid umfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systemittik 



5 















Da der Verfasser friiher im botanischen Garten von Innsbruck reichlich Gelegcnheit 
hatte, die alpinen Primeln zu studiren und einc groGe Anzahl audi loco natali unter- 
suchen konnte, so hat er einen guten Uberblick liber die Gattung gewonnen. Da in der 
That der groCte Theil der bekannten Primeln jetzt in europaischen Garten cultivirt wird, 
so ist Stein's tibersicht auch fur den Systematiker von Werth; wir theilen dieselbe 
daher hier im Auszug mit. 

A. Sphondyli a Duby. 

1. P. japonica A. G. 

2. P. verticillata Forsk. 

3. P. Boveana Dcsne. (P. verticillata hort. plur., P. verticillata var, abyssinica h. 
angl., P. verticillata var. sinensis Mast., P, Courti h. Veitch.). 

B. Aug an thus Schott. 

4. P. sinensis Ldl. (P. praenitens Ker.). 






C. Cortusina Schott. 



5. P. cortusoides L, 

6. x P. gracilis Stein (P. cortusoides x Sieboldii Stein, P. cortusoides intermedia 
h. angl.). Eine in den Garten entstandene Kreuzung. 

7. P. Sieboldii Morr. (P. amoena hort. nee MB,, P. cortusoides amoena et P. cor- 
tusoides grandiflor a hort.}. 

8. P. motfte Nutt. 

- 

9. P. Kaufmanniana Rgl. 

1 

D. Sredinskya Stein. 

10. P. grandis Trautv. Der Bliitenbau von P. grandis ist ein so eigenthiimlicher, 
dass die Aufstellung einer neuen Section geboten erscheint. Ein entfernt ahn- 
licher Bliitenbau tritt bei P. penduliflora A. Kern, und P. Palinuri Petagn. auf ; 
ohne diese verbindenden Formen konnte man P. grandis als Typos einer eigenen 
Gattung auffassen. 

fa 

E. Primulastrum Duby p. p. (Euprimula Schott.). 

1». P. inflata Lehm. (P. macrocalyx Bge., P. uralensis hort.). 
12. P. officinalis Jacq. 



X 



11 in und 



wieder finden sich in den Garten bunt bliihende Culturformen dieser Hybride. 
14. P. intricata G. G. Nicht auf die Pyrenaen beschriinkt, sondern 1876 von J oh, 

Ob r ist auch in Judicarien aufgefunden. 
•15. P. carpath ica Fuss. 

16. P. amoena MB. 

17. J\ elatior Jacq. 

18. P. suaveolens Bert. (P. Columnae Ten., P. Tommasinii G. G., P. Thomasinii et 
Thomasii hort.). 

19. x P. brevistyla DC. (P. variabilis Goup., P. subacaulis x officinalis A. Kern., 
P. anj/«ca hort., P. afaftor hort. plur.) . Hierher fast ausschiieClich unsere Garten- 
primeln mit ihren zahlreichenFarbenvarietaten und Wachsthumsmonstrositaten, 
unter welchen die i?ar. calycantha Retz., die »hose in hose« der Englander die 



20. 



auffalligste ist. 

P. flagellicaulis A. Kern. (P. superacaulis 








officinalis A. Kern.). 






21. P. digenea A. Kern. (P. etottor x acawto Reut, P. acaulis x officinalis Muret. 
2J. P. vulgaris Huds. 1762. (P. grandiflora Lam. 1778, P. ocmuto L. 1778.). 
23. P. Sibthorpii Rchb. (P. a/toica h. angl.). 















~ 






i 







































Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



209 





















F. Aleuritia Duby. 












' 






24. P. penduliflora A. Kern in sched. (P. sikkimensis hort, nee Hook.). 

25. P. involucrata Wall. (P. Munroi hort.). 
P. speciosa Don ist nicht in Cultur. 

m 

26. P. rosea Royle. 

27. P. Jaeschkeana A. Kern. 

28. P. Cashmeriana Royle, 

29. P. elliptica Royle. 

30. P. fimbriate Wall. 

31. P. denticulata Sm. et rar. amabilis Leichtl. 

32. P. capitata Royle. 

33. P. Fortunei Vatke (P. erosa hort. nee Wall.). 

34. P. Parry i A. Gr. 

35. P. altaica Lebm. (P. undulata Fisch.). 

36. P, davurica Sprgl. 

37. P. mistassinica Mchx. 

38. P. sibirica Jacqu. 

39. P. borealis DC. 

40. P. longiscapa Ldbr. 

41. P. magellanica Lehm. 

42. P. Jepeda DC. 

43. P. farinosa L. 

44. P. W r am Stein. Die Blatter ahneln denen von P. farinosa, sind wenig, aber 
regelmaBig gekerbt-gezahnt. Der Blutenschaft bleibt niedrig wie bei P. scotica, 
mit welcher sie auch die Form der Bliite gemein hat, w&hrend die Farbe genau 
die Mitte halt zwischen der aus dem Fleischrothen hell-lila werdenden P. fari- 
nosa und der wunderschon dunkelblau- violetten P. scotica. Wpher Thorn. 
S. Wa re die Pflanze erhielt, lieG sich leider nicht ermitteln. 

45. P. scotica Hook. 

■ 

46. P. longiflora AH. 

47. P. auriculata Lam. 

48. P. luteola Rupr. (P. auriculata hort. plur. non Lam.). 

49. P. S*Marfu Wall. 

50. P. purpurea Royle. 

51. P. nivalis Pall. (P, speciosa Gmel, non Don.) mit den schonen Far. longifolia 
Rgl. und turkestanica RgL 

» 

52. P. atgida Adams. 

G. Arthritica (Duby p. p.) Schott. 

53. P. calycina Duby (P. glaucescens Mor.j. ^ • 

54. P. spectabilis Tratt. (P. Polliniana Mor.j, 

55. P. Clusiana Ysch. 

P. intermedia Portschlg. (P. Clusiana x minima A. Kern.) ist nicht in Cultur 
befindlich. 

56. P. W^J/emana'Schott. 






57. P. integrifolia L. (P. Candolleana Rchb., P. mct'sa Lam,;. 

58. P. Kitaibeliana Schott. 

59. P. angustifolia Torr. 












60. 




P. Facchinii Schott. (P. submintma x spectabilis- Stein, P. minima x specta- 



bilis Schott.). 






61, x P. Dumoulinii Stein.- (P. superminima X spectabilis Stein.). P. Dumoulinii 



Bota.nieche Jahrbficher. III. Bd. 



14 



























210 



Cbersiclit der wichtigeren uud umfasseiiderea. ini Jahre 1881 fiber Systematik, 






i 



erinnert in Tracht und einzelnen Merkmalen sehr stark an P. minima, von der 
sie aber durch Consistenz und Zuschnitt des Blattes, die stete Mehrzahl der 
Bliiten auf kurzen Scbaften, das intensivere Colorlt der Blume, und die weniger 
tiefe Zerschlitzung der Lappen etc. charakteristisch abweieht, 
6'2. x P. Muretiana Moritzi. (P. subintegn folia x viscosa A. Kern.), 
63. x J\ Din y an a Lagger, {P. superintegrifolia X viscosa A. Kern.). 



64 P. glutinosa Wulf 



H. Cyanopsis Schott. 






- ■» 



■ 



J. Kablikia Opitz. (Chamaecallis Schott.) 



& 



65. P. minima L. P. serratifolia Gusm. ist eine unwesentliche , etwas starker ge- 
zahnte Blatter besitzende Form und P. Sauteri Sch. zeigt abgestumpfte Blumen- 



blattzipfel. 



i 



• 



66. 




P. Floerkeana Schrad. (P. superglutinosa x minima A, Kern,, hierher oder 
zu einer der nabeslebenden Hybriden P. hybrida Gusm.), . 

67. X P. biflora Huter. (P. Floerkeana X minima v. P. salisbwgensis x minima 
A* Kern.). 

68. x P. Huteri A. Kern. [P. Floerkeana X glutinosa v. P. salisburgensis X gluti- 
wosa A. Kern.). 

69. X P. salisburgensis Florke (P. subglutinosa x minima A, Kern.). 

70. X P. Forsteri Stein. (P. superminima x hirsuta Stein.). Bisher nur am Cadaster 

■ 

im Gschnitzthale Central-Tirols von Obrist gefunden. * ' 

71. X P. Steinii Obrist (P. subminima X hirsuta Stein.). 



72. 




P. pumila A. Kern. (P. minima x oenensis A. Kern.). 



73, P. Allionii Loisl. 



K. Rhopsidium Schott. 



74. P. tyrolensis Schott. (P. Allionii Koch non Loisl.). 

* 

75. P. T'etizo/ Huter [P.venzoides Huter oiim, P. tyrolensis x irw//ewtawa A. Kern.). 

» 

L. Erythrodrosum Schott. 

76. P. oenensis Thorn. 4 852. (P- daonensis Leyb, 1$54,; 

77. P. confinis Schott. 

78. P. pedemontana Thorn. 

79. P. villosa Jacq. (Koch p. p. min., P. mma Gusm, non Lam.). 

80. P. hirsuta All. (P. viscosa Vill. nee All., P. villosa Koch p. p.), Hierher auch 
Sieber's Exs. * * 

81. X P. Berninae A. Kern. (P. hirsuta X viscosa A. Kern., P. graveolenti X vil- 
losa Christ) . 

8i. P. viscosa All. (P. hirsuta Vill. nee AIL, P. graveolens Heg., P. latifolia Lap.). 

83. P, commutata Schott. 

* 

• * 

84. P. pubescens Jacq. (P. superauricula x hirsuta A. Kern., P. rhaetica Gaud., 
P. helvetica Don. Schl.). 

Hiervon stammen s&mmtliche Aurikeln unserer Garten ab. 

85. P. Arctotis A. Kern. (P. subauricula X hirsuta A. Kern.) # 

86. P. GoebliiA, Kern, (P. superauricula X villosa Stein, P. Auricula xvillosa A. Kern.). 

87. P. Kerneri Gobi et Stein. (P. subauricula x villosa Stein.). 

t 

88. P. alpina Schleich. (P. superauricula x viscosa Stein, P # rhaetica Koch non 
Gaud., P. intermedia h. angl. non Portschlg,). 

■ 



89. P. Peyritschii Stein. (P. subauricula x viscosa Stein, P. viscosa major h. angl.}* 

90. P. discolor Leyb, (P. superauricula x oenensis A« Kern.), 

91. P, Portae Huter (P. subauricula X oenensis A. Kern J. 



ir*- » 



. i 






























- '•■ Pflanzenffeogtaphie und Pflanzengeschiehte ersehieneneii Arbeiten. 



211 















M. Auricula Tournf. - ; 

92. P. Balbisii Lehm. (P. ciliata Moretti non Schrank). Nach Obrist's Mitthei- 
lungen in Iudicarien die Pflanze der tieferen Lagen, wo sie meist P. Auricula 
vertritt, ohne sie jedoch immer auszuschlieBen. In Steiermark scheinen beide 

■ 

Arten untermengt vorzukommen. ' • 

93. x P. Obristii Stein. [P. super-Balbisii X Auricula Stein.), 

94. x P. similis Stein. (P. sub- Balbisii X Auricula Stein.), 

95. P. Auricula L. 



t r 



96. P. Palinuri Petagn. 

■ 

97. P. marginata Curt. (P. crenata Lam.). f 

98. P. venusta Host. (P. Auricula X carniolica A. Kern.;. 

P. Weldeniana Rchb., wahrscheinlich P. Balbisii x spectabilis , wurde 1856 im 
Breslauer botan. Garten cultivirt. 

■ 

99. P. carniolica Jacq. et var. multiceps Freyer. (P. Freyeri Hladn., P. Jellenkiana 

Frey,]. 

Westermaier, M,: Beitrage zur vergleichenden Anatomie der Pflanzen. 

Sitzber. der K. Akad. d, Wissensch. zu Berlin. 24. Nov. 1881, p. 1050 
1064. 

Der Verfasser betritt hier ein Gebiet, fiir welches der Referent schon mehrfach die 






Systematiker zu interessiren versuchte, die Yerwendung anatomischer Gharaktere bei 
der Feststellung der Verwandtschaft. Sehr richtig bemerkt der Verfasser, dass je klarer 
das Licht, welches die Physiologie der Gewebe iiber die Pflanzenstructur vtrbreitet, urn 
so durchsichtiger diejenigen anatomischen Yerhaltnisse erscheinen, auf die es bei Beur- 



• • 



theilung der Verwandtschaft der Gewachse ankommt. 

Kamienski hatte in seiner vergleichenden Anatomie der Primulaceen sich dahin 
ausgesprochen . dass der anatomische Bau fiir den engen Formenkreis der Primulaceen. 






T r 



die Verwandtschaft nicht zum Ausdruck bringe. Der Verfasser versucht nun zu zeigen, 
dass dennoch die Glieder dieser Familie, von einem gewissen Standpunkt aus betrachtet, 
einen gemeinsamen anatomischen Grundzug durchschimmern lassen. Kamienski hat 
z. B. nicht beachtet, dass bei Primula sinensis ein betrachtliches Stuck des unter der 
Blattrosette befindlichen Stammtheiles oberirdisch und aufreeht , bei den Vertretern 
seines zweiten, dritten und vierten Typus [Primula Auricula, elatior, farinosa) aber 
unterirdisch ist. Damit hSngt denn auch zusammen, dass beide Typen andere Bauver- 
haltnisse zeigen miissen ; bei dem ersten Typus liegt die Forderung einer gewissen 
Biegungsfestigkeit vor, bei dem zweiten aber nicht. Fehlerhaft war es auch, dassKa- 
mien ski diesen 4 Typen Hottonia als fiinften Typus im Stengelbau gegeniiberstellte, 
anstatt einfach diesen Wasserpflanzentypus anatomisch-physiologisch aufzufassen. 

Als einheitlichen anatomischen Grundzug innerhalb der Primulaceen erkennt der 
Verfasser das Vorkommen eines Bastringes mit innenseitig angelegten Mestombundeln 
in den vereleichbaren Organen der Primulaceen. Aus folgender Tabelle ist ersichtlich, 
dass der Bastring alien in der Rubrik 1 genannten Organen zukommt, aber auch in einer 
Reihe von Organen auftritt, bei welche.n die Anforderungen der Biegungsfestigkeit zu- 
riicktreten oder irgendwie modificirt sind. 



i 









i. 



. ; Organe mit unbedingten Anspriichen auf 
Biegungsfestigkeit. 

a. mit Bastrin?, 



-,-» 



Bliitenstiel 



• 



^S 



von AsteroUum stellatum, Cortusa Mat- 
- thioli. 






ii. 



. 









Organe mit irgendwie modificirten An* 
spruchen auf Biegungsfestigkeit. . 



a. mit Bastring. 



. ■ : ■ 



Bliitenstiel 















1 



von Lysimachia nemorum ■■ , Anagallis 

- 

arvensis, caerulea. 

14* 









r 






■ 



212 



Obersicht der wichtigereii und umfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systematik, 






Bliitenschaft 

der untersuchten Primula- und Andro- 
sace -Arten, von Dodecatheon spec, 
Hottonia palustris, Soldanella montana, 
Bryocarpum paradoxum, Cortusa Mat- 
thioli. 
Laubaxe 

von Trientalis europaea, Lysimachia 
vulgaris, ciliata , punctata, thyrsiflora, 
Samolus Valerandi, Corismonspeliensis. 

b. ohne Bastring. 
Keine Beispiele bekannt. 



Bliitenschaft 
von Soldanella alpina. 






Laubaxe 

von Glaux maritima , Centunculus mi- 
nimus. 



b. ohne Bastring. 
Bliitenstiel 

von Lys. Nummularia. 
Bliitenschaft 

von Cyclamen europaewn. 



Laubaxe 



























von Gregoria Vitatiana, Lysimachia 

-■ 

Nummularia , nemorum, Anagallis ar- 
vensis , caerulea , Dionysia revoluta, 
Asterolium siellatum. 
(Vergl. auch Mandschurisch-japanisches Gebiet.) 

+ Bhodoraceae. 

Hildebrandt, P.: Uber die Blilteneinrichtuns von Rhodora canadensis. — 



1881, p. 501—502. 

Die Bliite von Rhodora canadensis ist in ihrem ersten Zustande nicht bestaubbar; 
denn obgleich die Narbe vollstandig entwickelte secernirende Papillen hat, so liegt sie 
doch fest in der Blumenkrontasche eingeschlossen und die Best&uber konnen aus der 
Bliite nur den Pollen holen. Erst nach einiger Zeit glitscht bei Beriihrung des Griflel- 
grundes und schliefilich von selbst die Narbe aus der Kapuze hervor und tritt vor die 
Antheren, so dass sie nun leicht bestfiubt- werden kann. 



Hosaceae. 



Decaisne, J.: 1. Du poirier et du cidre. 



2 



Reponse aux critiques de 



M. Th. Wenzig relativement a mon memoire sur les Pomacees. — Ex- 
trait de la Flore des serres et des jardins de l'Europe, XXIIL fasc. 3. 
8 p, avec pi. 



Rubiaceae. 

Baillon, H.: Sur la valeur du genre Rhyssocarpus Endl. — Bull, de la Soc. 

Linn, de Paris 1881, p. 302, 303. 
Miiller, J.; Rubiaceae I, Tribus Retiniphylleae , Guettardeae, Chiococceae, 

Ixoreae, Coussareae, Psychotrieae. —Flora brasiliensis fasc. 84, p. 1 

_470, t. 1—67. — F. Fleischer, Leipzig 1881. 

Diese Arbeit umfasst annahernd die Halfte der sammtlichen brasilianischen Rubia- 
ceen, namlich soviel.als der Verfasser in der gegebenen Lieferungsfrist in abgerundeten 
Tribus vollsttindig fertig zu bringen vermochte. AulSer den Spermacoceen und Galieen 
sind sammtliche Tribus der Rubiaceen mil 4-eiigen Fruchlknotenfachern , namlich die 
Guettardeae, Chiococceae, Ixoreae, Coussareeae nnd Psychotrieae, nebst den Retiniphylleen 
mit 2-eiigen Ovariumfachern ausgearbeitet. Im Ganzen sind 16 Gattungen mit 668 Arten 
aufgefiihrt und von letzteren sind 83 Arten auf 73 Tafeln abgebildet und analytisch 



- 









- 















• 






Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten* 



213 















dargestellt oder doch wenigstens durch characteristische Bliiten- oder Fruchtanaly- 
sen repr&sentirt. Die Behandlungs- und Darstellungsweise ist dieselbe wie in der 
fruheren groCen Arbeit desselben Verfassers iiber die Euphorbiaceen Brasiliens , und 
auch die Materialien haben ihm wie damals in moglich groDer Ftilie aus den verschie- 
denen Museen und Privatherbarien Europa's zum Studium vorgelegen. Fiihrt man noch 
an, dass die brasilianischen Rubiaceen, namentlich aus diesen so schwierigen Gruppen, 
mit Ausnahme ganz weniger vereinzelter Sammlungen, schon so lange her unbertihrt 
lagen, so erklSrt sich auch die sehr auffallend groCe Anzahl der neuen Arten, die hier 
zum ersten Mai beschrieben wurden. Unter den 668 Species sind namlich 464, also etwas 
iiber 2 / 3 , neu, Guettarda hat auf 15 Arten \\ neue, Ixora hat 21 auf 80, Coussarea 20 auf 
37, Faramea 65 auf 89, Rudgea 61 auf 93, Mapourea 57 auf 70 und Psychotria 194 auf 257. 
Einige polymorphe Species enthalten auBerdem eine grofie Reihe von neuen Varietaten. 

Von Gattungen fanden sich nur 2 neue vor, namlich Bellynkxia und Conydonidj die 
erstere mit Ixora und Coffea, die letztere mit Declieuxia verwandt. 

Dagegen wurden einige selbst von Benth. u. Hook, in Gen. pi. noch adoptirte Ge- 
nera reducirt. Homaloclados wird bloB Section v. Faramea ; Nonatelia, Palicouria, Ce- 
phaelis und Ipecacuanha mussten aus zwingenden Griinden mit Psychotria verbunden 
werden, jedoch erst nach sorgfaltig durchgefiihrter und auf das Albumen begriindeter 
Abtrennung von Mapouria. Das sonst ebenfalls sehr nahe Genus Rudgea bleibt seines 
eingerollten Albumens halber aufrecht. Wichtige neue Charactere lieferten die Inser- 
tionshohe der Staubfaden auf der Krone, der Anheftungspunct der Anthere auf dem 
Filament, der Ambitus der Antheren ; dagegen unterliegen die Lange der Filamente und 
der Griflfel bedeutenden und sehr haufigen Schwankungen des Dimorphismns. 

Trim en, H.: Cinchona Ledger tana a distinct species. — Journ. of botany 

1881. p. 321. 

Alle im Osten cultivirten Exemplare der Cinchona Ledgeriana Moens stammen von 
Samen, welche 1865 an den fast unzuganglichen Ufern des Rio Mamore in Bolivia gesam- 
melt wurden, Der Verfasser bestreitet, sich den Ansichten von Moens anschlieCend, 
dass die Pflanze in naherer Beziehung zu C. Calisaya Wedd. stehe und giebt eine ein- 
gehende Beschreibung , aus der hervorzuheben , dass die Blatter immer in der Mitte am 
breitesten sind, die Bluten klein auf kurzen abstehenden Bliitenstielen, die Knospen am 
Ende nur sehr wenig oder gar nicht verbreitert sind , dass die Blum en krone nrohre in 
der Mitte etwas aufgeblasen ist und die Abschnitte rein weiC sind. 









i 



Salicaceae. 



. 



. 









Gandoger, M.: Salices novae. — Flora 1881, p. 129—136, 316—320, 330 



334. 






• 






Der Verfasser ist im Besitz der von Serin ge benutzten Weidensammlungen und 
verfugt nach seinen Mittheilungen auch sonst liber ein sehr reiches Material, — Das- 
selbe wird leider dazu benutzt, um jede etwas abweichendeForm als Art zu beschreiben. 









Saxifragaceae. 






■ 



In den Litteraturbericht des II. Jahrg. pag. 334 ist durch Auslassen der tlberschrift 



• 









»Saxifragaceae« Cephalotus unter die Sarraceniaceae gerathen. 

Eichler, A. W.: Uber die Schlauchblatter Cephalotus follicularis LabilL 

Mr * 

Jahrb. des Berliner bot. Gartens 1881, p. 193—197, mit 2 Holzschn. 

Es wird entwicklnngsgeschichtlich nachgewiesen, dass der Schlauch von Cephalotus 
sich durch Einstiilpung von der Oberseite des Blattes her bildet und dass dabei das End- 
stuck der Blattanlaee zur Kanne wird, wahrend der Deckel an der Grenze von Kanne 
und Stiel, ahnlich fast wie eine Ligula hervorwachst. Zum Vergleich wird auch die 
Entwicklung des Blattes von Nepenthes besprochen ; der Schlauch bildet sich hier wie 


















■ 












214 



■ 



Ubersicht tier wichtigeren und iiinfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systematlk, 



bet Cephalotus] aber Kanne und Deckel verhalten sich umgekehrt, wie bei jener Gattung; 
der Theil der Blattanlage, welcher bei Cephalotus zur Kanne wird, giebt bei Nepenthes 
den Deckel und der Kannentheil von Nepenthes entspricht dem Deckel von Cephalotus. 



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(Vergl. auch Mandschurisch-japanisches Gebiet.) ' ■' !»' 



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Scrophulariaceae. 






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Lojacono, M.: Osservaz. sulle »Linarie« europ. della sezione Elatinoides 



24 p. 8<>. — Palermo 1881. 









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Maximowiez 



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et Cymb 

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icz, C. J.: De Monochasmate hujusque generibus affinibus Bunqea 
nbaria. — Mem. de PAcad. imp, des sc. de St, Petersb. 7. ser. 



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XXIX. 3. p. 54—67 mil 3 Taf. 4°. 

Die Euphrasieae werden von Bentham in 2 Serien getheilt, erstens in solche mit 
ungleichen Antherenfachern oder nur einem Antherenfach und in solche mit gleichen 
Fachern, Letztere besitzen entweder melireiige oder zweieiige Facher. Zu ersteren 
gehoren einige Gattungen, bei welchen dem Keleh % Bracteen vorangehen. Diese Gat- 
tungen Schwalbea, Siphonostegia t Cymbaria, Bungea und die von Maximowiez neu aufge- 
stellte Gattung Monochasma stehen einander in folgender Weise gegenitber. : 



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A. Caules e radice subsolitarii, a basi foliis rite evolutis instruct!. 






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Placentae jam ante capsulae maturitatem a valvis ejus solutae. , 

Schwalbea. 









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Placentae valvis adnatae cum illis post seminum emissionem cadentes. 






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Siphonostegia. '-, 

B. Caules e radice plures, basi dense foliis squamiformibus obsessi, quae sursum 
paulatim in normalia abeunt. 

sertnms testa spongiosa, 



Capsulae secus utramque suturam dehiscenles, 
embryo longitudine albuminis parci. 



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Calyx 4-merus, capsula acuminata 

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Calyx 5-merus, capsula obtusa 






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Bungea. 

■ 

Cymbaria. 



Capsula secus suturam unicam aperta, seminis testa tenuis, embryo minu- 
tus in albumine copioso ' ' Monochasma. 

Diese neue Gattung ist auf die von Fortune in Amoy (n.76) gesammelte Pflanzen ge- 

Siphonostegia erklSrt hatte. 



griindet, welche Bentham fur die dritte Art der Gattung 

Ferner gehort hierher die von L. M. Moore ate Bungea Sheareri beschriebene Pflanze 
von Kiu-kiang. 



• 



Zu Bungea gehort auOer der in Persien und Kleinasien vorkommeoden B. trifida C.A.. 
Meyer die neue B. turkestanica Maxim. v 

Zur Gattung Cymbaria gehoren auCer den beiden friiher bekannten Arten C. borys- 
thenica Pall, und C. daurica L. noch C. mongoUda Maxim., von Przewalski in der 
siidwestlichen Mongolei auf dem Alaschan und im westlichen China am oberen Ho- 

■ 

angho ontdeckt, - " ■ - ; ■' ...... 



Trelease, W.: Fertilization of . Scrophularia. 

1881, n, 12, p. 133—140. 



Bull, of the Torrey Club 



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Eine sehr griindlicheDarstellung derBest&ubungsverhaltnissevon Scrophularianodosa. 
Die Blute ist protogynisch, der Griffel ausgestreckt, die Narbe etwas nach oben gerich*- 
tet. Langere Zeit nachber treten die Staubblatter an dieMundung der Corolle, die An- 
theren liegen gerade am Grundedes zuruckgebogenen Lappens und schiessen ihren Pollen 
aus; das untere Paar der Antheren reift zuerst Die Besucher sind Wespen, Bienen 
und Ameisen , vorzugsweise die ersteren. Wenn der Insectenbesuch eingetreten ist, 
findet man die Narbe vor dem Ausstauben der Antheren befruchtet und ihren Griffel 
nach unten gebogen; es functionirt die Blute dann als mannliche. Den Abort des fiAnf- 









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Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



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215 



I 

ten Staubblattes erklart der Verfasser so I Ware das fiinfte Staubblatt fruchtbar und 






wiirde sein Pollen auf das Nectar holende Insect fallen, so wiirde doch dieser Pollen bei 



der Befruchtung nicht verandert werden , da das Insect mit dem Korpertheil , welcher 

den Pollen empfangen wiirde, die Narbe nicht beruhrt. 

Nach Herbarexemplaren zu urtheilen, ist die Protogynie bei vielen Aden von Scro- 
phularia verbreitet : Scr. arguta besitzt cleistogene Bluten. 

(Verel. auch Mandschurisch-japanisches Gebiet.) 









, 






Solanaceae. 



• 









Hieronymus, G.: Sobre una planta hibrida nueva, formada por el Lycium 

elongatum Miers, y el Lycium astroides Schlecht. — Trabajo suelto del 

Boletin de la Academia National de Ciencias. T. IV entr. I, 6 p. 8°. 

, . ' ■ ■■ ■ 

Buenos Aires 1881. 

■ % 

Beschreibung von Lycium elongatumWiers, L. elongato-cestroides Hieron. und Abbil- 
dung derselben. Friiher beschrieb der Verfasser in Bd. II, p. 32—47 derselben Zeit- 
schrift L. argentinumxcestroides und L. cestroides. 

(Vergl. auch Mandschurisch-japan. Gebiet.) 

Umbelliferae. 

Celakovsky, L.: Cber einige Bupleurum-Arten. — Ost. bot. Zeil 



, ' • 



p. 381—385. 






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Bupl. Gerardi Jacq. var. virgatum Rchb. wurde auch in Bdhmen im oberen Prager 
Moldauthal auf dem Berg Homole bei Wrau gefunden. 



• 



Bupl aristatum Bart!, v . opacum wird von Sardinien und Croatien constatirt. 



■ 



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Urticaceae. 






i 



Antoine, Ch.: Memoire s. les chanvres de l'Anjou, du Maine et de la Tou- 

v raine. 41 p. 8° av. 7 plchs. Angers 188 
Demeter, K.: Zur Histologic der Urticaceen mit besonderer Berticksichti- 

tmne der Boehmeria biloba (ungar.). 43 p. 8° mit 2 photogr. Tafeln. 



Kolozsvart 1884. 









(Vergl. auch Mapdschurisch-japan. Gebiet.) 



Valerianaceae. 



■ ■ 



Bonnet, E.: Note pour servir a Thistoire botanique de quelques Valeria- 



nees. 



Le Xaturaliste 1. avril 188 1. 4 2 p. 8«. 

Betrifft Valeriana officinalis L. und V. sambucifolia Mikan. 



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Vitaceate. 



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Ann. des sciences nat. 6. 






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Arbaumont, J. d': La tige des Ampelidees. 

ser. XI, 70 p. avec 4 planches. 

. Diese Ab.handlung handelt von der anatomischen Structur und Entwic.klungs- 
geschichte der Vitaceen, sowie von denjenigen histologischen Merkmalen, welche bei der 
Classification der Arten benutzt werden kdnnen. Der Verfasser untersuchte 85 Arten 
und Varietaten, darunter 28 lebend. - 

Der Verfasser findet vor dem Auftreten der Tracheiden am Scheitel einen homoge- 
nen Mantel von Bildungsgewebe, welche Mark und primare Rinde vollkommen scheidet; 
dieser Gewebsmantel wird vom Verfasser als Procambium bezeichnel. 





















216 



■ 

Ubersicht der wichtigeren und umfassenderen, im Jalire 1881 fiber Systematic 



Histologische Verschiedenheiten sind insofern vorhanden , als bei den einen der 
Xylemcylinder vollstandig verholzt ist, wahrend er bei den andere zahlreiche diinnwan- 
dige Zellen enthalt. Dies ist sowohl bei Vitis wie bei Cissus der Fall und ist dieser ana- 
tomische Character fiir die systematische Gruppirung nicht verwendbar. 

Arbaumont, J. d\: Sur la position des faisceaux dans la tige, la feuille et 

les bourgeons de quelques plantes de la famille des Ampelidees. 



Bull, de la soc. bot. de France 1884 7 p. 278 — 286. 



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Jahrb. des Berliner 



• bot. Gartens 4881, p. 188—192, mit Taf. V, 

Es werden einige Zweigstiicke von Vitis aus dem Herbar Alexander Braun's 
besprochen , welche auf das Schlagendste darthun , dass die Weinrebe ein Sympodium 
ist. Die Ranken sind an diesen Exemplaren starker als gewtihnlich entwickelt und ha- 
ben in Folge dessen den Sympodialspross, der sonst die Ranke zur Seite wirft, ihrerseits 
in mehr oder weniger axillare Stellung zuriickgedrangt und sich selbst entsprechend 
aufgerichtet. 

Engelmann, G.: Wild grapes: Vitis Labrusca, V. aestivalis, V. riparia, 

V. cordifolia. — Transactions of the Academy of Science of St, Louis. 



Vol. IV. Nr. 1. 



Millardet 



A*: Notes s. les Vignes Americaines et Opuscules div. s. le 
meme sujet. 405 p. gr, 8°. — Bordeaux 1881. 

Planchon, J. E.: Les vignes du Soudan de feu Th. Lecard. — Comptes 

rendus, seance du 6. juin 1881. 

Ftinf von L 6 card gesammelte Vitaceen Senegambiens stehen hinsichtlich ihrer 
Merkmale in der Mitte zwischen den Cissus mit 4 gekreuzten Blumenbiattern, denAmpe- 
lopsis mit 5 Blumenbl&ttern und den eigentlichen Vitis \ sie stellen eine eigene Gruppe 
dar, welche Planchon Ampelo- Cissus nennt. Die Zahl ihrer BlumenblStter ist vertin- 
derlich; ihre Samen sind dick, abgeplattet, mit einem hervorspringenden Kiel versehen, 
welcher den absteigenden Theil der Rhaphe tragt und auf dem Riicken eine spatelfor- 
mig verlangerte Depression zeigt. Die Blatter erinnern an die der europaischen Vitis. 
Es gehoren zu dieser Gruppe Ampelo- Cissus von friiher beschriebenen Arten: F. latifo- 

lia Roxb., V. caesia Afzel. {Cissus rufescens Rich.), F. abyssinica Hochst., V. Schimperi- 

ana Hochst. 

Anhang* 

Fournier, E.: Kritisches Referat tlber das Werk: Saint -Lager: Reforme 

de la nomenclature botanique, Bailliere et fils. Paris 1880. 18 p. 4°. 
Sep.-Abdr. aus dem Journal des savants 1880, 



B. Artbegriff, Variation, Hybridisation, Blumentheorie etc. 

Potonl6, H.: Aufzahlung von Gelehrten, die in der Zeit von Lamarck bis 

Darwin sich im Sinne der Descendenz-Theorie geMuBert haben 7 mit 
Bevorzugung der Botaniker. — Osterr. bot. Zeitschr. 1881, p. 34 5 
322, 352—357, 

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Zwar haben schon Darwin selbst und Seidlitz, sowie auchG odron, ein Gegner 
der Entwicklungstheorie, eine grofie Anzahl von iilteren Forschern namhaft gemacht, welche 
Lamarck's Descendenz-Theorie beifftllig aufnahmen, dochzeigen dieAngaben des Ver- 
fassers, dass die richtigen, nunmehr zur allgemeinen Geltung gekommenen Anschauungen 



• 



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Pflanzeiigeographie mid Pflanzengeschichte erschieneneii Arbeiteii. 



217 



auch noch bei mehreren andern Forschern hervortreten, welche das herrschende Dogma 
von der Constanz der Arten nicht ohne Weiteres annahmen. Freilich sind manche der 
vom Verfasser angefiihrten Auflerungen jener Botaniker nicht precis genug, als dass sie 
groBeren wissenschaftlichen Werth beanspruchen konnten; aber sie beweisen doch 
wenigstens, dass das Richtige geahnt wurde. Hervorzuheben sind besonders Moritzi 
4 842, der hauptsSchlich den aufiern physikalischen Ursachen einen Einfluss auf die Um- 
gestaltung der Formen zuschreibt, und Klitzing 1856, 






- 

C. Allgemeine Pflanzeiigeographie und Pflanzengeschichte. 



Bull, de 



Bescherelle, B.: Note sur les mousses des colonies francaises. 

la soc. bot. de France 1881, p. 187—193. 

Verfasser hatte bereits friiher die Moosflora der Mascarenen und Madagascars bear- 
beitet, ebenso die Neu-Caledoniens (1873) und der franzosischen Antillen (1876). Der 
Verfasser vergleicht nun die verschiedenen Moosfloren mit einander und untersucht 
auch die Moosflora einer jeden Colonie mit Rucksicht auf die Nachbarlander. Es ist 
von Interesse zu sehen, wie auch die Moose trotz der weiten Verbreitung mancher Arten 
ahnliche Beziehungen aufweisen, wie sie schon lange von den Bliitenpflanzen der ge- 
nannten lnselgebiete bekannt sind. So sind von den in Neu-Caledonien vorkommenden 
113 Arten nur 30 weiter verbreitet, 13 im Osten, auf den Samoa- und Fidji-Inseln , 9 im 
Westen, an den Kiisten Australiens, 18 auch in Java. Die Mascarenen und Madagascar 
besitzen fast nur eigenthiimliche Formen, mehrere Gattungen sind nur im malagassi- 
schen Gebiet anzutreffen; doch zeigen viele Arten nahe Beziehungen zu Ceylon und In- 
dien. Die Moosflora der Antillen wird nur nach den von Guadeloupe und Martinique 
gewonnenen Erfahrungen besprochen; es geht daraus hervor, dass diese beiden Inseln, 
wenn auch an Artenzahl sehr ungleich, doch eine gleichartige Flora besitzen und dass 

1 

mehr als ein Dritttheil ihrer Moose an den Kiisten Central- und Sudamerikas ver- 

* 

breitet ist. 


















Goppert, H. B.: Beitrage zur Pathologie und Morphologie fossiler Stamme. 

12 p. gr. 4° mit 5 Kpfrt. — Fischer, Cassel 1881. 

Ooze, E.: Pflanzengeographie ftir Gartner und Freunde des Gartenbaues. 

VII. Bd. der Bibliothek fttr wissenschaftliche Gartencultur. 
E. Ulmer, Stuttgart 1882 (erschien jedoch schon im September 1881). 

, Der Verfasser hat im Auge behalten , dass er eine Pflanzengeographie ftir den gebil- 
deten Gartner zu verfassen hatte, er hat es sich daher angelegen sein lassen, vorzugs- 
weise diejenigen Seiten der Pflanzengeographie in den Vordergrund zu stellen, welche 
vorzugsweise fur den Gartner Interesse haben. Das Buch zerfallt in 2 Abtheilungen, 
Grundzuge der Pflanzengeographie und Vegetationsschilderungen. Die Capitel der 
ersten behandeln Pflanzengeschichte, Klima und Boden, Zonen, Physiognomik der Ge- 
wachse, Pflanzenwanderung, Florengebiete, Pflanzenstatistik und Verbreitung der wich- 
tigsten Pflanzenfamilien. In dem ersten Capitel stittzt sich der Verfasser auf linger' s 
Zusammenstellungen aus dem Jahre 1851 und scheint Schimper's Traits de pal6onto- 
logie v6g6tale 9 der bekanntlich jetzt auch nicht mehr genugt, nicht zu kennen. In den 
folgenden Capiteln folgt der Verfasser hauptsachlich den Lehren Grisebach's, Das 
letzte Capitel ist wohl fiir den Gartner recht niitzlich, doch h&tte nach Ansicht des Refe- 
renten die fiir den Gartner so wichtige und pflanzengeographisch so interessante Familie 
der Coniferen eine viel ausgedehntere Behandlung verdient, auch w£re es niitzlich ge- 
wesen, wenn fiir die Familiennamen, sowie fiir sonst vorkommende Pflanzennamen dem 
Buch ein Register beigegeben worden ware. In der zweiten Abtheilung behandelt der 















♦ 
























1 






218 



Ubersicht der vvichtigeren und umfassenderen, im Jahre 1881 fiber Systematik, 



Verfasser die Vegetationsbilder in der Welse, dass er geographische Gebiete, nicht 
pflanzengeographische der einzelnen Erdtheile bespricht; der Verfasser zeigt hierbei 
genugende Bekanntschaft mit der Litteratur; atich giebt derselbe Auskunft uber die 
Pflanzen, welche aus den betreffenden Gebieten als Gartenpflanzen nach Europa einge- 



fiihrt wurden. 






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Australien ist von Baron F. v, M till er behandelt. 

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Jedenfalls ist das Buch alien Gartenfreunden wohl zu empfehlen , doch hoffen wir, 
dass der Verfasser bei Abfassung einer zweiten Auflage manchen Fragen etwas freier 
gegeniiberstehen wird, als dies jetzt noch der Fall ist. Ist doch gerade die Pflanzen- 
geographie derjenige Theil derBotanik, welcher bei dem Lehrenden mehr Erfahrung, 
als in andern beschr&nkten Gebieten der Botanik beansprucht, wenn auch anderseits 
gerade auf diesem Gebiete der wenig wissende Hcirer leicht durch schtinklingende, auf 

■ 

oberfljichlichem Studium beruhende Phrasen zu gewinnen ist. 












Kuntze, O.: Um die Erde. Reiseberichte eines Naturforschers. 488 p. 8°. 
.. Frohbere;, Leipzie; 4881. • 

Die Reiseberichte wurden auf der Reise selbst, wenn auch ofters einige Zeit nach 
dem.Besuch der geschilderten Lender verfasst. Da die Berichte fur Verwandte und 
Freunde bestimmt waren, so ist die Darstellung eine popul^re; es fehlt aber nicht an 
botanischen Bemerkungen, die von der Beobachtungsgabe des Verfassers Zeugniss geben 
und wer sich fiir das Vorkommen tropischer und subtropischer Gew&chse, sowie fiir 
Verwendung derselben und Pflanzenproducte interessirt, wird gut thun ; das Buch nach- 
zuschlagen, zumal der Verfasser sich der Miihe unterzogen , einige botanische Register, 
eines fiir Culturpflanzen, eines fiir die vorkommenden Pflanzennamen, eines fiir Phyto- 
graphie und Biologie zusammenzustellen. " . ^ 



■ 

Nathorst, A. G.: Beratlelse afgifven till kongl. Vetenskaps Akademien, om en 

med understod af allmanna medel utfird vetenskaplig resa till Scbweiz 
oeh Tyskland. (Bericht, an die schwedische Academie der Wissen- 
schaften, Uber eine mit Staatsmitteln unlerstUtzte wissenschaftlicbe 

* * '. r ft • W • .. -J «- 1 

Rcise nach der Scliweiz und Deutschlund.) Ofversiet af Vet. Akade- 






miens Forbandlinears 1881, Nr. 1, p. 61 

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84 mit einer Tafel. 






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Es wird zuni Theil uber neue Funde von Glacialpflanzen in der Scliweiz und in 
Mecklenburg (was schon friiher in dieser Zeitschrift ausfiihrlich behandelt worden tst), 
zum Theil auch uber Beobachtungen einiger mesozoischen fossilen Pflanzen in den ver- 
schiedenen Museen berichtet. Nach Vergleich zwischen den Keuperpflanzen und den 
raetischen wird hervorgehoben , dass die nahe Verwandtschaft einer ziemlich grofien 
Zahl von Arten der beiden Formationen ganz sicher beweist, dass ein Theil der raeli- 
schen Flora Europas unmittelbar aus der Keuperflora entsprungen sein muss. Eine neue 
Conifere, Cyparissidium /tem^Nath, , von »Neue Welt« bei Basel wird beSchrieben und 
abgebildet, sowie auch einige gut erhaltcne Scheiden von Equisetum arenaceum Jtiger sp., 

-welche, wie bei einigen jetzigen Equiseten, mit kleinen Knorpeln (von Kieselerde?) 
versehen sind. Betreflend raetische Pflanzen mochte hervorgehoben werden, dass die 
Fiederchen von Cladophlebis Hoesserti Presl zuweilen deutlich gezjihnt sind und dass folg- 
lich die Art mit C. nebleensis Brongn. identisch sein muss, dass die Rhizome von Dictyo- 
phyllum [Rhizmnopteris Schenkii Nath.) auch in Franken vorkommen, dass Sc hank's 

-Nilssonia polymorpha auch 2V. brevis Brongn. umfasst, dass Pterophyllum Munsteri Goepp. 
sp. eine echte Nilssonia ist und zwar ungemein nahe mit N. compta aus dem Oolith vcr- 
wandt, Anomozamites Schaumhergensis Dkr. sp. aus dem Wealden ist aber auch eine 
Nilssonia und das Vorkommen der Gattung im Tertiar (auf Sachalin) wird folglich nicht 
so unerwartet. Es wird schlieGlich nachgewiesen, dass Dewalquea haldemaniana Sap. 















* 


















Pflanzengeographie und P'flanzeiigeschichte erschieneneu Arbeiten* 



219 









et Mar. mit Br on gniart's Cycadites Nilssoni von Kopinge bei Ystad identisch ist, und 
die Art ist folglich Deivalquea Nilssoni Brongn. sp, zanennen:. H 9ll«>fo-i{[tf M 

Nathorst, A. G.: Om spar af nagra evertebrade djur m. m. och deras pa- 
leontologists betydelse. (liber Fahrten von einigen Evertebraten und 
die Bedeulung derselben in palaontologischer Hinsicht.) Svenska Ve- 
tenskaps Akademiens Handlingar. Bd.. (8, Nr. .7. Mit II Tafelnjn 



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Lichtdruck. 4°. 



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sh. mit Fahrten von Thieren betasst, 
ist dennoch ihr Hauptzweck ein pflanzenpalaontologischer. Der Verfasser hat n&mlich 
Experimente mit einer Mehrzahl von niedrigeren Thieren angestellt und dabei gefunden, 
dass eine groCe Mcnge von den Fahrten derselben eine t&uschende Ahnlichkeit mit 
Ge^enstanden haben, welche bisher fiir fossile Algen betrachtet worden sind. Es wird 



auch dabei hervorgehoben, dass das Vorkommen dieser Gegenstande — wie Cruziana, 
Eophyton u. i« w. — in den Schichten ein solches ist, dass schon dieses beweist, dass 
sie Fiihrten sein m listen, was leider sehr vide derPalaontologen nicht beachtet haben, 
so dass sie daher Zeit, Arbeit und Kosten auf die Beschreibung vollkommen werth- 
loser Objecte vergeblich verwendeten. 



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Oder zu envahnen, es sei nur die merkwurdige Thatsache hervorgehoben , 
Meereswurmer — wie Goniada maculata Orsted und Glycera alba Rathke — giebt, deren 
Fahrten constant verzweigt sind und so eine merkwurdige Ahnlichkeit mit den Chon- 
driten und anderen Algenformen erhalten. Diese Wurmersind Tm Meeresscblarrime 
von 15 Fu6 tief ungemein httuflg, und man braucht nur solchen Schlamm heraufzuholen 
und in Gef&Be zu gieCen, urn nach einigen Stunden die ganze Flache desselben mit 



diesen algenahnlichen Fiihrten bedeckt zu finden. 






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Der Verfasser vergleicht nun dieThierfahrten mit den Algen »incertae sedis«, welche 
in Schimper-Zittel's Handbuch der Palaontologie von Schimper aufgenommen 
sind, und meint, dass die meisten derselben nur Thierfabrten darstellen. Solche sind 
ohne Zweifel alle Chondrophyceen , Arthropkyceen und Vhysophyceen ohne Ausnahme, 
sowie auch die Mehrzahl der Caulerpiten , Cylindriten, Palaeophyceen und Palaeochon- 
driten, und wenigstens ein Theil der Mesochondriten , Seochondriten und SphaerococcUen. 
Fur Bildungen rein unorganischer Natur werden mil Riimer die Oldhamien. betrachtet 
und obschon die Alectoruriden noch nicht erklart werden ktinnen, meint der Verfasser, 
dass die Deutung derselben als auf irgend eine mechanische Weise entstandenen Objecte 
nur eine Zeitfrage sein kann. Schon 1873 hat der Verfasser zu beweisen versucht, dass 
Eophyton Fahrten von durch Stromungen im Wasser mitgeschleppten Pflanzen (Algen) 
sind und hat dabei ahnliche Formen vom jetzigen Meeresufer abgebildet und beschrieben. 
Die Experimente, welche jetzt ausfuhrlich in dieser Arbeil beschrieben und von Abbil- 
duneen beeleitet sind, beweisen vollkommen sicher, dass Eophyton in der erwahnten 

•Weise entstanden sein muss, * • . 

Die Tafeln sind alle in Lichtdruck hergestellt und zeigen theils die Fahrten, welche 

"die Thiere im weichen Gypse selbst hervorgebracht haben, theils Gypsabgiisse ihrer 

Fahrten im weichen Meeresschlamme. 



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Zeilschr. der deutschen geolog. Gesellsch. XXXIII. Bd. 
■»'i. Heft (1881), p. 176 "" ^ :; TOl/ - l 



pflanzen. 



181. 



"Zieno. A. de: Flora fossilis formationis oolithicae. Le Piante fossili dell' 



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Oolite descritte ed illustrate. Vol. II., punt. 2. Padova 1881. foi. 



., (p, 49—120) c, tab. 30—37. 



• Padova 1881. 


















220 



Ubersicht der wichtigeren und iimfasseuderen, im Jahre 1881 fiber Svstematik, 



* 















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D. Specielle Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte. 









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Nordliches extratropisches Floreureich. 



. 















•* T 






A. Arktisches Gebiet. 



Kollbrunner 

Nordens 






Uber 






Jahresber. der ostschweizerischen geographisch-commer- 
Hschaft fUr 4880/81. 49 p. 8». St. Gallen 1881. 

Der Verfasser hat einerseits die jetzigen Verhaltnisse des hohen Nordens, anderseits 
die Beziehungen seiner fossilen Flora zur Pflanzengeographie und -Palaontologie der 
Schweiz nach Heer's bekannten Arbeiten behandelt. Der vorliegende Theil handelt 
der fossilen arktischen Flora. 



von 









M'Nab. W 



Journ. of the Linn. Soc. XIX (1881), p. 135—138. 

U Stuck Treibholz wurden an verschiedenen Localitaten von der englischen Nord- 



polexpedition gesaramelt. Es getang nur die Gattungen festzustellen; W der Holzer sind 
Coniferen, 2 Dicotyledonen ; die meisten Holzer gehoren einer Picea an, die beiden 
Dicotyledonenholzer gehoren zu Populus. Wahrscheinlich ist der Ursprung aller dieser 
HOIzer nordamerikanisch. 









M.: Notationes summatim 



P t 



observationum Florae 



arcticae Norvegiae mandatu et sumptibus civitatis norvegicae poste- 
riore tempore effectarum. ~ Archiv for Malhem. og Naturvidenskab 
V. (1881). Heft 4. 84 p. 8°. — Christiania 1881. 

Beobachtungen uber specielle Verbreitung der Phanerogamen im arktischen Nor- 
wegen nebst Angabe ihrer Nordgrenzen. 






B. Subarktisches Gebiet. 

Batalin, A.: Apereu des travaux russes sur la geographie des plantes de 

1875—1880. 25 p. 8°. — St. Petersburg 1881. 

Der Verfasser giebt in dieser dem dritten internationalen Congress gewidmeten 
Schrift einen Cberblick Uber die in den letzten Jahren erschienenen iloristischen Ar- 
beiten, sowie uber die bedeutenderen in den verschiedensten Theilen des grofien rus- 
sischen Reiches gemachten botanischen Sammlungen. Uber Vieles, was die Schrift 
berichtet, sind die Leser der Botan. Jahrbucher schon unterrichtet, doch finden wir in 
derselben auch Angaben liber Manches, was uns bis jetzt noch nicht bekannt geworden 
ist, zumal mehrere der besprochenen Schriften russisch publicirt wurden. 

Wie erfolgreich die Forschungen Albert Regel's in Turkestan gewesen sind, ist 
bekannt; die Sammlungen aus jenem Gebiet wurden aber noch vermehrt durch Fe- 

Ferner sammelten in Pamir und am Alai Sewerzow und Kuschakewicz, 
Olga Fedschenko in der Provinz Ferghana, von Scharnhorst im Nordwesten von 
Kaschgar. Die Bearbeitungen dieser Sammlungen werden groGtentheils in den »Acta 
horti Petropolitani« publicirt. 

In der Mongolei sammelten auCer Przewalski Potanin, Lomonossowu. a.; 
Maximowicz ist mit dem Verzeichniss der Pflanzen der Mongolei ziemlich weit vor- 
geschritten und soil die Flora der Mongolei auf grofle Strecken hin einformig sein; in 
ihrem nordlichen Theil hat die Flora Ahnlichkeit mit derjenigen der Ebenen Sibiriens 
und ist arm an endemischen Formen. Einige derselben sind jedoch sehr interessant, 



tisow. 









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Pflanzengeographie und Pflanzengeschichle erschienenen Arbeiten. 



22t 






so z. B. die Chenopodiacee Agriophyllum gobicum Bge v ferner die durch holzigen Stamm 
von 7 FuC Hohe ausgezeichnete Isatidee Pugionum cornutum GSrtn. und P. dolabratum 



Maxim, von Ordos. 















- 



♦ 



Durchaus eigenthiimlich ist die Flora von Tangut (Kan-su, Kuku-Nor), welche am 
meisten mit derjenigen von Tibet iibereinstimmt. Maximowicz beschrieb aus dieser 
Flora schon zahlreiche Pedicularis, Corydatis, mehrere Astragalus, Rheum, 4 neue Rhodo- 
dendra, darunter das 12 FuC hohe Rh. Przewalskii Maxim., Lancia tibetica Maxim., ife- 
conopsis racemosa Maxim., Cathcartia in tegrifolia Maxim, etc, 

W&hrend Przewalski's Ausbeute am Lob-Nor fast gleich Null war, brachte er 
reiche Sammlungen vom Nordabhang des Tien-schan mit. Auch auf seiner dritten 

,: 

Reise kam 'der kuhne Reisende durch Kan-su und die Zahl der daher bekannten Arten 
betr&gt jetzt schon 600. Hierzu kommen die leider nur theilweise erhaltenen Samm- 
lungen von Piasetzky aus den Provinzen Hupe Chen-si und Kan-su. 

Die Forschungen im europaischen Russland ergaben naturlich weniger glanzende 
Resultate, doch ist auf manche interessante Ergebnisse der Localstudien aufmerksam 
zu maehen. Die auf die Vegetation in der Umgebung des Onega-Sees bezuglichen Unter- 
suchungen A. Giinther's zeigten, dass die Flora ostlich vom Onega-See sehr verschie- 
den ist von der westlichen. Letztere ist reicher an Arten; im Osten dagegen hat die 
arten&rmere Flora einen mehr nordlichen Charakter durch die Gegenwart von Sagittaria 
alpina W., Atragene alpina L., Larix sibirica Ledeb., Betula fruticosa Pall., Androsace 
filiformis Retz., Rubus humulifolius C. A. Mey., Polemonium pulchellum Bge. Es ist inter- 
essant, dass hier die pflanzengeographische Grenze mit der geologischen zusammen- 
fallt; denn wahrend das hohere westliche Ufer nacktes granitisches Gestein zu Tage 
treten lasst und zahlreiche Inseln und Halbinseln zeigt, ist dies am dstlichen Ufer 
nicht der Fall. Es gehort das Land westlich vom Onega-See pflanzengeographisch noch 
zu Finnland. Auch die Gliederung der Flora im Petersburger Gouvernement zeigt, dass 
der karelische Isthmus (zwischen dem Ladoga-See und dem finnischen Busen nur eine 
Verlangerung von Finnland ist und dass die eigentliche Grenze Finnlands im Siiden 
durch die Newa gebildet wird. Nach der 4878 erschienenen Flora ingrica von Meyns- 
hausen kommen nordlich der Newa, aber nicht siidlich derselben vor: Anemone ver- 
nalis L., Hieracium Btyttianum Fr., Spergula pentandra L*, Betula nana L., letztere siid- 
lich der Newa vertreten durch B. humilis Schr. Interessant ist ferner die Angabe, dass 
im Petersburger Gouvernement auCer dem karelischen Isthmus noch zwei Regionen 
unterschieden werden konnen, im Norden die silurische und ganz im Siiden die devo- 
nische. Die silurische nordlich gelegene Region ist viel reicher als die viel mehr im 
Siiden gelegene und ausgedehntere devonische Region ; sie ist namentlich reich an 
Orchideen; auch kommen nur dort vor: Campanula Trachelium L., Crepis biennis L., 
C. sibirica L. 









Das Gouvernement Nowgorod wurde 1875 durch Gobi erforscht; es wurden 637 
GeffiBpflanzen ermittelt. Im Gouvernement Tver constatirte Bakunin 680 GefaG- 
ptlanzen. Petrowsky publicirte 1880 ein neues Verzeichniss der Ptlanzen des Gou- 
vernements Jaroslaw; in diesem linden mehrere Ptlanzen ihre Nordgrenze, namlich 
Cucubalus bacciferus L., Acer platanoides L., PirusMalus L,, Pirola chlorantha Sw«, Pedi- 
cularis comosa L., Quercus pedunculata L. u. a., hingegen finden hier ihre Siidgrenze : 
Rubus arcticus L., Lonicera coerulea L., Nardosmia frigida Hook., Carex globularis L. u. a. 
In diesem Gouvernement wurde auch der bisher fur exclusiv nordisch gehaltene Ranun- 
culus Purshii Hook, gefunden. Kojewnikow und Zinger verotfentlichten 1880 eine 
Flora des GouvernementsTula; der groBte, siidostliche Theil desselben ist Tschernosem, 
der kleinere nordwestliche von Laubwaldern bedeckt, AuCer den Laubwaldern kommen 
an der Oka Walder von Finns silvestris vor. Die Laubw&lder bestehen hauptsaehlich aus 
Quercus pedunculataEhrh., Betula albaL., Populus tremula L. In der siidlichen Steppen- 












222 Ubersicht der wichtigeren und umfossemleren, im Jalire 1881 fiber Systematik, 



zone allein findet sich Acer tataricum L. Der Einfluss der schwarzen Erde Iritt vorzugs- 
weise in der Wiesenvegetation hervor; fiir sie sind im Gouvernement Tula charakter- 
istisch : *Adonis vernalis L., Linum ftavum L,, Potentilla alba L., *Falcaria Rivini Hort., 
Asperula tinctoria L., Scabiosa ochroleuca L., Aster' Amellus L., Cirsium canum MB., 
C.pannonicumGsMd., *Adenophora lilii folia Ledeb., Salvia verticillalah., Nepeta nuda L,, 
Phlomis tuberosa L. ? Anther icum ramo sum L., jedoch sind nur die mit einem Sternchen 
bezeichneten Arten auf den Tschernosem beschrankt, w&hrend die andern audi auDer- 
halb des Tschernosems auf Kaikboden vorkommen. Endlich giebt es eine Anzahl fiir 
den Tschernosem charakteristische Pflanzen, welche weiter nordlich nur an der Oka 
vorkommen, so Coronilla varia L., Prunus spinosah., Artemisia scoparia W.K,, Serra^ 
tula coronata L., Clematis recta L., Dianthus polymorphic MB. Im siidlichen Theil des 
Gouvernements, wo die Tschernosemschicht schon sehr dick ist, linden sich folgende 
charakteristische Tschernosempflanzen; Dianthus capitatus DC, Gypsophila altissima L., 
Linum perenne L., Amygdalus nana L., Jurinea mollis Rchb,, Scorzonera Marschalliana 
C. A. Meyer, Echium rubrum Jacq,, Allium albidum Fisch., Stipa pennata L., S. capillata 
L.j Triticum rigidum Schrad., Sisymbrium strictissimum L,, Scorzonera purpurea L., 
Trinia Henningii Hoffm., Peucedanum alsaticum L., Centaurea ruthenica Lam. t Iris fur- 

- . - 

cata MB., Astragalus austriacus L., Scorzonera taurica MB., Lychnis chalcedonica L., 
Ceratocephalus orthoceras DC, Fritillaria Meleaqris L., Verbascum orientate MB. 

Bezuglich des Waldes zeigte G obi , dass trotz seiner geringen Hohe die Xordgren- 
zen vieler Pflanzen daselbst erhebliche Abweichungen erfahren. Viele sind hiiufig im 
Westen oder Stidwesten des Waldai; indem sie sich dem Waldai niihern, verbreiten sie 
sich auf den Abh&ngen von Nordwest bis Nord oder Nordost. Anderseits erstrecken 
sich die Verbreitungsgebiete einiger nordosllicher Pflanzen nach Stidwesten und gehen 
von da als lange, schmale Zungen in das Innere von Russland. 

Die Naturforschergesellschaft zu Kasan hat dem Studium der Flora des Ural beson- 
dere Aufmerksamkeit gewidmet und vom Norden des Gouvernements Perm bis an die 
Siidgrenze des Ural Excursioneri unternonimen. Auch die Gesellschaft der Freunde iler 
Naturgeschichte des Ural in Jekatarinenburg hat einige Yerzeichnisse publicirt. Auf 
Grund dieser Materialien hat try low -1878 ein Vegetationsbild des Gouvernements 
Perm entworfen. Er unterscheidet zunachst die alpine Zone, welche der arktischen 
Flora Europas und der der skandinavischen Fjelde Uhnlich ist und nur zwei endemische 
Arten, Gypsophila uralensis Less, und Sedum uralenseRuyw besilzt. Es hat sich ergeben, 
dass auf eine Strecke von 4 1 / 2 Breitengraden die Waldgrenze um 1230' steigt. Es ist aber 

hierbei zu beriicksichtigen, dass in den verschiedenen Theilen des Ural die Waldgrenze 
durch verschiedene BSume gebildet wird, bald durch Larix, bald durch Pinus Cembra, 
bald durch Picea. Abies sibirica Led. steigt me so hoch , als die andern. Die zweite 
Zone ist die Waldzone, welche sich iiher den groBten siidlichen Theil des Gouverne- 
ments erstreckt. Die dritte Zone, die der Waldsteppen, nimmt einen kleinen, siidlichen 
Theil des Gouvernements ein; hier bedecken die Wilder nur etwa 30% des Bodens, 
Laubholzer und Pinus sitvestris herrschen vor, Picea fehlt. 



SchlieBlich kommt der Verfasser auf die algologischen Untersuchungen Gobis zu 
sprechen. Dieselben ergeben, dass der finnische Golf arm an Arten ist. Man kann die 
Algenllora des linnischen Meerbusens als eine verarmte arktische Meerflora ansehen, 
wie durch das Vorkommen von Sphacelaria arctica Harv., Phloeospura tortilis Aresch. 
und Halfsia fatiscens Gobi bezeugt wird. Die auch im atlautischen Ocean und der Nord- 
see vorkommenden Arten sind sparlich vertreten und verschwinden immer mehr, je 
weiter man nach Osten kommt. Die Algenftora des weiBen Meeres enthalt viel mehr 
arktische als atlantische Arten. merkw iirdiger Weise hat der siidliche Theil des weiBen 
Meeres mehr polaren Charakter in seiner Algenflora , als der nordliche; in den weiten 
siidlichen Theilen des weiBen Meeres verschwinden die atlautischen Arten fast vollstan- 






; 
























Pfliinzengeoaraphie und Pflanzengeschichte erschieueiien Arbeiteu 






223 






dig; dies erklart sich durch den Einfluss des Golfstroms, weleher in das weiCe Meer 
nicht eintritt und so die Ursache ist, dass das nordliche Eismeer warmer ist, als das 
sudlich davon gelegene weifie Meer. 

■ 

Herder, F. v.: Fontes florae Rossicae. Bot. Centralblatt 1881. Nr. 5 — 7. 



58 p. 80. 



■ . 
























L. 



Diese Arbeit ist eine Fortsetzung der von Ledebour zusammengestellten Fontes 
florae rossicae und fiihrt desshalb auch alle von Ledebour bereits citirten Werke nicht 
mehr auf, enthalt aber zugleich die Titel aller derjenigen Werke, welche Pflanzen- 
familien behandeln, die durch ihre Reprasentanten in das Bereich der russischen Flora 

gehoren. t - . 

Da im vorigen Jahre auch von Trautvetter die Quellenschriften zur russischen 
Flora zusammenstellte, so durfte derjenige, der eine neue Bearbeitung der russischen 
Flora vornehmen wollte, urn die Litteratur nicht verlegen sein. Leider scheint es aber 
in Russland an jungeren Kriiften, die fiir derartige umfassende Arbeiten Neigung be- 
$itzen, zu fehlen. Ubrigens durfte eine derartige Riesenarb'eit , die fur die Pflanzen- 
geographie sehr wichtig ware, kaum noch mit Erfolg von einem einzelnen Botaniker 
unternommen werden und wird viel vortheilhafter mehreren Monographer! uberlassen. 



a. Nordeuroptiische Provim, 



* i 






ifl 



neu ftir die Flora des nbrd- 



lichen Europa. 



Bihane till K. Svenska Vet. Akad. Handlingar. 



I 









Bd. 6 (1881). Nr. 14. : 

Astragalus yenduliflorus Lam. = Phaca alpina L. pr. p., Wulf., DeCand. wurde vom 
Verfasser unter 62° 30' auf dem Byberg bei By im Kirchspiel Hafverd in Medelpad ent- 
deckt, in Gesellschaft von Calluna , Vaccinium Vitis idaea , Rubus idaeus , kleinen Populus 
tremula und andein Pflanzen der montanen Region. Dies ist von Interesse, da diese in 
den Alpen vorzugsweise in der alpinen Region vorkommende Pflanze auch am Altai in 
niederen Regionen vorkommt, wie Referent in einem Versuch einer Entwicklungsge- 
schichte der Pflanzenwelt I, 128 hervorgehoben hatte. Der Verfasser sieht wold mit 
Recht den vereinzelten Standort der Pflanze als den Rest eines wahrend der spateren 
Glacialperiode groBeren Verbreitungsareals an. Ubrigens erhielt der Verfasser die 
Pflanze nachtraglich auch noch von 2 anderen Bergen in der Grenzgegend von Medelpad 
undJamttand. Der Verfasser hat Synonymie und Verbreitungsverhaltnisse der Pflanze 
sehr griindlich verfolgt. 

Eckstrand,V.: Resa till Nordland och Torne Lappmark 1880. 

Notiser. Utg. af 0. Nordstedt 1881, Nr. 6. 
Groenlund, C: Islands Flora. 1 64 p. 8°. — Gyldendalske Forlag, Kopen- 

bagen 1881 . 

Von demselben Verfasser erschien im Jahre 4 875 in der Bot. Tidskrift p. 36—85 ein 
Verzeichniss der islandischen Pflanzen. Dasselbe umfasste 342 Arten. In der jetzt vor- 
liegenden Flora werden 357 Gefafipflanzen aufgefuhrt, mit kurzen danischen Beschrei- 
bungen und Angabe der Fundorte auf Island; aber ohne Angabe der Litteratur. 
schlieBen sich Verzeichnisse der auf Island gefundenen Moose und Thallophyten, jedoch 
ohne genauere Angabe der Fundorte. 



Botaniska 



Hieran 



Kriloff (Krylow), P.: Material zur Flora des Gouvernements Perm. Theil 11- 

- Schriften der Naturf. Gesellsch. a. d. kais. Univ. Kasan IX. 6. 
323 p. 80, russisch. Kasan 1881. 



- 










































«* 

224 Ubersicht der wichtigeren und umfassenderen, im Jahre 1881 liber Systematic 

Fortsetzung der im 6. Theil des VI. Bandes der Kasaner naturf. Gesellsch. enthal- 
tenen Mittheilung. 

AuBer der systematischen Anordnung der Bliitenpflanzen (956 Arten) ist eine pflan- 
zengeographische Karte betgegeben, welche die Verbreitung von 17 Arten angiebt. Diese 
Vegetationslinien geben an : i. die Nordgrenze von Evonymus verrucosus , Corylus Avel- 
lana, Quercus pedunculata , Acer platanoides , Scabiosa Succisa, Asarum; 2. die Nordost- 
grenze jenseits des Urals und die Westgrenze diesseits des Urals von Cytisus biflorus, 
Viburnum Opulus , Tilia parvifolia und des Getreidebaus ; 3 die Siidwestgrenze von 
Pinus Cembra, Lonicera coeruiea, Spiraea media , Polygonum viviparum, Alnus viridis; 
*. die Westgrenze von Cerastium pilosum und Pedicularis resupinata; 5. das Verbrei- 
tungsgebiet von Veronica urticae folia ; 6. die Grenze des Waldgebietes. 

Nilsson, H,: Potentilla Fragariastrum Ehrh. inhemsk i Sverige. — Bota- 

niska Notiser. Utg. af 0. Nordstedt. 4881 . Nr. 3. 
Schell, J. : Materialien acur Pflanzengeographie des Gouvernements Ufa und 

Orenburg, Theil I. — Arbeiten der naturf. Ges. a. d. Univers. Kasan. 

47 p. 8°, russisch. Kasan 1881. 

Der Verfasser sammelte in den beiden Gouvernements Ufa und Orenburg 937 Pha- 
nerogamen und 511 Kryptogamen. In diesem Theil wird zunSchst nur ein historischer 
Bericht iiber die Reise, eine Ubersicht iiber die auf die beiden Gouvernements bezug- 
liche botanische Litteratur und ein Uberblick iiber die topographischen und klimaM- 
schen Verhaltnisse gegeben. Wahrend urn Slatoust Waldvegetation herrscht, ist die 
Vegetation von Orenburg Steppenvegetation, die von Ufa Wald-Steppenvegetation. 



Scheutz, N. J.: 



01 



Bolaniska Notiser. 



lit" 



0. Nordstedt. 1881. Nr. 5. 



&• 



af 



b. Nordsibirische Provinz. 

t 

Herder, P. ab: Addenda et emendanda ad plantas Raddeanas Monopetalas. 

2 partes. 77 p. 8°. Moskau 1879— 81. 

c. Nor darner ikanische Seeenprovinz. 
Wheeler, F. and E. P. Smith: Catalogue of the Phaenogamous and Vas- 
cular Cryptogamous Plants of Michigan, indigenous, naturalized and 



adventive. 



George, Lansing 1881. 



C. Mitteleuropaisches und aralo-casp isches Gebiet. 

C'a. 'Atlantische Provinz. 

(SudlichesNorwegen,Schottland, Irland, England, franzosisches und belgisehesTiefland.) 



England. 

a. Possile Flora. 



W. W 



Journ. of Royal Microscop. Soc. 1881. 



The Diatoms of the London Clay 



b. Lebende Flora, 



Babingt 



_i _j 



ferns arranged according to the Natural Orders. 8. edit. 12<>. London 



1881. 












■ 





















- 






* I 












Pflanzengeographie mid Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



225 









Bentham, G.: Handbook of the British Flora. 4. edit. 8°, London 4881. 

— Journ. of bot. 1881. n. 228. 



Groves, H.: Notes on british Characeae. — 

p. 353 — 356. 
Hart, H, Chichester: On some rare plants in county Donegal. — Journ, of 

bot. 1881, p. 233-240. 
Lankester: British Ferns; their classification, struct., and functions. New 



ed. 128 p. 8«. 



London 1881. 



W 



Journ. of bot. 1881 



j 



p. 244—250, 293—301. 



Ridley, M. S.: A Pocket Guide to British Ferns. 96 p. 12°. London 1881 . 



* 












Frankreich. 

a. Possile Flora. 

- 

Bureau, E,: Premices de la flore eocene du Bois-Gouet (Loire-Inferieure). 

— Bull, de la societe geologique de France. 3. ser. t.IX. Nr. 3, 4. — 

Paris 1881. 
Paleontologie frai^aise* Terrain Jurassique. Livr. 31. Coniferes ou Aci- 

culariees, p. de Saporta. (Tome III, feuilles 33 et 34. plchs. 80—83). 
Paris 1881, 

Saporta, G. de: Tableau de la classification des Stages tertiaires et quater- 

— - Kxtrait de la Revue: Materiaux pour Fhistoire primitive de 



naires. - 
Fhomme. 



Toulouse 1880. 



Eine (Jbersicht iiber die verschiedenen terli&ren und quaternaren Stufen, wobei die 
wichtigsten Lagerst&tten fossiler Pflanzen angegeben sind. Die Originalmittheilung ent- 
halt 2 Tabellen, deren Inhalt wir hier combinirt fast vollstandig wiedergeben. 

I. Mittleres Miocen. Palmen, Kampferbaume bewohnen nocli Mitteleuropa bei 50° 

n. Br. 

A. Sansan (Gers). Zeit der Affen Dryopithecus und Pliopithecus antiquus. Ent- 

wicklung derWiederkauer irn Fortschreiten begriflfen. Celtis Hyperionis Ung. 

B. Menat (Auvergne). Corylus Mac Quarrii Hi 1 . Castanea Kubynii Row. 

II. Oberes Miocen. Die Palmen wandern nach Siiden und erhalten sich in Europa nur 

noch an einigen Stellen Mittelitaliens. * 

C. Gypse von Stradella (ltalien). Fagus Deucalionis Ung. (F. attenuata Goepp.) 
Lauraceen, unter ihnen Cinnamomum , Quercus , Sapindus r, Acer und Lirio- 
dendrvn nehmen noch einen betrachtlichen Raum ein. Klima zugleich feucfat 



und warm. 
D. Mergel von Mont-Charray (Ardeche). 

litis Thunbergii Sieb. et Zucc. von Japan. 



Vitis praevinifera Sap., analog der 



III. Mio-Pliocen. Die Vegetation andert sich allmahlich. Die Eichen mit ahfalligen 
Blattern beginnen sich in Siideuropa zu zeigen und zu vermehren. 

E. Plateau von Heyrieu (Bas Dauphing). Cornus Fontanesii Sap.,, nach Saporta 

Vorfahr von Cornus mas. 

F. Mergel von Vasquiers bei Thezier (Gard). Arundo aegyptia antiqua Sap. 

et Mar. 

G. Obere Sande von Montpellier. Carpinus pyramidalis Hr. Quercus rnonspe- 
tiensis Sap. vom Typus der jetzt in Japan vorkommenden Eichen. Oreodaphne 



Botauische Jahrbucher. III. Bd. 



15 















I 









226 



■t 



IV 



Ubersicht der wichtigeren mid mnfasswidercn, im Jalire 1881 fiber Systematik, 

Heerii Gaud. Typus der jetzt auf den Canaren vorkommenden Lauraceen. 

Affen, Mastodon und eroBe Antilopen zeieen ein warmes Klima an. 
Unter-Pliocen. Bambuseen kommen noch im mittleren Frankreich vor, desseu 
Vegetation in gewisser Beziehung an die Flora der Canaren erinnert. Mehrere 
Arten, welche europaiseh geblieben sind, beginnen sich zu verbreiten. Die pliocene 
Buche bevolkert alle Bergwakiungen. . I 

H. TufTe von Meximieux (Aix). — Bambusa lugdunensis Sap., Quercus praecursor 
Sap., vom Typus der Qu. Hex, Q. Falsani Sap., Laurus canariensis pliocenica 
Sap. et Mar., Diospyros protolotus Sap. etMar., Nerium oleander pliocenicum 
Sap. etMar., Juglans minor Sap. et Mar., Liriodendron Procaccinii Ung. , Vi- 
burnum rugosum Pers. 

J. Cinerite von Canlal. — 1. Pas-de-la- Mougudo. — Abies Pinsapo pliocenica 
Sap, Bambusa lugdunensis Sap. , AInus orbicularis Sap., verwandt mit A. glu- 
tinosa, Olea {Notolea) excelsa Webb el Berth., 0. (Notolea) cantatensis Sap., 
Tilia expansa Sap., verwandt mit Tilia europaea. 

Fagus silvatica pliocenica Sap., Carpinus suborien- 
talis Sap., Form von Carp, orientalis , Quercus robur pliocenica Sap., sehr 
ahnlich der Qu. macranthera Fisch. vom Caucasus, Morus rubra Willd. plio- 
cenica, Vitis subintegra Sap., vom Typus der amerikanischen V. cordi folia, 
Acer polymorphum Sieb. etZucc, Acer opuli folium granatense Boiss., Ptero- 
carya fraxini folia Spach., Gary a maxima Sap. 

K. BimsteintufTeoderTrassojte der Auvergne. — Pinus protopinea Sap. (Zapfen). 

Prototyp der Pinie. Danebcn Eichen, Buchen, Ahorne, Eschen, Juglandeen. 
L. Graue Mergel von Ceyssac (Haute-Loire), — Picea Aymardi Sap. (Samoj, Po- 

pulus canescens, Pirus tubacerba Sap., Crataegus oxyacanthoides Goepp., 



2, Saint-Vincent. 



Zisyphus ovatus 0. Web. 

V. Oberpliocen oder Pleistocen. — Niveau des Elephas primordalis. Die letzten ter- 
tiaren Arten versehwinden allmahlich. 

realen Character an. Mehrere Arten der iberischen oder italienischen Halbinsel 
bewohnen noch Siidfrankreich. 



Die Vegetation nimmt in England einen bo- 



M. Travertine von Saint-Martial (HGrault)-. 
Race von Pinus halepensis. 



Pinus Paroliniana Carr , pliocene 



N, Graue sandige Mergel von Durfort (Gard) mit FAephas meridionalis. Quercus 

FarnettoTen., Q, lusUanica Webb., Planer a UngeriEtt., Parrotia pristina Ell. 

Forest-beds an der Kiiste von Norfolk-shire: Pinus excelsa, Pinus montana. 

VI. Onteres Quaternttr. — Zeitalter des Elephas primigenius im mittleren und ndrdlichen 

Europa, des Elephas antiquus in. sudliehen Europa. Die Flora llisst auf ein gleich- 

maCiges und feuchtes, mehr temperirtes Klima schlielien, alsgegenwartig herrscht, 

daher mehrere stidliche Arten weiter nach Norden verbrettet 



0. TufTe von Meyrargues touches du Rh6ne). 



Quercus pubescens Willd., 



Pinus Salzmanni Dun., Laurus canariensis Webb, Ficus Carica L., Vitis 
vinifera L., Acer neapolitanum Ten , Hhus Cotinus L. 



P. TufTe von Draguignan (Var) 
Salix cinerea L. 



Pinus Salzmanni Dun., Laurus nobilis L., 



Q. TufTe von Aygalades mit Elephas antiquus., Pinus Salzmanni Dun., Celtis 
australisL., Ficus CaricaL., Corylus lubulosa Willd,, Laurus canariensis W ebb , 
Viburnum TinusL., Crataegus oxyacanthah., Rubus idaeusL., Pirus acerba DC. 

Ulmus montana Sm., Corylus Colurna Willd., 



H. TufTe von Belgencet [Var) 



Acer opuli folium Vill., Tilia plaiyphylla L., Fraxinus Ornush. 



S. TufTe von Tiemcen (Algier). 



cinerea L, 



Laurus nobilis L,, Alnus glutinosa , Salix 












Pftanzerigeographie und Pllanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



\ 



227 



' 



.1 



T. Tufle von Ait-Daotid im Norden von Djurjura (Kabylien). Nerium Oleander. 
U. Tuffe von Kannstadt mit Elephas primigenius. Quercus pedunculata Ehrh., 



Quercus Mammuthi Heer, Mespilus pyracantha L. 









V. TufYe von Celle bei Moret (Seine et Marne). Ficus Carica L., Laurus nobilisL., 






Cercis Siliquastrum L. Diese B Arten gehen jetzt nicht so weit nOrdlich. 
Salix fray His L., S. cinerea L. f Populus canescens Sm., Corylus tubulosa Willd., 
Acer Pseudo-Platanus L., Hedera Helix L. } Buxus sempervirens L. ! 
VII. Mittleres Quaternar. Die gegenw&rtigen klimatischen Verschiedenheiten treten 
scfaarf hervor und die Vegetation ist immer weniger von der jetzt lebenden jedes % 
Gebietes verschieden. 

W. Tufle von St. Antoine (Bouches-du-Rhdne). Quercus sessiliftora L., Qu. pu- 
bescens Willd., Qu. Ilexh., Vitis vinifera L. , Pistacia Terebinthus L., Hedera 
Helix L„ Rubus caesius L. 









. - 



j 



. 






— t 









b. Lebende Flora, 



i 



s. 



Besnou, L.: La Flore de la Manche, catalogue raisonn6 des plaDtes vascu- 



1 



aires et cellulo-vascul. du departem. de la Manche. 384 p. 



8°. 



Coutances 1881 . 



Godelinais, de la: Mousses et H6patiques d'llle et Villaine. — Revue bry- 



olojiique 1881. n. 4. p. 57—72; n. 6. p. 104 



111. 






Die Flora enthalt 269 Arten. 









; 












Le Grand, A,: La flore de I'Aube d'apres l'ouvrage du commandant Briard, 
.! addition au catalogue de cet auteur. — Bull, de la soc. bot. de France 



1881, p. 202 



:<i.i 



Malbranche 



207. 

Supplement au Catalogue descript. 



. 



d 



Nonnandie. 64 p. 8». — Rouen 1881. 



Royer, C: Flore de la C6te-d 7 0r, av. determinations par les parties souter- 

raines. Tome \. 374 p. 8°. — Savy, Paris 1881. 









. 















i 






Cb. Subatlantische Provinz. 















Niederlande. 



- 



Flora Batava. Voortgezet d. P. W, Eeden. Aflev. 249 

KptrL — Leiden 1881. 
1 



52. 4° m. 60 color. 



Oudemans: De ontwickelinc onzer Kenniss aanaaande de flora van Neder- 

— Nederlandsch kruidkundig Archief. 2. Ser. 3.Deel. 3. Stuck. 



..;>-. 



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land. 
1881. 






■ 









ro- 



Sande Lacoste, van der: Overzicht der Levermossarten vvelke in de p 

Nederlandsch kruid- 

i 



vincien van Nederland zijn waargenommen. 
kundis Archief. 2. Ser. 3. DeeL 3 Stuck. 







































Niedersaehsen. 












■ 






• 






Timm, J.: Kritische und erganzende Bemerkungen ? die Hamburger Flora 

— Verh. des naturwiss. Verejns von Hamburg -Altona im Jahre 






betr. — 

1880. L. Friedrichsen & Co., Hamburg 1881. 

» 



15 



X* 





















228 



m 

Ubersicht der wiclitigeren und mnfassenderen, ira Jahre 1881 fiber Systematik, 









Danemark. 

Koch, H. P. Q.: Annans; zu der 1862 in den aVidenskab. Meddelelser« er- 

sdiienenen Abhandlung »Uber die Vegetation der Insel Falslera. — 
Vidensk. Meddelels. fra nalurhist. For en. i Kjobenhavn 1881. Heft 1. 

Die Flora von Falster zahlt im Ganzen jetzt 968 Arten. 



• 



Sudliches Schweden . 















Areschoug, F. W. C. : Skanes Flora , innefattande de Fanerogama och 

Ormbunkartade Vaxterna. 2. uppl. 607 p. 8°. — Lund 1881. 



Cc. Sarmatische Provinz. 

(Provinz PreuCen, Russische Ostseeprovinzen, Mark Brandenburg , ostliches Schlesien, 

Polen, Mittelrussland.) 



Baltischer Bezirk. 

a. Fossile Flora, 

i 

Bauer, M.: Das diluviale Diatomeenlager aus dein Wilmsdorfer Forst bei 

Zinten in OslpreuBen. — Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellseh. XXXIII 
(1881) p. 196—216. 

Die in dem erwahnten Diatomeenlager gefundenen Diatomeen wurden mikroskopisch 
untersucht und mil denen anderer Lager, namentlich desjenigen von Domblitten ver- 
glichen. 

Caspary, E.: Fossile Pflanzen der blauen Erde (des Bernsteins, Schwarz- 

und Braunharzes). — Sitzber. d. phys.-oekon. Gesellseh. zu Konigs- 
berg 1881, p. 22—31. 

Ein sehr wichtiger Beitrag zur Kenntniss der Tertiarflora, zumal der Verfasser das 
Gliick hatte, nicht wenige in Bernstein erhaltene Bliiten zu untersuchen. 

Es werden 10 fossile Eichenarten iibersichtlitii angefiihrl, deren Bluten Caspary 
genau untersucht halte, nahmlich Quercus, Meyeriana Ung., Q. mucronata Casp., Q. tri- 
c/iotaCasp., Q.longistaminea Casp., Q. subvillosa Casp., Q. subglabra Casp., Q. nuda Casp., 
<j. limbata Casp., Q. piligera Casp., Q. capitalo-pilosa Casp. Ferner wurden genau be- 
schrieben ein BliitenknSuel von Castanea brachyandra Casp., ein mannliches Bluten- 
katzchen von Myrica linearis Casp., ein kleiner Blutenstand von Acer micranthum Casp., 
eine Bliite von Acer majus Casp. Es folgen 3 Ilex, Ilex multiloba Casp., /. minor Casp.' 
/. aurita Casp. Audi eine Pittosporaceenblute wird von Caspary beschrieben, Bil- 
lardierites longistylus ; sodann 2 Osyris, 0. Schieffer decker i Casp., 0. ovata Casp. Thuites 
lamellifonnis Casp. ist durch ein Zweigstuckchen vertreten. 

Im Schwarzharz fand Verfasser Blatter einer Kiefer, die er Pinus Kunowii nennt. 

Im Braunharz fanden sieh Abdnicke von Sequoia Sternbergii Goepp., Carpulitkus 
paradoxus Casp . , eine dreifacherige, wahrseheinlich einer Monocotyledone angehorige 
Frucht, Proteacites pinnatipartitus Casp., ein nicht mil Sicherheit zu den Proteaceen ge- 
rechneter Blattrest, Zamiles sambiensis Casp., nur Blaltstiicke, Alethopteris serrata Casp., 
einzelner Blattlappen , Phyllites lancilobus Casp. SchlieClich weist der Verfasser nach| 
dass das Braunharz und Schwarzharz vor 1867 nicht bekannt waren und auf der blauen 
Fide von kiinow entdeckt wurden. 






' 
























_ 












Pikrizengeographie und Pflanzengeschiehte erschienenen Arbeiten. 



229 















Polen und Mittelrussland. 

a. Fossile Flora. 





















■ ■ 

Schmalhausen : Uber einen Farnstamm von Protopteris punctata, welcher 

in Wolhynien, KreisKovel, unweit Romicz gefunden wurde (russ.j. 
— Sep.-Abdr. aus den Berichten der Naturf.-Ges. in Kievv. Bd. VI. 



Lief. 2. 1881. 



b. Lebende Flora. 



Blocki, B.: Neuer Standort der Gymnadenia cucullata Rich, (im Walde 



Holosko nachst Lemberg 



Osterr. botan. Zeitschr. 1881. Nr. 9. 



Fischer von Waldheim, A.: Beitrag zur Kenntniss der Phanerogamenflora 

des Moskauer Gouvernements. — 1 1 p. 8°. 

1 

Aufzahlung von 120 im Juli 25 — 3 Kilometer nordwestlich von Moskau beobach- 
teten Pflanzen. 

Zinger, B. J.: Verzeichniss der bis jetzt im Gouvernement Tula beobach- 

teten Phanerogamen undGefafikryplogamen. — Bull, de la Soe. imper. 
des naturalistes de Moscou 1881. n. 2. p. 311 — 337. 

Schon friiher (1880) erschien em Verzeichniss der im Gouvernement Tula gefun- 
denen Pflanzen von Koschewnikoff und Zinger; das jetzige Verzeichniss ist urn 
16 Arten reicher, so dass sich die Gesammtzahl der GefaGpilanzen in genanntem Gou- 
vernement auf 916 belauft. 



Cd. Provinz der europiiischen Mittelgebirge. 






Annales de la 



Franzosisches B era land. 

Catalogue de la flore du Bassin du Rhdne. (VI. part. 

Societe Botanique de Lyon. 9 e Anne. Nr. 1. 

Koltz, J.: Prodrome de la flore du Grand-Duche de Luxembourg: Muscineae. 

Recueil des mem. et des travaux publ. par la Soc. hot. du Grand- 
Duche de Luxembourg 1880, p. 213—426. 

Aufzahlung von 405 Arten von Muscineen. 

Magnin, A.: Modifications dans la flore des bords du Rhone. 

■ 

rendu des seances de la Soc. bot. de Lyon 1881, 21. juin. 



Compte- 






- 



iSiederrheinisch.es Ber gland . 

a. Fossile Flora. 






Aehepohl, L.: Das niederrhein.-westfal. Steinkohlengebirge. Atlas d. foss. 

Fauna u. Flora in 40 Blattern, nach Originalien photographirt. Liefg. 4. 

fol. — Lssen 1881. 






) 



Debey: Sur les feuilles querciformes des sables d\Aix-la-Chapelle. 

Cornpte rendu du Congres de botanique et d'horticulture de 1880 
tenu a Bruxelles. p. 83 — -96. 

Der Verfasser bespricht die schon friiher von Hosius und von der Mark der Gat- 
tung Quercus zugerechneten Blatter aus der Kreide von Achen und giebt eine photo- 
lithographische Darstellung derselben. Die Zugehdrigkeit dieser Blatter zu Quercus ist 















) 















230 



Ubersicht der wichtigeren uud iimfkssendereii, im him 1881 liber Systematik, 



i 






nicht ervviesen, wenn auch viele amerikanische Eichen fcihnliche Blattform und ahnliche 
Nervatur besitzen. Sie werden daher als Dryophyllum beschrieben und auf % Seclionen 

■ 

Eudryophyllum und Dryophanes vertheilt. 









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Wilms 






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Jahre 1880, betreffend die fur das Gebiet neuen Pflanzon oder neue 

j 

Standorte von selteneren Arlen, Varietaten und Hybridan. — 9.Jahres- 
bericht des Westfiilisehen Provinzial -Vereins ftlr Wissenschat't und 

Kunst pro 1880. — MUnster 1 881 . 






■ 






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- 









Hercynischer Bezirk. 



! 1 

■ 



Ruhmer, G.: Die in Thiiringen bisher wild heobachteten und wichtieeren 



eultivirten Pflanzenbastarde. 



p. 224—259, 



Jahrb. des Berliner bot. Gartens 188., 









Obersttchsischer Bezirk. 






f 



a. Fossil e Flora. 



i 



- 












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Sterzel, T.: Paliiontologischer Character der oberen Steinkohlenlbrinalion 

— 7. Bericht d. 



und des Rothliegenden im erzgebirgischen Becken. 
naturw. Ges. zu Chemnitz 1878/80. p. 155—270. 









I 






• Uber die Flora der untern Schichten des Plauen'schen Grundes. 
Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch. 1881. Bd. 2. Heft April-Juni. 
Palaontologischer Character des Lugau-Olsnitzer Carbons und des 
Rothliegenden auf Section Stollberg-Lugau. Erlauterung zur geol. 
Specialkarte des Konigreichs Sachsen , Section Stollberg-Lugau 1881, 
S. 70—114, 142—178. 

7 






. 









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Erlaut. zur 





















Palaontologischer Character des Carbons von Floha. 

geol. Specialkarte d. Konigreichs Sachsen, Section Schellenberg-Floha, 
p. 95—98. 

Es werden folgende neue Arten aus der Steinkolilenformation aufgestellt: Neuropteris 
Scheibneri, Dictyopteris Weigelii, Callipteridium subplebejum. Caulopteris Siqerti, Spheno- 
pteris Kreicheri, Lepidophyllum subhastatum. Sodann aus dem Rothliegenden : Cyclopteris 
yrandis, Callipteridium Schneideri, Cordaites Liebeanus. 

Pecopteris Pluckenetii wird der Vertreter der neuen Gattung Dicksoniites Sterzel. 
Hinsichtlich der Begrenzung der Arten der Steinkohlenflora werden zahlreiche Veran- 
derungen vorgenommen. 

Die Zahl der aus der Lugau-Olsnitzer und Zwickauer Steinkolilenformalion be- 
kannten Arten betragt164, w&hrend aus dem Rothliegenden \%\ Arten dem Verfasser 
bekannt sind. 

■ * 

Derselbe sucht dann nachzuweisen , dass die jiingere Carbonflora des erzgebirgi- 
schen Beckens als eine einheitliche Flora aufzufassen ist und eine Unterscheidung von 
Zonen nicht zulasse, doch ist aus der Vertheilung der Arten wohl ersichtlich , dass die 
fruher eingefuhrte Unterscheidung einer unteren Abtheilung (Sigillarienzonfc) und einer 
oberen (Farnzone) nicht ganz von der Hand zu weisen ist. 1st doch auch in andern 
Landern constatirt, dass die Periode des Untercarbons oder Cuimes, in welcher die 
Sigillarien noch ganz zuriicktreten , das Mittelcarbon mit einer anfangs sehr machtigen, 
spater erldschenden Entwicklung der Sigillarien folgt. 






/ 






- 












I 









Pflanzengeographie mid Pflanzeiigescliiclite erscliieiienen Arbeiten, 



231 



Ein kritisches Referat liber die hier nur kurz beriihrten Arbeiten findet sich im 



Botan. Centralblatt von 1882 p. 428—432. 















b. Lebende Flora. 






Hempel, C« E.: Al^enflora von Chemnitz 



Ber. d. naturw. Gesellsch. zu 



Chemnitz 1881. 



Chemnitz 1878/80. 21 p. 

Erctfnzune zu einer schon friiher gegebenen Aufz&hlung. 

Hippe, E.: Loranthus europaeus in Sachsen. — Sitzungsber. der naturw. 

Ges. Isis in Dresden. 1881. .lanuar-Juni. 



I 






Bohmisch-mahrischer Bezirk. 

a. Fossile Flora. 

Feistmantel, K.: liber einen neuen bohmischen Carpolithen. — Sitzber. 

d. k. bohm. Gesellsch. d. Wiss. H. Febr. 1881. 8 p. mil 1 Tafel. 

Der Verfasser ist der Ansicht, dass viele fossile Friichte und Samen Vertreter von 
Pflanzen sind, welche durch anderweitige Organe in den Schichten unserer Kohlen- 
becken nodi nicht crkannt worden sind. Dies scheint audi der Fall zu sein mit 
einem neuen Carpolithen, der aus Schichten iiher dem HangendflMze des Schlan-Rako- 
nitzer Beckens stammt. Derselbe besitzt eine Liinge von 7-8 cm. bei einer Breite von 
4— 5 cm.; er entspricht am meisten der von Goppert aufgestellten Gattung Hhabdo- 
carpum, unterscheidet sich aber von alien bekannten Arten durch seine uberwiegende 
GroCe. Auf einer Schieferthonplatte linden sich 14 solche Friichte nahe bei einander 
und neben Abdriicken von Stengelgebildcn , so dass die Vermuthung sehr nahe liegfc, es 
haben diese Carpolithen einem Fruchtstande angehort. Der Verfasser nennt die Fruchl 



Carpolithes insignis. 



Lallemand, 0.: Les lignites dans le nord de la Boheme. 



Extra it tin 



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* 



■ » 

Journal des mines, Paris 1881. 
Stur, D.: Die Silur-Flora d. Etage H-h, in Bohmen. 62 p. ni. 5 Kpirt. 

Wien 1881. 
Velenovsky, J.: Die Flora der bohmischen Kreideformation. Theii I. Cred- 

— Beitr. zur Paliionlologie Osterreich-Un- 



neriaceae und Araliaceae. 




arns, 



herausgeg. 






von E. v. Mojsisovics und M. Neumayr. Bd. II 
1882), Heft I. p. 8— 32. Tat. Ill— VIII. 

Der Verfasser halt die Crednerieen fur eine selbstandige den Moreen nahe stehende 
Ordnuns. was sein kann oder auch nicht, da wir weder Bluten noch Friichte kennen. 
Als nahe Verwandte der auf die europaische Kreide beschrankfen Crednerien werden 
die in der tiordamerikanisclien Kreide vorhandenen Gattungen Aspidiophytlum und Pro- 

tophyllum bezeichnet. 

Die Arten der bohmischen Kreide sind. Credn. bohemicaWeh, C. rhomboideaVel., 

C.laevis Vel., C. arcuata Vel., C. superstes Vel, Letztere wurde ubrigens zusammen 
mit terti&ren Formen in den jungsten Schichten der bohmischen Kreide, den Chlomeker 
Schichten gefunden, ist aber nicht ganz sicher zur Gattung gehorig. 



Die bes 



Aralia chlomel 



schriebenen und abgebildeten Araliaceen sind folgende: Cunonia partita Vel., 
mekiana Vel., A. formosa Heer, A. anisoloba Vel., A. triloba Vel., A. Kowalews- 



kiana Sap. et Mar., A. minor Vel., Hedera primordialis Sap. In der Mitte zwischen dieser 
und Aralia? transitiva Vel. steht Hedera credneriaefolia Vel. 

Die Flora aus d. ausgebrannten lertiiiren Letten von Vrsovic bei Lann. 






44 p. m. 10 Kpfrt. 



Prag 188L 



« 









. 









232 



Ubersicht der wichtigeren und uinfassetideren, im Jahre 1881 fiber Systematik, 



Wentzel, J.: Die Flora des lertiaren Diatomaceenschiefers von Sulloditz im 

bohmischen Miltelgebirge. — Sitzber. d. kais, Akad. d. Wiss., math.- 
naturw. Abth. I. Bd. LXXX1II. Heft III u. IV. p. 241— 266 mit 1 Tafel. 

Die erwShnten Schiefer enthalten zahlreiche Abdrucke von Planera Vngeri, 7 Arten 
von Acer, 3 von Ficus, Eucalyptus oceanica Ung., Engelhardtia Brongniartii, Bishcr waren 
in Bohmen nicht gefunden: Populus batsamoides Goepp. var. minor, Echitonium Sophiae 
Web., Acer decipiens A. Br,, A. integerrimum Viv., A. cyclospermum Goepp., Cassia 
Fischeri Heer, Vitis teutonica A. Br., Andromeda vacciniae folia Ung. Die Diatomaceen 
gehoren in die Verwandtschaft von Gallionella und Melosira. Diese fossile Flora steht 
am nachsten der Tertittrflorn des Siebengebirges; sie hat mit Rott 25, mit Salzhausen 
22 Arten gemein. Mit der baltisehen Tertitirflora von Rixhoft hat die 4 9 Arten zahlendc 
Flora von Sulloditz audi noch 20 Arten gemein. 

b, Lebende Flora. 

Celakovsky, L.: Prodromus d. Flora von Bohmen. IV. NachtrJlge bis 1880 



nebst Schlusswort, Verzeichn. u. Register. 265 p. gr. 8°. 
1881. 



Prag 






Flora der Umgegend von 



Hansgirg, Ant.: Kvetena ukoli llradic Kralove 

Koniggrate. — 112 p. 8<>. — Koniggnitz 1881. 
Steiger, R.: Verzeichniss der im Bezirke von Klobouk beobachleten pha- 

nerogamen Pflanzen. — Verh. d. nalurf. Ver, in Brtinn XVIII. p. 87 



—141. 

Aufzahlung von 772 Arten. 



Makovsky 



Verh. d. natarf. Ver. in Briinn. 



XVIII. p. 47. 

Kleinere Beilr&ge zur Flora von Mahren in den Sitzber. der Verh. d. naturf. Vereins 



XVIII, p. 44, 47, 52—53. 



Flora von Deutschland. 



Karsten, H.: Deutsche Flora. Pharmaceut.- medic. Bolanik. Liefg. 5. 

Berlin 1881. 

Rabenhorst, L.: Kryplogamenflora von Deutschland, Osterreich und der 

Schweiz. Bd. I: Pilze, bearbeitet von G. Winter. Lief. 1—6. 415 p. 



mit zahlreichen Holzschnitten. 



E. Kummer, Leipzig 1881. 



Wer nur einigermaBen die Entwicklung der kryptogamischen Studien letzter Zeit 
verfolgt bat, der wird zugeben mtissen, dass ein gewisser Muth dazu gehort, eine Kryp- 
togamentlora von Deutschland abzufassen. Beziiglich der Archegoniaten kann von groflen 
Schwierigkeiten nicht die Rede sein, da die Systematik derselben sich in ziemlich festen 
Bahnen bewegt und audi selbsl die neueren Untersuchungen iiber die Lebermoose in 
der Systematik nicht so bedeutende Ver&nderungen hervorrufen werden. Ganz anders 
steht es mit den Thallophyten. In jedem Jahre werden neue Thallophytensysteme auf- 
gestellt und wir sehen, dass selbst die besten unserer Forscher bier verschiedener An- 
sicht stnd, dass oft dieselben Forscher ihre Ansichten ttndern und in einzelnen Fragen 
iiberhaupt noch keine bestimmte Stellung zu nehmen wagen. Nun ist es ja, wie wir an 
verschiedenen Handbuchern der Botanik sehen, nicht gerade schwierig, von diesem 
Stande der Systematik der Thallophyten eine gute Vorstellung zu geben, den Leser mit 
Beziehungen, welche zwischen den einzelnen Gruppen bestehen, sowie mit den wich- 
tigsten entwicklungsgeschichtlichen Thatsachen bekannt zu machen. Viel scliwieriger 




































- 





















Pflanzengeographie mid Ptlanzengeschichte erschieiienen Arbeiten. 



233 



V 






- 






ist es aber, alien den Formen der Thallophyten, welehe*)isher ohne Riicksicht auf die 
in neuerer Zeit gemachten entwicklungsgeschichtlichen Untersuchungen beschrieben 
und in Sammlungen ausgegeben wurden, ihren richtigen Platz im System anzuweisen. 
So mancher jlingere Botaniker wiirde wohl das radicale Mittel empfehlen , derartige 
Formen, uber derenStellung noch keine Klarheit erlangt ist, uberhaupt unberiicksichtigt 
zu lassen. Dass dies aber nicht angeht, wird man leicht einseheri, wenn man erw&gt, 
dass man bei diesem Princip vor Brefeld's Entdeckung der Fruchtkorper von Peni- 
cillium diese Conidienform eben auch hfitte bei Seite lassen mussen. 

Berucksichtigt mussen also alle solche Formen werden, welche einigermafien 
wissenschaftlich beschrieben sind. Nun entsteht aber eine andere Schwierigkeit, welche 
namentlich Fuekel in seinen Symbolis nicht genligend wurdigte. Die Zugehorigkeit 
einzelner Formen in den Entwicklungskreis anderer ist experimentoll feslgestellt; es 
existiren aber noch andere den ersteren ahnliche, welche man noch nicht entwicklungs- 









geschichtlich verfolgen konnie; da liegf sofort die Gefahr nahe, ex analogia Schliisse zu 
machen und zwar nicht immer die richtigen. Bedenkt man ferner, wie unsicher bei 
diesen niederen Formen, die ja wegen ihrer Einfachheit auch nur geringe Interschiede 
bieten kounen, der Artbegriff ist und in vielen Fallen vorzugsweise das physiologische 
Verhalten uber den Artenwerth entscheidet, so konnen wir nur noch etnmal sagen, es 
gehort ein gewisser Muth dazu, eine Kryptogamentlora , insbesondere cine solche der 
Thallophyten zu verfassen, wie auch anderseits eine solche ordnende, zeitraubende, bei 
der Abfassung wenig erquickende, aber dennoch durchaus nothwendige Arbeit das 
Zeichen anerkennenswerther Uneigennlitzigkeit ist. 

Von dem ersten Band der Kryptogamen-Flora enthalt die erste Liefcrung eine Ein- 
leitung, in welcher die Grundziige der Morphologie und Physiologie, sowie das System 
der Pilze mitgetheilt werden. Hieran sehlieGt sich die Systematik der Schizomyceten, 
Saccharomyceten und Entomophthoreen. Die zweite und dritte Lieferung enthalten die 
Ustilagineen und Uredineen ; auf diese folgen in der vierten Lieferung die Tremel linen 
und in der funften und sechsten die Hymenomyceten. 

Die Zygomyceten und Oomyceten werden ebenso wie die Myxomyceten erst viel 
spater, nach den Basidiomyceten und Ascomyceten abgehandelt werden. Es diirfte sich 
uber diese Anordnung streiten lassen; doch ist es im Ganzen bei einer Flora nicht so 
wichtig, ob die Myxomyceten zuerst aufier Verbindung mit den ubrigen Pilzen, die 
Zygomyceten im Anschluss an die Saccharomyceten, die Peronosporaceen und Sapro- 
legniaceen nebst den Chytridiaceen in der Nahe der Ustilaginaceen abgehandelt werden. 

In der Bearbeitung der Schizomyceten schlieBt sich Winter an Cohn an, lasst es 
jedoch dahingestellt , ob nicht ein Theil der unterschiedenen Arten einzuziehen ist; fur 
die Saccharomyceten werden die Untersuchungen von Rees als Norm angenommen. Bei 
der Bestimmung der Ustilagineen und Uredineen gewahren die Ubersichten der Nahr- 
ptlanzen mit Angabe der auf ihnen vorkommenden Pilze eine groCe Krleirhterung, doch 
liegt freilich die Gefahr nahe, dass viele Sammler sich mit diesen Tabellen begnugen 
und die Pilze selbst nicht genau mikroskopisch untersuchen. Bei der Bearbeitung der 
Hymenomyceten schlieBt sich der Verfasser eng an das bekannte Werk von Fries, 
Hymenomycetes europaei an. Vielleicht ware es besser gewesen, wenn der Bearbeitung 
dieser Gruppe sich ein Specialforscher gewidmet hatte und die Publicirung dieser Bear- 
beitung noch etwas hinausgeschoben worden ware. Litteratur und neuere wichtige 
Ejtsiccaten sind uberall citirt. Der Anfanger fiudet eine nicht zu unterschatzende Unter- 
stutzung in den Holzschnitten, welche die cbarakteristischen Merkmale dieser Gattung 
wiedergeben. 

v. Schlechtendal, Langethal u. Schenk: Flora von Deutschland. 5. Aufl., 



bearb. v. E. Hallier. Liefg, 29—53. 8<>. 



Gera 1881. 



V 













































234 



■ 

llltersiclit der widitLg'cren mid umfassciidijrai, nn .lake 1881 fiber Systematic, 



Sydow, P.: Die Moose Deu|sch lands. AnJeilunii iur kenntniss und Bestim- 

njunii der in Deutschland wildwachsenden Laubmoose. 201 p. 8°. 






Berlin 1881. 

Die Lebermoose Deulseli lands, Osterreichs und der Schweiz. 

1 882. ' 



Berlin 



Wagner 

11. 



Lielk. 



Sluttiiart 1881. 



Waldner H.: Deutsch lands Fame, mit - Berttcksichfimin« der anerenzenden 

Gebiele Osterreichs, Frankreichs und der Schweiz. Heft 7. fol. mit 
4 Tfln. in Liehldr. in Mappe. — Ileidelbere 1881. 

Willkomm. M • Fuhror in 7 s Rmp.h rW IMlnny^n hnni^hi-nuL AciAPnniJ,, 



und der Schweiz. 2. AufL Liefg. 5 — 8. p. 321 



640. 



Wohlfarth 



und der Schweiz. 



Berlin 1881. 



? 



— Leipzig 1881 . 
Deutsch - Osterreichs 



* \ 



Ce. Danubische Provinz. 

a. Fossile Flora. 

Staub, M.: A Fruska Cora aqnilaniai floraja. (Flora, lebende u. fossile, d. 

aquitan. Schichlen d. Fruska Gora in Syrmien. Ungarisch m. lat. 

Dia^n.j. 39 p. gr. 8°. m. i Tfln. —Budapest 1881. 
IMlanzen aus den Mediterranschichtcn des Krasso-Szorenyer Komi- 



tales. 7 p. 8" mil 1 Tai'el. — Pesth 1881. 

Der Verfasser glaubl folgende 3 Arten nachweisen zu konnen, Cystoseira communis 
Ung., Acer trilobatum (Sternb.) A. Br., Rhus deperdita Staub. Die erste und die dritte 
sind abgebildet. Letztere wird mit Rh. villosa verglichen; es ist aber kein zwingender 
Grand vorhanden, die Blattreste fiir Theilblfittchen dreitheiliger Blatter zu halten; sie 
baben vielmehr groCe Ahnlichkeit mit den Blattern von Rhus Cotinus. 



b. Lebende Flora. 



(Flora d. Bekeser Comitates. Unga- 



Borbas, V.: Bekes varmegye floraja. 

risch.) 105 p. 8°. — Budapest 1881. 
Haynald, L.: Castahea vulgaris Lam. L Solum, in quo inllungaria crescil. 

II. Incolatus ejus in Hungaria. 16 p. 8°. Kalocsa 1881. 

Diese kleine Schivft enthalt 8 ausfiihrliche Angaben ungarischer Botaniker iiber die 
Bodenverliiillnisse, unter welchen Castanea vulgaris in Ungarn vorkommt.; es gehl da- 
raus lienor, dass die Pflanze nicht, wie vielfach geglaubt wird, den Kalk meidet, son- 
dern aucb ant" kalkhaltigem Boden vorkommt; immerhin scheint sie aber andere aus 
Eruptivgestein bestehende Bodenarten vorzuziehen. Eine andere JVIitlheilung dieser 
Schrift be we ist, dass Castanea vesca schon im 1 3. Jahrhundert in Ungarn lange einhei- 
misch war. 

Kanitz, A.: PJantae Bomaniae hucusque cognitae. Fasc. III. niaj. p. I 

XXIII, et p. 140—268. 8«. — Demjen, Klausenburg 1881. 

Das Work ist hiermit beendel. Erganzende Mittheilungen zu dieser Flora von Bor- 
brts finden sich in einem Referat der ()st, bot. Zeit. 1882, p. 100, 101, sowie in folgen- 
der Schrift. 



• 















4 






PllrtMeugeographie mid PllauzeiigescUichte erschieuenw Arbeit eu. 



235 









Borbas,V.: A magyar tudomanyos akademi floristikai Kozlemenyei mint a 

Flora Romaniae kutforrasa. (Die floristischen Mittheilungen der unga- 
< rischen Akademie als Quellenwerk fur die Flora von Rumanien. 

Ellenor 3. Juni 1881. 
Simkovics, L.: GroB Wardein mid die obere (legend des Schmellen-Koros 

(ungarisch). Math. u. naturwissenseh. Abtheilung (Kbzlemenyek) der 



ungar. Akademie der VViss. Bd. XVI. Nr. 2. 









Simkovics, L.: Kirandulasaim a Bihares az lskolahegysegekben. (Excur- 



sionen in dem Bihar- und Schulergebirge) . 
(1881), Heft 1, p. 43—56. 



*J 



Term, rajzi ftiz. Bd. V 



. 



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8 p. 8°. 



Buda- 



pest 1881. 


















Cf. 



Lindemann, E. a.: Flora Chersonnensis. Vol. I. (Rossice, german., lat.) 



35, 393 et 10 p. 8°. 












Odessa 1881. 



Provinz der Pyren fieri. 






Timbal-Lagrave, E.: Essai monographique sur les Dianthus des Pyrenees 

francaises t. XXV (1881), 20 p. avec 32 planches. — Bullet, de la 
Soc. agricole, scientifique etc. des Pyrenees-Orientales, t. XXV (1881). 



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Beust, P.: Schlvissel zum Bestimmen aller in der Schweiz wild wachsenden 



BlUtenpflanzen. sowie der l'Ur ein Herbarium wiehtigenSporenptlanzen. 

— Zurich 1881. 
Caflisch, F.: Excursions -Flora fur das sudwestliche Deutschland. Ein 



■ 






Taschenbuch zum Bestimmen der in den nordlichen Kalkalpen, der 
Donau-Hocliebene, dem schwabisehen und frankischen Jura und dem 
baierischen Walde vorkommenden Phanerogamen. Zweite, mil einem 
Nachtrag versehene Auflage. 387 p. 12 rt . Lampart & Co., Augsburg 
1881. 






Diese handliche, in knapper Form das Nothwendige bietende Flora gehdrt zu den 
besten und kann sowohl mit Riicksicht auf die Behandlung der Standortsangaben wie 
auch hinsichtlich der in so vielen Floren griindlichst vernachlassigten Terminologie, fur 
welche As chers on 's Flora von Brandenburg als Muster diente, alien empfohlen wer- 
den, welche in den namhaft eemachten Gebieten botanisiren. Die zweite Auflage unter- 
scheidet sich von der ersten nur durch einen Nachtrag, in welchera eine neue Ubersicht 
liber die im Gebiet vorkomraenden Rosen, sowie ein Verzeichniss der neu hinzugekom- 
menen Arten und w ichtiseren Fundorte mitgetheilt wird. Leider ist kiirzlich der ver- 



diente Verfasser gestorben ; mdge sich recht bald ein anderer bairischef Botaniker finden, 
der die neuen Funde aus diesem Gebiet fiir weitere Auflagen zusammenstellt. 

Geheeb, A,: Ubersicht der in den letzlen flint" .lahren von H. J. Breidler in 



den ostcrreicliischen Alpen enldeckten selteneren Laubmoose. 
1884, p. 153—160. 



Flora 



Es werden 76 Arten aufgezahli. 
























236 



.. 



Ubersieht der wichligereii mid iimfasseiidercii, im .lahre 1881 fiber Nystematik, 



Gremli, A.: Exeursionsflora fUr die Schweiz. 4. vermehrte und verbes- 

serte Auflage. 486 p. klein 8". — J. Christen, Aarau 1881. 
Neue Beitrage zur Flora der Schweiz. Heft 2. 56 p. 8<>. J. Christen, 



Aarau 1881. 

Grimus, K M Ritter von Grimburg: Vegetalionsverhaltnisse im Thalbecken 

von Bozen. — 6. Jahresbericht der k. k. Staats-Unterrealschule in 
Bozen, 28 p. 8°. — Bozen 1881. 

Der Verfasser giebt zuerst eine Darstellung der geognostischen Verhtiltnisse in der 
Umgebung von Bozen and bespricht dann die AbhSngigkeit der Vegelalion von Exposi- 
tion und Hohe. Hierauf folgen phanologische Tabellen, freilich nur vom Jahre 1881, 
in denen der Bliitenanfang, Blatteraofang und die Blutenfulle beriicksichtigl ist. 

Aueh istangegeben, ob diePflanze auf derSonnenseite oderSchattcnseite beobachtet 
wurde. Interessant ist auch ein Verzeichniss der in dem ruhmlichst bekannten Garten des 
Grafen Sa rntheim im Freien aushaltenden Straucher und Bftume. Aueh giebt der Ver- 
fasser ein Verzeichniss der Mediterranpllanzen, welche bei Bozen ihre Nordgrenze errei- 
chen, ebenso derjenigen, welche fiber Bozen hinaus imEtsch- und Eisack- Thai ihre Nord- 
grenze erreichen. Der Verfasser ist der Ansicht, dass in vielen Fallen nicht das Klima, 
sondern die Lange des Weges, welchen die Pflanze bei der Einwanderung von Sii.len 
zuriiekzulegen hatte, bestimmend fur ihre Verbreitung ist. SchlieGlich unterscheidet 
der Verfasser 5 Zonen, I. die der Thalsohle, t, bis zu 350 m., 3. bis zu 450 m., 4. bis 

zu 600 in., 5. bis zu 900 m. und fuhrt die fur dieselben characteristischen Pflanzen an. 

Guide du botaniste dans le Dauphin^. Excursions bryolog. et lichenolog., 

suivies d'herborisat. phanerog. I. II. 12°. — Grenoble 1881. 

Kerner, A.: Schedae ad floram exsiecatam austro-hungaricam a museo 

botanico universitatis Vindobonensis editam. — 62 p. 8°. Vindob. 
1881. < 

Schon in Innsbruck hatte Prof. Kerner, der urn die botanische Erforschung des 
ganzen osterreichischen Alpengelandes hochverdiente Forscher, einen groBen Einfluss 
auf die osterreichischen Floristen gevvonnen; durch seine Berufung nach Wien hat sich 
derselbe noch erheblich gesteigert, zumal Kerner das entschiedene Beslreben zeigte, 
das botanische Museum der University auch zum Mittelpunkt der im osterreichischen 
Kaiserstaat auszufuhrenden ptlanzengeographischen Untersuchungen zu machen, Als 
erstes tiufieres Rcsultat dieser Bestrebungen tritt uns die Flora exsiccala austro-hunga- 
rica entgegen, welche die Pflanzen des osterreichischen Staates, ganz vortrefflich ge- 
trocknet und in reichlichen Exemplaren enth&lt. Die Etiquetten sind dem bier ange- 
iiihrten Heft entnommen und enthalten bei den neuen und kritischen Arten Diagnosen 
und ausfuhrliche kritische Bemerkungen. Die Exsiccaten sind nur durch Tausch zu 
haben. Da aber die grofie Mehrzahl dieser Pflanzen auch sons! im Tauschverkehr ver- 
breitet oder auch bei Huter und anderen kauflich zu haben ist, so werden diese 
»Schedae« auch fiir denjenigen lnteresse haben, welcher die Exsiccaten selbst nicht besitzt. 



Murr, J.: Neue Beitrage zur Flora von Tirol. 

p. 387—390. 

Strobl, G.: Flora von Admont, 1. Theil. — 

(iymn. zu Melk 1881. 



Ost. bot. Zeitschr. 1881. 



Jahresbericht des k. k. ost. 



Wartraann, B. und Th. Schlatter: Kritische Ubersicht tiber die GefaB- 

pllanzen der Kantone St. G;tllen und Appenzell. 1. Heft Eleuthero- 
petalae. — Kbppel, St. Gatten 1881. 



• 












* I 
























PflniizeDgeographie nnd Pflauzengeschichte erscliienenen Arbeiten. 



237 






Wastler 



tationsgebieles von Linz. 64 p. 8 Q . Linz 1878. 
Die phanerogamen GefaBpflanzen des Vegetationsgebietes von Linz. 

60 p. 8<>. Linz 1881. 

XT 






Fur Anfcinger. 



Ci. Provinz der Karpathen. 



Pantoesek, J.; Lber bosnisch-hercegowinische Pflanzen und aus dem Co- 

— Ost. bot. Zeitschr. 1881. — p. 347—351. 



mitate Neutra in Ungarn. 



Beschreibung der drei neuen Arten von Bosnien : Symphyandra Hofmanni, Corydalis 
Stummeri, Salvia Sonklari. Hieran schlieCen sich Beitr&ge zur Flora des neutraer Comi- 
tates. 

Gk. Provinz des Kaukasus. 

Smirnow, S.: Verzeichniss der Pflanzen des Kaukasus. — Nachrichten der 

kaukasischen Gesellsch, der Freunde der Naturgesch. und des Alpen- 



clubs. Theil II. 87 p. (russisch). 



Tiflis 1880. 



Der Verfasser hat die iiber die Flora des Kaukasus vielfach zerstreuten Angaben 
vereinigt und kritisch gesichtet. Bei den Angaben iiber die Verbreitung der Arten ist 
auch das Vorkommen auBerhalb des Kaukasus berucksichtigt. In dieser Abhandlung 
linden wir bios die Ranunculaceen abgehandelt. Pflanzengeographisch werden im Kau- 
kasus 10 Gebiete unterschieden, von denen 5 dem Vorgebirge und den Thalern, 5 dem 
Hochgebirge angehoren. * 

Trautvetter, E.E.a: Elenchus stirpium anno 1880 in Isthmo caucasieo lec- 

tarum. — Acta horti Petropolitani torn. VII. Fase. II. p. 401 — 531. 

Dieses Verzeichniss von 878 Arten stellt die Resultate zusammen, welche gewonnen 
wurden durch die Reisen von Dr. Radde in Lenkoran, auf dem Talysch, in dem persi- 
scheu District Ardebil und in den sawalanischen Gebirgen, von A.Becker an den 
kiisten Daghestans, von N. v. Seidlitz auf den hochsten Gipfeln Daghestans und von 
N. Smirnow in der Provinz Tiflis. 



D. CentralasialischesGehiet. 



Regel, A.: Meine Expedition nach Turfan 1879. 

lungen. 27. Band. 1881. X. Heft. 



PetermaniVs Mitthei- 






- Plantarum centrasiaticarum , in horlo botanico imperial! Petropolitano 
cultarum descriptiones. — Acta horti Petropolitani torn. VII. Fase. II. 
p. 545 — 551 . 

Beschreibungen von 11 Arten, welche groBtentheils in der »Gartenflora« abgebildet 









wurden, 

- Juncacearum, Cyperacearum, Graminearum, Balanophorearum et Aco- 



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tyledonearum vascularum centrasiaticarum adhuc cognitarum enume- 
ratio. — Acta horti Petropolitani torn. VII. Fase. II. p. 552—677. 

Der Verfasser betritt in diesem Theil seiner Bearbeitung centralasiatischer Pflanzen 
ein sehr schwieriges Gebiet und ist es jedenfalls sehr anzuerkennen , dass er bei der 
Fiille der aus Centralasien neuerdings bekannt gewordenen Pflanzen es versucht, auch 
mit den schwierigeren Familien der Monocotyledonen aufzur&umen. 

Unterden 12 Juncaceen findet sich keine , welche nicht audi in Europa vorkame. 
Von Cyperaceen werden angefiihrt 9 Cyperus , 5 Eleocharis , 8 Scirpus , 2 Eriophorum, 
7 Isotepis, 2 Fimbristylis , i Cladium, 1 Chaetospora , 2 Blysmus , 5 Elyna, M Carex. Die 



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Ubersicht der wiclitigeren und umfossemleren, im fchre 188! fiber Systematik, 



groGe Mehrzahl dieter Arton war schon bekannt und ein groBerJheil ist auch in Europa 



heimisch. 















Die Bearbeitung der Gramineen bietel viel Interessantes. Von neuen Hordewm. 









H. Kaufman Hi Kegel, das durchweg frucbtbareAhrchen besitzt, wild behauptet, dass aus 






demselben wahrscheiulich ein neues reichlragendes (ietreide in der Cultur hervorgehen 
konnte* Secale anatolicum Boiss. halt Kegel auch fur die Stammart von S. cereale. Von 
Elymus werden 19 Arten aufgezahlt. Die Arten und Formen der Gattung Elymus sind 
in Centralasien so zahlreich, dass Reg el alle, auch die von ihm aufgenommenen Arten 
fiir Formen einzelner weit verbreiteter Arten halt So geht einerseits E. sibiricus nach 
Triticum strigostm iiber, E. arenarius, der, wie es scheint, nnr bis zum mitlleren Russ- 
land reicht, hat seine Parallelformen ; die mit schmiileren und ganz schmalen Kelch- 
spelzen Asiens, sind E. dasystachys Trin. und E. glaucus Rgl. E. dahuricus Turcz. ist 
wohl nur die Form mit aufreehten Ahrchen von E. sibiricus L., E. sabulosus MB. ist wohl 
nur eine Form von E. arenarius, E. angustus Trin. die armbliitige Form von E. dasy- 
stachys etc. Von Triticum werden 14 Arten angefuhrt. Von andern artenreichen Gat- 

tungen fuhreii wir an Festuca (9 Arten), liromus (14), Poa '19), Arena (inch Trisetum 12). 
Stipa(l). 

Die Zahl der GefSBkryptogamen ist in Ceyitralasien auBerordentlich gering; nur 
16 Fame werden aufgefiibrl, davon sind die meisten in Europa entweder verbreitet oder 
alpin. Ein neues Polypodium , P. Albert* Rgl. vom Habilus des 1\ Schraderi Mutt, und 
verwandt mit P. ussuriense Rgl. wurde auf dem Tian-shan in einer Holie von 6—80 00' 
entdeckt. Die in Europa verbreiteten Equiseten finden sich auch in Centralasien, doch 
vermissen wir E. Telmateja. Von Selaginellaceen kommt nur Selaginella sanguinolenta 
Spring vor, von Marsileaceen nur Marsilea strigosa Willd. Lycopodiaceen sind gar nicht 
aufgefiihrt. 






^ 



An diese Ubersicht schliefit sich ein Verzeichniss der Fundorte turkestanischer 
Pllanzen nebst erlauternden Bemerkungen ; auch ist zur Erlaulerungeine scheme Karte von 
Centralasien beigegeben, welche die Reiserouten A. Kegel's, Fed tschenko's, Kaul- 
bar's, Kuropatkin's, Os t en-Sac ken's, Przewalskis undSewerzow s enthalt. 

Kegel, E.: Allgemeine Bemerkungen iiber die Flora Cenlralasiens und iiber 

die Verbreitung der Juncaceen, Cyperaceen und Gramineen Turkestans 
im Besonderen. — Acta horl. Pctropolitani I. c. p. 678 — 690. 

Mit Ausschluss der ziemlich gleichmaBigen Steppentlora sind in Centralasien zwei 
groCe in Bezug auf die Flora sehr verschiedene Gebiete zu unterschciden, das westliche 
und dstliche Turkestan. Zu dem west lichen Turkeslan rechnet Re gel die Gebiete vom 
Fort Turkeslan im Norden, iiber Tschimkent bis Taschkent mit den Aral- und Caspi- 
schen Steppen, dem nordlichen Karatau und den westlichen Abhangen des westlichen 
oder Taschkenter Alatau , dann weiter sudlich bis Chodschenl mil den slidwesUichen 
Abhangen des Alatau oder den Gebirgen des Syr-Darja und unterem Naryn- Gebiet, 
sowie den Gebirgen Kokans; ferner von Taschkent sudwestlich nach Dschisak mit dem 
siidwestlichen Karatau bis Chiwa und Turkomanien, endlich his Samarkand mit dem 
Sarawschanthal his zum Quellgebiet dieses Flusses und den hohen Gebirgen, sudlich 
von Kokan und Margate n Ins zum Altai-Plateau und Buchara. »Trofz der mannigfacb 
verschiedenen Pflanzenformen dieses Gcbietes, von denen die Thalptlanzen ein mildes 
Klima reprasenliren und die Gebirgspflanzen eine alpine und hochalpine Flora dar- 
stellen, slimmen doch diese Gebiete darin [therein, dass sie theils an die Flora des Kau- 
kasus und des ostlichen Persiens , theils an Afghanistan und den Himalaya und nur an 
der Nordgrenze, soweit die sterile Wuste die Pllanzenwanderung nicht verhindert, an 
die sudrussische Flora sich anlehnen. West-Turkestan zeigt dagegen andere Formen- 
reihen von Pllanzen auf, als das was als Ost- Turkeslan in ptlanzengeograpbischer 


















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PlanzengeogTitphiu mid Pflaiizeiigeschirhte urateMtaeiiuii Arbeiten. 



239 


















Beziehung bezeichnet wird , wtihrend in geographischer Beziehung Ost-Turkestan erst 



ostlich von kuldseha beginnl. 















Tifp 



Die Gebirge des westlichen Alalau oder die Gebirgskette vom Alexander- Gebil 
siidlich bis zn dem oberen Naryn, also vom Issvk-kul und von Wernoje an westlich, 
vermitteln den Ubergang der Flora nach den von mir als Ost-Turkestan bczeiehneteu 
Gebieten; diese letzteren begreifen die Hocbgebirge urn den lssyk-kul (Alatau transi- 
liensis, Kungei- Alatau, Terskei-Alatau), dann sirdostlich den mil einer sehr einformigen 
Flora begabten Tian-schan, das Temirlik oder Akburtaseh- Gebirge zwischen dem 
Tekes-Fluss und Hi -Strom, dann das Ilitbal und die im Norden von Hi liegenden Ge- 
birge, die den Sairam-See urngeben und weiter nordlich in den dscbungarischen Alatau 
iibergehen. Im Nordwesten ist es Sudrussland zwischen dem unteren Lauf des Hi und 
Balchasch-Sees , im Norden das Tarbagatai- Gebirge, welcbe die Grenzbezirke bilden, 
im Nordosten sind es die Ebenen undWiisten, dieimOsten von den Ebinor-, Alakul-, 
Ulungus- und Saissan -nor- Seen liegen , welcbe die Grenzen bilden und wo die Flora 
vollstandig in die Flora der Mongolei ubergeht. Von dem schon in der Mongolei lie- 
genden Ebinor-See aus begrenzen die im Osten von Kuldseha liegenden hohen Gebirgs- 

ziige des Irenrhabirga , das sich nach Osten zu niit den Horhgebirgen des Kaseh und 

Kunges und im Plateau des Juldus mit den ostlichen Auslaufern des Tian-schan ver- 
einigt, Osl Turkestan. 

Die Flora dieser ostturkestnnischen Gebiete schlieBt sich einerseits derjenigen der 
Gebirge Siidsibiriens (Altai, Baikalgebiet). theils der der westlichen Mongolei an, doch 
tritt eine bedeutende Anzahl der Pflanzen Siidsibiriens nur nach den nordlichen Grenz- 
gebirgen der Dschungarei liber, weniger gehen bis zu den Sairam- Gebirge n und sehr 
wenige bis zum Tian-schan, wogegen indigene ahnliche Arten sich finden. Die Ein- 
wanderung der Pflanzen des Sudwestens (Mittelmeerflora) gelit (lurch den Kaukasus und 
Persien nach den Gebirgen West-Turkestan's, die Mehrzahl der Pflanzen Mittel-Europas 
ist aber ilber Sudrussland laugs des siidlichen Ural und durch Stidsibirien nach Ost- 
Turkestan eingewandert, ohne die sterilen Aral-Steppen zu tiberspringen, urn nach West- 



Turkestan zu gelangen. Rein nordische Arten der arktischen Zone finden sich sehr 
wenig in den Hochgebirgen Turkestans, wahrend die Gebirge Siidsibiriens noch viele 
hochnordische Arten enthalten oder umgekehrt; es gehen sehr wenige der hochalpinen 
Pflanzen Centralasiens bis zur arktischen Zone«. 

Der Verfasser ist der Ansichl, dass das groBe centralasiatische Binnenmeer der vor- 
angegangenen Zeil die Wanderung centralasiatischer Pflanzen nach der arktischen Zone 
verhindert babe, wahrend die Irockenen Wiisten in neuerer Florenperiode der Pflanzen- 
wanderung ein Halt geboten haben. Dagegen haben viele allgemein verbreilete Pflan- 
zen, deren Samen von Winden, vom Wasser, vonVogeln transportirt werden, auch ihre 
Wohnstatten in Centralasien aufgeschlagen, 

Nach diesen Vorbemerkungen wendet sich der Verfasser zur speciellen Verbreitung 
der Juncaceen, Cyperaceen und Gramineen Turkestans, drei Familien, die im Verhalt- 
niss zu anderen Familien in Centralasien sehr schwach vertreten sind. 

Das g&nzliehe Fehlen der Torfmoore in den meist wiisten und pflanzenleeren trock- 
nen Sandsteppen der Ebenen und Wiisten , hat die Griiser und Rietgraser in die Hocb- 
gebirge Centralasiens und dann nach den nordlichen Grenzgebieten zuriickgedrangt. 

Zur Erlauterung ist die Verbreitung der Juncaceen , Cyperaceen und Gramineen in 
Tabellen ubersichtlich dargestellt. 

Von den aus der tabellarischen Zusammenstellung sich ergebenden Resultaten heben 
wir noch folgende bervor: 

4. Nur 2 rein arktische Arten der Juncaceen dringen bis zur Nordgrenze Central- 

- 

asiens vor. Von den vom Westen eingewanderten mitteleuropaischen 4 Arten gehen 
6 ohne West- Turkestan zu beruhren nach Ost-Turkestan, 3 sind in West- und Ost- 























































































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240 libersicht d. wicht. u. umfass., im Jahre 1881 fib, Systematik etc. erschieneneii Arbeiten. 












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Turkestan und 1 nur an der Nordgrenze West-Turkestans. Die siideuropaischen 2 Arten 
nehmen aber beide ihren Weg durch den Kaukasus nach West- Turkestan und diirften 
fiir diese und ahniiche Arten der Kaukasus und Kleinasien das Centrum fur die Verbrei- 
tung sein, wiihrend fur die beiden arktischen, im Kaukasus und Europa's Alpen nicht 
vertretenen und nur bis zur Nordgrenze Centralasiens reichenden Arten, die siidsibiri- 
schen Gebirge als Centrum fur die Verbreitung gel ten diirften. Ahniiche Verhaltnisse 
zeigen die Cyperaceen. 2 Arten sind dem Kaukasus und Centralasien, \ dem Altai und 
Centralasien allein eigenthiimlich. Von arktischen Arten reichen nur 2 nach Central- 
asien. Von 7 nordwestlichen Arten, die mit Ausnahme einer auch im Kaukasus ver- 
treten sind, finden sich 5 in Ost- und West-Turkestan, 2 nur in Ost-Turkestan. Von 19 
mitteleuropaischen Arten finden sich 10 in Ost-Turkestan, 4 in West- und Ost-Turkestan, 
5 nur in West-Turkestan. Von 13 Arten der Mittelmeerfiora, die alle auch im Kaukasus 
vorkommen, finden sich 10 nur in West -Turkestan, 3 in beiden Theilen Turkestans. 
Bezuglich der Gramineen heben wir nur hervor, dass Turkestan nur mit dem Kaukasus 
10, nur mit Sudsibirien 20, nur mit dem arktischen Gebiet und Sibirien 3, nur mit den 
Alpen 3 Arten gemeinsam hat. 35 Arten sind von Mitteleuropa bis Turkestan verbreitet; 
aber fast die H&lfte beriihrt West -Turkestan nicht. Von 40 Arten des Mittelmeer- 
gebiets, die in Turkestan vorkommen, sind uur 2 bis jetzt noch nicht im Kaukasus 
gefunden. * 

Diese Thatsachen finden zum Theil ihre Erkl&rung in des Referenten Versuch einer 
Entwicklungsgeschichte der Pllanzenwelt I. p. 38, 39, 43—46, 64, 120. 

Schlagintweit-Sakiinlunski, H. v.: Notiz Uber das Auftreten einiger Rheum- 

Species in den Gebirgsregionen nordlich und westlich von Indien. — 
Zeitschrift des allgemeinen osterr. Apotheker-Vereins. 18.Jahrg. 1880. 









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Dritter Band 






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Heft. 






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Mit 2 lithographischen Tafeln. 




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Leipzig, 















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Verlag von Willielm Engelmann. 




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Ausgegeben den 18. August 1882. 

MISSOURI 

BOTANICAL, 
GARDEN. 



Inhalt 



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Uberaicht der wichtigeren und umfassenderen , im Jahre 1861 iiber Systematik, 

Pflanzengeographieund Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. II. (Schluss.) 241 

Dr. J. Felix, Beitrage zur Kenntniss fossiler Coniferen-Holzer. (Mit Taf. II.) 260 



>/■ 



281 



■ w » _ , 

Dr. Franz Benecke, Beitrag zur Kenntniss der Begoniaceen. (Mit Taf. III.) . 288 
, Aemilio Koehne, Lythraceae monographice describuntur * . > , . . . . . . .319 

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emerkung. 



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Die Herren Mitarbeiter erlialten fur ihre Originalabliandlungen ein 
Honorar von Jl 30 pro Bogen ; sowie auf besondern Wunsch eine An- 
zahl (bis zu 20) Separatabziige. Abhandlimgen , die als Dissertation 

J -1 _l 111 

bzw. Habilitationsschriften erscheinen, werden nicht honor irt. — Alle 



__ 






Sendungen ftir die »Botanischen Jahrbucher« werden an den Herausgeber 






Herrn Prof. Dr. Ad. Engler in Kiel erbeten. 

Uber Zweck, Inhalt, Ersckeinungsweise etc. der Jalirbticher ver- 
breitet sick ein Prospect, der durch alle Buckkandlimgen bezogen 

11 



. 



werden kann. 

— - ■ 



Einige Autoren haben sich erboten , dem Herausgeber kurze Inhaltsan&aben 
ihrer bcnriften zukommen zu lassen. Dieselben sind sehr erwunschl, namenthcb 
dann, wo der pecuniare Werth des Werkes dem Verf. die Einsendung desselben 






ersch 



•schwert. Es ist jedoch nothwendig, dass derartige Selbstanzeigen nicht spater, 
s Vo Jahr nach der Publicirung des Werkes beim Herausgeber einlaufen. 






als -/ 2 -„.„ .,_,*_ _.. D »«v ..-._-_ _,. «M~o b 

Kleinere, fur die botaniscben Jahrbticher geeignete Beitrage find en immer 
baldige Aufnahme ; beztiglich umfangreicherer Abhandlungen ist vorherige An- 
meldung beim Herausgeber nothwendig. da ein Theil des in den niichsten Heften 

KJ U O / 

ist. 
K i e 1 , den 1 5. Miirz 1881. A. Enffler. 






zur Verfugung stehenden Raumes bereits ver^eben 

_, 7 ; 

IT i a __pti _ f_ Hfliry _ ft ft \ 



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Soeben erschien im Verlage von Eduard Trewendt in Breslau der zweite 
Band von 



4* <m ' -__-^ _ *« 




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* 

herausgegeben von 



2 






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Prof. Dr. A. Schenk. 

Unter Mitwiikung von 

Prof. Dr. Ferd. Cohn, Prof. Dr. Detmer, Prof. Dr. Drude, Dr. Falkenber?, Prof. 
Dr. A. B. Frank, Prof. Dr. Gobel, Prof. Dr. Haberlandt, Dr. Hermann Mailer, 

Prof. Dr. Piltzer, Prof. Dr. Sadebeck, Dr. W. Zopf. 

Inhalt: Detmer, Ptlanzenphysiologie I. — Falkenoerg, Die Algen im weitesten 
Sinne. — Gobel, Die Muscineen. — Pfitzer, Bacillariaceen. — -Detmer, Pflanzen- 

• * _____ ____' 

physiologie II. 
Register 




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Zu beziehen dureh alle Buchhandlungren. 



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Preis broach. 18 Mk., eleg. Halbfranzband 20 Mk. 40 Pf. 
Der erste Band kostet 20 Mk, br oach,, 22 Mk. 40 Pf. geb. Der dritte 

(Schluss-} Band erscheint in Jahresfrist. IMF" Jeder Band ist einzeln verkaufl. 

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Ubersicht der wichtigeren und umfassenderen , im Jahre 1881 
iiber Systematik, Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte 

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lieuenen Arbeiten. II. 

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E. Makaronesisches tJbergangsgebiet. : -^ * 

Taylor, E. M.: Madeira. Its scenery, and how to see it. With letters of a 

vears residence, a. descript. of the trees, flowers, ferns, mosses, a. 

* » '7/7 

seaweeds. 8°. w. map of Madeira, a. plan of Funchal. — London 1881. 









^ >>v i . \ M /r\ 



-fclhiuft i < r 



F. Mittelmeergebiet. 



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ra. Iberische Provmz. 

'jMhJn mif'] » //•>:. Jf;;ir;J ( Hl j;'»t 



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(Iberische Halbinsel und die Balcarcn.) 

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:. c l f noeie£foaA 



> liO/ // 



Leresche, L. et E. Levier: Deux excursions botaniques dans le nord de 

tri o; lEspagne et le Portugal en 1878 et 1879. Avec 9 pi. — G. Bridel, 
■»Mt Lausanne 1882. (Erschienen 1881.) -..■»« m li ■'■ 



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J 






Die von den Reisenden besuchten Platze sind folgende. 
f J 'Yenta de Banos et Alar del Rev (Vieille Castille). 
Ebro. — Santander. 






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■ I. 



Revnosa und die Quelle des 



Segovia. — La Granja 

■ '[i '.. i /. rl'dlOflini j 



Georges de la Deba. — Potes und seine Gebirge. — La Llebana. 
— Cervera und seine Gebirge. — Oviedo und einige Gebirge Asturiens. — Das Thai des 
Sil und die Provinz Orense in Galizien. — Portugal: Oporto, Coimbra, Serra Estrella, 
Lissabon undCintra. — Mittelspanien : Sierra deGredos, ihre geographisehe Configuration 
und ihre Flora. — Madrid. — Escurial. — Der Guadarrama. 
i^ennalara. 1S l»nmD lint iv ! 

?t) J| Das Buch enthait auCer einer kurzen Sehiklerung der von den Reisenden besuchten 
Localit&ten ein Yerzeichniss der auf der Reise gesammolten Moose von Levier, llohen- 
angabefn und kritische Bemerkungen' iiber verschiedene seltene Pflanzen, von denen 
folgende abgebildet sind: 1 "I .*» >xiii 19 thill ■ ■> : -^w »3> - i 1, . • v il m i; /. mwUniti ■'*. 

-0*1 J Pimpinelta sii folia Leresche, Saxifraga conifer a Cosson et Dnrieu, Saxifraga canali- 
culate Boissier et Reuter, Genista carpetana Leresche, Anemone pavoniana Boissier, 
Aqnilegia discolor Levier el Leresche,* Campanula acutangula Leresche et Levier, Cam- 
panula adsnrgens Levier et Leresche, Pimpinella sii folia Leresche. > I is Mb tiii Mi'b 

Loseos, P.: Tralado de plantas de Aragon. Parte II. 254 p. 8°. maj. — 

_ii li '' " Madrid 1880 U{ ' >i( ' ^^Ab^ *r>n 1 [hT t foul - ■i'»')Mii- ' !• 



fl^ibii'jblni- \,n jio7 \u> 



Rouy, G.; Excursions botaniques en tspaane, centre d herbonsations a 

'J**-' iii MID </i'J 7 »ir L T' D ToiP n7v ,*>'• mj r 

,, Jativa. — Bull, de la soc. bot. de France 1881, p. 153 — 172. 



Botanische Jahrbiieher. Ill, Bd, 



10 
























» 






























242 



Cbersicht der wichtigeren und umfassenderen, im Jalire 1881 fiber Systematik, 



Willkomm, M,: Illustrationes florae Hispaniae insularumque Balearium 

Fasc. III. fol. c. 10 tabb. color. — Schweizerbart, Stuttgart 1881, 





















Fh, Ligurisch - tyrrhenische Provinz. 

(Sudfrankreich, Ligurien, Sttdl. Tessin, westliches Italien, Corsica, Sardinien, Sicilien.) 

Calloni: Notes sur la geographie bolanique du Tessin meridional. Archives 

des sciences physiques et naturelles. — Geneve. Janv. 1881. 
MacchiatL L.: Orchidee di Sardesna, colla dcscrizione d'una forma ibrida 



uti 



mio\ 



ME * 

ra. — Nuovo giorn. botan. ital. 1881, p. 301 — 316. 
Nicotra, L.: Notizie intorno alcuni Sedum di Sicilia. 5 p. 

*1^* K A *nn ;t.^l ICQ J ^ OQ« QftQ 






ar. 8. - 



Nuovo 



giorn. botan. ital. 1881, p. 284—288. 



Re, G. F.: La Flora Segusina, riprodolta nel metodo naturale di De Can- 

dolle e commentata de B. Caso. 436 p. 8°. — Torino 1881. 



Strobl, Or.: Flora des Atna. 







p. 232—235, 



260—264, 291 — 298, 330—331, 358—364, 396— 400. , 

»:\ ))?•.! .Iji ■■ ' ..J . J LI 



der Nebrod 



, 



I ' 



■ 






448, 459—463, 491—496. 

1 1 



Flora 1881, p. 347—352, 363—367, 438 

7 1 1 


















i 









Fc. Alarokkanisch-algerisch-hmesische Provinz. 

Ascherson, P.: Die aus dem mittleren Nordafrika, dem Gebiele der Rohlfs- 

schen Expedition nach Kufra bekannt gewordenen Pflanzen. — In dem 



Werke von Gerh. Rohlfs »Kufra«, p. 386 — 559. 

1881. 






Brockhaus, Leipzig 



• 



■ ■■' 



■ 



f 



tiber der botanischen Erforschung der Regentschaft Tripolis im weitesten Sinne hat 
seit fast 70 Jahren, die seit ihrem Beginn verflossen, ein cntschicdener Unstern gewaltet. 
Das ungeheure Gebiet, das sich zwischen Tunis und Agypten , von der Mittelmeerkiiste 
bis zum Wendekreise erstreekt, ist noch kaum von einem bolanischen Fachmann be- 
treteti worden, die zahlreichen geographischen Reisenden, welche dieses Gebiet be- 
traten, sammelten nur wenige Pflanzen. Die sorgftiltige Zusammenstellung aller der 
kleinen botanischen Ergebnisse ist der Zweck der voriiegenden Abhandlung, deren Ver- 



fasser bekanntlich audi in hervorragendster Weise dazu bef&higt ist, die geographische 
Seite einer solchen Arbeit wissenschaftlich zu behandeln und die von den Reisenden 
gesammelten Angaben der Eingeborenen auf Grund seiner sprachlichen Kenntnisse zu 
verwerthen. Schon im Jahre 1875 hatte Cosson im Bull, de la Soci6t£ botaniqe de 
France eine Aufz&hlung der »Plantae in Cyrenaica et agro Tripolitano notae« gegeben, 
doch konnte Ascherson schon 1876 in den Sitzber. der naturf. Freunde auf Grund der 
Sammlung Nach ti gal's denselben wesentlich erg&nzen. In neuerer Zeit war einer der 
reiehsten Bcitr&ge die von dem osterreichischen Viceconsul in Bengasi, Herrn Petro- 
vich zusammengebrachte Sammlung. Der Verfasser hielt es nicht fiir zvveckmaGig, die 
Pflanzen des genannten ausgedehnten Gebietes in einer Liste aufzufiihren, wie Cosson 
dies fur das eigentliche Tripolitanien und die Cyrenaika gethan hat. Beide Gebiete ge- 
hciren nach Ascherson verschiedenen pflanzengeographischen Reichen an, Cyrenaika 
dem Mittelmeergebiet, Tripolitanien der Sahara. Die quellendurchrieselte Nordab- 
dachung der Hochfl&che von Barka ist mit einer lippigen Vegetation von waldbildenden 
Nadelholzern (Cypresse, Wachholder) bedeckt, und nicht minder ist dort die Formation 
der Maquis entwickelt, von deren Bestandtheilen in Tripolitanien nur noch der Ros- 













































Pflanzengeographie urid Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiti*n. 



243 



marin, Stachelginsterarten, der Oleander und eine dortwohl nur strauchigeWachholder- 
art, wahrscheinlich auch die Mastixpitazie und eine Eiche vorkommen , deren Auftreten 
iber jedenfalls kein haufiges genannt werden kann. Walder besitzt Tripolitanien nach 
alien Berichten schwerlich; der einheimische Baum, welcher auCer den Dattelpalmen. 
Tamarisken und (iumniiakazien alien Reisenden am meisten charakteristisch erschienen 












und da auch angebaulen Bodens umsSumt. 



ist, Pistacia allantica , dringt auch in Aleerien in die Wiiste ein nnd ahnliche Verbrei- 
tung besitzen der Retem und der Djedari [Rhus oxyacanthoides). Referent kann nach 
diesen Angaben die Trennung von Tripolitanien und Cyrenaika doch nur in soweit bil- 

ligen, als sie zwei verschiedenen Formationen angehoren. Trotz der Dattelpalme sind 
doch die Btziehungen gerade der ndrdlichen Sahara zur Mittelmeertlora nicht zu ver- 
kennen. Der Verfasser hebt dann ferner hervor , dass esaufden ersten Blick weniger 
nothwendig erscheine, Tripolitanien von seinem groBen wusten Hinterlande Fesan zu 
sondern; indess slelle es sich bel nSherem Eingehen heraus, dass die Gegensatze zwi- 
schen der Vegetation der Kuste und des im Herzen der Wiiste gelegenen Landes fast 
noch sohfirfer ausgesprochen sind, als die zwischenTripolis und Gyrene. Die Terrassen- 
stufe des tripolitanischen Djebel ist noch von einer schmalen Zone fruchtbaren und hier 

Wenn man aber nach Suden und Siidosten 
einige Tagereisen fortschreitet, verliert sich diese Culturlandschaft bald in die Wiiste; 
Misda am Wege nach Uadi-Schieti, Beni-Ulid an der SoknastraCe sind schon vollig in 
der Wiiste gelegene Oasen; unter den Gulturunkrautern der letztern Ortlichkeit ist aller- 
dings wie in den agyptischen Oasen, der Mediterrantypus noch vorherrschend. In der 
Vegetation auBerhalb des Culturbodens haben indess die Anklange an das Mittelmeer- 
gebiet schon fast vollstandig aufgehdrt und wenn man Tripolitanien als ein Gebiet ge- 
mischter Flora von Fesan mit entschiedener Wiistenvegetation trennen wollte, so 
miisste die Siidgrenze des eulturf&higen Bodens die Scheidelinie bilden. Dieselbe ist 
aber nicht genau zu ermitteln und zieht daher der Verfasser eine weiter nach Siiden 
liegende, geographisch und klimatisch wohlausgepragte Grenzlinie zwischen tripolitani- 
schem und fesanischem Gebiet vor; alle Berichte stimmen darin uberein, dass der 
Djebel Ssoda, siidlich von Sokna, sowie die Hammada-el-homra weiter westlich eine in 
der Quantit&t der Vegetation sehr erkennbare Scheide bilden. Bis zu dieser Grenze 






dringen auch noch nicht selten die Winterregen des Mittelmeergebietes vor, so dass mit 
Benutzung derselben selbst in der Djofra noch Ackercultur mdglich ist. Ferner sind 
gesondert behandelt die Flora von Kufra und die Audjilagruppe. Ascherson wies 
auch die Verbreitung der von ihm erw&hnten Arten auBerhalb des betreffenden Ge- 
bietes nach. Durch Anwendung von leicht verst&ndlichen Zeichen ist auf den ersten 
Blick ersichtlich, wie viel Mittelmeerpflanzen , wie viel Gharakterpflanzen der Sahara, 
wie viel Typen der nordafrikanischen Wiiste in einem Gebiet enthalten sind. Auf die 
einzelnen Verzeichnisse kdnnen wir hier natiirlich nicht n&her eingehen. Wir bemerken 
nur, dass von Tripolitanien 424 Angiospermen, \ Conifere, 3 Fame , 2 Characeen, 

1 Alge, 5Flechten, \ Pilz angefiihrt werden; aus Fesan 197 Angiospermen, 2 Algen, 
\ Pilz; aus Kufra 39 Angiospermen, aus der Audjilagruppe 48 Pflanzen ; von Cyrenaika 
(einschlieBlich Tiirkisch-Marmorika) 481 Angiospermen, 4 Gymnospermen , 2 Fame, 

2 Moose, 3 Flechten, I Pilz. 






Von Cyrenaika wird eine neue Reseda, R. Petrovichiana Mull. Arg. beschrieben. 






Sitzber. d. hot. Ver. 



Bull, de la 






Ascherson, P.: Fiorula der Oasengruppe Kufra. — 

d. Prov. Brandenb. 25. Marz 1881, p. 27—33. 

Battandier: Contribution a la flore des environs d'Alger. 

soc. bot. de France 1881, p. 226—230. 



Cosson, E.: Compendium florae Atlantieae s. expositio meth. planlarum 

omnium in Algeria nee non in regno Tunetano et imperio Maroccano 

1G* 



. 



i + 

































■ 













































244 



Ubersicht der wichtigeren und umfasseiidercn, im Jalire 1881 fiber Systeniatik, 



; hucusq. notarum, ou Flore des Etats Barbaresques, Algerie, Tunisie 
et Maroc. Vol. I, partie 1: Histor. et Geogr. 268 p. 8° av. 2 cartes. 



i 



Masson, Paris 1881. 












i 






Com 



Dicser erste Theil eines botanischen Werkes, welches trotz des bescheidenen Titels 
pendium recht stattiich zu werden versprieht, enthalt im Wescntlichen historische 



Bemerkungen und die ErklSrung der beigegebenen, sehr gut ausgefiihrten Karten. Die 
eine giebt die Routen aller in Algier von Cosson und seinen Sammlern ausgefiihrten 
botanischen Reisen an. Die zweite Karte hat die Aufgabe, durch gut gewShlte Farben- 
tone die pflanzengeographischen Regionen hervortreten zu lassen. (Vergl. botan. Jahrb. 
I, 81, 30-2.) Zur leichteren Auffindung der in dem spater herauszugebehden Theil 
enthaltenen Ortsnamen dient ein Verzeichniss derselben, in welchem auf ihre geogra- 

- 

phische Lage hingewiesen wird. 









ft 



Auch enth&It dieser Theil ausfiihrliche Angaben tiber die Botaniker, welche zur 



botanischen Erforschung dieser Gebiete beigetragen haben. 

Simony, P.: Das Pflanzenleben der afrikanischen Wtlsten. 












Sch rift d. 



Ver. zur Verbr. naturw. Kenntn. in Wien, XXI (1881), p. 89 — 126 



Mit Tafel. 









■ 



: Fd. 



• I 



Ostliche Mediterranprovinz. 

1 


















iVon den Kustenlandern des adriatischen Meeres bis nach Afghanistan, 






■ r: 



■ * 






Ndrdliches Agypten.) 












Freyn, J.: Nachtrage zur Flora von Sild-Istrien, zueleich Beitrase zur 



Flora Gesammt-Istriens enthaltend. 






Verb. d. k. k. zool.-bot, Ge- 



sellsch. zu Wien XXXI (1881), p. 359—392. 









' 



Sintenis, P.: Cypern und seine Flora. — Ost. hot. Zeitschr. 1881. p. 225 









232, 255 



-260, 285—291, 324—330, 390 

/ ' ' 



395. 


















"Untschj, K.: Zur Flora von Fiume. — Osterr. bot. Zeitschr. 1881. p. 218 



219. 



: 





















Urban, J,: Uber einige fiir die Flora Acyptens neue Arten der Gattuny 
. Trigonetta L. — Sitzber. d. bot. Ver. d. Prov. Brandenb. 1 881 , 25. Nov. 
„.-. 4881, p. 66—71. 

Es sind dies Trigonella monspeliaca L.; 7. media Del. , schon friiher von Deli 1 e in 
Agypten beobachlet; aber erst von A scherson in der libyschen Wttste wieder aufge- 
funden ; T. Aschersoniana Urb., letztere ohne ausgebildete Friichte, daher die Gattungs- 
bestimmung noch unsicher. I 



. i ) 



Visiani, R. de: Florae dalrnaticae supplementum alteram, adjectis plantis 



in Bosnia. Hercegowina et Montenegro crescentibus. Pars II (posthuma). 

69 p. 4«. — Venetiis 1881. 

Dieses Supplement zur Flora Dalmatiens wurde von dem Reale Istituto Veneto 
herausgegeben. Die in diesem Supplement enthaltenen Beitrage beziehen sich auf die 
Familien der Plantaginaceae , Plumbaginaveae , Dipsaceae, Valerianaceae , Ccmpo sitae. 
Abgebildet sind: Valeriana bertiscea Pane., Cirsium decussatum Janka , Cirsium appen- 
diculatum Griseb., Chrysanthemum larvatum Griseb., Gatyona Pantocsekii Vis., Hiera- 
cium thapsiforme Uechtr., Hierac. adriaticum Naeg., Campanula hirsuta Pantocs., Cam- 



panula monanthos Pantocs. 



-• 



. 



' 















: ■ ' i i i ! r ; 



















































Pflaiizengeographie und Filaiizenges^liichte erschieneneu Arbeiteu. 



245 





















i 









4 



G. Mandschurisch-japanisches G ebie t. 



n 









. 



a* Fossile Flora, 





















Nathorst, A. G.: Forudtskickadt meddelande om tertiarfloran viel Nanga- 

saki pa Japan. (Vorlaufiger Bericht Uber die Tertiarflora von Nanga- 
saki auf Japan.) — Geologiska Fdreningens i Slockholm Forhandlingar. 
Band V, Np. 12, p. 539—551. 

Dieser Aufsatz ist als eine vorl&ufige Notiz einer ausfuhrlieheren mit Abbildungen 
versehenen Arbeit, die in Aussicht gestellt wird, zu betrachlen. Nach einigen allge- 






meinen Bemerkungen iiber die bisher herrschenden Meinungen iiber den Ursprung der 
jetzigen Flora Japans giebt der Yerfasser einen Bericht iiber die wichtigsten fossilen 
Pflanzen, welche Nordenskiold von Nangasaki mitgebracht hat, dabei jedocli aus- 



ver- 



driicklich hervorhebend , dass wohl moglicherweise einige Bestimmungen spater 
andert werden miissen. was jedoch kaum einen Einfluss auf die allgemeinen Schluss- 
folgerung haben kann. Die Pflanzen sind in einem hellweissen Thone, welcher von 
machtigen vulkanischen Tuffen u. s. w. bedeckt ist, am Meeresufer gefunden und sind 
meistens vortrefflich erhalten, obschon die Abwesenheit der Blattsubstanz oft nicht ent- 
scheiden lasst, ob die Blatter lederartig waren oder nicht. 

Die Fame fehlen merkwiirdiger Weise ganzlich und von Coniferen kommt, mit 



Ausnahme von ein Paar isolirten Nadeln, nur ein einziges Stuck vor, welches einen 
Blattzweig, sehr an die spitzbergische Form von Sequoia Langsdorfii Brongn. sp. erin- 
nernd, darstellt. Da derselbe jedoch nicht gut erhalten ist, ist die Mogliehkeit, dass er 



in der That ein Taxus sein kann, nicht ausgeschlossen. Audi die Monokotyle- 
donen sind sehr sparlich vertreten, der einzige bestimmbare Blattrest diirfte zu einer 
kleinbl^ttrigen Arundinaria gehtfren. Von den Dikotyledonen finden sich leider 
keine Friichte; da die Bestimmungen folglich nur auf die Blotter gegriindet sein miissen, 
konnen sie natiirlicher Weise nicht immer vollkommen sicher sein. Einige der Blotter 
gehoren jedoch ziemlich leicht erkennbaren Typen an, und da diese auch die haufigsten 









sind, verdienen sie insbesondere beachtet zu werden. Am haufigsten sind die Blatter 
einer Fagus , die wohl beinahe 90 Procent der ganzen Flora ausmachen, was ja ver- 
muthen lasst, dass die Ablagerung sich in der N&he eines Buchenwaldes gebildet hat. 
Diese Blatter stimmen so sehr mit jenen der lebenden Fagus ferruginea Ait. iiberein, 
dass sie F. ferruginea pliocena genannt werden konnen, Fagus Antipofi Hr. von den rnio- 
cenen Ablagerungen Sachalins ist durcli ganzrandige Blatter mit zahlreichen Secundar- 
nerven ganz verschieden. Von Eichen kommen wenigstens zwei Arten vor, von welchen 
die eine sehr an Quercus glauca Thbg. aus Japan erinnert. Von Juglandeen haben wir 
auch wenigstens zwei Arten, die eine mit ganzrandigen Blattern an Juglans regia, die 
andere an Pterocarya rhoi folia S. et Z, , sowie an die miocenen Juglans nigella Hr. und 
/. picroides Hr. von Alaska erinnernd. Carpinus ist auch mit einigen Blattern vertreten; 
da aber der Verfasser noch nicht alle japanischen Arten dieser Gattung bisher hat ver- 
gleichen ktinnen, will er jetzt keine bestimmte Meinung iiber ihre Verwandtschaft aus- 
sprechen. Mit kleinen Fragmenten sind wahrscheinlich die Gattungen Myrica und 
Salix, sowie Betula vertreten. Von Ulmaceen kommt eine Zelkova vor, deren Blatter 
nicht von denen der Z. Keakii Sieb. zu trennen sind und die folglich Z. Keakii pliocena 
genannt werden. Ferner auch ein Aphananthe aspera Planch, sehr nahe stehendes Blatt. 
Vielleicht haben wir auch eine Celtis und von Lauraceen zwei Arten, die eine sehr an 
Lin dera glauca, die andere welche unvollstandiger ist, etwas an Litsea dealbata erin- 
nernd. Von Styraceen kommt ein an Styrax japonicum , und von Ericaceen eine an 
Clethra barbinervis S. et Z. sehr erinnernde Art vor. Von Liquidambar erwahnen wir 
zwei Arten, die eine mit L. styracifluurn, die andere mit L, Taiwanense (von Formosa) am 

































246 



Cbersiclit tier wichtigereii und umfassendereu, im Jahre 1881 fiber Systematik, 



nachsten verwandt (doch hat der Verfasser noch nicht die Btfitter von L. Maximowiczii 
vergleichen konnen). Ferner haben wir ein an Corylopsis spicata erinnerndes Blait 
und audi Reprfisentanten der Gattungen Deutsia, Philadelphus und Prunus. Zwei Arten 
Acer sind ziemlich haufig; die eine ist hinsichtlich der Blatter nicht von A. Mono Maxim, 
zu unterscheiden und wurde folglich A. Mono pliocenum genannt, die andere Art ist mit 
A.palmatwnThxmb. am nachsten verwandt, jedoch deutlich von demselben verschieden. 
Yon Tiliaceen kommt ncben BlSttern auch ein Stuck eines Schirmblattes vor; jene 

■ 

weisen auf zwei Arten hin, die eine mit groBen Blattern auf Tilia americana, die andere 
mit kleinen erinnert sowohl an T. parvifolia als auch an 7\ cordata. Die Ranunculaceen 
sind mit einer Clematis vertreten. 






Die Bestimmung der oben angefiihrten Blatter ist meistens ziemlich sicher. 



Neben 



denselben kommen jedoch auch andere vor, die theils fragmentarisch sind, theils noch 
mehrmals verglichen werden miissen. Es moge daher einstweilen geniigen , die am 
wenigsten zweifelhaften Gattungen zu erwahnen; wir haben dann noch Reprasentanten 
der folgenden : Magnolia, Zanthoxyton, Ailanthus, Cassia, Cornus, Diospyrus, Polygonum 
und vielleicht Chloranthus (diese letztgenannte ist jedoch noch zweifelhaft , urn so mehr, 
da das Blatt nicht vollstandig ist). 






Sucht man nun einige Schlussfolgerungen aus den oben angefiihrten Blattern zu 
Ziehen, so ist die Abwesenheit aller tropischen Formen in der That sehr auffallend (der 
erwahnte Chloranthus. welcher an inconspicuus am meisten erinnert, ist ja noch zwei- 
felhaft). Die Pflanzen gehoren im Gegentheile zu solchen Arten, deren nachste Ver- 
wandtschaft in den Gebirgswaldern oder im nordlichen Theile von Japan sowie auch in 
Nordamerika oder auch in der temperirten Zone vom Himalaya vorkommen. Die ein- 
zige Ausnahme ist das erwahnte Liquidambar, welches an die Art von Formosa erinnert. 



Wenn diese auf den Gebirgen dort vorkommt, fallt auch dieser Gegensatz weg. 
ubrigen Arten sprechen fur eine fur diesen Breitengrad — ungeftihr 33° N. Lat. 



Alle die 
relativ 



temperirte Vegetation. Es ist dabei hervorzuheben, dass die LocalitUt am Meerniveau 
Hegt, essind folglich keine Htihenverhaltnisse, welche dieses temperirte GeprSge hervor- 
gebracht haben. Sehr auffallend ist die Vergleiehung dieser fossilen Flora mit der mio- 
cenen Flora der Schweiz, welche beinabe 4 4 Breitengrade nordlicher liegt, mit ihren 
Palmen, Feigen, Artocarpen, Cinnamomen u. s. w., von welchen zwar analoge Formen 
in der jetzigen Flora Japans, nicht aber in der fossilen Flora bei Nangasaki vorkommen. 
Da nun auch mehrere von den fossilen Formen ungemein nahe an lebende sich an- 
schlieGen, muss das Alter der Ablagerung nach der Meinung des Verfassers pliocen 
sein, wobei das temperirte Klima wohl mit der beginnenden Temperaturabnahme der 
Eiszeit in Zusammenhang stehen muss. Die miocenen Floren von Sachalin und Alaska 
beweisen sicher, dass das Klima Japans w&hrend der miocenen Zeit ungefahr wie das 
jetzige oder etwas warmer gewesen sein muss. Sp&ter kam die Temperaturabnahme 
der pliocenen Zeit und der Eiszeit, welche, wie die fossile Flora von Nangasaki be- 
weist, ihren Einfluss bis an das Sudende Japans erstreckt hat und welche verursachte, 
dass die tropischen und subtropischen Formen hier nicht mehr leben konnten. Diese 
konnen sich folglich nicht seit der miocenen Zeit der Flora Japans lebcnd erhalten 
haben, sondern miissen im Gegentheile die spater eingewanderte Pflanzen sein. Die geolo- 
gischen Verhaltnisse scheinen jedoch nach der Meinung des Verfassers darauf zu deuten, 
dass ein Continent oder eine groCe Insel sich von der Siidspitze Japans uber die Lutschu- 
Inseln erstreckt hat. Hier konnen folglich die tropischen Formen wahrend der plio- 
cenen Zeit gelebt haben und konnen spater von hier nach Japan fwieder] eingewandert 
sein. Die Verwandtschaft derselben mit den Pflanzen auf den ostindischen Inseln ware 
hierdurch auch leicht zu verstehen. 

Die hier mitgetheilten Thatsachen sind fur die Geschichte der Flora Ostasiens von 
grofler Bedeutung und dlirften wohl in nachster Zeit noch eine erhebliche Erweiterung 



Nat ho rs 1. 





















Pflanzengeographie und Plhrnzengeschichte erschieneneii Arbeiten. iJ 



247 



• 















erfahren. „ Mit dem , was wir sonst tiber die Flora Japans wissen, stehen sie keineswegs 
im Widerspruch. In meiner Entwicklungsgeschichte der Pflanzenwelt (I, p. 37) babe 
ich mich dahin geauBcrt, dass Japan eine urspriingliche Flora beherbergt, dass hier seit 
langer Zeit keine durchgreifenden Yer&nderungen stattgefunden haben, und wohl nur 
vorzugsweise durch Aussterben eines guten Theils der alteren Formen Umgestaltungen 
in der Flora herbeigefuhrt wurden. Der grdCte Theil der 80 monotypischen Gattungen 
Japans gehort denselben Vegetationsformen an, welche von Nathorst in den Ablage- 
rungen Nangasakis nachgewiesen wurden oder solchen, welche ahnliche Anforderungen 
an das Klima stellen. Die Zahl der endemischen Gattungen und Arten von tropischem 
Charakter ist auGerordentlich gering, wir haben wohl viele endemische Gattungen und 
Arten, welche mil tropischen Formen systemat isch nahe verwandt sind; hin- 
sichtlich ihrer Bedurfnisse aber nicht mit den tropischen Pflanzen ubereinstimmen. 
Dass die tropischen Arten, welche sich jetzt in Japan finden und mit denen des tropi- 
schen China und Ostindiens identisch sind, wenigstens wahrend der auch das siidliche 
Japan indirect beeinflussenden Glacialperiode zum Theil aus Nippon verbannt waren, 



mdchte ich jetzt auch nicht bezweifeln 



• 



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■ 



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E n g 1 e r. 









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■ 



. 



■ 


















i 



b. Lebende Flora. 















■ 



u 






Maximowicz, C. J.: Diagnoses plantarum novarum asiaticarum. 



Melan- 



ges biologiques da Bull, de l'Acacl. imp. des sc. de St. Petersbourg XL 
M881), p. 156—350. 

' r ' l t x I 1 

Wir finden in dieser Schrift folgende wichtige BeitrSge, namentlich zur Kenntniss 
der ostasiatischen Flora, insbesondere des westlichen Chinas. 

' Reaumuha trigyna Maxim, aus der sudlichen Mongolei. Die Gattung Hololachna 
Ehrenberg. scheint mit Reaumuria verbunden werden zu mtissen, da die Zahl derStaub- 

i i ■ I 1 

blatter in beiden Gattungen unbestimmt ist. '*- 



[) 



t - 



. <» 



f ■ € 






Hypericaceae. (Jbersicht der ostasiatischen Arten von Hypericum. 

Celastraceae: (Jbersicht der ostasiatischen Euonymns (17 Arten), Celastrus (6 Arten). 

Reinia racemosa Franch. et Savat. ist Itea japonica Oliv. 

Hedysarum sect. Heteroloma. Ubersicht der 7 ostasiatischen Arten. 

Chrysosplenium. Neue Ubersicht der Arten dieser Gattung, wobei in erster Linie 
auf die Sprossverhaltnisse, in zweiter auf die Stellung der Blatter, in dritter auf den 
Blutenban und Anderes Riicksicht genommen wird. 






1. MM 






Anaphalis ex emend, Benth. ( Compositae). Ubersicht der ostasiatischen Arten (8). 
Nannoglottis Maxim, nov. gen. (Compositae-Inuloideae) aus dem westlichen China, 
vom Habitus des Carpesium cernuitm, zunachst verwandt mit Vicoa. 



| 



b 



I j 



, 



' ' Senecio, Saussurea, mehrere neue Arten. 

r - ** ' \ ! * ' » 

Primula, mehrere Arten aus Kansu. 

Pomatosace Maxim, nov. gen. (Prmulaceae), vom Habitus einer emjahngen Andro 

' ii t , ; '» (107 IVlQl 

sace, systematisch ncbcn Bryocarpus Hook. t. zu stellen. 



[JOf, 



Gentiana, Swertia, neue Arten, 



J. if) <?I 



jr 



• 1 1 






Tretocarya Maxim, nov. gen. [Borrarjinaceae—Eritrichicae], ausgezeichnet (lurch am 

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Rucken durchbohrte Klausen, verwandt mit Microula. 

Przewalskia Maxim, nov. gen. [Solanaceae-Hyoscyameae, , 



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zunachst verwandt mit 



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Physochlaina G. Don. t/ . . )[( ^ f t)U , }l{t] , 

Pedicularis. Neue Beitrage zur Kenntniss dieser Gattung, insbesondere der Series 

Graciles, Myriophyllae , Verticillatae, Caucasicae. i ;;, . 

Salvia. ..Neue Arten und eine neue Section Allagospadon, bei welcher die hinteren 

Staubblatter fertil sind, die vordern steril und klein oder ganz fehlend, die Blumen- 

kronenrohre ohne Ring* 

























































248 



M 

Ubersieht der wichtigercn and mnfas»iiderw f kii Jalire 1881 fiber Systematik 



» 


















Corylaceae. Ubersieht des ostasiatischen Carpinus (7 Arten). Ostrya virginica Willd. 

kommt auch in Japan vor und zwar im siidlichen Yeso und nordliehen Nippon. m 

Urticaceae. Ubersieht der ostasiatischen Reus 29 Arten). m ibi 

Circaeaster Maxim, nov. gen., zunflehst stehend den Chloranthaceen ; aber von 

ihnen verschieden durch hermaphrodite Bliiten, hypogynisches Perigon, freie Staub- 

bl&tter, SchlieCfrucht , groBen Embryo mit paralleien Cotyledonen und nebenblattlose 



Blatter. 



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H. Gebiel des pacifischen Nordamerika. 



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Greene, L.: i\ew species of plants, chiefly new-mexican. — Bull, of the 
. IS . MI Torrey bot. Club 1884, n. 9, p. 97—99, n. 11, p. 121—4 23. 

Die neuen Arten sind: Astragalus (Argophytli) gilensis vom Gila river, Astr. (Moi- 
lissimi) mogolonicus von den Mogollon Mountains, Potentilla subviscosa ebendaher, Megar- 
rhiza gilensis vom Gila River, Senecio Cardamine von den Mogollon Mountains , S. Ho- 
wellii vom obern Columbia River , Polygonum (Avicularia) Parryi vom Yosemite- Thai, 
Saxifraga fragarioides vom Mt. Charla in Californien, Ribes mogollonicum von den Mo- 
gollon Mountains, Primula Rusbyi ebendaher, Phacelia coerulea vom siidlichen Neu- 
Mexico und Arizona, Urtica gracilenta von den Mimbres Mountains, Zygadenus porri- 



folius von den Mogollon Mountains. 



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J. Gebiet des atlantischen Nordamerika. 



M. Coulter, M. 



Catalogue 



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phanero- 



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— « !ij. gamous and vascular cryptogamous plants of Indiana. — Review steam 



book and job printers. — Crawfordsville 1881. 

Beilage zu Coulter's Botanical Gazette. 






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Schriften, die s 

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a. FosBile Flora, 






Newberry, J. S.: American Cretaceous Flora. 



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191 



192. 



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Nature 1881, Nr. 609 






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Verfasser rechtfertigt die in Amerika ublichen Altersbestimmungen der fossilen 
Floren gegen J. Starkie Gardner, welcher erklart hatte, dass keine amerikanische 
oder europaische sogenannte Landkreideflora ebenso alt wie der englische weisse Kalk 






sein ktinne. In der triassischen Reihe Amerikas gicbt es stellenweise Kohlenlager und 
andcrc Pflanzenreste einschlieCende Ablagerungen mit einer entschieden mesozoischen 
Flora von Cycadeen, Coniferen, Farnen, jedoch, soweit jetzt bekannt, ohne Angiosper- 
men. In der Juraperiode war die ostliche Halfte Nordamerikas Land ; denn die jurassi- 
schen Sedimente sind auf ein etwas unregelmaBiges Gebiet westlich der Rocky Moun- 
tains beschrankt. Von der Jura-Flora Nordamerikas kennt man jetzt wenig oder nichts. 
Wahrend der Kreideperiode sank der ganze Continent ostlich der Wahsatch-Berge , das 
Meer drang vom Golf von Mexiko her 1000 (engl.) Meiien wait in's Land. Die Wellen 
des Kreidemeeres schlugen an eine Kiiste, welche von tippigem, aus wenigstens 100 
angiospermen Baumarten gebildeten Wald bedeckt war. Entlang der Kiiste wurden die 
Reste dieser Flora begraben in den Sandsteinen der Dakotagruppe. Bis jetzt sind nur 
wenige Mollusken in dieser Gruppe gefunden worden, nicht geniigend urn genau das 
Verhalten dieser Ablagerungen zu den Kreideschichten anderer Lander zu bestimmen. 
Obwohl die Pflanzen zum Theil zu Gattungen wie Quercus , Salix, Magnolia, Fagus, 






























\ 





















*'A Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschionenen Arbeiteu. 249 















Liquidambar, Liriodendron gchtiren, so sind sie doch von alien in Europa gefundenen 
verschieden. Als die Senkung, welche die Ablagerung der Dakota -Schichten zur Folge 
hatte, ihr Maximum erreicht hatte , stand das Meer mehrere 1000 Fufi iiber dem cen- 
tralen Theil der zwischen den Alleghanies und den Wahsatch- Bergen gelegenen Mulde 
und hier finden wir wenigstens 2000 Ful3 machtige marine Kalksedimente, welche 

■ 

Hunderte von charakteristischen Kreidethieren enthalten und darunter eine betracht- 
liche Menge solcher, welche auch im obern Griinsand und Kalk Europas vorkommen. 
Es ist wahr, dass bis jetzt Fossilien des Neocoms im Innern des Continents nicht gefun- 
den werdon; aber bis auf diesen ist die ganze Kreidereihe der alten Welt in Amerika 
represent irt. Es ist daher nicht wahr, dass die amerikanische Kreide nicht so alt sei, 
wie der Kalk der englischen. Es wird ferner vom Verfasser bestritten, dass die »soge- 
nannte« Kreideformation Amerikas eine tertiare Fauna und Flora enthalte. Die Flora 
der Dakota-Gruppe ist ihrem Aussehen nach jiinger als die der unteren und mittleren 
Kreide Europas; aber ihre Pflanzen sind specifisch verschieden von alien europaischen, 
von der Flora der amerikanischen mittleren Kreide (Colorado-Gruppe), der amerikani- 
schen oberen Kreide (Laramie -Gruppe) des amerikanischen Tertiar (Green River, Fort 
Union, Oregon). Newberry sieht hierin ein Anzeichen daftir, dass die fruheste Ent- 
wicklung der Angiospermen in Nordamerika vor sich ging. Nach Gabb gliedert sicli 

o or /r o o o 2 K' I Witt 

die Kreide Californiens in 4Schichten: 1. Teju, 2. Martinez, 3. Chico, 4. Shasta, welche 
letztere als dem Neocom gleichaltrig angesehen wird. Die Kbhlenlager und fossilen 
Pflanzen der Vancouver' s-Insel, Palmen und Cinnamomum, also Pflanzen eines w&rmeren 

L O.l fl' '■ Klh ■ If . i " . fl ■ J .' ■ nj 

Klimas einschlieCend, eehoren der Chico -Gruppe an; zu diesen Pflanzen 

die aus dem obern Griinsand und der weifien Kreide Europas bekannte Sequoia Reichen- 

bachii Heer, Die auf der Queen Charlotte's Insel vorhandenen, wie es scheint, nur Coni- 

) * I I ' * It ! I i I I I t I i i i • I 1^ . I 

feren enthaltenden Ablagerungen repr&sentiren die unterste der amerikanischen Kreide- 

1 1 ll\')'< ^.\ . , I ili > Oj fa 

schichten. Demnach unterscheidet Newberry folgende Schichten der Kreideformation 

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in Amerika: \. Die alteste Kreide Nordamerikas, auf Queen Charlotte's Island , ohne 

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Angiospermen. 2. Die Shasta -Gruppe von Californien lieferte bis jetzt keine fossilen 

Pflanzen. 3. Die Kohlenlager der Vancouver s-Insel, welche Lesquereux in Wider- 

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spruch mit Newberry mit den Pflanzen der Laramie- Gruppe und der neueren Flora 

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4. Die Dakota-Gruppe im Innern des Continents. 
5. Die Raritan-Sande und Amboy-Kalke von New -Jersey, die untersten Glieder der 

1 1 1 i y * m * m ' i \ » ^ » 

Kreide an der atlantischen Kuste, sehr reich an Pflanzen, welche bis jetzt nicht be- 
schrieben wurden, vorzugsweise aus Angiospermen, welche auf temperirtes Klima hin- 
weisen, bestehend; aber auch Coniferen enthaltend. 6. Die Colorado-Gruppe, marine 
Kreideschichten aus dem Innern des Continents; neuerdings ist eine Collection fossiler 
Pflanzen dieser Gruppe von Peace River in Canada bekannt geworden. 7y r ;Die Laramie- 









gehort auch 
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vom Missisippi zusammenstellte 



Gruppe. 



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b, Lebende Flora. 



Claypole, W.: The migration of plants from Europe to America, with an 
- rflf] attempt to explain certain phenomena connected therewith. — American 



Journal of Pharmacy. Vol. 52. 

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;: b n G*r (f '• \\ \ \ f i 



Downing, Ch.: Fruit and fruit trees of America. With 3 append. 8°, 






New-York 1881, \u .", i bau Inn .I'm! i[ noifo^s ■ 






Goodale and Sprague: Wild Flowers of America. Parts 7 — 18. 4°. w\ 24 



coloured plates. — New-York 1880/81. 



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Erscheint in 25 Theilen, zum Preise von je \ Mark. r * n fl , n ^ 






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250 









Ubersicht der wichtigercn und umfassenderen, iin Jahre 1881 fiber Systematik 



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Das palaeotropische Florenreich oder das tropische / 
im U1 ' jij Ui l Florenreich der alien Welt. 

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< / K oU\ A, Westa frikanisches Waldgebiet. 












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•'"" HJ1 " 'B.^Afrikanisch-arabisches Steppengebiel. . 

-Iljjl til O. "d tV\ , ■ (| 

Pioalho, Count and P. Hiern: On Central -African plants collected by 
■■' J * ''Major Serpa Pinto. — Transact, of the Linn. Soc. 2. ser.-H (1881), 

- 1 llin>((firt r^ r m *■ ill TI / 1- * II' 



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Die in dieser Abhandlung besprochenen Pflanzen wurden von Pinto im August 
1878 am obern Lauf des Ninda, eines Zuflusses zum Zambese, auf der Westseite des 



hohen Plateaus gesammelt. Das Klima isI dasclbst winrend 7 



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naten sehr trocken, 
w&hrend 2 — 3 Monate sehr feucht. Das herrschende Gestein ist metamorphisch, die 
Hohe 1143 Meter, die geqgraphische Lage 14° 46' siidl. Br., 20°56'ostl. Lange. Aus 



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dieser Gegend ist bishcr Nichts von Pflanzen bekannt gcworden und daher der kleine 

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Bcitrag von 65 Arten, deren 60 sichcr bestimmt werden konnten, sehr schiitzenswerth. 

uiioI^iLSb. j;j >+ H ,r ^ £ d*m ) ' i A 

.. Diese wenigen Arten gestatten allerdings keine speciellen Schlusse auf die Zusani- 
mensetzung der vegetation, doch ist bemerkenswerth, dass 25 Arten Gramineen, 10 Cy- 
)eraceen, 9 Legummosen , 4 Compositen, 2 Convolvulaceen, 2 Acanlhaceen sich in der 



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Sammlung befanden, wahrend sie von andern Familien nicht mehr als cine Art enthielt 
r Von den 60 Arten der Sammlung kennt man 4 nur aus dem tropischen Afrika 



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i j nur aus dem extratropischen Afrika, wShrend 11 andere Arten sowohl im tropischen 
wie extratropischen Afrika verkonimen. hs scheinl also die Flora mehr mil der des 
extratropischen Afrikas ubereinzustimrnen. 

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Sodann finden sich 3 der Arten in Afrika, Asien und Australien, 1 in Afrika, Asien, 
Amerika, 5 in Afrika, Asien, Australien, Amerika, 3 in alien Welttheilen, 1 in Afrika und 



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Amerika, 1 in Afrika, Asien, Europa. 

Die Zahl der neuen Arten ist demnach nicht sehr betracbllich, eine derselben ge- 

> £ 1 1 ' i j [ j j ■ ) > ' I I i i ^ | ' i t \ ^ i 

hort zu dem schon von Welwitsch im Manuscript aufgestellten Apocynaceengeschleclit 

'1-U.L) i') b'- i 1 1 L ii'* t <" i'L" .4 - 1 u 4»» ii' i 

Diplorhynchus , eine andere reprfisentirt wahrscheinlicli eine neue Gattung, die mit 



Cometcs verwandt ist, die aber Verfasser vorliiufig nicht bencnnt. 









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C, Malauassisches Gebiet. 



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Baker, J. G.: On the natural history of Madagascar. — Journ. of hot. 1881, 

p. 327—338, 362—365. 

Es ist in sachkundigen Kreisen hinlUnglich bekannt, wie wenig die Flora Mada- 
gascar erforscht ist und wie wenig von dem dasclbst bereits gesammelten Pflanzeu- 
material bearbeitet ist. Schon die Bearbeitung der wenigen von Kutenberg gesam- 
melten Pflanzen zeigte, wie viel Neues diese Insel bietet. Viel reicher sind naiurlich 






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Hildeb r an d t's Sammlungen , deren Bearbeitung weniijer rasch beendigt sein diirfte. 
Die Beziehungen und Eigenlhiimlichkeiten der Flora Madagascar sind im Allgemeinen 
schon jetzt bekannt und vom Referenten in seinem Versuch einer Entwicklungsgeschichte 
der Pflanzenwelt II, Cap. 12 besprochen word en. Statistische Zahlenangahen mussen 
jetzt noch sehr mangelhaft ausfallen , da ja doch ein verhaltnissmaCig nur kleiner Theil v 
er gro(3en Insel bis jetzt erforscht ist. 



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Baker's Darstellung beginnt mi! ciner kurzcn Besprechung der geognostischen 

■ 

und klimatischen Verhaltnissc, so wie audi der Fauna. Dann folgen ei-nige Bemer- 
kungen tiber den allgemeinen Gharakter der Flora. Es schatzl Baker die Zahl der uns 



























Pflauzeiigeographie und Pflauzengeschichte erschieneiien Arbeiteii. 



\ 



251 






von Madagascar bekannten Arten auf 2000, die Zahl der vorhandenen Bliitenpflanzen 
auf 4—5000. Fur die thalamiiloren Pflanzenfamilien hat Baker die Zahlen der von 
Madagascar bekannten Gattungen und Arten tabellarisch zusammengeslellt und mit den- 
jenigen von Mauritius, dem tropischen Afrika und Indien verglichen. 

Fast alio kosmopolitischen|tropischen Gattungen finden rich audi auf Madagascar, 
so Ipomoea, Vitis, Gouania, Hibiscus, Gomphia, Ochna, Desmodium, Crotataria, Acalypha, 
Cleome, Capparis , Cassia, Dalbergia, Eragrostis, Commelina , Dioscorea, Dalechampia, 
Andropogon, Scleria, Kyllingia, Mimosa, Jussiaea, Homalium etc. 

Kosmopolitische Arten hat Baker bereits in der Zahl von 100 von Madagascar 

constat! ft 

Hinsichtiich der endemischen Formen wolle man das Referat im I. Band der bot. 
Jahrb., S. 548 vergleichen. 



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Verfasser bespricht hierauf die nahen verwandtschaft lichen Beziehungen der Pflan- 
zen Madagascar zu denen von Mauritius, der Seyschellen , Bourbons und der Comoren, 
alsdann die Verwandtschaft mit dem tropischen Afrika. Sodann macht der Verfasser 
auf die Beziehungen zur Flora Indiens und des indischen Archipels, sowie auch auf die 
zur Flora des Caplandes und der Gebirge Centralafrikas aufmerksam. 

Bescherelle,E.: Florule bryologique de la Reunion et d. autres iles austro- 

africaines de 1'ocean indien. Partie II. Annales des Sciences natu- 
relles, Botanique. VI. Ser. T. X. Nr. 6 (1881), p. 232-332. (Vergl. 



Bot. Jahrb. I. p. 149.) 



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Buchenau, F.: Reliquiae Rutenbergianae, 2. Fortsetzung. — Abhandl. d. 

"— 264, mit TafelXVlII. Vergl. 



nalurw. Ver. in Bremen VIII, p. 240 



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Es haben ferner bearbeitet: 



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\V. Yatke zu Berlin die Leguminosae (46, darunter 7 neue Arten). 



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A. Cogn iaux zu Jod 
Gasp a ry die Hyd 

beschrieben und abgebildet. 



L, madaaascariensis Gasp., ausfiihrlich 



H. Graf zu Solms-Lauba ch die Pontederiaceae (1). 

F. Kranzlin die Orchidaceae (20, darunter 12 neue Arten). 

Buchenau die Hydrocharitaceae (1). 



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their relation to M 



Ferns and other Cryptogamae of Madagascar, shewing 
auritius and Bourbon. 7 p. 8°.— Faravohitra (Mada- 






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>n. welche auf Madagascar 






gefunden wurden, aus der man ersieht, welche Arten auch auf Mauritius und Bourbon 
vorkommen und welche Madagascar eigenthiimlich sind. 



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Hoffmann, O . : Sertum plantarum madagascariensium a cl. .KM. Hildebrandt 

lectarum. Dicotyledones polypetalae. 20 S. 8°. 



Berlin 1881. 



Alle Botaniker und Institute, welche H i 1 d e b r a n d t's schone Sammlungen erwor- 



be 



n haben, werden es freudig begruGen, dass Vatkc, der bisher fast allein mil der 
arbeitunc der Hild ebrandt'schen Pflanzen belastct war, nun auch von anderer 



Seiteunterstutzt wird. Die Zahl der in dieser Abhandlung publicirten neuen Arten 1st 



ziemlicherheblich; sie soil in der Linnaea fortgesetzt werden. 









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252 



Ubersicht der wichtigeren und umtasseiideren, \m Jahre 1881 uber Systematik, 



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a. Fossile Flora. 






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Feistmantel, O.: Flora of the Talchir-Karkarbasi Beds. 46 p. roy 40. w. 4 



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'plates. — Palaeontologia indica Ser. II; vol. 3 pt. I. SuppI 



Cal- 



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culla 1881. 

•' J, ' JWU ' b. Lebende Flora. ! '^ A 

Prantl, K.: \erzeichniss der von v. Fridau auf Schmarda's Reise 1853 in 



Far 



1881. p. 117—120. 



h. d. k. k. zool. hot 



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-"'• f Aufzahlung Von 61 Arten, von denen jedoch al!e schon vorher von Ceylon bekannt 
waren. nod u I , ic , • ui»i unU. no/ 



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. , -, t. Ostasiatischeslro 

"« Wii - : ' ' ■■'. liMCjili'Jj/ 

(Siam, das siidliche und mittiere China, das siidliche Japan.) 

Bretsohneider, B.: Early european researches into the flora of China. 
-ult Journ. of the North China branch of the Royal Asiatic Society. 
!-.i 184 p. 80. Trubner and Co., London 1881. 

.'Enthalt im ersten Abschnitt eine Zusanimenstellune der von den chinesischen 



17 

Sa 



eite 



^hwedisch 



Strom, im vierten eine Besprechung der auf die Flora von Peking bezuglichen Arbei- 



ten ; der fiinfte Abschnitt handelt von Loureiro's Flora coehinchinensis. 






Hance, F.: A new Chinese Rhododendron* — Journ. _ „„ w . , VV1 . w . *.™. 

Rhododendron Henryi Hance wurde von Henry oberhalb des buddhistischen Klosters 
Fi-loi-tsz an dem Pass Tsing-un in der Provinz Canton entdeckt; ist mehr verwandt mit 
Rh. barbatum Wall., als mit einer andern Art aus China. ' 

G. Malay isc hes Gebiet. 



Ga. Westliche Provinz. 






(Pegu, Tenasserim, Malakka, Sumatra, Java, Borneo.) 



Baker, J. G.: On a collection of ferns made by Mr. Curtis in the Malay 

T 1 1 1 »* 1 ' ' i ' ' ' i 



Islands and Madagascar. 



Journ. of bot. 1881, p. 366—368. 



or 



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economical resources of the colony. 8°. — London 



Muller 



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4 p. ' ) 



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Die Flora der Samoa-Inseln ist mit Ausnahme der Fame noch wenig erforscht. 

Verfasser wendet nun seine Thatigkeit auch dieser Inselgruppe zu und beschreibt zu- 

nacfast eine Anzahl neuer Orchideen. Fruher auf den Samoa-Inseln gesammelte Orchi- 

deen wurden von Reichenbach beschrieben, nlimlich: Ramphidia rubicunda , Agrosto- 

phyllum megalurwn , Sarcochilus Graeffei , Appendicula bractcosa, Phajus Graeffei, Eria 

myosurus, Oberonia glandulosa, Dendrobium dactyloides , Ktaeria Whitneei, Platylepis 
heteromorpha* 

Hierzu kommen folgende neue Arten : Corysanthes Betchei, Cryptostylis alismi folia, 



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. 












geschichte erachienenen Arbeiien. kvdl 253 
























Bulbophyllum Betchei, B. Prenticei F. v. Mull., Taeniophyllum Fasciola Rchb., Corymbis 
veratrifolia. '/<iioil£}o:jo7 »ib nodr) mi / i h 

Muller, Baron P. v.: Remarks on a new Jasmine from Samoa. — Chemist 

and Druggist. — Melbourne, Sept. 1881. 

•^ :. - [OV I -li • illi'M/. i] 4 )'l.0b 

Jasminum Betchei, an den Waldrandern in der unleren montanen Region von Apia* 

— A. new tree from the New Hebrides. — Southern Science Record, 

August 1881. !/l .-, • ■ n i- ;. •: m bn: hiifl (i«»b n« ^IlSh' . i 7/ 

Aristotelia Braithwaitei, in feuchten waldigen Th&lern der neuen Hebriden, zuntfchst 

verwandt mit A. megalosperrna vom nordlichen Queensland. ^'"7 *.r,h ov/fc'iobfle aiv/ 

Scheffer, C: Sur quelques plantes nouvelles ou peu connues de l'Archipel 

indien. — Annales du Jardin botanique de Buitenzorg, publiees par 
M. le Dr. M. Treub. Vol. 11. 1. partie. Leide 1881. , Allu rfc>7/ mibi! 





















Vergl. /Iwowaceae. ■ ... . • "- ^auItU mfhiUii'j f 






■ 



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.-■ ; . ' ; ■■• in*) '■'[ b no/ r.i'J. /'< \\ f n[y< <) I lo 1) i '"» 'J Q' 

Sildamerikanisches Florenreich. JIobnr,<! 












A. Gebiet des m exikanischen Hochlandes. 

Barcena, M.: tenomeno penodico de la vegetacion.. Lstudio correspon- 

dente al anno de 1879, — 21 p. 8° con calendano botanico della Valle 
1 , . ::-- . ' . fiiof! .d^fhi) .A .[(fuq-.-IowB 

de Mexico folioi. — Mexico 1881. . 

Phanologisehe Studien aus dem tropischen und subtropischen Gebiet sind bis jetzt 
wohl kaum publicist worden. Es ist daher dies Werkchen als Anfang in dieser Richtung • 
zubegriiBen. Dor Verfasser theilt auch init, welche Pflanzenfamilie in jedem Monate 
vorzugsweise ihie Bluten entfaltet.. fn „['.j :1[e Xifoia .D .A !'. eb .^.1.0 f 8Jji:tX8M 

Godman, F. D. and O. Salvin: Biologia centrali-americanaA— Botany by 

..._. .. .....,,._ London 188 L\^i)Vj\0 :.0 ,oJbin(I 

Die 10 bis ietzt erschienenen Hefte en th alien: Vol. .J, 619 p. w. pi. 1—35. Vol, II, 

p. 4—328; w. p!. 36—56. ,ww>nWw*\ -/ irt attWHlKuO J; 7 

• /I .ii'jb Iuh Ji'iOimBBSS . fion rmxni;D c I oueW :.H .biwbW 

B. Gebiet des tropischen Amerika, , o nn „ 






5c. Nwdbrasilianisch ■* guyanensische Provinz. odi9-nIo«oJl 

ii ,ivisVtVn n'wAlKDkiyO ,i\\\n/.' n\n*iKoll ,^m»Uoft Pv*HiJ\\v$«a 

Sagot, P.: Catalogue des plantes phanerogames et crypto^ames vasculaires 

de la Guyane francaise. — Annales des sciences nat. 6. ser. X. p. 361 
—382. XI. 3. p. 136^180/ribir ■■ «-ib J')id')0 ."3 

Der Verfasser, welcher 5 Jahre in Guiapa eifrig gesammelt hatte, will zunacbst ein 
Verzeichniss der im franzosi^chen Guiana vorkommenden Aden zusammenstellen; vor- 
laufig sollen nur diejenigen Familien behandelt werden,' welche in den ersten Banden 
des Prodromus bearbcitet sind. Dais nnsere Kenntnisse von der Flora Guianas so un- 
vollstiindig sind, trotzdem das Lartd van fast 30 verschiedenen Botanikern bereist 
wurde, hat seinen Grund in der groCen Ausdehnung der Walder, welche mehr als neun 
Zehntel des Bodens bedecken und Mi welchen oft 400 FuB iibe.r^m Erdboden eine 
reiche Vegetation von Epiphyten entwickelt ist. Dazu kommt, dass viele BUuroe erst 
bliihen, wenn sie fast ausgewachseii sind. So kann die \egetation von Guiana, mit 

?n, viel besser in erreichbare und unerreicn- 
bare Pllanzen, als in gemeine und seltene eingetheilt werden. fonfl 1/ ouiol 

Sagot raacht ausfiibrlidie Angaben uber die botanischen Reisenden , welche 
























254 






Ubersiclit der wichtigeren und umfiissciideren, ira Jahre 1881 fiber Systematik 



> 






















































Guiana durchforschten und iiber die auf Guiana beziigliche botanische Literatur, Was 
der Verfasser alsdann iiber die Vegetationsweise der Pflanzenw elt von Guiana sagt , gilt 
von der tropischen Vegetation iiberhaupt und ist wohl ziemlich bekannt. 

Man unterscheidet leicht in der Vegetation von Guiana eine maritime Kiistenregion, 
deren Arten sich nach den Kusten von Brasilien, Columbien, Panama und den Antillen 
fortsetzen, und eine innere Waldvegetation. Diese ist verschiedenartig zusammen- 
gesetzt auf den Haupt-Plateaux, auf den groGen Gebirgsztigen, in der NHhe der groCen 
Wasserftille, an den Baclien und an den Quellen etc. Kleine Anderungen in der Feuch- 
tigkeit, den Bodenverhaltnissen, in der Entfernung von der Kiiste bedingen auch hier 
wie anderswo das Vorherrschen gewissor Arten. Die Vegetation der Savannen wechselt 



sehr 

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; am reichsten sind diejenigen, welche auf Torfboden oder auf Sand ruhen. 

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Die Ufer an den obercn Flussl&ufen sind besonders reich; aber man gelaiu 



gt sehr 



muhsam dahin, kann auch nicht gut daselbst langere Zeit bleiben, weil es an mensch- 



lichen Wohnungen fehlt. 



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In der eigentlichen Aufzahlung sind die choripetalen Dicotyledonen nach dem 
De Candolle'schen System von den Dilleniaceen bis zu den Erythroxylaceen abge- 



handelt. 



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, ta , Bd. SiidbrasiUanische Provinz. 






Hampe, E.: Additamenta ad enumerationem muscorum hactenus in pro v. 
^ orasiliensibus Rio de Janeiro et Sao Paulo deleclorum. Post mortem 



j i 



auct. pubL A. Geheeb. Flora 1881, p. 337—347, 369—381, 401 
416, 433-438. 



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Arbeiten, welche sich auf ganz Brasilien beziehen. 



Martius 



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! Muller 









Drude 



.11 . 



Baker, G.: Compositae. 134 p. c. 44 tabb. 

Vergl, Compositae, Palmae, Rubiaceae. 



• 






Wawra, H.: Neue Pflanzenarten ., gesammelt auf den Reisen des Prinzen 

von Sachsen-Coburg. — Osterr. bot. Zeitschr. 1881, p. 280—282. 

Beschreibungen von 6 neuen Arten, darunter 4 aus Brasilien: Weinmannia Itotiaiae, 
Gauttheria Itotiaiae , Monettia filicaulis , Cyrtanthera citrina, 2 aus Indien: Ruellia sat- 
poorenis, Rhitryglossa ?indica. 



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G. Gebiet des andinen Amerika. 



Hieron 



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ymus, G.: Sertum pata 

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en la costa de Patagonia. 59 p. 8°. — Cordoba 1880. 
Sertum San Juaninum, 6 descrip. y determ. de plantas fanerogamas 
y cript6gamas vasculares recolect. p. Saile Echegaray en la provincia 

— * J. 



San Juan. 73 p. 8». — Buenos Aires 1881. 
Parodi, Domingo: Diez nuevas especies, pertenecientes a la familia de las 

Euforbiaceas. — Anales de la sociedad cientifica araentina. Entresra II. 



toino XL 



Buenos Avres 1881. 






« ■ 












Es werden folgende 10 nach des Verfassers Ansicht neue Euphorbiaceen aus dem 


















Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



255 






Gebiet von Buenos-Ayres beschrieben : Euphorbia correntina , angustifolia , urceolophora 
(verwandt mil E. cyathophora DC), Phyllanthus paraguayensis, Tragia ovata, Dalechampia 
ternata, Acalypha punctata, Sapiwm Balansae, Excoecaria glauca, Croton succirubrum. 



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Santiago de Chile 1881. 

Vorliegender Band erklart das etwas lange Schweigen des rlihrigen, um die bota- 
nische Erforschung Chiles hochvcrdienten Verfassers. Auf ein 3 Seiten langes Verzeich- 
niss der Autoren, welche chilenische Pflanzen gesammelt oder beschrieben haben, folgt 
der Katalog nach dem System De Candolle's. Innerhalb der Gattungen sind die 
Arten mit genauer Angabe der Litteratur und der Synonyme, jedoch ohne Angabe 
der Fundorte alphabetisch aufuefiihrt. Zwischen die Namen anerkannter Arten sind 
auch die Namen der Synonyme in alphabetischer Folge eingefiigt, so dass man sofort 
ersehen kann, wie der Verfasser liber irgend eine aus Chile beschriebene Pflanze denkt. 
Es ist dies, namentlich bei den anderswo nicht citirten Poppig'schen Pflanzen aus 
Chile von groCer Bedeutung, so dass jetzt mit Leichtigkeit eine Menge in Her] ■arien 
existirende Zweifel und Fehler berichtigt warden kdnnen. Den Schluss bildet das Re- 
#ster der Gattungen. ., _ ( . ^ 

Es werden in dem Katalog aufgezahlt 5358 Arten, davon sind 1939 Polypetalae, 
1967 Sympetalae, 245 Apetalae inch Coniferae, 982 Monocotyledonen, 255 GefaCkrypto- 
gamen. Die artenreichsten Gatiungen sind Senecio mit 212, Adesmia mit 134, Oxalis 
mit 82, Calandhnia mit 78, Solatium und Chloraea mit 64, Carex und Valeriana mit 60, 
Baccharis mit 56, Haplopappus mit 53, Alstroemeria mit 51, Viola mit 48, Plantago mit 47, 
Eritrichhm und Escallonia mit 43, Gnaphalium, Verbena und Poa mit 41, Ranunculus, 



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Cristaria und Mutisia mit 40 Arten. 



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Altoceanisches Florenreich. 



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B. Neuscelandisches Gebiet. 



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- Transact, and 



'' proceedings of the botanical Society at Edinbourgh, Vol. XIV. 1 (1881), 



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Im Gesensatz zu den Behauptungen von Hooker und Wallace, wonach eine 
arme Insectenfauna die Befruchtung zwischen verschiedenen Pflanzenstocken und Bliiten 
wenig begiinstige, wird hervorgehoben, dass die Zahl der Insecten, namentlich die- 
jenige der Dipteren auf Neu-Seeland viel groCer ist, als man bisher glaubte. Auch 
haben daselbst die Bliiten eine starke Neigung zum Dimorphismus, selbst in solchen 
Gattungen, deren Bliiten in der Regcl zwittrig sind, so bei Clematis, Plagianthus, Fuchsia, 
Leptospermum. GroC ist auch die Zahl der Pflanzen mit auffiilligen Bliiten , welche In- 



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secten anlocken und ebenso soldier, in deren Bliiten Selbstbefruchtung unmoglich ist. 












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C. Australisches Gebiet. ' ; r.l aw* 

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a. Possile Flora. 






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Rheinlande mid Westfalens. 37. Jahrg. 4. Folge, 7. Jahrg. 2. Halite 



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Correspondenzblatt Nr. 2. 



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256 



Ubersicht der wiobtigeren und umfctssenderen, im Jahre 1881 uber Sysiematik, 

























































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'r . iX , ' . b. Lebende Flora* , , \ ,. . lt 

Transactions 



the Macdonnell 



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Miiller 



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-— < ■». -- 

Forrest's geographical exploration of North-West Australia in 1879. — 
-,!;,; Proceedings of the Royal Society of New South Wales, 7. July 4880, 



jfcioi 15 p. 8° mit Karte. • -'■-. if>n*i y [;rb m! .u-.-ioJuA *iob >>iii 

i*il Diese Mittheilung bezieht sich auf die Sammlungen, welche auf der Strecke zwi- 
schen King's Sound und Port Darwin von Forrest und Carey gemacht wurden, sowie 
auch auf Pflanzen, welche F. v. Miiller selbst in den Jahren 4855 und 1856 sammelte, 
als er mit Gregory vom Victoria River bis zum Stuart's Creek bis zu $0° 20' slid]. Br. 
vordrang. Die damals gemachten Sammlungen waren auf der Reise von Timor bis 
Sydney groStentheils verdorben. Dieses Verzeichniss hat einen Werth hauptsSchlich 
fur die Kenntniss der Verbreitungsgebiete der westaustralischen Arten, nene Arten 
wurden nicht gefunden. ' ^ .n-jim^ ! l.i ! u X [* 



, 



^fotes on plants, collected by Mr. Edw. Reader, in the vicinity of 
Mount Dromedary. 2 p. . % . w 

Autzahlung von 31 Arten, von denen Mr. Reader constatirte. dass sie noch siidlich 

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von den blauen Bergen und dem Illawarra -District auf dem Mount Dromedary vor- 

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TBBBi^ftMc^- concerning a new Orchid of Victoria. — The Cliemist and 



.n "i/ inn • ' -, h -j v- 



Druggist Oct. 1881. 

Betrifft eine neue Thelymitra, Th. M'Kibbenii, auf Htigeln am oberen Loddon River, 



bei Maryborough. 



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Census of the genera of plants hitherto known as indi 
ia. — Proceed, of the Royal Society of New South Wal 



senous in Aust ra- 



les 1881. 86 p. 80. 

bin, Der Verfasser beabsichtigt mit vorliegendem Werk die Flora australiensis zu ergHn- 
zep, dja if der ietzteren nicht angegeben ist, wo die beschriebenen Gattungen aufge- 
stellt wurden, ferner seit dem Erscheinen der ersten Bande die Zahl der Gattunsen sich 

ch die 



erheblich vermehrt hat, die Kryptogamen in derselben sogar ganz fehlen, endlicl 
Anordnung mancher Familien und Gattungen in der Flora australiensis zu wenic 



g den 



naUirlicheir Verhaltnissen entspricht. Es werden in diesem Census 2*22 australische 

Gattungen aufgefiihrt, wobei jedoch zu berticksichtigen , dass alle aus Austral ien be- 

kannten Thallophytengattungen auch inbegriffen sind. ^ *'\u\\ ivy* 
m x- u " -rfc 1<J1*> > uin^iil'iign Jj mux 

Tate, R.: A census of indigenoi 



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Iigenous flora of exlratropical South- Australia. 

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-al o Transactions of the philosophical society of South-Australia in Adelaide. 

Mi il-YoL III (1880)n 45 p. 8°. una umoh uj 

Verfasser hat die Arten SUd-Australiens aus Bentham's Flora australiensis, aus 
Baron F. von M tiller's Fragmenten und aus r Privatmittheilungen des Ietzteren compi- 
lirt. Die zweifelios eingeschleppten Arten sind weggelassen. Verfasser unterscheidet 
folgende Regionen und Unterregionen: °^ ** 

-nfrtfentralaustraiische Region. . ,/ , ?| 



-hide .tt o / /'I'm! ;.7 )1 

'] llu ft; Wiiste. b. Centralaustralien (Musgrave, Mac Donnell's ran^e und andere von 
>M| t ; Osten nach Westen streichende Gebirce. 
Hier herrschen Cruci ferae, Zygophyllaceae, Malvaceae, Sterculiaceae, Euphorbiaceae, 
Amarantaceae , Chenopodiaceae , Portulacaceae , Ficoideae , Goodenoviaceae , Solanaceae, 



♦ 















I 


















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Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



257 



Verbenaceae, Myoporaceae , Gramineae* Die einzigen Vertreter von Capparideae , Ela- 
tinaceae , Cycadcen und Palmen in Siidaustralien warden hier angetroffen. Die fiir die 
folgende Region sehr charakteristischen Familien der Pittosporaceae, Droseraceae, Caryo- 
phyllaceae, Rhamnaceae, Epacridaceae, Orchidaceae, Liliaceae und Juncaceae fehlen hier 
entweder ganz oder sind nur sparsam vertreten. 



M. Murray -Wiiste, eine der Tertiarformation angehorende Ebene. Charakter der 

Flora, wie bei C; aber firmer an loealen Arten. 
E. Region des Siidostens. Charakter der Flora wie bei der Region Sc, ausgezeichnet 

nur durch die Arten, welche hier ihre Westgrenze erreichen. 
S. Siidaustralische Region. 

a. Das Land nordlich vom St. Vincents-Golf. b. Eyre's Halbinsel und das Land 
westwarts bis zur Spitze der groCen australischen Bucht. e. Das Land siidlich 
von a, ostlich vom St. Vincents- Golf und im Osten begrenzt von der Murray- 
Wiiste. d. York's Halbinsel. e. K&nguruh-Insel. 

Die Zahl der in jedem District liberhaupt vorkommenden Arten, sowie der auf die 
einzelnen Gebiete beschrankten Arten und wesentlichen Varietaten giebt folgende Ta- 
belle an. ^ 



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1 


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b 


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Gesammtzahl der Arten 


688 

355 

3 


5o0 


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959 


267 


382 

31 


643 


381 


154 


Auf das Gebiet beschrSnkte Arten 


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424 


272 


25 


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9 


13 


Auf das Gebiet beschriinkte Varietaten 

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S 


2 


4 


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3 


2 


4 



Diese Zahlen beweisen den starken Endemismus, welcher in den einzelnen Pro- 
vinzen herrscht ; der Verfasser macht aber darauf aufmerksam, dass diese Zahlen das 
thatsfichliche Verhalten nicht ganz wiedergeben; denn die Zahl der fur die Regionen 
M und E angefiihrten Arten umschlieBt nur die weniger verbreiteten Formen. Dasselbe 
gilt fiir die Districte von S. 

* 

Woolls, W.: Lectures on the vegetable kingdom. With special reference 

to the Flora of Australia, Sydney 1881. 228 p. 8°. 









F. Gap! and. 






t 









Mac Owan and Bolus, H.: Novitates Capenses. — Journ. of Linn. Soc. vol. 

XVIII. n. 111, p. 390—397. 






Beschreibungen von 10 neuen Arten verschiedener Familien und kritische Bemer- 



kungen liber dieselben 









■ 



Geographie der Meerespflanzen. 

Parlow, W. J.: Marine Algae of New England and adjacent coast. 216 p 

8<> w. 15 plates. — Washingten 1881. 






Padrao, A. D.: Akae marinae methodice enumeratae ad normam F. T. 



KUtzing. 10 p. 80. Conimbricae 1881 . 





















* 












J3otanische Jahrbticher. III. Bd. 









17 















■ 






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258 



Ubersicht der wiehtigereu Mid mufassenderen, im Jalirc 1881 fiber Systematik, 





















f 

Geschichte der Cult urpf lanzen. 
Criiger, C: Die Cocacultur in Peru. — Mitlheil. der geograph. Gesellsch. 



in Hamburg. 4880/81. Heft 1. 



Die Einftlhrung der Ghinacultur in Britisch-Indien und deren Ergeb- 

nisse. — Mitlheil. der geograph. Gesellsch. in Hamburg. 1880/81. 

Heft 1 . 
Rademacher, J*: Der Kaffeebau auf Java. Millheilungen ties Vereins filr 

Erdkunde zu Halle a/S. 1881. Buchhandlung des Vereinshauses. 

Wittmaek, L.: Cber Bohnen aus altperuanischen Grabern, — Sitzber. d. 

hot. Ver. d. Prov. Brandenburg XXL p. 176 — 184. 

Reiss und St ii be 1 haben von dem beruhmten peruanischenTodtenfelde zu Ancon, 
4 Meilen ndrdlich von Lima sehr wohlerhaltene Samenkorner mitgebracht. Dieselben 
wurden den Mumien beigegeben und haben sich in Folge des groBen Salzgehaltes des 
Bodens sehr gut erhalten, selbst ihre Farben wenig verandert. Die Bohnensamen sind 
zweierlei Art: Phaseolus vulgaris L. und Ph. lunatus L. ^£J. macrocarpus Benth. Von 
crstercr sind folgende Formen zu constatiren : Ph. vulgaris oblongus purpureus v. Mart., 
die in Europa und vielen Colonieen gebaul wird, ferncr Ph. vulgaris ellipticus praecox 
Alef., Ph. lunatus ist jetzt in den Tropen als Culturpilanze vcrbreitet und wird in den 
Sudstaaten Nordamerikas als Limabohne bezeichnet; Bentham bczweifelte, dass die 
Ptlanze anderswo, als in Siidamerika wild vorkomme. Es ist also das Vorkommen der 
genannten Bohnenart in den peruanischen Grabern nicht auff&llig. Anders steht es mil 
der andern ebenda gefundenen Art, deren Ursprung wir gewohnlich in Asien suchen. 
Verfasser citirt nun mehrere Angaben alteref spanischer Schriftsteller, aus denen her- 
vorgeht, dass die Peruaner schon zur Zeit der Ankunft der EuropSer Phaseolus vulgaris 
auf ihren Feldern bauten. Demnach ist die Heimath der Pflanze ziemlich sicher Siid- 
amerika, nicht Asien, wofiir auch der Cmstand spricht, dass die niichstverwandte Art, 
Ph. multiflorus, in Amerika vorkommt. 

Antike Samereien aus der alten und neuenWelt in ihren Beziehungen 






zur Gegenwart. — Nachrichten aus dem Club der Landwirthe zu Berlin 

1881. Nr. 115, p. 777—786. 

Ein sehr interessanter Vortrag, der sich namentlich die Aufgabe stellt, an den 
autiken Samen der Culturpflanzen zu priifen, ob eine Vervoilkommnung derselben durch 
die fortdauernde Cultur erzielt wurde. 

In den agyptischen Grabern wurden nur Weizen und Gerste, keine Hiilsenfriichte 
gefunden, Wittmaek sah nur Triticum vulgare und cinzelne zweifelhaft zu 7V. tur- 
gidum oder Tr. durum zu rechnende Kdrner. 

Der von Schliemann's Troja durch Virchow nach Berlin gebrachte Weizen ist 
auCerordentlich kleinkornig und tragt den Charakter von Triticum durum. Aber von 
alien bekannten Sorten dieses Hartwcizens weicht er ab, auCer durch seine Kleinheit 
noch durch eine scharfe Kante auf dem Rucken und die auCerordentlich platten Kdrner, 
welche von beiden Seiten stark zusammengedriickt sind. Zuweilen hafteten 2 Kdrner 
an der Furchenseite an einander, was den Vortragenden auf die Vermuthung brachte, 
dass Triticum dicoccum vorliege. 

An einigen Kdrnern gelang es Theile der Spelzen aufzufinden und diese Kdrner als 
zu Tr. dicoccum gehdrig zu constatiren. Wittmaek sieht in Tr. dicoccum diejenige 
Art, welche der Urform unseres Weizens am nachsten steht; aus ihm haben sich einer- 
seits Tr, turgidum, Tr. durum und Tr. vulgare herausgebildet , anderseits der Spelz und 










































Pflanzengeographie und Pflanzengeschichte erschienenen Arbeiten. 



259 






das Einkorn. Da der trojanische Weizen noch kleiner als der agyptische ist, so halt 
dies Witt mack fiir einen Beweis mehr dafiir, dass wir die Heimat des Weizens in 
Kleinasien, vielleicht im ganzen Westasien bis zura Indus hin zu suchen haben. 

Die Erbsen von Troja sind sehrklein, oft etwas eckig und haben viel Ahnlichkeit 



mit manchen Formen, welche heut in Agypten gebaut werden. Vicia Faba scheint die 
wichtigste Hiilsenfrucht der alien Trojaner gewesen zu sein und wird in der Gegend 
auch heute noch, aber in groCeren Varietaten gebaut. 

Vortragender bespricht hierauf die bekannten Funde aus den Pfahlbauten, in denen 
Heer drei Arten Weizen nachwies: i. den kleinen Pfahlbau- Weizen (Triticum vulgare 
antiquorum Heer), kleinktirnig granulos, vorherrschend in den altesten Pfahlbauten, 
auch noch im Broncealter und in der helvetisch-romischen Zeit gebaut, spater ver- 
schwunden; 2. den Binkelweizen? ( Triticum vulgare compactum muticum), etwas grofler 
als der vorige, seltener in den Pfahlbauten der Steinzeit, mehr in denen der spateren 
Perioden, 3. den 3gyptischen Weizen {Triticum turgidum), selten, in Wangen und 
Robenhausen im Steinalter. Spelz findet sich nur in der spateren Zeit, Emmer und 
Einkorn in Wangen auch im Steinalter. Roggen fehlt in den Pfahlbauten gfinzlich und 
Hafer tritt erst im Bronzealter in einer kleinkornigen Varietal auf. Dagegen waren Se- 
taria italica und Panicum miliaceum in den Pfahlbauten sehr verbreitet und erscheinen 
schon zur Steinzeit. Allgemein angebaute, die altesten und wichtigsten Cerealien der 
Schweiz waren der kleine Weizen und die kleinkornige sechszeilige Gerste [Hordeum 
hexastichum sanctum) neben welcher Hord. hexastichum densum und Hord. distichum 

; 

vorkamen. 

In Nordamerika wurde in Indianergrabern von Madisonville Mais ausgegraben, der 






zu der gemeinen Varietal mit 8 Reihen platter, vorn abgerundeter, meist sehr breiter 
Korner gehOrt. In den peruanischen Grabern von Ancon, deren Altersbestimmung 
noch zweifelhaft ist, wurden von Reiss und St lib el 3 Varietaten von Mais gesammelt, 
A. gemeiner, 2. spitzkorniger, 3. genabelter. Aus letzterer Varietat ist wahrscheinlich 
der in den Grabern fehlende Pferdezahnmais hervorgegangen. Der spitzkdrnige Mais 









hingegen wird heute kaum noch gebaut. Reich sind die peruanischen Graber an 
Bohnen, iiber welche Witt ma ck in folgender Abhandlung ausfiihrlicher berichtete. 

Als allgemeines Ergebniss ist zu constatiren, dass in Bezug auf Form und Grdfte der 
Samen von Cerealien nur ein kleiner Fortschritt bemerkbar ist, dass hingegen die Zahl 
der Varietaten eine groCere geworden ist. Der Hauptfortschritt unserer Zeit gegeniiber 
der Vorzeit liegt in der allgemeineren Verbreitung der Getreidearten. 




































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Beitrage zur Kenntniss fossiler Coniferen-Holzer 






von 






Dr. J, Felix in Leipzig. 



(Mit Tafelll.) 






In der ehemalig HoHKNEGGER'schen Sanimlung im palaontologischen 
Museum zu Mlinchen befinden sich auch eine groBe Anzahl von verstei- 
nerten Holzern, welche Herr Professor Zittel die Gtlte hatte mir behufs 
Untersuchung zur VerfUgung zu stelleh. Es sei mir gestaltet ihm auch an 
dieser Stelle meinen herzlichsten Dank daftir auszusprechen. Unter diesen 
Holzern bilden solche von Goniferen bei vveitem den HauptbesiandtheiL 
Sie hauptsiichlich bilden den Gegenstand folgender Abhandlung, docli 
werde ich ihnen die Beschreibung von einigen neuen oder ungentlgend 
gekannten Arten anftigen. Ich behandele die Hblzer nach den Formationen, 
denen sie entstammen. In Hinsicht auf die Nomenclatur schlieBe ich mich 
im Allcemeinen an die bekannte Bezeichnunssweise von Kraus an. Nur 

T 

glaube ich, wird es zweckmiiBig sein, wenn man die Stamm-, Ast- und 

Wurzel-Holzer schon auBerlich durch entsprechende Namen kenntlich 
macht. Bereits Conwentz 1 ) fasst die Wurzelholzer mit Cupressineen- 
Structur in eine besondere Gattung y>Rhizocupressinoxylon« zusammen, 
worin ich ihm nur beistimmen kann. Was nun ftlr die Wurzelholzer 



zweckmiiBig 



ist, dttrfte es in gleicher Weise auch ftlr die Stamm- und 



Ast-Holzer sein. Ich wilrde daher vorschlagen die Stammholzer durch 
ein dem Namen der betreffenden Gattung vorangestelltes ))Cormo«, die 
Ast-Holzer durch ein desgl, »CIado« und die Wurzelholzer nach dem Vor- 
gang von Conwentz durch ein »llhizo« zu bezeichnen, Freilich wird man 
vorlaufig diese specielleren Bezeichnungsweisen nur ftlr die fossilen Gat- 
tungen Cupressoxylon und Cedroxylon anwenden konnen, da die Ver- 
hiiltnisse des Baues der Aste und Wurzeln der tlbrigen Gattungen zu 
manselhaft bekannt sind. Besonders aber bei Bestimmung eines fossilen 



\) Conwentz, Die foss, Holzer von Karlsdorf am Zobten p. 23. 













































Dr. J. Felix, Beitrage zur Kemituiss fossiler Coniferen-Holzer. 



261 


















Cupressineen-Holzes, welche ja in der Tertiar-Formation eine so unge- 
meine Verbreitung haben, muss man sich zuerst da ruber klar werden, 
zu welcher der drei oben genannten Gruppen (Stamm-, Ast- oder Wurzel- 
HOlzer) das betrellende Exemplar gehort. Erst die zweite Frage ist es. 
welcher Speciesname ihm beizulegen ist. 

Ich vvende mich nun zur Beschreibung der mir vorliegenden Holzer. 









I. Holzer aus der Dyas-Formation. 

Die meisten Holzer der HoiiENEGGER'schen Sammlung stammen aus 
dieser Formation. Dies erklart sich aus ihrem haufigen Auftreten in den 
Schichten des Rothliegenden Galiziens, wo sie am zahlreichsten sich in der 
Gegend zwischen Ghrzanow und Alwernia finden. Auch ist ihr Vorkom- 
men daselbst schon seit langer Zeit bekannt. Bereits G. Puscii erwiihnt 
sie 1833 in seiner geognostischen Beschreibung von Polen. Er giebt nam- 
lich an 1 ) versteinertes Holz von dicotyledonischen Baumen in Hornstein 
und eine Art Kieselschiefer verwandelt, finde sich sehr haufig im Sand- 
stein des Kohlengebirges von Krzanow und Wimislow. Hinsichtlich zweier 
Punkte ist er dabei freilich im Irrthum, indem die betrefl'enden Holzer von 
Krzanow nicht von dicotylen Baumen, sondern von Conifercn herrUhren, 
und die Schichten , in denen sie vorkommen nicht zur Steinkohlen-Forma- 
tion, sondern zum Rothliegenden gehoren, wie dies spater Romer 2 ) und 
vor diesem schon Hohenegger erwiesen hat. Der Hauptfundort fUr diese 
Holzer ist Kwaczala in der Gegend von Alwernia; auBerdem lassen sich 
aus den HoHENEGGER'schen Etiketten der Holzer noch folgende Ortschaften 
als Fundpunkte anfUhren: Elata, Lipowiez und das Vorwerk Krozimiech 
bei Ghrzanow. 






Die HOlzer sind sammtlich in krystallinische Kieselsaure verwandelt. 




Q 



in 



der 



Kegel 



ist es Eisenoxvd- 









deren einzelne Lagen in Folge groBerer oder geringerer Beimischung von 

_ m -m — n > J 

verschiedenen fremden Substanzen, 
hydrat — manchmal abwechselnd heller und dunkler gefiirbt sind. StieBen 
diese Krystalle bei ihrem Wachsthum an die Wande der TracheTden, so 
konnten sie natUrlich nur noch nach den zwei Richtungen der Langenaus- 
dehnung jener fortwachsen, und so finden wir haufig jene Bildungen die 
Gopfert in seiner fossilen Flora der Permischen Formation bei Araucarites 
Saxonicus (Tab. LV, Fig. 5 u. 7) darstellt. Er halt sie jedoch fUr mit Harz 
erfUllte Behalter (vergl. p. 253—54). »Die Continuitat der Harzmasse sei 
durch fast regelmaBige, in gleicher Entfernung von einander stehende Quer- 
risse getrennt, woher das fast treppengefaBartige AuBere des Harzbehalters 













. 



1) G. Pusch, Geognost. Beschreibung von Polen. Bd. I. p. 177. 

2) Zeitschr. d. d. geol. Gesellschaft 1864. p. 633 ff. 




































262 



Dr. J. Felix, 












ft 

komme. In tier Figur sahe man wie oberhalb des Ansatzcentrums das 



Harz durch Querrisse getrennt sei , unterhalb desselben sich in concentri- 
schen Kreisen ahgelagert habe«. 

loli kann dieser Deutung jener Bildungen, die auch in den galizischen 
Holzern nicht eben sellen sind, nicht beistimmen, sondern erkliire ihre 
Entstehung — wie das frtiher auch Krals *) schon angedeutet hat — auf 
obige Weise durch das Wachsthum der Quarzkrystalle innerhaib der eine 
regelmiiBige Ausbildung verhindernden Wande der TracheTden, resp. in 
Folge der AusfUllung letzterer durch verschieden gefarble Lagen von 
Kieselsaure. Uberhaupt sind alle Holzer mehr oder weniger mit Eisenoxyd 
resp. Eisenoxydhydrat impr.ignirt. Behandelt man die Dunnsehliffe eines 
solchen Holzes mit Salzsaure, so werden sie fast vollig farblos. 

Was nun die Bestimmung der Holzer anlangt, so bestiitigt es sich auch 
hier, dass Uberall wo im Rothliegenden groBere Massen fossiler Holzer vor- 
kommen, dieselben nur sehr wenig oder gar nur einer einzigen Art ange- 
hbren. Ein solches Beispiel bieten uns die groBen Mengen von verstei- 
nerten Holzern im nordlichen BGhmen, welche Goppert beschrieben hat 
und die nur einer Art, dem Araucarites Schrollianus Gopp. zugerechnet 
werden konnen. Derselbe findet sich auch in der Permischen Formation 
des Saarbriickischen, derWetterau, bildet die bekannten Stamme am Kvff- 

V 

hiiuser in Thtlringen und auch die Holzer aus dem Rothliegenden Galiziens 
lassen sich nicht specifisch von ihm unterscheiden. Baume, deren Stamme 
die Structur des Araucarites Schrollianus Gopp. hatten, waren also in der 
Dyas-Periode ungemein verbreitel. Neben dieser Art, die ich Ubriuens 
mit Araucarioxylon Saxonicum Kr. vereinigen zu mtlssen glaube, findet 
sich nun in Galizien noch eine zweite, niimlich Dadoxylon Roller Una., die 
ich als Araucarioxylon Roller Kr. bezeichnen werde. 

1. Araucarioxylon Saxonicum Kr. 

Syn. Araucarites Schrollianus und Saxonicus Gopp. 
Dieses Holz ist von Goppert 2 ) so oft und ausfilhrlich beschrieben wor- 
den, dass ich glaube mich auf einigeBemerkungen beschninken zu kSnnen. 
Concenlrische Holzkreise oder Jahresringe konnte ich unter dem Mikroskop 
nur an eineni einzigen Exemplar deutlich wahrnehmen. Mit bloBem Auge 
sieht man sie haufiger, aber auch nicht gerade sehr oft. Schon Goppert 
hat darauf aufmerksam gemacht, dass man sie viel deutlicher im unce- 
schliffenon als geschliffonen Zustande sieht, in welch' letzterem man sie 
kaum wieder zu entdecken und mit Bestimmtheit die englumigen, radial 
verkilrzten Reihen von Zellen zu unterscheiden vermag, welche sonst die 

zu bezeichnen pflegen. Gleiches 



Grenze des periodischen Wachsthums 












* 



1 8 f> fi 



1) Kraus, Zur Kenntniss der Araucarien u. s. w. Wiirzb. Natuiw. Zeitschr. 
8) Jahrb. d. geol. Reichsanstalt. Jahrg. 1857. p. 725. — Verhandl, d. schles. Ge- 
sellsch. 1858/59. — Fossile Flora d. Perm. Format, p. 248. 






. 


















/ 












Beitriiue zur Keniitniss t'ossiler Conifercn-Holzer. 



263 



gilt nach den Untersuchungen von Goppert, De Bary 1 ), Kraus 2 ) und 
meinen eigenen Beobachtungen fiir die lebenden Araucarienstamme. Die- 
selben zeigen zwar in der Regel schone concentrische Ringe, untersucht 
man dieselben jedoch mikroskopisch, so findet sich bei manchen Exempla- 
ren keine Spur einer Jahresgrenze, wahrend andere sie nur bei einzelnen 
Ringen und noch andere sie bei alien wahrnehmen lassen. Letzteres kann 
iibrigens auf zweierlei Weise ermoglicht werden. Wahrend niimlich sonst 
mit Ausbildung eines Jahresringes stets eine tangentiale Abplattung der 
TracheTden des auBersten Theiles des Herbstholzes verbunden ist, tritt bei 
Araucarien-Stammen und -Asten bisweilen der Fall ein, dass ein makro- 
skopisch aufs Deutlichste sichtbarer Jahresring nur dadurch angedeutet 
ist, dass auf das Herbstholz des vorhergehenden Ringes eine schmale Zone 
dunnwandiger Elemente folgt, wahrend der Ubrige Theil des Ringes aus 
ziemlich dickwandigen, fast gleichartigen Trache'i'den besteht, ohne dass 
eine Abplattung der letzteren im Herbstholz zu bemerken ware. Aus 
diesen GrUnden tritt die Grenze zwischen den Ringen bei der mikroskopi- 
schen Untersuchung eines dUnnen Schnittes wenig hervor, wahrend dem 
bloBen Auge die Mitte der zartwandigen Zone als scharfe Demarkations- 
linie erscheint. Doch finden sich begreiflicher Weise auch zwischen diesen 
verschiedenen Ausbildungsweisen der concentrischen Ringe unmerkliche 
Cber^iiniie von einer zur andern. 

Die Tupfel auf den radialen Wandungen der TracheTden sind gewohn- 
lich in eine oder zwei, selten in 3 Reihen angeordnet. natUrlich stehen sie 
stets alternirend. Dagegen waren die Poren auf den Markstrahlzellen nie 
deutlich genug crhalten ura etwas Bestimmtes Uber sie sagen zu kbnnen. 
Die Markstrahlen selbst sind im Allgemeinen stets einfach, doch kommt es 
ab und zu vor, dass zwei Zellreihen neben einander liegen. Harzfuhrende 
Zellen scheinen giinzlich zu fehlen, die Natur derjenigen zahlreichen Ge- 
bilde welche Goppert fUr Harzbehalter anspricht, habe ich oben bereits 

dargelegt. 

2. Araucarioxy Ion Roller Kr. 

Syn. a. Dadoxylon Rollei Unger , Der versteinerte Wald von Kairo 

u. s. w. Sitzunssber. d. Math.-naturw. Kl. d. Akad. in 



Wien XXXIII. 1858. 
b. Araucarties Rollei Goppert, Permische Flora p. 250. 



Q 



Sie unterschcidct sich aber von jener (lurch ihre Markstrahlen. Untersucht 

den Tangential -Schliff, so findet man neben den einfachen Mark- 



man 



strahlen fast in gleicher Anzahl auch zusammengesetzte. An der Bildung 



\) Vergl. Anatomie p. 518 u. 527 — 29. 

2) Mikrosk. Unters. leb. u. vorw. NadelhOlzer. Wiirzb. Naturw. Zeitschr. Bei. V. 



1864. 









• 



























264 



Dr. J, Felix. 









ilbrigens vollig beliebig 



dieser lelzteren betheiligen sich in derRegel 1—2, iiuBerst selten 3 Reihen 
von Zellen. Diese Erscheinung erstreckt sich entweder nur auf einzelne, 

;elegene Partien des Markstrahles, oder dieser 
erweist sich seiner ganzen Heme nach zusammengesetzt. Lelzteres Verhalt- 
niss scheint bei denlL\GER'schen Exemplaren derAbbildung des Tangential- 
schliffes und der Diagnose nach zu urtheilen , nicht vorgekommen zn sein 
(radiis medullaribus simplicibus vel partim e duabus seriebus compositis 
crebris). Sie dtlrften tiberhaupt wohl eher zu Araucarioxylon Saxonicum 
gezogen werden, da ein Vorkommen von theilweis zweireihigen Mark- 
strahien auch bei diesen eben nicht allzuselten ist. — Die Anzahl der 



tlbereinanderstehenden ZeJlreihen variirt zwischen 2 und 40. Jahresringe 
sind ebenfalls nicht wahrnehmbar. Die Radialwandungen der Tracheiden 
zeigen 1 — 3 Reihen von spiralig angeordneten Tupfeln. 

Die nach MaBgabe des mir vorliegenden Malerialcs etwas erweiterte 
UNGER'sche Diagnose von dieser Art wiirde lauten : A. ligni stratis concen- 
tricis plane obsoletis, cellulis prosenchymatosis punctatis, poris cellularum 
uni-bi-triserialibus spiraliter dispositis contiguis, radiis medullaribus sim- 
plicibus vel e duabus seriebus compositis crebris, cellulis superpositis 
2—40. 

II. Holzer aus der Jura -Formation. 



1. Cormocedroxylon jurense Fel. 
Ein schwarzes Stammstuck von frklesni; 



einem kleinen Flecken 



trug 



Galiziens, sUdlich von dem oben erwahnten Orte Alwernia gelegen 
auf dor IlonENEGGER'schen Etikette die Bezeichnung »aus dem braunen 
Jura«. Diese Angabe ddrfte um so weniger zu bezweifeln sein, als in 
nachster Nahe von Oklesnia die Schichten des braunen Jura anstehen, und 
von sehr weit kann das betreffende Stammsttlck nicht herbeigeftthrt sein, 



Es ist verkieselt, 



da es keine besonderen Spuren der Abrollung zeigt. 
stellenweis mit Eisenkies impragnirt. Jahresringe sind am Stuck selbst 
zwar nicht, um so deutlicher aber im Querschliff wahrzunehmen. Sie sind 
3 — 4 mm. breit. 

Die Holzzellen erscheinen abgerundel quadratisch. Zwischen ihnen 
finden sich sehr 



haufig Intercellularraume. 



Harzgange fehlen , dagegen 



scheinen harzfUhrende Zellen, wenn auch sehr sparlich vorhanden zu sein. 
Die radialeWand der Tracheiden zeigt groBe, stels in einerReihe slehende 
HoftUpfel. Die xMarkstrahlen sind einfach und bestehen aus 2— 14 uber- 
einanderstehenden Reihen von Zellen. 



Die Wandungen der letzteren sind 



mit rundlich-elliplischen Poren versehen, deren Anzahl sich jedoch 
wegen des in dieser Hinsicht etwas mangelhaften Erhaltungszustandes 
nicht mit Sicherheit feststellen lieB, 
zu sein. 

Seiner Slructur nach gehort das Holz zu Cedroccylon Kr, und da es 



in der RegeJ schienen es 4 oder (i 



> 


















i 



Beitrage zur Kenntniss fossiler Couiferen-IIolzer. 265 



ein Stammholz ist 7 so bezeichne ich es als Cormocedroxylon . Rouillieh und 
Fahrenkohl *) erwahnen aus dem Jura von Moskau einen Pinites jurensis, 
welcher der Beschreibung nach in den wesentlichen Punkten vdllig mil 
dem Holz von Oklesnia Ubereinstimmt. Ich bezeichne Ietzteres daher als: 

Cormocedroxylon jurense Fel . Diagnose: Jahresringe deutlich , von 
sehr wechselnder Breite. Ttipfel stets einreihig. Markstrahlen stels ein- 
fach, 2—14 Zellreihen hoch. Ihre Zellen mit 4—6 elliptischen Poren ver- 



sehen. 






2. Cladocedroxvlon Auerbachii Fel. 

m 

Ich werde hier die Beschreibung eines fossilen Holzes folgen lassen. 
welches sich in der Wurzburecr Sammlung befindet (D. 5440) und dort als 
» Pinites Auerbachii* bezeichnet ist, Es stammt aus dem unteren Kimme- 
ridge von Mniowniki. Seiner Structur nach gehbrt es ebenfalls unter die 
Gattung Cedroxylon, da es jedoch ein Astholz darstellt , so bezeichne ich es 
als Cladocedroxylon Auerbachii Fel. 

Die Jahresringe sind zwar mit unbewaffnetem Auge deutlich wahrzu- 
nehmen, imDtlnnschliff jedoch unter dem Mikroskop nurschwach angedeutet 
— ein Yerh'altniss welches, abgesehen audi von Araucarien-Hblzern, tlber- 
haupt bei Astholzern nicht zu selten vorkommt (vergl. Krais, 1. c. p. 1 46) . 
So erwahnt Hartig (Yollst. Naturg. der forstl. Cullurpflanzen Deutsch- 
lands p. 86) eines 15— 20jahrigen Astes von Cupressus sempervirens mit 
3, eines25jahrigen mit 9 Jahresringen. Kraus beobachtele jahresringlose 
Aste von Callitris quadrivalvis und Salisburya adiantifolia. Die Holzzellen 
sind ziemlich eng und starkwandig, enger als z. B. die Zellen des zuletzt 
beschriebenen Cormocedroxylon jur : Ich habe dies Verhaltniss oft bei Ver- 
gleichung von Ast- und Stammholz vieler P/«ws-Arten angetroffen. Die 
Ttipfel auf den Radialwanden der TracheTden stehen stets in einer Reihe, 
sind tlbrigens nur selten erkennbar. Die Markstrahlen sind zahlreich und 
von eerineer Hohe, aus 1 — 9 ubereinander stehenden Zellreihen gebildet. 






III. Holzer aus der Kreide- Formation. 

■ 

Aus dieser Formation lagen mir zwei Holzer vor, das eine mit der 
Etiketle aus dem Aptien von Lipnik, das andere von Grodischt. Beide 
Orte lieeen zwischen Prerau und Teschen. Das Exemplar von Grodischt 
erwies sich bei naherer Nachforschung als dasjenige Stuck, welches bereits 
von Schenk in dessen : »Beitrage zur Flora der VorwelU 2 ) l)eschrieben und 
abgebildet worden ist. Es wird dort zu der Gattung Cedroxylon Krs. ge- 
stellt. Bei Untersuchung seines anatomischen Baues fand ich jedoch . dass 



i) Jubil. Serais. Dr. med. G. Fischer de Waldheim Mosq. 4 847. p. 20—25. 
2) Schenk, Die fossilen Pflanzen der Wernsdorfer Schichten in den Nord-Karpathen. 
Palaeontogr. Bd. XIX. 1869. 



t 





















« 












266 



Dr. J. Felix. 



























es vielmehr als Cupressoxylon zu bezeichnen ist. Als vollig identisch damit 
erwies sich das andere Exemplar von Lipnik, sodass ich bei der Beschrei- 
bung beide Slticke zusammenfassen kann. Bevor ich jedoch darauf naher 
eingehe, mogen noch einige Erorterungen Uber die Herkunft und das geo- 
logische Alter unserer Holzer bier Platz finden. Man kann, wie ich zeigen 
werde, mit ziemlicher Bestimmtheil annehmen, class sie aus gleiehalterigen 
Schichten herrtthren wie die von Schenk an oben citirtem Orte beschrie- 
benen Pllanzenreste. Letztere stammen aus den sog. Wernsdorfer Schich- 
ten. Diese stellt Hohenegger zum Theil der Etage Urgonien und zuni Theil 
der Etage Aptien von d'Orbigny gleich. Da nun das eine Holz die Bezeich- 
nung Aptien tragt und jene Schichten zugleich die einzigen sind , welche 
Hohenegger als Aptien in Anspruch nimint, so diirfte es keinem Zweifel 
unterliegen, dass das vorliegende Holz aus diesen und damit aus den 
Wernsdorfer Schichten stammt. Jedoch fand schon Schenk nach genauer 
Bestimmung der von Hohenegger in diesen Gesteinen gesammelten Pflan- 
zen, dass sie einer Etage angehoren mUssten, welche zwar jUnger sei als 
das Neocom, aber alter als der Gault, also zum Urgonien zu stellen seien. 
Auch giebt or die Bemerkung, dass eine von Zittel vorgenommene Unter- 
suchung der thierischen Reste jener Schichten das gleiche Resullat in Be- 
treff' des Alters derselben ergeben habe. SchlieBlich findet auch F. Romer 1 ) 
durchaus keinen Grund , nicht die gesammten Wernsdorfer Schichten dem 
Urgonien beizurechnen. So kann man denn dieses Alter ftir vorliegende 
Sttlcke in Anspruch nehmen. 






Was den Erhaltungszustand dieser anlangt, so sind sie verkieselt 
Hire Farbung ist dunkelbraun bis fast schwarz, da noch viel von organischer 
Substanz erhalten ist. Durchsetzt werden sie von zahlreichen Eisenkies- 
Adern. Irn DUnnschliff cewahrt man, dass die dunklc Fiirbuns? an die 
Zellenmembranen gebunden ist, welche liefbraun erscheinen, wahrend die 

die Lumina erfullcndc Kieselsiiure moist frei von fremden Substanzen und 
daher so vollig pellucid ist, dass man ihr Vorhandensein slellenweis nur 
bei Anwendung von polarisirtem Lichte wahrnimmt. 



Der Bau der Jahresringe weist auf ein Stammholz bin, doch zeigen 
einige die EigenthUmlichkeit, dass ihrllerbstholz nicht nur in das Sommer- 
holz des betrelFenden Binges, sondern auch in das FrUhlingsholz des 
nachstfolgenden allmahlich tlbergeht, sodass eine eigenthumliche scharfe 
Grenze gar nicht vorhanden ist. Die Tttpfel auf den Tracheiden stehcn in 
einer oder zwei Reihen, die Wandungen der Markstrahlzellen zeigen ziem- 
lich groBe, rundlich-eliiptische Poren. Ilarzfilhrendes Strangparenchym 
ist nicht selten, vvenngleich bei weitem nicht so hauiisj wie in tertiaren 



Cupressoxylon -Arten. Die Markstrahlen sind stets einreihig aus 2 



46 



I) Geologic von Ober-Schlesien p. 282. 



























Beitrage zur Kenntniss fossiler Conifcreii-IIolzer 



2G7 



tibereinander stehenden Zellreihen gebildet. Die Herbstholzzellen zeigen 
kleine Tangential-Ttipfel, welche sehr zerstreut stehen. 

GemaB dieser Structur ist das Holz als Cupressoxylon , resp. da es ein 
Stammholz ist als Cormocupressoxylon zu bezeichnen. 



» 



Unter den zahlreichen Arten dieser Gruppe ist bis jetzt nur eine ein- 
zige , welche aus der Kreide-Formation stammt, namlich das Cnpressino- 
xylon ucranicum Gopp. (Mon. d. foss. Con. p. 201). 






Mil der dort gegebenen Diagnose stimmen die mahrischen Holzer in 

■ 

den wesentlichen Punkten vollig tiberein, ich bezeichne sie daher als Cor- 
mocupressoxylon ucranicum Fel. • 



Fragt man sich noch, mit welchen Pflanzenresten moglicher Weise 
diese Holzer zusammengehoren konnten, so findet man in dem oben citirten 
Werke von Schknk folgende Coniferen-Reste in Grodischt: Frenelopsis Hohen- 
eggeri Schk., Widdringtonites gracilis Heer, Sequoia Reichenbachii Heer, 
Pinus Quenstedti H. Von Lipnik wird nur Frenelopsis Hoheneggeri Sehk. an- 
gefuhrt. Von diesen Pflanzen kommt Pinus Quenstedti fttr die Holzer nicht 
in Betracht, da diese sonst die Structur eines Pityoxylon oder Cedroxylon 
haben milssten. Von den Ubrigen jedoch gehort Frenelopsis direct zu den 
Cupressineen. Desgleichen auch Widdringtonites. Sequoia gehort zwar zu 
den Abietineen. schlieBt sich jedoch in ihrer Holzstructur ebenfalls an die 
Cupressineen an. Man kann also mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit an- 
nehmen, dass die Holzer von Grodischt und Lipnik zu einer der drei 
zuletzt genannten Pflanzen gehoren. Zu welcher jedoch von diesen dreien 
dtirfte nicht mil Sicherheit zu bestimmen sein. 












IV, Holzer aus der Tertiar-Forniation. 



t 















t 



L Holz von Saypusch (= Zywiec) an der Sola. Aus dem 



E ocan. 












Das Stilck ist verkieselt und von tiefbrauner Farbe. 




von 



* I 





















Spallen durchsetzt, die gleichfalls mit krystallinischer Kieselsaure erfiillt 
sind. Die Jahresringe zeigen sich im Dunnschliff scharf ausgepragt, im 
Mittel sind sie 2 mm. breit. Die Friihlingsholzzellen sind von rundlich- 
quadratischer Gestalt, die Herbstholzzellen radial auBerordentlich stark 
verkilrzt. Sie setzen schroff ab seiien erstere, sodass man unzweiielhaft 
ein Wurzelholz vor sich hat. Zwischen den Zellen finden sich reichlich 
lntercellularraume. Harzgange fehlen, Dagegen sind harzfllhrende Zellen, 
wenn auch sehr sparlich, vorhanden. Die ziemlich groBen, fast kreisrun- 
den Ttlpfel stehen stets in einer Reihe , dicht hintereinander, oft sogar sich 
bertlhrend. Im Herbstholz sind sie wie eewbhnlich betrachtlich kleiner. 
Die mit zahlreichen kleinen elliptischen Poren versehenen Markstrahlzellen 
sind in radialer Richtung lang gestreckt und laufen tiber 3 — 4 Tracheiden 
hinweg. Die Markstrahlen selbst erweisen sich im Tangentialschliff stets 
























1 






♦ 






268 



Dr. J. Felix. 



j 












als einreihig. Nur hochst selten finden sich stellenweis 2 Zellenreihen 
neben einander, Diese Stellen liegen Ubrigens ganz willkllrlich. In der 
Regel sind die Markstrahlen ziemlich niedrig, was ebenfalls ftlr dieWurzel- 
natur unseres Holzes spricht. Gewohnlich bestehen sie nur aus 1 — 6 
Ubereinander stehenden Zellreihen, doch steigt deren Zahl bisweilen auch 
auf 15. 

» 

Aus diesen Structurverhaltnissen ergiebt sich, dass das Holz als Cedro- 
xylon Kr. bezeichnet werden mtisste. Das es jedoch ein Wurzelholz ist, 
so stelle ich ein neues der Gattung Cedroxylon untergeordnetes Genus 
»Rhizocedroxylon« auf. zur Unterbringung der zu Cedroxylon gehorigen 
Wurzelholzer. 

Diagnose. Holzkorper mit deutlichen Jahresringen. Diese bestehen 
aus nur 2 Schichten, indem die sogen. mittlere Schicht fehlt. Die Ttiplel 
auf den Tracheiden stehen in 1 oder 2 Reihen, in letzterem Falle stets 
opponirt- Die Markstrahlen sind gleichartig, in der Regel aus nicht sehr 
vielen Zellreihen gebildet. Harzgange fehlen, harzfiihrende Zellen bis- 
weilen sparlich vorhanden. 

Fiir voiiiegende Art schlage ich den Namen: lihizocedroxylon Hohen- 
eggeri Fel. vor. 

Diagnose: Jahresringe (bei vorliegendem Exemplar!) deutlich im 
Mittel 2 mm. breit. Herbstholz gegen das Friihlingsholz scharf abgesetzt. 
Ttlpfel der Tracheiden stets in einer Reihe stehend. Markstrahlen stets 
einfach, aus 1 — 15 Zellreihen gebildet. Die Radialwand ihrer Zellen mit 
elliptischen Poren versehen. Harzfiihrende Zellen sparlich vorhanden. 
Harzgange fehlen. 















Anm. lm Munchener Palaont. Museum befindet sich noch ein anderes Exemplar, 
welches ebenfalls zu dieser Art gezogen werden muss. Es stammt aus dem Eoe&n von 
Kressenberg in Ober-Baiern. Es ist ebenfalls verkieselt. Die im Querschliff abgerundet- 
quadratisch erscheinendeu Holzzellen lassen zahlreiche Intereellularriiume zwischen 
sich. Die TLipfel auf der Radialwand der Tracheiden stehen bald einzeln , bald sehr 
dicht hintereinander und dann sich so gar oft etwas abplattend. An ganz vereinzelten 
Stellen standen sie zweireihig und zwar alternirend, Letztere Erscheinung habe ich 
zwar bei dem Exemplar von Saypusch nicht beobachtet, ich glaube jedoch nach dem 
Befunde eines Wurzelholzes von Pinus Abies L. sie nur ftir zufallig halten zu miissen. 
Anfangs war ich allerdings zweifclhaft, ob ich nicht das Kressenberger Holz fiir ein 
Araucarien-Holz halten sollte, die Verhaltnisse der TUpfelstellung scheinen ja sehr dafiir 
zu sprechen. Zu der Entscheidung verhalf mir jedoch nicht wenig die Untersuchung 
eines alten Wurzelholzes von Pinus Abies L, Bei diesem war nSmlich die Anordnung 
der groCen Hoftiipfel an den meisten Stellen vollig normal, stellenweis standen jedoch 
die Tiipfel so dicht hinter einander, dass sie sich nicht nur beruhrlen, sondern sogar 
auch abplatteten. Auf einigen Tracheiden standen sie zweireihig und zwar meist in 
opponirter Stellung, bisweilen jedoch nicht in gleicher Hohe, sondern wenigstens fur 
kiirzere Strecken regelmaCig alternirend, Ubrigens hatScHACHT 1 ) dasgleiche Verhaltniss 



1) Botan. Zeit. 1862 p. 414. 






. 



























• 




































Beitrage zur Kenntniss fossiler Coniferen-Holzer. 



269 












bereits bei einem Wurzelholz von Larix beobachtet, Es steht somit fest, dass in alteren 
WurzelhOlzern bisweilen Abweichungen von der regelmaBigen Tiipfelstellung vor- 
kommen, welche man bei Bestimmung fossiler Exemplare in gewissen Fallen zu beriick- 
sichtieen hat. Es diirfte daher auch die Bezeichnung des Kressenberger Holzes als^mw- 
carioxylon oder die Aufstellung einer neuen Species von Rhizocedroxylon fur dasselbe 

unstatthaft sein. 

Die Markstrahlen erreichen bisweilen eine Hdhe von 20 ubereinander stehenden 
Zellreihen, also einige mehr als bei dem Exemplar von Saypusch. Doch ist auch diese 
kleine Differenz vollig bedeutungslos und kdnnte hochstens ein etwas verschiedenes 
Alter der beiden Hdlzer anzeigen. 

2. Holz von Bibai auf Jesso (Japan). Aus der Braunkohlen- 

Formation. 

Die Jahresringe sind deutlich entwickelt , das Herbstholz besteht aus 

2—3 Reihen tangential stark abgeplatteter Zellen , welche schroff gegen 
den tibrigen Theil des Jahresringes absetzen, sodass das Holz unzweifelhaft 
einer Wurzel entstamrat. Die Tracheiden des FrUhlingshoizes zeigen im 
Querschliff einen polygonalen Umriss und sind in radialer Richtung etwas 
gestreckt. Die TUpfel stehen daher auf den radialen Wandungen derselben 
gewdhnlich in zwei, oft jedoch auch nur in einer Reihe, in ersterem Fall 
stets auf gleicher Hbhe. AuBerdem besitzen die Tracheiden kleinere, ein- 
zeln stehende Tangent ialtupfel. Die Markstrahlen sind zahlreich, einfach, 
doch lieeen hier und da auch zwei Zellenreihen neben einander. Harz- 
fUhrendes Parenchym und HarzgUnge fehlen ganzlich. 

Das Holz aehort also ebenfalls zu der eben aufgestellten Gatlung Rhiso- 



i 






cedroxylon, unterscheidet sich jedoch von dem Rh. Hoheneggeri durch die 
radial etwas gestreckten Tracheiden und die damit in engem Zusammen- 
hang stehende haufige Stellung der TUpfel in zwei Reihen. Es diirfte 
daher die Aufstellung einer neuen Species fur dasselbe berechtigt erschei- 



h 






-- 



1 


















Anm. In derWurzburgerSammlung befindet sich ein verkieseltes Holz vonSparhof 
beiOberzell in Kurhessen (N. E. 4259), welches mit dem eben beschriebenen so vollig 
tibereinstimmt, dass es mit zu dieser Art gerechnet werden muss, obgleich die Fundorte 
so unsemein weit von einander entfernt sind. 



• 



- 



■ 



3 Hdlzer aus dem nordwestlichen Theil Sachsens und 



den angrenzenden Theilen von PreuBen und ThUringen 



\ 



■ 



*J 



nebst einem Anhang tlber die Holzopale Ungarns. 



Die mir aus den zuerst genannten Gegenden zur Untersuchung vorlie- 
genden Hdlzer gehdren nur einer einzigen Art an , namlich dem Cupresso- 
xylon Pr-otolarix. Da sie an vielen Orten in Braunkohlenlagern im Zusam- 
menhange mit beblatterten Zweigen und Asten von Sequoia Couttsiae Heer 
vorkommen , so gehdrt ein Theil dieser Hdlzer unzweifelhaft zu dieser Art, 



f 



Diese Verhaltnisse 



5 



sowie die innere Structur des Holzes der Sequoia Couttsiae Heer sind nun 



















































270 



Dr. J. Felix. 



zvvar bereits von Sciienk i) beschrieben worden , ich glaube indess jenen 



Forschuneen 



B v« einige erganzende Beobachtungen hinzufUgen zu konnen. 






Zuniichst zeriallen die Holzer hinsichtlich ihres Vorkommens in zwei Grup- 
pen: Sie stammen namlich entweder aus den Braunkohlenlagern jener 
Gegenden oder aus den daruberliegenden diluvialen Sanden und Kiesen 
Die Braunkohlen selbst gehoren dom Oligociin an. 









I. Holzer aus den Braunkohlenlagern. 

Sie zeigen einen dreifachen Erhaltungszustand. nach welchem wir sie 
kurz betrachten wollen. 

1. Es sind sog. bituminose Holzer,. also mehr oder weniger in eine 
Braunkohle verwandelt. Sie lassen sich leicht mit dem Messer schneiden 
und liefern besonders bei Befeuchtung der Schnittstelle mit Wasser oder 
verdiinnter Kalilauge zur mikroskopischen Untersuchung sofort brauchbare 
Schnilte, welchen man event, durch Behandlung mit Kalilauge einen noch 
hbheren Grad von Durchsichtigkeit verleihen kann. Meist sind es umfang- 
reiche Stiicke, deren breitere Langsflachen oft Radialflachen darstellen. 



In 



d. 
leser Richtung entstehen ja auch bei einem an der Luft Iiegenden 



Baume zuerst groBe Spalten. Rinde habe ich 
Exemplar, aus der Braunkohle von Meuselwitz 



nur auf einem einzigen 
stammend , wahrnehmen 






kfinnen. Sie war jedoch zu mangelhaft erhalten, als dass ich tiber ihre 
Structur etwas Specielleres angeben konnte. 

2. Den zweiten Erhaltungszustand stellen die verkieselten Holzer dar. 
Sie sind offenbar aus ersteren hervorgegangen , denn man findet haufig 
Exemplare, die theils aus bituminosem Holz, theils aus Kieselmasse be- 
stehen. Diese Verkieselung ist sicher erst eingetreten als die Holzer schon 
in Braunkohle verwandelt waren, sie ist — 
slellt sein lassen — bei vidian Stjimmpn • 






— ob immer, muss ich dahinge- 
a von AuBen nach Innen erfolgt. 
denn es kommen z. B. bei Grobers unweit Halle Stamme vor, deren peri- 
pherische Partie vollig in Kieselmasse umgewandelt ist, wahrend der cen- 
trale Theil noch so weich ist, dass er sich bequem herausschneiden Iasst 
und angeztindet, brennt. Die Structur dieser Holzer ist meist ai 



B 



lich schon erhalten. Die meisten Exemplare losen sich parallel den Jahres- 
ringen auseinander und man findet daher hau6g plattenfOrmige StUcke, 
deren groBte Fiachen Tangentialflachen reprasentiren. 

3. Als dritter Erhaltungszustand ist schlieBlich noch anzufuhren, dass 
viele Holzer in Markasit umgewandelt sind. Auch sie lassen ihre organische 
Structur bei auffallendem Licht noch deutlich erkennen. Bisweilen ent- 

halten sie Hohlungen, welche mit erdiger, leicht zerreiblicher Braunkohle 
erlullt sind. 



p. 375. 



1) Schenk, Pflanzenrcste der Braunkohle in Sachsen. Bolan. Zeit. 1869. Nr. 23 



r 



























Beitrage zur Keimtuiss fossiler ConifereibHolzer. 



271 






Structur und Bestimmung. 

Diese Holzer zerfallen nun nach ihrer Structur in drei Abtheilungen : 
Stamm-, Ast- und Wurzelholzer. Dass sie nur einer einzigen Art ange- 
horen, haben wir schon oben bemerkt. Wir. sind zu dieser Annahme urn 
so mehr berechtigt, als die Differenzen in ihrer Structur sich eben nur auf 
diejenigen Erscheinungen beschriinken, welche wir bei Stamm-, Ast- und 
Wurzelholzern desselben Baumes finden und anderseits diese Theile bis- 
weilen im Zusammenhang gefunden werden, so Baumstumpfe mit noch 
erhaltenen Wurzeln, Stammbruchstucke mit daransitzenden Asten u. s. w. 
Die einzelnen Exemplare wttrden nach den oben von uns vorgeschlagenen 
Namen als Cormo-, Clado- und Rhizo-Cupressoxylon Protolarix Fel. zu be- 
zeichnen sein. Ich glaube zunachst eine kurze Besprechung des anatomi- 






schen Baues dieser drei Untercattuneen eeben zu mtissen. 



/. Cormocupressoxylon Protolarix Fel. 

Die Jahresringe sind in der Regel scharf ausgebildet, aus den be- 
kannten drei Schichten bestehend. Durchschnittlich sind sie ziemlich eng. 
Auf den Radial wandungen der Tracheiden stehen die TUpfel in einer oder 



zwei Reihen aneeordnet. 



Berer 






groBe Axe parallel den Markstrahlen verlauft. Die Herbstholzzellen haben 
auch Tangentialtupfel. Zwischen den Tracheiden findet sich ziemlich reich- 
licli harzfuhrendes Strangparenchym. In diesen Zellen Iiegt das Harz, im 
Schlift" roth- oder dunkelbraun erscheinend, in kugligen oder spharoidi- 
schen Massen. Die Markslrahlzellen tragen auf der Radialwand ein oder 
auch zwei Reihen von elliptischen Poren. Im Tangentialschliff erscheinen 
die Markstrahlen stets einre ihig, 2 — 40 Zellreihen hoch. 












//. Cladocupressoxylon Protolarix Fel. 

Die Jahresringe sind deutlich ausgebildet, von sehr wechselnderBreite. 
Ihr Bau unterscheidet sich dadurch von den Stammholz-Ringen , dass das 
Herbstholz bei dem Ast nur gering verdickt ist, auch die letzten Lagen 
nicht einen so hohen Grad von tangentialer Abplattung zeigen , als die im 
Stamm- oder gar im Wurzelholz. Im Ubrigen ist der Ubergang vom Frtth- 
linesholz zum Herbstholz ein ganz allmahlicher. 









Die TUpfel auf der Radialseite der Tracheiden sind kleiner als 



im 



Stammholz. Stellenweis stehen sie vereinzelt, stellenweis dicht hinter- 
einander in Lanesreihen. Die Markstrahlen sind sehr zahlreich, stets ein- 
fach, durchschnittlich sehr niedrig, 4- hochstens 15 Zellreihen hoch. 






























I 





















* 









• 









272 






Dr. J. Felix, 









///. Rhizocupressoxylon Protolarix Fel. 

■ 

Die Jahresringe unterscheiden sich von denen der Stamm- und Ast- 
holzer durch das Fehlen der mittleren Schicht. Das Herbstholz, in der 
Kegel, aus nur wenig Lagen von auBerst stark tangential abgeplatteten 
Zellen bestehend, 

ringes, desscn Zellen ziemlich weitlumig und radial etwas gestreckt sind. 
Die Tiipfel auf den radialen Wandungen der Trachei'den stehen gewohnlich 
in awei, oft jedoch auch in einer, sehr selten in drei Reihen nebeneinander. 
Die Markstrahlen sind durehschnittlich niedriger als diejenigen der Stamm- 
holzer. 



setzt schroff ab gegen den librigen Theil des Jahres- 






Anm, Ich moehte an dieser Stelle die Vermuthung aussprechen, dass diejenigen 
Holzer, welche Conwentz 1 ) als Rhixoc. uniradiatum von Karlsdorf beschrieben hat, nur 
die Wurzelholzer von dem in der schlesischen Braunkohle so ungcmein verbreiteten 
Cupressinoxylon Protolarix Gopp. sind Auch stimmen sie vdllig uberein mit denjenigen 
Wurzelholzern, welche ich aus den saehsischen Braunkohlengruben oben beschrieben 
habe und welche, wie schon bemerkt, bisweilen noch an Sttimmen sitzen, welche vollig 
mit Cupressoxylon Protolarix Kr. lib ere in stimmen, Auch gcwisse Ausspriiche von Con- 
wentz selbst konnen diese Vermuthung nur verstarken. In seiner Dissertation fUber d. 
versteinten Holzer a. d. nordd. Dil. Bred. i876) stellt er sie mit zu Pinites Protolarix 
Gopp. (= Cupress. Protol. Kr.) und sagt dann in seiner oben citirten jtingsten Schrift: 
»ln meiner Dissertation habe ich die Holzer von Karlsdorf anhangweise zu Pinites Proto- 
larix Gopp. gestellt, mit dem sie in der That viel Ahnlichkeit besitzen. Leider hatte ich 
damals versaumt einen horizontalen Diinnschliff von jenen anzufertigen , welcher mich 
liber die Wurzelnatur hatte belehren konnena. Also auch nach ihm selbst beruht der 
ganze Unterschied der Karlsdorfer Holzer von dem Pin. prot. Gopp. nur in ihrer Wurzel- 
natur. .,,..'. 






SchlieBlich will ich noeh eine Erscheinung erwahnen, welche sich an ■ 
manchen Exemplaren der Braunkohlenholzer, besonders schon an einem 

Stuck von Klein-Aga bei Gera findet. Sie betrifft eine etwas abweichende 
Ausbildung der harzfiihrenden Parenchymzellen. In der Regel haben diese 
eine ungefahr cylindrische Gestalt und erscheinen daher in LangsschlifFen 
als tibereinanderstehende, mehr oder weniger langgestreckte Zellen von 
rechteckiger Form, mit parallelen Liingswanden. Bei genanntem Exemplar 
jedoch werden sie — im Langsschliff gesehen — sehr kurz und ihre Langs- 
wiinde wolben sich nach auBen, sodass sie eine tonnchenformige Gestalt 
annehmen. Es ware jedoch unstatthaft darauf hin eine neue Art aufzu- 
stellen, denn an anderen Stellen desPriiparates zeigen sich die Parenchym- 
zellen in der gewohnlichen rechteckis^en Form. 






Anm. Zincken erwahnt in scinen Erganzungen zur Physiographic der Braunkohle 
(Halle 1871) p. 225 in der Braunkohle von Klein-Aga verkieseltes Araucarienholz. Da 



I 

1) Conwentz, Die foss. Holzer von Karlsdorf am Zobten. Danzig 1880 















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» 









I ■ 






• 















* 






* 

Beitrage zur Kenntniss fossiler Coniferen-Holzer. 



273 















jedoch in der gesamraten deutschen Braunkohlen-Form. noch keinAraucarien-Rest be- 
obachtet worden ist, so ist auch betreffendes Holz wahrscheinlich nur Cupressoxylon. 
auf jeden Fall aber kann es kein Holz einer Araucaria sein. 















II. Holzer aus den diluvialen San den und Kiesen. 






Von dieser Lagerstatte sind sie schon seit langen Zeiten bekannt, be- 
sonders da sie auch in der Umgegend von Leipzig nieht zu selten sind. 
Schon 1734 wird ein versteinertes Lindenholz aus Leipzig erwahnt. Be- 
sonders viel Stilcke fand man in der »Leipziger Sandgrube« 7 welche daher 
in alien alteren mineralogischen Schriften oft erwahnt wird. 

Sie sind verkieselt, jedoch ist die organische Substanz fast vollig ver- 
schwunden. Sie zeigen daher helle, gelblich-weisse Farbentone und lassen 

- 

ihren Bau bei weitem nicht so gut erkennen als die verkieselten Holzer in 
der Braunkohle. Doch kann man soviel feststellen, dass sie ihrer Structur 
nach mit den letzteren identisch sind , wesshalb ich auch auf diese nicht 

■ 

naher einzugehen brauche. Es sind theils Stamm-, theils Wurzelholzer. 
Meist sind es plattenfdrmige Stticke, deren groBte Flachen Tangential- 
flachen darstellen. Sie l6sen sich leicht parallel den Jahresringen in dtinne 
Platten auseinander, Man darf daher annehmen, auf Grund ihrer Structur 
und ihrer sonstigen Eigenschaften ? dass sie aus den Braunkohlenlagern 
stammen, in deren Nahe sie sich ja auch immer finden. Sie gelangten 
durch Erosion in das Diluvium und wurden unter dem Einflusse der Atmo- 
spharilien und der Huminsauren gebleicht. 















<- 















Schlagt man in Goppert's Monographic der fossilen Coniferen Pintles 
Protolarix Gopp. (= Cupressoxylon ProtoL Kr.) auf, so findet man als Sy- 
nonvm aneefuhrt: Peuce pannonica Ung. ? und das umgekehrte findet man 
bei Unger, Chloris protog. p. 37. Es dilrfte nun vielleicht nicht ilberfliissig 
sein, einmal zu untersuchen, ob denn wirklich jene beiden Arten vereinigt 
werden konnen, oder ob sie Verschiedenheiten zeigen, die uns berech- 
tieen, sie auseinander zu halten. Da nun, indess filr jedes dieser Holzer 
tiberaus zahlreiche Fundorte angegeben werden und sehr leicht die Mog- 
lichkeit vorliegen kann, dass ein Exemplar von Pinites ProtoL von einem 
beliebigen Fundort sich als wirklich identisch herausstellt mit einem 
Exemplar von einem anderen Fundorte, welches nach Unger als Peuce pan- 
nonica zu bezeichnen ware, hineeeen sich verschieden erweist von der 



Peuce pannonica eines dritten Fundortes, so muss man zunachst feststellen, 
was man als typisehe Exemplare von Cupressoxylon Protolarix Kr. und 
von Peace pannonica Ung. zu betrachten hat. Der Name Pinites Protolarix 
ist von G6PPERT 1 ) zuerst angewandt worden bei einer Abhandlung tiber die 



























i 



4) Karsten, Archiv fur Mineral, u, Geogn. 1840. Bd. XIV. p. 1 8 i ff . 



Botanische Jahrbucher. III. Bd. 



is 












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. 



• 



• I 






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• 



• 









271 



Dr, J, Felix* 


















im Basaltluft" des hohen Seelbachkopfes bei Siegen vorkommenden bitumi- 
nbsen Holzer. Unter einer Suite von Hblzern, welch e er 1839 von dort 
erhielt, fand er zsvei »Arten«, welche er als Pinites Protolarix und Pinites 
basalticus beschrieb. Ein Blick auf die Abbildung von Pinites Protolarix 
lasst mirjedoch keinen Zweifel ubrig, dass man hier ein Wurzelholz vor 
sich hat. Andrerseits ist Pinites basalticus entweder ein Stamm- oder viel- 
leicht ein Astholz. Es liegen also hier Verschiedenheilen der Structur vor. 
die nieht zwei Arten rechtfertigen, sondern es liegt viel naher anzunehmen, 
dass man hier Stamm- (Ast-?) und Wurzelholz derselben Art vor sich hat. 
die als Pinites basalticus Gbpp. bezeichnet werden kann. Von denjenigen 
Hblzern, welche er als Protolarix beschreibt, sagt er selbst, dass sie mit 
einer in der Braunkohlen-Formation sehr verbreiteten Art fast vbllig Uber- 
einstimmten. FUr diese Braunkohlenholzer muss also der Name Pinites 
(resp. Cupressoxylon) Protolarix Gbpp. beibehalten werden und fiir typische 
Exemplare dieser Art kann man z. B. die von Laasan und Saarau in Schle- 
sien betrachten. Als typische Exemplare hingegen fUr Peuce pannonica 
Ung. ist es am gerechtesten und auch einfachsten, diejenigen Holzer zu 
betrachten, welche sich als »ungarische HolzopaIe« (von Schaiba, Libethen, 
Tapolesan) wohl in alien Sammlungen Europa's finden. Ich will gleich hier 
die Bemerkung vorausschicken, dass bei weitem die meisten Sttlcke dieser 
Holzopale zu dieser Art gehoren, welche ich allgemein als Cupressoxylon 
pamionicum Fel. bezeichnen werde, und w T elche nach meiner Meinung von 
Cupressoxylon Pi^otolarix verschieden ist. 

Die von mir untersuchten Holzopale ausUngarn waren zufallig sammt- 
lichWurzelholzer. Ich nenne sie daher Rhizocupressoxylon pannonicum Fel. 
Die Jahresringe, stets scharf ausgebildet ; bestehen aus nur 2 Schichten. 
Die Zellen des FrUhlingsholzes sind weitlumig und zeigen im Querschnitt 
gewohnlich polygonalen Umriss. Ihr radialer Durchmesser tlberlrifft ihre 
tmgentiale Breite durchschnittlich urn ein sehr betrachlliches. Die Ttipfel 
stehen in einer, haufiger in zwei, sehr oft auch in drei Reihen. Auf einer 
einzigen TracheTde beobachtete ich sogar 4 nebeneinander auf gleicher 
Hohe stehende TUpfel. Die Gestalt des auBeren Hofes ist selten kreis- 
rund, meist stellt sie eine Ellipse vor, deren groBe Axe parallel den Mark- 
strahlen verlauft. Die Zellen der lelzteren zeigen auf ihren Wandungen 
querelliptische Poren in einer oder zwei Reihen angeordnet. Die Anzahl 
vder einen Markstrahl bildenden Zellreihen variirt ganz auBerordentlich. 

Vergleicht man diese Structurverhaltnisse mit denen von Rhizocupr. 
Protolarix, wie ich sie oben angegeben habe, so wird man leicht den 
Unterschied zwischen beiden Arten erkennen: 

Rhizocupressoxylon pannonicum ist von Protolarix verschieden durcli 
die radiale Streckung der TracheYden und die damit in engem Zusammen- 
hang stehende Anordnung der TUpfel in 1 — 4 Reihen; welch letztere 
indess immerhin nicht in dieser Weise moglich ware, wenn nicht die 






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* 


















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i 









Beitrage zur Kenntniss fossiler Coniferen-Holzer. 



275 



TUpfei selbst durchschnittlich kleiner waren als bei Rhizocupressoxylon 












• 






Protolarix. 

Einige Messungen werden diese Verhallnisse noch anschaulicher machen : 

Bei Rhizocupr. pannonicum messen die weiteren TracheTden des 
Fruhlings- undSommerholzes durchschnittlich (incl. derWand) 0/1001 mm. 

Bei Rhizocupr* Protolarix dagegen : 0,0750 pun. 

Die grofiere Axe des auBeren Hofes der Tupfel von Rhizocupr. pan- 
nonicum misst durchschnittlich: 7 0183mm. 

Hingegen bei Rhizocupr. Protolarix 0,0207 mm. 

Bei einem Exemplar von Saarau sogar 0.0240 mm. 

Eine derartige Verschiedenheit der Elemente dtlrfte aber wohl dazu 
berechtigen, diese beiden Arten auseinander zu halten. 

Eine andere Frage ist es jedoch , ob es nicht sonstige »Species« giebt, 
die zu einer dieser Arten gezogen werden mUssen. Es dtlrfte dies in der 
That der Fall sein. 

Mit Cupressoxylon Protolarix (ohne Rttcksicht ob Stamm-, Ast- oder 
Wurzelholzer) sind als zufallige Ausbildungsweisen oder Erhaltungszu- 
stande zu vereinigen: 

1. Cupressinoxylon nodosum Gopp. Monogr. p. 203. Nr. 68, 

Goppert selbst giebt dies in der Permischen Flora p. 255 an. 

2. Cupressinoxylon leptotichum Gopp. Monogr. p. 202. Nr. 66. 

und 3. C. pachyderma Gopp. Monogr. p. 199. Nr. 60\ 

Diese beiden »Arten« sind, wie dies schon Kraus 1 ) dargelegt hat, nur 
Erhaltungszustande. Ich kann die Beobachtungen von Kraus nur in jeder 
Hinsicht bestatigen und schlieBe mich seinen Resultaten an. 

4, Cupressinoxylon Hartigii Gopp. Monogr. p. 203. Nr. 69. 
(Syn. Calloxylon Hartigii Andrae 1848.) 

Lasst schon die Diagnose dieses Holzes die Vermuthung aufkommen, 
es mtlsse diese Art mit Cupr. Protolarix vereinigt werden. so wurde mir 

■ 

letzteres zur Gewissheit, als ich zwei Exemplare von C. Hartigii vonBruck- 
dorf bei Halle untersucht hatte. Ich konnte keinerlei Besonderheiten in 
ihrer Structur wahrnehmen, welche dieAufstellung dieser Species gerecht- 
fertigt halten. 

Mit Cladocupressoxylon Protolarix Fel. ist zu vereinigen: 

5. Cupressinoxylon aequale GcJpp. Monogr, p. 201. Nr. 65. 

Bereits Kraus hat gezeigt, dass diese »Species« nur Astholz ist. Da nun 

a # 

die von mir untersuchten Exemplare von Asten von Cupress. Protolarix 

v 

in den wesentlichsten Punkten vollig llbereinstimmen mit den ausftihrlichen 
Beschreibungen und Abbildungen Goppert's von Cupressinoxylon aequale 

■ 

so trage ich kein Bedenken, letzteres Holz zu Protolarix zu rechnen. 



i 



^^^ 






\) Mikrosk. Unters. lib. deriBaukb. u. vorw. Nadelholzer. Wurzb. Naturw. Zeitschr. 



4864, p. 144. 



18 



























276 



Dr. J. Felix. 









i 












■ 

Mit Rhizocupressoxylori pannonicum Fel. zu vereinigen: 
I. Cupressinoxylon sequoianum, Mercklin Palaeodlgc. p. 65. tab. XVII, 

Die Structur und auch der Erhaltungszustand von Rhizocupressoxy- 
Ion pannonicum ist in den zahlreichen trefflichen Abbildungen so natur- 
getreu vviedergegeben, dass man sofort das Holz erkennt. Auch die Be- 
schreibung, die Mercklin von dem ihm zur Untersuchung vorliegenden 
Exemplare giebt, passt vollkommen auf die meisten ungarischen Holzopale. 
Fig. 6 auf Tab. XVII zeigt tlbrigens auBerordentKch deutlich und schon die 



radial stark verliingerfen TracheTden, die fiir diese Art charakteristisch 

sind. 

* ft 

2, Pence pauper rima. Schmid u. Schleu)kx, Cher d. Nat. d. Kiesel- 
holzer. p. 32. Tab. H. Fig. 4. Tab. III. Fig. 5, 6, 7. 

3. Pence Zipseriana. Ebenda p. 34. Tab. II. Fig. 3. 

Selbst wenn die Fundorte der beiden beschriebenen und abgebildelen 
Holzer nicht angegeben waren, wttrde man sofort das Rhizocupressoxylori 
pannonicum wiedererkennen. 

Die Abbildungen Schleiden's stimmen vollstandig mit meinen.Prapa- 
raten dieses letzteren Holzes Uberein. 



I. Pence Uoedliana Unger 



Pinites Hoedlianus Gopp. 



Chloris prolog, pag. 26 u. 37. Tab. X. Fig. I— i. 
Gen, et spec, plant, foss. p. 375. Nr. 21. 
Gopp. Monogr. d. foss. Con if. p. 219. Nr. 116, 

Bereits Kraus 1 ) hat gezeigt, dass diese Art ein Wurzelholz ist. Die 
Abbildungen stimmen mit den Pra para ten von Rhizocupressoxylon panno- 
nicum vollig Uberein, wesshalb ich jene Art mit dieser vereinigen zu 
mtissen glaube. Kraus giebt an, diese Species sei ausgezeichnet durch 
sehrenge, aber scharf gezeichnete, aus 3 — 8 radialen Reihen von Zellen 
bestehende Jahrringe; dUnnwandige, weite, im Herbst plolzlich dickwan- 
dige in ein bis zwei Reihen die Jahreslage schlieBende Holzzellen u. s. w. 

■t 

Diese Kennzeichen passen beinahe fttr jedes Rhizocupressoxylori, diese 
Species ist also dadurch nicht im geringsten ausgezeichnet. Ebensowenig 
durch die sonstigen Verhaltnisse der Tiipfel, Markstrahlen und harzfuh- 
renden Zellen. Ubrigens mochte ich an dieser Stelle bemerken, dass die 
Anzahl der Zellreihen (in radialer Richtung gezahlt), welche das Herbst- 
holz, auch dasjenige der Wurzeln, bilden, groBen Schwankungen bei ein- 
und demselben Exemplar unterworfen ist und daher nicht im allergering- 
sten zur Unterscheidung von Arten benutzt werden kann. 

Einige Holzer, ebenfalls wie die ungarischen in Opal verwandelt, aus 
dem Siebengebirge (Queckstein, Ober-Kassel) erwiesen sich als vollig 
identisch mit Rhizocupressoxylon pannonicum, wesshalb ich auf ihre Struc- 



\) Kraus, 1. c. p. 1 95 — f 96 



























. 












I 






BeitrRiie zur Keuntniss fossiler Con ifereii-Ho Izer. 



277 






tur nicht naher einzugehen brauche. Ebenso fand ich diese Art wieder 









unter einigen Braunkohlen-Holzern der Wetterau (Salzhausen). 

Unter den ungarischen Holzopalen meiner Sammlung befinden sich 
dagegen noch zwei andere Coniferen-Holzer, welche in den wesentlichen 
Punkten Ubereinzustimmen scheinen mit Pinites Mosquensis, Mercklin, Pa- 
laeodlgc. p. 51. Tab. X, Fig. 1—5. 



Die Harzgange sind bei meinen Exemplaren freilich viel groBer als 



Q 



Fie. 4 c, auf 



lch 



Seite 52 indess spricht Mercklin selbst von »groBen Harzbehaltern«, was 
freilich zu der Fig. 4 nicht recht stimmen will. Ferner siebt Mercklin an, 
bei den zusammengesetzten, einen Harzgang einschlieBenden Markstrahlen 
liege ersterer nicht in der Mitte ihrer ganzen Hohe, sondern in der Nahe 
eines ihrer Enden. Auch darin mochte ich keinen wesentlichen Unter- 
schied erblicken. denn ab und zu kommt dieses Verhaltniss auch in meinen 
Praparaten vor und sollte es in dem Tangentialschliff von Mercklin stets 
der Fall gew r esen sein, so dtirfte dies wohl nur Zufall gewesen sein. 
bezeichne daher die betreffenden Sttlcke aus Ungarn als 

Pityoxylon Mosquense Kr. 

Diagnose. Harzgange fehlen im Frlihlingsbolze durchaus, im mitt- 
ieren Theil des Jahresringes sind sie auBerst sparlich, im Herbstholz ziem- 
lich haufig. Sie sind maBig groB und reichlich von Holzparenchym um- 
geben. Bisweilen liegen mehrere dicht nebeneinander in einer Reihe. 
Die Tiipfel auf den Radialwandungen der TracheTden sind rund, groB und 
stehen stets in einer Reihe. Die Markstrahlen sind theilweise zusammen- 
gesetzt und schliefien dann gewohnlich einen Harzgang ein, doch finden 
sich auch welche, die aus zwei Zellreihen bestehen, aber keinen Harzgang 
einschlieBen. Die Harzgange liegen bisweilen nicht genau in der Mitte der 
zusammengesetzten Markstrahlen, sondern mehr in der Niihe der Enden 
derselben. 

4 

Ein verkieseltes Holz aus Bosnien hinsegen erwies sich als der Pinites 






o' 



Pac fit anus Merckl, Palaeodlgc. p. 50. Tab. IX. Ich bezeichne es als: 

Pityoxylon Packtanum Kr. 

Die Harzgange sind ganzlich auf das Herbstholz beschrankt, in diesem 
jedoch ziemlich haufig. Die Tiipfel stehen in einer, haufig jedoch auch in 
zwei Reihen, slots in opponirter Stellung. Die Markstrahlen sind theils 
einreihig und werden dann von 3 — 20 Ubereinanderstehenden Reihen von 

Zellen gebildet, theils zusammengesetzt und schliefien in letzterem Falle 
gewohnlich einen Harzgang in sich ein. Doch finden sich — wie bei vor- 
hergehender Art — auch solche, welche aus 2 Zellreihen bestehen, ohne 

Die radialen Wande der Markslrahlzellen 
tragen theils kleine HoftUpfel, theils einfache Poren. Die verticalen Harz- 
giinge sind, wie man besonders gut in Langsschliffen beobachten kann, 



eingeschlossenen Harzgang. 



reichlich von Holzparenchym umgeben. 






I 






■ 












f 
























. 



278 



Dr, J, Felix, 


















Sehr verwandt mit den beiden zuletzt beschriebeneri llolzern ist 
Pityoxylon Sandbergeri Kr. In einer Abhandlung, betilelt: »Einige Bemer- 
kungen tlber die verkieselten Stamme des frankischen Keuperscc (Wtirzb. 
Naturw. Zeitschr. 1866) besehreibt Kraus u. a. einen Pittites Sandbergeri, 
welchen er spater zu seiner Gattung Pityoxylon stellte. Durch gtitige 
Vermittelung des Ilerrn Hofrath Prof. Schenk. in Leipzig bekam ich Ge- 
legenheit, das Originalstllck, welches sich in dem Mineralien- Cabinet 
der Universitat Wtlrzburg befindet, (E. Nr. 4053) ebenfalls untersuchen 

■ 

zu konnen. Muss einen schon das Vorkommen eines Pityoxylon in einer 
so alten Formation wie die des Keupers mit einigem Misstrauen erfiillen, 
da doch in der ganzen Jura- und Kreide -Formation noch kein Ilolz mit 
Pityoxylon -Structur gefunden worden ist, so zeigte mir die Betrachtung 
des Stlickes selbst, wie berechtigt dieses Misstrauen war. Ich erkannte 
niimlich, dass das betreffende Sttlck gar nicht aus dem Keuper stammen 
kann, indem es in eine Art Halbopal verwandelt ist und sogen. Holzopale 
sind noch nie in einer alteren als der Tertiar- Formation meines Wissens- 
beobachtet worden. 
auBeren Habitus, seinem Erhaltungszustande und dem optischen Yerhalten 
des Versteinerungsmateriales nach zu urtheilen aus Ungarn, unter dessen 
Opalen ich vorhin das Pityoxylon Mosquense beschrieben habe. Doch ist es 
von dieser Art sowohl als auch von Pityox. Pachtanum verschieden. Be- 
sonders ausgezeichnet ist Pityoxylon Sandbergeri Kr. durch seine zahl- 
reichen groBen Harzgange, welche amAnfang des Herbslholzes einen form- 
lichen Kranz bilden. Die Jahresringe sind deutlich ausgebildet, die Tiipfel 
auf den Tracheiden sind groB und stehen stets in einer Beihe. Die Mark- 
strahlen sind theils einfach aus 1 — 20 tlbereinanderstehenden Zelireihen 
gebildet, theils zusammengesetzt und dann gewohnlich einen Harzgang 
einschlieBend. Die radialen Wandungen derMarkstrahlzellen zeigen ovale, 

etwas schrag stehende Poren. Diese selbst sind etwas groBer als bei den 

+ 

anderen beiden Pityoxylon- Arten. 



Es stammt vielmehr unzweifelhaft seinem ganzen 



Zwei fernere Exemplare 



unter den ungarisehen Holzopalen des 



Mineralogischen Museums zu Mllnchen befindlich — stellten sich bei ihrer 
Untersuchung als Wurzelholzer eines Taxodium heraus, Ich bezeichne sie 
als: Bhizolaxodioxylon palustre Yeiix. 

Jahresringe sind stellenw r eis gar nicht zur Ausbildung gelangt, oft 
sind sie indess dadurch angedeutet, dass eine bis hochstens drei Reihen 
von Zellen eine Yerktirzung ihres radialen Durchmessers erfahren, Doch 
geht diese Verktlrzung nie so weit . wie man sie sonst bei Wurzelholzern 
stets wahrnimmt, w r elche auf normalem Boden wachsen. Die Tracheiden 



sind ungemein dtlnnwandig, ungefahr so wie die Zellen der sogenannten 



Schwimmholzer Agypten's und Java's. Die Tupfel auf ihren radialen 
Wanduneen sind ziemlich klein, sie stehen an den meisten Stellen etwas 





















f 


















BeMce zur Kenntuiss Fossiler Couiferen-Holzer. 



279 






entfernt von einander, in einer oder zwei Reihen, in letzterem Falle unge- 
fahr auf gleicher Hohe. Die Markstrahlzellen tragen relativ groBe ellip- 
tische oder ovale Poren, die zu 2—4 auf die Breite einer Tracheide kom- 



men. 



Im Tangentialschliff zeigen sich die Markstrahlen meist aus nur 



: 



einer oder zwei Zellreihen bestehend , nur selten finden sich solche 
welche von 3 — 4 Zellreihen gebildet werden. Die einzelnen Zellen selbst 
erscheinen hier bisweilen etwas rundlich. Harzfilhrendes Strangparen- 
chyni ist nicht selten. 

Als ein hoehst seltenes Vorkoinmniss bei verkieselten und opalisirten 
llolzern muss ich envahnen, dass das eine der beiden von mir untersuchten 
Exemplare noch die, wenngleich etwas mangelhaft erhaltene, so doch noch 
deutlich erkennbare Rinde besafi. Die Structur derselben slimmt vollig 
mit der Rinde einer Taxodium -Wurzel Uberein und wird auch dadurch 
obige Bestimnmng bestatigt. In der Rinde selbst fanden sich aufierdem 
einise nicht naher bestimmbare Wurzeleinschlusse vor. 

Krals bcschreibt in seinen »Mikrosk. Unters. leb. u. vorweltL Nadel- 
holzcr« (Wtlrzb. Naturw. Zeitschr. 1864 p. 194) ein Cupressinoxylon unira- 
diatum aus der Braunkohle von Bauernheim in der Wetterau. Ich hatte 
Gelegenheit das betreffende Original exemplar auch zu untersuchen und 
fandl, dass es mit den eben beschriebenen llolzern vollig tlberein- 
stimmt, sodass ich seine Structur nicht naher zu erortern brauche. Es 
ist daher auch als Rhizotaxodioxylon pahtstre Fel. zu bezeichnen. Krais 
glaubte damals, dass es ein Astholz sei, welches durch Vermoderung so 
dunnwandig geworden sei, eine Ansicht, die ich fur durchaus unrichtig 
erklare. Ferner fand ich auch, dass einige derjenigen Holzer, welche 
Conwentz *) als Rhizocnpressinoxylon uniradiatum beschrieben hat, hierher 
gereehnet werden mUssen, insbesondere manche der sogen. »jiingeren 
Exemplare«, Ich konnte dies constatiren, indem Ilerr Hofrath Sciienk mir 
iuitiest die Durchsicht einer Suite von in seinern Besitz befindlichen Pra- 
paraten gestattete, welche Conwentz selbst bei Yoigt & Hochgesang in 
Gottingen hat erscheinen lassen und die daher fast ebenso gut als Original- 
praparate selbst gel ten konnen. Die Holzer am Zobtenberg gehoren also 
wahrscheinlich zwei Arten an, und zwar die Hauptmenge von ihnen dem 
Rhizocupressoxylon Protolarix neben dem sich jedoch Rhizotaxodioxylon 
palustre findet. — Endlich hat Conwentz 2 ) ein Holz aus dem Braunkohlen- 
quarzit von Okrylla bei Meissen beschrieben und abgebildet, welches eben- 
falls zu dieser Art zu rechnen ist. — Dass solche Wurzelholzer sich an so 
weit getrennten Localitaten (Ungarn, Schlesien, Sachsen, Wetterau) finden, 
diirfte nicht im serio&sten auffallie sein, wenn man nur die groBe Verbrei- 
tung und Haufigkeit von Taxodium europaeum und T.dubium in der Braun- 
kohlen-Formation Central-Europa's in Betracht zieht. 









1 



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i) Conwentz, Die versteinerten Holzer von Karlsdorf am Zobten. 2) lsis 1878. 






- 















I 



• 













































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. 


















Erkiartmg der Tafel II (2) 






Fig. 1. Pityoxylon Mosquense Kr. Querschliff. Vergr. 



90 



i 






Fig. % Rhizotaxodioxylon palustre Fel. Querschliff. Vergr. 70 /t 

der Figur sieht man die Andeutung eines Jahresringes.) 






(In der oberen Halfte 









Fig. 3, Desgl. RadialschlifL Vergr. ^/j. 






Fig. 4. Desgl. Tangentialschliff. Vergr. »/ f . 

Fig, 5. Cladocedroxylon Auerbachii Fel. Tangentialschliff. Vergr. w /|. 



Fig. 6. 



Rhizocedroxylon Hoheneggeri Fel. Radialschliff. 



Vergr. ^/^ 
























■ 
























• 































































- 
























• 


































































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\ * 















(1 



■ - 



. 

































Prahistorische Pflanzen aus Ungarn 









\ o D 



Prof. Dr. M. Staub. 












{Mitgetheilt aus dem Werke Baron E. Nyary's »Az aggteleki barlang mint oskori temeto« 
[Die Aggteleker Hohle als urweltlicher Friedhof]. Herausgegeben von der ung. Akademie 

der Wissenschaften. Budapest 1 881,) 






Die bekannte Tropfsleinhbhle »Baradla« bei Aggtelek im GOmtirer 
Komitate best in Triaskalk und ist wohl die groBte europiiische Hohle, da 
die Gesammtlange aller bisher bekannt gewordenen Aste 7963 Meter be- 
trast. Im sogenannten »csonthaz« (Knochenkammer) fiudet sich in einer 
Miichtiskeit von beiliiufig IV2 Metern Culturerde, in welcher Baron Nyary 
Topfscherben, Bronzegegenslitnde und Thierknochen fand; in derselben 
Lokalitiit und in dem zu ihr fUhrenden Gange wurden menschliche Skelete 
und Schadel entdeckt. Nahe bei jedem Skelete, beim Kopfe desselben 
stand ein mit Getreide gefUlltes GefaB; an der Seite aber fand man 
Stein- und Knochenwerkzeuge. Aus den Funden geht hervor, dass die 
Bewohner dieser Hohle dem Feldbau auBerordentliche Sorge widmeten. 
Ihre Werkzeuge mogen aber zu diesem Zwecke die primitivsten gewesen 
sein. Ein krummer Baumast, ein flacher Knoehen, das Geweih des Hirsches 
mosen zur Lockerung der Ackerkrume verwendet worden sein und nach- 

ow.v. ;r> Aa,* rranvon roir>.hl i<>.hpn flnllent inn kein sichelfbrmises Werk- 



t-^ 



zeug vorfindet, so ist es wahrscheinlich, dass sie die gereifte Frucht nieht 
abschnitten, sondern aus der Erde rissen. Pflanzenkost mag vorztiglich 
diesen in der Neolith-Zeit lebenden Menschen die Nahrung geboten haben, 
denn dies beweisen nicht nur ihre abgeriebenen Zahne, sondern auch jener 
Umstand, dass sie neben ihre Todten eben Pflanzensamen legten. An einer 
Stelle wurde aueh ein verkohltes Weizenbrod gefunden, von dem in den 
folgenden Zeilen noch die Rede sein wird. Die gefundenen Samen sind 
also nicht nur ein Beweis, dass in der Gegend von Aggtelek schon zur 
Steinzeit Feldwirthschafl getrieben wurde, die viel mannigfaltiger gewesen 
sein mag, als wie bei den Bewohnern der Pfahlbauten in der Schweiz, 
was mbslicherweise in der mehr ostlichen Lage Ungarns seine Erklarung 











































»■ 








282 


























M. Staub. 



linden mag. Die gut erhaltenen, wenn auch vollstandig verkohlten Samen 
wurden von E. Deiningir, Professor an der landwirthschaftlichen Akademie 
zu Ungarisch-Altenburg einem eingehenden Studiurn unterzogen, als 
dessen Resultat wir folgendes mittheilen konnen. 

Von Kulturpflanzen wurden vorgefunden : 

1, Der gewohn I iche Weizen (Triticum sativum [vulgare] 
Lamarck) und zvvar in grofiter Menge. Die Lange der Samen betragt 6,5 
—7,6 mm., 1 ihre Breite 3—3,8, ihre Dicke 2,7— 3,8 mm. Sie gleichen 
zu keinem der von Heer (Pflanzen der Pfahlbauten) beschriebenen Weizen- 
samen und so weit sich dies bei dem Mangel jeden Ahrentheiles behaupten 
liisst 7 so unterscheiden sie sich nicht von der noch gegenvvartig cultivirten 
gewohn lichen Art. 

2. Kleiner Weizen (Triticum vulgare). Die hieher gehorigen 
Samen sind ungewohnlich klein, aber so dick und breit wie die vorherer- 
wahnten; nur tief gefurcht und identisch mit Heer's Triticum vuleare 
an ti quorum. Der Umstand, dass diese Korner in geringster Menge vor- 
kommen, lasst vermuthen, dass diese Art schon damals im Verschwinden 
war oder besser gesagl, (lurch die fortwiihrende Cultur in die vorice Art 
tiberging und so in ihrer UrsprUnglichkeit nur zerstreut vorkain. Es fand 
sich noch eine dritte Form vor, welche die Lange der kleineren der ersten, 



aber die Breite und Dicke der kleineren 



besafi 



sichtlich der Starke der Furche zwischen diesen beiden Formen steht. Da 
auch hier die Ahre fehlt, so lasst sich nicht beslimmen, ob diese dritte 
rorm nur eine wenig entwickeltere der ersteren oder eine Ubergangsform 
der auderen sei. 



3. 



Einkorn, Pferdedinkel (Triticum 



raonocoecuin). Die 
Samen dieser Art unterscheiden sich gar niclit von denen der noch heute 
bei Aggtelek cultivirten Pflanze und lasst sich ein Unterschied nur insofern 
constatiren, dass die recenten Samen bei gleicher Dicke etwas liinger und 
breiter sind als die der Steinzeit. Die Zahl der gefundenen Samen ist im 
Vergleiche zur Menge der ersten Art gering. 

4 . Von der 11 i r s e (Pan i cu m m i 1 i a c e u m) wurde verhaltnissmaijig 
viel vorgefunden; der groBte Theil war aber zermahlen, doch fanden sich 
einzelne gut erhaltene Samen vor. Dieselben sind etwas kleiner als die 
der Pfahlbauten, aber kaum kleiner als die recenten. Was seine Varietal 
anbetriff't, so ware der gegenwiirtigen Auffassung nach die graue Hirse 
die ursprUngliche Art, nachdem unsere Hirse meistens in diese Varietal 
iiberschlagt; Delmnger aber halt die Aggteleker Hirse weder fUr die graue 
noch fUr die schwarze Varietal, indem bei ihr an der palea inferior die 
sieben Rippen fehlen, wesshalb und ihrer kugeligen Geslalt wegen sie eher 
zur weiBen oder vielleichl zur gelben Hirse gehoren mag. 

Es ist noch zu erwahnen, dass an zahlreichen enthulsten Samen der 






. 






1 • 






• 


















I - 



PrShistorische Pdaiizeu aus Uiwarn. 



283 


















Keimling giinzlich fehlt unci der Same an dessen Slelle entsprechend ge- 
bfl'net erscheint; was darauf hinweist, dass die Samen vor ihrer Ent- 
hlilsiins; in Wasser eeweichl wurden oder aber in den Griibern in Folge 
der Feuchtickeit zu keimen begannen; der Keimling aber in Folge des 
Luftmangels erstiekt wurde und schon damals, oder erst bei der Aus- 
wahl der Samen herausfiel, welche Ansicht Deimnger experimentell be- 
stiitigt fand. ' 

Die Gullur der Hirse bei Agglelek im Steinalter spricht aber auch da- 
von, dass das Klima damals nicht kalter gewesen sein mag, wie heule. 

5. Nackte Gerste (Hordeum?;. Nicht an einem der gefuudenen 
Samen war eine Spur der Spelze zu linden, daher Deimnger sich der An- 
nahme zuneigt, dass derselbe sich schon ursprunglich von seinen Spelzen 
losgelbst hat. Heer behauplet zwar, dass die Bewohner der Pfahlbauten 
die Gerste gerbstet genossen batten wie die Vblker der Bibel. Durch das 
Rbsten wUrden die Spelzen so gebrechlich, dass sie leicht entfernt werden 
kbnnten: Deimnger aber ging dieser Sache experimentell nach und be- 
hauptel keinen Grad des Rbstens zu kennen, bei dem die Spelzen sich 
leicht ablbsen wUrden; denn sie sind so innig mil ihren Samen ver- 
wachsen, dass letztere bei etwas starkerer Hitze der Lange nach ent- 
zvveispringen und mit ihnen die Spelzen, die sich auch dann erst nach 
lmbibirung mit Wasser und llUlfe einer Pinzette von den Samen abreiBen 
lassen, ebenso wenn man dieselben vor dem Rbsten in Wasser bringt, 






* 









wobei aber auch der Keim sich schnell genug entwickelt. Die in die 
Erde gesaeten Gerstenkbrner sind selbst dann, wenn der Keimungspro- 
cess ihren ganzen Inhalt aufgezehrt hat, noch in innigster Verbindung mit 
ihren Spelzen. 

Auch Heer bildet zum grbBten Theile nackte Gerste ab; es ist daher 
auf Grund des AngefUhrten anzunehmen, dass die Bewohner Aggtelek's 
in der Steinzeit nur nackte Gerste besaBen. Obwohl dieselbe etwas kleiner 
als die Robenhausener ist, so stimmt sie hinsichtlich ihrer Gestalt und ihrer 
MaaBe am meislen mitllEER's Hordeum hexastichum sanctum Uberein. 
Ob sie wirklich sechszeilig war, lasst sich ohne Ahre freilich nicht bestim- 
men, obwohl Vogt behauptet, dass in den altesten menschlichen Nieder- 
lassungen nur die sechszeilige Gerste vorkomme, die zweizeilige sei em 
Product der neueren Zeit. 



: 



* 



6. Die Platterbse (Lalhyrus sati vus L.) kommt unter den vor- 
gefundenen Leguminosen in grbBter Zahl vor; die Samen sind aber so 
klein, dass sie kaum die Hiilfte der GrbBe unserer gegenwartig cultivirten 
Lathyrusarten erreichen ; nur die bei Sevilla in Spanien cultivirte Platt- 
erbse isl kaum ura Geringes grbBer als die Aggteleker Urplatterbse. 

7. Die keltische Z werg-Saubohne (Vicia faba celtica) 
wurde in bedeutend geringerer Zahl wie die vorhergehende gefunden und 



















































. 




































1 



. 






« 









284 



M. Staub. 



■ 

stimnit hinsichllich ihrer Gestalt vollstandig mil der in den Pfahlbaulen 



6 



b 



& 



var. eel 



ticanana benannlen Uberein, doch ist sie kleiner, namlich nur 4,4 
7,5 mm. lang, wogegen Heer's Samen 6— 9 mm. lang sind. Agglelek isl 
bis jetzt der alteste Fundort dieser, wie der vorhergehenden Pflanze. 

Erw ahnung verdient noch , dass unter den 40 aufgefundenen Samen 
10 die Spuren des Erbsenkafers (Bruchus; zeiglen; das Thier selbst muss 
aber schon frUher, bevor die Samen in die Graber gelanglen, sich aus den- 
selben entfernt haben, indem die Samensehalen durchldchert sind und in 
keinem einzigen der Samen der Kafer mehr zu finden war. Dieser Urn- 
stand scheint auch insofern von Wichtigkeit zu sein, indem der hohe Pro- 



P 



wie er auch iene 



Behauptung widerlegt, dass jenes erst im vorigen Jahrhundert ausAmerika 
eingewandert sei. 

8. Die Saaterbse (Pi sum sativum L.) wurde in nur geringer 
Menge vorgefunden und ist noch kleiner als die gegenwiirtig bekannte 
kleinste Erbse , auch nicht vollstandiu kimlii:, sondern ein wenic lanelich. 



Ihrem Langendurchmesser nach entspricht sie der von Heer beschriebenen 
Erbse, doch wahrend die kleinste Erbse der Pfahlbauten 3,5 mm. lany 



ist, sind die kleinsten von Aggtelek nur 2,5 mm. lang. Einige 
ebenfalls von Bruchus angegrifl'en. 



waren 



9. DieLinse (Ervum lens L.) wurde ebenfalls nur in verhallniss- 



UiaBig geringer Menge vorgefunden, ihrer Gestalt nach ist sie der recenlen 
kleinen schwarzen Linse ahnlich, aber urn vieles kleiner, selbsl kleiner als 
die Linse der Bronzezeil der Insel Peter, 



10. Der gemeine Leindotter (Camelina saliva Crantz 



in 



groBerer Menge vorgefunden, wurde sicher von den Bewohnern der Ba- 
radla-Hohle cultivirl. Die Samen sind kleiner als die des gegenwartig 




Yon Unkriiutern wurden die Samen folgender Arlen gefunden: Se- 

taria viridis Beauv., Siderilis montana L., Rumex obtusifolius 

L., Polygonum Convolvulus L., P. lapa thifolium L., Clieno- 

podium hybridum L., Hibiscus Trionum L., Galium Aparine 

L., G. verum L., G. palustre L., Amaranthus retroflexus L., 

Sambucus Ebulus L., Salvia pratensis L. (?) und Plantago lan- 
ceolala L.(?). 

Diesem Verzeichnisse ist zu enlnehmen, dass siimmtliche Pilanzen 
noch heute als allgemein verbreitet bekannl sind, aber auflallend ist jener 
Umstand, dass die im Getreide Uberall vorkommenden Samen der Ag re- 
st e m m a Githago L. und Centaurea Cyan us L. ganzlich fehlen." Da 
nicht anzunehmen ist, dass der Mensch der Steinzeit sein Saatgut besser 
zu reinigen verstand als der Landwirth der Gesenwart. beide Pflanzen 






- 






. 






























Prnhistorische Pflanzen aus Ungaru. 



285 












den wurden, so bleibt nur jene Annahme 



seien. 



* 



; ! 



■ I 









aber bei Robenhausen 

tlbrig, dass dieselben erst spater eingewand 

Von der Zubereitung der Culturpflanzen giebt einigermaBen jenes 
faustgroBe Stuck Brod Zeugniss, welches mittelmaBig gegohrenem Weizen- 
brod gleicht. Seine beilaufig 1,5 — 2 cm. dicke Rinde besteht aus Lein- 
dottersamen, die auBen vollstandig erhalten und nur gegen das Innere des 
Erodes zu zerfallen sind und so ihren Olgehalt wiihrend des Backens dera 
Brode abgaben, letzteres ist vollstandig verkohlt und Jasst so nicht erken- 
nen, aus welchem Mehle es zubereitet wurde, aber dem Gahrungszustande 
nach ist es nicht unwahrscheinlich, dass dasselbe Weizenbrod gewesen 
sein mag. Ill anderen Brodkrumen fand Dejnixger vollstandig erhaltene 
HirsekGrner, theils enthiilst, theils nicht; da diese Samen in dem erwahnten 
groBen Sttick nicht zu fin den waren, so gewinnt dadurch die Annahme, 
dass dieses aus Weizenmehl zubereitet sein mag, an Gewicht. Heer be- 
schreibt aus den Bobenhausener Pfahlbauten ahnliche Brode; in dem einen 
beobachtete er ganze Weizenkorner, in dem anderen welches nach ihm 
aus Hirsemehl zubereitet worden, sind Weizen- und Leinsamen eigestreut; 
letztere wahrscheiniich mit derselben Absicht, wie beim Aggteleker Brod 
die Leindottersamen auf das AuBere des Brodes. 

Deinixger halt es fttr sicher, dass die Culturpflanzen der Graber der 
Baradla-Hohle nicht nur so alt seien, wie die Culturpflanzen der bekannten 
altesten Pfahlbauten, sondern nachdem unsere Culturpflanzen ihre gegen- 
wartige Vollkommenheit nur am Wege der langsamen Entwicklung errei- 
chen konnten. die hier beschriebenen Samen aber zum grbBten Theile 
kleiner und unvollstandiger sind als dieRobenhausener oderMoosseedorfer, 
so konnen wir mit der eroBten Wahrscheinlichkeit annehmen, dass die 
unaarischen Samen noch hoheren Alters seien. Diese Behauptung Deinln- 
gers gewinnt durch die von ihm mitgetheilten MaaBe der von ihm unter- 
suchten Samen im Ver^leiche mit den recenten groBes Gewicht 1 ). 



* * 



.■ 



Einen Theil der hier beschriebenen Pflanzen untersuchten auch die 



Ihre Meinungen weichen nicht von 






Prof. P, Ascherson und Wittmack. 
denen Deinixger's ab. (Man vgl. Berliner Gesellsch. f. Anthropologic, Eth- 
nologie u. Urgeschichte. Sitzg. vom 21. Juli 4877). Prof. Dr. Kosutany 
unterzog diese prahistorischen Samen auch der chemischen Unter- 
suchung. Der Weizen enthielt in 100 Theilen Trockensubstanz 17,131 
Gewichtstheile reine Asche und 2,626 Gewichtstheile Nitrogen. Nach- 



I 



5 







reine Asche 



dem aber der Weizen gewohnlich im Durchschnitt 

enthalt, so folgt daraus, dass 9 /io Theile der organischen Substanz ver- 



loren gingen. Der Nitrogengehalt in 100 Theilen Trockensubstanz von 



> 



We 









1) Die verschiedenen Samen sind aufTafel II des von uns referirten Werkes ab- 



gebildet. 



• 



- 





















* . 






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• 




























































286 



M. Slaub. 







































enthalten 3,9 % organische Stoffe, wogegen der analysirte Weizen 



in 






o 



Nitrogen enthielt. 



100 Theilen organischer Substanz 3,17 °, 

Aus diesen mit einander correspondirenden Zahlen lasst sich aber 
nichts mit Gewissheit folgern , indem die organische Substanz des unter- 
suchten Weizens hauptsaehlich aus Kohle besteht, diese aber auf Grund 
ihrer bekannten Eigenschaften das aus den verwesenden menschlichen 
Korpern enlstehende Ammoniak mit grofier Wahrscheinlichkeit absorbirte, 
und so mag aus dieser Ursache ihr hoherer Stickstoflfgehalt zum Theile 
fremden Ursprungs sein. , 



Zum Sehlusse wollen wir ervvahnen, dass diesem grofien, bedeutenden 
Funde der Baradlaer Hohle, der von der Feldwirthschaft des Menschen der 
Steinzeit ein so klares Bild giebt, noch andere, wenn audi geringfUgigere 
Funde in Ungarn zur Seite slehen. 

Bei Magyanid im Honter Komitate untersuchte B. Nyary eine durch 
Feuer verwtlstete Steinzeitwohnstatte, Er fond dort zvvar keine Cultur- 
pflanzen vor, aber in den Lehmmortel der Gebaude gemengte Weizen- 
spelzen. Sofie ToRMA ? die eifrige Forseherin Siebenbiirgens erwahnt in 
ihren Pul)licationen der zahlreichen Mahlsteine *), so wie sie in der Naudor- 
Hohle des Hunyader Komitates in dem Lehm der Feuerherde gemengte 
Weizenspelzen fand 2 ). 

1m Jahre 1877 wurde bei Aszakilrt im Neograder Komitate in einem 
Thongeschirr verkohlte Hirse gefunden. Noch interessanler sind die Funde 
Czetneki's bei Toszeg 3 ). 

Dort breiteten sich liber die unterste mil KUchenabfallen erfullte 



Schichte in 4 — 5 Beihen die Feuerheerde aus 



• 



die die damaligen Ansiedlei 



3 Meter lange Fruchtschichten. die aus 



aus gestampfter Erde oder Lehm erbaulen. Damit sie fester und dauer- 
hafter seien, mengten sie Rohrsttlcke, Gras oder Stroh dazwischen. In der 
Mitte des HUgels stieB man in einer Tiefe von 1,5 Meter auf mehrere 
0,1 — 0,2 Meter breite und 1 
verkohlten Weizensamen bestanden; dieselben Funde machte F. Szilagyi 
bei Feltl Dobsza 4 ). Die an diesem Orte gefundenen Samen wurden eben- 
falls von Prof. Deiniivger bestimmt. Er fand auBer dem in Uberwiegender 
Menge vorkommenden Triticum vulgare L, noch Heer's Triticum 
vulgare an tiquorum, Triticum monococcum L., Hordeum sp. 
(die nackte Gerste) und Ervum Lens L. Die Weizenkdrner von Toszeg 
gehOren aber durehgehends dem Triticum monococcum an. doch 
fanden sich auch zwei Gerstenkorner vor, die aber im Gesensalze zu denen 



1) Hunyadmegyei neolith kokorszakbeli telepek. In »Erdelyi muzeum«. Klausen- 
burg 1879. Nr. 5, 6, 7. 

2) A nandori barlang csoportozat Ibid. 

3) Archaeologiai Ertesito, 4 876. X. Bd. Nr. 9; 1877. XI. Bd, Nr. 3. 

4) Archaeologiai Ertesito. 1877. XI, Bd. p. 169. 












■ 

Prahistorische Pflanzen aus Ungarn. 









287 

































bei Aggtelek und Felso Dobsza gefundenen in ihre Spelzen geschlossen 






waren. 






Fotinyi { ) erwahnt bei Szihalom im Borsodor Komitate, beinahe am 






■ 

Grunde des Htisels zwischen Asche gemengt Ktirbis- oder Gurkensamen 



gefunden zu haben. (Eine wohl genug bedenkliche Angabe! Ref.) 

Endlich sind noch jene Sanien zu erwahnen, die im Szadeloer Thale 
gefunden und ebenfalls von Prof. Deininger 1 estimmt wurden. Sie ge- 
horen den Arten Triticum sativum L., Hordeum (Spelzen?) und 
was besonders auffallend, Secale cereal e L. an. Letztere waren in 

■ 

ilberwiegender Wenge vorhanden und insofern von groBer Bedeutung, in- 
dem man bis jetzt den Roggen nur aus der Bronzezeit kannte. 



1) Szdzadok. 1870, p. 442. 












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- 









§ 





















Beitrag zur Kenntniss der Begoniaceen 



von 



Dr. Franz Benecke. 



Mit Tal'wl III.) 















Wenige Familien haben im nattirlichen System so umherirren rnussen r 
als vvie die Begoniaceen. Zuerst wusste man keinen Platz fllr sie, dann 
stellte man sie zu den Polygonaceen, Umbelliferen, Campanulaceen, Eu- 

r 

phorbiaceen , Hydrangeen, Cucurbitaceen, Gacteen etc., und in neuester 
Zeit nach dem Yorgange von Bentiiam und Hooker mit den Datiscaceen zu 
den Passiflorinen. Damit noch nicht genug, mussten die Begoniaceen auch 
einnial aus der heutigen Gesellschaft ganz ausscheiden, und zwar des- 
wegen, weil die Einen ihre Vervvandten in der Vorwelt suchten, die An- 
deren gar in einer Periode, die nach der kommen wird, in welcher wir 
heute leben. Nirgends haben sie bis jetzt einen sicheren Platz gefunden, 
Uberall nur ein vorlaufiges Unterkommen, und so ist die Frage nach ihrer 
systematischen Stellung noch heute ofTen; wirsetzen, wie es vor ftlnfzig 
Jahren geschah, wieder ein Fragezeichen hinter ihren Namen. Wir haben 
in dieser Beziehuni' keinen wesentlichen Schritt vorwarts cethan. 

Seitdem Klotzsch die erste werthvollg Monographic geschrieben 1 ), ist 
die Familie von Ai.ru. de Candolle 2 ) eingehend studirt. Nach ihm ist keine 



allgemeine Bearbeitung veroHentlicht vvorden. 



Klotzsch und de Candolle 



studirten aber nur die groberen morphologischen Verhaltnisse. So werthvoll 
diese Arbeiten sind, so macht sich doch in neuerer Zeit immer mehr mit 
Recht das Bedtlrfniss ftthlbar, Anatomie und Entwicklunusseschichte mit- 
sprechen zu lassen bei Beurtheilungen systematischer Fragen. Derartige 
Untersuchungen sind aber bisher fttr die Familie der Begoniaceen im Verhalt- 
niss zu ihrer hohen Wichtigkeit nur in sparlicher Weise angestellt worden. 



!) Klotzsch, Begoniacecn-Gattungen und Aden, Abhandl. der Akad. d. Wissensch. 
zu Berlin 1854. 

2) In Ann. sc. nat. 4, Ser, T. XI, 1859 und Prodromus vol. XV. p. 266 ff. 















Dr. Franz Benecke. Beitrag- zur Kenntiiiss der Begoniaceen. 



280 



und die Arbeiten, vvelche hieriiber veroffentlicht sind, beschranken sich 
stets auf wenige Repriisentanten der Familie. 



Alles dieses ist wohl Grund genug 



die Schiefblatter einer ausge- 



dehnten und eingehenden Untersuchung zu unterwerfen. Diese Aufgabe 
habe ich mir £>estellt. Es ist keine leichte, und utn zu einem befriedigen- 
den Resultate zu gelangen, wird es bei der groBen Anzahl und der Mannig- 
faltigkeit der Formen, die wir in dieser Faniilie antreflen , einer Reihe von 
Jahren bedttrfen. Verschiedene Schwierigkeilen sind es, welche der Arbeit 
in den Weg gelegt werden. Von diesen ist eine hauptsSchliche die Be- 
schaffung des Materials. Alpii. de Candolle ftihrt in seinem Prodromus 
nicht weniger als 380 Arten an. Von diesen existiren sehr viele nur in 
Herbarien und sind nicht lebend in unseren botanischen Garten vorhanden. 
Soil aber die Sache klargelegt werden, so miissen wenigstens die Vertreter 
aller einzelnen Sectionen untersucht werden. Neben dem Materialmangel 
ist die von Gartnern mit Vorliebe ausgeilbte Selection und Hybridation ein 
weiteres Hinderniss. Es bedarf einer genauen Kenntniss der Familie, urn 
in jedem einzelnen Falle sicher zu sein, ob man es mit reinen Arten, Va- 
rietaten oder Bastarden zu thun hat. Daher bedauere ich auch, im Folgen- 
den mich nicht stets fiir die Richtigkeit der Speciesnamen sowie fur die 
Echtheit der Art verbtlrgen, ja mitunter den Namen derselben (iberhaupt 
nicht angeben zu konnen. 

Es sollen nun die ersten Resultate, die ich erlangte, theilweise mit- 



gelheilt werden, theilweise, weil ich heute nur das publiciren mochte, 



was von mir in einigermafien ausgedehnterWeise untersucht wurde. 



Aber 



auch diese Untersuchungen sind noch recht unvollkommen und werden 
der Fortsetzung bedttrftig sein. 

Nach diesen einleitenden Bemerkungen wollen wir der Reihe nach die 
Inflorescenz, die weibliche und die mannliche Bliite besprechen, darauf 
Einiges tiber die Ableitung der verschiedenen BItttentypen aus einem ge- 
meinsamen Grundplan anfdgen und wollen zum Schluss auf die systema- 
tische Stellung zurilckkommen. 

Was zunachst die inflorescenz der Begoniaceen betrifft, so wird man 
das Resultat der bisherigen Untersuchungen am besten mit den Worten 
Eichler's (Bliltendiagr. II. Th,, p, 453) wiedergeben: »Bei alien mir be- 
»kannten Begonien stellen die Inflorescenzen axillare Gymen dar, die ent- 
»\veder bis in die letzten Verzweigungen gleichmaBig dichasisch sind oder 
»hau(iger nach ein- bis mehrmaligen Gabelungen in Wickeln ausgehen (hier 
»Fig. 2 A). Die ersten Axen schlieBen dabei stets mit mannlichen Blilten, 



»die weiblichen BlUten treten erst in der letzten Generation auf. 



Vor- 



)>blalter gewohnlich an sammtlichen Axen zu zweien, opponirl mit rnehr 
»weniger antrorser Gonvergenz, nur bei der letzten, weiblichen Generation 
»zuweilen bios eins entwickelt (Begonia heraclei folia nach Wydler) 
»oder beide hier fehlend; bei Wickelwuchs scheint die Forderung aus a zu 



Bottinische Jalirbucher. III. Bd. 



11) 



• 



























1 



. L 






290 



Dr, Franz Beuecke, 



»erfoIgen, doch bin ich darUber nicht gam sieher.« Ich habe Berichtigungen 

und Zusatze hierzu zu machen. 

Obwohl die Verzweigungen der Inflorescenz radial angelegt werden, 
machen sie schon in der Knospe den Eindruck von dorsiventralen Spros- 
sen. Nur bei einer einzigen Species, Begonia Roezlii, fand ich die 
altere Inflorescenz radiat. Ich erhielt diese Pflanze vor kurzer Zeit aus 
Erfurt. Aus einer Abbildung in Regel's Gartenflora zu schlieBen muss sie 
eine Spielart sein, da auf der Abbildung die Inflorescenz ein ganz anderes 
Ansehen hat. Das Bemerkensvverthe an den von Erfurt erhaltenen Pflanzen 
ist noch, dass die secundiiren und folgenden Gabelaste sehr verktlrzt sind, 
so dass es, oberflaehlich betrachtet, den Anschein hat, als ob die ersten 
Gabelaste sich doldig auszweigten. Bei alien anderen Species, die ich be- 
obachtete, ist die altere Inflorescenz nie radiat entwickelt. An der ersten 



Anlage entstehen zwei genau laterale Hocker 



, die die Jugendstadien dei 



ersten Vorblatter darstellen ; und zwischen ihnen in der Regel die dazu 
gehorige erste mannliche Blute; in besonderen Fallen, auf welche weiter 
unten eingegangen werden wird, fehlt dieselbe. Ihre zwei iiuBeren Peri- 
iionblatter stehen in der Medianebene. In den Axeln der Vorblatter der 
Primanbltlte treten die ersten Gabelungen auf. Jede Gabelung wiederholl 
den Vorgang der Hauplinflorescenzaxe, es entstehen also an jeder zwei 
laterale secundare Gabelaste mit den enlsprechenden Vorbliittern und zwi- 
schen ihnen wieder die mannliche Bltite in analoger Slellung. Die Folge 
davon ist, dass die Ebene , die durch die primaren Seitenzweige der In- 
florescenz gelegt werden kann , die durch die secundiiren Seitenzweige 
gelegten Ebenen rechtwinklig schneidet. Bald aber wird dieses Yerhalt- 
niss ein anderes. Die mannlichen Bluten zweiter Ordnung, deren Trans- 
versalebenen (s. Eichler , BlUtendiagramme, Th. I. p. 6) zuerst parallel 
gestellt sind, convergiren mit den Vorblattern nach auBen, so dass die 
Transversalebenen nunmehr einen spitzen Winkel einschlieBen, der bei 
weitererEntwicklung der Inflorescenz allmahlich in einen stumpfen Winkel 
Ubergeht, und so dass sie mit der Transversalebene der Primanbltlte nicht 
mehr einen rechten, sondern ebenfalls einen spitzen Winkel bilden, der 
aber mit der Entwicklung der Inflorescenz an Bogengraden nattlrlich ab- 
nimmt. Die Stellung kommt zu Stande, indem der Stiel der einen secun- 
diiren BlUte nach rechts, der der anderen nach links eine Torsion erleidet. 
Die Ursache hierftir ist folaende: Die Vorblatter sind wie die Laubblatter 
schief, mitunter freilich nur in schwachem Grade. Es wird die nach auBen 
gerichtete Halfte starker entwickelt. Die Bltite schmiegt sich demVorblatt 
(ihrem Tragblatt) eng an, fUllt den Hohlraum der Blatthalften aus, Wird 
nun die auBere Halfte groBer, so verandert der Hohlraum dermaBen seine 
Gestalt, dass die BlUte genothigt ist nach auBen zu rilcken, wodurch denn 
ihr Stiel die entsprechende Torsion erleidet. Indem die tertiaren Bltlten 
zur enlsprechenden secundaren Bltite sich in gleicher Weise nachtraglich 













































Beitrag zur Kenntniss der Begoniaceen. 



291 



Fig 1 A stellt eine junge Inflorescenz mit Fort- 



stellen und die eventuellen ferneren Blttten sich genau ebenso verhalten, 
gewinnt die Inflorescenz in der Knospe den Schein eines dorsiventralen 
Verzweigungssystemes. Mitunter kam es mir vor, als ob ein echtes dorsi- 
ventrales Sprosssystem vorlage, indem die Bildungspunkte der Vorblatter 
nicht genau lateral gegentlber lagen, also nicht in der Transversalebene 

i 

ihrerBltite, sondern auf der von ihr aus aulieren Seite: vielleicht auch, 
dass das Wachsthum der Inflorescenzaxe auf der aufieren Seite schwacher 
ist als auf der inneren und dass dadurch die Ansatzstellen der Vorblatter 
nach der AuBenseite hinllber riicken. Reinesfalls aber hat das Eine oder 
das Andere in dem Grade statt, dass die Annahme von der Drehung der 
Bliitenstiele iiberiltlssig ware, um die Lage der BItithen in der Inflorescenz- 
knospe zu begrtindcn. 
lassung der Vorblatter dar, auch ist der Schnitt so geftthrt gedacht, dass 
nur die Axen und nicht die Blttten aetroffen wurden; Fieur \ B uiebt die 
Inflorescenz nacli erfolgter Drehung; Figur \C die entvvickelte Inflorescenz, 
an der die Transversa lebenen der einzelnen Blttten sammtlich anniihernd 
parallel gerichtet sind. — In Folge dieser Verhaltnisse kann man bei den 
ausgebildeten Inflorescenz en (mit vorlaufig alleiniger Ausnahme derjenigen 
von Begonia Boezlii) ttberall von nach auBen und nach innen gerich- 
teten Gabelungen sprechen. 

Nach den bisherigen Angaben sollen die Inflorescenzen Dichasien oder 
in Wickel aussjehende Dichasien sein. Falle, in denen man von wirklichen 
Wickeln sprechen konnte, sind mir aber nicht vorgekommen. Die vouEichler 
gegebene Figur (hier Fig. 2.4), welche die Endigung in einen echten Wickel 
zeigt, habe ich nirgends in der Natur realisirt gesehen l ) . Ganz allgemein fand 
ich die geforderteGabelung relativ 2 ) nach auBen gerichtet und ihr gegentlber 
steht eine weibliche Bltlte; eine Ausnahme davon fand ich bisher nrcht. 
Die Figur 25 giebt das Bild, das ich der (EicHLER'schen) Figur 2 A entgegen 
stelle. Die letztere bezieht sich freilich speciell auf Begonia semper- 
f lor ens Link et Otto, welche ich darauf hin nicht habe studiren konnen. 
Aber Eichler giebt die Figur als Typus und einen solchen reprasentirt sie 
nicht, vielmehr kommt dieses Priidicat meiner Figur 2 B zu. Sie zeigt, 
dass ein echter Wickel nicht vorliegt, wohl aber wird man trotzdem in 
diesem Falle von einer Wickeltendenz reden konnen. Bei Hinzuziehung 
anderer Falle aber ist es nothwendig, von Dichasien zu sprechen, die 









4) In diesen wie auch in den folgenden Figuren sind die mannlichen Bliiten durch 
einfache Kreislinien, die weiblichen durch schwarze Kreisflachen wiedergegeben. 

2) Um Unklarheit zu vermeiden, mochte ich an einem Beispiel zeigen, was ich hier 
wie auch spater miter »relativ nach auBen gerichtet« verstehe. In der Figur 4 befindet 
sich die mannliche Blute a im Innern der ganzen Inflorescenz; beriicksichtigt man aber 



nicht dieHauptaxe, sondern nur die erste Gabelung, so ist sie im Vergleich mit der 
weiblichen Blute b nach auCen gerichtet, weswegen ich a als »relativ nach auCen ge- 
richtet« bezeichne. 

19* 




































292 



Dr. Franz Benecke. 



Schraubeltendenz besitzen. Begonia manicata Brongn. besitzt Inflo- 
rescenzen, deren lelzte Aste bald das Bild der Figur 3 .1 zeigen, bald aber 
das durch Figur 31? zur Darstellung gebrachte. Figur 4 giebt ein Bild 
einer reichbliltigen Inflorescenz von Begonia imperialis Lem. Man er- 
sieht aus demselben, dass immer der Theil des Verzvveisuniissvslemes, der 
nach auBen fallt, mehr BlUten besitzt. Die Begrenzung der Inflorescenz 
erfolgt, indem schlieBlich an dem am meisten nach aufien gewandten Theil 
des BlUtenstandes die BlUten nicht mehr zur Entwicklung gelangen , woftir 
die Ursache in der Erschopfung des zur Bildung der BlUten nothwendigen 
Materiales zu suchen ist. llier kann es nicht auffallend sein, dass die 
nach auBen gerichtelen BlUten verkUmmern , aber bei Inllorescenzen , die 
gewohnlich rein dichasial sind, sieht man ebenfalls oft, dass die relativ 
nach auBen gerichtelen weiblichen BlUten kUmmerlich entwickelt oder 
abortirt sind; nicht fand ich, dass die VerkUmnierung oder der Abort 
BlUten betraf, die relativ innere waren. Die Figuren der Inllorescenzen 
von Begonia manicata und imperialis zeigen deutlichst die Schrau- 
beltendenz, und fasst man den Begrifl'»Wickel« und »Schraubel« so, dass 
es nur darauf ankommt, dass ein Gabelast reichblUtiger ist, als der andere, 
so wird man ohne Bedenken hier nicht nur von Schraubeltendenz, sondern 
von wirklichen Schraubeln zu reden haben. Zieht man nun das vorher 
Uber die VerkUmnierung einzelner BIttlen Gesagte in Betracht, so kann 
man bei alien denjenigen Inflorescenzendigungen. die der Figur 2 B oder 
3.1 entsprechen, die Annahme machen, dass durch Mangel an Material die 
weitere Erzeugung nach auBen unlerblieb, und liegt in solchen Fallen an- 
scheinend auch Wickeltendenz vor, so wird man den Begonien doch 
Inflorescenzen zuschreiben mUssen, deren Dichasien Schrau- 
beltendenz und nicht Wickeltendenz besitzen. Weiler unten 
soil dieser Satz noch in anderer Weise Beslatigung linden (s. Zusalz I). 

Die ersten Gabelungen der Inflorescenz sind nicht bei alien Species 
gleichblUlig, sondern gevvisse Arten sind dadurch characleristisch, dass 
die eine Gabelung der Inflorescenz weniger BlUten als die andere besitzt. 
Den einfachslen Fall eines derartigen BlUtenstandes zeigt die Figur 5, die 
sich auf Besonia Kra m e r i ? bezieht. 



Als Abnormititt 



zeigt sich milunter 



bei einer Inflorescenz fUr eine 



i 



mannliche BlUte ein BlUtenstand, so dass das Dichasium sich mehr den 
Monopodium nahei't. 

Die Inflorescenz von Begonia ricini folia A. Dietr. (nach Klotzsch 
a. a. 0. Bastard von Begonia heracle i folia Cham, et Schlecht. und 
peponifolia Vis.), manicata u. a. bietet nicht das Bild eines Dicha- 
sium, sondern stelll ein Sympodium dar, dessen Scheiniiste mehr oder 
weniger nach einer Seite gerichtet sind. Fitmr 6 yiebt das Bild einer der- 



artigen Inflorescenz. Die Kreuze in der Figur bezeichnen diejenigen 
Stellen, an welchen in Wirklichkeit noch weitere BlUten folgen, die aber 
























Beit r a g zur Kenutiiiss der Begoniaeeen. 



293 









■ 



der Einfachheit wegen fortgelassen wurden. Die Ziffern werden verstand- 
lich durch die folgende Figur 7. Zur Beschreibung der Entslehung eines 
solchen Sympodiums wollen wir der Einfachheit und Klarheit wegen an- 

- 

nehmen , die Inflorescenz sei radial, die durch die Gal)elungen gelegt ge- 
dachten Ebenen kreuzen sich (Fig. 1 A). Zunaehst stellt sich alsdann die 
erste, rechte Gabelung (/r) in die Richtung der slark schattirl gezeichneten 
Hauptaxe (A) und dreht sich gleichzeitig urn einen rechten Winkel (Fig. 75), 
so dass II v links und Ilh rechts zu stehen kommt und somit auch IHr 
vorn und //// hinten, Darauf gelangt Ilh ebenfalls in die Richtung der 
Hauptaxe (Fig. 7 C) und dreht sich, so dass nunmehr IHr sich links und 
Illl sich rechts befindet. Die vierten und foteenden Gabelungen sind nicht 



raehr gezeichnet. Sie verhalten sich durchaus analog. 



Es findel also in 



diesem Falle eine Drehung der betreffenden Inflorescenztheile in Richtung 
des die Stelle des Tragblattes einnehmenden Pfeiles statt 7 also im Sinne 
des Uhrzeigers. Ebenso fand ich aber auch, dass die umgekehrte Richtung 
eineeschlasen wird, und scheint bei den betreffenden Arten keine Con- 
stanz hierbei vorhanden zu sein. An einer und derselben Inflorescenz sah 
ich nie die einmal genbmmene Richtung umschlagen. Da die nach links 
(resp. rechts) fallenden Gabelungen einen Zug austlben, so dreht sich 
schlieBlich noch die Hauptaxe der Inflorescenz nach ihrem Tragblatt hin. 
Urn das Bild nicht unklar zu machen, ist in den Figuren diese entgegen- 
gesetzte Drehung nicht berticksichtigt vvorden. Die ganze Figur 7 ist ttber- 
haupt sehr schematisch und entspricht nur im Princip der wahren Natur 
der Sache. 

Jede Scheinseilenaxe ist ebenfalls beslrebt fttr sich ein Sympodium 
zubilden, doch ist die Verschiebung hier eine geringere. Sie ist in der 
Figur6 angedeutet worden. Bei Begonia ricinifolia fand ich nicht, 
dass die Gabelung, die zur Scheinhauptaxe wird, reichbltitiger ist, wold 
aber scheint dieses rneist bei Begonia manicata der Fall zu sein. 

Beachtenswerth fur solche sympodial sich entwickelnden Dichasien ist 
es, dass zwischen den ersten Gabelungen die mannlichen Bliiten vollstan- 
dig abortiren oder angelegt nicht zur Entvvicklung gelangen oder auch sich 
abnorm gestalten. Im letzteren Falle stellten sie lang gestielte Becherchen 
dar, wie sie Fiaur 8 veranschaulicht ; von Sexualorganen ist in ihnen 
keine Spur nachweisbar. Bei Begonia ricinifolia befraden sich in der 
Kegel erst zwischen den vierten Gabelasten mlinnliche BlUten, bei Begonia 
manicata meist schon an Gabelungen niederer Ordnung. 

Da, wo die sich vertical stellenden Gabelaste reichbltitiger sind, ist 
man genothigt der Inflorescenz Schraubeltendenz zuzuerkennen, und selbst 
]>ei Begonia ricinifolia, bei der jenes gewohnlich nicht der Fall ist, 
sind die Gabelaste doch durch ihre groBere Lange gefdrdert (Fig, 6, Ir, 
Ilh, III I) j so dass also auch die sympodiale Entwicklung der Dichasien 
mit Schraubeltendenz verbunden ist. 









■■ 












■ I 






1 



• 









294 



Dr. Franz Beuecke. 



Eine alte, bekannte Thatsache ist es, dass die weiblichen BlUten stets 
seitlich stehen, wahrend die mannlichen die relativen Hauptaxen ab- 
schliefien. Nie fand ich von Letzterem eine Ausnahme. Duchartre macht 
in der Einleitung seines Aufsatzes tlber gefUllte BlUten (Observations sur 
»les fleurs doubles des Begonias tubereux, Bull, de la societe botanique de 
»France, tome XXVII, 1880, p. 4 34 u. ff.) die Bemerkung: »tandis que dans 



»les cymes triflores, la fleur mediane est d'ordinaire femelle, 
»les deux later ales etant mMes, Tinverse a lieu chez les Bego- 
»nias tubereux, dont chaque cyme of! re une fleur male entre deux 
»fleurs femelles«. Da Duchartre im Satz » Tin verse a lieu« hinter »Bosonias« 
noch »tubereux« setzt, so konnte man aus dieser Bemerkung den Schluss 
Ziehen, dass das »ordinaire« sich auf diejenigen Begonien bezieht, die nicht 
Knollen besitzen. Dieses hat aber Duchartre wohl sicherlich nicht aus- 
sprechen wollen, sondern nur, dass da, wo sonst bei den Phanerogamen 
dreiblutige Gymen vorkommen, die mediane BlUte eine weibliche ist. 

Nach den bisherigen Angaben haben die mannlichen BlUten stets zwei 
Vorblatter, oft auch die weiblichen, bei gewissen Species jedoch fehlen 
dieselben den letzteren ganz oder es ist nur einVorblatt vorhanden. Dabei 
sind die Vorblatter der mannlichen BlUten fertil und diejenigen der weib- 
lichen steril. Diesen Angaben habe ich Folgendes entgegenzuhalten. Be- 
gonia Evansiana Andr. (syn. B. discolor Ait. oder Blume) hat an 
seinen weiblichen BlUten mehr oder weniger ausgebildete Vorblatter. In 
der Regel erreichen dieselben nicht die GroBe der mannlichen BlUte, oft 
aber auch ist kein GroBenunterschied vorhanden. In diesem Falle habe 
ich verhiiltnissmaBig recht hiiufig gefunden, dass die Vorblatter der weib- 
lichen Blute fertil sind, und zwar entweder beide oder nur eins; die in 
ihrer Axel auflretende BlUte ist stets eine weibliche. Bei einer im Heidel- 
berger Garten mit Begonia Pearcei? bezeichneten Art besitzen die 
weiblichen BlUten normaler Weise keine Vorblatter. Einmal fand ich aber 
hier eine lnflorescenz , die eine mediane mannliche BlUte besafi und zwei 
aterale weibliche, von denen die eine Vorblatter hatte, und in der Axel 
des einen Vorblattes stand eine normale, vorblattlose weibliche BlUte. 
Ist also auch wohl die Regel die, dass die Vorblatter der weiblichen BlUte 
steril sind, so ist nach dem Mitgetheilten doch klar, dass Ausnahmen, die 
bei Begonia Evansiana durchaus nicht selten sind, vorkommen. Hierzu 
nochte ich noch bemerken, dass ich nicht etwa die Beobachtung an einern 
und demselben Exemplar von Begonia Evansiana gemacht habe, son- 
dern an etlichen. 

Aber noch eine andere interessante Mittheilung habe ich tlber die 
Vorblatter zu machen. Es giebt namlich Species, welchen der beschrei- 
bende Systematiker weibliche BlUten mit drei Vorbliittern zuschreiben 
wird. Ich beobachtele drei Vorblatter zuerst bei Begonia semper- 
florens Link et Otto, Da ich aber hier auch oft nur zwei antraf, so 



i 



- 









• 



" 






Beitrag zur Kenntniss der Begouiaceeii> 



295 



glaubte ich zuvorderst in jenem Fall einer Ausnahme begegnet zu sein* 
Bei weiterem Eingehen fand ich bei den BlUten mil zwei Vorblattern das- 
jenige, welches nicht an der Breitseite des Fruchtknotens, sondern vor 
dem einen Flugel steht, mehr oder weniger tief eingeschnitten, und ich 
konnte schlieBlich die Ubergange bis zur volligen Theilung verfolgen. Es 
lag die Vermuthung nahe, dass die Trennung vielleicht nur mechanisch 
durch die scharfe Fliigelkante erfolgte, aber bei genauerer Betrachtung der 
Vorblatter stellte sich heraus ; dass ein jedes an beiden Randern gleich- 

die natllrlich die Annahme einer mecha- 
nischen Spaltung ausschlossen. Von Begonia semper florens stand 

kein Material fiir eine entwicklunasReschichtliche Untersuchung zur 



artig mit Zahnchen versehen war 



inir 



VprfUgung. Darauf constatirte ich, dass die weibliche Blttte von Begonia 
Pavoniana DC. stets drei Vorblatter besitzt. Hier gelang es mir fest- 
zustellen, dass nur 2 Vorblatter angelegt werden , das eine aber trill mit 
einer bedeutend breiteren Anlaue hervor als das andere. Aber wiederum 
besaB ich nicht hinreichend Material um den Gegenstand weiter verfolgen 
zu kbnnen. Als ich schlieBlich auch noch bei Begonia cucullata 
Willd. 1 ) drei vollends getrennte Vorblatter antraf, verwandte ich das zu 
Gebote stehende Material fast ausschlieftlich zu diesem Zweck. Zwar be- 
obachtete ich nicht Zustande, in denen die Vorblatter als jiingste Ubcker 
soeben erschienen, aber die Zustande waren doch jung genug, um beson- 
ders mit Rticksicht auf das bei B e g o n i a P a v o n i a n a Gefundene behaup- 
ten zu konnen , dass nur zwei Vorblatter angelegt werden , und zwar eins 
an der nach oben gerichteten Breitseite des Fruchtknotens und eins dem- 
selben gesenuber vor dem nach unten gerichteten Flugel. Dieses letztere 



zeigt sehr bald eine Spaltung und auch bei etwas alteren Entwicklungs- 
stadien ist es nicht schwer den basalen Zusammenhang der zwei spater 
links und rechts von jenem FlUgel stehenden Vorblatter wahrzunehmen. 
Auf diese Weise behielte also die Ansicht, dass hbchstens zwei Vorblatter 
vorhanden sind, ihre GUltigkeit, jedoch mit dem Zusatze, dass das eine 
vor einem FlUgel stehende bei einigen Species sich gespalten hat. Bringt 
auc h — wie wir sahen — der FlUgel keine mechanische Zerreissung hier 
zu Wege, so wird doch der mechanische Grund fur das Dedoublement des 
einen Vorblattes in der Anwesenheit des Flugels zu suchen sein, wenig- 
stens erscheint mir diese Erklarungs weise als sehr wohl annehmbar. 

Zum Schluss mbchte ich noch in Bezug auf die Inflorescenzen bemer- 

* 

ken, dass selten Fiille vorkommen, in denen reine Dichasien und Dichasien 
mit Schraubeltendenz an einer Species gemeinsam auftreten. Wenn die 
Inflorescenz nicht symmetrisch entwickelt ist, sondern die eine Halfte 
reichblutiger ist, als die andere, so findet dieses bei einer und derselben 
Species ebenfalls mit groBer Constanz stalt. Dasselbe gilt filr die sympo- 

1) Nachtraglich fand ich im Prodromus XV, \, p. 293, fiir Begonia cucullata 
die Angabe von dk Casdolli;: »Bracteae 3 lin. longae, una saepe biloba labore«. 



■• 





















296 



Dr. Franz Benecke. 



diale Unigeslaltung der Dichasien. Desshalb vvird es von Nutzen sein, 
vvenn man in Zunkunft Bemerkungen hie ruber den Diagnosen der S])ecies 
heifUgt, und vielleiciit werden derarliee Verhallnisse bei der svstemati- 
schen Gliederung der Familie BerUcksichtigung verdienen. Ich mochte 
audi nichl libergehen, dass die Anzahl der Verzweisuneien im Allaemeinen 
recht constant ist. So fand ich z. B. bei einer srofien Zahl von Inflorescen- 
zen der Begonia bol i viensis DC. slets nur eine mSnnliche BlUte mit 
zwei seitlichen weiblichen, bei Begonia fag i folia Fisch. schlossen 
stets die vierten Axen mil vveiblichen Blllten ab, bei Begonia Dregei 
Otto et Dietr. und Varietaten von Begonia rex Putzeys die zweilen, bei 
Begonia incarnala Link et Otto die dritten u.s. f. Ist die Zahl schwan- 
kend, so bewegt sie sich innerhalb enger Grenzen, so z. B. bei Begonia 
cucullata Willd. zvvischen zwei und drei. 

Wir wenden uns nunmehr zur Besprechung der weiblichen Blttte. 

Sehr hiiufig trefl'en wir bei ihr die FUnfzahl an. Es ist bisher slets 
fttr eine solche die »Deckung gewohnlicher Kelche« angenommen (vgl. 
Eichler, BlUtendiagr. II, p. 454). Dieser Annahme enlsprichl eine Enl- 



'i. 



Dabei kann die Blille vorn- und hint- 



umlaufig sein. Eichler behauptete frUher a. a. 0., dass das Perigon ge- 
wohnlich hintumlaufig sei, wahrend Wvdler (Pringsheim'sJahrb.X, p. 379) 
als das gewdhnliche das vornumliiufige Perigon annahni. Indessen ist 
Eichler in dem Aufsatz »Ubcr Wuchsverhaltnisse der Begonien (Sitzgsber. 
der Ges. Naturf. Freunde zu Berlin, Jahrg. 1880, p. 43) der Ansicht Wtd- 
ler's beigetreten und hat klar gelegt , in welchem Falle die Bltile vorn- 
resp. hintumlaufig sei. Ich habe den EiciiLER'schen Bemerkungen Ul)er 
diesen Gegenstand nichts hinzuzufilgen, da ich bei meiner I ntersuchung 
stets die Verhallnisse den Angaben Eichler's entsprechend fand. Was 
aber die Deckung anbelangt, so ist diese durchaus nicht immer dachig, 
sondern in vielen Fallen (z. Th. Begonia incarnala, Dregei, fri- 



gida DC. 



J 



f 



Es sind (Fig. 9) zwei iiuBere Perigonblatter vorhanden, deren Rander nach 
der einen Seite (der oberen) sich einander ohne Deckung mehr oder 
weniger vollslandig bertlhren, wahrend sie nach der anderen Seite (der 
unteren) divergiren. Innerhalb dieser zwei auBeren Perigonblatter stchen 
drei innere, die bei vielen der von mir beobachlelen Species sammtlich 
nicht die Grofie jener erreichen , doch fand ich audi einige Species, bei 
denen sie gleiche Grofie mit den SuBeren Perigonblattern besitzen oder 
sogar grdfier sind '). Von den drei inneren Perigonblattern ist eines meist 

1) De Candollk giebt im Prodromus XV, 1 fur die Species Begonia sulcata 
Schcidw. (p. 288;, fagopyroides Kunth et Bouche (p. 289), ulmifolia Huinb. 
(p. 290), da;ycarpa DC. (p. 290) u. a. an, dass die weiblichen Bliilen derselben auch 
zwei JiuBere.kleinere und drei innere groGere Perigonblatter besitzen. Meist aber lauten 
die Diagno^en: »Flores feminei: lobi 5, exterioribus majoribus«. 




































Beitrau zur Kennluiss der Begoniaceen. 



297 












kleiner als die beiden anderen und dieses kleinsle sleht zwischen den sich 
einander bertthrenden oder wenigstens genaherlen Randern der auBeren 
Perigonblatter, wahrend die zwei anderen in den von lelzteren gebildeten 
groBeren Zwischenraum treten. Ihre dem unpaaren kieinsten Perigonblatt 
zugevvandten Rander sind von den divergirenden Randern der auBeren 
Perigonblatter gedeckt und divergiren selbst in entgegengeselzter Rich- 
tung, wahrend sich die dem kieinsten Perigonblatt abgewandten Rander 
wiederum ohne jede Deckung berUhren. So kommt es, dass das 
Perison der fttnfzahl i aen vveiblichen RlUle durchaus sym- 
metrisch i s t. Diese Symmetric ist in jungen Zustanden stats deutlich 
and oft audi fallt sie noch bei der gedffneten Bltlle stark in die Augen. 
Mil den drei inneren Perigonblatlera allerniren die drei Carpelle. Da, wo 



diese 



wie z. R« bei Begonia Dreeei 



nicht verschieden ausgebildet 



sind, wird die Zygomorphie der BlUte nieht gestort. Wird aber das Fach 
eines Fruchtblattes in einen langeren Flligel ausgezogen, so ist es nicht das 
in der Symmetrieebene der Bliitenhttlle gelegene, sondern eins der seit- 
lichen, und zwar das zur Abstammungsaxe gerichtete Fach. Infolgedessen 
schneidet die Symmetrieebene des Gynoceums die des Perigons unter 
einem schiefen Winkel. Der langere FlUgel ist nach oben gerichtet. Wird 
auch durch die ungleiche FlUgellange die Symmetrie der ganzen RlUte ge- 
stort, so wird man deswegen doch die Rltlte symmetrisch nennen, denn bei 
der Frage, ob eine RlUte radiat, symmetrisch oder asymmetrisch , ist es ja 
wohl durchgehends Gebrauch , dem Gynoceum keine Beachtung zu schen- 
ken; alle Dicotylen-Rliiten mit radiatem ftinfzahligem Perianth und oligo- 
merem Fruchtknolen wiiren sonst als symmetrisch zu betrachten. So vie I 
mir bekannt, hat man noch nicht auf die Symmetrie der Blute der Rego- 
niaceen aufmerksam gemacht , zweifellos aber ist dieses ein Moment, das 
bei der Frage nach der systematischen Stellung der Familie sehr wohl Be- 
achtung verdient. Ich habe diese Symmetrie, einmal darauf aufmerksam 
geworden, fast bei alien Regoniaceen, die ich gesehen habe, bemerkt, nur 
oft in schwacherem Grade, nicht so deutlich und so ausgepragt wie bei 
den oben genannten Arlen u. a. 






Die Abbildung der Hi lie bran dia sand wicen sis Oliv. (Oliver, 
On Hillebrandia, a new eenus of Besoniaceae in Transactions of 
the Linnean Society, vol. XXV) spricht fur eine radiate Ausbildung der 
Bltite dieser Pflanze, womit freilich noch nicht ausgeschlossen ist, dass 
auch hier in Wirklichkeit Symmetrie, wenn vielleicht auch nur schwache, 
vorhanden ist. 

Ist die Symmetrie der funfzahligen weiblichen Regonien -Rltlte schon 
der Retonung werth, so ist noch mehr hervorzuheben , dass hier ein Fall 
von Querzygomorphismus vorliegt. Soweit ich weiR, ist ein solcher nur 
sehr selten const atirt worden; gerade aus diesem Grunde wird er zur Re- 
urtheilung der Yerwandtschaft nlitzlich sein konnen. Ausgepragter Quer- 






' 















• 












298 






* 















I 



Dr. Franz Benecke. 



zygomorphismus findet sich bekanntlich bei den Fumariaceen. Ich will 

damit nicht etwa ausgesprochen ha ben, dass die Begoniaceen mit den 

Fumariaceen als verwandt zu betrachten seien, aber ich glaube, dass bei 

der so schwierigen Frage nach der systematischen Stellung jeder Umstand 

zur Zeit hervorgehoben werden muss, der nur eine Spur von Bedeutung 

hat. Wenn man jeden kleinen Umstand berttcksichtigt und alle diese Be- 

merkungen sammelt, wird man vielleicht auf den richtigen Weg gelangen; 

ist dieser einmal betreten, so wird man die falschen Wegweiser ausmerzen 

konnen. Ich muss aber trotzdem gestehen, dass ich besonders deswegen 

die Querzygomorphie von Fumariaceen und Begoniaceen hervorgehoben 

habe, weil ich allerdings zu dem Glauben hinneige, die Begoniaceen 

stehen in Beziehung zu dem Verwandtschaftskreise, dem die Fumariaceen 
angehoren, 

Ich habe bei Besprechung der Knospenlage der fttnfzahligen weib- 
lichen Bltiten, wie sie Begonia incarnata und die anderen ange- 
t'Uhrten Species besitzen, gewissermaBen von zwei Kreisen gesprochen, 



zeugung gelangt 



einem auBeren zweiziihligen und einem inneren dreizahligen. Diesen Ein- 
druck macht auch entschieden eine geoflhete BIttte, die deutliche Sym- 
metric aufweist. Ich habe besonders bei Begonia Dregei und in c a r- 
nata (Fig. 10) die Entstehungsfolge studirt. Hierbei bin ich zu der Iber- 

, dass das Zeitintervall, welches zwischen der Entstehung 
der beiden auBeren Perigonblatter (/ und //) einerseits und der der drei 
inneren (///, /Fund V) andererseits liegt, meist groBer ist als das zwi- 
schen der Entstehung der zwei auBeren unter sich und auch groBer als 
das zwischen der Bildung der drei inneren. Jedoch auch diese kleineren 
Zeitdifferenzen sind hier in der Regel bemerkbar, und zwar ist die ge- 
sammte Entwicklungsfolge diejenige, welche bisher stets angegeben wor- 
den ist, also nach der 2 / 5 Spirale, und zwar in unseren speciellen Beispie- 
Ien ? Begonia Dregei und incarnata, wie gewohnlich bei den Bego- 
niaceen, vornumlaufig. Wtlrde das Zeitintervall zwischen der Entstehung 
der auBeren resp. der inneren Perigonblatter aber noch ge ringer, so war- 
den wir die 2 /s Spirale in zwei Wirtel abergehen sehen , von denen der 
eine zweiziihlig , der andere dreizahlig ware, Mitunter schien mir dieses 
auch bei den soeben genannten Species der Fall zu sein. Bei Begonia 
Pavoniana konnte ich keine Zeitdifferenz in der Entstehung der beiden 
auBeren und keine in der der drei inneren Perigonblatter finden, so dass 
bier und wahrscheinlich auch bei manchen anderen Species zwei wirk- 
liche Wirtel vorliegen. 

Mitunter werden filnfzahlige weibliche BlUten sechszahlig , und das 
sechste Perigonblatt befindet sich dann in der LUcke, welche die beiden 
auBeren Perigonblatter bei der fUnfziihlicen Blttte lassen. Die Symmetric 
geht meist hierbei verloren; ich fand die sechszahligen BlUten in der 
Begel vollkommen radial, indem die drei auBeren und die drei inneren 

































* 









m 






























Beitrag zur Keimttiiss der Begoniaceeiu 



299 






Kreis tihergegangen , 
dreizahlige Kreise vertreten. 



Perianthblatter unler sich ganz gleichartig waren, die auBeren aber, wie 
eewohnlich, groBer und anders gefarbt als die inneren. In solchen Fallen 
kann von einer Enlstehung nach der 2 / 5 Spirale nicht die Rede sein. 
1st diese bei Begonia Pavoniana in einen zwei- und einen dreizahligen 

so ist sie in solchen abnormen Bliiten durch zwei 

Die sechszahligen Bltlten, die bei manchen 
Species constant sich finden, werden in derselben Weise aus der fttnf- 
zahligen BlUte entstanden gedacht werden konnen wie jene abnormer 

- 

Weise sechszahligen Bltlten. 

Den Obergang der 2 / 5 Spirale in einen zwei- und einen dreigliedrigen 
Wirtel und das Schwanken zwischen der Zwei- und der Dreizahl in der 
Bltite trefl'en wir besonders haufig in den Ordnungen der Rhoeadinae, 
Po I ycarp icae und Centrospermae, was ich nicht unerwUhnt lassen 
mochte. 

Die mannliche Bllite besitzt in der Regel zwei oder vier Perigonblatter 
und ist alsdann stets symmetrisch. Bei der vierzahligen BlUte entstehen 
zuerst die zwei auBeren, und zwar gleichzeitig und in Alternanz mit den 
Vorblattern, darauf, unter sich ebenfalls gleichzeitig, die zwei inneren, die 
kleiner als die auBeren sind. Mitunter sind sie in den vierzahligen Bltlten 
von verschwindender GroBe oder sie werden staminodial. Unzweifelhaft 
leiten sich die zweizahligen von den vierzahligen Bltlten ab, indeiri die 



inneren Petalen abortiren oder 



worauf spiiter zurtickzukommen ist 



indem sie sich in StaubgefaBe umwandeln, Daftlr sprechen die abnormen 
vierzahligen Bliiten, die soeben erwiihnt wurden. Dass die Metamorphose 
oder der Abort die inneren Perigonblatter trifft, daftlr spricht und liefert 

den Beweis die Stellung der zwei verbleibenden Perigonblatter. Nie fand 
ich sie anders als gekreuzt mit den VorblSttern ; waren es mitunter die 
inneren zwei Blattorgane der vierzahligen BlUte, die allein erhalten blei- 
ben, so milssten sie den Vorblattern superponirt sein. 

Oft fand ich, dass bei den vierzahligen Bliiten (z. B. bei Begonia 
in earn a ta) die zwei auBeren Perigonblatter ebenso wie die zwei ersten 
Perigonblatter der ftinfzahligen Bltite nach der einen und zwar nach der- 
selben Seite divergiren, nur ist diese Divergenz hier viel kleiner* Alsdann 
erschien von den zwei inneren Perigonblattern (Fig. \\) eins zuerst in der 
groBeren Llieke, und erst etwas spiiter erschien das zweite an der Stelle, 
nach welcher hin die auBeren Perigonblatter convergent sind. In Folge 
dieser Verhaltnisse scheint mir die Annahme Berechtigung zu haben , dass 
sich die vierzahlieen Bltlten von fUnfzahlis;en ableiten. und zwar in der 
Weise, dass die Divergenz der zwei ersten Perigonblatter geringer wird, 
das dritte Blatt erscheint in der grdfieren Lilcke wie bei der weiblichen 
ftinfzahligen Blute, aber es fUllt zugleich die LUcke des fiinften Blattes 
vollkommen aus, es entsteht ihm gegentiber das vierte Blatt und das ftlnfte 
muss alsdann natilrlich fortfallen. Allmahlich haben sich die ersten zwei 







































* 






300 



[>r, Franz Benecke. 







































Perigonblatter gebildet, ohne zu divergiren, also rechtwinklig gekreuzt 
mit den Vorblattern, was bei der fUnfzahligen weiblichen BlUte nieht der 
Fall ist, und die zwei inneren Blattorgane entstehen simultan. So erhalten 
wir die vierzahlige BlUte, wie sie meist angetroffen wird. Mitunter fand 
ich bei vierzahligen BlUten dasjenige innere Perigonblatt, welches nach 
auBen gerichtet ist 7 also das an der Stelle stehende, wo frtther die Bander 
der zwei aufieren Perigonblatter divergirten, groBer als das andere innere 
Perigonblatt. Falle dieser Art scheinen mir geeignet fur die Ableilung der 
vierzahligen Blttte aus der fUnfzahligen mitzusprechen. Bei Begonia 
Dregei habe ich beobachtel, dass das nach innen gerichtete Perigonblatt 
kleiner wird oder ganz verschwindet. Solche dreiblattrige BlUten fand ich 
bei dieser Species und ihren Varietalen sehr oft, und es wird wahrschein- 
lich sein, dass wenigstens ein Theil derjenigen BlUten, welche fur ver- 
schiedene Species als dreizahlig angegeben werden, auf diese Weise aus 
vierzahligen BlUten entstanden sind, Ubrigens abortiren bei Begonia 
Dregei auch oft beide inneren Perigonblatter. An denjenigen Exem- 
plaren, die mir zu Gebote standen , war die Mehrzahl der BlUten vier- 
oder dreizahlig, gewohnlich aber mUssen wohl die zweizahligen haufiger 
sein, da Klotzsch und de Candolle dahin ihre Angaben machen. 

Die erste Aufgabe, die ich mir gestellt hatte, als ich begann die Be- 
goniaceen zu untersuchen, war die Losung der Frage nach der Stellung 
der StaubgefaBe zu einander und zum Perianth. Obwohl ich mehr als ein 
Jahr lang inich dieser Aufgabe in ausgedehntem MaaBe gewidmet habe. 
erhielt ich fUr viele Species doch nicht der aufaewandten Arbeit enl- 






sprechende Resullate. Nur fUr zwei Species — Begonia m a n i c a t a und 
eine mir dem Namen nach unbekannle — gelang es mir die Stellung dev 
Slaubblatter zu entzillern. Bei sechszehn anderen Species war meine Be- 
mUhung entweder ganz resullallos oder das Ergebniss war theils unvoll- 
standig, theils mehr oder weniger unsicher. 

Vor mir haben sich Payer, Hofmeister und Odkndall mit diesem Gegen- 
stand beschaftigt. Keinem war es gelunsien Uber die Stellung der Sta- 
mina etwas ausfindig zu machen, sie constatirten nur, dass die Ent- 
slehungsfolge gewohnlich basifugal ist. AuBerdem hatte Payer (Organog. 
de la fleur, p. 438) fttr Begonia eriocaulis (richtiger: B. tomen- 
tosa [3 eriocaulis) gefunden, dass: »les etamines, au lieu de se deve- 
»lopper tout aulour du mamelon receptaculaire central, n'apparaissent 
»d'abord que sur le cote qui regarde la braclee mere et a sa base; puis on 
»voit Peruption slaminale, si je puis m'exprimer ainsi, gagner peu a pen le 
»sommet pour redescendre de l'autre cote, en sorte que les etamines nais- 
»sent de la base au sommet ou du sommet a la base, selon que Ton examine 
»leur developpement du cote de la bractee mere ou du cote opposes Ahn- 
liches fand Hofmeister (Handbuch I, p. 463) fur Begonia heracleifolia, 
Odeniull (Beitrage zur Morphologie der Begoniaceenphyllome . Inaug.- 



























Beitrag zur Kenutniss der Begoniaceeii. 



301 






Dissert. , Bonn, 1874) bestritt eine derartige Entstehungsfolge filr Begonia 
Evan si an a Andr. — Eine ahnliche ungleichseitige Entstehun^slblire 
findet sich z. B. bei den BlUten der Papilionaeeen und Caesalpiniaceen ; 
bei den Resedaceen hingegen treten die Organe der Blilte auf der zur Axe 
gekehrlen Seite zuerst auf. 

Als Regel fand ich, dass die ersten Staubblatter allseilig an der Basis 
entstehen und dass alsdann die Bildung fernerer Staubblatter gleiehmafiig 
von der Basis zum Scheitel der meist stark convexen Bltltenaxe fort- 
schreilet. Begonia heracleifolia Chain, et Schlechl. und tomentosa 
|3 eriocaulis untersuehte ich nicht, bezweifle aber durchaus nicht die 
Riehtigkeit der Angaben von Payer und Hofmeister ftlr diese Species. Bei 
vielen Arten , besonders bei dreien , Begonia Evansiana, i n c a r n at a 

und einer niir wieder dem Namen nach nicht bekannten, bei denen die 
normale Entstehungsfolge eine gleichseitige ist, fand ich mitunter, dass 

wie es Payer ftlr Beeonia 



> 



die StaubgefaBe in derselben Art entstehen 
eriocaulis angiebt. 

1st auch die Entstehung in der Regel gleichseitig, so gilt dieses doch 
nicht flir die weilere Ausbildung der Organe, denn diese ist meist eine 
ungleichseitige. Ebenso wie bei den betreffenden Species die ersten Staub- 
blatter auf der der Mutterbractee zugewandten Seite sich zeigen, ebenso 
sind es die auf dieser Seite befindlichen, welche auch bei normaler Ent- 
stehungsfolge in der ferneren Entwicklung den tlbrigen vorauseiien. Es 
ist dieses Yerhalten leicht zu erklaren. Da, wo die Blilte der Axe ange- 
driickt ist 7 werden die Staubblatter in ihrer Entwicklung zunachst ge- 
hemint, wiihrend sie auf der entgegengesetzten Seite sich ungehindert 
fortentwickeln konnen. Bei mehreren Species sind selbst in der ausgebil- 
delen Blilte die der Mutterbractee zugewandlen Staubblatter langer und 
die Lange nimmt nach der gegenilberliegenden Seite gleichmaBig ab. 

Meist also tlbt die Axe einen Einfluss nur auf die Fortentwicklung 
der Stamina aus; beginnt dieser Einfluss sehr frtlhzeitig, so wird er sich 
auch auf die Entstehung erstrecken, und so ist es zu begreifen, dass bei 
Species init gewohnlich gleichseitiger Entstehungsfolge mitunter und slets 
bei Begonia heracleifolia und eriocaulis eine ungleichseitige Ent- 
stehungsfolge statthat. Freilich ist dabei zu bedenken, dass die umge- 
kehrte ungleichseitige Entstehungsfolge der Organe in der Blilte der Rese- 
daceen , die bisher, wie ich glaube, unerklart blieb, uns dadurch nur noch 












rat hse I ha Iter wird. 

Die Aniheren werden bezeichnet als extrorse odei 



in seltneren 



Fallen — als lateral sich offnende. Bei denjenigen Species, die ich unter- 
suchle, ist die Anlage der Anthere stets so beschaflen , dass ein laterales 






Oflhen zu erwarten ware 



? 



w 7 enn nicht spiiter in der Regel ein solches 



Wachsthum des Slaubblattes stalt hatte, dass die Einschntlrungslinien nach 
der einen Seite hiniiberrilcken. Die Seite, nach der dieses statlfindet, ist 












■ • 



* 



I 









- 









. 






* 















302 



Dr. Franz Benecko* 






aber durchaus nicht stets allgemein die dem Centrum der Bltlle abge- 
wandte. Wttre dieses der Fall, so ware auch die Aneabe, dass der Beeo- 
niaceen-Bltite gewohnlich extrorse Staubbeutel zukommen, nicht zu be- 
richtigen. Extrorse Antheren finden sich bei Begonia boliviensis, 
cucullata, Evansiana, frigida, Krameri, rex, sanguinea 
Raddi, semper florens u. a. Viele Arten aber besitzen nicht extrorse 
oder lateral sich oflnende Antheren, so z, B. Begonia hera cleifolia 
Cham, et Schlecht. und heraclei folia y long i pi la Lem., imperial is, 
in earn at a, manicata, ricini folia u. a. Daraus darf aber nicht 
geschlossen werden, dass nun die Antheren dieser Species sammt und 
sonders intrors 1 ) seien, sondern vielmehr hat hier ein ei&enlhttmiiches 



Verhalten statt, ein Verhalten, welches 



so viel ich weiB 



bisher bei 



keiner anderen Familie in dieser Weise gefunden vvorden ist. Die An- 
theren sind namlich in ihrer Gesammtheit weder in- noch extrors und auch 
nicht lateral sich offnend, keines dieser Predicate kann also auf das Andro- 
ceum angewandt werden, vielmehr sind diejenigen Antheren, die in der 
Transversalebene (s. Eichler, Bltltendiagramme, I. Th. p, 6) und von 
dieser aus zur Mutterbractee hin liegen, intrors, die ilbrigen extrors 
(Fig. 43 C) } so dass sich die Antheren sammtlich noch oben offnen, 

Dass sich die Antheren alle nach einer Seite offnen, ist eine verbrei- 
tete Erscheinung bei Pflanzen mil symmetrischer BlUte, so z. B. bei den 
Labia ten, bei Gladiolus u. v. a. Aber hier kommt die Stellung durch 
nachtragliche Drehung der Filamente zu Stande, Bei der Gladiolus- 
BlUte erleidet das in der Mediane stehende StaubgefaB keine Torsion, 
wahrend die Filamente der zwei anderen um einen Winkel von 120° ge- 
dreht werden, und zwar das rechts von der Mediane stehende im Sinne 
des Uhrzeigers, das linke umgekehrt 2 ). 

Von einer entsprechenden Drehung der Filamente ist nun bei den 
Begoniaceen mit sich nach oben offnenden Antheren nicht die Rede. Nur 
diejenigen StaubgefaBe, die in der Transversalebene sich befinden, er- 
fahren eine Drehung, an den Ilbrigen ist sie weder direct zu sehen noch 
durch Langsschnitle festzustellen. Da sich das Sichnachobenoffnen der 
Antheren schon zeigt, wenn die Filamente noch iiuBersl kurz sind, so ist 
auch damil bewiesen, dass eine ursprtlngliche, ents[>rechende Anlage vor- 
handen ist. 

Bei jeder Erscheinung fragen wir nach ihrem Worth, nach ihrem 
Zweck, insbesondere bei einer, die uns zum ersten Male begegnet. So 
habe auch ich mir die Frage vorgelegt, welchen Nutzen dieses Sichnach- 



4) Als ein Versehen ist wohl anzusehen, wenn Luerssen (Medic, pharniac. Botanik, 
II. Abth,, p. 805) von den StaubgefaBen der Begoniaceen-Blute berichtet: »Antheren 
lateral oder intrors mit Langsrissen« ! 

2) Als ich die G ladiolus-Blute untersuchte , fand ich stets wie Wydler, dass die 
Abweichung der Symmetrieebene 2 / ; 6 betrug (s, Eichler, Blutendiagr. I, p. 142). 













































Beitrag ziir Kenntniss der Bcgoniaceen. 



303 






obenoffnen der Antheren fur die Pflanze haben kann? Ich habe sie bisher 

■ 

nur bei Pflanzen mil reichbliitigen Inflorescenzen gefunden. Die mann- 
lichen BlUten stehenso, dass die zwei groBen Perigonblatter (bei vier- 
zahliger Bltite also die zwei auBeren) vertical gerichtet sind, das eine nach 
oben, das andere nach unten; das Androceum nimmt eine mehr oder 
weniger genau horizontale Lage ein, und zwar in der Weise, dass jede 
Anthere sich auf derOberfliiche der horizontal gerichteten Schicht befindet. 
Dieses letztere wird entweder dadurch erreicht, dass die unteren Staub- 

7 

blatter mit einem langeren Filament als die oberen versehen sind, oder, 
wenn die Langendifferenz der einzelnen Filamente unerheblich ist, dass 
sie entsprechend verschieden starke Krilmmung besitzen. Die verticaie 
Stellung der zwei groBen Perigonblatter kommt zu Stande, indem jedes 
BlUtenstielchen vom Centrum der Inflorescenz aus gerechnet eine Krilm- 
mung nach auBen macht. Dass dadurch leicht die beschriebene Stellung 
resultirt, soil Figur 12 verdeutlichen. Dieselbe ist sehr schematise!). In 
ihr ist die Annahme gemacht, dass zunachst nur mannliche BlUten an der 
Inflorescenz, die die Fisur darstellen soil, vorhanden sind. Die BlUten- 
umrisse sind da, wo sich die langsten Staubblatter befinden, am starksten 
schattirt. Die Abnahme der Schattirung zeigt die Richtung an, nach der 

sich die Antheren offnen. 

Die weiblichen BlUten sind entweder hangend oder, wenn anders, 
sind ihre Narben durch die zwei srofien Perigonblatter bedeckt. Dieses 
hat sicherlich den Werth , dass die monocische Pflanze vor Selbstbestau- 
bung geschutzt wird. Im Allgemeinen wird dieses schon dadurch erzielt, 
dass die meisten mannlichen BlUten ihren BlUtenslaub verloren haben oder 
so&ar abeefallen sind, wenn die Narben der weiblichen den Reifezustand 
erlaneen, also durch mit Diclinie verbundene Protandrie. 

Aller Wahrscheinlichkeit nach vermitteln die Insecten die Befruch- 
tung. Da jedes Androceum eine dicke horizontale Flache darsteilt, so wird 
es einem Insect einen Ruhepunkt gewahren konnen, und setzt sich nun 
ein solches auf ein Androceum, so wird es sich um so mehr mit BlUten- 
staub beladen, je mehr Antheren sich nach oben offnen- Der groBte Effect 
wird naturlich hervorsebracht , wenn dieses sammtliche Staubbeulel 
thun, d. h., wenn sich nach oben oflnende Antheren vorhanden sind. Das 
scheint mir die einzig annehmbare Erklarung zu sein und sie hat wohl 






auch Etwas fUr sich. 

Interessant musste die weitere Fracje sein , ob die beschriebene Stel- 
lung der mannlichen Blute von auBeren Kraften abhangig ist oder ob die 






Erscheinuns eine soeenannte »innere« Ursache hat, Meine Untersuchungen 

die ich bei Aus- 






hierUber stecken noch in den Anfangsstadien. Versuche, 
schluss des Lichtes mit Begonia imperial is anstellte, misslangen, weil 
die BlUtenstande dabei welkten und abfielen. Das Verfahren war etwas 
roh und, wie sich zeigte, vertrugen es die Pflanzen nicht. Als ich mehrere 

































304 



Dr. Franz Beneeke. 






■ 















Topfpflanzen derselben Species ohne Ausschluss des Lichtes verkehrt 
stellte, so dass zur Zeit die Antheren der ausgewachsenen BlUten sich nach 
unten oflneten, stellten sich die neu zur Entfaltung gelangten BlUten so, 
dass die Antheren wiederum nach ohen den Pollenslaub entleerten. Die 
BlUtenstielchen hatten sich gedreht und bei Inflorescenzen, die noch sehr 
Jung waren, als das Experiment angestellt wurde, drehte sich der ganze 
HlUtenstand, so dass die Stiele der einzelnen, spateren Bltlten nicht niehr 
ndthig hatten, selbst die Drehung zu machen. — Die weiblichen BlUten , 
bei denen die Fruchtknotenfacher ungleich geflUgelt sind, haben ihren 
langsten FlUgel stets nach oben gerichtet. Bei jenem Versuch erfuhren 
nun auch die weiblichen BlUten eine entsprechende Drehung. Da dieser 
Theil des Fruehtknotens in der Begel ein viel groBeres Gewicht hat als die 
ttbrigen, so ist dieses eine auffallende Erscheinung, besonders, da ich die 
BlUten auch dann den liingern FlUgel nach oben stellen sah, wenn sich 

* 

nicht die ganze Inflorescenz gedreht hatte, so dass also die Torsion am Stiel 
der weiblichen Bltite musste statteefunden haben. 

Schon bei Beginn dieses Theiles meiner Abhandlung hatte ich be- 
merkt, dass meine BemUhungen die Stellung der Staubblattorgane zu ent- 
rathseln, keinen vollig befriedigenden Erfolg lieferten. Ich will nunmefcr 
diesen Gegenstand besprechen , so weit mir seine Erorterung zweckmaBig 
erscheint. I 



Bei Begonia P a v o n i a n a , 



deren miinnliche Bltite vier Perigon- 






blatter besitzt, gelang es mir zu constatiren, dass in den Lttcken der vier 
Perigonblatter zuerst vier Staubfaden erscheinen, also gerade so wie ich 
es fUr die ersten Staubblatter in der BlUte der Papaveraceen nachgewiesen 
habe 1 ). Mil den Gapparidaceen und Passifloraceen haben sie die Sireckung 
der Bltttenaxe gemeinsam. Besonders ausgepriigt ist dieselbe bei Begonia 
Bolivian sis, bei der die Staubfaden an einer langen Siiule befestigt sind. 

Nachdem die ersten vier Staubblatter bei Begonia Pavoniana er- 
schienen sind, treten vier weitere auf, die mil den ersten vier alterniren. 
Die Stellung der nun folgenden StaubgefaBe habe ich nicht verfolgen 
konnen. Der Beginn der Bltitenformel fUr Begonia Pavoniana ware 
danach: 



CT : P 2 + 2 A 4 + A + 



G 0. 



Bereitet I>ei manchen Species die zuweilen auftretende ungleichseilige 



Entstehun^sfolge Schwierigkeiten fur den Nachweis de 



r Slaubblattslellung, 



so ist es bei Begonia Pavoniana ein anderer Umstand. Die Basis der 
BlUtenaxe nimmt milunter die Form eines Trapezes an, von dessen par- 
allel en Seiten die kleinste nach au Ben gekehrt ist (Fig. 13). Nur einmal 
fand ich hierbei die Stellung der StaubgefaBe normal, wiihrend sie ge- 
wohnlich bei so umgestalteten BlUten regellos war. Oft fand ich, wie es 



I) Englek's botan, Jahrb., II. Bd., 4. Hcf! 1881. 
























' 









1 



























. 






Beitrao zur Kenntniss der Begoniaceen. 



305 






■* 



auch Figur 13 zeigt, da, wo der groBte freie Raum war, zwei StaubgefaBe 
ftir eins, die niehr oder w T eniger zusammenhingen, also wohl dureh De- 
doublement entstanden waren. Ich mochte hierbei bemerken, dass ich 
auch sonst sehr haufig bei vielen Species Anzeicben vom stattgehabten 
Dedoublement vorfand. 

Bei Begonia Pavoniana fand ich auch mannliche Bliiten, die nur 
zwei Perigonblatter besaBen, an Stelle der zwei inneren standen zwei 
Staubblatter und darauf folgten in normaler Stellung vier StaubgefaBe. In 
einer Bliite traf ich zwischen den zwei aufieren Perigonblaltern auf der 
einen Seite ein StaubgefaB, auf der anderen ein Perigonblatt. 

Bei Begonia cucullata Willd. traten ebenfalls zuerst vier Staub- 
blatter in denLtlcken der vier Perigonblatter auf und darauf vier mit jenen 
alternirend. In einem Falle fand ich eine Anlage rait zwolf Staubblattern 

7 

die drei alternirende Kreise darstellten. Die vier Staubblatter des dritten 
Kreises waren vier ausnehmend groBe Hocker. Altere Zustande zeiglen 
mir im dritten Kreise acht StaubgefaBe, die in Rtlcksicht des soeben an^e- 
fiihrten Falles durch Dedoublement aus vier entstanden gedacht werden 
konnen; dabei wies der vierte Kreis ebenfalls acht Staubblatter auf bei 
(Hneri die Annahme, dass sie ebenfalls vier dedoublirte Organe darstellen 
nicht zulassig ist, weil die zweimal acht StaubgefaBe der beiden Kreise 
mit einander alternirten. Am wahrscheinlichsten ist fttr diese Species die 
BlUtenformel : 






tf:P 



9 



+ 2 A4 + 4 + 42 + 8G0, 



Auch bei zwei anderen, mir unbekannten Arten fand ich die Stellung 



entsprechend : 



0<:P2 + 2 AI + 4 + 



G 0. 



Bei Begonia frig id a 1 ) traf ich einen Fall an, in welchem zuerst 
acht Staubblatter paarweise in den Ltlcken der vier Perigonblatter sich 
zeigten, jedoch scheint auch hier die Bildung von vier einfachen Staub- 
blattern das Normal e zu sein. Ich glaube, dass diese Species mir spaler- 
hin mehr positive Resultate liefern wird, weil die Staubblattanzahl hier 
eine sehr geringe (meist zehn) ist. Begonia frigida ist uberhaupt eine 
sehr interessante Pflanze, weil sie die verschiedensten Abanderungen zeigt. 
Ich fand z. B. weibliche Bliiten, denen folgendeFormeln zukommen wilrden. 









Normal 2 ) : Q :P2-f 



G(3) ? 



Abnorm : Q 



+ 






* i 



\) Von Begonia frigida stand mir geeignetes Material in sehr sparlichem MaaBe 
zu Gebofe, indem ieh die Pflanzen aus den botanischen Garten aus Marburg und Berlin 
in einem Stadium erhielt, in welchem die Bliitenstande bereits zu sehr in der Entwick- 
lung vorgeriickt waren und ich beim nachsten Bliihen die richtige Zeit verpasste. 

2) Nach de Candolle (Prodrornus XV, 1, p. 387): 



Q :P 3 A G (3)! 



Bounische Jahrbiicher. III. Ed. 



20 




































306 



Dr. Franz Benecke. 



i 



2 : P2 + 2 A0 G(4), 
Q : P 3 + 3 A G(3], 
Q : P 3 









9 : PI 



■' 



A G(3), 
A G (5J . 















• 



lm letzteren Fall waren zwei Facher des Fruehtknolens sleril . drei 
fertil. Bei den Hlttten mit G 4 alternirten die Garpelle mit den vier Peri- 
gonblattern und sie waren sammtlich fertil. Bei BlUten mit G 2 kreuzten 
sich die Garpelle mit den inneren Perigonblattern. Bemerkensvverth 1st 
noch, dass ganz verschiedenartige BlUten an einer und derselben Inflo- 
rescenz sich zeigen. Curtis 1 ) hat von einer abnormen Bltlle der Begonia 
frisida eine Abbilduns uegeben, die folgender Formel entsprechend isl : 



S :P2 + 2 A 4 G(4). 

Es alternirten mit den vier Perigonblattern vier Staubblatter und mit 
ihnen vier Fruchtblatter, die noch Uberdies einen oberstiindigen Fruchl- 
knoten bildeten. 

I 

Da mir junge Stadien von mannlichen BlUten der Begonia frigid a 
nicht in hinreichendem Grade zur VerfUgung standen, so versuchte ich an 



den ausizebildeten BlUten meine Studien zu machen. 



15 



ich genUgendes Material. 



Gevvohnlich fand ich zehn StaubgefaBe vor, 



auch acht, mitunter neun, elf und zwolf, sehr selten weniger als acht oder 
mehr als zwolf. Die Anzahl zehn scheint also wohl das Normale zu sein. 
Darauf hin, dass ich in einigen Fallen vier in den LUcken der vier Peri- 
gonblatter fand, bin ich geneigt eine folgender Formel entsprechende 
Stellung fUr Begonia frigida anzunehmen: 

(f :P2 + 2 A 4 + 4 + -2- GO. 

Die ausgebildete BlUte liisst eine solche Annahme sehr wohl zu. 

Bei Begonia Evan si an a Andr. erschwert die auftretende un- 
gleichseitige Entstehung der Staubblatter die Untersuchung. Es gelang 



mir hier nicht die Stellung der ersten Staubblatter zu erkennen, da sie 
fast zu derselben Zeit in groBer Zahl auflreten. An der Spitze des jungen, 
vollkommen angelegten Andrbceums aber fand ich oft neun StaubgefaBe, 



4 + 4 und gei 
danach lauten: 



Die unvollstandise BlUlenformel konntt 



tf : P2 




2 A 



4-44-4 + 1 G 01 



■ 

Begonia ma n icata Brongn., die eine von den zwei Species, die 
befriedigende Resultate lieferten. besitzt zwei Perigonblatler, die Zahlung 
der StaubsefaBe in seehsundfttnfzig BlUten hatte folgendes Besultat: 



1) Bot. Mag. Bd. 86, Tafel 5160. 
























Beitrag zur Kenntniss der Begoniaceen. 



307 



. 






8 



4 
7 



J 



* 



8. 



6 
26 

1 



10. 

9, 
41. 



Bei der mikroskopischen Untersuchung traf ich sehr haufig 7 an, oft 
auch 9 und 11. Zuerst Ireten hier (Fig. UA) zwei Staubblatter an der- 
jenigen Stelle auf, wo sich sonst die zwei inneren, kleineren Perigon- 
blatter finden. Ich halte es fUr durchaus wahrscheinlich , dass diese zwei 
Staubblatter urngewandelte Perigonblatter darstellen, besonders mit Rtlck- 
sicht auf die oben erwahnlen Abnormitaten. Auch fand ich einmal hier eine 
Blute, in der das eine dieser zwei Staubblatter petaloid geworden war. 
Es Iage hier also etwas Analoges vor wie bei der Gattung Bocconia, 
wesshalb ich schon in der vorher citirten Abhandlung auch Begonia als 
wabrscheinliches Beispiel fUr Umvrandlung von Perianthblattern in Stamina 
anfuhrte. 

Nach Bildung der ersten zwei erscheinen vier Staubblatter in den 
Lilcken, welche jene und die zwei Perigonblatter bilden. Mit Annahme 
der theilweisen Perigonmetamorphose ist also die erste Entstehungsfolge 
und Stellung der BlUtenorgane die von Begonia Pavoniana u. a.: 






Beg, Pavoniana = q 1 : S 2 + 2 



A 4 



M 



Beg. manic a ta 



q< : S 2 +(=A) 2 A 4 . . . 









Bis hierher stimmten alle bei Begonia manicata gemachten Beob- 
achtungen uberein, von nun an aber treten Verschiedenheiten auf, die 
sich jedoch durchaus nicht widersprechen. 

1. Es werden nur sieben StaubgefaBe angelegt. 

Alsdann erscheint in der Mitte der vier Stamina ein einzelnes, das die 
gerade Fortsetzung der Bltitenaxe bildet (Fig. MB). Ob dieses letzte 
Organ der Blttte nun ein axiles StaubgefaB ist oder ein terminales Blatt 
oder ob seine Slellune durch die Annahme zu erklaren ist, dass es bei der 
Urbegonie seitlich stand; lasse ich dahingestellt. Meine unmaBgebliche 
Meinung Uber axile Blattgebilde mochte ich aber dennoch aussprechen. Ich 

nicht einzusehen, wesshalb der Scheitel eines Stammorizanes, 
nachdem die letzten Seitenorgane gebildet sind, wesshalb nicht der 
Scheitel selbst zu einem den letzten Seitenorganen analogen Gebilde aus- 
wachsen soil? Wenn diejenigen Zellen, die aus den am Scheitel liegen- 
den hervorgingen, die Eigenschaft erlangen konnen, etwas anderes als ein 
Stammgebiide zu erzeugen, wesshalb sollen die den Scheitel selbst ein- 
nehmenden Zellen diese Fahigkeit nicht zu erwerben vermogen? Das Fac- 
tum, dass es gevvdhnlich nicht der Fall ist, kann unmodich als Grand 



vermag 



gelten. Es kommt mir vor 7 als ob die uralte und bis vor verhaltnissmaBig 
kurzer Zeit unangefochtene Ansicht, dass ein Blatt stets ein seitliches 



Organ des Stammes ist ? zum Dogma geworden ist, an dem kein Mensch 



rUtteln darf 7 auch wenn jeden Tag ein neuer Fall entdeckt werden wdrde 



20* 



I 


















• 






- 






308 



Or, Franz Benecke. 



und iiVs Feld gefuhrt word en konnte. Gongenitale Verschiebung und axiles 
StaubgefaB sind die Schlagworter, mil denen das Dogma vertheidigt wird. 
So lange wie wir vollkoinmene Ignoranten liber die Vorgange sind, welche 
stalthaben milssen, damit bestimmte Zellen bestimmte Functionen ttber- 
nehmen, so lange ist, meine ich, auch sehr wohl denkbar, dass es axile 
Blatter giebt. Es vermag auch der Cmstand kein Grund zu sein, dass 
damit alles Definiren von Stamm und Blatt aufhort. Es kann unmoglieh 
Aufgabe der Wissenschaft sein, einer correcten Delinirung zu Liebe einem 
Organ, das durchaus den iibrigen gleich gebaut ist und uberdies auch die- 



selben Functionen hat, einen 



j 



anderen Namen zu seben. 



Eine solche 



Losung gleicht nur dem Zerschneiden des gordischen Knotens. 

2. Es werden neun Slau b g e f a B e angelegt. 

Alsdann entstehen nach den 2 + 4 Staubblattern zvvei vor den Peri- 
gonblattern und zwischen ihnen wieder das eine central gestellte. 

3. Es werden elf StaubgefaBe angelegt (Fig. HC). 

* 

In diesem Falle entstehen zuerst 2 + ^ + 2, wie im zweiten Fall, 
aber darauf zwei mit den letzten zwei alternirend Und in ihrer Mitte nun 
wieder das eine. 

■ 

Wir haben also folgende drei Fiille zu unterscheiden : 
\. cT : P2 + (= A) 2 A 4 + \ G 0, 

2. c? : P 2 + (= A) 2 A 4 + 2 + 1 GO, 

3. (f : P 2 + (= A) 2 A 4 + 2 + -2- + 1 GO. ' 

« 

Mitunter fand ich auch BlUtenanlagen mit acht und zehn Slaubge- 
faBen, wo entweder das centrale fehlte oder ein anderes abortirl war. 

Ganz ahnliche Verhaltnisse wie bei Begonia manicata traf ich bei 
der anderen Species, deren Untersuchung ebenfalls zu einem flir mich 

T 

unzweifelhaften Resultal fiihrte. Leider ist mir ihr Name nicht bekannt. 
Ich fand sie in einem Privatgarten in Nizza vor, untersuchte sie wfihrend 
der Osterferien an Ort und Stelle, war aber bisher nicht im Stande sie zu 
bestinimen. Sie besaB , wie Begonia manicata, in ihrer mannlichen 
Bliite zwei Perigonblatter. Wie dort entstehen zuerst mil diesen alter- 
nirend zwei StaubgefaBe, darauf vier, denen sich noch mehrere, in der 
Regel vier, Staubblattkreise anschlossen. Auch hier fand ich in der Mitte 
der letzten vier Staubblatter ein centrales, doch wiirde ich zur Gewissheit 
ohne Kenntniss der Verhaltnisse, die bei Begonia manicata obwallen, 
nicht gelangt sein, da der vielen StaubgefaBe wegen die Feststellung 
schwieriger ist und auf Verschiebung und Abort anderer StaubgefaBe zu- 
riickgefuhrt wnrden konnte. Dasselbe gilt fttr Begonia Evansiana, 
bei welcher ich an das Ende der Androceum- Formal ebenfalls die Zahl 
Eins seize. 

Bei dieser Gelegenheit mochte ich eine recht merkwiirdige Abnormitat 
erwahnen, liber die Duchartre in dem bereits cilirten Aufsatze berichtet. 



























Beitraii zur Keuiitniss der Beaomaceen. 



309 






fir fand i^eflillte weibliche Blfiten. deren Perieonblatler uin so mehr und 
um so vollkommener den Character von Narben trugen, je naher sie sich 
dem Centrum der Blute befanden. Zu innerst stand eine zahlreiche 
Gruppe von wirklichen Griffeln und das Centrum selbst wurde einge- 



oommen von 



— einem einzigen StaubgefaB ! — Duchartre beschreibt aueh 
a. a. 0. gefullte mannliehe Bltiten. Es ist aus solchen FUllungen niehts 
fiir die Stellung der Staubblatter zu entnehineu, wenigstens gelang mir 
dieses nicht und auch Herr Professor Eichler bemuhte sich, wie er mir 
freundliehst mittheilte, hierin vergeblich. Duchartre will die Fullung 
theilweise auf Spaltung der inneren Perigonblatter zurtickfiihren. Er ist 
dazu genothigt fttnffache Spaltung in Anspruch zu nehmen, und dieses er- 
scheint mir doch etwas bedenklich! 

Die Formel flir die in Nizza untersuehte Beeonie ist nach dern Mil- 

' - 

getheilten : 

(f : P 2 + (= A) 2 A 4 + 4 + 4 + 4 + 4 + 1 G 0. 

Alle bisher besprocLenen Species stimmen darin Uberein, dass die 
ersten Organe der BlUte entstehen entsprechend : 

2+2+4+ 









Auch noch von anderen Species, die ich untersuehte, glaube ich, dass 
die Entstehungsfolge eine gleiche ist. aber fiir diese sind die Unter- 
suchungen zu unvollkommen, als dass ich hier auf sie eingehen dUrfte. 
Nur fiir Begonia ricini folia A. Dietr., welche Species mannliehe 
Bliiten mit zwei Perigonblattern besitzt 7 will ich noch bemerken, dass ich 
bald auf P 2 folgend A 2 land, bald A 3 oder A 4, und scheinen hier die 
Zahlen drei und vier durch Verdoppelung des einen, res]), der zwei A zu 

* 

entstehen. Weiteres als; 






odor ; 



& : P 2 + 
(f : P2 + 



A) 2 A? 
A 2 2 A? 



•; 



hier festzustellen, gelang mir nicht (s. Zusatz 2). 

Einen anderen Typus in Bezug auf das Androceum gehoren die Spe- 
cies Be son ia f aeifol ia Fisch. und incarnata Link et Otto an. Wie- 



derum konnte ich andere Namen hinzufUgen, wenn ich nicht selbst be- 
rechtigte Zweifel liber die Zugehorigkeit der betreffenden Species zu 
diesem zweiten Typus hegte. Jene zwei Species haben eine vierblattrige 
mannliehe BlUte. Auch bei ihnen schien mir mitunter ein erster vierzah- 
lieer mit dem Pension alternirender Krois aufzulreten, moist aber stand 
nur auf der einen Seite zwischen je einem auBeren und dem betreftenden 
inneren Perigonblatt je ein StaubgefaB, wahrend auf der anderen Seite 
die entsprechenden Llicken nicht ausgeftlllt waren, sondern ein drittes 
Staubblatt vor dem inneren Perigonblatt sich befand. Dieses dritte er- 

- 

schien mit den anderen zwei gleichzeitig, so dass also ein erster drei- 






■ 

310 Dr. Franz Beneeke. 



ziihliger Kreis vorhanden war. Ich muss nothwendlgerweise hierzu be- 
merken, dass ich nicht im Stande war festzustellen , ob jenes innere Peri- 
gonblatt nach auBen oder innen gerichtet war. Bei Bltitenanlagen, die 
bereits StaubgefaBe angelegt haben, gelingt es nicht die Stellung der Blute 
zur Axe festzustellen, weil durch die nbthigen feineren Schnitte der Zu- 
sammenhang der einzelnen Blttten mit der Axe aufgehoben wird. Die 
Dreizahl zeigte auch der zweite Kreis, aber in ihm standen jetzt auf der 

reis ein Organ besaB, zwei und auf der anderen, wo 



zwei existirten, eins. 



B 



C? :P2 + 2 A3 + 3 



Die Entstehung weiter zu verfolgen gelang mir nicht. Die Frage, 
woher hier die Dreizahl des Andrdceums stammt, mdchte ich in nach- 
stehender Weise zu beantworten versuchen. 

Ich erwahnte, dass bei der vierzahligen mannlichen Blute die zwei 
auBeren Perigonblatter ebenso divergiren wie die zwei ersten Perigon- 
blatter der ftlnfzahligen weiblichen BlUte. Dieses fand ich auch bei der 

deren Andrdceum mit 3 -f- 3 beeinnt, bei Be- 



einen jener zwei Species, deren Andrdceum mit 3 
gonia incarnata. Aus jenem Umstand folgerte ich, dass sich die vier- 
zahlige mSnnliche BlUte von einer fUnfzahligen ableite. Nehmen wir dess- 
halb an, die vierzahlige BlUte von Begonia incarnata und fagifolia 
war ursprUnglich fUnfzahlig und entstand nach der 2 / 5 Spirale ; diese ging 
Uber in einen zwei- und einen dreizahligen Wirtel : 

tf:P2 + 3; 

alsdann werden die StaubgefaBe sehr wohl in dreizahligen Kreisen ent- 
stehen kdnnen : 

, :P2 + 3A3+3.... 

Die zwei aufieren Perigonblatter divergirten darauf weniger, zwischen 
ihnen erschien beiderseits nur ein Perigonblatt: 



CT : P2 + 2, 



aber die Stellung der Stamina blieb nun bei den Species des zweiten 
Typus unveriindert. Die Falle, in denen ich auch bei diesen Species den 
ersten Kreis viergliedrig antraf, zeigen, dass auch hier Neigung vorhanden 
ist, die ehemalige Stellung der StaubgefaBe aufzugeben und dieselben in 
einer Weise entslehen zu lassen, die dem dargebotenen Bauine entspre- 
chend ist. Xormaler Weise aber sind die zwei ersten Kreise dreizahlig. 
Der Haken der Erklarung ist nur leider der, dass ich nicht feststellen 
konnte, welches innere Perigonblatt es ist, vor dem das einzelne Slaub- 
blatt des ersten Kreises stehl. Moglich ist, dass sich jenen dreizahligen 
Kreisen sechszahiige anschlieBen. Die Formel fUr den zweiten Typus. 
ware alsdann : 

I 

Cf : P 2 + 2 A 3 + 3 + (?) 6 + 6 + . . . . G 0. 






\ 












Beitrag zur Kemitniss der Begoniaceen. 3 1 1 

Viele unter dem Mikroskop studirte Blulenanlagen lassen sich darauf 
zurUckflihren. Trotzdem verdient die Formel das ihr beigegebene Frage- 
zeichen. Vielleicht gelingt es mir in Zukunft bei Untersuchung anderer 
Arten das Fragezeichen fortzuschaffen. 

Dass einem fttnfzahligen Perigon dreizahlige Staubblattwirtel folgen, 
ist nichts Unerhbrtes. Ich erinnere nur an die Polygonaceen, von welchen 
Polygonum tar tar i cum ein Beispiel liefert '). 

Die bei der Untersuchung des Androceums erhaltenen Resultate 
mochte ich noch einmal ubersichtlich zusammenstellen : 

B. Pavoniana: P2 + 2 A i + i + GO, 

B. cucullata: P 2 + 2 A 4 + 4 + 4* + 8 .'....GO, 

B. 1 P2 + 2 A4 + 4 + GO, 

B. ? P2 + 2 A4 + 4 + GO, 

B. frigida: P 2 + 2 A 4 + 4 -f- -2- GO, 

B.Evansiana: P 2 + 2 A -+- 4 + 4 -+- \ GO, 

B. manicata (3. Fall): P 2 + (= A) 2 A 4 + 2 + -2- + I . . . .GO, 

B. ? (Nizza): P 2 + (=A) 2A4 + 4 + 4 + 4+4 + 1 GO, 

B. ricinifolia: P2 + (=A)2 2 A GO, 

B. incarnata: P 2 + 2 A 3 + 3 + (?) 6 + 6 + . . G 0, 

B. fagifolia: P2 + 2 A 3 + 3 + (?) 6 + 6 + . . G 0, 

Dass solche Verschiedenheiten bei Arten einer und derselben Gattung 
statthaben, ist in einer Familie wie der der Begoniaceen nicht auffallend, 
da wir ja auch im Perianth groBe Mannigfaltigkeit beobachten. 

Der mannlichen Blttte von Hiliebrandia Sandwicensis Oliv. 
kommt vermuthlich folsende Diagrammformel zu: 

0^:S5G5 A5+ ....... .GO, 

Und diese wUrde einen dritten Typus darstellen. In der weiblichen 
BlUte von Hiliebrandia finden sich perigynisehe Drusen, welche als 
Staminalrudimente angesprochen werden konnen. Mit einer solchen An- 
nahme und mit Bertlcksichtigung der innerhalb der Gattung Begonia be- 
ohachtetenAbnormitaten kann man die Blttte der Begoniaceen als ursprttng- 
lich hermaphrodit betrachten. 

In das Voranee^insene sind meine Ansichten iiber die Ableitung der 
verschiedenen Typen t die sich von dem Perianth aufstellen lassen , schon 

■ 

theilweise eingestreut. Soeben erst habe ich die Meinung ausgesprochen T 
dass ich glaube Hiliebrandia sei als ursprtinglich hermaphrodit anzu- 
sehen. Es ist dieses nicht eine neue Ansicht von mir, sondern ich folge 
darin der MuthmaBunc von Oliver und Eichler. Ich will nunmehr die 

» 

1) Eichler Bliitendiagr., Th. II, p. 72, Fig. 30 D. 






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312 



Dr. Franz Ik'iicokc. 



Frage aufwerfen, oh wir die verschiedenen Typen des Perianths von dem 
der Hillebrandia ableiten konnen. doch zuvor, oh wir dazu Berechti- 

r 

gung haben? Es liisst sich wenig oder vielleicht niehts Positives an- 
ftlhroii, das dazu dienen konnte, die letztere Frage bejahend zu beant- 
worten, aber ich wiisste auch keinen Umstand, der uns zwingen konnte, 
sie zu verneinen. 

Etwas, <las dafUr sprechen konnte, dass der Urlypus der Begoniaceen 
nocli am besten durch Hillebrandia sandwicensis reprasenlirt sei 
ist die Fttnfzahl ihrer BlUte. Unzweifelhaft sind die Begonien dicotyl und 
man ist ja geneigt, von denjenigen Dieotyledonen, weiche nicht fUnfzahlige 
BlUten besitzen, anzunehmen, dass auch ihnen ursprtlnglich solche zu- 
kamen. Sind die perigynen DrUse